Stille Tage

Es ist die Möglichkeit, einmal ganz ruhig und still den Tag zu verleben, die ich an den Feiertagen schätze und ganz besonders an einem solchen Karfreitag, an dem die Ruhe innen von einer ruhigen sonnenreichen Atmosphäre draußen begleitet war. Anders als an nicht feiertäglichen Sonntagen hat es mich heute so gar nicht zu einer Exkursion oder einem Spaziergang gedrängt. Ganz bei sich und der Familie bleiben, scheint mir an einem solchen christlichen Feiertag angemessener und stimmiger. Das Grün da draußen, das Licht und das überall spürbare Drängen, Wachsen und Blühen bei den Bäumen und anderen Pflanzen ist mir ein Trost und nimmt die Symbolik des Osterfestes vorweg. Gut, dass uns diese stillen Tage vergönnt sind.

Zuversicht und Vertrauen

Zuversicht und Vertrauen sind Einstellungen, die ich mir gelegentlich erarbeiten, an die ich mich auch einmal erinnern muss. Heute durfte ich erneut erleben, dass zuversichtliches Denken richtig sein kann, ohne unvorsichtig oder naiv zu werden. Solche bestätigenden Erlebnisse sind dann ein Auftrieb, der für mich sehr stimmig ist zum Osterfest. Überhaupt finde ich es erstrebenswert, die eigentlichen Bedeutungen der Feiertage ins Bewusstsein zu bringen und je individuell auch erlebbar zu machen. Das Symbolische und christlich Sinnhafte des Osterfestes spielt für unsere Familie so immer wieder eine wirkliche Rolle, die überhaupt nicht aufdringlich daher kommt, die einem ehrlichen tradierten Bedürfnis entspricht. Dass ich während der Karwoche das erste richtige Manufakturprojekt dieses Jahres abschließen konnte, reiht sich in die sinnstiftenden Erlebnisse dieser Tage ein. Und die Voraussicht auf die Zufriedenheit und Wertschätzung der Träger trägt die Aufbruchgesinnung über Ostern hinaus in die gesamte Frühlingszeit.

Einleitung der Freiluftsaison

Jetzt habe ich auch den ersten Keimling beim Rizinus entdeckt. Die Samen brauchen erfahrungsgemäß sehr lange, die Blindgängerquote einmal abgerechnet. Aber ich bin doch zuversichtlich, dass in den nächsten zwei Wochen noch einige weitere folgen werden. So viel Licht und Wärme, das sollte ihnen ein Ansporn sein. Die Sonnenblumenpflänzchen werde ich am Wochenende bereits umtopfen können, in die bereits vorbereiteten größeren Blumentöpfe. Und bis dahin sollten auch die bestellten Strohblumensamen eingetroffen sein. So geht die Sommergartenarbeit in die nächste Runde. Die aktuelle Holzarbeit mit Eiche, Esskastanie und Walnussbaum werde ich voraussichtlich vorher schon abschließen können. Dann bleibt Freiraum für das erste Reinemachen im Gartenbereich, damit wir die Freiluftsaison auch praktisch demnächst einleiten können.

Starke Hölzer

Das handwerkliche Arbeiten im Freien, bei diesem tollen Licht und der wärmenden Sonne im Rücken am Nachmittag, macht jetzt wieder richtig Spaß. So im direkten Umfeld des Gartens, in dem die Gehölze Blattknospen gebildet haben oder schon kurz davor stehen, die jungen Blätter aufzufalten, in dem wir zahlreiche Pflanztöpfe für unsere derzeit noch auf der Fensterbank vorgezogenen Pflanzen vorbereitet haben, in dem es langsam aber deutlich, schon durch die anhaltende Sonne befördert, immer grüner wird. Es sind drei Klassiker, mit denen ich aktuell arbeite. Eiche, wegen der Konzentration auf die Frühlingstagundnachtgleiche, eher selten angefragt, aber natürlich sehr energiegeladen und spannend in der Bearbeitung. Die Esskastanie, die schon durch die Einheit der Differenz von markanter Ausdrucksstärke und zerbrechlicher Mikrostruktur immer eine Herausforderung darstellt. Und der Walnussbaum, für mich ohnehin eine der spannendsten Arten unserer heimischen Bäume bzw. Holzarten. Drei Holzarten für drei spätere Träger. Ich freue mich, mit dieser kraftvollen Kombination in die neue Saison starten zu können.

