Virtuelle Bedrohungen

Heute war es an der Zeit, die Sicherheit der verschiedenen internetfähigen Geräte wieder einmal für die kommenden 12 Monate vorzubereiten. Eine neue, vor Jahren regelmäßig benutzte Software nutze ich dazu und hoffe, dass die Agentur- und Baum-Projekte damit dauerhaft und permanent ungefährdet bleiben. Tatsächlich stellt das parallele Nutzen verschiedener Geräte, vor allem der neuen mobilen, ganz andere Anforderungen an die Sicherheit vor Schadsoftware und den Schutz persönlicher Daten. Man würde sich wünschen, dass die Benutzerfreundlichkeit dieser Lösungen noch weiter verbessert wird, damit man auch in Fällen, in denen Funktionen blockiert werden und bisher problemlos laufende Anwendungen ins Stocken geraten, zu einer vernünftigen Einschätzung kommt. Ich hoffe, der große Gewinn, den die Internettechnologie gerade für die Umsetzung meiner Themenprojekte gebracht hat, auf lange Sicht nicht durch virtuelle Bedrohungen geschmälert wird.

Kein typischer Blätterherbst

Auch Allerseelen hat sich bei uns in dauertrüber Atmosphäre präsentiert. Zurzeit haben wir einfach wenig Glück, anders als sonst. Und ich fürchte, ein richtiger Blätterherbst, so wie ich ihn als Kind auf typischen Herbstblätterbildern in Wasserfarben festgehalten habe, ist uns dieses Jahr nicht vergönnt. Da täuschen die farbstarken Fotografien zu diesem Thema, die ich in den letzten beiden Wochen in verschiedenen Kompositionen verarbeitet habe. Das Motivfeld selbst immerhin stand diesmal deutlicher im Vordergrund als in den Vorjahren, nur der optische und atmosphärische Eindruck der Jahreszeit kommt leider zu kurz.

Allerheiligenaura

Nun stelle ich erst jetzt am Abend fest, dass ich das November-Kalenderblatt noch nicht gewendet hatte. Allerheiligen hat eben seine ganz besondere Aura. Da vergisst man schon mal die Alltagsroutinen und widmet sich leichter Grundsätzlichem. Anders als fast immer in den Vorjahren hat es mich heute aber nicht zum Friedhof gezogen. Seit dem vergangenen Jahr ist das anders geworden, seitdem nämlich Gs Grab nicht mehr dort zu finden ist. Wir legen zwar an der einstigen Grabstelle, die jetzt ein Stück ebener Rasenfläche und quasi unsichtbar geworden ist, noch ein Gebinde grüner Zypressenzweige und Blumen ab und stellen ein Grablicht dazu. Aber die Präsenz der Grabstätte hat das natürlich nicht. Ich denke aber, dass ich am morgigen Allerseelen, vielleicht am Vormittag, den Friedhof noch besuchen werde. Um G. und andere verstorbene Bekannte und Verwandte zu besuchen. Ein Sonntag, der nach Vorhersage das Gedenken in mehr Wärme und Sonnenlicht als heute tauchen wird.

Herbst-Farben-Blätter

Am letzten ebenso trüben Oktobertag haben die warmen Herbstfarben meiner Bildkompositionen einen Gegenakzent gesetzt. Schön, dass das Kompositbild des wilden Weinlaubs auch schon bei einer Agentur angenommen wurde. Es wirkt in dieser Zusammenstellung wie mit Pigment getränkt. So als ob die Natur tief in den Farbtopf gegriffen hätte, um dieses Ergebnis zu erzielen.

Herbstblätterkomposition

Herbstkonzeptvektoren

Das Herbstblattthema hat mich noch nicht ganz losgelassen. In den nächsten Tagen will ich mich nach längerer Zeit einmal wieder dem Zeichnen mit Vektoren widmen. Die vor Jahren als Entwurfsgrundlagen für Holzskulpturen erstellten Blatt-Vektoren scheinen gut geeignet, ein komplexes Herbst-Konzept im Vektorformat zu erstellen. Ich denke an ein Multiplizieren der Form bei gleichzeitigem Variieren von Drehung, Farbe und Transparenz, das Ganze vor einem Hintergrund der für herbstliche Atmosphäre und herbsttypisches Licht steht. Eine Herausforderung, da ich mit solchen Kompositen wenig Erfahrung habe. Aber ein Ansatz, der auch für andere Motivfelder nutzbar sein könnte.

