Übergangsjahreszeit

Endlich wieder einmal ein sonniger Tag. Ich habe mich dabei erwischt, mich mit den Lichtstrahlen geradezu aufgetankt zu haben. Tatsächlich nehme ich das wie den Anschluss an eine Steckdose wahr. Alles kann man eben doch nicht aus sich und dem höheren Selbst direkt herausholen. Die natürliche Umgebung ist eben doch ein Verstärker, eine Art Durchlauferhitzer, um im technologischen Bild zu bleiben. So ist gerade in solchen Übergangsjahreszeiten diese wechselseitige Durchdringung alles Lebendigen im Naturganzen spürbar. Mit dem Ergrünen und ersten Blühen der Bäume wird sich alles wieder normalisieren und den Organismus auf einen weniger beanspruchenden Level herunterfahren. Was wir dann erleben, nennen wir Frühling.

Baumgedichte und die Nähe zu den Bäumen

Es ist schön, dass ich an den Sonntagen die Zeit finde, mich außerhalb meiner Alltagsroutinen zu bewegen. So hatte ich heute wieder die Möglichkeit, weitere Baumgedichte auszuwählen, die sich zur Ergänzung meiner Baumgedichtesammlung eignen. Noch lange nicht alle Baumgedichte eignen sich dafür, z. B. nicht, wenn sie stilistisch zu weit von der doch sehr transparenten Behandlung der Baumsymbolik, so wie ich sie unter wunschbaum.de pflege, entfernt sind. Auch bemühe ich mich, die Gedichte immer mit eigenem Fotomaterial zu illustrieren. Und das wird bei manchen Motivschwerpunkten schwierig. Mit dem Bild einer Ölpalme zum Beispiel kann ich leider nicht dienen. Aber auch so kommen genug neue Texte zusammen, deren Autoren ihren 70. Todestags schon hinter sich haben und deren Werke ich insofern zur Bereicherung meiner Textsammlung bedenkenlos verwenden darf. Ich bin mir auch sicher, dass sie sich freuen würden, sich an einem Ort repräsentiert zu sehen, der sich der umfassenden Behandlung des Baumsymbolthemas verschrieben hat. Denn sie selber müssen diese Nähe zu den Bäumen und ihrer symbolischen Tiefe empfunden haben, um sie zum wesentlichen Element ihrer Dichtung werden zu lassen.

Bäume, Holz und moderne Feuerungstechnik

Die Beschäftigung mit neuen Themen für Textprojekte ist immer wieder wie eine Entdeckungsreise. Ich bin dann mit Recherchen befasst, die ich normalerweise nicht anstellen würde, mir aber echten Erkenntniszuwachs und einen Gewinn an Alltagsverständnis bringen. Eben das versuche ich auch in den Texten weiterzugeben, nicht die schlechteste Strategie für einen Ratgeber. Diesmal ist es also die Sicherheit im Haus und speziell die Prävention von Hausbränden. Am Rande berührt das auch wieder mein Lieblingsthemenfeld ,,Erneuerbare Energien”, auch wenn das Thema nicht ganz so brisant und tagesaktuell erscheint. Lebenswichtig kann es allemal sein. Und auch für unsere eigene Praxis mit der Einzelofen-Holzfeuerung gibt es mir bisher unbedachte Informationen mit auf den Weg, gerade was eine mögliche Folgelösung für den doch schon in die Jahre gekommenen Ofen angeht. Das bewegt sich vieles innerhalb der Umwelt schützenden Gesetzgebung und der darauf reagierenden Brennofentechnik. Letztlich muss es auch darum gehen, dass das vermeintlich nachhaltige Heizverfahren auf der anderen Seite nicht eben die Bäume zusätzlich schädigt, die es erst ermöglichen. Dann wäre die Nachhaltigkeit eben nicht mehr gegeben. Deshalb ist es gut, wenn neue Technik bessere Energieeffizienz und weniger schädliche Abgase und Feinstäube produziert. Ein Umweltplus, gerade wenn immer mehr Menschen auf die Verfeuerung nachwachsender Rohstoffe wie Festholz, Pellets oder Hackschnitzel setzen.

