Zu kalt für Frühling

Jetzt sind die Bäume und Sträucher doch schon überwiegend grün. Der Weißdorn hat seine Blätter fast vollständig ausgefaltet und zeigt bereits kleine, noch nicht geöffnete Blütenköpfchen. Das scheint mir wieder eine reichhaltige Blüte zu werden. Und auch bei einigen Ahornbäumen tut sich endlich etwas. Die Blätter sind jetzt gleichzeitig mit den Blüten zu sehen – und sind fast nicht von diesen zu unterscheiden. Ein einziges Hellgrün, das einem im Auge blinkt. So frisch und jung, dass es allein für den Frühling stehen kann. Aber die Blüten scheinen mir dieses Jahr weniger ausgeprägt zu sein. Oft nur im Kronenbereich, und es sind weniger als sonst. Wohl auch eine Folge dieser Wetterkapriolen, bei denen selbst die Wettervorhersage immer öfter daneben liegt. Jetzt könnte es endlich mal konstant wärmer werden. Der frostige Wind passt einfach nicht mehr in die Jahreszeit. Auch würde gerne wieder im Freien meiner Handwerksarbeit nachgehen können. Möge der Frühling endlich seinem Namen gerecht werden.

Sprachausgabe und akustisches Archiv

Eigentlich habe ich es ja nicht so mit Sprachausgabe auf Webseiten. Aber nachdem ich erste Experimente mit meinem neuen Digital Voice Recorder unternommen habe, kann ich es mir in bestimmten Bereich schon vorstellen. Zum Beispiel könnte ich meine 7-zeiligen Texte über die einzelnen Bäume des keltischen Baumkreises selber sprechen und als Sprachdatei auf wunschbaum.de und/oder wunschbaum.com hinterlegen. Ich denke noch darüber nach. Auch über die Möglichkeiten der Selbstmusealisierung, sprich Tonfragmente aus der Familie und von Bekannten zu sammeln. Sozusagen ein akustisches Archiv. Ich bin gespannt, ob ich aus dieser Möglichkeit meine Archivierungs- und Tagebucharbeit eine neue Dimension hinzufügen werde, oder ob es doch eher im Sande verläuft.

Eine schöne Arbeit

Wieder drei neue Armbänder fertiggestellt. Und nächste Woche folgen voraussichtlich noch weitere drei. Es ist schön, wenn sich im Frühjahr und Sommer die Bestellungen häufen. Dann ist die Arbeit mit den verschiedenen Hölzern von besonders viel Licht begleitet, einfach passend zum Gegenstand. Denn das Holz ist für mich immer mit dem Licht verbunden, das die Bäume Zeit ihres Lebens aufgenommen und für ihr Wachstum genutzt haben. Eine Art Kondensation dieses Lichts. Ich glaube, das ist es, was die energetische Stärke der Lebensbaum- und Wunschbaum-Armbänder ausmacht. Bei den Partner-Armbändern kommt noch die Symbolik der Verbundenheit zweier Partner mit je eigenen Charaktereigenschaften hinzu. Eine schöne Arbeit, von der ich hoffe, sie wird mir noch lange erhalten bleiben.

Neue microstock-Versuche

Mit photodune und photokore will ich einmal zwei neuere microstock-Agenturen austesten. Man kann schwer vorhersagen, ob sie ein anderes Marktsegment oder eine andere Kundengruppe abdecken. Aber ich denke, mit meinen Natur- und Objektfotografien liefere ich zeitloses Material ab, das eigentlich generell Interesse finden müsste. Besonders gespannt bin ich, ob über photokore, eine auf den wachsenden asiatischen Markt zugeschnittene Plattform, Traffic herzustellen ist. Und ob meine vielleicht sehr europäischen Motive den dortigen Geschmack treffen. Mit scheint, auch in puncto microstock habe ich noch lange nicht alles entdeckt.

