Grüne Wahlthemen für die Gestaltung eines zukunftsfähigen Europa

Das Interesse an der Europawahl soll diesmal besonders ausgeprägt sein. Kaum zu glauben, könnte man an der allgemeinen Stimmungslage doch eine Art Generallethargie vermuten, die fast niemanden mehr an irgendwas glauben lässt. Aber wirtschaftliche Rahmenbedingungen und subjektives Sicherheitsempfinden spielen bei der politischen Aufmerksamkeit dann doch eine eigene und zwingende Rolle, die mehr Mobilisierungspotenzial mit sich bringt. Ganz unabhängig, so meine Einschätzung, welche alternativen Positionen eigentlich zur Wahl stehen. Ich denke, darüber informiert sich gerade bei der Europawahl so gut wie niemand. Aber allgemeine Ausrichtungen können bei solchen Wahlen greifen. Und da habe ich die Vermutung und Hoffnung, dass das zuletzt etwas stärker in den Hintergrund getretene ökologische Großthema doch wieder die Wahl bestimmend sein könnte. Nicht nur, vielleicht sogar nicht primär die wirtschaftliche (Welt-)Lage. So hoffe ich, dass zum einen vom Wahlrecht umfangreich Gebrauch gemacht wird und zum anderen die extremen Positionen nicht einmal annähernd die Unterstützung erhalten, die in Umfragen so häufig schon prognostiziert wurde. Damit die langfristig das Leben bestimmenden Hauptthemen, die politisch beeinflussbar sind, einen möglichst breiten Raum einnehmen können. Ich denke, dass Umwelt, Energie und ökologische Zukunftsperspektiven, eben „grüne“ Themen, gerade auf europäischer Ebene die allgemein anerkannt aussichtsreichen Felder sind, die verantwortungsvoll zu gestalten sich politische Artikulation lohnen kann.

Den thematischen Faden rund um Baumsymbolik weiterspinnen

Es gibt immer wieder Phasen, die so mit einem beständigen Informationsfluss angefüllt, wenn nicht überfüllt sind, dass man kaum noch jede einzelne Information richtig verarbeiten kann. Manchmal registriere ich dann etwas Interessantes, schiebe es aber zur späteren Überlegung oder Bearbeitung in einen Warte- oder Archivbereich. So habe ich erst heute wieder, nach Monaten, eine Literaturempfehlung vom Ende des letzten Jahres gefunden, die sich auf eine Sammlung von Essays bezieht, welche sich rund um bedeutende Dichter, Denker und spirituellen Lehrer „unter den Bäumen“ drehen. Natürlich genau mein Thema, das ich ja selbst schon viele Male in Texte zu Facetten des Lebensbaumbegriffs verarbeitet und in eigene Textbeiträge eingebracht habe. Schade, das ist damals liegengeblieben, aber ich könnte es in näherer Zukunft doch noch aufgreifen, auch um die gedankliche Arbeit am Lebensbaumthema für mich weiterzuführen. Das wäre dann ein neuer Baustein auf diesem Weg. Überhaupt würde es mich wieder mehr reizen, die Baumthematik kreativ aufzubereiten. Ein Vorhaben, das vor einigen Jahren zum Stillstand gekommen war, das sich aber lohnt, weitergeführt zu werden. Ich will nur nicht zu sehr an dem Vorhaben kleben, weiß ich doch, wie schnell äußere Veränderungen und Herausforderungen dann wieder davon ablenken und zu einem weitern Aufschieben Anlass sind. Aber der Vorsatz ist ja immerhin ein bewegendes Element.

