Über die Bedeutung der Weihnacht im Laufe der Zeiten

So viel Ruhe und Zeit, um das zu lesen, was sonst nicht möglich ist. Besonders den ruhigen Nachmittag dieses zweiten Weihnachtsfeiertags habe ich mit der Lektüre verschiedener Vorträge Rudolf Steiners rund um die Bedeutung des Weihnachtsfestes genossen. Es war ein Geschenk von J. und W. zur vorjährigen Weihnacht. Nachdem ich zwischenzeitlich einige weitere Texte Steiners zu den Grundlagen der Geheimwissenschaft gelesen hatte, erscheinen mir die Inhalte im zeitlichen Abstand wieder ganz anders. Tatsächlich verstehe ich ein Stück weit mehr. Ein weiterer Beweis für die ungeheure Vielschichtigkeit und Bedeutungsweite dieser Texte. Selbst der Texte, die Steiner frei im Rahmen von Vorträgen gesprochen hat. Immer wieder bin ich erstaunt, welche Gedanken er entwickelt und wie er es schafft, weite Bögen zu spannen und dabei gleichzeitig in die Tiefe und Höhe zu gehen. Ich weiß gar nicht, ob man als Leser dieser Tage dem überhaupt jemals gerecht werden kann. Zu gern wäre ich diesem Mann zu dessen Lebzeiten einmal begegnet und hätte mindestens einem dieser Vorträge beiwohnen können. Am liebsten an dem über den Weihnachtsbaum von Weihnachten 1909 oder einem von denen, die er in den Folgejahren über die weitergehende geisteswissenschaftliche Bedeutung der Weihnacht im Laufe der Zeiten gehalten hat und die heute Gegenstand meiner Lektüre waren.

Geist des Neuanfangs

In diesem Jahr war das sicher die richtige Lösung, J. und W. am ersten Weihnachtsfeiertag in G. zu besuchen. So haben sie keinen zusätzlichen Reiseaufwand und W. kann seine Mutter dennoch am zweiten Feiertag besuchen. So konnten wir in wechselnder Besetzung sozusagen die beiden schönsten Tage der Weihnachtszeit verbringen. Leider so unheimlich dunkel den ganzen Tag über, so dass so etwas wie Winterwonderland-Stimmung bei dem kurzen Spaziergang erst gar nicht aufkommen wollte. Also eine Weihnacht, die von der Kommunikation in heimeliger Stube geprägt ist, und damit ihrer eigentlichen Bedeutung Ausdruck verleiht. Und tatsächlich verbreiten die vielen weihnachtlichen Lichter, Dekorationen und Glanzpunkte eine ganz besonders innige Weihnachtsatmosphäre dort. Ihr Baum, klein und fast kugelig, hat seinen ganz eigenen stimmigen Ausdruck und wird in Js neuer Weihnachtsbaumbrosche seinen Glanz in den kommenden Tagen duplizieren können. Nun wünschen wir uns alle einen schönen zweiten Festtag, der vom Geist des Neuanfangs geprägt sein wird, wie er nur in diesen Tage so symbolisch einprägsam spür- und vermittelbar ist.

Ein echter Weihnachtsbaum und zwei Symbolbaumminiaturen

Der Star des Abends war natürlich der Weihnachtsbaum, der mir in seiner außerordentlichen Dichte in reich geschmücktem Gewand unheimlich gut gefällt. Von der Variante mit Christbaumspitze sind wir dann doch abgekommen. So wirkt er authentisch, kein Grund, etwas zu ändern. Schön auch, dass die Krippe, anders als wir es in Erinnerung hatten, auch defektfrei beleuchtet ist. Ein sehr schönes Gesamtbild. Unter den Geschenken haben sich dann noch zwei weitere Symbolbäume meiner Sammlung hinzugesellt: Ein bronzener Lebensbaum, der in sehr reduzierter Form die Einheit von Wurzel und Krone in einer Kreisform auflöst. Eine Form, die auf den ersten Blick als Lebensbaumsymbol erkennbar ist. Vor allem hat mich gefreut, dass eine Freundin von M., die um mein großes Interesse am Baumthema weiß, an mich gedacht hatte, als sie die künstlerisch gestaltete Bronzeplastik in einem Klosterladen entdeckt und sie M. als Weihnachtsgeschenk für mich empfohlen hatte. Und der zweite Geschenkbaum ist einer aus Glas, der von unten mit moderner LED-Technik beleuchtet werden kann und an dessen stilisierten Ästen jeweils eine der winzigen mitgelieferten bunten Christbaumkugeln aufgehängt werden können. Eine Weihnachtsbaumminiatur in Glas mit angehängten Kugeln und einem Stern als Spitze. Sehr schön, der wird sicher während der Weihnachtszeit in unserem täglichen Blickfeld Platz finden und ab dem nächsten Jahr wahrscheinlich auf meinem Glasregal neben den anderen Glasbäumchen.