Äußere Anstöße

Die Arbeit am Holz kommt mir zum Wochenende hin sehr recht. Damit kann man ganz gut ignorieren, dass sich der Frühling gerade mal wieder verabschiedet hat oder zumindest nicht viel davon wahrzunehmen ist. Schade nur, dass es tagsüber einfach noch zu kühl draußen ist. So muss ich immer noch mein Kellerquartier nutzen für die mehrstündige Feinarbeit an den kleinen Perlen. Und nächste Woche geht’s weiter, mit anderen Hölzern. Ich ahne, dass mit dem Durchbruch des richtigen Frühlingswetters auch die Zugriffe auf wunschbaum.de und wunschbaum.com wieder zunehmen werden. Die Menschen brauchen eben den äußeren Anstoß, um ihre Aufmerksamkeit auf die faszinierenden Details und die reichhaltige Symbolik der Bäume zu lenken.

Erfolgsbilder

Mein jüngstes Baumscheibenbild, das mit der dicken Borke, hat sich bis auf den dritten Platz meiner fotolia-Rangskala vorgearbeitet. Damit sind gleich zwei Baumscheiben unter den ersten drei. Es ist aber nicht leicht, das zu duplizieren, denn jedes dieser Motive hat etwas ganz besonderes, das es für bestimmte Einsatzzwecke attraktiv macht. Mit allzu viel Überlegung und Plan darf man an ein solches Motivvorhaben deshalb nicht gehen. Es muss sich ähnlich wie das Fotografieren in der Landschaft an der Stimmung und der besonderen Situation orientieren. Ich hoffe, dieses Frühjahr und der Sommer bieten noch viele Möglichkeiten und neue Erfolgsbilder.

Unentschlossener Frühling

Brr, ganz schön frostig. Habe heute den Fuß nur für einen kurzen Spaziergang vor die Tür gesetzt. Aber es gab auch noch jede Menge aufzuarbeiten und vorzubereiten. So wirkt die Innenraumarbeit bei ungemütlichem Aprilwetter nicht allzu abwegig. Ansonsten ist die Gründecke zwar insgesamt stärker geworden. Vieles, z. B. die Ahornblüte, hinkt aber nach wie vor hinterher. Der Weißdorn dagegen lässt schon die Blütenknospen blicken, aber noch ganz fest und vollständig geschlossen, während die Blätter sich weitgehend aufgefaltet haben. So ist der Frühling schon optisch präsent, bei vielen Baum- und Straucharten zeigen sich aber noch Verzögerungen, die stark von dem durchschnittlich Erwartbaren abweichen. Es wäre wichtig, dass später nicht alles gleichzeitig blüht. Denn sonst haben die wenigen starken Bienenvölker zu wenig Gelegenheit, ihren Fleiß unter Beweis zu stellen. Hoffen wir auf eine lang ausgedehnte und gleichmäßige Blütensaison ohne große Ausreißer.

Zeitliche Räume für Traditionen und Wünsche

Kein Tag für einen Feiertagsspaziergang. Aber einer, der zur Besinnung und zum Ruhigsein sehr geeignet war. Insofern ein idealer Ostermontag. Ich bin froh, dass wir in Deutschland noch eine vergleichsweise reiche Feiertagskultur pflegen. Zumindest auf dem Papier. Aber ich wage einmal zu behaupten, dass für die meisten sich Feiertage anders anfühlen als gewöhnliche Werktage, und auch anders als normale Sonntage. Für mich jedenfalls tragen sie eine besondere Aura, die sie deutlich abhebt und mein Empfinden und die Wahrnehmung an diesen Tagen wesentlich prägen. Sie sind die Gelegenheit, Symbolik fassbar zu machen, sie in konkreten Ritualen und Traditionen lebendig werden zu lassen. Das hat viel mit familiären Traditionen und Gewohnheiten zu tun, aber eben auch mit dem, was unsere Gesellschaft zusammenhält. Bestimmte christliche Grundwerte zum Beispiel. Schön, dass wir zeitliche Räume zur Verfügung haben, um das nicht vergessen zu lassen. Räume, in denen es sich weiterentwickeln und unsere Kultur bereichern kann. Und auch schön, dass an solchen verlängerten Feiertagswochenenden die Menschen sich mehr als sonst mit Themen beschäftigen, wie ich sie in den Wunschbaum-Projekten aufgreife. Das sehe ich an dem wieder verstärkten Interesse an den Lebensbaum-Armbändern, aber auch an einer neuerlichen Zunahme der Wünsche, von denen ich zwischenzeitlich schon dachte, sie seien gar nicht mehr vorhanden. Aber das Wünschen ist eben immer noch aktuell. Die Menschen müssen nur die nötige Ruhe dafür schaffen können.

