Kommt ein wohltemperierter Sommer?

Auch die Wege wirken nach der anhaltenden Sonneneinstrahlung ohne Regen wie in südlichen Gefilden. Vor allem die Gräser und Kräuter präsentieren sich vollkommen ausgedörrt, haben ihr Chlorophyll oft schon hinter sich gelassen. Wie auf einem reifen Weizenfeld kurz vor der Ernte. Alles sehr früh in diesem Jahr. Und man fragt sich, wie sich der Hochsommer entwickelt. Lang anhaltend und sich zu einer Periode mit stehender Hitze entwickelnd, wie – ich glaube – 2007, als das Thermometer im Saarland bis über 40 °C kletterte. Oder sich noch im angenehmen Bereich wie zurzeit bewegend, mit viel Trockenheit und wenigen, aber wenn heftigen Gewitterregen. Irgendwann muss der Ausgleich her. Den Bäumen wünsche ich einen gleichmäßigeren Sommer ohne ausufernde Extreme. Und uns allen ebenso, denn wohltemperiert ist es einfach am schönsten.

Kritischer Wassermangel für die Pflanzen

Die anhaltende Regenarmut in unserer Region könnte sich doch zu einem ernsten Problem für die Pflanzen ausweiten. Die Baumlandschaft zeigt sich schon von der Entfernung bedenklich schlaff und vertrocknet, die gemähten Rasenflächen und Wiesen verdorren und wirken teilweise wie von der Sonne verbrannt. Bei manchen Obstsorten geht es so weit, dass die noch jungen unreifen Früchte frühzeitig völlig ausgedörrt vom Baum fallen, bevor sie Gelegenheit haben, auszureifen. Ein paar Schauern zwischendurch könnte Abhilfe schaffen und den Feuchtigkeitsmangel ausgleichen. Ein solcher Sommerregen ist aber nicht in Sicht. So stellen wir uns auf eine längere Durststrecke ein und hoffen, dass die Pflanzen, die man nicht gießen kann, keine Langzeitschäden davontragen.

Von Baumarten und Planetenkonstellationen

Es ist eine nachträgliche Bestätigung für bestimmte Beobachtungen und Eindrücke, die ich seit Jahren in der Beobachtung der Bäume, ihres Blühens, Grünens und Fruchtens habe. Das Buch über Bäume und Planeten stellt in der Nachfolge Rudolf Steiners einige dieser Beobachtungen in einen aufschlussreichen Kontext, indem sie mit dem energetischen Einfluss bestimmter Planten und Planetenkonstellationen in Verbindung gebracht werden. Es ist etwas schwierig für mich, einzelne Gedankengänge in Gänze nachzuvollziehen, da sehr viel astronomisches Hintergrundwissen erforderlich ist. Zum Beispiel habe ich mich mit Begriffen wie Konjunktion und Opposition im Zusammenhang mit der Stellung von Planeten zueinander noch nicht wirklich beschäftigt. Der grundsätzliche rote Faden der Argumentationen ist mir aber dennoch zugänglich. Und so ist es einfach spannend zu lesen, wie der besondere Charakter des Ahorns zum Beispiel auf die Wirkung des Jupiters zurückgeführt wird. Eine Wirkung, die sich in fast allen Teilen des Baums, in seinem Astaufbau, der typischen Kronenausformung, der Blattform und sogar den Flügelfrüchten manifestiert. Besonders anschaulich und auffallend auch in seinen grünlich-gelben Blüten (Spitzahorn), die vor den Blättern erscheinen und genau, wie ich es in diesem Tagebuch schon so oft beschrieben habe, sich in dieser unheimlich lichten, strahlenden Form in den umgebenden Raum ausbreiten. Eine Art also, die in ihren Formen und in ihrer besonderen Art zu wachsen den umgebenden Raum erobert, die Ausbreitung, die Ausdehnung in den Raum zum Thema macht und damit eine Eigenschaft der Jupiters, der als obersonniger Planet für die Öffnung nach außen steht. Bei anderen Arten, wie z. B. der Birke oder Ulme, ist das anders, die nämlich unter dem Einfluss untersonniger Planeten stehen und mehr auf sich selbst bezogen sind bzw. die grundlegende Wirkung der Sonne als Impulsgeber für die vertikale Wachstum in spezieller Form unterstützen. Die jeweilige Herleitung der einzelner arttypischen Form aus Planetenkonstellationen ist teils sehr kompliziert und zeigt, wie unheimlich durchwirkt von Sinn alles in unserer natürlichen Umgebung ist. Das kann man an so prominenten Lebenssymbolen wie den Bäume besonders deutlich zeigen. Aber natürlich gilt es ebenso für alle anderen Pflanzen. In den Bäumen kommt es nur zu einem besonders ausgereiften und sinnlich begreifbaren Ausdruck. Ein Thema, dem ich unbedingt weiter nachgehen möchte und für das ich hoffe, bald eine tieferes Verständnis zu entwickeln, theoretisch wie aus den eigenen konkreten Beobachtung heraus.

