Neue Kanteln

Gut, jetzt sind alle Weißdornabschnitte gerettet. Und werden hoffentlich schneller trocknen. Andere, etwas ältere Stücke habe ich in Kantelform gesägt, das letzte Stadium, bevor ich sie vielleicht in 3 Monaten verarbeiten kann. Bei den frischen Trompetenbaumkanteln könnte es sogar etwas schneller gehen. Das Holz ist ziemlich porenreich, da ist mit einer kürzeren Trockenzeit zu rechnen. Und einige helle Holunderstücke sind auch schon fast verarbeitungsfähig. Sieht so aus, dass im Herbst einige Neuproduktionen anstehen, die mein Sortiment im Bereich Wunschbaum-Armbänder wieder ausweitet. Vorher muss ich noch die zahlreichen Partner-Armband-Kombinationen abbilden, die sich in den letzten Monaten angesammelt haben. Also wieder etwas Zeit reservieren für die freistellende Bildbearbeitung.

Wieder Weißdorn

Ein sehr wohltuendes Sommerklima. So ist es mir trotz des späten Starts am Nachmittag nicht schwer gefallen, das Armbandprojekt doch heute schon abzuschließen. Gut so, denn dann bleibt der Samstag für andere Dinge. Zum Beispiel sind mir die stärkeren Abschnitte des Weißdorns, die ich vor einer Woche gesägt und eingewachst hatte, nun doch gerissen. Da hat dann auch die dicke Wachsschicht nichts genützt. Ich werde sie wohl teilen müssen, damit die Risse nicht unkontrolliert weitergehen. Das wäre einfach zu schade für das seltene Material.

Angenehmes Arbeitsklima

Wirklich schön ist das kunsthandwerkliche Arbeiten an diesen angenehm temperierten Sommertagen. So freue ich mich auf den zweiten Arbeitsschritt bei dem aktuellen Baumkreisarmband. Eine Gelegenheit, den charakteristischen Geruch aller Hölzer des Baumkreises in Erinnerung zu rufen. Und mit ihm die symbolischen Implikationen, die ich mit jeder Art verbinden kann und die von vielen Menschen geteilt werden. Bei den Streifzügen zwischendurch im Garten ist mir aufgefallen, dass einer unserer drei kleinen Gleditschien einen kräftigen Wachstumsschub hingelegt hat. Das ist vielleicht der einzige der mühsam hochgepäppelten Bäumchen, die tatsächlich einmal ein richtiger Baum werden könnten. Ansonsten hatten wir mit den Gleditschien bisher nicht das glücklichste Händchen. Sie scheinen etwas zu benötigen, was sie in unserem Garten und der Erde, in der sie gepflanzt sind, nicht in optimaler Zusammensetzung vorfinden. Vielleicht kommen wir noch dahinter.

Unverrückbares Selbstbewusstsein

Mir scheint, die Phase des rückläufigen Merkurs geht jetzt doch langsam ihrem Ende entgegen. Die Unentschlossenheit der letzten Monate weicht immer häufiger kurzen Momenten der Entschlusskraft. Die Menschen denken wieder an die Natur, denn der Sommer ist endlich als solcher erkennbar. Man schätzt nichts mehr als Eindeutigkeit, die in so vielen Lebensbereichen kaum noch wahrzunehmen ist. Meist sind es Möglichkeiten, Chancen, Ansätze, Entwicklungsmöglichkeiten, mit denen man es zu tun hat. Kaum mit Dingen, die klar, abgeschlossen oder von vorneherein nur in einer Richtung zu denken wären. Das kostet viel Energie, die in die oft mühsame Entscheidungsfindung, die Orientierung im Wust der Informationsangebote, dem Abwägen und Kalkulieren einfließt. Umso wichtiger wird da für mich und wohl viele Menschen die natürliche Umwelt, vor allem die Pflanzen, die in ihrem unverrückbaren Selbstbewusstsein den beschriebenen menschlichen Nöten etwas entgegensetzen. Das ist umso deutlicher erkennbar und als Ausgleich nutzbar, je eindeutiger die Jahreszeit ausfällt. Ein irgendwie erleichterndes Ereignis hat am Vormittag mein ärgerliches Thema der nicht angenommenen Armbandbestellung zweier wunderbarer Partner-Armbänder endgültig beendet. Das männliche Pendant des Kombinationsarmbandes ,,Tanne & Walnussbaum“ trägt jetzt ein indischer Priester, der mit einer Bekannten von M. zu Besuch war. Ich habe es ihm geschenkt, und ich hoffe, er wird viel Freude damit haben.

