Den wirklichen Weihnachtsgedanken zum Vorschein bringen

Das Weihnachtsbaum-Thema war auch heute wieder Gesprächsthema in der Familie. Wohl weil auch M. und V. jetzt den Weihnachtsbaumverkaufsstand um die Ecke entdeckt haben. Also kommt passend zur sich annähernden Adventszeit auch zumindest ein wenig Weihnachtsstimmung auf. Ich hoffe, wir können uns das erhalten und stimmungsvoll orchestrieren. Zumindest was mich selbst angeht habe ich da weniger Zweifel. Es kommt eben darauf an, dass wir Weihnachten in ehrlicher, und das heißt auch immer zeitgemäßer Weise mit Sinn und Emotion erfüllen. Man könnte auch sagen, es so wahrzunehmen, dass der wirkliche Weihnachtsgedanke zum Vorschein kommt. Dass fast jeder eine Verbindung zu diesem Gedanken haben kann, scheint mir auch in diesen vordergründig so sinnentleerten Zeiten kaum zu leugnen.

Die richtige Größe des Weihnachtsbaums

Meine Vermutung hat sich tatsächlich bestätigt, dass der Weihnachtsbaumhändler, der traditionell auf dem Dorfplatz sein umzäuntes Verkaufsareal aufgebaut hat, dieses Jahr bei uns um die Ecke Quartier bezogen hat. Wegen der Bauarbeiten auf dem üblichen Platz. Wegen der Bauarbeiten auf dem üblichen Platz. Vielleicht ist mir das heute besonders ins Auge gefallen, weil bei uns über Nacht zum ersten Mal in dieser Saison Schnee angesagt ist. Die Gedanken an Weihnachten sind dann nicht weit. Theoretisch könnte ich also den Weihnachtsbaum in diesem Jahr unter den Arm klemmen und zu Fuß nach Hause bringen. Das Hindernis ist aber die Größe der Bäume, die dort traditionell angeboten werden. Die erreichen eigentlich nie Zimmerhöhe, also 2,40 – 2,50 m. Die meisten enden bei max. 1,80 m, eindeutig zu klein für meine Zwecke. Ich bestehe einfach darauf, dass der Weihnachtsbaum bis knapp unterhalb der Zimmerdecke reicht. Neben den anderen Eigenschaften, die er auch noch haben soll. Unverständlich, warum man dort nicht einmal auf die Idee gekommen ist oder bemerkt hat, dass viele einen hohen Baum bevorzugen. So werde ich trotz des glücklichen Verkaufsstandwechsels wohl doch wieder weiter fahren müssen. Aber auch gut, weil ich gerade rund um die Feiertage Traditionen sehr mag und außerdem den Händler dort immer sehr angenehm finde. Das ist ein kleines Ritual neben vielen anderen in der Weihnachtszeit, nicht nur den Baum möglichst in den frühen Vormittagsstunden in der Woche vor dem 21. Dezember auszusuchen, sondern eben auch ein längeres Gespräch mit dem Händler zu führen. Das ist im Umfeld und im Zusammenhang mit der Auswahl des Weihnachtsbaums immer etwas ganz Besonderes.

