Energie versprühen

Seltsam, dass einen am Winterende ausgerechnet noch eine Erkältung erwischt. Dabei konnten wir in den letzten Tagen so viel Sonne und Licht genießen. Irgendwie passt das nicht zusammen. Schließlich habe ich mir gerade für meine Spaziergänge vieles vorgenommen. Zwangspausen sind da gar nicht willkommen. Neben meiner intensiven Programmierarbeit ist für das Wochenende wieder ein handwerkliches Projekt vorgesehen. Morgen die Stäbe, und bis Samstag wird dann die Perlen sicher fertig sein. Noch 10 Tage bis Frühlingsanfang. Hoffen wir, dass neben den Bäumen auch die Menschen dann endlich aufwachen und ihre brach liegenden Energien versprühen.

Spannender Fotofrühling

Nun habe ich das gestern angekündigte Projekt bereits in die Wege geleitet und die ersten Bilder von Bäumen und Objekten bei verschiedenen Microstock-Agenturen angeboten. Bei manchen ist allein der Registrierungsvorgang ein riesiger Aufwand, der mit einer Art Aufnahmeprüfung verbunden ist. Ich hoffe sehr, diese Hürden zu schaffen und bald damit beginnen zu können, mehr Material einzustellen. Vor allem bin ich auf die Resonanzen gespannt, bzw. wie lange es dauert, bis die ersten Interessenten und Reaktionen auftauchen. Das wird in Sachen Fotografie sicherlich ein spannender Frühling. Weitere Agenturen werde ich in den nächsten Tagen in Augenschein nehmen.

Weit verzweigte microstock-Welt

Ich habe mich heute entschlossen, die inzwischen weit verzweigte Landschaft der microstock-Welt weiter zu erforschen, sprich: Meine Bilder auch anderen Agenturen anzubieten. Ich denke, bei fotolia hat man sich mit den Preisen etwas verkalkuliert. Viele Interessenten lassen sich davon abschrecken. In dem Moment könnte es Sinn machen, das Angebot breiter zu streuen. Auf die Art werde ich sicherlich Unterschiede feststellen und möglicherweise auch mit einigen Motiven bei anderen Agenturen Erfolg haben, die bisher weniger Gefallen fanden. Ich bin wirklich gespannt, wie sich die Branche entwickelt, und welchen Anteil ich an dieser Entwicklung nehmen kann.

Einhüllender Lichttag

Ein toller Sonnentag mit enorm viel Licht. Die Photovoltaik zeigte ein Ergebnis wie im Hochsommer. Leider war ein kurzer Spaziergang am Spätnachmittag die einzige Möglichkeit heute, dieses Licht im Freien zu genießen. Die aktuelle Beobachtung der Baumlandschaft inklusive. Und die tief stehende Sonne des frühen Abends hat um diese Jahreszeit etwas ganz besonders Einhüllendes. Ansonsten nahm der Tag einen entspannten Anfang und war ausnahmsweise für den Sonntag mit Text- und Bildschirmarbeit am Nachmittag ausgefüllt. Immerhin konnte dieses Projekt vorläufig abgeschlossen werden und wird A. hoffentlich helfen, ihre Promotionsaufgabe baldmöglichst zu lösen. Jetzt freue ich mich auf die Fortsetzung der Märzsonne in de kommenden Woche. Und natürlich auf den echten Frühling, der nicht mehr lange wird auf sich warten lassen.

Licht gewinnt Oberhand

M. wollte unbedingt, dass ich meine Holzvorräte in Kisten verstaue. Das ging natürlich nicht, da es sich bei dieser Auswahl um gut abgelagerte Abschnitte mit Zimmertemperatur handelt. Und das ist natürlich besser als solche, die zum Zeitpunkt des Verarbeitens noch die Restfeuchte des Speichers in sich tragen. So wird der Anblick der Ablage mit dem Holz sie wohl noch eine Weile länger ärgern. Praktisch gesehen ist es aber so am besten. Überhaupt war das ein Arbeitstag, der mit Aufräumen, Wegarbeiten und Sortieren angefüllt war. Jetzt reicht’s langsam mit den Winter-Verarbeitungs-Aktivitäten. Der Frühling mit seinem ganz andersartigen Charme kann sich jetzt endgültig zeigen. Hoffentlich umso schneller, nach dieser kurzzeitigen Rückkehr des Winters. Denn das Licht ist dabei die Oberhand zu gewinnen.

