Reizvolle Kontraste

Es ging doch ganz gut voran mit meiner heutigen Holzarbeit. Immerhin sind schon alle Perlen auf Länge gebracht. Morgen also Bohren, Feinarbeit und Schleifen, ein tagfüllendes Programm. Und es macht Spaß, besonders wenn die Hölzer/Bäume unterschiedlichen Charakter haben und man sehr schön mit den Kontrasten arbeiten kann. Bei der Kombination Eiche & Weide ist das zweifellos der Fall. Eine kontrastreichere Paarung kann man sich kaum vorstellen. Interessanterweise spiegelt sich dies schon auf der Oberfläche: hell-dunkel, weich-hart, amorph-strukturiert. Natürlich stellt das auch besondere Herausforderungen an die handwerkliche Technik und die ständige Anpassung an die Erfordernisse und Eigenarten des jeweiligen Materials. Aber die kenne ich inzwischen in- und auswendig. Insofern eher eine Routine, deren Reiz von der Wechselhaftigkeit der Hölzer und ihrer immer wieder neuen Kombinationen rührt.

Symbollichter

Nach dem untypisch freundlichen November jetzt ein düsterer Start in den Dezember. Der Winter scheint sich nun doch durchzusetzen. Beim morgen- oder abendlichen Blick vors Haus geben die beleuchteten Weihnachtsdekorationen ein Stück des Lichts zurück, das wir aus der Natur nun vermissen. Der grüne Dekoweihnachtsbaum mit dem Drahtgerüst, der Textilfaserbespannung und den LED-Leuchten funkelt durchs Fenster und erinnert so machen passierenden Autofahrer daran, dass Weihnachten nicht mehr weit ist. Für uns eine Zeit der Ruhe, die gegen Ende aber eher hektisch ausfallen dürfte. Wenn nämlich gewisse Geburtstagsfeierlichkeiten zum Fest fast nahtlos übergehen und besondere Anforderungen an die Kommunikation über Familiengrenzen hinweg stellen.

Winter lässt warten

Mal wieder ein Rekordmonat. Diesmal war es die für die Jahreszeit absolut untypische Trockenheit, die den November von allen zuvor beobachteten unterschied. Und mit Blick auf die beiden letzten Jahre war der November auch deutlich sonniger, ungefähr ein Drittel mehr Sonnenlicht hat uns erreicht und dem Monat einiges von seiner traditionellen Tristesse genommen. Wer weiß, was nun der Dezember noch an Überraschungen bringt. Wir haben ja auch schon ziemlich sonnige Wintermonate erlebt. Würde mich nicht wundern, wenn ein solcher wieder vor der Tür steht. Seltsam, das Wandelröschen konnten wir immer noch nicht zurückschneiden, da die Blätter nach wie vor nicht vertrocknet sind. Ein Zeichen dafür, dass doch noch einiges an Flüssigkeit im Astgehölz steckt. Ich warte deshalb lieber noch etwas ab, bis man wirkliche Frostwirkungen an den Blättern bemerkt. Dann wird sich der Strauch wohl endgültig in den Winter verabschieden. Und dann habe ich auch keine Bedenken, dass genügend Nährstoffe im Wurzelstock gespeichert wurden, um im Frühjahr vor dem ersten Austreiben wieder direkt zur Verfügung zu stehen.

Ungeahnte Eindrücke

Ein weiterer Tag im Zeichen der Vorbereitung auf Weihnachten. Nahezu alle Grußkarten für mich und den Rest der Familie sind jetzt erstellt. Aber ich bin sicher, es werden noch einige Nachproduktionen nötig sein. Diesmal habe ich mich ganz auf das eine Motiv, den Glasweihnachtsbaum konzentriert. Je länger ich Varianten auf Grundlage dieses Bildes ausprobiert habe, desto mehr ist mir diese Fotografie ans Herz gewachsen. Sie interpretiert den Geist der Weihnacht in einer ganz frischen, farbenfrohen Weise. Gefällt mir sehr gut. Und ich weiß, dass es auch von anderen so wahrgenommen wird. Ein guter Grund, in dieser Richtung in dieser Weihnachtssaison weiter zu arbeiten. Vielleicht sogar noch einmal mit diesem Glasbaum. Hoffentlich aber mit einer ganzen Reihe neuer Objekte, die das Weihnachtsfest um weitere ungeahnte Eindrücke bereichern.