Symbolkomplex Baum-Holz-Licht

Jetzt kommt das Wochenende, und die Trübheit des Wetters will kein Ende nehmen. Am Vorabend ist die Rede von sonniger Witterung im Süden. Und am nächsten Tag erlebt man das krasse Gegenteil. Zurzeit ist die Vorhersage nicht zuverlässig und macht die Zuschauer gerne froh, so scheint es. Damit fallen dann leider auch die Spaziergänge ins Wasser, die am vorherigen Sonntag so viel Freude gemacht haben. An solchen Tag ist auch das Interesse an Illustrationsfotografien nicht so groß. Ich merke das, da ich ja u. a. auf die Motivfelder Baum und Holz konzentriert bin. Die Wahrnehmung und das Bedürfnis danach ist immer vorhanden, solange die Sonne scheint und viel Licht den Menschen entgegenstrahlt. Baum-Holz-Licht, das ist quasi ein universaler Symbolkomplex, dessen einzelne Bedeutungseinheiten in dieselbe Richtung laufen und zusammenhängend wahrgenommen werden. Interessant ist, dass sich das auf die emotionale Gestimmtheit der Menschen überträgt, natürliche Umweltbedingungen und menschliches Gestimmtsein korrespondieren. Diesen Zusammenhang im z. B. in der Fotografie festzuhalten, setzt aber das Licht voraus. Die Abwesenheit desselben lässt sich kaum vergleichbar darstellen. Sie wird vielmehr durch die Wahrnehmung eines ungestillten Bedürfnisses erst bewusst.

Frühlingsregungen stehen noch aus

Nach der vorübergehenden Auflockerung sind jetzt gerade wieder super trübe Tage angesagt. Das hüllt einen ein und lässt nicht wirklich an Frühjahr denken. Aber Winter ist es eigentlich auch nicht mehr. Eine Zwischenzeit also, in der die Bäume noch nicht so richtig wissen, wohin die Reise geht. Mit Ausnahme der Frühblüher Hasel und Erle kann ich jedenfalls bis jetzt noch keine deutlichen Regungen erkennen. Die Natur ist in Wartehaltung gefangen. Ein Warten auf die Signale des Frühlings, die noch nicht in Sicht scheinen. Nun hoffe ich, dass über das Wochenende der Februar zu einem lichten sich wenden wird. Merkwürdig schon, denn das sind ja gerade jetzt die Lichtmess-Tage. Häufig ist das kongruent, aber diesmal wurde die Regel wohl gründlich verfehlt. Hoffentlich ist das keine Vorausschau für eine jahreszeitliche Undeutlichkeit des neuen Jahres.

Baum-Holz-Strukturmotive

Die beste Aufnahme meiner Serie ,,Burst Tree” habe ich heute für meine microstock-Portfolios angeboten. Bin gespannt, ob sie angenommen wird. Ich finde sie sehr symbolträchtig und insofern gut zur Illustration erweiterter Themen wie ,,Naturkatastrophe”, ,,Waldsterben”, ,,Zerstörung”, ,,Verwüstung” und Ähnlichem geeignet. Aber es hängt immer von den Vorlieben und dem Verständnis des jeweiligen Bildredakteurs ab, ob es dort eben genauso gesehen wird. Das Thema Holz sollte ich dieses Jahr endlich wieder aufgreifen. Das Vorhaben des Vorjahres ist dann leider in eine andere Richtung abgedriftet. Ich kann immer wieder beobachten, dass Holzstrukturen, v. a. Holzhintergründe außerordentlich beliebt sind. Darin sehe ich gute Chancen, mein Portofolio um erfolgreiche Motive zu erweitern. Entscheidend dabei ist immer das richtige Licht. Und ob es gelingt, unterwegs ohne Stativ tiefenscharfe und unverwackelte Fotos zu realisieren. Die letzte Wanderung bei nicht ganz so strahlendem Licht hat wieder einmal gezeigt, wie schwierig das sein kann.

Hasel und Erle

Heute konnten wir das Monatsblatt des Baum-Geburtstagskalenders wechseln. M. war spontan der Ansicht, dass es sich um einen Haselzweig mit Blüten handele. Fast, aber eben doch daneben, kann ich dazu nur sagen. V. hat es dann auf meinen Einspruch hin doch noch richtig eingeordnet. Die Erlenblüten ähneln eben doch nur auf den ersten Blick denen der Haselsträucher. Die männlichen Kätzchen sind länger, farblich eher in Richtung dunkelrot und schwarz tendierend, während die Haselblüten erst wie winzige grüne Würstchen aussehen und erst später beige-braun werden, wobei sie sich in der Länge ausdehnen. Noch deutlicher ist der Unterschied bei den eher unscheinbaren, in beiden Fällen sehr kleinen weiblichen Blüten. Beim Hasel sind es winzige knallrote Blütenbüschel, bei der Schwarzerle ebenso winzige dunkle Miniaturzäpfchen. Beide Bäume machen mir eigentlich das ganze Jahr über jede Menge Freude. Im Winter fallen sie vor allem deshalb so auf, weil sie die ersten Blüten des Jahres überhaupt zeigen. Ein kleiner Trost für den immer noch tristen Landschaftseindruck.

