Winterhärte

Ich hoffe, die Gartenbäume werden sich im Frühjahr ohne allzu große Schäden präsentieren. Besonders der Feigenbaum macht mir da Sorgen, da es doch extrem kalte Tage und Nächte gab. Mit Frostschäden an mediterranen Gewächsen ist da immer zu rechnen. Auch der Efeu sieht ziemlich zerrupft aus. Nur der Stechpalme und dem Ginkgo scheint der Winter nichts anzuhaben. Die Gleditschien haben die kalte Jahreszeit erstmals im Freien verbracht. Zwar ein wenig mit Tüchern umhüllt, aber es war doch eine Härteprobe. Mal sehen, wie früh sie grünen werden, und ob sie nochmal einen Wachstumsschub im Frühsommer machen. Besser wäre es noch, wenn das Wachstum sich über einen längeren Zeitraum erstreckte, denn die Stämmchen sind immer noch kaum über Streichholzstärke hinaus gekommen.

Seelenmatrix

Wenn ich sonntags zum Lesen von Nicht-Fachlichem komme, nehme ich das als großen Luxus wahr. Heute mit einem Buch über die Struktur der Seelenmatrix. Unheimlich spannend, mit vielen Anregungen zur Selbstreflexion und Selbstbeobachtung. Vor allem der weite Betrachtungsrahmen über die Entwicklung der Seele über viele Inkarnationen hinweg ist sehr eindrücklich und einleuchtend in dieser wiedergegebene Botschaft aus einer höheren Quelle. Dabei konnte u. a. meine besondere familiäre Konstellation, auch mein besonderes Verhältnis zur Natur und den Bäumen aus ungewöhnlicher Perspektive beleuchtend. Eine bereichernde Sichtweise, aus der alle möglichen Anregungen entspringen könnten.

Brachliegendes

Schön, wenn ich samstags einigen praktischen Arbeiten nachgehen kann. Das Auto ist jetzt auch wieder fit für die Sommerzeit. Und mit dem Auffüllen des Brennholzes dürfte diese Saison auch dem Ende zu gehen. So hoffe ich, morgen endlich wieder zu Lesen zu kommen. Um meinen hohen Stapel bisher ungelesener Baumliteratur zu Leibe zu rücken. Da gibt’s noch so vieles zu entdecken. Und vielleicht entsteht daraus auch wieder ein eigener Baumtext. Eine weitere Baustelle, die allzu lange brach liegt.

Frühlingsbelebungen

Viel Sonne und ein Tag, der dennoch von Bildschirmarbeit geprägt war. Ich schätze, nachdem V. heute so viel Zeit im Wald verbracht hat, wird morgen wieder Brennholzsammeln und -transportieren angesagt sein. Dann ist unser Vorratshaufen auch wieder aufgefüllt. Genug für mindestens 2 Jahre. Und vielleicht kommt im Laufe des Jahres ja auch noch ein wenig Obstbaumholz hinzu. Diese Arbeit macht Spaß, wenn es angenehm warm und hell ist. Der Frühling lässt viele Menschen aufatmen und setze ins Stocken geratene Entwicklungen wieder in Gang. Schön wenn dann schon verschüttet Geglaubtes zum Abschluss gebracht werden kann.

Vorfrühlingslicht

Die Vorfrühlingssonne lässt die Dinge jetzt in einem klareren Licht erscheinen. So gelangen immerhin ab und zu Objekte ins Zentrum der Aufmerksamkeit. So wie diese Brennholzscheite, an denen ich häufig bei meinen mittäglichen Spaziergängen vorbeikomme.

Brennholzscheite

Ansonsten aber sind die Pflanzen noch sehr vorsichtig. Vielleicht sind es ja die kalten Nächte, die bis Frosttemperatur reichen. Irgendetwas in der feinfühligen Vorausschau hält sie aber, Blätter und Blüten zu bilden. Die Knospen allerdings sind schon erkennbar. Nur der richtige, ungefährliche Zeitpunkt steht noch aus. Vielleicht schenkt uns der Samstag noch so viel Sonne wie heute. Dann könnten wir unsere Brennholzaktivitäten weiterführen.

