Harte und weiche Hölzer

Die vier Stäbe für die aktuelle Armbandarbeit sind schon erstellt. Das ist schon mal gut, denn von der Qualität der Stäbe hängt der ganze Rest ab. Eine interessante Mischung von Hölzern. Zwei Weiche, nämlich Linde und Tanne, ein hartes, nämlich Ahorn, und dann noch Lärche, die irgendwo dazwischen liegt und gerade deshalb schwer zu bearbeiten ist. In ihr wechseln sich nämlich harte und sehr weiche Lagen ab. Ganz schwierig, dabei einen runden Querschnitt zu realisieren. Im Ergebnis allerdings wirkt es sehr dekorativ und energiegeladen. Ich bin sicher, auch die Perlen werden das ausstrahlen. So hoffe ich, dass für die übrigen Arbeitsschritte das Wetter wieder wechselt und ich die letzten Sitzungen im Freien haben kann. Die Kellerzeit kommt noch früh genug.

Prächtige Gartenbäume

Ein erholsamer Ausflugs- und Besuchs-Feiertag, der besseres Wetter brachte als erwartet. So konnten wir in Js und Ws Garten sitzen und die zeitweise wärmenden Sonnenstrahlen genießen. Vielleicht gibt es in diesem Jahr nicht mehr so viele Gelegenheiten dazu. Die Bäume des Gartens haben sich seit meinem letzten Besuch prächtig entwickelt. Besonders das Ensemble aus Walnussbaum und Edelkastanie im Vorgarten gefällt mir sehr gut. Bei sind sehr schön in Form geschnitten. Der schon große Nussbaum ist von dem über den Gehweg hängenden Ast befreit und bildet eine weitgehend ausbalancierte Krone. Und den kleinen Kastanienbaum haben sie im unteren Stammabschnitt beschnitten und ihm dadurch erstmals eine richtige Baumform verliehen. Er drohte nämlich, sich in eine Art Busch zu verwandeln. So ist er sicher weiter entwicklungsfähig und wird sich bald schon zu einem stattlichen Baum mit kräftig grünen Blättern, ersten Früchten und breit gefächerter Krone auswachsen. In der Zusammenschau mit dem Nussbaum wird das in einigen Jahren ein wunderbares Fruchtbaumpaar abgeben. Auch die Ebereschen des Hintergartens sind schön kräftig geworden. Die Stützen benötigen sie zwar noch, aber allzu viel wird ihnen nicht mehr passieren können. Die schwächere hat im Übrigen die stärkere im Stammumfang schon fast aufgeholt. Es scheint so, dass sie beschlossen haben, im Gleichklang zu wachsen, um irgendwann zum als Einheit wahrgenommenen Duo-Baum mit einem strahlend weißen Blütenmeer im Frühjahr und leuchtend roten Früchten im Sommer zu werden.

Beitrag zum christlichen Lebensbaum noch nicht erschienen

Der Sammelband mit Beiträgen zur Kulturlandschaft des Warndt ist anscheinend immer noch nicht erschienen. Schade, er war zuletzt für den August angekündigt worden. Ich hoffe, dieses Jahr wird noch etwas daraus. Wäre doch schön, wenn mein Text zum christlichen Lebensbaum, der als kulturgeschichtlicher Zwischentext gedacht ist, endlich auch einmal in einem Buch gelesen werden könnte. Die ausführlichere Langform des Textes ist zwar ohnehin auf wunschbaum.de zu lesen und kann auch als pdf von Interessierten heruntergeladen werden. Die Einbettung in zahlreiche vor allem naturwissenschaftlich motivierte Buchbeiträge ist aber doch etwas anderes. Ich bin sehr gespannt, wie er sich unter so viel andersartigen Inhalten behaupten kann.

