Holunderholz

Ich bin gespannt. V. sagt, er hat bei seiner Rodungsarbeit im eigenen Wald einen alten Holunder entdeckt. Teile des für die Art dicken Stamms sollen ein sehr schönes, rötliches Holz haben. Morgen sehe ich es mir einmal genauer an. Wenn es gesund ist, kann ich irgendwann zum Ende des Sommers vielleicht, meinen Shop um eine neue Art erweitern. Bis dahin habe ich sicherlich mit dem bewährten Turbotrocknungsverfahren zumindest einige bearbeitbare Kanteln daraus gewonnen, die sich zu Perlen verarbeiten lassen. Und da es sich um eine durchaus symbolträchtige Art handelt, freut mich das besonders. Solche ,,Neuzugänge” haben immer etwas unglaublich Spannendes, das anfänglich in seinem ganzen Bedeutungsreichtum noch gar nicht überschaubar und gerade deswegen sehr reizvoll ist.

Holzmachwetter

Ein Einundzwanzigster, und sogar noch mit der Quersumme 11. Aber so besonders war der Tag gar nicht. Dabei dachte ich am Vormittag schon, die im letzten Jahr erlebte Februarsonne hätte sich durchgesetzt. Aber zu früh gefreut. Dann kamen die Wolken und die einzelnen Schneeflocken doch wieder zurück und hielten uns den Tag über am Gefrierpunkt. V. hat zwar jemanden zum Fällen beauftragt, konnte es aber dennoch nicht lassen, selbst bei unserem ehemaligen Weihnachtsbaumstück vorbeizuschauen. Gut nur, dass die schwerere Arbeit abgegeben ist und wir uns später aufs Sägen konzentrieren können. Fürs Holzmachen ist die Witterung natürlich prima. Dennoch, meine Kleinteilarbeit im Warmen, so auch heute wieder, ist mir in dieser Jahreszeit lieber.

Farbdifferenzen im Holz

Bin trotz der Kälte ganz gut mit der heutigen Drechselarbeit zurechtgekommen. Mit Pappel habe ich ja inzwischen ohnehin Routine, eines der am häufigsten nachgefragten Hölzer (wer hätte das gedacht), und die Buche war eine eher seltene Abwechslung. Bei dem Rotbuchenholz gibt’s große Farbdifferenzen. Deshalb musste ich, um eine Abweichung zu vermeiden, noch einen Stab für die Hauptperle herstellen, für die mir nur Material aus einem dunkleren Abschnitt zur Verfügung stand. So bleiben gerade diese kunsthandwerklichen Arbeiten immer in Bewegung und werden auch nach zehn Jahren noch nicht langweilig. Nur die Witterungsbedingungen könnten sich doch mal ändern. Weil dann die Holzarbeit mehr Freude macht, und weil auf dem Gebiet Abwechslung nun wirklich dringend notwendig geworden ist.

Erkältungszeit

Und doch kehrt der Winter vorerst wieder zurück. Wohl weil das nach dem letzten Hoch eigentlich nicht mehr zu erwarten war, scheint eine Erkältung nicht mehr unmöglich zu sein. Wir hoffen, dennoch daran vorbei zu kommen. Damit die Vorfreude auf den Frühling nicht gleich wieder abgedämpft wird. Die Menschen brauchen das Grün, das neue Blühen und Wachsen, um endlich im neuen Jahr anzukommen. Immer nur mit Visualisierung und Erinnerung geht das nicht über Monate hinweg gut. Zeit für einen Neuanfang, der ohne eine passende Spiegelung im Vegetations- und Landschaftsbild nicht wirklich funktionieren kann.

Beeindruckende Weiden

Endlich wieder Sonne. So wie ich es vom Februar eigentlich gewohnt war. Beim Spaziergang war meine Aufmerksamkeit dennoch noch nicht bei der Landschaft. Nur die Weiden sind mir deutlicher ins Auge gefallen als gewöhnlich. Inzwischen zieren sie bereits das gesamt Flussufer und sind schon auf ca. 2-3 Meter hoch gewachsen. Vor zwei Jahren erst waren sie radikal zurückgeschnitten worden. Nur noch Stümpfe waren übrige geblieben. Ein Zeichen für die ungeheuere Regenerationskraft dieser Art, die neben ihrer auch sonst so spannenden Symbolik mich immer wieder beeindruckt.