Geisteswissenschaftliche Essenz

Heute hat sich mir die Gelegenheit geboten, M. von meiner jüngsten Lektüre der Mitschriften von späten Vorträgen Rudolf Steiners zu erzählen. Die anlässlich des 21-jährigen Jubliäums der anthroposophischen Bewegung gehaltenen Vorträge gehören zum Alterswerk Steiners und stellen meiner Einschätzung nach die Essenz der geisteswissenschaftlichen Erkenntnisse dieser Zeit dar. Vieles ist sehr viel klarer und im großen Zusammenhang verständlicher durch diese Vorträge, was in früheren Beiträgen oft sehr ausführlich und weitverstreut begegnete. Mein Eindruck ist, dass M. sich von den auszugshaft wiedergegebenen Inhalten angesprochen fühlte. Vielleicht gelingt es mir ja, diese Texte und darin dargestellten Gedanken weiterzugeben. Denn es geht darin um ganz wesentliche Dinge. Interessanterweise kommt in diesen Vorträgen der Baum als Lebewesen und Symbol öfter als sonst in seinen Texten vor. Das zeigt mir, dass die symbolische Kraft des Baums als eindrucksvolles und weit verbreitetes Symbol für aufbauendes Leben auch vor über 100 Jahren präsent war, wie es dies bis heute geblieben ist und auch vor Steiners Zeit schon lange Zeit gewesen ist. Es lohnt sich absolut, auch weiterhin, z. B. in Form dieses Baumtagebuchs, den Bäumen, ihrer symbolischen Kraft und ästhetischen Ausstrahlung auf die Spur zu gehen und die damit zusammenhängenden Erkenntnisse immer noch weiterzuentwickeln.

Reminiszenz an goldene Novembertage

Es ist trotz der vielen selbst gestellten Aufgaben doch der erhoffte ruhige Sonntag geworden, der ein paar Stunden Zeit für Kontemplation und Lektüre gelassen hat. Mit einer eindrucksvollen Lektüre, die mir einige Anregungen gegeben hat für den Bücher-Wunschzettel, den ich in den letzten Jahren immer vor Weihnachten zusammengestellt und mir dann quasi selbst erfüllt habe. Das passt eben genau in diese Übergangszeit zwischen Spätherbst und dem Beginn der Weihnachtszeit. Ich bin froh, dass es möglich ist, diese Zeiten mit Sinn und adäquater Aktivität zu füllen. Ansonsten würde mir etwas Wesentliches fehlen, gerade im Bezug auf die Entwicklung der Lebenslinien. Auch in Sachen kreativer Techniken und Baum-Thematik gelingen mir in dieser Jahreszeit oft gute Neuansätze und Vorhaben, die dann vielleicht im neuen Jahr umsetzbar werden. Und erst jetzt fällt mir auf, dass ich vergessen haben, den Baum-Monatskalender rumzuschlagen. Sehr schade, denn wie ich jetzt sehe, ist das November-Bild besonders eindrucksvoll und gibt, wohl in einer herbstlichen Abendstunde kurz vor dem Sonnenuntergang fotografiert, einen herbstliches Waldstück von innen, mit hohen und alten Buchenstämmen, spätherbstlichen Baumkronen und einem dichten Teppich aus Herbstlaub wieder. Na ja, die zweite Hälfte des Monats kann ich es jetzt noch betrachten, wie eine Reminiszenz an die zurückliegenden goldenen Novembertage.

Wenn der Garten laubfrei wird

Nach diesem ganz mild temperierten, wenn auch ziemlich lichtarmem Vormittag ist nun der Garten weitgehend laubfrei. An den Bäumen sind nur noch einzelne Blätter zu sehen, so dass es sich angeboten hat, die im Laufe der Woche hinzugekommenen letzten Blätterberge zusammenzutragen und in Säcke bzw. die Biotonne zu verfrachten. Bei der Gelegenheit habe ich auch alle restlichen Feigen explizit vom Baum abgepflückt und M. die noch einigermaßen reif aussehenden zurückgelegt. Dann werden auch keine faulenden Früchte mehr herunterfallen. Das Wasser im kleinen Springbrunnenbecken habe ich ebenfalls abgelassen und das Becken grob gesäubert, damit es für den Winter gerüstet ist. Ganz abgeschlossen und für den Winter bereit ist der Garten aber noch nicht. Meine Chilipflanzen stehen immer noch an ihrem Platz, weil ich auf das Ausreifen der noch verbliebenen Schoten hoffe und es ja tatsächlich noch zumindest milde Temperaturen gab, die die Früchte der ohnehin späten Art auch im November noch reifen ließen. Und die Wassertanks müssen ebenfalls noch geleert werden, damit sie bei Frost keinen Schaden nehmen. Aber davon abgesehen sind wir ganz gut gerüstet, um uns bald schon der Advents- und Weihnachtszeit zu widmen, die wieder andere Aufgaben und schöne Herausforderungen mit sich bringen wird – so wir denn alle gesund bleiben und uns dem widmen können.

