Symbolische Stärke der Weihnacht

Der Glasweihnachtsbaum ist eine gute Wahl für die diesjährige Weihnachtskarte. Ich habe inzwischen verschiedene Varianten durchprobiert, mit und ohne Perspektive, mit und ohne gerundete Ecken und Randplastizität. Letztlich ist es das Hauptmotiv, das die emotionale Botschaft transportiert. Und die kommt in diesem Bild sehr frisch, lichtvoll und irgendwie heiter daher. Eine besondere weihnachtliche Stimmung wird darin zum Ausdruck gebracht, vielleicht deshalb denke ich auch daran, den Gruß zu Beginn der Adventszeit zu versenden. Dann kann die Vorfreude, das Erwarten des Weihnachtsfestes im Zentrum stehen, ein Prozess, der die eigentlichen Feiertage erst möglich macht und ohne den die enorme symbolische Stärke der Weihnacht nicht vorstellbar ist.

Das Baumtagebuch ist 7 Jahre alt

Es gibt noch eine andere Baumart, die ich mit unserem Krankenhaus in Verbindung bringe. Denn unsere kleinen Gleditschien, die älteste ist gerade einmal drei Jahre alt, stammen aus den Samen der Fruchtschoten, die wir von den dortigen Bäumen gesammelt hatten. Übrigens damals schon um dieselbe Zeit, wenn die Schoten schon einen Großteil ihrer Feuchtigkeit abgegeben haben, schon ganz braun, fast schwarz geworden sind und in ihnen die Samenkerne fühlbar sind. Wie überdimensionierte flache Bohnen sehen sie aus. Wir haben nach dem Besuch heute wieder eine Tüte voll Schoten gesammelt. Ich weiß noch nicht, ob wir die Kerne tatsächlich wieder in die Erde pflanzen. Vielleicht werde ich sie auch einfach sammeln und irgendwann, wenn ich eine Methode gefunden habe, sie zu bohren, daraus ein Armband herstellen. Ach ja, noch ein wichtiges Datum: Heute ist das Baumtagebuch genau 7 Jahre alt geworden. Am 20. November 2004 habe ich den ersten Eintrag verfasst.

Die Symbolik der Linde

Die großen Linden auf dem Innenhof des Krankenhauses hätte ich schon einmal wieder gerne gesehen. Aber wenn es die eigene Familie betrifft, dann ist ihr Anblick immer mit eher unschönen Erinnerungen verbunden. So hoffe ich, dass sich Ms Problem bald wieder auflöst und die Bäume dann wieder ihre versöhnliche und Gemeinschaft stiftende Ausstrahlung auch in meinen Augen zur Wirkung bringen können.

Adventsgrüße

Der gläserne kleine Windlicht-Weihnachtsbaum wird meine diesjährige Weihnachtsgrußkarte zieren. Wahrscheinlich aber werde ich einen Adventsgruß versenden, das finde ich spannender, denn die Adventszeit ist das eigentlich schöne an Weihnachten. Und vielleicht sind die Adressaten ja in dieser Zeit auch noch aufnahmefähiger. Erfahrungsgemäß nimmt mit dem Näherrücken der Feiertage auch die Hektik zu. Am Ende kann man dann die vielen guten Wünsche kaum noch sortieren. Also lieber ein Adventsgruß mit Weihnachtsbaum.

November müde

Jetzt hätte ich von November eigentlich schon genug. So typisch waren die letzten Tage für die Jahreszeit. Dabei fehlt mir vor allem das Licht. Die Kälte allein könnte mich weniger schrecken. Aber solche Dunstglocken trüben die Stimmung, da hilft es dann nur, sich in die Arbeit zu stürzen. Anders als M. denke ich, dass wir die Wandelröschen lieber noch bis Anfang Dezember draußen stehen lassen. Die Blätter sind zwar schon welk, aber noch nicht ganz vertrocknet. Da warte ich lieber, bis der Strauch alle Säfte in den Wurzelstock zurückgezogen hat. Diese Vorgehensweise hat sich im vergangenen Jahr bewährt. Der Stock ist schon früh wieder ausgetrieben und hat übers Jahr eine gleichmäßige Form entwickelt, mit vielen regelmäßig wiederkehrenden Blütenständen. Und ganz so kalt sind die Nächte ja noch nicht. Vielleicht ein Indiz für einen eher milden Winter? Wir werden sehen.

