Vorüberlegungen zum Weihnachtsbaum

Heute war noch einmal eine Menge abzuarbeiten. Schließlich will ich mich morgen ganz auf den Weihnachtsbaum konzentrieren. Ich hoffe, wir werden mit den ausladenden Ästen zurechtkommen. Vor allem hoffe ich, dass wir einen Schmuck realisieren, der dem Charakter des Baums entspricht und unserem Esszimmer einen unverwechselbaren weihnachtlichen Glanz verleiht. Weil M. Gold dem Silber vorzieht, habe ich noch einen größeren Satz goldfarbener Kugeln besorgt. Damit waren wir seit Jahren eher unterversorgt bzw. haben lange Zeit auf Kugeln ganz verzichtet. Ich finde aber, dass sie dem Baum einen klassischen, akzentbetonten Charakter verleihen. Deshalb will ich dieses Jahr einmal von gewissen Routinen der letzten Zeit abweichen. Eine gelassene Arbeitsatmosphäre wäre gut. Umso besser kann der Baum gelingen.

Im Schlepptau der Weihnachtsmotive

Die heute im Kundenauftrag gestalteten Weihnachtsgrüße dürften wohl die letzten für dieses Jahr sein. Aber man weiß nie, wer auf den letzten Drücker vielleicht doch noch nachkommt. Was microstock betrifft, bin ich über Nachzügler ganz froh. Nur noch 2 Downloads, und ich habe meinen Silberstatus erreicht. Interessanterweise finden auch meine Baum-Bilder im Schlepptau der Weihnachtsmotive in dieser Vorweihnachtszeit unverhoffte Interessenten. Schade, dass ich nicht noch über mehr solcher Schwerpunktthemen verfüge. Dann wäre das Jahr gleichmäßiger abgedeckt. Als mögliche Felder kann ich mir ,,Vintage” und ,,Materialtexturen” vorstellen. Vielleicht gelingt es mir ,,zwischen den Jahren”, das Thema Beleuchtung noch einmal verstärkt in den Blick zu nehmen. Damit würden die Chancen für einen kontinuierlicheren Ausbau des Portfolios wachsen.

Mehr Aufmerksamkeit durch Reduktion

M. hat einen weiteren Weihnachtskranz an der Eingangstür drapiert. Es ist ein Geschenk von einer ihrer Freundinnen, mit viel Efeu und Stechpalme und wenig Tannengrün. Meiner Vorstellung nach ist es für weihnachtliche Kränze vorteilhafter, wenn das Verhältnis umgekehrt ist: Viel Nadelbaumgrün und ein wenig Ergänzung mit weiteren weihnachtlichen Symbolgewächsen. Dann fallen die nämlich mehr ins Auge, während die Nadelzweige eine generell verständliche Basis darstellen. Es ist wie bei so vielem: Durch Reduktion erreicht man mehr Aufmerksamkeit und Konzentration auf das Wesentliche beziehungsweise Gewollte.

Wer, wenn nicht der Weihnachtsbaum?

