Sommerübergangszeit und Baumobsterwartung

Ein bisschen erschreckend, wie schnell der Hochsommer vorbei ist, kaum dass man ihn wahrgenommen hat. Es war zuletzt auch schwer, an das Sommerfeeling anzuknüpfen, das es schon mal über Wochen gab, das aber sprichwörtlich dann ins Wasser gefallen war. Und heute früh meinte Frau T. dann sogar, dass der Herbst schon in der Luft liege. So weit würde ich trotz der zeitweiligen Kühle nicht gehen. Aber man hat schon den Eindruck, der Hochsommer hat seinen Zenit überschritten und schwenkt nur auf die Reife- und Erntezeit ein. Immerhin verspricht das viel Ereignishaftes im Bereich der Obstbäume und des Baumobstes. Überhaupt bei allem, was wir in diesem Jahr auch in Sachen Gemüse angepflanzt haben. Und auch die Feigen entwickeln sich in diesem Sommer prächtig, was ihre Größe und Reife betrifft. Nur deren Anzahl ist nicht ganz so überragend. Immerhin, M. kann sich auf einige Wochen mit zeitweilig schönen großen Feigen frisch vom Baum freuen, die sich in Aussehen und Geschmack kaum von denen unterscheiden, die man im Kaufhaus bekommen kann und die aus der Türkei oder Italien importiert wurden. Wohl auch in Indiz für den kaum noch festzustellenden klimatischen Unterschied zwischen mediterranen Gebieten und unserem erhitzten Klima in Mitteleuropa.

Unsichere Erfolgsprognose bei manchen Obstbäumen

Gut, dass der Juli 31 Tage hat. Dann könnte die ganz große Enttäuschung nach diesem seltsamen Witterungsverlauf in Sachen Sonnenstundenbilanz doch noch ausfallen. Aber natürlich wird das ein dürftiges Resultat ergeben, das vielleicht an das den April heranreicht, aber nicht mehr. Das hätten wir nach den vielen extrem heißen und hochsommerlichen Wochen wohl nicht für möglich gehalten. Ich hoffe nur, dass es wenigstens den Obstbäumen gutgetan hat. Allerdings kann ich noch nicht feststellen, dass die Früchte z. B. des Pfirsichbaums wesentlich dicker geworden wären. Vor allem brauchen sie erfahrungsgemäß eben beides: Sonne und genug Wasser, um wirklich gut zu gedeihen. Der Erfolg ist also derzeit noch unsicher.

Erster Blick in Richtung Mirabellen

Jetzt sollte der Sommer aber doch endlich zurückkehren. Wir haben es jetzt satt, die Nässe, das wenige Sonnenlicht passt nicht zur Jahreszeit und dämpft die Stimmung spürbar. Ich hoffe, wir werden das durchhalten und mit neuem Mut durchstarten. Vielleicht begleitet von den nächsten Baumobst-Pflückungen. Die Mirabellen wären da geeignete Kandidaten. Bestimmt finden wir einen geeigneten Tag, um unser Lieblingsobst (nach den Maulbeeren) erstmals für diese Saison zu ernten.

Sommerliche Ausnahmen und heilende Innenschau

Nun ist es mir nach Wochen einmal wieder gelungen, einen Teil des Sonntags wirklich als Ruhetag freizuhalten. Nicht ganz einfach umzusetzen und ursprünglich auch nicht geplant. Aber ich meine, das musste einfach sein, damit das Ungleichgewicht nicht zu ausgeprägt wird. Und das ist schon immer, gerade aber in den letzten Jahren so ein Thema gewesen, an dem ich mich abarbeite und bei dem ich vielleicht die deutlichsten Fortschritte erreichen kann, wenn ich die Aufmerksamkeit darauf nicht schleifen lasse. Mit Naturthemen als Ausgleichsinhalte ist es in diesen Tagen wegen des ungewöhnlich miesen Hochsommerwetters ja auch nicht weit her. So konnte ich mich eigentlich nur im Garten bewegen und mich am vom Regen begünstigten Grün, der Bäume, des Weinlaubs und der Efeuhecken erfreuen, die an Ruhetagen noch einmal beruhigender wirken. Und die andere Ruhe ist dann vor allem im Inneren zu suchen und zu finden. Auch das natürlich ungewöhnlich für die Hochsommerzeit, in der die Ausrichtung mehr nach außen geht und normalerweise gehen muss. Aber manchmal kann man auch phasenweise die Winterzeit vorwegnehmen und eine heilende Innenschau pflegen.