Bäume, Sonnenlicht und Pflanzenbewusstsein

M. hat heute richtig bemerkt, dass meine Laune bei so strahlendem Wetter am besten ist. Licht ist für mich von großer Bedeutung, und wenn es so intensiv strahlt wie an diesem schönen Tag, dann habe ich das Gefühl, irgendwie noch mehr zu Hause zu sein als sonst. So ist es auch wohl kein Zufall, dass ich diesen Nachnamen trage. Eine Ahnung in dieser Richtung hatte ich immer schon. Und auch ist es kein Zufall, dass die Arbeit mit Holz und die Beobachtung von Bäumen bei Sonnenschein eine viel intensivere Qualität hat. Bäume stehen in einer ganz engen Verbindung zur Sonne und dem Licht. Und ich glaube, ihre Rolle als Lebenssymbol hat vor allem damit zu tun. Ihre Gegenwart und Aura vergegenwärtigt uns das Licht. Wir sehen das Licht im Spiegel der Bäume. Und damit natürlich unser höheres Selbst. In diesem Zusammenhang fand ich es außerordentlich interessant, dass Rudolf Steiner in ,,Aus der Akasha-Chronik” eine Parallelität zwischen der Erde in ihrer Sonnen-Entwicklungsphase und der Ausbildung eines dem Bewusstsein der heutigen Pflanzen vergleichbaren ,,Pflanzen-Bewusstseins” bei den Menschen während eben dieser Phase feststellt. Das ist eine schöne Erklärung für meine enge Verbindung mit den Bäumen und dem Licht der Sonne.

Frühlingswinter und Sommerfrühling

Wieder eine Bestellung, nachdem die zweite Hälfte des Februars sehr ruhig war. Überhaupt scheinen mir die Zeiten kühler und immer ernster zu werden. Und das so kurz vor Frühlingsbeginn, und bei einem Wetter, das zwar temperaturmäßig dem Winter hinterherhinkt, gefühlt aber schon Frühling ist. Die Sonne macht eben den Unterschied. Für die Solarmodule aber scheint sogar der Sommer schon angebrochen. Im Umfang kommt die Sonneneinstrahlung in diesen Tagen durchschnittlichen Hochsommertagen gleich. Das ist schön und auch dringend notwendig, nach mehreren völlig abgedunkelten und extrem lichtarmen Monaten. Im Saarland soll es zudem noch deutlich lichtärmer als in anderen Regionen Deutschalands gewesen sein. Ich denke, das kommt hin. Und so haben wir jetzt einiges aufzuholen. Mit dem ersten Grün der Ahorne werden wir wissen, wann die Aufholjagd gelungen ist.

Unverhoffte Baumtode

Bei Schloss S. in M. sollen durch den Sturm zahlreiche sehr alte Bäume entwurzelt worden sein. Das hat heute eine Dame aus der Bäckerei erzählt. Schade, wenn durch solch ein punktuelles Ereignis ein Lebewesen mit so langer Geschichte plötzlich aus dem Gleichgewicht gerissen wird. Ganz schnell werden diese Bäume beseitigt sein, und schon bald denkt niemand mehr an sie, die doch so lange Zeit Begleiter all derer waren, die in diesem Schlosspark spazieren gegangen sind oder gefeiert haben. Ich kann mich erinnern, vor ca. 25 Jahren von genau diesem Park im Zuge von Sanierungsmaßnahmen größere Abschnitte von kanadischer Eiche erhalten zu haben. Daraus habe ich eine meiner ersten mittelformatigen, sehr schweren Skulpturen realisiert. Eine von denen, die ich ,,Vegetabile Formen” genannt habe. Eine dreidimensionale Symboldarstellung von Wurzel und Spross, in eine zusammenhängende Form gebracht. So schließen sich Kreise über einen Zeitraum von Jahrzehnten.

Was ist die Ursache des Bienensterbens?