Makroexperimente

Das Thema Makrofotografie lässt mir zurzeit keine Ruhe. Ich denke daran, die Jahreswende zu nutzen, um mich mit der Technik vor allem der Beleuchtung näher zu beschäftigen und einige Experimente zu versuchen. Möglicherweise lässt sich dann auch eine größere Regelmäßigkeit in der Erweiterung des Portfolios erzielen. Aufnahmen in der freien Natur werden allerdings die Ausnahme bleiben, es bleibt einfach problematisch mit der digitalen Technik und schweren Makroobjektiven. Aber Objektfotos und die symbolische Behandlung des großen Themas ,,Baum“ in Form von Holzstrukturen könnte mit der richtigen Lichtführung eine Renaissance erleben. Nur die nötige Ruhe für diese Experimente ist wichtig.

Weihnachtliche Innovationen

Plötzlich merkt man, dass das Jahr rasend schnell zu Ende geht und Weihnachten tatsächlich schon vor der Tür steht. Denn es sind gerade einmal noch 5 Wochen bis dahin. Wenig Zeit, um endlos viele Projekte zum Abschluss zu bringen und Neues vorzubereiten. Das betrifft die Arbeit genauso wie die Beschäftigung mit dem Weihnachtsfest und der Adventszeit selber. Eine Vorentscheidung ist schon gefallen: Auf den kleinen Weihnachtsbaum am Hauseingang werden wir dieses Jahr verzichten, stattdessen wird ein weihnachtliches Gesteck allein den Eingang zieren. Wie das genau aussieht, wissen wir noch nicht, aber die restlichen Tannenzweige werden sicher das Grundgerüst bilden. Und auch der Adventskranz könnte diesmal kein Kranz, sondern etwas freier Gestaltetes sein. Da haben wir schon einige Überlegungen angestellt und Beispiele angesehen. Ein Vorhaben, das in den kommen 10 Tagen konkretere Formen annehmen muss.

Symbole des Lichts

Interessant und überraschend zugleich: Ein Angebot für frisch geschlagenes Feigenbaumholz aus Spanien. Tatsächlich ist diese Art in Deutschland schwierig zu besorgen, eines meiner Sorgenkinder, wenn man so will, der letzten Jahre. Nur wie sollte ich das logistisch realisieren. Mal sehen, ob ich doch in irgendeiner Form auf das Angebot eingehen kann. Nach der Anzeige in meiner Lieblingszeitschrift rechne ich noch mit einigen Interessenten vor Weihnachten. Eigentlich passen meine Produkte auch gerade in diese Zeit, den unwirtlichen Winter, weil sie die Symbole des Lichts, die verschiedenen Baumarten, in handlicher Form zum Menschen bringen. Auf eine sehr persönliche Art, eben durch die symbolische Vermittlung von Eigenschaften, mit denen Menschen sich in Bäumen wiederspiegeln. Ein sehr schönes Symbolsystem, mit dem ich schon seit vielen Jahren Menschen im deutschsprachigen Europa erreichen kann.