Brombeerzeit

Zeit der Brombeeren
Die Brombeersträucher präsentieren sich in diesen Tagen besonders charakteristisch. Denn sukzessive sich öffnende und wieder vergehende Blüten stehen gleichzeitig mit noch grünen Früchten am Strauch, neben dem kräftig dunkelgrünen Laub. Auf mich wirkt das immer wie der Ausdruck unbändiger Wuchsfreude, der über einen längeren Zeitraum, wahrscheinlich noch bis in den späten August hin zu beobachten ist. Und tatsächlich gehören die Brombeeren wohl zu den wuchsfreudigsten Gehölzen überhaupt. Wenn ich mich an die Literatur zur evolutionären Entwicklung der Pflanzen richtig erinnere, waren sie wohl auch schon sehr früh bei uns auf der Erde und haben ihre Lebensfreude und ihren Expansionsdrang bis heute nicht verloren. Eigentlich kommt das in jeder Fotografie einer Brombeerhecke zu Ausdruck. Heute habe ich mich für eine nicht ganz so nahe Aufnahme entschieden. Auch auf die Gefahr hin, dass Details darin nicht so gut erkennbar sind. Der quasi impressionistische Eindruck ist dennoch abzuleiten.

Mokka-Tage

Ein richtig schöner Sommertag, der den Namen verdient hat. Es erinnert mich an den langen heißen Sommer von vor ca. 10 Jahren, als M. nachmittags wochenlang auf dem Bett liegend gelesen hat. Da stimmten alle Bedingungen, eine Art Schwerelosigkeit, bei der man kein schlechtes Gewissen haben musste, weil es alle so wahrgenommen hatten. Es scheint, als ob sich solche Möglichkeiten überholt hätten. Als ob selbst die Auszeiten streng rationiert werden müssten, was ihnen dann auch gleich ihren möglichen Charme raubt. Ja, es ist schon eine schleichende Entzauberung am Werk, die ich nicht gut finden kann. So etwas wie die ,,Mokka-Tage“ während der Sommer meiner Kindheit, so nannte ich solche Tage wie heute, kann es in derselben Form wohl nicht mehr geben. Aber eine Ahnung davon habe ich schon noch, zuletzt auch praktisch erfahren zur Zeit meiner Arbeit in D., als ich während der heißen Mittagspause Abkühlung unter dem Spitzahorn des nahegelegenen Parks gesucht hatte.

Liebende Seelen

Der Antikmarkt in W. hat seit Jahren immer Glück mit dem Wetter. Auch heute wieder ein wunderbar sonniges Klima. Unter den um den Platz eng verteilten alten Linden ist das Flanieren aber dennoch angenehm. Die Händler allerdings hatten mit den massenhaft aus den Kronen heruntergleitenden Lindensamen so ihre Probleme, die sich über allen Ständen ausgebreitet haben und auch Reihen der Stände selbst in eine irgendwie aus der Zeit gefallene Szene verwandelt haben. Neben einigen kleinen Weihnachtsgeschenken hatte ich das Glück, wieder auf einige interessante historische Postkarten aus der Zeit zwischen dem Anfang des 20. Jahrhunderts und dem zweiten Weltkrieg zu stoßen. Darunter auch eine Karte, die eines meiner favorisierten Motive mit einer Frau in flehender/betender Geste zeigt. Aber es gibt immer auch Motive, in denen der Baum eine symbolische Rolle spielt. Dieses hier von 1911 ist einmal eines, in dem die Rindenritzzeichen zweier Liebender als Symbol der immerwährenden Verbundenheit im Mittelpunkt stehen:
Postkarte Liebende Seelen