Ich weiß nicht wirklich, woran es liegt. Aber V. scheint immer weniger in der Lage zu sein, sich außerhalb seiner Gewohnheiten und persönlichen Ansichten zu bewegen. Und so hat er sich doch tatsächlich heute der Teilnahme am Weihnachtsbaumeinkauf verweigert. Er hätte das im vergangenen Jahr bereits angekündigt. Daran kann ich mich allerdings nicht erinnern. Wie auch immer, dass gerade eines der Hauptsymbole des Gemeinschaftsfestes Weihnachten Gegenstand einer Kommunikationsverweigerung sein könnte, hätte ich nicht für möglich gehalten. So war M. zum ersten Mal überhaupt dabei, als es darum ging, den richtigen Baum zu finden. Wir haben uns nur bei unserem Lieblingshändler umgesehen, der in den vergangenen Jahren eigentlich immer die beste Qualität liefern konnte. Und nach einigem Suchen, Vergleichen und Abwägen haben wir ihn dann auch gefunden, unseren diesjährigen Weihnachtsbaum. Ein sehr ausladendes Exemplar, mit dichtem Astaufbau, auch im oberen Drittel, was ich für die Optik sehr wichtig erachte. Vor allem deshalb haben wir uns letztlich für dieses Exemplar entschieden, auch wenn die Nadeln nicht ganz so kräftig sind wie bei einigen seiner Konkurrenten. Ich hoffe, wir werden mit der Breite hinkommen und der Baum wird genau den Schmuck erhalten, der zu ihm passt und ihm und dem Raum gerecht wird. Das ist nicht unwichtig, denn so viele Menschen, wie in diesem Jahr haben unseren Weihnachtsbaum wohl in der Vergangenheit noch nie gesehen. Ich werde mir Mühe geben. Ungeduld in Sachen Weihnachtsbaumwahl scheint übrigens durchaus verbreitet zu sein. Wenn man andere Kunden beim Weihnachtsbaumhändler so beobachtet, fällt auf, dass viele zwar recht konkrete Vorstellungen haben und Kriterien nennen, das Vergleichen ihnen aber recht schnell zu viel wird, weshalb sie dann letztlich eine wenig nachvollziehbare Entscheidung treffen. Gerade so, als ob es darum ginge, die Sache in einem gesetzten Zeitrahmen hinter sich zu bringen. Ich finde so etwas schlimm, und dass viele, die allein leben, auf einen Weihnachtsbaum verzichten, das kann ich im Übrigen ebenfalls nicht verstehen. Der Baum könnte ja gerade Verknüpfungen herstellen, die sonst vermisst werden. Wer, wenn nicht der Weihnachtsbaum?

Ende der Weihnachtsbildersuche

Die microstock-Weihnachtssaison scheint jetzt doch vorbei zu sein. Das deckt sich mit meinen Erfahrungen der letzten Jahre. Oftmals war schon Anfang Dezember ein Einbruch des Interesses an Weihnachtsmotiven festzustellen. Dieses Jahr scheint sich das etwas länger gehalten zu haben. Was jetzt noch kommt, sind sicherlich eher private Verwender, die noch kurzfristig Motive für ihre Weihnachtsmail suchen. Ich hoffe, dass auch einige zu meinem Portfolio finden. Das würde die jetzt stärker gewordenen neuen Motive noch ein Stück weiter nach vorne bringen – und mich ganz nahe an den fotolia-Silberrang. Es fehlen nur noch 8 ganze Downloads dazu. Das dürfte bis Jahresende zu schaffen sein. Schade allerdings, dass unter dem Suchbegriff ,,Weihnachtsbaum” keines meiner Fotos mehr auf der ersten Suchseite zu finden ist. Gerade die Erfolgsfotografien der Vorjahre sind einfach weggerutscht. Bleibt zu hoffen, dass sie durch einen dieser Zufälle, die ich schon häufig beobachten konnte, wieder an die Oberfläche gespült werden. Vielleicht dann in 2012.

Feiertagsplanung

Dieses Jahr müssen wir sehr vorausschauend sein in punkto Feiertagsplanung. Ms vorgeschalteter Geburtstag, der dem Anlass entsprechend wirklich gefeiert wird, hat uns veranlasst, einiges früher zu erledigen als in ,,normalen” Jahren. So zum Beispiel die Besorgungen und das Verpacken der Geschenke. Ich hoffe, dass uns der erhoffte Vorsprung dann auch tatsächlich bleibt. Noch mehr hoffe ich, dass die Einladung unproblematisch abläuft und so, wie M. es sich wünscht. Bleibt die Frage, wann wir den Weihnachtsbaum holen. Wenn er am Samstag aufgestellt und geschmückt werden soll, muss es wohl während der Woche geschehen. Hoffen wir, dass wir diesmal eine gute Auswahl antreffen und ein standesgemäßes Exemplar für uns aussuchen können.