Wechselhafte Lebensfreude im sommerlichen Pflanzengarten

Die Erfahrungen mit unseren neu erworbenen und eingepflanzten Hortensien sind wechselhaft. Anfänglich waren wir von der Auswahl und Anmutung der Blumen sehr angetan. Gerade die auffallendste und präsenteste, die in strahlendem Blau erscheint, ist ein guter Griff gewesen, auch weil sie nicht nur top aussieht, sie scheint auch unempfindlich und fühlt sich an ihrem Standort am Zaun sichtlich wohl. Die zwei anderen haben wir nebeneinandergesetzt. Während eine davon ebenfalls stabil zu sein scheint, hat die andere, ausgerechnet die teuerste der drei, von Anfang an Schwächen gezeigt. Sie hat die dieses Jahr ohnehin überhandnehmenden Schnecken magisch angezogen. Und den Schutz mit Schneckenkorn, der notwendig war, scheint sie ebenfalls nicht vertragen zu haben. Jedenfalls sind am Nachmittag alle Blütenbüschel schlapp gewesen, so wie gestern nur einer davon, den wir abgeschnitten haben, weil wir dachten, die Schnecken wären ursächlich für den Zustand. Jetzt sehen die Blüten alle so aus und wir sind relativ ratlos. Vermutlich nur ein Detail, das wir aber leider nicht erkennen. So könnte es sein, dass dieser einen Pflanze nur eine kurze Lebenszeit vergönnt ist. Ich hoffe, der Sommergarten, und in ihm neben den Bäumen auch alle Stauden und Blumen werden sich in den eigentlichen Sommermonaten prächtig entwickeln und das wechselhafte Wetter gut wegstecken können.

Liebgewonnener Efeubewuchs im Garten

Unsere vom Efeu bewachsenen Flächen im Garten wirken nach dem Rückschnitt ziemlich gerupft. Wie immer um diese Jahreszeit, nachdem ein kräftiges Zurückschneiden der abstehenden Triebe notwendig war, um die Efeudecke in Form zu halten und sich spätere Kraftanstrengungen zu ersparen. M. hat zudem den Drang zwischendrin liegendes vertrocknetes Laub herauszuziehen, was ich für verrückt und unnötig halte, da das beim Efeu, wie auch z. B. bei kleinen Nadelgehölzen wie dem Kriechwacholder normal ist. Was nicht direkt nach außen gekehrt ist und direkt dem Sonnenlicht ausgesetzt, vergeht natürlich im Untergrund. Mich stört das nicht, aber M. muss es eben beseitigen. Entsprechend länger wird es dauern, bis sich die Lücken wieder geschlossen haben. Aber bei einer Saison wie dieser, die von einer Mischung von viel Regen, Bewölkung und sehr sonnigen Phasen geprägt ist, wird die nächste Triebphase des Efeu schon bald neue Ergebnisse zeigen und vermutlich im August den nächsten Rückschnitt notwendig machen. Viel Arbeit ist das immer wieder, aber ich möchte auf den Efeu und seine spezielle kraftvolle Ausstrahlung an den vertrauten Gartenplätzen ungern verzichten.

Wachstumsförderliches Pflanzenwetter

Die Nachmittage sind in diesen Tagen das jeweilige Highlight. Wenn die Frühsommersonne tief steht, wärmt sie am intensivsten. Und das Licht der tief stehenden Sonne ist auch einmalig. Das kann ich mir dann beim abendlichen Blumengießen auf den Rücken scheinen lassen. Ich habe auch den Eindruck, dass die frisch gepflanzten Blumen dieses Wetter mögen, das heute besonders heftig ständig hin- und hergeschwankt ist, zwischen Sonne und Bewölkung, zwischen fast schon frostiger Temperatur bis hin zu starkem Temperaturanstieg. Ich hoffe, diese Kontraste werden sich auch auf das Wachstum der Chilis positiv auswirken. Die Gartenbäume verhalten sich in diesem Jahr noch ziemlich zögerlich. Normalerweise würde man Anfang Juni schon mehr und üppigeres Kronenlaub erwarten. Aber das entwickelt sich ganz langsam. Vielleicht zeigen sich ja auch bei unserem radikal zurückgeschnittenen kleinen Buchsbaum bald die ersten winzigen Blättchen und kurzen Asttriebe. Und vielleicht ja auch endlich beim Maulbeerbaum, dessen aktuelle Verfassung ich demnächst unbedingt in Augenschein nehmen muss.