Runder Ostersonntag

In diesem Jahr haben wir einmal nicht die Osternachtfeier am Karsamstag besucht, sondern das Osterhochamt in St. G.. Ich denke, das war die richtige Wahl, denn dieser Ostersonntag hat uns mit zwar wechselhaftem, aber dennoch phasenweise sonnigem Wetter wieder versöhnt, nachdem das Feiertagswochenende zunächst nicht so toll auszufallen schien. So haben wir einen sehr schönen Tag im Kreise der Familie verbracht. Mit ausgedehnten Mahlzeiten, dem Gottesdienstbesuch und sogar einem gemeinsamen Spaziergang am späten Nachmittag. J. hatte es dabei vor allem auf einige trockene Zweige mit Flechten abgesehen, die wir am Vortag dort erblickt hatten. Wir haben dann auch einige schöne Weißdorn- und Heckenrosenzweige gefunden, die mit meist schwefelgelben Flechten besetzt waren. Nur bei einigen abgestorbenen Exemplaren waren die Flechten schon ergraut. Ein schöner runder Ostersonntag.

Christliche Traditionsschau

Das kühlere Wetter ist vielleicht ganz gut für die Bäume, die noch einmal Luft schnappen können, bevor das Grünen und Blühen flächendeckend beginnt. Weniger gut allerdings für die Osterausflügler und Osterspaziergänger. Denn bei so wenig Licht und immer nur Wolken und Wind kommt so richtige Bilderbuchstimmung nicht auf. So richtet sich unser Blick vielleicht stärker als sonst in Richtung der eigentlichen Bedeutung des Osterfestes als Fest der Wandlung und der Hoffnung aller Christen, das eine spirituelle Leitlinie vorgibt.

Das Mysterium von Golgatha

Ein Karfreitag, der dem Feiertag angemessen war. Die Liturgiefeier am Nachmittag hatte ich früher als Messdiener nur sozusagen dienstlich erlebt. Jetzt nehme ich die gesprochenen Texte inhaltlich viel bewusster wahr. Auch die Erzählung von Pastor M. über die Historie des Feiertags-Kruzifixes der Pfarrkirche fand ich sehr beeindruckend und so passend aus Anlass der Osterfeiertage ausgewählt. Da stellen sich plötzlich Verbindungen her zu unserem verstorbenen Pfarrer und einem expressionistisch arbeitenden Süd Tiroler Herrgottschnitzer. Das Holz des Kreuzes hatte ich vor einigen Jahren in meinem Text zur christlichen Bedeutung des Lebensbaumbegriffs thematisiert. An keinem anderen Tag kann man den Grundgedanken der Wiederentstehung nach dem Tod besser vergegenwärtigen als am Karfreitag. Wie ein inhaltlich stimmiger Abschluss meiner Feiertagsreflexionen wirkte dann die erneute Lektüre des letzten Vortrags von Rudolf Steiner aus seiner Vortragsreihe über den Tod und das Leben. In diesem Text geht er u. a. auf historische Verhältnisse ein, die den Kreuzestod des Christus mit einer bahnbrechenden Weichenstellung in der geistigen und seelischen Entwicklung der Menschheit in Zusammenhang bringen. Das Mysterium von Golgatha öffnet nach dieser Gedankenlinie heute noch den Weg zu einer Auffassung des menschlichen Lebens, die weit über die leibliche und seelische Verfasstheit des Individuums hinausgeht. Die Erfahrung des Unbegreiflichen und im Verstand nicht vollständig fassbaren ermöglicht aus der konkreten Lebenserfahrung heraus erst den Zugang zum Geistigen und damit zu einer Ebene des Lebens, die über die einzelne Inkarnation hinausgeht. So schlüssig wie heute hatte ich den Text bei meiner letzten Lektüre noch nicht empfunden. Ein Grund, bestimmte Texte nur an bestimmten Tagen zu lesen, an denen der Nährboden zu ihrem Verständnis gelegt ist.

