Feiertagstraditionen

J. und W. verwenden mindestens so viel Mühe und Sorgfalt auf die weihnachtliche Dekoration ihrer Wohnung wie wir das traditionell bei uns tun. Und so sind an allen Ecken, an Wänden, auf und in Schränken auf Tischen und Ablagen zahlreiche Engel, Glitzerelemente, Weihnachtsgestecke, Kerzen, Teelichter und Holzfigürchen zu finden. Der Weihnachtsbaum hat eine ähnliche Figur wie im letzten Jahr, breit, mittelgroß, knubbelig und mit kräftigen grünen Nadeln und starken Ästen. Er leuchtet schön und ist neben der Hintertür zentral platziert. Dort wie hier ist eigentlich aus dem weihnachtlichen Ambiente nicht wegzudenken. Ich bin froh, dass wir diesen wettermäßig gar nicht weihnachtsidealtypischen Tag zusammen verbracht haben und wünsche uns für den Abend und den zweiten Feiertag die Muße, das Fest und seinen Sinn in uns weiter zur Geltung bringen zu können.

Heilig Abend zwischen Weihnachtsbaum und Kosmos

Wie oft ich den Weihnachtsbaum-Text von Rudolf Steiner nun schon gelesen habe, erinnere ich nicht. Aber die Lektüre dieser über hundert Jahre alten Vortragsmitschrift gehört mittlerweile zu meinem festen Programm an Heilig Abend. Dabei ist es erstaunlich, wie unendlich viele Facetten der Text enthält. So viele, dass ich immer wieder andere Inhaltsschwerpunkte wahrnehme, diesmal solche, die um das eigentliche Thema des Symbolbaums herum platziert sind. Aber so ist das bei den meisten Steiner-Texten: Sie sind so vielschichtig und so stark von einem universellen Wissen durchdrungen, dass tiefe Wahrheiten in der Behandlung fast jedes Themas zum Ausdruck kommen. Dabei hilft mir die umfassender werdende Kenntnis des Steinerschen Gesamtwerkes, das mich über den Horizont des jeweiligen Teilthemas hinausblicken lässt und mir hilft, verwendete Begriffe und Verweise mit Bedeutungen im Sinne des Autors füllen zu können. Da stellt mir dann mein selbst ausgewähltes Weihnachtsgeschenk eine neue Herausforderung. Es handelt sich um einen umfangreichen Band mit Programmausschnitten, Vorträgen und Berichten des Münchner Kongresses, an dem Steiner teilgenommen hat – Beiträge, die sich v. a. auf architektonische Projekte dieser Zeit beziehen – ergänzt durch einen Bildteil aus einzelnen kartonierten Reproduktionen von Steinerschen Zeichnungen, Entwürfen und handschriftlichen Notizen. Ich werde einige Zeit benötigen, um diese ungewöhnliche Veröffentlichung aus dem Gesamtwerk zu sichten und die für mich relevanten Teile einzuordnen. Worum es mir dabei aber vor allem geht, habe ich schon gefunden: Fotografien von Modellen und Reproduktionen von Originalzeichnungen Steiners zu den Säulenkonstruktionen des großen und kleinen Kuppelraums im ersten Goetheanums, jenes von Steiner entworfenen Versammlungs- und Vortragsgebäudes der anthroposophischen Gesellschaft, das später in Brand geriet und durch einen Betonbau ersetzt wurde. Die je sieben Säulen dieser Kuppelkonstruktionen bestehen aus je unterschiedlichen Holzarten, wodurch Steiner Bezüge zu den Planeten herstellt. Der Zusammenhang wurde später von anthroposophisch orientierten Autoren unter dem Titel „Bäume und Planten“ aufgegriffen und ausgeführt. Ich bin sehr daran interessiert, das herauszufiltern, was Steiner selbst über diese Dinge geschrieben und gedacht hat, welche gestalterischen Umsetzungen er dafür vorgesehen hat. Das könnte dann die Grundlage für ein neues Produkt der Wunschbaum-Manufaktur werden.

Die Weihnacht in uns

Die letzten Arbeiten konnte ich heute abschließen. Und auch die meisten Geschenke haben wir schon verpackt. Jetzt freue ich mich wirklich auf die Weihnachtsfeiertage. Einfach ruhig sein, alles, was zum Ereignis gehört, wahrnehmen und die astronomische Wende als Neuanfang im christlichen Sinne vergegenwärtigen. Wenn das gelingt, haben wir die Weihnacht in uns zum Leben erweckt. In diesem Jahr wird uns der Weihnachtsbaum ein bis zum Dreikönigstag bleibender Begleiter sein können. Ich freue mich auf die Atmosphäre, die er insbesondere in den Morgen- und Abendstunden um sich erzeugt. Und ich freue mich, dass seine Beschreibung und Abbildung im Baumtagebuch vom 20. Dezember bereits Resonanz gefunden hat und geteilt wird. Der Weihnachtsbaum bleibt eben ein Symbol, dem sich eigentlich niemand ganz entziehen kann. Eines, in dem ein wahrnehmbarer und seelisch eindrücklicher äußerer Abdruck der einen gemeinsamen Quelle des Lebendigen und Geistigen gegenwärtig zu sein scheint.