Volkstrauertag

Ein Tag, der im Zeichen der Ruhe und Kontemplation stand. Passend, dass in dieser Zeit auch der Volkstrauertag stattfindet. Die dem Anlass angemessene förmliche und sehr feierliche Veranstaltung ist für mich ein Beispiel für aufrichtiges Gedenken, das wichtige Bögen nachzeichnet, die längere Zeiträume überspannen und damit Wesentliches der nationalen Kultur und Politik einmal Gräben übergreifend zum Thema macht. Wir haben gleichzeitig das Dokumentationsprojekt zu Ms Eltern fast zum Abschluss gebracht. Nur noch ein Erinnerungsstück muss neu ins Bild gesetzt werden. Dann wird das Dokument druckreif sein und rechtzeitig vorliegen. Wie zum Abschluss unserer diesjährigen Baumfruchtsaison habe ich am Nachmittag die drei Wurzelsprosse unseres Feigenbaums entfernt. Jetzt, wo alle Blätter abgefallen und nur noch einige unreife Frostfeigen an den Ästen hängen, macht es keinen Sinn mehr, die neuen Triebe stehen zu lassen. Im neuen Frühjahr wird der Baum hoffentlich schnell wieder zu Kräften kommen. Ich hoffe, dass die Frostschäden nicht groß sein werden und wir ein frühes Frühjahr mit dann schon wachstumsfreundlichen Temperaturen erleben dürfen.

Warme Lärche

Sehr schön eigentlich, die streifige Struktur des Lärchenholzes. So überlege ich es mir noch einmal, ob ich die Art aus meinem Angebot entfernen soll oder nicht. In jedem Fall müsste ich Nachschub geeigneter Abschnitte besorgen, was nicht ganz einfach ist. Denn der große Härteunterschied zwischen Früh- und Spätholz macht die Bearbeitung außerordentlich schwierig. Da muss man von dem Ideal eines kreisrunden Querschnitts wegkommen. Wenn man die Mühe auf sich nimmt, ist das Ergebnis aber sehr überzeugend. Ungefähr so überzeugend wie ältere Kirchenbänke, die häufig aus Lärche gezimmert sind. Der hohe Harzanteil verleiht dem Holz eine außerordentliche Wärme, Dichte und Lebendigkeit. Im nächsten Jahr will ich wieder neue Arten ins Programm aufnehmen. Ein Ansatz wäre die Ausweitung der Fruchtbaumhölzer. Mirabelle z. B. wartet noch darauf, einmal ausgetestet zu werden. Außerdem kommt unbedingt noch die Stechpalme dazu. Wäre zwar passender vor Weihnachten gewesen. Aber dazu werde ich leider nicht mehr rechtzeitig kommen.

Gefährdete Traditionspflege

Vom Umzug habe ich dieses Jahr kaum etwas mitbekommen. Außer einem einzelnen Kind mit Mutter, das mit einer elektrisch beleuchteten Laterne wohl auf dem Weg dahin war. Wenn man am Martinstag Gesprächen zwischen Erwachsenen zuhört, merkt man, dass eigentlich jeder mit diesem Tag Gedanken an die eigene Kindheit verbindet. Und es schwingt immer etwas Wehmütiges dabei mit, so als ob man dieser Zeit nachtrauert. Und sich gleichzeitig freut, dass wenigstens diese Tradition erhalten geblieben ist und auf heutige Kinder eine vergleichbar Faszination ausübt. Allerdings, ganz vergleichbar ist es dann doch nicht. Bei meinem letzten Besuch beim Martinsfeuer vor einigen Jahren musste ich feststellen, dass das Ritual außerordentlich lieblos abgespult wurde, mit Brandbeschleuniger und Feuerwehr etc.. Ein Pferd war gar nicht zu sehen, das Feuer brannte ratz-fatz herunter. Und kurz danach war auch schon alles vorbei, die Leute schon so gut wie verschwunden. Schade eigentlich, dass äußerlich fortgesetzte Traditionen in der sinnhaften und atmosphärischen Wahrnehmung dann doch Federn lassen. Ich denke, da ist noch viel an Reflexionsarbeit und Aufbereitung der Kulturgeschichte notwendig, wenn solche Bereiche langfristig nicht der Sinnentleerung zum Opfer fallen sollen. Die Arbeit am Holzarmband war genau das Richtige für diesen Freitagnachmittag. Und morgen werde ich das Wunschbaum-Armband abschließen können. Ein schöner und einmal wieder abwechslungsreicher Wochenausklang.