Lichtreiche Karwoche

Es ist nicht das erste Mal, dass wir in der Karwoche so schönes frühsommerliches Wetter hatten. Aber dass dies die ganze Woche so zu bleiben scheint, freut mich besonders. Es gibt den Menschen einen Auftrieb, der von außen kommt, etwas, das man in diesen Tagen besonders gerne auf sich wirken lässt, wo sich das Leben ansonsten so unsicher und fremdbestimmt darstellt. Passend zu der ersten länger anhaltenden Frühlingsphase konnte ich heute die Saison der Holzarbeit eröffnen. Streng genommen startete die bereit vor einigen Wochen, aber in gewohnter Form erst jetzt. Das Licht und die Sonnenwärme schlagen hier nicht zum ersten Mal durch, wirken sich auf die Motivation der Interessenten aus und lassen die Arbeit an den Projekten besonders leicht von der Hand gehen. Das ist eine schöne diese Projektarbeitswoche begleitende Handarbeit, die ich vielleicht schon in dieser Woche auch abschließen kann.

Ein etwas anderer Palmsonntag

Pastor M. hatte sich auf Ms Bitte hin bereit erklärt, unsere im eigenen Garten geschnittenen Palmzweige außerhalb der offiziellen und dieses Jahr ja nicht stattfindenden Palmsonntagszeremonie zu segnen. Das war uns wichtig, damit wir der Tradition nachkommen und an allen Türkreuzen im Haus die letztjährigen vertrockneten durch frische gesegnete Buchsbaumzeige austauschen konnten. In diesem Jahr ist wegen der Krise eben alles anders, auch die Traditionen können nicht in gewohnter Form gepflegt werden. Dennoch hatte der Sonntag den auch sonst empfundenen Feiertagscharakter und trug eine gewissen Feierlichkeit in meiner Wahrnehmung in sich. Am Nachmittag hat es unabhängig davon viele Menschen ins Freie gezogen, meist diszipliziert mit Abstand, aber eben mit dem erkennbaren Drang, sich endlich einmal wieder länger an frischer Luft bewegen und das wunderbare Licht genießen zu können. Bei solchem Sonnenlicht erscheint vieles in eindrucksvollem Licht. In der hiesigen Baumlandschaft waren es vor allem die Spitzahorne mit ihren filigranen Blüten, die es mir heute sehr angetan haben. Erstmals ist es mir auch gelungen, einen ganzen Zweig in verschiedenen fotografischen Einstellungen festzuhalten, mit durchaus zufriedenstellender technischer Qualität.

Spitzahornblütenzweig im Frühlng

Sonnenreicher Aprilanfang

Diese ersten Apriltage sind ungewöhnlich lichtreich. Das ist gut für die Seele, aber auch gut für unsere gerade ausgesäten Fensterbank-Pflanzen. Immerhin sind die Riesensonnenblumen, passend zur Sonneneinstrahlung, sehr schnell gekommen und können nächste Woche schon von der kleinen Pflanzschale vereinzelt in größere Pflanztöpfe umgesetzt werden. Die Töpfe bzw. Erde dafür habe ich heute schon vorbereitet. Das Umsetzen geht dann recht schnell, da sich die einzelne Pflanze aus den konisch geformten Einzelelementen der Schale sehr gut herausdrücken lassen. Die Rizinussamen, die ich recht tief eingesetzt hatte, sind noch nicht an die Oberfläche gekommen, was aber der Erfahrung der Vorjahre entspricht. Die Blindgängerquote bei dieser Art ist recht hoch, und außerdem brauche die keimfähigen Kerne meist mehrere Wochen, bis es soweit ist. Ich hoffe, am Ende aber 4-5 gute Exemplare gewinnen zu können, für unseren Garten und für J. und W., die ebenfalls an den Wunderbäumen gefallen gefunden haben. In Sachen Gartenarbeit stehen wir allerdings erst am Anfang. Nach den Sonnenblumen geht an die größeren Pflanzkübel, die noch frische Erde und Dünger benötigen. Und dann sollten auch die noch auszusäenden Strohblumen und die jungen Chilipflänzchen so weit sein.