Frühlingsgleiche Luft

Auch an diesem Februartag zwar nur wenig Licht. Aber dennoch ein Lichtblick, denn die Luft riecht schon nach Frühling. Merkwürdig, denn sie ist gleichzeitig auch noch kühl. Man kann sich dennoch den Frühling atmosphärisch schon vorstellen. Nur das Baumgrün und die wärmenden Strahlen fehlen noch. Sollten die ersten zurückgekehrten Zugvögel doch Recht behalten? Ich kennen niemanden, der sich das derzeit nicht wünschen würde.

Immer neue Kombinationen

Apfelbaum und Pappel. Wieder eine neue Kombination. Ich denke, in den letzten Monaten habe ich so viele neue Hölzerkombinationen realisieren können wie niemals zuvor. Und jede neue Möglichkeit ist wieder spannend und lässt mich an das Zusammentreffen zweier symbolischer Profile denken, mit immer neuen Ergänzungen, Differenzen, Harmonien und Gegensätzen. Es freut mich besonders, dass diese Überlegungen von den späteren Trägern fortgesetzt werden, in deren eigener und vermutlich ganz anders ausfallender Deutung. Es ist schön, solche Anstöße geben zu können, auch wenn ich in der Regle nicht weiterverfolgen kann, wie sich die Deutungen dann tatsächlich entwickeln und auswirken.

Gegen Schwankungen immun

Nun schmilzt auch dieser gerade über Nacht gefallene Schnee auch schon wieder weg. Am Abend schien es schon viel milder. Aber durch den Hochnebel dringt kaum etwas. Mir scheint, die Menschen halten sich gerade bei düsterer Witterung besonders gerne auf Themenseiten im Internet auf, die an das Gegenteil erinnern: Das Wachstum in Abhängigkeit von der Sonne. So freue ich mich auf das Interesse am Wunschbaum und seinen Nebenseiten, die sich verschiedenen Aspekten in der Symbolik und Ästhetik der Bäume widmen. Die Menschen verstehen das, eine schöne Bestätigung meiner Arbeit. Und ein Beweis, dass die Universalität und Zeitlosigkeit des Themas gegen Schwankungen, des Wetters – der Gemütslagen – der Kommunikationsgewohnheiten, immun ist.

Aus der Winterpause gelockt

M. sagte mir, sie habe bereits einige Zugvögel gesichtet. Sollte das bedeuten, dass der Frühling naht? Wenn wir bei diesen Tieren von einem untrügerischen Instinkt ausgehen, der Wochen im Voraus funktioniert, sozusagen als langfristige Wettervorhersage, könnten wir uns freuen. Wundern würde mich das nicht, bei den Wetterkapriolen der letzten Jahre läge es im Bereich der schon erwartbaren Extremschwankungen. Ich hoffe aber, dass ein möglicher Frühjahrbeginn nicht gleich mit extremem Temperaturanstieg und Dauerregen verbunden sein wird. Was wir zunächst einmal brauchen, ist Sonne, möglichst den Anteil noch nachträglich, den wir seit Jahresbeginn so schmerzlich vermisst haben. Denn die Pflanzen werden sich mit einem Anstieg des Thermometers alleine nicht zufrieden geben. Das neue Wachstum, die ersten Blüten und Blätter benötigen natürlich das Licht. Und die Bäume würden es ohnehin vorziehen, von der Sonne aus der Winterpause gelockt zu werden.

Das kollektiv Gültige

Wenigstens etwas Sonne an diesem Aschermittwoch, der doch noch nichts von Frühling erkennen lässt. Vielleicht ein guter Start in die Fastenzeit. Eine Zeit des Übergangs und hoffentlich auch der Klärung, die uns hilft, das Jahr mit mehr Klarheit zu starten. Bei dem vielen Ungewissen und Unberechenbaren, das uns täglich in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft begegnet. Die Beschäftigung mit den symbolischen Grundlagen der Kommunikation, besonders mit der spannenden Baum-Mensch-Beziehung, hilft mir, immer wieder über den Tellerrand hinauszuschauen und das Bleibende und kollektiv Gültige ins Auge zu fassen.

