Abschied vom Sommer

Vs gestern gekochte Marmelade aus einer Mischung von Nashi und Brombeere ist wieder gut gelungen. Mit leckerem Anisgeschmack versehen und nicht zu süß. So kann er mit der diesjährigen Ernte und seinen Ergebnissen daraus doch zufrieden sein. Jetzt wird außerdem der Nashibaum nicht mehr ganz so viel Schatten auf unseren Feigenbaum werfen. Gut so, denn die wenige Sonne, die in diesen Hochsommertagen zur Erde dringt, sollte den Baum doch auch möglichst erreichen. Anders können die vielen schon halb ausgereiften Früchten nichts mehr reif werden. Denn die Aussichten machen wenig Mut. Selbst der Wettersprecher meinte gestern Abend, dass es mit dem Sommer wohl eher nichts mehr wird in diesem Jahr.

Krisengesellschaft

Nun sind die drei Armbänder auch eingefädelt. Eine dezente, aber gerade deswegen starke Kombination ist das: Hainbuche und Eberesche. Und sicher auch bei den realen Trägern eine spannende Partnerschaft, die nicht ganz ohne Gegensätze auskommen dürfte. Die Atmosphäre unter den Menschen ist doch noch sehr vom Sommer geprägt. Eine Art Stillstand, eine Mischung zwischen Unsicherheit, Abwarten und Gelassenheit schwingt bei allem mit, was man an Kommunikationen und Präsentationen derzeit beobachten kann. Die Unbestimmtheit ist dabei so groß, dass selbst Krisen mit einer gewissen Gleichgültigkeit aufgenommen werden. Möglicherweise weil sie sich häufen und wir uns eigentlich in wechselnden Schwerpunkten ständig in der Krise befinden. Was in den 90ern die Risikogesellschaft genannt wurde, kann man heute als Krisengesellschaft sehen. Stellt sich nur die Frage, wohin das eigentlich führt, welche Richtung uns diese Erfahrung vorgibt. Aber auch die ist zurzeit nicht wirklich erkennbar.

Nashi gegen Feigenbaum

V. hat heute seine Nashis geerntet. Recht hat er zwar, wenn er immer wieder auf den reichen Ertrag verweist. Tatsächlich sind die Blüten der Nashibirne ziemlich unempfindlich gegen frostige Temperaturen. Anders kann man wohl nicht erklären, dass sie eigentlich immer überleben und der Baum später reiche Frucht bringt. Eigentlich hätte ich auch nichts dagegen. Aber der Baum ist eben schon älter und sehr ausladend geworden, ungeachtet der Tatsache, dass V. ihn jedes Jahr stark zurückschneidet. Er gewinnt trotzdem zunehmend an Höhe und nimmt dem nebenstehenden Feigenbaum damit von einer Seite viel Licht. Das ist insbesondere im Frühjahr, wenn es darum geht, dass die Feigen einen ersten Wachstumsschub machen, ein Problem. Na ja, dieser Mini-Konflikt wird wohl noch Jahre andauern. Vielleicht freuen sich die beiden Bäume ja auch darüber, dass jeder seinen ganz besonderen Fürsprecher unter den Menschen hat. So kommen sie beide auf ihre Art zum Recht.

Licht, Schönheit und Symbolik der Bäume

Ich hoffe, der Sommer kehrt jetzt zurück. Wir haben jetzt endgültig genug von dieser an November erinnernden Witterung. Währen M. fleißig an ihrem Sommerkräuterkranz bindet, für den sie die am Wochenende gesammelten Rainfarnblüten als Highlight und Lavendelblüten zum Auffüllen verwendet. Ich bin gespannt, wie die Kombination letztlich aussieht. Auf jeden Falle ein zur Jahreszeit passendes Arrangement, das zudem gut riecht. Es wäre schön, wenn das Sonnengelb des Rainfarns nach dem Trocknen erhalten bliebe. Und natürlich der betörende Duft des Lavendels. Während ich an meinem aktuellen Webprojekt arbeite, ist das Interesse an wunschbaum nicht eingeschlafen. Ich glaube aber, es wird mit der spätsommerlichen Sonne noch größer werden. Die Menschen denken vor allem bei Sonne an die Bäume und alles, was sie uns genährt vom Licht an Schönheit und Früchten liefern. Im Winter rücken sie dann eher bezüglich ihrer Symbolik in den Fokus, das sind dann gute Voraussetzungen, Aufmerksamkeit für die textlichen Inhalte der Seite zu gewinnen.