Neues Equipment fürs Baumobst Pflücken

Aus der Besorgung bzw. Vorbereitung der nächsten Baumobstaktion ist heute leider nichts geworden. Eigentlich wollten wir eine neue, besonders hohe Standleiter besorgen, die beim Pflücken der Mirabellen in Kürze gute Dienste leisten könnte. Schon bei den Maulbeeren wäre die nützlich gewesen, habe ich doch auf der alten, sehr wackligen Leiter in den unteren Kronenregionen stehen und immer ein bisschen balancieren müssen, weil die nicht mehr stabil war und manchmal auch einseitig im Boden versank und dann kippte. Na ja, eine neue und höhere Leiter wäre da jedenfalls eine gute Lösung. Vielleicht können wir das ja in Kürze nachholen, wenn es V. wieder besser geht. Denn das Pflücken, gerade in diesem Jahr mit viel Obst, ist auch zeitraubend. Hilfsmittel sind da willkommen.

Sattes Grün als Entschädigung

Nach einer unruhigen Nacht hat sich dieser Tag als entspannender herausgestellt. Auch weil ich ziemlich durchgängig und ohne Ablenkung bei meinen Projekten bleiben konnte. Das ist etwas wert, vor allem, wenn die ganze Woche mit hektischen Wechseln von der einen Aufgabe zur nächsten geprägt war. Da ist der Blick durchs Fenster zwischendurch, auf die satt grünen Blätter der Weinreben und die schon langsam und nacheinander reifenden Weintrauben eine Freude. Überhaupt wuchert nach den Regentagen, die sich noch weiter fortsetzen sollen, zurzeit alles in gesättigten Grüntönen. Das ist zumindest optisch ein Genuss und entschädigt für die zeitweilige Kühle der Luft und den vielen Regenwolken, die die Sonne immer wieder vertreiben.

Ernüchternde Entwicklung des Sommers

Jetzt erinnert der Sommer doch sehr an den der beiden Vorjahre, die beide sehr verregnet waren. Gleich tauchen auch die Schnecken wieder auf, und die Pilze, die zwischen den Gemüsepflanzen und Blumen hervorsprießen. Es würde mir eigentlich reichen, nur sind noch mehrere Tage in diesem Stil vorhergesagt. Schade, wie sich dieser sommerliche Eindruck verschiebt, vor allem weil sich das so krass von dem unterscheidet, was wir schon erleben und im positiven Sinne schätzen konnten.

Die Energie von außen zurückerhalten

Noch so ein Tag. Und es scheint, dass der Hochsommer so schnell nicht zurückkommt. Seltsam, gerade auf seinem eigentlich vorgesehenen Höhepunkt. Die Bäume und Grünpflanzen werden es eine Weile noch mögen und schätzen. Aber wir Menschen hätte doch gerne wieder mehr Licht und Energie von außen zurück.

Warten auf die Rückkehr des Hochsommers

Ein arbeitsintensiver Tag, wieder einmal, der sehr spät endet. Ich sehne die handwerkliche Arbeit förmlich herbei. Aber das wird noch ein wenig auf sich warten lassen. So wie die Begegnung und kreative Beschäftigung mit den Bäumen. Ich freue mich darauf, und auf die Rückkehr des Hochsommers.

Ermutigende Highlights in zermürbenden Zeiten

Der Einundzwanzigste war gar nicht so schlecht. Etwas unruhiges Wetter und nicht ganz zum Hochsommer passend. Aber es sind auch neue Projekte ins Leben gerufen worden, und ich habe ganz gute und ehrliche Gespräche erlebt. Das ist doch schon mal klasse. Die regelmäßigere handwerkliche Arbeit mit Holz vermisse ich in diesen Wochen allerdings schon. Eigentlich ist das eine gute Zeit für dieses kunsthandwerkliche Arbeiten draußen, im Umfeld des Gartens. Aber die Menschen sind eben gerade sehr aufgeregt, unruhig, unsicher und haben Schwierigkeiten, eine Richtung und eine Mitte zu finden. Da sind die Grundvoraussetzungen für eine Aufmerksamkeit, die sich auf Symbolthemen richtet, nicht wirklich gegeben. Deshalb gestaltet sich zurzeit eher zäh. Aber es gibt zwischendurch auch immer wieder ermutigende Highlights.