Der Herbst dauert hoffentlich noch lange an

Viel Sonne heute noch. Aber es sieht so aus, als ob der nächste Wetterumbruch schon wieder bevorsteht und wir einen eher mäßigen Feiertag erleben. Na ja, es ist ohnehin nur ein gesetzlicher. Wir werden ihn nutzen, um nach langem einmal wieder J. und W. in G. zu besuchen. Bin gespannt, wie sich die Gartenbäume dort über den Sommer entwickelt haben. Schade nur, dass die schönste Zeit für die Gartenimpressionen jetzt schon vorbei ist. Und der Winter kann so endlos lang werden. Ich hoffe sehr, dass uns das diesmal erspart bleibt, der Herbst sich lange noch hinzieht und wir einen frühzeitiges Frühjahr erleben, wie in 2011. Das wäre gut, vor allem für die empfindlicheren Bäume, die einfach mehr Anlaufzeit benötigen.

Versöhnlicher Septemberausklang

Immerhin, das Vorjahresergebnis der Sonnenstunden habe ich gegenüber dem Vorjahres-September gehalten und vielleicht minimal übertroffen. Dabei hätte es viel besser ausfallen können, wenn es Mitte des Monats nicht diesen Einbruch gegeben hätte. Aber so ist das eben in den letzten Jahren, es geht extrem hin und her und am Ende gleicht es sich wieder aus. Dennoch werden wir die ungewöhnliche Sonnenbilanz von 2011 wohl so schnell nicht noch einmal erreichen. So richtig ist der Herbst im Landschaftsbild noch nicht angekommen. Die Wechsel zwischen kühlen Nächten und zeitweise lichtstarken Tagen werden das Chlorophyll aber jetzt nach und nach aus den Blättern der Bäume treiben und die verschiedenen Arten werden das jahreszeitentypische Bild abgeben. Ob der Oktober ,,golden” wird, bleibt abzuwarten. Dazu bedarf es einer länger anhaltenden Hochdruckperiode, die den Eindruck des intensiv Leuchtenden vermittelt, wie es sich aus der Reflexion der warmen Farben des welkenden Baumlaubs ergibt.

Winterholz

So früh waren wir eigentlich noch nie an mit dem Wintervorrat an Brennholz. Aber der Tag war dafür wie gemacht. Endlich einmal wieder Sonne, zumindest phasenweise, auch wenn die Wolken immer wieder vorbeizogen und vorübergehende Kühle brachten. Diesmal hatten wir die schweren Holzklötze, mit denen wir den Vorratshaufen abgrenzen, ziemlich weit nach vorne gezogen, so dass ein gewaltiger Raum zu füllen war. Mit einer Anhängerladung war es dann auch nicht getan, zumal wir noch etwas abgezweigt haben, um es J. und W. am kommenden Feiertag als Kaminholz mitzubringen. Mit der zweiten etwas kleineren Ladung aber konnten wir den Haufen dann größtenteils auffüllen. Der restliche Raum war für das Anmachholz reserviert, das V. schon seit längerem sammelt und in extra Säcken verstaut hat. Damit haben wir den größeren Teil unserer Wintervorbereitungen schon erledigt. Später gilt es dann noch, die verschiedenen Pflanzen und Bäumchen in Sicherheit zu bringen. Besonders bei den Gleditschien gehe ich dieses Jahr auf Nummer sicher. Die haben den letzten Winter im Freien nicht gut überstanden.

Neue Chance für Baummotive

Es scheint bergauf zu gehen. Zumindest das Licht nimmt zu, auch wenn man das an der allgemeinen Stimmung noch nicht ablesen kann. Und ich hoffe, dass es übers Wochenende trocken bleibt. Ich würde nämlich die heute eingetroffene Kamera allzu gerne testen, am besten gleich in der Landschaft. Denn die Freiluftfotografie ohne Stativ ist natürlich der Härtetest. Da bin ich sehr gespannt, wie sich das Gerät bewährt und ob meine Baummotivserie eine erneute Chance erhält. Na ja, das hängt immer auch an der Bildstabilisierung, und dafür wären bildstabilisierte Objektive doch von Vorteil. Vielleicht ein Projekt fürs kommende Jahr. Bis dahin habe ich Zeit, die Handhabung und die Möglichkeiten der Kamera ausgiebig zu studieren.