Symbolische Brücken

Die Hainbuche macht immer wieder größere Mühe, so hart, wie sie ist. Aber das Holz hat Charakter, genau wie der Baum, von dem es stammt. Und so ist das Ergebnis immer sehr eindrucksvoll, schwer, glatt und mit einer undefinierbaren grau-grün-braunen Farbigkeit und streifigen Mikrostruktur. Nach dem Ölen entfaltet es seine ästhetische Besonderheit und setzt sich dann deutlich dunkler von seinem frisch bearbeiteten Aussehen ab. Für das Partner-Armband ist das ein Gewinn, denn so ist der Kontrast zur Eberesche umso deutlicher, der ansonsten eher schwach ausgefallen wäre. Ich freue mich, dass die Menschen über meine Armbänder ihren Bezug zu den Bäumen intensivieren und immer mit sich tragen können. Die Bezüge sind vielfältig, sei es in ihrem Umfeld oder eben eher symbolisch über den Lebensbaum. So wird über das Holz eine Brücke zur Symbolik und die Natur des Baum-Mensch-Verhältnisses geschlagen. Eine Ausformung meines Wunschbaum-Projekts, das mir immer noch sehr sympathisch ist.

Trödelmarktwetter

Es ist, als ob die Sonne alle paar Tage uns hilft, diesen ansonsten kaum glaubwürdigen Sommer irgendwie zu überstehen. Um gleich danach wieder in das nass-kalt-trübe Einerlei überzugehen. Immerhin, passend zum heutigen großen Trödelmarkt hat es das Wetter gut mir uns gemeint. Denn nach dem üblichen Sonne-Wolken-Wechsel des Vormittags, war der Nachmittag fast sommerlich, mit anhaltendem Sonnenschein und allerdings kühlem Wind. Dennoch, das Trödelmarkt-Bummel-Erlebnis war möglich, auch wenn einige Händler, in Erwartung des Regens der Vortage, erst gar nicht erschienen sind. Schade, dadurch ist uns sicher der eine oder andere Eindruck entgangen. Aber als gemütlicher Entdeckungsbummel war es doch sehr schön. Zumal es dort auch landschaftlich reizvoll ist, rund um den Kurparkweiher, teilweise auf Holzstegen über dem Wasser, auf den gewundenen Wegen des mit Bäumen besäumten Kurparks. Auf den Wegen jede Menge entspannungshungrige Menschen, die eine Begeisterung für alte Sachen aufbringen. Und so ist auch für mich wenigstens ein kleines Weihnachtsgeschenk für M. dabei aufgetaucht. Schön, wenn man sich später daran erinnern kann, wo man die Teile gefunden hat.

Holzarbeit bei Dauerregen

Wieder ein Tag mit Dauerregen. Diesmal kombiniert mit Gewitter und Donner. Ein für mich ungewohntes Setting für die Holz-Arbeit. Aber von einer kleinen Pause während des Gewitterregens abgesehen, war es dank unserer Überdachung eben doch möglich. Nur das abgeschwächte Licht hat mir einige Probleme bereitet. Jedenfalls sind jetzt am Abend die Perlen für alle drei neuen Armbänder, eine Partner-Armband-Set und ein Lebensbaum-Armband, so weit vorbereitet, dass ich Anfang kommenden Woche nur die Kanten glätten muss. Das allerdings ist auch eine zumindest Halbtagesarbeit. Ganz schön anstrengend, aber während der Sommermonate macht mir das wirklich Freude. Und später, bei künstlichem Licht und teilweise im Keller, erhält diese Arbeit eine etwas andere Note, die irgendwie dann aber auch zur Jahreszeit passt.