Gute Bilanz

Mein Arbeitszimmer ist nach dem gestrigen Weihnachtsarrangement wirklich sehr gemütlich. Vor- und hinter mir überall Weihnachtsbäumchen. Da glitzert und funkelt es von allen Seiten. Und im übrigen Wohnbereich ist es ähnlich. Schön, dass die Adventszeit gerade erst begonnen hat. Mit dem Ausdrucken der Grußkarten gibt’s zurzeit noch einige Probleme, wieder einmal eine Nachwirkung des neuen Betriebssystems, das alle möglichen Inkompatibilitäten nach sich zieht. Drei neue Armbänder kann ich morgen einfädeln. Und das Jahr ist noch nicht zu Ende. Eigentlich eine gute Bilanz, nicht nur bei den Sonnenstunden.

Neue Eindrücke der Vorweihnachtszeit

Nun steht sie wieder, meine Weihnachtsbäume und Weihnachtsschmuckgalerie. Diesmal ging mir das Arrangieren der zahlreichen Figürchen, Anhänger, Spieluhren und anderen Dekoutensilien sehr leicht von der Hand. Und die Verteilung im Raum gefällt mir gut, ebenso wie unser ungewöhnlicher Adventskranz und die vielen kleinen Weihnachtsschmuckstücke, die M. zur festlichen Gestaltung unseres Wohnbereichs verwendet. Eigentlich ist da jedes Jahr ein wenig anders. Schön, so können wir das Fest in seiner anregenden Universalität immer wieder bewusst wahrnehmen, ohne in dumpfe Routinen abzutauchen. Ich wünsche mir für diese Weihnachtssaison noch eine ganze Reihe neuer Eindrücke, um in der Symbolik der Vorweihnachtszeit neue, der Zeit gemäße Facetten erkennen und kreativ verarbeiten zu können.

Natürlicher Adventschmuck

Bis zum Abend konnten wir den größten Teil unserer Adventschmuckarrangements abschließen. Einige Kleinigkeiten haben wir auf morgen verlegt. Das wichtigste war wieder: Der Kranz für Gs Grab, diesmal ein gekaufter, den M. aber sehr schön zusätzlich mit Mistelzweigen und Efeufrüchten geschmückt hat. Im Ergebnis ist er dem vollständig selber gebundenen sehr ähnlich. Und auf dem Bett aus Tannenzweigen, das wir schon für Allerheiligen angelegt hatten, ergibt sich ein stimmiges Bild. Dann der Adventskranz. Die Basis ist auch ein gekaufter Kranz. Als M. den Paillettenkranz herunter brache, hatte ich die Idee, ihn auf den Kranz aus Immergrün zu drapieren. Damit bleibt der natürlich Grund sichtbar, löst sich zu allen Seiten aber in einem Glitzermeer auf. Wir fanden das spontan ansprechend. Außerdem zieren nur noch vier weiße Filzanhänger in Tannenbaumform diesen ganz ungewöhnlichen Adventskranz. Statt der üblichen vier Kerzen werden wir nur eine mächtige in die Mitte stellen. Das ist schlüssiger. Die Symbolik der vier Adventstage werden wir parallel mit unserem vierteiligen Rentierkerzenhalter berücksichtigen. Dann müssen wir es nur noch schaffen, beide so zu positionieren, dass man sie zusammen im Blick haben kann. Auch Ms weihnachtliches Gesteck aus Nadelbaumzweigen (Tanne und Zypresse) ist wieder sehr gut gelungen. Ich habe die zwei großen Lichterketten um die Zweige gewickelt, so dass es jetzt draußen wunderbar glitzert. In die Mitte noch das kleine Rentiersymbol aus Korbgeflecht und im Vordergrund einige frisch geschnittene Mistelzweige mit weißen Beeren. Ein sehr schönes Gesteck, das jedem Besucher die vegetative Symbolik der Weihnacht in plastischer Form vor Augen führt.