Der Herbst in uns

Eine ausgeprägte Stille prägt diese Tage. Nicht ungewöhnlich für die Zeit vor Allerheiligen. Da bleibt vieles unausgesprochen. Die Menschen spüren den Herbst zunehmend in sich selbst, nicht nur im Außen. Denn das Herbstlaub und die sich langsam, manchmal auch über Nacht entlaubenden Pflanzen zeigen etwas Kosmisches an, das sich in unserem Inneren spiegelt und unsere Wahrnehmungen, vor allem die Motivation und Entschlusskraft beeinflusst. Da ist meist Vorsicht angesagt, Zurückhaltung, Abwarten, was der Rest des Jahres noch mit sich bringen mag. So als ob man sicher wäre, dies ist von äußeren Faktoren bestimmt, liegt am wenigstens in unserer eigenen Macht. Ob das eine Täuschung ist oder nicht, das Ganze und die einzelnen Wesen der Schöpfung sind eben doch schon immer miteinander verbunden. In den Übergangsjahreszeiten tritt das, was gewöhnlich nicht an die Oberfläche dringt, noch stärker ins Bewusstsein.

Endlich wieder typisches Apfelbaumholz

Brrrr, eine Kälte, die man Ende Oktober nicht erwartet hätte. Da bewundere ich V., der sich ans Fällen seiner überzähligen Apfelbäume gemacht hat. Immerhin, diesmal bringen die dicken Stämme der alten Bäume einen ausgeprägten dunkel-rötlichen Kern mit sich. Das ist die Gelegenheit, meine diesbezüglich schmal gewordenen Vorräte aufzufüllen. Fast alle Apfelbaumabschnitte der letzten Jahre waren splintholzartig gefärbt. Eher gelb als braun-rötlich. Letzteres bringt man aber am typischsten mit dem Apfelbaum in Verbindung. Ach wegen der Unterscheidung von anderen Arten bin ich deshalb immer an solch typischem Material interessiert. Das Zerlegen der dicken Abschnitte wird noch einige Arbeit machen. Aber am Ende dürften doch ein paar Dutzend gute und vor allem schön gefärbte Kanteln dabei herauskommen. Jedenfalls irgendwann, wenn das Holz abgetrocknet sein wird und ich mich daran geben kann, die stärkeren Blöcke in Kantelform zu sägen.

Lichtkompensation

Gut, dass ich gestern unterwegs war. Das auch für heute noch versprochene Herbstlicht wollte sich dann doch nicht wirklich durchsetzen. Die nächsten Tage werden dann den Herbst wieder von seiner ungemütlicheren Seite zeigen. Für mich bedeuten sie eine Mischung sehr unterschiedlicher Aufgaben, unter anderem kunsthandwerklicher Art, die dazu beitragen, vom reduzierten Sonnenschein abzusehen. Wenn er auch letztlich die Arbeitsstimmung mitbeeinflusst. Ich werde mich bemühen, das fehlende Licht durch innere Reflexion, unter anderem über das Leben der Bäume in dieser Jahreszeit, zu kompensieren. „1/1“]

Herbstblattlichter

Ein wunderbarer Herbsttag mit viel Licht und zudem angenehm temperiert. Das richtige, um die Landschaft zu erkunden. Das musste ich einfach für einen Spaziergang am Nachmittag nutzen. Diesmal die früher so oft genutzte Waldstrecke, die ich sehr lange nicht mehr gegangen bin. Belohnt wurde es durch eine wohltuende Ruhe, schöne herbstliche Farbtupfer und einigen Fotografien, die geeignet waren, dieses Licht der Eiche, der Buche und des Tulpenbaums festzuhalten.

Herbstliches Eichenlaub im Gegenlicht
Herbstliches Buchenlaub im Gegenlicht
Herbstliches Tulpenbaumlaub im Gegenlicht
Herbstliches Tulpenbaumlaub im Gegenlicht
Herbstliches Tulpenbaumlaub im Gegenlicht
Leuchtende Tulpenbaumblätter im Herbst

Resterträge

Das Herbstlaub und die Herbstfarben haben mich auch heute wieder beschäftigt und werden es wohl noch einige Wochen weiter tun. Um das weiterzuführen, müsste ich mich zudem wieder in der Herbstlandschaft umsehen. Besonders farbenprächtige Blätter unterschiedlicher Baumarten wären ein weiteres Thema. Die bisherigen Arrangements waren aus Blättern einer Art zusammengestellt. Das fehlt also noch. Aber auch die symbolischen Motive sind mir weiterhin präsent und warten darauf, fortentwickelt zu werden. Am Nachmittag habe ich die wohl wirklich letzten Feigen dieses Jahres vom Baum geholt. Schon sehr klein und schrumpelig waren diese restlichen Exemplare. Die wenigen jetzt noch verbliebenen Früchte werden wahrscheinlich nicht mehr ausreifen, sind noch zu grün und hart. Die Gesamtsumme will ich dennoch jetzt noch nicht bilden. Vielleicht gibt’s ja doch noch ein Nachzügler. Die Ernte wird ohnehin eine der besten, wenn nicht die beste der letzten Jahre gewesen sein. „1/1“]

Herbstblätterblüte

Heute habe ich den Herbst mit seinen unvergleichlich leuchtenden Farben von seiner aufbauenden Seite aus betrachtet. Das Ergebnis ist ein Herbstblätterarrangement, welches den kommenden Frühling in Form eines Blütenkonzepts vorwegnimmt. Es ist die Implikation von neuem Leben, das in jedem Diskurs über Tod und Vergängnis ebenfalls enthalten ist.