Bau(m)holztexturen

Meine neuesten Material-Oberflächen-Fotografien sind wirklich besonders, sehr differenziert und dank einer guten Auswahl, einer ruhigen Hand und der Verwendung des sensationell scharfen Makroobjektivs auch technisch erstklassig gelungen. Ich bin gespannt, ob die zwei Bauholz-Oberflächendetails und die beiden metallischen Oberflächenstrukturen akzeptiert werden. Als Illustrationshintergründe scheinen sie mir sehr geeignet und sicherlich auch vielseitig einsetzbar. Selbst erstaunt bin ich über den Detailreichtum dieser Aufnahmen, die mir nicht immer in dieser Form gelingen.

Bauholztextur mit Quarzsand und Zementanhaftungen
Bauholzhintergrund mit Quarzsand und Zementanhaftungen

Weiße und grüne Frühlingszeichen

Schön, dass sich die Sonne in den April hinübergerettet hat und uns der Frühling erkennbar entgegentritt. Heute haben es mir die immer noch in voller Blüte stehenden Schlehdornhecken mit ihrem strahlenden Weiß angetan. Und die zwar unauffälligeren, aber in ihrer filigranen Form einzigartigen Blüten des Spitzahorns. Aber ich konnte auch bei der immer gleichen Mittagsrunde interessante Oberflächenstrukturen entdecken, die mein Portfolio fotografischer Hintergründe und Texturen erweitern.

Spitzahornblütenzweig

Wenn der Frühling sich anbahnt

Ich bin ganz zuversichtlich, dass der Frühling sich bald durchgesetzt hat. Das konstante Licht, die kühlen Nächte und immer wärmer werdenden Tage. Die wachsende Zahl der Baum- und Straucharten, die Blütenknospen ansetzen und sie teilweise schon geöffnet haben. Da tastet sich die Vegetation an den Frühling heran und wartet nur noch auf mehr Sicherheit, um es wagen zu können und damit das Blühen, Grünen und Fruchten auch einigermaßen gefahrlos sich entwickeln kann. Für uns Menschen ist das ohnehin das Aufbauendste und Wichtigste, was uns in diesen Tagen geschehen kann, die so ungewohnt und lähmend von verordneter Bewegungseinschränkung geprägt sind. Immerhin isolierte Exkursionen sind möglich, so dass die Zeichen des Frühlings nicht an niemandem, der sich bewegen kann, vorübergehe müssen.

Unwahrscheinliche Entwicklungen

Ein intensiver Arbeitstag, an dem sich die Krise latent fortsetzt und zu einer unwahrscheinlichen Gewohnheit zu werden scheint. Kaum absehbar, wie sich das längerfristig auf die Motivation der Menschen auswirkt, wenn man sich dauerhaft im Überlebensmodus bewegt und danach verhält. Ich freue mich, dass ich mit meinen jüngsten Microstock-Ergänzungen insgesamt gute Resonanz gefunden habe, solche kreativen Highlights sind mir eine aufbauende Bestätigung. Darunter sind viele Materialstrukturbilder, vor allem von Holzstrukturen, aber auch aus dem Motivfeld der Kunststoffrecycling-Konzepte. Nachholbedarf habe ich noch bei den Baumdetails, hoffe aber, dass mir im Laufe des Baumfrühlings neue Aufnahmen gelingen, was gerade bei den Baumblüten nicht einfach ist. Spitzahorn und Weißdorn sind da aber grundsätzlich geeignete Kandidaten.

Der Vorzug längerer Zyklen

Geduld ist in dieser außergewöhnlichen Situation angesagt. Auch wenn das die Menschen zunehmend einschläfert und unwillig macht. Aber selbst mediale Vereinseitigungen abgerechnet gibt es wohl keine Alternative zu dieser Selbstbeschränkung und zum Social Distancing, das eigentlich ein Physical Distancing darstellt. Das hat Auswirkungen, die man sich nur schrittweise ganz klar macht. Zum Beispiel für alle, die mit Pflanzen arbeiten, die Blumenzüchter beispielsweise. Nicht nur fallen viele Gelegenheiten weg, bei denen Blumen benötigt werden, was die Nachfrage stark schrumpfen lässt. Vor allem haben die Pflanzen ja ihr Wachstum schon begonnen und müssen jetzt mit allen Mitteln vom regulären Weiterwachsen abgehalten werden. Durch Reduktion des Lichts, Absenken der Umgebungstemperatur u. ä. Aber das funktioniert natürlich nur eine Zeit lang. In der Hinsicht haben es die Bäume vergleichsweise gut, weil sie ihre Entwicklung auf längere Zyklen ausgelegt haben und sich wenn noch möglich an den Jahreszeiten orientieren. Kurzfristige Verwendungen spielen da eine untergeordnete Rolle. Nur auf den Erwerb junger Bäumchen in der Baumschule dürfte sich die Krise auswirken. Und damit auf alles, was das Bäume pflanzen symbolisch mit sich bringt. Es sind nicht gerade die Zeiten, in denen die vegetative Lebenssymbolik auf geeignete Rahmenbedingungen trifft.