Kunsthandwerklicher Flow während der Sommermonate

Die fast durchgängig strahlende Sonne heute hat gutgetan und uns wieder an einen Sommer glauben lassen. Man merkt, wie die Blumen förmlich aufblühen, nach so viel Regen, der für das Blumenwachstum nicht so förderlich ist wie für die Bäume, wenn sie gleichzeitig auch genügend Licht bekommen. So kann es gerne weitergehen. Und hoffentlich damit auch wieder mehr Gelegenheit zur kunsthandwerklichen Tätigkeit. Denn die Arbeit mit verschiedenen Holzarten macht gerade um diese Jahreszeit, wenn ich weitgehend im Freien arbeiten kann, wirklich Spaß. Insofern wäre eine Schwerpunktverlagerung in die Sommermonate wünschenswert. In der Hinsicht bin ich recht zuversichtlich, weil das bewusste Verfolgen und Beobachten der jahreszeitlichen Veränderungen während der Vegetationsperiode vor allem vom Wetter abhängt. Und dann bekommen die Menschen auch wieder mehr Lust und Gelegenheit, sich symbolisch mit den Bäumen zu beschäftigen. Von dort aus bis zu meinen Wunschbaum-Manufaktur-Arbeiten ist dann der Weg nicht mehr weit.

Wenn ein Gespräch über Bäume fast ein Verbrechen ist

Wie schon fast gewohnt folgte an diesem Sonntag einem recht sonnenreichen Tag ein bewölkter und mäßig warmer. Dieses Hin und Her, was am Ende einem Sommermonat mit Durchschnittstemperatur und Durchschnitt-Sonnenstunden entspricht, ist wohl das neue sommerliche Normal. Und die vom Klimawandel bedingten Wetterextreme, die sich in meinem Bundesland vor zwei Wochen so verheerend ausgewirkt haben, wüten jetzt in zwei anderen Bundesländern. Drama und lähmende Katastrophen, wohin man sieht. Und damit müssen wir über die Grenzen des eigenen Landes noch nicht einmal hinausschauen. Was sich jenseits präsentiert, ist noch unvergleichlich tragischer und lässt wohl jeden inzwischen an der Welt und vor allem den Menschen zweifeln. In dieser Situation fällt es schon fast schwer, sich auf einen schönen Sommer zu freuen und die Aufmerksamkeit auf unser natürliches Umfeld zu lenken. Aber es scheint mir so, wie es in dem berühmten zwischen 1934 und 1938 entstandenen Gedicht-Text von Bertolt Brecht „An die Nachgeborenen“ im Zusammenhang mit seinen Erfahrungen mit dem Nationalsozialismus heißt:

„….

Was sind das für Zeiten, wo

Ein Gespräch über Bäume fast ein Verbrechen ist.

Weil es ein Schweigen über so viele Untaten einschließt!

…“

Nun, ich will es trotzdem wagen, auch weil die heutigen Zeitumstände deutlich andere sind und ich mir daraus heilende Wirkungen in allen Lebenslagen erhoffe.