Unter Dach und Fach

Es ist ein schönes Gefühl, dass der Weihnachtsbaum so fertig geschmückt in der Wohnstube steht. So können wir dem heiligen Abend ganz gelassen entgegensehen. Geschenke sind verpackt und wie es aussieht sind auch die letzten dringlichen Agenturprojekte für dieses Jahr unter Dach und Fach. Das lässt auf einige tatsächlich ruhige Tage hoffen. Und das heißt lesen, vielleicht über die Bäume oder auch anderes. Das heißt traditionelle Ausflüge und hoffentlich, so das Wetter es zulässt, auch einige lange Spaziergänge. Da habe ich noch einiges nachzuholen, nach Monaten intensivster Schreibtischarbeit. Ich freue mich auf diese Weihnachtstage.

Adventskranz und Weihnachtsruhe

Schon der Blick auf den Adventskranz mit seinen vier brennenden Kerzen allein hat diesen Sonntag zum vierten Adventssonntag mit der Atmosphäre gemacht, die er verdient. M. konnte es am Morgen nicht erwarten und entzündete schon früh die vier Kerzen. Abends brennen sie dann in jedem Fall. Dazwischen haben wir die Geschenke verpackt. Jetzt ist so gut wie alles vorbereitet für die Feiertage. Ob aus unserem Barbarastrauß noch etwas wird? Da habe ich so meine Zweifel. Denn so gut geheizt war der Raum ohne Holzofenwärme eben doch nicht. Das war in den Jahren, in denen das Blütenwunder wahr wurde, immer die Voraussetzung. Sollte es dennoch klappen, wäre es ein doppeltes Wunder. Morgen noch einige geschäftliche Projekte, vielleicht noch ein Alternativtest für die Weihnachtsbaumspitze, und dann kann der Heilige Abend in Ruhe kommen.

Geburtstagsgrüße und Weihnachtsstimmung

M. war ja immer schon bekannt wie ein bunter Hund, aber so viele Anrufe und Besuche anlässlich ihres Geburtstages wie heute hatte sie glaube ich schon lange nicht mehr. Das ging den ganzen Tag durch bis zum Abend. Schön, so viele ehrliche Glückwünsche kurz vor Weihnachten zu erhalten. So sind die Feiertage umso schöner, und man ist auch gleich besser eingestimmt. Die Winterholzarbeit scheint jetzt auch weitgehend abgeschlossen zu sein. V. will zwar noch eine Anhängerladung voll aufstapeln, aber das meiste ist untergebracht. Jedenfalls haben wir heute früh die letzten dafür verwendbaren Areale des Bienenhausstücks belegt. Mehr geht zunächst nicht mehr. So wird es erst im nächsten Jahr möglich sein, die bis dahin entstandenen Lücken wieder aufzufüllen. Aber wirklich nötig ist auch das nicht, wenn man von einem Vorrat ausgeht, der wohl mindestens 5 Jahre ausreichen wird. Ich freue mich jetzt auf den vierten Adventssonntag und auf hoffentlich ein wenig wirkliche Weihnachtsruhe, bevor der Wochenanfang noch einmal von Projektarbeit geprägt sein wird, und möglicherweise auch die Zeit zwischen den Tagen. Aber das steht leider noch nicht ganz fest.