Auf dass die Frühtracht erfolgreich ausfällt

Immerhin entschädigt uns der Ausgang des März durch wunderbar viel Sonne, wenn auch bei frostigen Nächten und kühlen Tagen. Aber das Licht ist den Menschen viel wert. Da ist der Spaziergang besonders geeignet, Energie zu tanken, den Kopf freizumachen, gerade in diesen Tagen, in denen die Bewegungsfreiheit notgedrungen eingeschränkt ist. Ich wünsche mir eine Fortsetzung dieses Wetters, auch damit ich die Entwicklung der aufblühenden Baumlandschaft besser beobachten kann. Der Schlehdorn ist jetzt schon am Abblühen, der Spitzahorn ist in voller Blüte, und beim Weißdorn drängen die aktuell noch geschlossenen Blütenknospen danach, sich zu öffnen. Der Weißdorn ist aber immer besonders vorsichtig und lässt sich von den kühlen Nächten bisher noch abhalten. Er muss mehr Sicherheit gewinnen, um das Öffnen der zarten Blütenblätter zu wagen. Für V. ist das von besonderer Bedeutung, da der Weißdorn wesentlich zu unserer Frühtracht beiträgt. Eine Beimischung von Ahorn ist immer auch dabei, zumal direkt vor dem Bienenhaus eine ganze Allee von Ahornen gepflanzt wurde. Aber der Weißdorn ist das Wesentliche für den frühen Honig, etwas später noch ergänzt durch die Apfelblüte. Wäre schon, wenn in dieser Saison bei den recht stark über den Winter gekommenen Bienenvölkern auch das Wetter und die Abfolge der versetzt blühenden Arten ohne große Ausreißer und damit ergiebig sein wird. Zu oft wurde der Ertrag in den Vorjahren durch Chaoswetter oder Komplettausfälle wegen Frost oder Dauerregen stark reduziert. Zeit für einen neuen Erfolg.

Noch Zeit für die Gartenarbeit

Gut, dass ich den Maulbeerbaum gestern zurückgeschnitten habe. Heute war es zwar immer noch überwiegend sonnig, aber deutlich kühler. Die Arbeit wäre nicht ganz so leicht von der Hand gegangen. So konnte ich nach dem Backen eines unserer traditionellen Lieblingskuchen auch noch einige Zeit in die Gartenarbeit stecken. Einige Pflanztöpfe des Vorjahres waren noch nicht von ihrer verbrauchten Erde befreit. Die Petersilie, die wir alle so lieben, konnte ich nachträglich noch aussähen, um in einem zweiten Anlauf den Versuch auf der Fensterbank zu wagen. Die Freiluftaufzucht hatte zuletzt weniger gut funktioniert. Und da ich ohnehin täglich mit dem Gießen der Sonnenblumen, Rizinussamen und Chilisamen beschäftigt bin, kann ich das in einem Rutsch miterledigen. Wäre schön, wenn wir auf die Art unser Reservoir frische Kräuter erweitern könnten.

Persönliches Baumtagebuch von Bernhard Lux: Täglich begegne ich den Bäumen auf vielfältigen Wegen. An ihrem jeweiligen Standort in der Natur, in der Lektüre von Baum- und anderer Literatur, in der alltäglichen Reflexion, der handwerklichen Arbeit und im Gespräch mit der Familie oder Freunden und Kollegen. Es ist mir ein Bedürfnis, diese themenbezogenen Beobachtungen, Interaktionen und Kommunikationen in Form des Baumtagebuchs zu dokumentieren. Seit dem 20. November 2004 habe ich keinen einzigen Tag ausgelassen – ein Zeichen dafür, dass das Baumthema und der Baum als Archetypus tatsächlich im Alltagsleben verankert ist und vielfältige inhaltliche Assoziationen ermöglicht. So mag dieses Baumtagebuch jeden seiner Leser/innen auf die Spur einer je eigenen Beziehung zu den Bäumen führen.