Sommerblumen, Gartenbäume, Pflanzarbeiten im Frühsommer

So häufig in kurzer Zeit wie zuletzt waren wir wohl nie im Baumarkt gewesen. Aber der beherbergt bei uns eben das beste Gartencenter. Ein Muss im Frühjahr, wenn es darum geht, die richtigen Pflanzen für den Sommergarten zu finden. Eigentlich waren wir damit schon durch, auch Erde hatte ich zuletzt genügend auf Vorrat besorgt. Aber M. hatte den Wunsch, doch wieder Hortensien im Garten einzupflanzen, die uns bis vor etwa 3 Jahren lange Zeit begleitet und erfreut hatten. Auch weil sich die opulenten Blütenstände ganz gut trocknen und dann zum Dekorieren verwenden ließen. Der Stock war aber irgendwann eingegangen. Aus uns nicht nachvollziehbaren Gründen. Nun war da dieses Angebot, und so haben wir uns entschlossen, drei neue Pflanzen zu beschaffen und an zwei Stellen im Garten zu pflanzen. Zwei an der „alten“ Stelle und eine weitere, wegen der blauen Blütenfarbe besonders auffällige, am Gartenzaun, wo uns zuletzt sommerliche Blütenakzente fehlten, da die Mohnblüten sich ebenfalls nicht wie in den Jahren zuvor entwickelt hatten und wegen der Abschattung durch die benachbarten Bäume es ohnehin schwierig geworden war mit Blumen. Aber diese Hortensien vertragen auch Halbschatten, so hoffe ich, dass sie an dem doch nach ganz gut dem Sonnenlicht exponierten Platz eine gute Wachstumschance haben werden. So froh ich mit unserem inzwischen durchweg schon stattlich ausgewachsenen Ensemble an Gartenbäumen auch bin. Für die Blumen im Sommer sind sie eben ein Hindernis und Bremsfaktor, der uns diffizile Platzierungstrategien abverlangt. Meine Chilipflanzen habe ich jetzt in die großen Pflanzgefäße umpflanzen können und zunächst unter dem transparenten Dach untergebracht. Wenn nicht mehr mit Dauerregen und kalten Nächten gerechnet werden muss, wird ich sie unter freiem Himmel platzieren können. Vielleicht wird ein Teil aber auch dort unter Dach bleiben, da dort tatsächlich noch am meisten und vor allem zu fast von Früh bis Spät Sonnenlicht ankommt. Das und die Platzierung eines Teils der Pflanzen auf dem Balkon ist ein Versuch, den ich erstmals starten will. Nicht ausgeschlossen, dass das dauerhaft eine gute Lösung sein kann.

Ein verrückter Mai geht mit sonnigen Abendstunden zu Ende

Immerhin hat der Mai am Ende doch noch ein wenig mehr Sonnenstunden gebracht als der vorangegangene April. Womit wir dann nach den Erfahrungen dieses Monats ganz zufrieden sein können. Und immerhin klingt der Monat mit einigen sehr lichtreichen Abendstunden aus. Ein Wetter, das wir uns den ganzen Tag und am besten von Beginn des Monats an gewünscht hätte und das in früheren Jahren auch üblich war. Zudem meldet die Wetterstatistik für diesen Mai die 2,5 fache Regenmenge von durchschnittlichen Mai-Monaten. Ganz schön verrückt. Diese sonnigen Abendstunden machen dennoch Hoffnung auf einen schöneren Verlauf des Frühsommers, und dass der Juni sich im Verglich zum Gewohnten diesmal übertreffen möge. Vor allem für die frisch gepflanzten Sommerblumen wäre das zu wünschen, die Dauerregen ganz schlecht vertragen und die jetzt eine sonnige Wachstumsanregung benötigen. Ich hoffe, dass diese Kombination von zurückliegend extrem viel Feuchtigkeit und jetzt sich hoffentlich durchsetzendem Sommerwetter meinem Maulbeerbaum Anlass ist, sich doch noch zu einem kräftigen Blattaustrieb zu motivieren. Ich hoffe, er bleibt nicht so kahl wie zuletzt noch beobachtet, damit er in diesem Jahr Kräfte sammeln kann und den Sommer ohne Schäden übersteht, um dann im Folgejahr nochmal Maulbeeren hervorzubringen. Die Hoffnung auf Früchte müssen wir in diesem Sommer wohl auf jeden Fall begraben.