Sägetag

Ich hätte nicht gedacht, dass die Sägearbeiten fast den ganzen Tag beanspruchen. Aber tatsächlich war der Vormittag schon mit dem Brennholz ausgefüllt. Und am Nachmittag bin ich zum einen die Weißdornabschnitte und zum anderen meine bereits angetrockneten Holunderstücke angegangen. Letztere sind jetzt an ihrer letzten Lagerstätte angekommen. Und der Weißdorn hat sich als sehr ergiebig herausgestellt. Ich habe die Stücke zunächst etwas größer gelassen und will sie nur dann weiter teilen, wenn sich ein zu starkes Reißen abzeichnen sollte. Um der Gefahr vorzubeugen, habe ich sie diesmal besonders sorgfältig und mindestens 5-6 Mal ins Wachsbad getaucht. Mehr geht nicht mehr. Ich freue mich darauf, Ende des Jahres den Weißdorn wieder unter den Wunschbaumarmbändern anbieten zu können.

Wieder genug Weißdorn

Der Efeu wuchert fröhlich weiter, so dass ich gezwungen war, noch ein wenig nachzuschneiden. Nach der arbeitsreichen Woche freue ich mich auf die Sägearbeiten, die wir uns vor morgen vorgenommen haben. Eine erste Ladung Brennholz für den Winter. Das Gute ist, dass nicht nur Fichte darunter ist, auch einige für den Holzbrand geeignetere Bäume sind auch darunter. Bei der Gelegenheit will ich auch die drei Abschnitte vom Weißdorn aufsägen und wachsen, damit sie langsam trocknen können. Ich freue mich sehr, dann genügend Material zu haben, um demnächst den Weißdorn unter meinen Wunschbaum-Armbändern regulär anbieten zu können. Zuletzt hatte ich die Auswahl ausgeklammert, da mir das letzte Stück ausgegangen war.

Erste Maulbeeren

Vom V-Newsletter ist künftig wohl nur noch in Ausnahmefällen viel zu erwarten. Nachdem das etwa zwei Jahre lang richtig spannend war, fällt die Auswahl seit der Umstellung des Systems sehr mager aus und ist vor allem völlig unspezifisch. Die Behauptung, sie orientiere sich an der eigenen Bestell- und Rezensionshistorie, stimmt schlichtweg nicht, wie eigentlich alle Teilnehmer immer wieder berichten. So bleibt das Verfahren unbegreiflich, und die kleine Erwartung, ab und zu auch mal wieder etwas beurteilen zu dürfen, das im Interessengebiet liegt, zum Beispiel Fotografie oder Grafiksoftware. Am Abend habe ich mit V. meinen Maulbeerbaum besucht. Er ist seit dem Vorjahr tatsächlich enorm gewachsen, hat vor allem seine Krone ausgebreitet, die jetzt schon bis über den Zaun reicht. Für einen so jungen Baum mit noch so schmalem Stamm ist das außerordentlich. Am schönsten ist natürlich, neben dem kräftigen Wachstum, dass er zum ersten Mal viele Früchte trägt. Die sind zwar noch klein, aber dafür umso zahlreicher. Sie schmecken nur leicht süß, mit einer ganz feinen grün-säuerlichen Note. Direkt vom Baum gegessen macht das einfach Freude. Vielleicht werden die Maulbeeren ja noch größer, wenn der Baum älter geworden ist. Gegenwärtig freue ich mich einfach, dass er sich so prächtig entwickelt hat.

Nachträgliche Auflösung

Es ist schön, dass die unangenehme Erfahrung mit einem nicht zahlungswilligen Armbandbesteller vom Frühjahr nun doch noch so eine Art Auflösung gefunden hat. Von dem Herrn habe ich zwar nie mehr gehört, aber eines der beiden Armbänder haben wir jetzt in ein Geschenk umgewandelt. Ms Freundin, die es zum Geburtstag erhalten wird, hat eines der Hölzer tatsächlich als Lebensbaum. So macht es sogar inhaltlich Sinn. Und sehr schön und dekorativ ist die Kombination von Tanne und Kaukasischer Walnuss ohnehin. Das andere werde ich einfach selbst tragen oder als Demonstrationsobjekt verwenden.