Grabstätten

Der Zaun vor Gs Grab ist jetzt endlich wieder neu errichtet worden. So liegt es nicht mehr offen da. Schade nur, dass die ganzen Sträucher kurz über dem Boden gestutzt wurden, so dass man vorerst nur noch eine kahle Pflanzenwüste erblickt, zudem die Sträucher um den Zaun herum ebenfalls gerodet wurden. Kein sehr schöner Anblick. Nur die Hainbuche ist schön in Form geschnitten worden. Lange Zeit machte sie einen ziemlich verwachsenen Eindruck. Nun verzweigen sich zwei Hauptäste von dem inzwischen starken Stamm in etwa 2 Meter Höhe. Zusammen mit der gegenüberliegenden Roteiche bildet das ein schönes Ensemble. Wie lange wir G. noch an ihrem Grab besuchen dürfen, ist noch unklar. Die Behörden informieren einen nicht frühzeitig. Stattdessen wird irgendwann ein Schild vor Ort aufgestellt, das eine Frist wiedergibt. Besonders M. würde sich freuen, wenn es uns noch eine Weile erhalten bliebe. Denn später geht einfach ein Ort der Erinnerung verloren. Das geschieht allerdings auch schon bei vielen Gräbern, die noch vorhanden sind. Wenn die Angehörigen keine Zeit oder Möglichkeit mehr haben, sich zu kümmern. Oder wenn alle Angehörigen bereits verstorben sind. So ist der Friedhof immer auch ein Ort für traurige Eindrücke und ein Spiegel unserer aktuellen gesellschaftlichen Verhältnisse.

Anlaufversuche

Mehr Sonne als erwartet. Manchmal kann man das nicht richtig einschätzen. Und beim Spaziergang merke ich, dass viele Bäume und Sträucher Knospen angesetzt haben. Jetzt ist es nur noch eine Frage von Tagen, bis das erste Grün auch sprießt. Irritiert hat mich aber die Wettervorhersage, nach der gegen Ende des Monats wiederum eine Kälteeinbruch kommen soll. Das passt so gar nicht zu der derzeitigen Aufbruchstimmung in der Natur. Hoffen wir auf einen milden Verlauf.

Es werde Frühling – aber nicht zu schnell

Der erste Tag seit langem, der den Frühling richtig spürbar machte. Es zieht die Menschen dann magisch ins Freie. So viele wie heute waren lange nicht in der Mittagsstunde unterwegs. Wie ich schon sagte, da machen sich Entzugserscheinungen bemerkbar. Und neue Lebensgeister entstehen, gerade als ob man auf das Erwachen in der Natur gewartet hätte. Ich freue mich jetzt auf die ersten Knospen und das unvergleichlich helle Grün der Ahorne. Auch auf die ersten weißen Blüten des Schlehdorns. Wenn die da sind, kann alles ganz schnell gehen. Hoffentlich nicht alles gleichzeitig. Das wäre für die ohnehin geschwächten Bienen weniger vorteilhaft.

Vor dem Frühlingsanfang

Bei einigen Sträuchern und Bäumen zeigen sich schon die ersten noch geschlossenen Knospen. Vor allem beim Kirschbaum habe ich das beobachtet. Und die Weiden blühen ja auch schon seit einigen Wochen, zumindest an manchen klimatisch begünstigten Orten. In der nächsten Woche rechne ich jetzt tatsächlich mit dem Kommen des Frühlings. Und ich hoffe, er bringt endlich das Licht, das wir im ersten Drittel des Monats meist vermisst haben. Sonst könnte das die größte Sonnenlichtpleite des Jahres werden, wenn wir es mit demselben Monat des Vorjahres vergleichen.

Brennholzsamstage

Der Samstag stand in den letzte Wochen ganz im Zeichen der Brennholzbeschaffung. V. lässt derzeit keine Ruhe, bis er sein Brennholzlager vollständig aufgefüllt hat. Er sagt dann immer, es müsse ja zwei Jahre liegen. Für das Fichtenholz, das wir zurzeit aus dem eigenen Waldstück holen, trifft das wohl nicht ganz zu. Es dürfte schon früher brennfähig sein. Aber grundsätzlich kann es natürlich nichts schaden, sich frühzeitig zu kümmern. Nur ohne Sonne macht die Schlepperei der schweren, weil noch nassen, Abschnitte, keinen wirklichen Spaß. Schon eher die kunsthandwerkliche Arbeit am Vormittag, die ich jetzt abschließen konnte. Ich hoffe, mit dem Frühling keimt auch die Nachfrage wieder mehr auf. Um diese Zeit ist sonst viel mehr passiert.