Und schon kommt uns die Weihnachtszeit wieder ins Bewusstsein

Schade, gestern war wohl schon der letzte der goldenen Novembertage, die uns unerwartet vergönnt waren. Heute wars schon ungemütlicher und fühlte sich eher wie der sonst gewohnte November an. Gleichzeitig ist uns bewusst geworden, wie nah Weihnachten schon gekommen ist, und dass die Vorbereitungen auf die Adventszeit nur noch 1-2 Wochen auf sich warten lassen. So beginnt jetzt schon die Jahresabschlussgeschäftigkeit, die sich eigentlich nie vermeiden lässt. Ich versuche dennoch alles gut zu planen und so zu gestalten, dass wir tatsächlich noch etwas von der besonderen Atmosphäre der Weihnachtszeit haben können. Letztlich ist das gerade in diesen so schwierigen Zeiten eine Frage des guten Willens, aber auch des Weitblicks und der Verbundenheit mit Traditionen und zeitlosen Bedeutungen. Ich weigere mich, das klein oder schlecht zu reden. Im Gegenteil benötigen wir heute den Geist und das Heilsame, das die Weihnachtszeit uns bringen kann, mehr denn jemals zuvor. Interessant: Dieses Jahr werden die Weihnachtsbäume hier im Ort direkt bei uns um die Ecke verkauft, wohl weil der sonst übliche Standort gerade Baustelle ist. Bleibt abzuwarten, ob sie diesmal zimmerhohe Weihnachtsbäume anbieten, was sonst nie der Fall war. Dann nämlich könnte ich den Weihnachtsbaum direkt unter den Arm klemmen und nach Hause tragen. Aber wahrscheinlicher ist, dass ich den Lieblingshändler weiter weg wieder besuche und mir dort in Ruhe meinen Wunschbaum aussuche, auch wenn das mit einer Überlandfahrt verbunden ist.

Wetterkapriolen und ihre positiven Ausprägungen

Am Wochenende, schätze ich, werde ich die letzten Herbstblätter zusammentragen und in die Laubsäcke verfrachten können. Dann dürften die Gartenbäume kahl dastehen und sich endgültig auf den Winter einstellen. Und wenn wir das Laub, immerhin zwei riesige Säcke voll, nicht extern zum Kompostieren ausbreiten, wird es wohl einige Wochen brauchen, bis wir es über die grüne Tonne portionsweise entsorgt haben werden. So war das schon in den Vorjahren, nur dass mit dem Wachsen der Bäume auch das Laubaufkommen immer größer wird. Nur ist das eine der Begleiterscheinungen des Herbstes, die wir gerne in Kauf nehmen, wenn wir möglichst typische Jahreszeiten erleben dürfen. Auch das war zuletzt nicht mehr selbstverständlich. Stichwort: Verschwinden der Jahreszeiten. So nenne ich dieses Phänomen oder die auf das Wetter durchschlagenden Folgen des Klimawandels ja an diesem Ort ganz gerne. Jetzt haben wir einmal eine Abweichung im positiven Sinne erlebt, nämlich einen goldenen November, wo sonst eher ein ungemütlicher, dunkler, nasser und kalter zu erwarten ist. Nicht ganz so schön sind die Abweichungen vom ehemals Normalen, wenn der Sommer fast komplett durchregnet und viel zu wenig Sonne scheint, was wir überwiegend 2025 eben auch erleben mussten. Dies also eine ganz kleine Entschädigung, ein _Ausgleich für die anstrengenden Wetterkapriolen dieses Jahres.