Keine echter Ruhetag – wie so häufig in letzter Zeit

Der Sonntag ist nicht in der Form eines wirklichen Ruhetages diesmal abgelaufen. Das gefällt mir eigentlich nicht, zumal es in letzter Zeit zu wenige wirkliche Ruhetage für mich gab. Ich will versuchen, das im Laufe des Jahres wieder zu normalisieren und mehr Gleichgewicht bzw. Ausgleich herzustellen. Nur zurzeit ist das ganz schwierig zu realisieren. Ich hoffe, dass durch den heftigen Gewitterregen mit Hagel heute Nachmittag die Obstbäume, ihre Blüten und vor allem die jungen Früchte nicht gelitten haben, nachdem wir bisher ein so erfolgreiches Obstjahr hatten. Denn meine frei sehenden Chilipflanzen haben ganz schön etwas abbekommen und sich zur Seite gelegt. Ich hoffe, bei Sonnenwetter werden sie sich wieder aufrichten und hoffentlich kräftig weiterwachsen.

Warten auf die Rückkehr des Hochsommers

Gut, dass mich die Projektarbeit zurzeit so fest im Griff hat. Das abtrünnige Sommerwetter hätte mir nicht viele Gelegenheiten gegeben, draußen etwas zu bewirken. So bleibt es gerade beim Beobachten der Gartenbäume, vor allem in den sonnigeren Phasen des Tages, beim Genießen des üppigen Grüns beim Blick durchs Fenster und bei kurzen Gängen durchs Dorf. Und dann hoffen wir wie so häufig auf eine baldige Rückkehr des angenehm sonnigen und warmen Hochsommers.

Ein Wochenendprogramm einmal mit nicht ganz so viel Baumthema

Ein wieder einmal sehr arbeitsintensiver letzter Wochentag, und ich freue mich wie selten zuvor auf das Wochenende, das zumindest ein wenig mehr Freiraum verspricht. Ein wenig mehr, will ich sagen, denn die Aufgabenliste bleibt lang. Leider seht gerade keine Symbolarbeit mit den Bäumen und auch keine kunsthandwerkliche Arbeit mit dem Holz der Bäume auf dem Wochenendprogramm, was eher selten ist. Aber es ist natürlich nicht ausgeschlossen, dass wir uns in der einen oder anderen Art mit den Ergebnissen der jüngsten Baumobsternten beschäftigen. Vielleicht startet V. ja mit dem Kochen der Maulbeermarmelade oder wir treffen schon einmal Vorbereitungen für die nächsten Obstbaumernteaktionen, z. B. bei den Mirabellen.

Wunschbaums kommunikative Wirkungen

Über meine langjährige Baumleidenschaft und das Interesse an Symbolthemen konnte ich heute eine mir eher entfernt bekannte Person informieren. Der Anlass war eine ähnliche Leidenschaft, zwar nicht für Naturthemen, aber doch für ein symbolträchtiges und interpretationsfähiges und -bedürftiges Themenfeld, mit dem ich im Umfeld der Idee des keltischen Baumkalenders auch gelegentlich Berührungspunkte feststelle. Jedenfalls könnte aus diesem punktuellen Gleichklang eine Kooperation erwachsen. Wie schon so häufig bei früheren Gelegenheiten und ähnlichen Kontakten. Ist doch schön, denn gerade darin offenbart sich der kommunikative Charakter all dieser Unternehmungen und kreativen Hervorbringungen rund um die Wunschbaum-Projekte.

Persönliches Baumtagebuch von Bernhard Lux: Täglich begegne ich den Bäumen auf vielfältigen Wegen. An ihrem jeweiligen Standort in der Natur, in der Lektüre von Baum- und anderer Literatur, in der alltäglichen Reflexion, der handwerklichen Arbeit und im Gespräch mit der Familie oder Freunden und Kollegen. Es ist mir ein Bedürfnis, diese themenbezogenen Beobachtungen, Interaktionen und Kommunikationen in Form des Baumtagebuchs zu dokumentieren. Seit dem 20. November 2004 habe ich keinen einzigen Tag ausgelassen – ein Zeichen dafür, dass das Baumthema und der Baum als Archetypus tatsächlich im Alltagsleben verankert ist und vielfältige inhaltliche Assoziationen ermöglicht. So mag dieses Baumtagebuch jeden seiner Leser/innen auf die Spur einer je eigenen Beziehung zu den Bäumen führen.