Den Wert des Traditionellen und kulturell Angeeigneten über Umwege erhalten

Nach diesen Erfahrungen mit dem Wetter im Frühling sind wir inzwischen geneigt, von einem ebenso durchwachsenen und untypischen Verlauf des Sommers auszugehen. An diesem Fronleichnamstag, der traditionell eigentlich auch immer sonnenreich war, an dem deshalb die früher noch überall durchgeführte Prozession durch den Ort als öffentlich eindrucksvolles Ereignis in Erinnerung geblieben ist, kommen einem solche Gedanken besonders entgegen. Wie immer, wenn sich kulturelle Tradition mit natürlichen Lebensbedingungen überschneiden und wenn sich beides im Idealfall stimmig ergänzt. Leider können wir in fast keinem Lebensbereich mehr von etwas Gewohntem ausgehen, man muss tatsächlich mit ständigen Abweichungen rechnen, in deinem Ausmaß, das die Abweichung als das neue Normal erscheinen lässt. Den heutigen Sinn kirchlicher Feiertage sehe ich vor allem darin, anhand einer symbolischen Traditionsmarke nämlich eine Verstärkung und Unterstützung zur Verfügung zu haben, den Wert des Traditionellen und kulturell Angeeigneten weiterhin zu schätzen und seine Präsenz nicht vollständig zu vernachlässigen. Dieses Anknüpfen an kulturelle Tradition hat in meinen Augen damit eine ganz ähnliche Funktion und Wirkung wie die bewusste Beschäftigung mit natürlichen Lebenssymbolen wie z. B. den Bäumen. Beides hilft, die Aufmerksamkeit vom überbetonten wechselhaften Alltag auf das ganz Grundlegende zu konzentrieren und darüber immer wieder zu Neubewertungen und Neustarts zu gelangen, die zeitgemäße und individuell stimmige Lebenskonzepte ermöglichen. Im Alltag, im Gesellschaftlichen selbst werden wir diese Gelegenheiten nicht mehr vorfinden und auch nicht hervorbringen können. Auf den genannten Umwegen kann sich aber im Alltag, in der Kommunikation und in den gesellschaftlichen Bereichen wirklich etwas zum Positiven verändern.

In Krisenzeiten an das Gewohnte anknüpfen

Die kunsthandwerkliche Arbeit am Nachmittag war nach Längerem wieder eine anregende Erfahrung. Eigentlich wollte ich mit der Feinarbeit an dem Armband morgen weitermachen, allerdings ist mir eingefallen, dass morgen ja Feiertag ist. An dem kommt das natürlich nicht in Frage. Aber bis zum Wochenende sollte die Arbeit doch abgeschlossen sein. In diesen Krisenstimmungszeiten sind solche Aufträge nicht mehr selbstverständlich. Es scheint, alles wird mittlerweile auf die Waagschale gelegt, selbst zeitlose Symbolformen, die eigentlich nur motivierend und zentrierend sein wollen. So erhalten die Aufgaben, die derzeit möglich sind, einen umso größeren Stellenwert und irgendwie noch mehr Intensität. Es scheint, dass eine neue Art von Bescheidenheit da angebracht und vielleicht auch notwendig geworden ist. Es kann sein, dass dem nicht etwa die Rückkehr zum Gewohnten folgt, sondern etwas anderes, wenn sich an das Gewohnte und bisher Erwartbare nicht mehr anknüpfen lässt.

Freiluftsaison und Manufaktur

Nun ist uns doch noch ein ziemlich sonnenreicher Tag gegönnt gewesen. Vielleicht wird’s ja noch etwas mit dem Umfang der Sonnenstunden des Aprils bis zum Ende des Monats. Zwar traurig genug für einen Maimonat. Aber zuletzt sind wir ja bescheiden geworden. Ich freue mich darauf, bald im so sorgfältig vorbereiteten und für die Freiluftsaison gepflegten Garte wieder mehr Zeit zu verbringen. In den kommenden Tagen seit längerem wieder mit meiner Manufakturarbeit. An Perlen für Lebensbaum- und Baumkreis-Armbänder. Es ist gut und richtig, diese intensive Arbeit mit der Symbolik und Energie der Holz- und Baumarten in dieser Zeit des Grünens und Blühens möglichst umfangreich ausüben zu können.