Efeu – wuchsfreudig und geheimnisvoll

Heute habe ich zum x-ten Mal für dieses Jahr den Efeu geschnitten. Das ist inzwischen fester Bestandteil meiner Erfahrung des Sommers. Denn zu dieser Zeit wächst er wie verrückt, sehr schnell zeigen sich neue Triebe, die abstehen und quasi danach rufen, in Form gebracht zu werden. Das ist schon dringend notwendig. Der Mauerbewuchs und auch das Efeukleid der Grotte wären ohne den Formschnitt nicht mal halb so schön. Der übliche Staub, der mich sonst aus dem Niesen nicht mehr herauskommen lässt, scheint sich gelegt zu haben. Noch 1-2 Schnitte, danach wird sich das üppige Sprießen wieder abschwächen, bis über den Winter die Efeuranken doch ziemlich geschockt werden, weswegen sie dann auch oft sehr gerupft und im darauffolgenden Frühjahr ausgedünnt und leicht löchrig ins neue Jahr starten. Aber er ist eben unverwüstlich und rappelt sich immer wieder auf. Vielleicht die anschaulichste Erscheinung eines immergrünen und scheinbar ewig lebenden Gehölzes. Das Geheimnisvolle, welches diese Art ausstrahlt, wird mir vollständig wohl immer ein Stück weit verborgen bleiben.

Energiephasen

Ich freue mich auf die kommenden Wochen. Denn nicht nur das Wetter scheint sich wieder in Richtung konstanteren Sommerklimas zu entwickeln. Auch die Menschen werden nach den Wochen mit Feiertagen wieder an ihren Projekten dran bleiben. Ich kannte es schon von den Vorjahren, dass nach diesen eher reflektierenden Zeiten Phasen strengerer Kontrolle und energischer Aktivität folgen. Das ist doch nicht schlecht, wenn alle mitmachen. In den Zwischenzeiten gibt’s natürlich ebenfalls jede Menge Arbeit. Allein die vielen Baumprojekte, die ich so lange vor mir herschiebe, sollten endlich eine Chance zur Weiterentwicklung erhalten. Allen voran das Baumtagebuch, das unbedingt zum 10-jährigen in neuer Form erscheinen muss. So hoffe ich, dass die angemahnte Energiephase mich in gleicher Form beflügelt.

Pflanzenwachstum im Spiegel kosmischer Konstellationen

Die Nachmittage sind bei diesem schönen warmen Licht einfach schön, solange wir uns im Garten aufhalten können. Dann tut die tiefstehende Sonne gut und man kann die Szene einfach genießen. Immerhin bin ich am Nachmittag dieses ruhigen Feiertags dazu gekommen, meine Lektüre des Bäume-und-Planeten-Buchs fortzusetzen. Dass ich das vor Wochen gelesene Kapitel wegen des Zeitabstands erneut lesen musste, war ganz gut. Im Abstand fallen bei solchen Themen häufig andere Aspekte auf bzw. wächst das Verständnis allein schon wegen der Wiederholung. Allmählich wird mir der Zusammenhang zwischen Pflanzenentwicklung und den Konstellationen der Planeten, v. a. das Verhältnis der Erde zu den unter- und obersonnigen Platen betreffend, klarer, das von den Autoren in der deutenden Nachfolge Rudolf Steiners so detailliert erläutert wird. Natürlich muss ich irgendwann einmal tiefer in diese Gedankengänge einsteigen. Ich ahne aber, dass darin viel Aufschlussreiches über die besondere Faszination steckt, die die Bäume auf viele Menschen ausüben. Die Energie, die dabei im Spiel sind, können auf diesem Wege möglicherweise besser nachvollzogen und eingeordnet werden.

Im Spiegel eines starken Lebenssymbols

Feiertage haben an sich schon für mich eine ganz besondere Erlebensqualität, verbreiten eine Atmosphäre, die sich für mich von normalen Tagen, auch Sonntag absetzt. Sie schaffen darüber hinaus bei allen Menschen, auch bei denen, die ihre religiöse Bedeutung vielleicht nicht so verinnerlichen, aber auch eine weitergehende, vor- und nachwirkende Nicht-Alltags-Stimmung. Es ist einige Tage vor und nach dem Feiertag so, ganz besonders bei den in der Mitte der Woche gelegenen Feiertagen, dass die Zeit still zu stehen scheint. Entscheidungen werden aufgeschoben. Der Abschluss von Projekten wird auf die nachfolgende Woche verschoben. Unklares bleibt ungeklärt. Man zapft sozusagen oft die Energie des Feiertags an, um in dieser Auszeit einen Abstand zu erzeugen. Vielleicht bringt dieser kurzfristige Abstand, diese außerhalb der Routine liegende Selbstbeobachtung, eine willkommene Reflexion, mehr Klarheit darüber, wo man gerade steht und was man will. Auch deshalb, aber eben vor allem wegen der inhaltlichen Sinnhaftigkeit schätze ich die Feiertage so. Bestimmte Kommunikationen sind nur in dieser besonderen Stimmung möglich. Sie schafft eine Grundlage, auf der man die Dinge ganz grundsätzlich betrachten kann. Eigentlich dieselbe Grundlage, auf der die Reflexion zur Symbolik der Bäume steht, die uns hilft, das eigene Leben im Spiegel eines starken Lebenssymbols zu betrachten.