Weihnachtsglasbaum

M. hat schon einiges an weihnachtlicher Dekoration für den 1. Advent arrangiert. Ich hoffe, das kann in diesem Jahr einmal ruhiger ablaufen, für sie ein Test, die Dinge etwas gelassener anzugehen. Und bis Weihnachten gibt es sukzessive ohnehin noch vieles zu tun. An den Feiertagen möchte ich dann nach Möglichkeit, wieder die besondere Atmosphäre der weihnachtlichen Symbolik in neuen Fotografien festhalten. Idealerweise steht am Ende erneut eine Reihe von Weihnachtsfotos, die ich im kommenden Jahr für die Weihnachtsgrüße verarbeiten kann. Der letztjährige Dekoweihnachtsbaum aus Glas ist mir sehr ans Herz gewachsen. Eine Variante, die nur den oberen Teil berücksichtigt und damit die Formensymbolik noch augenfälliger macht, ist nun die Grundlage für verschiedene Versionen meiner Weihnachtskarte 2011.

Sommerlicher Schlafapfel

Krafthölzer

Gleich drei kraftvolle Hölzer verarbeite ich zurzeit: Eibe, einer meiner eigenen Lebensbäume, Esskastanie und Walnuss, mein zweiter Lebensbaum. Das macht natürlich Freude. Das orangerot des Eibenholzes mit seiner amorphen Struktur, Elastizität und lebendigen Zeichnung, der Ferrari unter den Hölzern, wie es Mauro Corona ausgedrückt hat. Und dann das braun-grau-schwarz gezeichnete Walnussholz mit seiner dichten Unergründlichkeit. Es ist diesmal als Partner-Armband mit der Esskastanie kombiniert, ebenfalls ein Kraft- und Fruchtbaum, dessen Porigkeit in geölter Form eine außerordentlich dekorative Oberfläche hervorbringt, welche die Mächtigkeit und symbolische Kraft des Baumes wiederspiegelt. Eine Arbeit zwar überwiegend im Keller und künstlichen Licht, bei dieser Jahreszeit unvermeidlich, aber dennoch sehr nah an der besonderen ästhetischen Qualität und symbolischen Stärke natürlicher Hölzer in ihrer Artzugehörigkeit.

Kapriolenjahr

Dieser November ist in jeder Hinsicht ungewöhnlich. Möglicherweise wird es der trockenste aller Zeiten, mit bisher nicht einmal einem Liter Regen pro Quadratmeter. 20-mal weniger als im bisherigen Trockenheitsrekord-November von 1920. Er setzt damit die Kapriolen fort, die das gesamte Jahr gekennzeichnet haben. Ich denke insbesondere an den verregneten und ziemlich sonnenarmen Sommer, das irrsinnig sonnige Frühjahr und den ziemlich warmen Herbst. Mal sehen, wie der Winter ausfällt. Allerdings wird es jetzt schon empfindlich kalt, wenn die Sonne nicht zum Vorschein kommt oder wie meistens am Vormittag, die dichte Hochnebeldecke lange nicht durchdringen kann. Gutes Wetter für die Makrofotografie wäre das, wenn es denn interessante Motive gäbe. Aber die Bäume sind meist kahl, in der Regel aber blüten- und fruchtlos. Das macht die Sache weniger spannend. Im gleichen Moment besinnen sich die Menschen auf die Symbolik der Bäume, ihren Lebenswillen, ihre Lebenssymbolik. Und das ist gut für den Wunschbaum-Shop, gerade jetzt so nah an Weihnachten.

Vorgedanken an den Weihnachtsbaum

Einige heftig dekorierte Geschäfts- und Hausfassaden sieht man schon in diesen Tagen. Aber bei den meisten ist Weihnachten noch nicht so richtig angekommen. So scheint es mir in diesem Jahr. Dass die Menschen eine längere Anlaufzeit für das Fest benötigen. Ich bin meinerseits sehr froh, dass Ms Zustand sich so schnell gebessert hat. Ich hoffe, dass wir jetzt alle zusammen die Vorweihnachtszeit mit möglichst wenig Hektik erleben dürfen. Viele Vorbereitungen konnte ich ja auch schon erledigen. Das ist gut, denn es stehen ja noch einige Ereignisse ,,außer der Reihe“ an, die zusätzliche Zeit beanspruchen. Ein regelmäßiges Ereignis wird dagegen die Auswahl des Weihnachtsbaums sein. Hoffentlich macht V. nicht wieder so einen Aufstand wie in den Vorjahren. Es ist wichtig, dass man sich bei dieser Auswahl Zeit lässt, um mit Geduld den genau richtigen Baum auswählen zu können. Mal sehen, ob die diesjährigen wieder dichter gewachsen sind. Das war im Vorjahr ein echtes Problem. Sehr schwer, ein passendes Exemplar zu ergattern. Leicht und ohne Anstrengung wäre natürlich am schönsten, denn dann kann man die freie Energie in das Schmücken investieren.

