Frühherbstliche Eindrücke des Baumlandschaft

Jetzt ist tatsächlich der Herbst schon angekommen. September, kaum zu glauben, wie schnell der Sommer wieder verflogen ist. Auch wenn wir gerade im Hoch- und Spätsommer mit unseren ganzen Ernte-, Obst- und Gemüse-Aktionen sehr beschäftigt waren und insofern die Jahreszeit sehr bewusst in uns aufgenommen haben. Trotzdem geht am Ende alles zu schnell vorbei, parallel zur sich beschleunigenden Lebenszeit. Beim heutigen Gang durch die aktuelle Baumlandschaft fällt mir auf, dass einige der typischerweise in dieser Jahreszeit besonders präsenten Baumfrüchte sehr blass und unscheinbar daherkommen. Vor allem die Pfaffenhütchen haben die längeren Regenphasen, die wir zwischen den sehr schönen Hochsommerwochen immer wieder erleben mussten, nicht gut vertragen. Diese Regenperioden mit wenig Licht haben die sonst so strahlenden Pfaffenhütchenfrüchte verblassen und grau werden lassen. Sie strahlen bei weitem nicht das aus, was sie in günstigen Jahren darstellen können. Dieses Jahr käme ich nicht auf die Idee, Makroaufnahmen dieser tollen Früchte zu versuchen. Denkbar wäre das nur beim Weißdorn, der ganz schöne und üppige Furchtstände ausgebildet hat, und auch beim Schwarzdorn, dessen Früchte dieses Jahr wieder zahlreich und auch dick ausgewachsen sind. Vielleicht kommen ja noch lichte Tage, die Nahaufnahmen dieser Baumfruchtmotive möglich machen.

Kreativität fördernde Übergangszeit

Ende August, das bedeutet schon, dass der Sommer hinter uns liegt. Etwas, das ich während des Hochsommers immer im Blick habe, und doch ist es dann irgendwann so weit, verbunden mit einem melancholisch angehauchten Gefühl von Herbst. Alles in der Natur, der Baumlandschaft, der Erscheinung des Gartens deutet darauf hin, zeigt dieses an: Der Sommer hat seinen Höhepunkt schon deutlich hinter sich, aber der Herbst ist noch nicht angekommen. Beginn einer dieser Übergangszeitphasen, die nach meinem Empfinden besonders reizvoll und kreativitätsfördernd sein können. Nicht unbedingt entspannend und erholsam, aber doch anregend, motivierend, auf Veränderung ausgerichtet und Veränderung begünstigend. Das ist es, was mir an diesem ruhigen Sonntag vor allem vor die Seele getreten ist.

Baumobstintensiver Samstag

Jetzt trägt der Pfirsichbaum nur noch wenige Früchte, erst nachdem V. noch einmal drei Eimer gepflückt hatte, aus denen gestern schon Marmelade entstanden ist. Und heute kamen noch einmal zwei Eimer hinzu, die ich auf zwei große Kuchenbleche verteilt habe. Noch einmal zwei Bleche des sagenhaften Pfirsich-Eierlikör-Rührkuchens, den ich am Nachmittag größtenteils in kleineren Portionen eingefroren habe. Damit haben wir einen wirklich ungewöhnlich großen Obstkuchenvorrat angesammelt, der uns die nächsten 12 Monate zahlreiche Gelegenheit geben wird, an die spätsommerliche, in diesem Jahr so üppige Obsternte erinnert zu werden. Zu allem Überfluss hat Frau H. uns am Vormittag ebenfalls noch einen Kuchen vorbeigebracht, mit Sauerkirschen, Rührteig und Creme sowie einem Rotkäppchen-Spiegel. Toll, so haben wir an dem selbst gebackenen noch deutlich länger. Auch Birnen von den eigenen Bäumen gibts in dieser Saison so viele, dass wir sie teilweise an Bekannte verschenken. Ansonsten stehen für die Obsternte eigentlich nur noch die Äpfel auf dem Programm. Aber auf die stehen zumindest M. und ich nicht ganz wie auf anderes Baumobst.

Es gab schon mal aufbauendere Tage

Ein ziemlich anstrengender Ausflug hat die Arbeitsroutine heute etwas weitere Kreise ziehen lassen. Das hat immerhin zum eher durchwachsenen und wechselhaften Wetter gepasst. Insgesamt eher ein Tag zum Vergessen, der doch einige Dinge auflösen oder zumindest etwas klären konnte. Morgen gehts dann mit unserem Baumobstthema weiter, wohl eine Wiederholung der Pfirsichkuchenaktion von letzter Woche.