Vor der blattlosen Zeit

Das Novemberwetter hält konstant an. Man glaubt es kaum. Nichts mehr von Altweibersommer und auch noch nichts vom goldenen Oktober zu sehen. Beim Blick aus dem Fenster tropft es von den Bäumen, alles ist feucht und ungemütlich. Immerhin das Blumengießen können wir uns sparen. Ich glaube, die Menschen haben sich damit abgefunden, dass die Zeit des Rückzugs gekommen ist und igeln sich ein. Eine ganz merkwürdige Stille und Unbeweglichkeit hat sich breit gemacht. Vielleicht wird das erst nächste Woche aufgelöst. Und dann ist hoffentlich auch mein neuer Apparat da, damit ich die letzten Motive vor Beginn der blattlosen Zeit im Bild festhalten kann.

Esskastanien

Vielleicht sollte ich selber mit V. am Wochenende mal nach Esskastanien sehen. Ich finde es toll, selbst geröstete oder gekochte abends ergänzend zum Abendbrot zu essen. Aber man erwischt nicht immer den richtigen Zeitpunkt. Manchmal sind sie noch zu klein, oder die Wildschweine haben schon alles gefressen, bevor man daran gedacht hat. In manchen Jahren gibt es aber auch generell nicht so viele Kastanien, oder sie bleiben mickrig. Nun, ich hoffe, mit der Sonne, die ab Sonntag zurückkehren soll, endlich wieder meine Landschaftsexkursionen aufnehmen zu können. Die Naturfotografie hat unter dem ständig unvorhergesehenen Hin- und Her der Witterung zuletzt sehr gelitten. Da gibt’s einiges nachzuholen.

Herbstwahrnehmung und Licht

Immerhin das Blumengießen können wir uns dieser Tage sparen. Und vermutlich verdunsten auch die Bäume nicht viel, so kalt ist es. Anders als im Vorjahr wird es wohl keine einzige reife Feige geben. Dazu müsste der Oktober schon ,,golden” ausfallen. Nicht unmöglich, aber der Septemberausklang sieht zunächst nicht danach aus. In den Landschaftsillustrationen der Tageszeitungen und Landthemenzeitschriften sieht man jetzt viele Baumfrüchte, v. a. Ess- und Rosskastanien. Dies zeigt, dass die Menschen den Herbst sehr stark an der Veränderung und den jahreszeittypischen Hervorbringungen der Bäume festmachen. Wenn die Sonne aber nicht herauskommt, hat man nicht so viel davon. Um die Schönheit der Jahreszeit und ihre besonderen Farbenspiele aufzunehmen, bedarf es eben auch des Lichts. Möge sich das Blatt zur neuen Woche hin wenden.

Wer jetzt kein Haus hat, baut sich keines mehr

Kein schöner Ausgang des Septembers, und es soll noch kühler werden. Da fühlt man sich eher wie im November. Mein Eindruck ist, die Menschen sind wie eingefroren. Leider äußert sich das auch in ihrer Bereitschaft zur Kooperation und darin, dass sie so schnell nichts Neues anfangen wollen. Da fällt mir dieses schöne Rilke-Gedicht ein, das die gegenwärtige Stimmung sehr schön widerspiegelt:

Herbsttag

Herr: es ist Zeit. Der Sommer war sehr groß.

Leg deinen Schatten auf die Sonnenuhren,

und auf den Fluren laß die Winde los.

Befiehl den letzten Früchten voll zu sein;

gieb ihnen noch zwei südlichere Tage,

dränge sie zur Vollendung hin und jage

die letzte Süße in den schweren Wein.

Wer jetzt kein Haus hat, baut sich keines mehr.

Wer jetzt allein ist, wird es lange bleiben,

wird wachen, lesen, lange Briefe schreiben

und wird in den Alleen hin und her

unruhig wandern, wenn die Blätter treiben.