Licht des geschmückten Weihnachtsbaums

Nun sind wir der Tradition doch noch treu geblieben, den Weihnachtsbaum vor Ms Geburtstag zu schmücken. Eigentlich sollte das diesmal verschoben werden, aber der Tag war dann doch für das Vorhaben wie gemacht. Schön sonnig draußen, das mag ich besonders, weil das Licht des geschmückten Weihnachtsbaums damit sozusagen vorweggenommen wird. Es war gut, den Stamm unten schon beim Händler verjüngen zu lassen. Tatsächlich hätte er in seiner natürlichen Form nicht in den Ständer gepasst, denn es ist ein sehr schwerer Baum mit dicht gewachsenen Ästen. Jetzt, im vollen Ornat sozusagen, wirkt er genauso, wie ich ihn mit vorgestellt hatte. Ich wusste, dieser Baum ist besonders geeignet für einen reichen Schmuck. Ja, er fordert geradezu geschmückt zu werden, um seine dunkle Dichte aufzubrechen und den zahlreichen Ästen Glanz-, Licht- und Farbpunkte aufzusetzen. So hat sich in wenigen Stunden ein wilder Kraft ausstrahlender Baum in einen prächtigen Symbolbaum verwandelt, der seine Kraft in sublimierter Form ausstrahlt. Das finde ich überhaupt das Tollste, diese Verwandlung. Es ist so, als ob dieses Baumwesen sein ganzes Leben lang dieses Potenzial schon in sich hatte. Obwohl er nun nicht mehr neben anderen seiner Art stehen und weiter wachsen kann, hat er nun die seltenere Aufgabe, das Licht und das neue Leben in die Herzen der Menschen zu bringen. Oder besser, dabei zu helfen, dieses vorhandene Licht hervorzuholen, sichtbar werden zu lassen. Mindestens in der heiligen Nacht der längsten Dunkelheit, besser noch als Impuls für das ganze kommende Jahr. Ich freue mich jetzt schon, den Baum an jedem Abend im Dunkeln bewundern zu dürfen und mir dieses besondere Licht vergegenwärtigen zu können. Und ich freue mich, dass es doch bereits für Ms Geburtstag entzündet werden konnte.

Strassweihnachtsbäume

Kaum Zeit für irgendetwas. Jetzt wird’s vor Weihnachten doch wieder hektisch und alle Fäden laufen zusammen. Aber morgen erst einmal das Traditionsfrühstück. Das lässt dann wieder etwas mehr Abstand entstehen. In Sachen Weihnachtsbaum-Pins bin ich heute doch noch aktiv geworden und habe Unmengen an tollen Kreationen in Strasstechnik ausfindig gemacht. Eine davon habe ich dann doch erworben, ein weiteres Geschenk für M. Und ein weiteres Auge habe ich auf kleine ähnlich gestaltete Weihnachtsbäumchen geworfen, die aber nicht angesteckt werden, sondern mittels eines kleinen Ständers aufgestellt werden können. So etwas hatte ich zuvor noch nicht gesehen. Damit will ich mir aber noch Zeit lassen und eine überlegte Auswahl treffen. Vielleicht der Beginn eines neuen Sammelgebietes!

Die Vorstellung von Neuanfang und Aufbruch

Zum Jahresende hin werden die Arbeiten immer kleinteiliger. Es scheint so, als ob die Einzelheiten sich häufen. Jedenfalls ist mir das im Verlauf des Jahres nicht so vorgekommen. Vielleicht hat es damit zu tun, dass man glaubt, Dinge abschließen zu müssen. Neues Jahr – – neues Spiel sozusagen. Wahrscheinlich ist auch etwas daran, denn mit der Wintersonnenwende geraten wir ja auch unter einen neuen Einfluss. Was in uns vorgeht und die Vorgänge im Weltall, die lassen sich eben nicht voneinander trennen. Da hat Rudolf Steiner zweifellos Recht, auch wenn es unter heutigen Denkgewohnheiten schwierig ist, seine Erklärungen von der parallel verlaufenden Entwicklung der sieben Planeten und deren Einfluss auf menschliche Entwicklungszyklen nachzuvollziehen. Wenn die längste Nacht des Winters hinter uns liegt, hat das Licht wieder eine neue Chance und mit diesem Zuwachs wächst unsere innere Vorstellung von Neuanfang und Aufbruch. Beim ersten Grünen der Bäume können wir gewiss sein, dass dieses Gesetz auch diesmal seine Gültigkeit eingelöst hat.

Basisthemen und Klarheit

Eine merkwürdige Stimmung ist das im Vorfeld dieser Weihnachtstage. Eine neue Regierung und gar nicht so schlechte Prognosen für die Wirtschaft. Aber die Menschen scheinen in einer lethargischen, fast depressiv wirkenden Gestimmtheit gefangen zu sein. So als ob sich etwas auflösen müsste, um diesen Zustand hinter sich zu lassen. Ich bin froh, dass ich mich außerhalb der Alltagskommunikation und der geschäftlichen Routinen auch einmal auf meine Basisthemen: Innere Handlungen, Symbolik, Bäume zurückziehen kann. Das hilft, die Wahrnehmung zu klären, den Blick zu schärfen, der allzuoft durch vermeintliche Notwendigkeiten und Zwänge getrübt wird. Diese Korrekturen durch die Beschäftigung mit dem Allgemeingültigen und Grundlegenden sind für mich notwendig. Ohne das könnte man im Besonderen untergehen und die Klarheit verlieren.