Baumweltpläne

Offenbar die Zeit der Partnergedanken. Jedenfalls sind es vor allem die Partner-Armbänder, die Besucher des Wunschbaum-Shops an die Bäume und ihre Lebenssymbolik erinnern. Kein Wunder, wo der Winter uns da draußen noch so fest im Griff hat, dass man an reales Grün kaum schon zu denken wagt und die fast einzige Verbindung zur Energie der Bäume im Brennholzvorrat zu finden ist. Dennoch, meine Pläne gehen gedanklich jetzt schon in Richtung neuer Fotomotive und verschiedener Veränderungen in der virtuellen Baumwelt, die mich wohl während des Frühjahrs intensiv beschäftigen werden.

Baummotive und Lichtmangel

Nun geht’s schon in Richtung Monatsmitte und die Kälte hat uns immer noch fest im Griff. Inklusive Schnee und Hochnebel, der heute früh sogar wieder Schneeschippen nötig gemacht hat. Leider sind die meisten meiner Bilder vom gestrigen Spaziergang nicht gelungen. Zu wenig Licht, zu lange Belichtungszeiten. Vielleicht doch wieder ein Anlass, über die generelle Verwendung eines Blitzes nachzudenken. Das ist gerade beim fotografischen Einfangen von Baummotiven aber natürlich erst einmal gewöhnungsbedürftig. Zu sehr bin ich unterwegs bisher das Fotografieren unter natürlichen Lichtbedingungen gewöhnt. Aber die schweren Objektive und düstere Tage machen das manchmal zu einer nicht sehr ergiebigen Anstrengung. Es wäre zunächst eine Testphase notwendig, um zu sehen, ob sich mit Blitz unnatürliche Schattenwürfe und Verfremdungen verhindern und umgekehrt die natürliche Einmaligkeit des Motivs betonen lässt.

Totholz im Winter

Der erste Tag seit langem, der einen Spaziergang bei anhaltendem Sonnenschein möglich gemacht hat. Jedenfalls kamen die Sonnenstrahlen meistens durch, zeitweilig unterbrochen durch vorüberziehende Wolken. In Ermangelung attraktiver anderer Motive hat es mir heute vor allem das Totholz angetan. Eine Ansicht, die Reste verwelkter Blätter auf einem gefällten Totholzstamm mit Pilzbefall zusammenbringt, hat mich zu einer kleinen Serie veranlasst.

Totholz im Winter

Brauchbares Kiefernholz

Die langsam gewachsenen Kiefernäste sind doch eine gute Quelle für meinen Nachschub in Sachen Lebensbaumholz. Nachdem die so schön gezeichneten Abschnitte der Kiefer, die ich in den letzten Jahren verarbeitet hatte, nun endgültig ausgegangen waren, hatte ich vor einigen Monaten Ersatz besorgt. Eng gewachsen muss es unbedingt sein, aber auch möglichst astfrei und unbedingt mit einem sichtbaren Harzanteil. Bei diesen Ästen ist diese Voraussetzung grundsätzlich gegeben. Allerdings ist die Qualität der herausgesäten Kanteln recht wechselhaft. So werde ich nicht alles verwenden können. Die heute fertiggestellten ersten Perlen aus diesem Holz ließen sich aber sehr gut verarbeiten, bei allen Arbeitsgängen, wirken optisch schön streifig, ohne zu dominant zu sein und weisen ein sehr dichte, gleichmäßige Struktur auf. Damit wäre mein Engpass mit dem Kiefernholz vorerst überwunden und ich kann mich einigen weiteren ,,Problemfällen” zuwenden.

Persönliches Baumtagebuch von Bernhard Lux: Täglich begegne ich den Bäumen auf vielfältigen Wegen. An ihrem jeweiligen Standort in der Natur, in der Lektüre von Baum- und anderer Literatur, in der alltäglichen Reflexion, der handwerklichen Arbeit und im Gespräch mit der Familie oder Freunden und Kollegen. Es ist mir ein Bedürfnis, diese themenbezogenen Beobachtungen, Interaktionen und Kommunikationen in Form des Baumtagebuchs zu dokumentieren. Seit dem 20. November 2004 habe ich keinen einzigen Tag ausgelassen – ein Zeichen dafür, dass das Baumthema und der Baum als Archetypus tatsächlich im Alltagsleben verankert ist und vielfältige inhaltliche Assoziationen ermöglicht. So mag dieses Baumtagebuch jeden seiner Leser/innen auf die Spur einer je eigenen Beziehung zu den Bäumen führen.