Symbolische Stärke der Weihnacht

Der Glasweihnachtsbaum ist eine gute Wahl für die diesjährige Weihnachtskarte. Ich habe inzwischen verschiedene Varianten durchprobiert, mit und ohne Perspektive, mit und ohne gerundete Ecken und Randplastizität. Letztlich ist es das Hauptmotiv, das die emotionale Botschaft transportiert. Und die kommt in diesem Bild sehr frisch, lichtvoll und irgendwie heiter daher. Eine besondere weihnachtliche Stimmung wird darin zum Ausdruck gebracht, vielleicht deshalb denke ich auch daran, den Gruß zu Beginn der Adventszeit zu versenden. Dann kann die Vorfreude, das Erwarten des Weihnachtsfestes im Zentrum stehen, ein Prozess, der die eigentlichen Feiertage erst möglich macht und ohne den die enorme symbolische Stärke der Weihnacht nicht vorstellbar ist.

Das Baumtagebuch ist 7 Jahre alt

Es gibt noch eine andere Baumart, die ich mit unserem Krankenhaus in Verbindung bringe. Denn unsere kleinen Gleditschien, die älteste ist gerade einmal drei Jahre alt, stammen aus den Samen der Fruchtschoten, die wir von den dortigen Bäumen gesammelt hatten. Übrigens damals schon um dieselbe Zeit, wenn die Schoten schon einen Großteil ihrer Feuchtigkeit abgegeben haben, schon ganz braun, fast schwarz geworden sind und in ihnen die Samenkerne fühlbar sind. Wie überdimensionierte flache Bohnen sehen sie aus. Wir haben nach dem Besuch heute wieder eine Tüte voll Schoten gesammelt. Ich weiß noch nicht, ob wir die Kerne tatsächlich wieder in die Erde pflanzen. Vielleicht werde ich sie auch einfach sammeln und irgendwann, wenn ich eine Methode gefunden habe, sie zu bohren, daraus ein Armband herstellen. Ach ja, noch ein wichtiges Datum: Heute ist das Baumtagebuch genau 7 Jahre alt geworden. Am 20. November 2004 habe ich den ersten Eintrag verfasst.

Die Symbolik der Linde

Die großen Linden auf dem Innenhof des Krankenhauses hätte ich schon einmal wieder gerne gesehen. Aber wenn es die eigene Familie betrifft, dann ist ihr Anblick immer mit eher unschönen Erinnerungen verbunden. So hoffe ich, dass sich Ms Problem bald wieder auflöst und die Bäume dann wieder ihre versöhnliche und Gemeinschaft stiftende Ausstrahlung auch in meinen Augen zur Wirkung bringen können.

Persönliches Baumtagebuch von Bernhard Lux: Täglich begegne ich den Bäumen auf vielfältigen Wegen. An ihrem jeweiligen Standort in der Natur, in der Lektüre von Baum- und anderer Literatur, in der alltäglichen Reflexion, der handwerklichen Arbeit und im Gespräch mit der Familie oder Freunden und Kollegen. Es ist mir ein Bedürfnis, diese themenbezogenen Beobachtungen, Interaktionen und Kommunikationen in Form des Baumtagebuchs zu dokumentieren. Seit dem 20. November 2004 habe ich keinen einzigen Tag ausgelassen – ein Zeichen dafür, dass das Baumthema und der Baum als Archetypus tatsächlich im Alltagsleben verankert ist und vielfältige inhaltliche Assoziationen ermöglicht. So mag dieses Baumtagebuch jeden seiner Leser/innen auf die Spur einer je eigenen Beziehung zu den Bäumen führen.