Partner-Armbänder zu Weihnachten

Gut, dass ich mich in diesen Tagen im Schwerpunkt auf meine kreative Arbeit konzentrieren kann. Das wohl letzte Partner-Armband-Set vor Weihnachten war zwischendurch eine willkommene Abwechslung und ich bin froh, es noch rechtzeitig versenden zu können. Denn es soll, wie in den Vorjahren schon öfter vorgekommen, ein Weihnachtsgeschenk werden. Das freut mich natürlich besonders, wenn eine meiner kunsthandwerklichen Arbeiten mit Bezug zur Baumsymbolik einen oder in diesem Fall sogar zwei Menschen, die sich etwas bedeuten, zum weihnachtlichen Ereignis wird. Schade, dass ich die je individuelle Reaktion nicht miterleben kann. Immerhin in einigen Fällen, manchmal erst in mehrjährigem Abstand, höre ich davon, wie die Armbänder verwendet wurden, z. B. dass sie zu bestimmten Anlässen oder regelmäßig getragen werden. Dass die Menschen auch noch nach Jahren Freude daran haben. Das ist mir die größte Freude.

Fortgeschritten im Advent

Endlich einmal wieder etwas Sonne. Da tat der Spaziergang am Nachmittag gut, um den Kopf freizumachen. Ich bin froh, dass wir mit unseren Weihnachtsvorbereitungen schon fortgeschritten sind. So kann ich die laufenden Projekte konzentriert weiterverfolgen und hoffe, trotz der Termintreue den Advent nicht ganz aus den Augen zu verlieren. Wann könnte ich den Baum schmücken? Vielleicht am Freitagnachmittag. M. sieht es am liebsten, wenn er vor ihrem Geburtstag schon fertig geschmückt ist. Das ist in diesem Jahr alles komplizierter, aber wir werden sicher eine Lösung finden.

Ein Baum zum Schmücken

Nun habe ich doch mehr an diesem Samstag untergebracht als zu erwarten war. Das wichtigste davon ist natürlich der Weihnachtsbaum. Der war recht schnell ausfindig gemacht. Zwei waren nach meinem Rundgang in engerer Wahl. Und auf diesen habe ich mich dann festgelegt, weil er eine so wunderbar dicht gewachsene Krone hat. Das ist ganz wichtig fürs Schmücken, noch wichtiger als die unteren Äste. Die sind bei diesem schönen Exemplar nicht so ausladend wie im Vorjahr, der Baum insgesamt eher schmal. Aber die Gesamterscheinung ist eines Weihnachtsbaums absolut würdig, mit starken Ästen, dunkelgrünen kräftigen Nadeln und einem Stamm, den ich vor Ort schon habe schmäler sägen lassen, da er sonst wahrscheinlich nicht in den Ständer gepasst hätte. Ich glaube, geschmückt wird er ganz hervorragend aussehen. Und das mit den unteren Ästen kriegen wir auch noch irgendwie hin.

Unsinn auflösen

Die Unterstützung, von der ich gestern gesprochen habe, ist leider nicht in Sicht. Für mich leidet der Sinn des Weihnachtsbaumsymbols darunter ganz erheblich. Gleichzeitig frage ich mich, welchen Sinn solche Kommunikationen überhaupt haben können. Bestimmte Dinge lassen sich eben nicht ihrer Bedeutung völlig entleeren. Und wenn ich dann beobachte, dass die Themen in meinem Umfeld allmählich völlig abdriften und man eigentlich mit bisher gemeinsam geglaubten Inhalten ganz Verschiedenes verbindet, stimmt mich das wirklich traurig. Ich hoffe, diesen Unsinn noch vor den Feiertagen auflösen zu können.

Persönliches Baumtagebuch von Bernhard Lux: Täglich begegne ich den Bäumen auf vielfältigen Wegen. An ihrem jeweiligen Standort in der Natur, in der Lektüre von Baum- und anderer Literatur, in der alltäglichen Reflexion, der handwerklichen Arbeit und im Gespräch mit der Familie oder Freunden und Kollegen. Es ist mir ein Bedürfnis, diese themenbezogenen Beobachtungen, Interaktionen und Kommunikationen in Form des Baumtagebuchs zu dokumentieren. Seit dem 20. November 2004 habe ich keinen einzigen Tag ausgelassen – ein Zeichen dafür, dass das Baumthema und der Baum als Archetypus tatsächlich im Alltagsleben verankert ist und vielfältige inhaltliche Assoziationen ermöglicht. So mag dieses Baumtagebuch jeden seiner Leser/innen auf die Spur einer je eigenen Beziehung zu den Bäumen führen.