Vegetabile Energien aus dem Kosmos

Wieder keine Gelegenheit, den Entwicklungsstand der Sträucher am Flussdamm zu begutachten. Das liegt aber vor allem an der derzeit eingeschränkten Mobilität. So ist mein Radius zurzeit etwas eingeschränkter, auf die Gartenbäume, das üppige Treiben der Weinreben jenseits der Fensterscheiben. Mir scheint, die Pflanzen wollen gerade auch unbeobachtet bleiben, lieben es, die Sonne aufzunehmen, Energien zu tanken, um ihr Wachsen, Blühen und Fruchten so weit es irgend geht zu optimieren. Wahrscheinlich ist da der Mensch als Beobachter weiter weg als sonst, sind die Fühler, wie es Rudolf Steiner einmal beschrieben hat, eher weiter ausgestreckt, in Richtung des Kosmos, der aus der Weite diese komplizierten und ungebremsten Prozesse des Vegetativen beeinflusst, ihm Richtung und Energie verleiht. Das zumindest lässt sich von einer gewissen abstrakten Ebene aus in diesen Tagen ganz gut erahnen, auch ohne den direkten Kontakt mit den Pflanzen.

Lebensbaumbegriff und Planetenwirkung

Das Auf und Ab der Temperatur, die Wechselhaftigkeit des Luftdrucks macht einen schon ziemlich nervös und müde. Das wirkt zumindest bei Wetterfühligen so. Ich will dieses so alltagswichtige Thema unbedingt anhand der Lektüre des Buchs ,,Bäume und Planeten” tiefer betrachten. Eine Spur, die ich ja schon einmal aufgenommen, aber eben bisher nicht sehr weit verfolgt habe. Die Idee eines Parallel-Setzens von Baumarten und Planetenenergien, dieses Wechselverhältnis zwischen dem Wachsen der Pflanzen und den Beziehungen der Planten untereinander geht auf Rudolf Steiner zurück, der das u. a. in dem Zentralbau seines Goetheanums in Dornach durch ein Ensemble von sieben hölzernen Säulen versinnbildlicht hat, wobei jede Säule aus einer bestimmten Holzart gefertigt war, die einem bestimmten Planeten unseres Sonnensystems entspricht. Es ist spannend die zeitgenössische Ausdeutung dieses Systems in der Nachfolge Rudolf Steiners nachzuvollziehen und mit den eigenen Beobachtungen in Beziehung zu setzen. Ich kann mir vorstellen, dass ich von da aus zu einem tieferen Verständnis auch des Lebensbaumbegriffs gelangen kann. Denn diese energetische Ebene kommt bei den sonstigen Behandlungen des Begriffs eigentlich zu kurz. Dennoch steckt darin möglicherweise ein wichtiger Bestandteil der starken Symbolkraft der Bäume.

Zufriedener Garten

Starke Temperaturschwankungen zeichnen diese Tage aus. Dabei könnten wir den Dauersommer doch schon ganz gut vertragen. Für ein Ausruhwochenende ist das ja in Ordnung. Jetzt müsste es aber wieder bergaufgehen. Damit die Menschen ihren ansatzweise entstandenen Elan auch fortführen können. Das Gartenpanorama hat derzeit etwas sehr Beruhigendes, zufrieden wirken insbesondere die Bäume mit ihrem Sein und Umfeld. Was auffällt: Die Arten entwickeln sich unterschiedlich. Währen der Nashi seine ganze Kraft bereits jetzt in die Früchte entlässt, widmet sich der Ginkgo der Ausbildung seiner Seitenäste. Ungewöhnlich, jahrelang war er nämlich vornehmlich vertikal orientiert gewesen. Und auch ungewöhnlich im Vergleich zu anderen größeren Exemplaren seiner Art, die ich in Innenstädten beobachten konnte. Der Walnussbaum dagegen streckt sich, ebenfalls eher untypisch für seine Art, sehr stark in der Vertikalen. Auch die zahlreichen Verzweigungen der Krone sind eher steil angelegt. So als ob sich die Krone nicht ausbreiten wollte. Was der Ginkgo bereits geschafft hat, einen ziemlich kräftigen Stamm auszubilden, steht dem Walnussbaum noch bevor. Er scheint bei seinem Höhenwachstum zu vergessen, dass dafür auch eine stabile Basis notwendig ist. Jedenfalls wenn er nicht ewig auf unsere Stützen und Fixierungen angewiesen sein will. Wie verrückt wachsen die Weinreben in die Höhe. Ich bin gespannt, ob die Fruchtbildung damit Schritt halten kann. Schon öfter kam es vor, dass das Mehr an Laub sich in einem Weniger in der Frucht ausgewirkt hat.