Schwankungen beim Pflanzenwachstum sind oft unergründlich

Vielleicht erreichen wir bis Ende des Monats gerade noch die Sonnenstunden des Vormonats. Natürlich ist das dann mindestens ein Drittel weniger Sonne als sonst im Mai üblich, der ja bei uns der sonnenreichste Monat überhaupt gewöhnlich ist. Aber meine Statistik zeigt, dass wir 2013 schon einmal einen ähnlich lichtarmen Maimonat erlebt haben. Gott sei Dank ist das eine Seltenheit. Ich hoffe, dass unsere Sommerblumen und das selbst gezogene Gemüse sich trotzdem gut entwickeln und wir wenigstens davon etwas haben. Wenn es mit manchem Baumobst schon übel aussieht in diesem Jahr. Von dem Zustand meines Maulbeerbaums einmal ganz abgesehen. Das sind merkwürdige und schwer erklärbare Kapriolen. Im Vorjahr waren es schon einige Blumen, die nach Jahren fröhlichen Wachstums auf einmal nicht mehr an ihrem Standort gedeihen wollten. Und mit denselben hat sich dieser Zustand auch dieses Jahr wieder bestätigt, z. B. bei den Mohnblumen, die sich an ihrem angestammten Sonnenplatz am Zaun nicht mehr wohl zu fühlen scheinen. Warum auch immer. Ich werde mir über diesen Sommer in Sachen Standorte etwas einfallen lassen müssen. Unter anderem plane ich, einen Teil der Chili-Pflanztöpfe auf den Balkon zu stellen, der besonders am Vormittag sehr viel Sonne abkriegt. Das müsste eigentlich funktionieren, auch wenn das Gießen dadurch nicht einfacher wird.

Jetzt kann die Kür der Gartenarbeit kommen

Wir freuen, in den letzten Wochen den Garten so schön gepflegt und für die Saison vorbereitet zu haben. Nun können wir uns mehr dem Pflanzen widmen, v. a. was die letzten Sommerblumen und das selbst gezogenes Gemüse betrifft. Das ist quasi die Kür der Gartenarbeit, die einfach Spaß macht, während das Zurückliegende auch mit viel körperlicher Anstrengung verbunden war. Demnächst werden noch andere Arbeiten auf dem Plan stehen, die sich am besten in den Sommermonaten erledigen lassen. Zum Beispiel das Auffüllen unserer Brennholzvorrats für den kommenden Winter. Bei richtig heißem Wetter ist das am besten, auch wenn der Schweiß dann in Strömen fließt. Es wird diesmal der Rest unserer Vorräte an Stammabschnitten zur Bearbeitung anstehen. Danach werden wir wohl unseren Holzofenbetrieb einstellen. Weil wir kein Holz von eigenen Bäumen mehr zur Verfügung haben. Und auch, weil sich bis dahin die gesetzlichen Bestimmungen für das Betrieben älterer Öfen verschärft haben werden.

Persönliches Baumtagebuch von Bernhard Lux: Täglich begegne ich den Bäumen auf vielfältigen Wegen. An ihrem jeweiligen Standort in der Natur, in der Lektüre von Baum- und anderer Literatur, in der alltäglichen Reflexion, der handwerklichen Arbeit und im Gespräch mit der Familie oder Freunden und Kollegen. Es ist mir ein Bedürfnis, diese themenbezogenen Beobachtungen, Interaktionen und Kommunikationen in Form des Baumtagebuchs zu dokumentieren. Seit dem 20. November 2004 habe ich keinen einzigen Tag ausgelassen – ein Zeichen dafür, dass das Baumthema und der Baum als Archetypus tatsächlich im Alltagsleben verankert ist und vielfältige inhaltliche Assoziationen ermöglicht. So mag dieses Baumtagebuch jeden seiner Leser/innen auf die Spur einer je eigenen Beziehung zu den Bäumen führen.