Wie V. nach Recherchen in Fachkreisen herausgefunden hat, ist das Bienensterben wohl im ganzen Land verbreitet. Fast alle Imker der Region haben die Hälfte oder gar mehr ihrer Völker verloren. Dabei sollen Untersuchungen ergeben haben, dass keine Vergiftung oder ähnliches die Ursache sein kann. Nur was bleibt dann noch? Tatsächlich die Witterung? Ein zu langer Sommer, mit relativ hohen Temperaturen bis in den Oktober hinein. Mag sein, dass die Bienen darauf besonders empfindlich reagiert haben. Dass sie eine Art Sonderstellung unter den Tieren darstellen. Ähnliches, glaube ich mich erinnern zu können, habe ich kürzlich bei Rudolf Steiner gelesen. Vielleicht sollte ich mir doch seinen einschlägigen Text besorgen, indem er genau dieses Sterben bereits vor fast 100 Jahren vorausgesagt hat. Man mag sich das nicht auszudenken, welche Folgen eine anhaltende Krise der Bienen für die gesamte Nahrungskette haben könnte. Keine Bienen, keine Bestäubung solcher Pflanzen und Bäume, deren Pollen ausschließlich von den Bienen transportiert und zur Befruchtung eingesetzt werden. Das sind nicht wenige. Kein Obst, keine Tiere, die in und von den Obstbäumen leben. Eine ganze Kette von Wirkungen hat das dann auf die Versorgung mit Lebensmitteln und das ökologische Gleichgewicht. Und wenn man hört, dass in den USA bereits ganze LKW-Ladungen mit Bienenstöcken im Land herumziehen, um die natürliche Bestäubung der Bäume aufrechtzuerhalten, dann ist das vielleicht ein Szenario, das bald auch bei uns als realistisch angesehen werden kann. Ich hoffe, V. wird für seine Zwecke eine gute persönliche Lösung finden, die auch längerfristig tragbar ist.

Arbeiten im Freien

Ich hoffe, dass der Frühling wieder mehr Gelegenheit zur Bewegung im Freien gibt. Nach einem so langen und intensiven Winter wäre das eine Wohltat. Zurzeit beschränkt sich das auf kürzere Spaziergänge, am Wochenende auch einmal längere, und auf Gartenarbeit. Wenn der Frühling aber wirklich gekommen ist, können wir uns aber auch tagsüber länger draußen aufhalten, meine handwerkliche Arbeit eingeschlossen, die in geschlossenen Räumen nicht die reine Freude ist. Bei frischer Luft und Tageslicht ist dann das Justieren und die Feinarbeit wesentlich angenehmer. Und der zeitweilige Blick in den Garten, in Richtung des Nashi, des Feigenbaums und des Ginkgo unterbricht diese Routinearbeit dann immer wieder, die Gedanken für einen Moment in die Reiche der Pflanzen entführend.

Sturm und Klimawandel

Die dunklen Wolken ziehen ganz schnell vorüber. Überhaupt ist der Himmel in Bewegung gewesen, den ganzen Tag über. Starke Winde, richtiger Sturm hat an allem gerüttelt und gebogen, was sich nicht wehren konnte oder flexibel war. Gleich zwei Leute haben uns darüber informiert, dass beim Bienenhaus Abdeckplanen weggeflogen seien, und sogar Holzstücke auf dem Bürgersteig gelandet seien. Ich habe das daraufhin zusammen mit V. wieder beseitigt. Anschließend haben wir alles noch besser beschwert. Nun wird es hoffentlich zu Ende sein, denn gegen Abend schien sich die Lage zu beruhigen, nachdem am Nachmittag sogar der Strom ausgefallen war. Wahnsinn, und das so kurz vor Frühlingsbeginn. Bedrohlich schienen heute vor allem manche Bäume, die in Straßennähe wuchsen und dem Sturm kaum trotzen konnten. Bei einem dachte ich einen Moment lang tatsächlich, er würde genau vor mir auf die Fahrbahn stürzen, wenn der Wind ihn nur einen halben Meter weiter Richtung Boden drückte. Das ist dann allerdings doch nicht passiert. Ich wünsche allen Menschen auf der Welt, von Naturkatastrophen verschont zu bleiben. Und dass die Forscher nicht Recht behalten, die eine Zunahme solcher Extremwitterungen in Folge hausgemachter Klimaveränderung voraussagen.