Holz, Bäume und Licht

Für viele gehen die Sommerferien jetzt schon zu Ende. Und wie es ein Radiomoderator heute früh treffend ausgedrückt hat: Man wartet und wartet auf sommerliches Klima – und dann ist auch schon der Herbst da. Wohl eines der verrücktesten und wechselhaftesten Jahre, die mir in Erinnerung sind. Ich bin froh, dass zwischen durch dann doch Sonnenstrahlen durchkommen und für wenige Stunden eine Ahnung des Sommers aufkommen lassen. Vor allem, wenn ich draußen arbeite, zurzeit wieder viel an meinen Holz-Armbändern. Dann macht es wirklich Freude, die Wärme zu spüren und das Licht in sich aufzunehmen. Schließlich werden die Armbänder dann auch am besten. Wenn nämlich ihre Quelle nämlich mit ins Spiel kommt, das Licht, das einst die Bäume hat wachsen lassen, von denen sie abstammen und an die sie erinnern und die sie beim Tragen vergegenwärtigen.

Sommerstillstand

Heute war es tatsächlich so, wie V. es bei allen warmen Tagen nennt, nämlich schwül. Da zeigt sich für mein Empfinden der Sommer nicht von der angenehmsten Seite. Eher leidet man darunter, da die Sonnenseiten dann zur Belastung werden. Das verstärkt die gegenwärtige Stimmung, die stark von Urlaub und Stillstand geprägt ist. Man spürt, dass die Menschen gewissermaßen ausharren, bevor sie das nächste Projekt in Angriff nehmen. Es freut mich, dass wenigsten die Bäume und das Holz jetzt wieder in den Fokus rücken. Das sehe ich an mehr Beteiligung an den interaktiven Angeboten von wunschbaum.de. Das sehe ich aber auch am Wiederanlaufen der Bestellungen im Wunschbaum-Shop. Heute konnte ich endlich die in die Jahre gekommene und nicht mehr aktuelle Visitenkarte für den Shop neu gestalten. Gut, dann kann ich sie künftig statt der wunschbaum.de -Karte zu den Sendungen legen.

Zeitlosigkeit und Ausdrucksstärke

Einer der Tage, über die sich nicht viel sagen lässt. Es ist dann, als ob die Zeit eine Pause machte. Mit allen Eindrücken von Unwahrscheinlichkeit, die das mit sich führt. Aber die Pflanzen lassen sich davon nicht beirren. Man könnte meinen, gerade dann sei ihre ganz eigene Zeit gekommen, in der sie sich ganz unbehelligt entwickeln können. Wie auch immer, die gestern fertig gestellten Perlen leuchten beim schwachen Nachmittagslicht wunderbar. Ich freue mich, diese Kombination realisieren zu können. Denn Kastanie und Ölbaum scheinen sich in ihrer Ausdrucksstärke und bedeutungsvollen Farbigkeit gegenseitig zu verstärken.

Gartenkleinklima

Der erste 50 KW-Tag seit Wochen, und deutlich sonniger noch als gestern. Ich wünschte, das würde jetzt anhalten. Nur der Wetterbericht verspricht anderes. Jedenfalls hoffe ich, dass es nicht wieder in diese trüben Tage wechselt, von denen wir zuletzt mehr als genug hatten. Der Garten macht bei solchen Klima jede Menge Freude. Als grüne Lunge zuzusagen, in der nicht nur die Bäume, sondern alle grünen Pflanzen ein Kleinklima schaffen, in dem man sich auch bei Hitze wohl fühlen kann. So war die Arbeit am Olivenbaum- und Edelkastanienholz im Freien heute genau das Richtige. Und in den kommenden Tagen stehen wieder andere kreative Baustellen offen.

Hochsommervegetation

Endlich Sonne. Höchste Zeit, dass die Bäume wieder Licht tanken können. Für die Früchte und das hochsommerliche Blattgrün ist das dringend notwendig. Ansonsten würde die Vegetation jetzt schon von frühherbstlichen Erscheinungen heimgesucht werden. Dazu hat die Arbeit im Freien, an meinen Armbändern, ganz gut gepasst. Und morgen, bei dann auch sommertauglichen Temperaturen, kann ich das aktuelle Projekt wahrscheinlich abschließen. Daneben warten bisher aufgeschobene Projekte, die im weitesten Sinne mit der Unternehmensdarstellung zusammenhängen. Und immer wieder neue Inspirationen für Gestaltungen und Tutorials für praktische Webtechniken, die mir bei künftigen Aufgaben von großem Nutzen sein werden.