Verspätete Weihnachtssaison

Schön, jetzt finden meine Weihnachtsmotive doch wieder mehr Interessenten. In den Vorjahren war das um diese Zeit des Jahres immer so. Deshalb hoffe ich, dass in 2011 die Saison eher später eingesetzt hat und sich das ganze nach hinten verschiebt. Das Gute daran: Mit den weihnachtlichen Fotografien geraten auch übrige Motivserien stärker in den Blick. So war heute sogar ganz jahreszeitenuntypisch ein frühlingshaftes Baumzweigfoto dabei, neben meinem Adventskranzengel und dem Adventskranzschaukelpferd. Die Favoriten der Vorjahre scheinen abgehängt, andere Fotos erhalten jetzt eine neue Chance. Und damit wächst auch meine Motivation, das Thema Makrofotografie generell weiter auszubauen. Die Recherche zu den dafür geeigneten Techniken gehört deshalb zu meinen aktuellen Freizeitunternehmungen.

Die Bäume sind kahl

Heute habe ich doch noch einige Feigen vom Baum gepflückt. Nachher werde ich sie aufschneiden und sehen, ob sie genießbar sind. Aber natürlich ist die Saison vorbei. Alle Bäume, mit Ausnahme der immergrünen, sind jetzt kahl und trotzen der nächtlichen Kälte. Ich hoffe, dass wenigstens tagsüber die Sonne gegen Wochenende hin zurückkehrt. Dann geht die Arbeit umso leichter von der Hand, oder durch den Kopf. Ein wenig Handarbeit vor Weihnachten wäre schön. Dazu muss die gegenwärtige Flaute auf diesem Gebiet aber ein Ende finden.

Weihnachtssymbole und Weihnachtsfiguren

Nun zeigt sich doch wieder ein stärkeres Interesse an den Weihnachtsmotiven. Ich dachte schon, die Weihnachtssaison wäre diesmal verschlafen worden. Aber es sind die neueren Fotografien, die jetzt weiter nach vorne rutschen. Und die früheren Stars scheinen in der Versenkung verschwunden. In den Ladengeschäften dagegen ist alles absolut auf Weihnachten eingestellt. Heute haben wir dann auch das vor einigen Tagen entdeckte Blaue Rentier erworben. Zum Glück, denn davon war wiederum nur noch ein Exemplar übrig geblieben. Außerdem habe ich verschiedene Figurinen gesehen, welche die Gestalt der heiligen Lucia verkörpern. Sehr schön, aber etwas zu teuer. Und natürlich, wie sollte es anders sein, gab es auch neue Weihnachtsbaumplastiken. Besonders schön war eine aus Glas, bestimmt 50 cm hoch. Leider war der Schnee in Form dieses Glitzerstaubs aufgetragen, und der hält nicht fest, rieselt bei Berührung gerne herunter. Na ja, ich hoffe, die kommenden Wochen werden meine Sammlung um einige kleinere Exemplare bereichern. Insgesamt sieht es aber so aus, dass die Sammlung schon an ihre äußere Grenze gestoßen ist und nicht mehr sehr viel wachsen wird.

Persönliches Baumtagebuch von Bernhard Lux: Täglich begegne ich den Bäumen auf vielfältigen Wegen. An ihrem jeweiligen Standort in der Natur, in der Lektüre von Baum- und anderer Literatur, in der alltäglichen Reflexion, der handwerklichen Arbeit und im Gespräch mit der Familie oder Freunden und Kollegen. Es ist mir ein Bedürfnis, diese themenbezogenen Beobachtungen, Interaktionen und Kommunikationen in Form des Baumtagebuchs zu dokumentieren. Seit dem 20. November 2004 habe ich keinen einzigen Tag ausgelassen – ein Zeichen dafür, dass das Baumthema und der Baum als Archetypus tatsächlich im Alltagsleben verankert ist und vielfältige inhaltliche Assoziationen ermöglicht. So mag dieses Baumtagebuch jeden seiner Leser/innen auf die Spur einer je eigenen Beziehung zu den Bäumen führen.