Frühjahrsschnitt der Zypressenhecke

Heute Vormittag haben wir noch über die Zypressenhecke gesprochen, bzw. V. hat einmal wieder seine Anmerkung ,,Die müsste unbedingt geschnitten werden” angebracht. Ich habe ihm daraufhin seine Panik genommen und meine Beteiligung angekündigt, was ihn dann wohl beruhigt hat. Dass wir das am selben Tag aber noch angehen würden, war nicht abzusehen. Aber das Wetter war einfach ideal für diese Arbeit, endlich einmal wieder Sonne und viel Licht. Und so ließ es sich dann auch bis zum Abend abschließen, einen gewaltigen Berg Zweige und Zypressenlaub hinterlassend, den V. wohl in der nächsten Woche schreddern wird. Zuvor hatte ich bereits die kleine Zypresse im Pflanzkübel vor dem Haus geschnitten. Durch die Schneelasten der letzten Wochen hatte diese gelitten und war völlig aus der Form geraten. In diesem Frühjahr kann sie dann einen neuen Anlauf nehmen und wird sich hoffentlich in ihrem begrenzten Erdreich weiterhin wohl fühlen. Ein guter Arbeitstag an der frischen Luft war das. Das ideale Kontrastprogramm zu endlosen Wintermonaten.

Problem Bienensterben

Morgen soll endlich die Sonne wieder einmal herauskommen. Ich freue mich auf einen Spaziergang, vielleicht wieder aufs Fotografieren. Dafür sind in den letzten Tagen das Licht und die landschaftliche Atmosphäre noch nicht die richtigen gewesen. Wenn die Lebensgeister steigen, wird auch das Interesse am Festhalten der Eindrücke in der Natur, den Bäumen, Sträuchern und ihren Blättern, Blüten und Rinden wieder stärker. Und mein ins Stocken geratenes Portfolio wieder umfangreicher. Ich wünsche V., dass er sein Bienenproblem wird lösen können. Auch wenn in diesem Jahr wohl nahezu ein Totalausfall der Ernte zu erwarten ist. Es geht vor allem darum, dass die Völker neu aufgebaut werden können und nicht gleich wieder zugrunde gehen. Hoffentlich findet er die Ursache.

Zypressen schneiden

V. bringt alle paar Tage das Thema ,,Zypressenschnitt” auf die Tagesordnung – ,,Die müssten dringend geschnitten werden!” – um gleich darauf festzustellen, dass das Wetter ja dafür noch nicht geeignet sei. Er hat ziemliche Angst davor, da das Arbeiten über Kopf und mit dieser unhandlichen Heckenschere für ihn nicht sehr angenehm ist. Außerdem sind die Endtriebe inzwischen so stark, dass sie vermutlich nur mit zusätzlichem Einsatz der Kettensäge zu kappen sind. Ein Projekt also tatsächlich für die ersten warmen Frühlingstage. Und die haben wir noch nicht. Im Freien ist der Wind noch recht stark, und der vermittelt, obwohl die Luft schon deutlich milder geworden ist, doch noch das Gefühl von Kühle. Und die Nässe der ewigen Regentage ist auch noch nicht gewichen. Da heißt es noch Geduld haben, und sich von der gerade sehr ausgeprägten Lethargie nicht anstecken lassen.

Persönliches Baumtagebuch von Bernhard Lux: Täglich begegne ich den Bäumen auf vielfältigen Wegen. An ihrem jeweiligen Standort in der Natur, in der Lektüre von Baum- und anderer Literatur, in der alltäglichen Reflexion, der handwerklichen Arbeit und im Gespräch mit der Familie oder Freunden und Kollegen. Es ist mir ein Bedürfnis, diese themenbezogenen Beobachtungen, Interaktionen und Kommunikationen in Form des Baumtagebuchs zu dokumentieren. Seit dem 20. November 2004 habe ich keinen einzigen Tag ausgelassen – ein Zeichen dafür, dass das Baumthema und der Baum als Archetypus tatsächlich im Alltagsleben verankert ist und vielfältige inhaltliche Assoziationen ermöglicht. So mag dieses Baumtagebuch jeden seiner Leser/innen auf die Spur einer je eigenen Beziehung zu den Bäumen führen.