Herbstblätterarrangement

Vanitas-Konzept

Das fotografische Konzept mit altem Buchcover und herbstlichem Laub habe ich heute noch einmal überarbeitet und verschiedene Varianten getestet. Zudem habe ich es inhaltlich weiterentwickelt. Während des Erstellens von Varianten und der Arbeit am Detail ist mir der Begriff Vanitas in den Sinn gekommen. Später tauchte in diesem Zusammenhang auch der ermahnende Ausdruck „Memento mori“ in meinem Gedächtnis auf. Natürlich geht es genau darum. Das Vergängliche, die Vergänglichkeit allen Seins, des menschlichen, aber eben auch das zyklische Vergehen des natürlich Gewachsenen in der uns umgebenden Natur. Das Buch als Sinnbild menschlicher Kultur und die beiden Herbstblätter, die auf das Ende des bestehenden Vegetationszyklus hindeuten. So greifen die weiteren und die im jährlichen Rhythmus ablaufenden Zyklen ineinander und stehen für den Zusammenhang alles Lebendigen. Diese Gedanken sind dann auch in die Titel, Kurzbeschreibung und die Keywordliste der Microstock-Arbeiten eingeflossen. „1/1“]

Herbstgedenken

Herbstliches Konzept

Schön, eines der Herbstkonzeptbilder ist bereits umgesetzt und wurde z. B. von 123RF spontan angenommen. Ich habe verschiedene Ideen für eine Anküpfung an dieses Bildkonzept, mit dem sich alle möglichen Assoziationen verbinden. Deshalb ist es auch so gut als Stockfoto verwendbar. Nun bin ich gespannt, wann der erste Kreative darauf aufmerksam wird und es in einer Gestaltungsarbeit verwendet.

Herbstfarben, Tod und Wachstum

Ein Einundzwanzigster, der den Herbst von seiner unangenehmeren Seite zeigte. Das ist also der Vorgeschmack auf das Winterwetter, das uns letztes Jahr begleitet hat. Nicht sehr kalt, aber nass und ungemütlich, Gott sei Dank mit einem guten Ende, nämlich einem früh einsetzen Frühjahr. Von mir aus könnte es diesmal wieder ein richtiger Winter werden, schon wegen der Insekten, aber auch weil sich die Jahreszeit dann echter anfühlt. Ein richtiger Winter, der in einen frühen und langen Frühling übergeht. Das wäre schön. Die expandierende Zeit der Bäume ist jetzt zu Ende. Man bemerkt überall den Rückzug. Das Laub wird bei vielen Arten jetzt hart, verfärbt sich, ersetzt sein Chlorophyll durch die roten Farbstoffe. Aus der saftigen Frische des Sommers wird spröde und trockene Farbigkeit. Seltsam eigentlich, dass ausgerechnet das uns das Bild der Herbstes vermittelt: Farben, die eigentlich für einen Tod stehen. Leuchtendes Gelb, Rot und Braun als Künder des Absterbens, aber eben auch als Vorhersage des neuen Wachstumszyklus. Ich habe dieses Herbstlaubthema heute wieder zum Gegenstand verschiedener Bildmontagen gemacht. In den nächsten Tagen will ich das weiter ausarbeiten und bin ganz zuversichtlich, dass ich dieses Konzept in eine Reihe einprägsamer Bilder umsetzen kann.

Persönliches Baumtagebuch von Bernhard Lux: Täglich begegne ich den Bäumen auf vielfältigen Wegen. An ihrem jeweiligen Standort in der Natur, in der Lektüre von Baum- und anderer Literatur, in der alltäglichen Reflexion, der handwerklichen Arbeit und im Gespräch mit der Familie oder Freunden und Kollegen. Es ist mir ein Bedürfnis, diese themenbezogenen Beobachtungen, Interaktionen und Kommunikationen in Form des Baumtagebuchs zu dokumentieren. Seit dem 20. November 2004 habe ich keinen einzigen Tag ausgelassen – ein Zeichen dafür, dass das Baumthema und der Baum als Archetypus tatsächlich im Alltagsleben verankert ist und vielfältige inhaltliche Assoziationen ermöglicht. So mag dieses Baumtagebuch jeden seiner Leser/innen auf die Spur einer je eigenen Beziehung zu den Bäumen führen.