Vor den Feiertagen

Geschafft. Wie immer waren die Tage vor den Feiertagen arbeitsintensiv. Man will noch alles Mögliche wegarbeiten. Eigentlich nicht die beste Vorbereitung auf das Osterfest. Aber ich hoffe, dass wenigstens die Feiertage selber entspannt verlaufen und wir zur Ruhe kommen können. Darin sehe ich eigentlich den Sinn kirchlicher Traditionen. Wäre schade, wenn das ganz verloren ginge. Auch wenn es für Kinder noch oft selbstverständlicher zu realisieren ist. Ich finde es schön, dass mit dem sich entwickelnden Frühling die Arbeit mit meinen Hölzern und den Lebensbaumprojekten wieder intensiver werden. Genau die richtige Arbeit, um den Kopf zwischendurch frei zu kriegen. Diesmal sind Ahorn und Hainbuche angesagt. Hölzer, die ich eher selten verarbeite und deren Kanteln mir dennoch ausgegangen waren. So musste ich heute noch einen neuen Vorrat aufbereiten. Eine gute Gelegenheit, die besonderen Eigenschaften dieser Hölzer einmal wieder studieren zu können.

Lebenssymbolstark

Das Gelb-Grün wird nun doch stärker und beginnt, den Landschaftseindruck zu dominieren. Tatsächlich strahlen die jungen Blätter der Weiden, der Traubenkirsche und des Weißdorns ein sehr helles, gelblich wirkendes Grün ab. Dabei werden sie durch die Ahornblüten ergänzt. Das beruhigt mich, denn es zeigt, dass die Pflanzen dem Frühling allmählich trauen. Auch wenn die nächsten Tage durchwachsen sein sollten und die Temperaturen zeitweise abstürzen. Im Schnitt ist die Jahreszeit des Aufbruchs doch nicht mehr aufzuhalten. Und mit dieser Aufbruchsstimmung der Natur wächst auch das Interesse an der Beschäftigung mit den Bäumen als den lebenssymbolstärksten Repräsentanten der pflanzlichen Welt.

Impressionistisches Licht

Jetzt kommen zwischendurch doch noch kältere Tage. Und ausgerechnet über Ostern soll es empfindlich kalt sein. Irgendwie alles verkehrt. Ich hoffe, dass dabei wenigstens die Sonne hervorkommt und man einige feiertägliche Spaziergänge machen kann. Bis auf die wenigen meist weiß blühenden Sträucher gibt’s zurzeit zwar noch keine wirklich attraktiven Baummotive in der freien Landschaft. Aber das Gehen an sich macht gerade im Frühling, wenn die Sonne zwar wärmend, aber nicht Schweiß treibend ist, besonders viel Freude. Es ist dann im wörtlichen Sinne mit einer Aufbruchstimmung verbunden. Spaziergänge an Ostern selber wirken bei entsprechender Witterung dann so auf mich, dass ich mich in eine Landschaftsszene versetzt fühle, wie sie die Impressionisten so wunderbar festhalten konnten. Wenn sich das Licht quasi in der Natur auflöst, von ihr auszustrahlen scheint, obwohl es doch eigentlich reflektiert wird.

Persönliches Baumtagebuch von Bernhard Lux: Täglich begegne ich den Bäumen auf vielfältigen Wegen. An ihrem jeweiligen Standort in der Natur, in der Lektüre von Baum- und anderer Literatur, in der alltäglichen Reflexion, der handwerklichen Arbeit und im Gespräch mit der Familie oder Freunden und Kollegen. Es ist mir ein Bedürfnis, diese themenbezogenen Beobachtungen, Interaktionen und Kommunikationen in Form des Baumtagebuchs zu dokumentieren. Seit dem 20. November 2004 habe ich keinen einzigen Tag ausgelassen – ein Zeichen dafür, dass das Baumthema und der Baum als Archetypus tatsächlich im Alltagsleben verankert ist und vielfältige inhaltliche Assoziationen ermöglicht. So mag dieses Baumtagebuch jeden seiner Leser/innen auf die Spur einer je eigenen Beziehung zu den Bäumen führen.