Zwischen den Hochzeiten des Sommers und des Baumherbstes

Noch so ein Wachstums-Spätsommerwetter-Tag, der ganz geeignet war, komplizierte Projektarbeiten konzentriert voranzubringen. Denn an solchen Tagen ist es stiller als gewöhnlich und man kann sich besser auf die eigene Sache konzentrieren, ohne abgelenkt zu werden. Da ist es zusätzlich von Vorteil, wenn ich beim Blicke durchs Fenster oder einem kurzen Gang durch den Garten zwischendurch in üppiges Baum-Grün und auf opulente Baumfrüchte blicken kann, die die Szene farblich akzentuieren und so wunderbar lebendig und reif wirken, wie es nur im Spätsommer möglich ist, wenn die Vegetation ihrem absoluten Lebenshöhepunkt entgegenstrebt – und ihn zum Teil sogar schon überholt hat. Ein bisschen melancholisch kann man da auch werden. Aber da behalte ich mir lieber für die Hochzeit des Baumherbstes vor.

Diesmal waren die Zwetschgen an der Reihe

Das war ein sehr produktiver Tag, der mit dem „Wachstumswetter“ draußen korrespondierte. Wachstumswetter deshalb, weil die mäßigere, dennoch warme Temperatur und der zeitweilige Regen für alles, was grünt und aktuell reift, einen Katalysator darstellt. Gut für die noch anstehenden Erntevorhaben. V. hat heute die zuletzt gepflückten Zwetschgen entkernt, M. hat Hefeteig für 5 Bleche zubereitet und ich habe die Bleche wie immer in solchen Fällen dicht belegt. Damit sind es 5 weitere Obstkuchen, diesmal mit Zwetschgen, die unsere Spätsommerbilanz bereichern und die größtenteils wieder eingefroren werden. Ich schätze, es werden noch nicht die letzten gewesen sein. Aber insgesamt dürften wir jetzt schon mehr Obstkuchen mit eigenem Baumobst gebacken haben als jeweils sonst zuvor. Wohl ein Resultat des üppigen Obstjahrs, aber auch, weil wir gewisse Familientraditionen, die auch mit eigenen Obstbäumen und ihren Erträgen zu tun haben, ungewöhnlich intensiv haben aufleben lassen.

Jetzt reift alles gleichzeitig aus

Auch heute wieder: Pfirsiche, Nashis, Zwetschgen, Äpfel und Birnen. V. hat die noch übriggebliebenen Zwetschgen sowie je einen Eimer Äpfel und Birnen auf der Streuobstwiese in F. gepflückt bzw. aufgesammelt und mitgebracht. Die Nashis sind in diesem Jahr so zahlreich und jetzt auch schon reif, dass sie scharenweise vom Baum fallen. Auch die wird V. in den nächsten Tagen ernten müssen, damit sie noch gut verwertbar bleiben. Und die Pfirsiche unseres kleinen Gartenbaums haben seit meinem letzten Pflücken vor ein paar Tage noch einmal an Reife gewonnen, so dass ich am Abend noch einen Eimer mit ziemlich ausgereiften Exemplaren pflücken konnte. Ich schätze, ich werde bis zum Wochenende doch noch einmal zwei Bleche backen müssen, auf denen die Pfirsiche bevorzugt zum Einsatz kommen. Das Rezept hat jedenfalls verbreitet Anklang gefunden. Da macht es Sinn, die Aktion zu wiederholen, umso mehr eingefrorene Obstkuchenvorräte können wir anlegen.