Projektabschluss

Nun habe ich mit Erschrecken festgestellt, dass für diesen Tag ein Eintrag in meinen Aufzeichnungen fehlt. Dabei hätte ich schwören können, einen Text geschrieben zu haben. Genau kann ich mich aber nicht erinnern. So bleibt mir nur, den Eindruck von gestern zu rekonstruieren. Der Tag stand unter dem Eindruck eines Projektabschlusses. Eines, das monatelang brachlag und nun zu Ende gebracht werden konnte. Bei Besuch des Kunden wegen einer letzten Korrektur konnte ich eine seiner neuen künstlerischen Arbeiten sehen, die demnächst ebenfalls auf der neuen Seite gezeigt werden soll. Wie verschiedenes von ihm wieder eine Kombination von Holz und Stein. Eine schöne Arbeit, die mir Anlass geben wird, in Kürze einmal selbst vernünftige Nahaufnahmen zur Verwendung auf der Seite zu erstellen. Damit könnte ein Weg aufgezeichnet werden, die Qualität der Abbildungen zu verbessern und damit auch der Website insgesamt eine dem Gegenstand angemessenere Anmutung zu verleihen.

Schöner arbeitsreicher Sommer

Das war doch mal ein schöner Auftakt für den Juli. Endlich mal durchgehend so etwas wie Sommerklima. Und auch nicht zu heiß, so dass sich draußen Bewegen auch noch angenehm wirkt. Das motiviert, jedenfalls nach einer kurzen Gewöhnungsphase, und so ging die Arbeit heute auch sehr gut von der Hand. Mit einigen Ansatzpunkten für weitere Projekte. Es sollte mich wundern, wenn das nicht ein arbeitsreicher Sommer wird. Gut so, denn das Arbeiten während des Hochsommers habe ich immer sehr gemocht, auch schon zu Ks Zeiten und erst Recht während meiner Zeit in B. Wenn der Sommer dann stabil ist, werden die Menschen sich auch wieder mehr mit den Bäumen und ihrer Symbolik beschäftigen. Derzeit sind sie noch zu stark abgelenkt. Es bedarf einer Art Konzentration und Ruhe, um den Bäumen und dem, was sie uns bieten können, gerecht zu werden.

Gespannte Erwartung

Immer noch eine Art Übergangszeit, aber man spürt, dass der Sommer zurückkommen wird. V. schwärmt von der Aktivität seiner Bienen, die solches Wetter offenbar lieben, das lässt jetzt zumindest gute Erträge erwarten, immerhin. Beim Spaziergang heute habe ich ausnahmsweise mal auf den Fotoapparat verzichtet. Es gibt kaum reizvolle Motive. Vielleicht die noch grünen Zapfen der Erlen, ja, das wäre etwas gewesen. Aber man muss natürlich auch die richtige Stimmung mitbringen. Und die ist zurzeit einfach nicht klar genug. An ,,klaren“ Tagen kann man auch gute Ergebnisse erzielen. So war das eher ein Garten-Wochenende mit viel Ruhe, ein wenig Gartenarbeit und einer Art gespannter Erwartung in Bezug auf die kommende Woche.

Persönliches Baumtagebuch von Bernhard Lux: Täglich begegne ich den Bäumen auf vielfältigen Wegen. An ihrem jeweiligen Standort in der Natur, in der Lektüre von Baum- und anderer Literatur, in der alltäglichen Reflexion, der handwerklichen Arbeit und im Gespräch mit der Familie oder Freunden und Kollegen. Es ist mir ein Bedürfnis, diese themenbezogenen Beobachtungen, Interaktionen und Kommunikationen in Form des Baumtagebuchs zu dokumentieren. Seit dem 20. November 2004 habe ich keinen einzigen Tag ausgelassen – ein Zeichen dafür, dass das Baumthema und der Baum als Archetypus tatsächlich im Alltagsleben verankert ist und vielfältige inhaltliche Assoziationen ermöglicht. So mag dieses Baumtagebuch jeden seiner Leser/innen auf die Spur einer je eigenen Beziehung zu den Bäumen führen.