Baum-Themen und der notwendige Ausgleich

Viel Technik und Kommunikation hat mich an diesem schönen Novembertag beschäftigt und in Atem gehalten. Aber wenn es von außen ruhig zugeht, ist das sogar anregend. Denn dann kann man sich ganz darauf konzentrieren, was die Nerven schont. Ich freue mich, dass meine Projekte jetzt in eine weitere und z. T. sogar in die finale Phase übergehen können und voraussichtlich ein ganz versöhnlicher Abschluss des Jahres im Hinblick auf die Projektdurchführung möglich sein wird. Zufrieden bin ich v. a. aber damit, dass es mir zwischendurch und durchgehend immer wieder gelingt, die Dinge nicht ins Einseitige ausufern zu lassen. Die Beschäftigung mit den Bäumen und ihrer Symbolik und Ästhetik ist für mich der Leitfaden der Aktivitäten und Themenfelder, die mir diesen Ausgleich ermöglichen, zumal ich, wie eben jetzt aktuell auch wieder, sehr viel mit von Technik dominierten Aufgaben und Denkwelten zu tun habe.

Der Blätterherbst geht zu Ende

Für Fastnachtsfreunde war das heute wieder der Auftakt der Saison, in einer Jahreszeit, die rein äußerlich so gar nicht zur Ausgelassenheit der närrischen Tage passt. Aber es ist eigentlich gut, dass es noch Menschen gibt, die das überzeugend mit Leben füllen können. Abgesehen davon scheint es mir fast so, als ob der dauerhaften Depression aktuell wieder eine Phase zwischengeschaltet ist, die eher ermutigend wirkt. Es scheint, die Menschen suchen wieder mehr den Austausch, das absichtslose Gespräch, die Diskussion über Themen, die alle gleichermaßen betreffen. Solche Phasen sind wichtig, damit es hoffnungsvoll weitergehen kann und sich Vernunft und Gleichgewicht wieder durchsetzen können. Begleitet ist dies aktuell von ungeheuer aufbauenden goldenen Stunden, die zudem noch mit ungewöhnlich hohen Temperaturen flankiert sind. Eigentlich unwahrscheinlich, dass wir das fast Mitte November noch erleben dürfen. Bei den Bäumen bahnt sich jetzt das Ende des Blätterherbstes allerdings doch an. Zumindest die Gartenbäume sind fast schon vollständig entlaubt. Nur der Walnussbaum und der Ginkgo hält noch eine überschaubare Zahl herbstlicher Blätter an den überwiegend kahlen Zweigen. Und mit dem Ende des Baumherbstes wird wohl auch der Herbst an sich zu Ende gehen. Glücklicherweise mit einer unverhofft hellen und milden Schlussphase.

Das Baum-Thema weiterentwickeln

Schade, wieder einer der trüben Novembertage. Aber die Themen des Baumtagebuchs, Holz, Bäume und Naturbezug, die waren in Gesprächen und medialen Berichten, auch an diesem so unwirtlichen Tag wieder präsent. Das zeigt mir immer wieder, wie zeitlos meine Beschäftigung mit diesen Dingen doch ist. Ein guter Grund die Arbeit daran fortzusetzen und immer wieder zeitgemäß und an der eigenen Lebenserfahrung entlang anzupassen und weiterzuentwickeln.

Der Mensch ist um der Welten willen da

Nach einer wieder recht anstrengenden Arbeitswoche war der Sonntag erholsam und so ruhig, wie ich ihn mir wünschen konnte. Genug Ruhe, um eine dringend zu erledigende Aufgabe für V. endlich anzugehen und glücklicherweise auch abzuschließen. Eine Aufgabe mehr, die im Zusammenhang mit dem Abschluss des Jahres routinemäßig zu erledigen ist, die aber immer auch Geduld und Sorgfalt erfordern. Ich bin froh, am Nachmittag die Lektüre meines aktuellen Sammelbands mit Mitschriften von Vorträgen Rudolf Steiners fortgesetzt zu haben. Es sind Beiträge aus der letzten Lebensphase Steiners, die erfahrungsgemäß die Inhalte der Lehre noch einmal besonders prägnant und ausführlich vorbringen und wirklich auch für das Verständnis des Gesamtwerks wichtig sind. Interessanterweise kam in mindestens einem der Vorträge auch ein Baum-Beispiel zur Sprache, um einen wesentlichen Gedankengang zu illustrieren. Aber diese Vorträge enthalten überhaupt ganz viele sehr erhellende Einsichten, die mir nicht unbekannt sind, die ich aber so klar dargestellt und ausgeführt selten vorgefunden habe. Hier ein Zitat aus dem in Dornach 3. Februar 1924 gehaltenen Vortrag, das nun wirklich eine ganz umfassende Vorstellung anthroposophischer Anschauung von Welt und Mensch wiedergibt:

„… Und jetzt stehen wir in der Welt und sagen uns, indem wir dieses Erlebnis mit unserem Ätherleib zunächst nehmen: wir sind wirklich nicht bloß für uns in der Welt, sondern die Welt hat etwas vor mit uns; die Welt hat uns hereingestellt, damit sie das, was in ihr ist, durch uns durchgehen lassen kann und es in der von uns veränderten Gestalt wiederum empfangen kann. Wir sind als Menschen nicht bloß für uns da, wir sind zum Beispiel in bezug auf unseren ätherischen Körper für die Welt da. Die Welt hat die Menschen nötig, weil sie dadurch mit ihrem eigenen Inhalte sich immer wieder neu und neu erfüllt. Es ist ein nicht Stoff- aber Gedankenwechsel zwischen der Welt und dem Menschen. Die Welt gibt ihre Weltengedanken an den menschlichen Ätherleib ab, und die Welt empfängt sie im durchmenschlichten Zustande wiederum zurück. Der Mensch ist nicht um seiner selbst allein, der Mensch ist um der Welten willen da. …“

(aus: Steiner, Rudolf: Anthroposophie. Eine Zusammenfassung nach einundzwanzig Jahren, GA Band 234, Rudolf Steiner Verlag, 8. Aufl. 2024, S. 114)

Chiliernte und Arbeit mit dem Herbstlaub der Gartenbäume

Das Kleinschneiden der schon seit einigen Tagen zum Trocknen ausgelegten Chilishoten war heute ziemlich aufwändig. Vor allem, weil ich bei diesen ziemlich ausgerieften Exemplaren unbedingt möglichst viele Samenkerne sichern wollte. Es sind noch deutlich mehr grüne Schoten an den Pflanzen herangewachsen, nur ist nicht damit zu rechnen, dass die alle auch zumindest gelb werden. Und da bin ich mir nicht sicher, ob das enthaltene Saatgut dieselbe Qualität hat wie das der ausgereiften Exemplare. Bei den Glocken-Chilis, den roten Habaneros und den Bhut Jolokias dürfte ich ausreichend Samen gesammelt haben. Bei Caronlina Reaper könnten es zumindest ausreichend viele werden, um in der neuen Saison ein weiteren Versuch mit der Art zu starten. Vorn den drei Pflanztöpfen mit dieser Art sind zumindest zwei ganz gut gewachsen, tragen aber verhältnismäßig wenige Früchte. Oft war es zuletzt so, dass der Ertrag und die Wuchsfreudigkeit beim zweiten Anlauf deutlich besser waren. Das hoffe ich auch bei Corolina Reaper und vor allem bei den Habanero Chocalte, denn die stehen mir nur in einem Pflanzgefäß zur Verfügung und die sind noch seltener. DA kommt es dann auf jedes einzelne Samenkorn an. Gefallen würde mir mehr davon auf jeden Fall, weil die bräunliche Färbung der reifen Schoten schon besonders ist. Am Nachmittag hat das Zusammenrechen und verstauen des abgefallenen Herbstlaubs der Gartenbäume viele Stunden ausgefüllt. Eine unglaubliche Biomasse ist da angefallen, auch weil die Bäume eben deutlich ausladendere Kronen und mehr Blätter als in den Vorjahren tragen. Aber das Ganze ist auch irgendwie schön, weil wir so die Jahreszeit ganz bewusst noch einmal mitverfolgen und hautnah erleben können. Ich denke, noch eine weitere Herbstlaub-Gartenaktion dürfte noch folgen. Aber dann sind die Gartenbäume endgültig auf die kahle Winterzeit eingestellt.