Ungewöhnlich lang anhaltende Baumobstthemen

Toll, dass Ende August der Sommer wieder einen neuen Anlauf nimmt und ein Licht, eine Wärme und eine Atmosphäre herbeizaubert, die urlaubstypischer nicht sein könnte. Das war nach einigen trüben Tagen und abgekühlten Temperaturen nicht unbedingt zu erwarten gewesen. Es wird auch wieder umschlagen und moderater werden, aber solche Spitzentage sind eine willkommene Entschädigung für zu lange Phasen der sommerlichen Unterbrechung, die wir im Verlauf des Juli und August erlebt haben. Ganz gut ist das Wechselhaft für die ohnehin vitalen Obstbäume und ihre Früchte. Die profitieren von der Sonne, wenn sie denn so intensiv scheint wie heute, und von den Regenphasen zwischendurch, die die Früchte größer und saftiger werden lassen. Es scheint, dass das Thema der Baumobsternte aufgrund des guten Obstjahres, aber auch der günstigen Entwicklung des Wetters gerade jetzt in der Erntezeit, in diesem Jahr ein ungewöhnlich ausgeprägtes und lang andauerndes werden könnte.

Die Entwicklung von Sprache im Zeitverlauf zu beobachten bleibt unverzichtbar

Ein erholsamer Sonntag, an dem ich dann doch noch zum Lesen gekommen bin. Das kommt immer noch zu kurz, ist aber manchmal trotzdem realisierbar. Für mich wie ein Luxus. Mit Lesen meine ich natürlich eine Lektüre, die nichts mit den kommunikativen Projekten zu tun hat, sondern mit Themen, die mich darüber hinaus beschäftigen, und natürlich mit der Sprache an sich. Ganz ohne diese Form der Beschäftigung mit Sprache würde etwas fehlen und das würde sich auch negativ auf meine kommunikative Arbeit auswirken, in der Sprache immer noch die Hauptrolle spielt. Da kann ich Entwicklungen nicht ignorieren oder zu sehr vernachlässigen, sie mitzuverfolgen. Denn auch die Sprache wandelt sich mit den Zeitumständen und den Menschen, die älter werden sowie mit neuen, die hinzukommen. Es ist auch gut, dass sich meine Lektüre und meine verarbeiteten Themen nicht nur auf ein Thema konzentrieren, z. B. nicht nur auf die Bäume und ihre Symbolik, sondern sehr viel breiter angelegt sind.

Einfach ein gutes Pfirsichkuchen-Rezept

Den seit Tagen geplanten Pfirsichkuchen habe ich heute gebacken. Die nötige Zahl reifer Pfirsiche hatte ich an den Vortagen schon gepflückt. Dabei hat sich herausgestellt, dass ich die Menge ganz richtig eingeschätzt hatte. Es sind nur wenige übrige geblieben, nachdem ich die Hälften auf den Teig der 2 großen Kuchenbleche verteilt hatte. Das ist auch optisch ganz hübsch, mit den konkaven Flächen nach oben und der Schmand-Eierlikör-Füllung, die zwischen Pfirsich-Hubbeln herum gegossen wird und im Ofen dann später stockt. Geschmacklich ist das sehr stimmig, obwohl das Rezept des Rührteigs, der auf ein Blechausgestrichen und dann mit den Früchtehälften belegt wird, eigentlich für eine Mischung aus Äpfeln und Zwetschgen ausgelegt ist. Ich hatte es aber schon vor einigen Jahren auf Pfirsichbelag umgemünzt und finde, dass das noch viel besser passt – optisch und erst recht geschmacklich. Zwei Blech sind natürlich zu viel auf einmal. Deshalb werde ich den größeren Teil, in portionierte Stück geschnitten einfrieren, so dass wir mindestens noch dreimal in den Genuss des leckeren Pfirsichkuchens kommen werden. Bevorzugt in deiner Jahreszeit, in der man normalerweise nicht mehr an Pfirsiche oder Obsternte denkt.

Ideal eines ausgeglichenen Arbeitstags

Das war wieder einmal ein sehr ausgeglichener Arbeitstag. Fast so, wie ich mir das idealerweise vorstelle, mit kreativer Projektarbeit am Vormittag und einer kunsthandwerklichen Arbeit am Nachmittag. Gegen Abend sind dann noch die um diese Jahreszeit obligatorischen Gartenarbeitsroutinen hinzugekommen. Das ist so ein Ideal, das ich so ausgewogen nur gelegentlich realisieren kann. Aber im Sommer ist es wahrscheinlicher, da eben dann das Nebeneinander von Inhouse und Outdoor-Arbeiten möglich ist. Im Winter sind die kunsthandwerklichen Anteile zeitweise zwar auch parallel recht ausgeprägt. Aber dann ist das auch notwendigerweise indoor und die Kombination bzw. Abwechslung folglich nicht so gleichgewichtig.