Neues Licht

Wegen der sonnigen letzten Tage ist der Januar doch noch um ca. ein Drittel lichtreicher ausgefallen als der letztjährige. Wer hätte das gedacht. Bei solch trockenem, klirrend kaltem Winterwetter hat das Licht immer eine Chance. Und das hat uns den Sonnenstundenschnitt deutlich nach oben hin korrigiert. Was in der Zeitung stand, dass nämlich gerade bei uns der Januar der sonnenreichste seit Jahren gewesen sein soll, erscheint mir dennoch unwahrscheinlich. Wir haben bis Mitte vergangener Woche jedenfalls fast ausschließlich trübe, nasskalte und sehr ungemütliche Tage erlebt. Soll das örtlich unterschiedlich gewesen sein. Auch das eher unwahrscheinlich, das das Wetter gewöhnlich über weitere Landstriche vergleichbar ist und keine Ortsgrenzen kennt. Wie auch immer, ich freue mich, dass wir rechtzeitig vor Lichtmess bereits das erste strahlende Licht des Jahres erleben durften. Gespannt bin ich jetzt, ob die Bäume bereits reagieren. Sollten sie es nicht tun, so steht uns sicher noch ein länger ausgedehnter Rest-Winter bevor. Hoffentlich nicht, für meinen Geschmack hätten wir jetzt genug davon.

Winterbruch

Bei dem vielen Licht konnte ich nicht zu Hause bleiben. So hat es mich am Nachmittag zum ersten Mal für dieses Jahr auf den Maria-Croon-Weg gezogen. Sehr kalt, aber hell hat der abwechslungsreiche Gang viel Freude gemacht und die Lungen mit Sauerstoff gefüllt. Dieser über den Winter gebrochene Baumstamm gehörte zu den eindrucksvollsten Motiven, die ich mitnehmen konnte:

Windbruch

Windbruch

Eine besondere Art von Bewegung

Der Samstag war wieder mit der seit Anfang des Jahres schon fast zur Routine gewordenen Handwerksarbeit angefüllt. Zurzeit lösen sich die Arbeitsaufträge quasi nahtlos ab. Aber das ist schön, schafft eine besondere Art von Bewegung, da die Auswahl der Hölzer jedes Mal anders ist und die Menschen sich zu den Bäumen in verschiedenen Formen hingezogen fühlen. Gut, dass sie das in der Form artikulieren möchten und sich selbst offensichtlich damit einen Anstoß geben. Besonders spannend finde ich es, wenn Menschen aus anderen Teilen der Welt sich mit mir in Verbindung setzen. Bei den virtuellen Wunschzetteln habe ich das schön öfter erlebt. Und manchmal kommt das eben auch bei den Auftragsarmbändern.

Meine Baumseiten bei facebook

Bei facebook tut sich wirklich enorm viel. Ständig wird an der Weiterentwicklung der Plattform gearbeitet. Und in der kurzen Zeit, in der ich meine Baumseiten dort präsentiere, sind schon mehr Interaktionen entstanden als ich erwartet hatte. Allerdings gehöre ich nach wie vor nicht zu den großen Social Media -Fans. Auch fehlt mir die Zeit, um mich ständig auszutauschen oder mitzuteilen. Deshalb wird dieses Medium sein Potenzial bei meinen Initiativen nie wirklich ausfüllen. Als Beobachtungsmarke ist die Beteiligung in jedem Falle geeignet. Und manchmal entstehen ja aus Neuerungen auch ganz neue Ideen, die Festgefahrenes wieder in den Fluss bringen:

https://www.facebook.com/baumtagebuch

https://www.facebook.com/wunschbaum

https://www.facebook.com/wunschbaummanufaktur

https://www.facebook.com/lebensbaumarmband

https://www.facebook.com/baumkreisarmband

https://www.facebook.com/partnerarmband

Edles Walnussbaumholz

Der Nussbaum ist unter den Hölzern, die ich regelmäßig bearbeite, einer der angenehmsten. Er ist relativ weich und zeigt doch eine klare Abgrenzung und stabile Plastizität. Und das Ergebnis wirkt zudem immer edel, so als ob dem Holz eine seidenmatte Veredelung von außen zuteil geworden wäre. Dabei steckt das alles in ihm drin. Kein Wunder, dass Walnussholzmöbel zu den teureren Massivholzmöbeln zählen und sie eine luxuriöse Aura ausstrahlen. Ich freue mich schon auf die Fertigstellung dieses Armbandes, das den sehr erfolgreichen ersten Monat des Jahres abschließen dürfte.

Etwas Unangestrengtes

Heute habe ich weitere Baumgedichte entdeckt, die ich leicht mit eigenem Material illustrieren kann. Die Sammlung wird sicher noch ziemlich umfangreich werden. Und ich hoffe, dass möglichst viele daran Freude haben werden. Gedichte haben einfach etwas Erholsames und in der Regel Unangestrengtes. Jedenfalls wenn man in der richtigen Grundstimmung ist. Die gelegentlichen Rückmeldungen zu wunschbaum.de insgesamt bestätigen mir das: die Menschen freuen sich, für einige Zeit abtauchen zu können in die Symbolwelt der Bäume, in der sie viel Bekanntes wieder finden, aber auch eben Neues und Überraschendes. Letzteres führt sie zu einer näheren Beschäftigung mit einem der vielschichtigen Baumthemen. Genau, was die Seite immer wollte. Ich hoffe, das Projekt noch lange weiterführen und das inhaltliche Spektrum noch weiter ausbauen und vertiefen zu können.

Wie also würde eine Welt ohne Bäume aussehen?

Zurzeit zieht es mich gar nicht nach draußen. Es ist, als ob ich der Gefrierschrankatmosphäre zu entfliehen versuche. Immerhin teile ich diese Tendenz bei diesem wieder einmal so langen Winter mit vielen, die ich treffe. Beim Erkennen und Bewusstwerden der Jahreszeiten ist es ähnlich wie beim erstmaligen Registrieren einer Erkältung: Plötzlich merkt man, dass sich etwas verändert hat. Ich hoffe, bald sagen zu können: Ja, jetzt ist Frühling. Es ist stark zu vermuten, dass dieser Ausspruch mit dem Eindruck der Bäume, ihrem Blühen oder Grünen zusammenhängt. Wie anders als beim Anblick der Bäume könnte man sagen: Jetzt ist Frühling? Wir nehmen die Natur am Beispiel ihrer Einzelteile wahr. Zumindest können wir davon ausgehend zu Aussagen kommen. Nehmen wir die natürliche Atmosphäre als Ganzheit auf, dann bleibt nur ein Gefühl des Wohl- oder eben Unwohlseins übrig. Sprachlich fassbare Gedanken und Äußerungen aber hängen mit den wahrgenommenen Veränderungen natürlicher Details zusammen. Ich bin froh, dass wir diese Veränderungen in unseren Breiten an den Bäumen exemplarisch beobachten können. Darin steckt so viel an Aussage, Symbolik, emotionaler Tiefe, dass ich mir kaum vorstellen kann, welche natürlichen Elemente die Rolle der Bäume ersetzen könnte. Wie also würde eine Welt ohne Bäume aussehen? Einmal ganz abgesehen von der biologischen Unmöglichkeit einer solchen Vorstellung.

Persönliches Baumtagebuch von Bernhard Lux: Täglich begegne ich den Bäumen auf vielfältigen Wegen. An ihrem jeweiligen Standort in der Natur, in der Lektüre von Baum- und anderer Literatur, in der alltäglichen Reflexion, der handwerklichen Arbeit und im Gespräch mit der Familie oder Freunden und Kollegen. Es ist mir ein Bedürfnis, diese themenbezogenen Beobachtungen, Interaktionen und Kommunikationen in Form des Baumtagebuchs zu dokumentieren. Seit dem 20. November 2004 habe ich keinen einzigen Tag ausgelassen – ein Zeichen dafür, dass das Baumthema und der Baum als Archetypus tatsächlich im Alltagsleben verankert ist und vielfältige inhaltliche Assoziationen ermöglicht. So mag dieses Baumtagebuch jeden seiner Leser/innen auf die Spur einer je eigenen Beziehung zu den Bäumen führen.