Rainer Maria Rilke

Die Erde atmet ein

Hoffen wir, dass die Sonnenstundenbilanz für September nicht noch während der letzten Woche ins Minus kippt. Es hatte sich doch so schön entwickelt. Aber jetzt ist der Herbst doch auch temperaturmäßig angekommen. Nur den Vögeln macht das nichts aus. Die sind auf das Sammeln der letzten Früchte konzentriert. Für das Fotografieren der Bäume auf meinem Lieblingsweg gab es heute zu wenig Licht. Und irgendwie kommt an solchen Tagen bei solchen Gängen durch die Landschaft auch keine richtige Stimmung auf. Im Kopf ist eben schon vieles auf das Zurückziehen eingestellt. Und dann ist man sehr schnell auf sich selbst zurückgeworfen. Oder wie Rudolf Steiner es ausdrückt: Die Erde atmet jetzt wieder stärker ein und die Ausweitung ins Weltall schrumpft bis zur Wintersonnenwende immer weiter zusammen in Richtung der Erde.

Symbolische Ernte

Das war schon eine intensive Arbeit mit unseren Trauben. Aber am Ende des Tages sind sie alle eingemaischt. Zurückgeschnitten sind sie auch schon. Nicht gerade die Art, in der professionelle Winzer vorgehen, aber kräfte- und zeitsparend. Eigentlich hat sich das Verfahren ja auch gut bewährt. Jetzt ist es auf einen Schlag wieder licht hinterm Haus. Und die Vögel können, da wir die Netze ebenfalls entfernen konnten, wieder näher kommen. Die fühlen sich ja offensichtlich in unserem Garten sehr wohl. Glücklicherweise sind sie uns trotz der Netze treu geblieben. Sogar Felix, unsere Hausamsel hat sich gleich wieder blicken lassen. Und ein paar verlorene Trauben werden sie auch noch gefunden haben. Da wir schon mal mit der Leiter unterwegs waren, habe ich die Gelegenheit genutzt, um auch den Efeu von oben herunter zurückzuschneiden. Da gibt’s einige Stellen, die anders schwer erreichbar sind. Ich bin eigentlich ganz froh, dass das jetzt erledigt ist. Irgendwie hat das auch immer Symbolik: Jetzt ist der Sommer endgültig vorbei und der Herbst kann beginnen, interessanterweise genau zum astronomischen Herbstanfang.

Traubenlese und Gartenprojekte

Der Großteil unserer Trauben ist schon gelesen. Morgen, so es denn nicht ständig regnet, kommt der Rest dran. Dann noch ein wenig Laub zusammentragen und wegbringen. Anschließend ist im Garten wohl noch einiges in Ordnung zu bringen. Aber die nächste Aktion mit den Zypressen und dem geplanten Zaun steht ja auch noch an. Bin mal gespannt, wie das funktioniert. Und ob wir sie überhaupt so entfernen können, dass der Zaun problemlos zu setzen ist. Später müssen wir uns noch eine praktisch handhabbare und schön anzusehende Lösung überlegen, um einen Sichtschutz über den Zaun zu legen. Bis das so aussieht, wie es gedacht ist, werden aber wohl noch ein paar Jahre vergangen sein.

Persönliches Baumtagebuch von Bernhard Lux: Täglich begegne ich den Bäumen auf vielfältigen Wegen. An ihrem jeweiligen Standort in der Natur, in der Lektüre von Baum- und anderer Literatur, in der alltäglichen Reflexion, der handwerklichen Arbeit und im Gespräch mit der Familie oder Freunden und Kollegen. Es ist mir ein Bedürfnis, diese themenbezogenen Beobachtungen, Interaktionen und Kommunikationen in Form des Baumtagebuchs zu dokumentieren. Seit dem 20. November 2004 habe ich keinen einzigen Tag ausgelassen – ein Zeichen dafür, dass das Baumthema und der Baum als Archetypus tatsächlich im Alltagsleben verankert ist und vielfältige inhaltliche Assoziationen ermöglicht. So mag dieses Baumtagebuch jeden seiner Leser/innen auf die Spur einer je eigenen Beziehung zu den Bäumen führen.