Ein ausgefüllter Baum-Einundzwanzigster

Eigentlich wieder gut, dieser Einundzwanzigste, weil ich einiges abschließen und konzentriert an anderen Projekten weiterarbeiten konnte. Außerdem hatte ich Nachmittag wieder Gelegenheit, kunsthandwerklich zu arbeiten. Und damit den Baumarten des keltischen Baumkreises und der Symbolik der Lebensbäume erneut zu begegnen. Das ist immer wieder spannend, auch nach ca. 25 Jahren, die ich mich schon mit dem Themenfeld beschäftige. Auch Baumobst war wieder ein Thema an diesem wieder sonnenreichen Spätsommertag. Ich habe es mir nicht nehmen lassen, einen Eimer voll Pfirsiche von unserem kleinen Baum zu pflücken. Das war möglich, weil V. die Stehleiter mitgebracht hatte, denn anders sind die Früchte an diesem noch jungen Baum mit schwachem Stamm, ausladenden Ästen und hoffnungslos mit Fruchtgewichten überladenen Zweigen nicht zu erreichen. Das Problem ist bei aller Üppigkeit der Frucht und den Vielzahl der Pfirsiche, dass sie nicht richtig ausreifen wollen. Wenn sie einmal wirklich reif sind, waren meist die Wespen schon dran gewesen und haben Löcher reingefressen. Eigentlich wären weniger, gut ausgereifte Früchte besser als diese Überzahl an etwas zu kleinen und nicht vollreifen Pfirsiche.

Sommerliches Regenintermezzo und Fortsetzung der Baumthemenkommunikation

Schade, das war der erste ziemlich sonnenlose Tag seit zwei Wochen. Und immerhin hats ein wenig geregnet, was mir einmal das Blumengießen erspart hat. Aber ab morgen wird es wohl wieder notwendig sein. Ich habe neben vielen Projektarbeiten am Nachmittag einen lang nicht mehr gewesenen Ausflug nach L. gemacht. Ein Überlandfahrt, die selbst bei trübem Wetter einen gewissen Reiz hat und wie eine Auszeit wirkt, irgendwie erholsam. Das ist nach hektischen und ruhelosen Arbeitswochen auch mal ganz willkommen. Unterdessen setzen sich gesprächsweise und auch praktisch unsere Baumobstthemen und die Verarbeitung des Baumobstes eigentlich jeden Tag aufs Neue fort. Auch im Gespräch mit Externen ist das immer wieder ein Thema, das so schnell nicht abreißen wird. Morgen werde ich mich voraussichtlich auf anderer Grundlage den Bäumen widmen, eine private Manufakturarbeit rund um den Baumkreis. Vielleicht wird das auch in der nächsten Auftragsarbeit nach langer Unterbrechung solcher Anfragen im Mittelpunkt stehen.

Unerschöpfliche Baum-Thematik

Wieder so ein übervoller Arbeitstag, an dem kaum einmal Luftholen möglich ist. Aber die Baum- und Ernte-Themen laufen trotzdem parallel bei uns allen weiter. Aktuell gehts um die Pfirsiche, aber auch um Nachbereitung und Einschätzungen zu der Verarbeitung der Maulbeeren. Auch gibts erneute Bewegung bei Interessenten für Erzeugnisse der Wunschbaum-Manufaktur. So gehen mir die Baumthemen trotz der uferlosen Geschäftigkeit an verschiedenen Fronten nicht aus – gut so.

Persönliches Baumtagebuch von Bernhard Lux: Täglich begegne ich den Bäumen auf vielfältigen Wegen. An ihrem jeweiligen Standort in der Natur, in der Lektüre von Baum- und anderer Literatur, in der alltäglichen Reflexion, der handwerklichen Arbeit und im Gespräch mit der Familie oder Freunden und Kollegen. Es ist mir ein Bedürfnis, diese themenbezogenen Beobachtungen, Interaktionen und Kommunikationen in Form des Baumtagebuchs zu dokumentieren. Seit dem 20. November 2004 habe ich keinen einzigen Tag ausgelassen – ein Zeichen dafür, dass das Baumthema und der Baum als Archetypus tatsächlich im Alltagsleben verankert ist und vielfältige inhaltliche Assoziationen ermöglicht. So mag dieses Baumtagebuch jeden seiner Leser/innen auf die Spur einer je eigenen Beziehung zu den Bäumen führen.