Keine neuen Weihnachtsbaumsymbole

Noch ein Tag, der im Zeichen der Vorbereitung auf das Weihnachtsfest stand. Eigentlich ist einkaufen weder Ms noch meine Sache. Aber ich denke, wir konnten unsere Vorhaben ganz gut umsetzen und haben in einigen Stunden ein umfangreiches Besorgungsprogramm erfolgreich absolviert. Einige Posten wurden zwar auf dem Merkzettel vergessen, aber das Ausstehende ist noch ohne weiteres nachzuholen. Meine routinemäßige Ausschau nach neuen Weihnachtsdekorationen, insbesondere Weihnachtsbaumsymbolen, war in dieser Saison nicht erfolgreich. Es muss schon etwas ganz Besonderes sein, das meine kleine Sammlung wirklich erweitert, wenn ich mich entschließen sollte. In diesem Jahr sieht es aber so aus, als ob die allzu glatten und mit einem nivellierten Geschmack kompatiblen Designs dominieren. Leider war bisher kein aussichtsreicher Kandidat für meine Sammlung dabei.

Arbeitsroutinen

Ganz schön heftig, so viele Armbänder auf einmal zu bearbeiten. Ich habe bis in die Abendstunden gebraucht, um alle Perlen auf Länge zu bringen und die Hauptperlen und Schlusstücke ganz abzuschließen. Irgendwann zeigen sich dann doch Ermüdungserscheinungen, wenn die Wiederholungen derselben Arbeitsphasen kein Ende mehr nehmen wollen. Aber es kann auch von Vorteil sein, wenn man einen Arbeitsschritt zu Ende bringt. Umso leichter kann man am Folgetag anknüpfen. Ich beobachte dabei ein Phänomen, das dem von Fußballspielern im Turnier ähnlich scheint, die am Ende nochmal alle Reserven mobilisieren, um das Spiel zu einem erfolgreichen Abschluss zu führen: Wenn man sich dem Ende nähert, verselbständigt sich die Routine, und man sieht vor allem das Endergebnis vor Augen. Das kann dann das Arbeitstempo noch einmal beschleunigen.

Der Weihnachtsbaumkauf steht bevor

M. hat Recht. Tatsächlich bleibt nicht mehr allzu viel Zeit, den Weihnachtsbaum zu besorgen. Ich glaube dennoch nicht, dass wir es schon an diesem Wochenende schaffen. Das muss dann wohl während der Woche passieren. Offenbar ist es M. dieses Jahr besonders wichtig, einen schönen großen Baum zu haben, wegen der Geburtstagseinladung. So hoffe ich, dass V. wenigstens diesmal etwas mehr Geduld mitbringt, bis wir den richtigen gefunden haben. Das ist eigentlich nie einfach und setzt auch bei dem Händler ein gewisses Entgegenkommen voraus. Mal sehen, ob wir Glück haben.

Aufgabenreiche Weihnachtszeit

Das war ein ziemlich langer Holztag. Drei Armbänder am Nachmittag fertiggestellt. Viel mehr ist an einem Tag nicht zu schaffen. Und morgen geht’s weiter, mit spannenden Hölzern und einer interessanten Zusammenstellung. Also die Zeit bis Weihnachten ist wahrlich mit Aufgaben angefüllt. Es freut mich, dass ich trotzdem zwischendruch Freude am Hören weihnachtlicher Musik oder am Lesen weihnachtsbezogener Texte habe. Diese Fähigkeit habe ich mir erhalten. Und ich hoffe, sie wird nie verloren gehen.

Wandelröschendiskussionen

M. hat sich heute wieder über meine Weigerung beklagt, die beiden Wandelröschenstöcke zurückzuschneiden. Eben weil es ihrer Vorstellung widerspricht, bis wann bestimmte Gartenarbeiten spätestens erledigt sein sollen. Dabei geht es mir doch nur darum, die Stöcke so gut wie möglich für das neue Frühjahr vorzubereiten. Ich denke aber, dass der Winter nun doch langsam Einzug hält. Die Witterung ist kaum noch herbstlich zu nennen, von den Temperaturen manchmal abgesehen. Inzwischen schleicht sich diese typische Winterkälte in einen hinein. Ein Zeichen, dass der Jahreswechsel nicht mehr weit ist. Insofern wird der Schnitt nicht mehr lange auf sich warten lassen. Wenn die Blüten jetzt tatsächlich abfallen und die Blätter tatsächlich schlapp machen, dann ist der richtige Zeitpunkt, auch um die gestützten Sträucher in ihr Winterkellerquartier zu bringen.