Wandelröschen in der Sonne

Nun haben wir den Wandelröschenstock doch schon in die Sonne gebracht. Hinterm Haus hatte er die immer nur von einer Seite, so dass er anfing, unregelmäßig auszutreiben. Auf der Sonnenseite wird sich das sicher bald ausgleichen, so dass das Gehölz bald seine gewohnte kugelige Form annehmen wird. Auf die schönen vielfarbigen Blütenstände freue ich mich schon sehr. Die sind ein farbliches Highlight, das uns sicherlich noch bis Ende Oktober begleitet. Und wie es aussieht, hält sich die Pflanze immer noch, wenn wir sie nicht zu früh zurückschneiden und sie während des Winters im Keller die richtige Menge Wasser erhält. Letzteres ist das Schwierigste. Der kleinere der beiden, der mit den rosa Blüten, hat diesen Winter nicht überlebt. Möglicherweise hat V. ihn quasi ertränkt. Bei diesem älteren Exemplar ist aber wieder alles gutgegangen. Beim nächsten Mal müssen wir vorsichtiger sein, denn es wäre wirklich schade drum.

Fehlende Muße

So weit ich sehen konnte, entwickeln sich auch die Sträucher und Bäume am Flussdamm prächtig. So recht aber geht meine Aufmerksamkeit nicht in deren Richtung, einfach weil die Spaziergänge in der Mittagszeit wegen der intensiven Sonne allzu anstrengend wirken. Dann bin ich recht schnell wieder zurück und es fehlt mir vorher die Muße, mich auf die Vegetation am Weg näher einzulassen. Das Wochenende soll etwas moderatere Temperaturen bringen. Sicher eine gute Gelegenheit zur Erholung. Das wünsche ich auch J., die morgen aus der Klinik wieder nach Hause kommen soll. Möge der Garten und vertraute Umfeld ihrer Gesundung Flügel verleihen.

Mediterrane Ruhezone

Herr Ms Garten hat etwas Mediterranes. Da merkt man, dass der mehrjährige Aufenthalt in Italien ihn sehr geprägt hat. Das kann man auch seinen Erzählungen entnehmen, die immer dann den Touch von etwas Sehnsuchtsvollem erhalten, wenn er von dieser Zeit redet. Es bleibt ihm zu wünschen, dass er noch lange Freude an diesem ruhigen Ort hinterm Haus haben kann, in dem so viele Kräuter, Gemüse, Blumen und Bäume wachsen, dass man sich spontan darin wohl fühlt.

Üppiges Grün

Noch so ein subtropischer Tag, bei dem man sich kaum vor die Tür traut. Ich könnte mir nicht vorstellen, bei solchem Klima durch Deutschland zu radeln. So halte ich mich – ganz untypisch – möglichst von der Sonne fern und freue mich auf leichte Brisen und kühlende Schauer. Aber natürlich genieße ich auch die Sonne, das Licht, das üppige Grün der Bäume, das bei solchem Klima noch opulenter erscheint. Und ich freue mich auf die Wochenendarbeit an zwei Armbändern: Zürgelbaum und Apfelbaum. Ganz unterschiedliche Charaktere, und zwei ganz starke Energieträger.

Persönliches Baumtagebuch von Bernhard Lux: Täglich begegne ich den Bäumen auf vielfältigen Wegen. An ihrem jeweiligen Standort in der Natur, in der Lektüre von Baum- und anderer Literatur, in der alltäglichen Reflexion, der handwerklichen Arbeit und im Gespräch mit der Familie oder Freunden und Kollegen. Es ist mir ein Bedürfnis, diese themenbezogenen Beobachtungen, Interaktionen und Kommunikationen in Form des Baumtagebuchs zu dokumentieren. Seit dem 20. November 2004 habe ich keinen einzigen Tag ausgelassen – ein Zeichen dafür, dass das Baumthema und der Baum als Archetypus tatsächlich im Alltagsleben verankert ist und vielfältige inhaltliche Assoziationen ermöglicht. So mag dieses Baumtagebuch jeden seiner Leser/innen auf die Spur einer je eigenen Beziehung zu den Bäumen führen.