Die Rückkehr des Sommers

Ist das ein seltsamer Sommer. Heute wieder dichter Hochnebel, ziemlich kühl und wirklich null Sonne. Und die nächsten Tage sollen dann Hochsommertemperaturen und Sonnenschein kommen. So stark hin und her habe ich das nie erlebt. Andere teilen meine Beobachtung. Wie auch immer, ich lebe an jedem Sonnentag auf. Erstaunlich, dass die Pflanzen diese Intermezzi nicht so übel zu finden scheinen. Immerhin steht unsere eben erst hochgeschossene Sonnenblume kurz davor, ihre Blüte aufzufalten. Und die Wandelröschen haben in den trüben Tagen einmal Luft geschnappt und üppig neue Blüten ausgebildet. Als ob sie die Rückkehr des Sommers vorausahnen. Na ja, ich bin sicher, sie können das besser als wir. Denn heute Abend ist wahrlich nichts vom Schönwetter der nächsten Tage zu erahnen. Das geht wohl wieder über Nacht. Also bisher noch nichts von den ,,Tagen der Mirabelle”. Und doch war das eindeutige Highlight des Tages: Der Rest unseres gestern frisch gebackenen Mirabellenkuchens. Einen Trost gibt’s noch: Ein weiterer ist eingefroren. Und vielleicht suchen wir in den nächsten Tagen ja auch den mit Früchten überladenen Mirabellenbaum auf und versuchen noch mehr zu pflücken. Wie V. sagt, ist das allerdings ein praktisches Problem, da er mitten in einem dichten und hohen Gebüsch steht. Als ob er seine Schätze verteidigen wollte.

Verlebte Natur

Meine Sonnenstundenschätzung für diesen Monat sollte ziemlich genau hinkommen. Es wird nur unwesentlich mehr sein als erwartet. Das ist wenig erfreulich, macht aber Hoffnung auf einen sonnigen Spätsommer. Und tatsächlich hatten wir ja schon Septembermonate mit wunderbarem Sommerwetter, das mit seiner milden Wärme besonders angenehm empfunden wird. Dennoch: Die Bäume scheinen teilweise schon herbstliche Erscheinungen zu zeigen. Nicht nur bei den kleinen Gleditschien im Garten, auch in der freien Natur scheint alles viel weiter zu sein, als es zu dieser Zeit üblich ist. Der Weißdorn beispielsweise trägt jetzt schon reife, weiche Früchte, ebenso die Ebereschen, deren Blätter schon ganz dunkel und verbraucht wirken. Und auch die übrigen hier weit verbreiteten Sträucher, wie der Liguster, die rote Heckenkirsche und das Pfaffenhütchen machen einen merkwürdig verbrauchten Eindruck. Schade, denn durch die Wetterkapriolen der letzten 4-5 Wochen ist uns mal wieder die eigentliche Hochsommerzeit mit ihren sonst so belebenden Naturelementen verloren gegangen. An den Bäumen kann man solches beobachten und bedauern. Nur ändern können wir es nicht.

Persönliches Baumtagebuch von Bernhard Lux: Täglich begegne ich den Bäumen auf vielfältigen Wegen. An ihrem jeweiligen Standort in der Natur, in der Lektüre von Baum- und anderer Literatur, in der alltäglichen Reflexion, der handwerklichen Arbeit und im Gespräch mit der Familie oder Freunden und Kollegen. Es ist mir ein Bedürfnis, diese themenbezogenen Beobachtungen, Interaktionen und Kommunikationen in Form des Baumtagebuchs zu dokumentieren. Seit dem 20. November 2004 habe ich keinen einzigen Tag ausgelassen – ein Zeichen dafür, dass das Baumthema und der Baum als Archetypus tatsächlich im Alltagsleben verankert ist und vielfältige inhaltliche Assoziationen ermöglicht. So mag dieses Baumtagebuch jeden seiner Leser/innen auf die Spur einer je eigenen Beziehung zu den Bäumen führen.