Eine Kondensation des Lichts

Die Arbeit mit Holz ist doch nicht das Schlechteste für diese Jahreszeit. Sonst bringe ich Holz ja eigentlich mit Licht und Sonne in Verbindung. Und dann ist gerade das Arbeiten draußen natürlich schöner. Aber es symbolisiert eben auch das Licht, stellt quasi eine Kondensation des Lichts dar. Und so kann das handwerkliche Arbeiten mit Holz das Licht wieder zurückholen, ein Stück der helleren Jahreszeit lebendig werden lassen. Wenn diese Symbolik auch den späteren Trägern offensichtlich wird, dann ist die Intention des Wunschbaum-Shop-Projekts voll und ganz verwirklicht. Dass sich gerade so kurz vor Weihnachten viele wieder davon angesprochen fühlen, finde ich besonders motivierend.

Ruhepol Adventsonntag

Inzwischen sondiere ich schon mögliche Motive für meine diesjährige Weihnachtsmotive-Fotoserie. Da kommt einiges in Frage, z. B. der Adventskranz mit Paillettenaufsatz und weißer Kerze. Oder Rudolf, unser Plüsch-Rentier, vor weihnachtlichem Hintergrund, versteht sich. Auch eine Neuauflage des Glasweihnachtsbaums habe ich mir vorgenommen. Dabei will ich diesmal nur den oberen Teil ins Bild bringen, da die Spiegelungen des unteren eher störend wirken und die Form der Weihnachtsbaumsilhouette und die sich darin spiegelnden und durchscheinenden Farben noch deutlicher hervortreten. Denn unmittelbare Aussage ist immer besser, gerade im Bereich von Symbolmotiven. Ansonsten genieße ich die Ruhe der Adventssonntage. Bevor die Wochentage die eigentlich unvermeidliche Unruhe der Vorweihnachtszeit wieder zum Vorschein bringen.

Vertrauen in den Zyklus des Natürlichen

V. hat ganz tolle mit Flechten bewachsene Zweige gefunden. Zusammen mit den künstlichen Glitzerzweigen sind sie eine wunderbare Weihnachtsdekoration, die Freude macht. Wir hatten im letzten Jahr schon ähnliche, die waren aber weniger verästelt. Diese hier sind viel attraktiver, wirken in ihrem filigranen Aufbau sehr natürlich. Und tatsächlich standen sie ja auch vor wenigen Tagen noch im Freien. Eine schönere Weihnachtssymbolik kann man sich kaum vorstellen als dieses Hereinholen des Gewachsenen in einer Jahreszeit, in der das Dunkel zunehmend dominanter wird. Auch wenn diese Zweige vermutlich schon vorher abgestorben waren, wirken sie wie Sinnbilder der jahreszeitentypischen Vegetation. So steht eben manchmal das Tote für die Hoffnung auf Leben, das Farbreduzierte für die bunten Farben des Frühlings, der dem unwirtlichen Winter folgt. Es ist so, als ob die Fülle und Farbigkeit in der Kargheit und im Grau verborgen liegt. Es braucht nur unser Vertrauen in den unerschütterlichen Zyklus des Natürlichen.

Persönliches Baumtagebuch von Bernhard Lux: Täglich begegne ich den Bäumen auf vielfältigen Wegen. An ihrem jeweiligen Standort in der Natur, in der Lektüre von Baum- und anderer Literatur, in der alltäglichen Reflexion, der handwerklichen Arbeit und im Gespräch mit der Familie oder Freunden und Kollegen. Es ist mir ein Bedürfnis, diese themenbezogenen Beobachtungen, Interaktionen und Kommunikationen in Form des Baumtagebuchs zu dokumentieren. Seit dem 20. November 2004 habe ich keinen einzigen Tag ausgelassen – ein Zeichen dafür, dass das Baumthema und der Baum als Archetypus tatsächlich im Alltagsleben verankert ist und vielfältige inhaltliche Assoziationen ermöglicht. So mag dieses Baumtagebuch jeden seiner Leser/innen auf die Spur einer je eigenen Beziehung zu den Bäumen führen.