Einstimmen auf den Frühling

Die Umstellung auf den Frühling ist überraschend anstrengend. Ich nehme das als eine körperliche Herausforderung wahr. Und tatsächlich kann man daran erkennen, dass der Frühling untrüglich bevorsteht, und zwar bevor eine tatsächliche Konstanz in der Witterung festzustellen ist. Ein weiterer Beweis dafür, wie stark wir von biologischen Faktoren abhängig und geprägt sind. Nur so kann ich es mir erklären, dass die ansonsten so angenehme und entspannende kunsthandwerkliche Arbeit mit den Hölzern unterschiedlicher Baumarten heute irgendwie zähflüssig voran ging. Trotz wunderbaren Lichts im Außen. Ich führe das auf den nahenden Frühling zurück. Das wird sich bald ändern, wenn er denn da ist. In der Übergangszeit aber müssen wir an dem Einstimmen auf die neuen Verhältnisse arbeiten.

Lichtmenschen

Das ist eine Übergangszeit. Man spürt jetzt schon, dass der Frühling die Kraft hat, sich durchzusetzen. Er geht diesen Versuch aber noch langsam an. So erfreut uns die Sonne derzeit nur phasenweise. Ich bin aber guter Hoffnung, dass wir in der nächsten Woche die typisch wohlige Wärme haben werden, die den Frühling kennzeichnet, neben dem hellen Grün der ersten Blätter und den vielen Farben, die uns die Blüten von Sträuchern und Bäumen bescheren. Neben dem Licht sind es vor allem die Farbakzente, auf die ich mich freue. Nach einem so langen Winter hat man schon Entzugserscheinungen. Oder wie es einer meiner Kunden vor einigen Tagen sagte: Wir sind als Lichtmenschen geschaffen. Wie wahr.

Baumarten kennenlernen

Mit dem Abfotografieren der Kette aus 33 Hölzern ist diese Auftragsarbeit jetzt so gut wie abgeschlossen. Morgen will ich sie verschicken. Das Foto mit eingezeichneten Beschriftungen war notwendig, damit später noch eine Zuordnung möglich ist. Da gibt’s schon einige Hölzer, die man leicht verwechseln könnte. Ich bin sehr gespannt, ob das Ergebnis gefällt bzw. ob es überhaupt eine Rückmeldung gibt. Wenn die Kette tatsächlich zu Demonstrationszwecken für Kinder verwendet werden sollte, wie angedeutet wurde, fände ich das toll. Auch wenn aus so kleinen Perlen die Anmutung der jeweiligen Holzart nur bedingt erkennbar ist. In jedem Fall kann die Zusammenstellung auf die Vielfalt der Baumarten aufmerksam machen und den einen oder anderen Baumnamen ins Gedächtnis rufen oder überhaupt erst bekannt machen. Wenn also Interesse geweckt wird, ist das Ziel des Wunschbaumprojekts in jedem Fall erreicht.

Lange Ofensaison

Mal ein lichterer Tag zwischendurch. Der Spaziergang bringt dennoch kaum Reize. Nur die Blumen im Garten, Krokusse und Schneeglöckchen, halten sich länger als jemals zuvor, nachdem die Witterung über Wochen so moderat war, dass sie keinen Grund fanden, zu verblühen. Immerhin davon haben wir diesmal sehr viel. Die Ofensaison können wir aber immer noch nicht beenden. So werden die letzten Vorräte unserer Buchen- und Fichtenabschnitte, eben erst aufgefüllt, wohl ziemlich vollständig verbraucht werden.

Persönliches Baumtagebuch von Bernhard Lux: Täglich begegne ich den Bäumen auf vielfältigen Wegen. An ihrem jeweiligen Standort in der Natur, in der Lektüre von Baum- und anderer Literatur, in der alltäglichen Reflexion, der handwerklichen Arbeit und im Gespräch mit der Familie oder Freunden und Kollegen. Es ist mir ein Bedürfnis, diese themenbezogenen Beobachtungen, Interaktionen und Kommunikationen in Form des Baumtagebuchs zu dokumentieren. Seit dem 20. November 2004 habe ich keinen einzigen Tag ausgelassen – ein Zeichen dafür, dass das Baumthema und der Baum als Archetypus tatsächlich im Alltagsleben verankert ist und vielfältige inhaltliche Assoziationen ermöglicht. So mag dieses Baumtagebuch jeden seiner Leser/innen auf die Spur einer je eigenen Beziehung zu den Bäumen führen.