Autobiographischer Fortschritt

Es ist interessant, an mir selbst zu beobachten, wie ich mit zunehmendem Alter immer gelassener mit dem Geburtstag umgehen kann. Fast scheint es so, als ob die Reflexion des Lebensalters mit diesem an Ehrlichkeit gewinnt. Jedenfalls kann ich mit dem Verlaufen und Erleben eigener Geburtstage heute zufriedener sein als noch vor einigen Jahren. Das ist wie eine Art autobiographischer Fortschritt. Gespräche mit Menschen, mit denen mich wirklich etwas verbindet, gehören natürlich auch dazu. Und Gesprächsgegenstände, die einen Bezug zur eigenen Biographie haben. Auch das darf ich wahrnehmen. Gefreut hat mich As per Post übersendetes Geschenk mit Bezug zu meiner Baumleidenschaft. Eine monochrome Druckgrafik, die ein sehr eindrucksvolles Baumindividuum zeigt. Auf den ersten Blick eine Kiefer, bei näherem Betrachten eher eine Zeder. Oder, wie A. meinte, einfach nur ein Kunstwerk, das keine bestimmte Baumart, sondern v. a. ein Baumindividuum abbildet. Das käme dann dem besonders nahe, worum es u. a. in diesem Baumtagebuch eigentlich geht. Die symbolische Kraft der Bäume als ihr Repräsentieren von unverrückbarer Individualität, Lebenssymbolik generell und zeitlicher Beständigkeit. Das passt natürlich super zu einem Geburtstag.

Ungeahnte pflanzliche Highlights im goldenen November

Reife Schoten der Chilisorte Carolina Reaper

Der goldene November tut richtig gut. Auch wenn es heute nicht ganz so sonnenreich war wie gestern. Aber die Temperaturen und das Licht über viele Stunden sind ein willkommenes Kontrastprogramm zu den zahlreichen trüben und verregneten Monaten, die hinter uns liegen. Und der Baumherbst verlängert sich auf diese Weise auch ungeahnt anhaltend. Nicht die Herbstblätter, aber meine diesjährigen Zuchtneuerung bei den Chilipflanzen, die Carolina Reaper bzw. ihre knallroten noch an der Topfpflanze hängenden Schoten haben es mir angetan. Die sind nicht sehr zahlreich, aber die wenigen so schön ausgereiften musste ich einfach fotografisch festhalten. Man muss auch sagen, dass die besondere zerknitterte und zerklüftete Form dieser Schoten die legendäre Schärfe irgendwie auch nach außen strahlen. Man sieht ihr gewissermaßen ihr Potenzial an. Vielleicht kann ich mit dieser Art im nächsten Jahr ja etwas mehr Ertrag erreichen, so wie dieses Jahr erstmals mit Bhut Jolokia, die anders als zuvor sich diesmal sehr wuchsfreudig zeigt und nicht minder interessant aussehende Schoten trägt.

Persönliches Baumtagebuch von Bernhard Lux: Täglich begegne ich den Bäumen auf vielfältigen Wegen. An ihrem jeweiligen Standort in der Natur, in der Lektüre von Baum- und anderer Literatur, in der alltäglichen Reflexion, der handwerklichen Arbeit und im Gespräch mit der Familie oder Freunden und Kollegen. Es ist mir ein Bedürfnis, diese themenbezogenen Beobachtungen, Interaktionen und Kommunikationen in Form des Baumtagebuchs zu dokumentieren. Seit dem 20. November 2004 habe ich keinen einzigen Tag ausgelassen – ein Zeichen dafür, dass das Baumthema und der Baum als Archetypus tatsächlich im Alltagsleben verankert ist und vielfältige inhaltliche Assoziationen ermöglicht. So mag dieses Baumtagebuch jeden seiner Leser/innen auf die Spur einer je eigenen Beziehung zu den Bäumen führen.