Vorweihnachtserfahrungen

Nun ist auch das letzte vorweihnachtliche Armbandprojekt soweit, dass ich es morgen abschließen kann. Wahrscheinlich wird aber auch die Zeit der Raunächte nicht frei von kunsthandwerklicher Arbeit sein. Morgen aber kann ich mich erst einmal auf die Feiertage freuen. Unser Weihnachtsbaum wurde schon von einigen bewundert, v. a. von Ms Gratulanten, denen er vorgestellt wurde. Und tatsächlich ist es ein sehr schöner, strahlender Baum, der ziemlich gleichmäßig gewachsen ist. Dass er so ungewöhnlich intensiv strahlt, hat uns zunächst überrascht, kommen doch immer dieselben drei Lichterketten zum Einsatz. Aber natürlich ist die Erklärung naheliegend: Der Baum ist einfach weniger hoch und schmäler als bisher gewohnt. Und dadurch stehen die Christbaumkerzen automatisch enger zusammen. Eigentlich eine gute Lösung vielleicht auch für die kommenden Jahre. Nur 20 Zentimeter weniger Höhe können sich in solchen Details sehr positiv auswirken, ohne dass die Gesamterscheinung des Weihnachtsbaumes dadurch weniger eindrucksvoll ausfiele.

Kontemplativer Auftakt der Weihnachtswoche

Ein schöner Auftakt der Weihnachtswoche war Ms Geburtstag. Mit der Wahl des Lokals lagen wir an der Reaktion der Freunde bemessen genau richtig. Alle haben sich wohl gefühlt. Und man merkte, die meisten Gäste waren bereits in weihnachtlicher Stimmung, anders als die Mitarbeiter, für die gerade diese Festtagszeit einen enormen Stress bedeutet. Auch für mich steht noch mindestens der Abschluss eines Projekts bevor. Heute konnte ich aber kleine Ruhe- und Kontemplationsphasen einlegen, u. a. mit der Lektüre der Mitschrift eines Vortrags von Rudolf Steiner, in dem er sich über die zwei Weihnachtsverkündigungen auslässt. Der Beitrag von 1921, also gewissermaßen zu seinem Spätwerk gehörend, ist außerordentlich dicht geschrieben, mit sehr vielen angerissenen, aber nicht ausgeführten Verweisen und komplexen Bezügen. Insofern kann er den Weihnachtsgedanken nicht so klar eingrenzen wie die früheren Vorträge zum Thema. Ich kann mir vorstellen, dass diese späten Beiträge auch den zeitgenössischen Zuhörern nicht so ganz leicht verständlich gewesen sein könnten. Denn in Steiners damals schon zu einer enormen Komplexität angewachsenen Denkart spielt so vieles hinein, dass der nicht permanent mit dem Steinerschen Werk Befasster vermutlich Verständnisschwierigkeiten haben musste. Dennoch der Grundgedanke ist schon verstehbar und wirft einen interessanten und sehr ungewohnten Blick auf das Weihnachtsfest: Die beiden Verkündigungen der Geburt Christi zum einen an die Hirten auf dem Felde und zum anderen an die drei Könige bzw. Weisen aus dem Morgenland stellen zwei verschiedene Arten auch für die damalige Zeit außergewöhnlicher Wahrnehmung bzw. Erkenntnis des Geistigen dar. Einmal mittels der Kenntnisse über den Lauf und die Konstellation der Planeten, und das heißt vermittelt über mathematische Erkenntnisse. Und zum anderen über ein traumhaftes Bewusstsein darüber, dass etwas Göttliches kurz davor steht, auf die Erde zu kommen. Es ist Steiners wohl einmaliges Verdienst und Fähigkeit, die Denk- und Empfindungswelt damaliger Menschen vorstellbar zu machen, unter denen die Hirten und Weisen mit besonderen Fähigkeiten ausgestattete gewesen sein mussten. Sie hatten etwas, nämlich Reste eines wiederum früher selbstverständlichen Hellsehens, eines natürlichen Einblicks in die geistige Welt, das uns heute fehlt. Dieser Vortrag ist insofern im Kontext der Steinerschen Vorstellungen über die Entwicklung von Mensch und Kosmos als Ankündigung zu verstehen, dass es für uns heute wieder – nach Erkenntnisfortschritten, die wir auf dem Gebiet der rationalen Erkenntnis zwischenzeitlich zweifelsfrei gemacht haben – darauf ankommt, in die geistigen Welt hineinblicken zu können, um z. B. zu einem Verständnis des weihnachtlichen Mysteriums zu gelangen, das ihm außerhalb äußerlicher Rituale gerecht wird. So geht Steiner auch in diesem Vortrag wieder auf den vergleichsweise jungen Brauch des Weihnachtsbaums ein, der aber hier ganz ungewohnt eingeordnet wird. Ich werden den Text erneut lesen müssen, um diese Facette der Steinerschen Weihnachtsauffassungen vernünftig einordnen zu können.

Oh – schöner – Tannenbaum

Unser Weihnachtsbaum 2014

Nun steht er schon, unser diesjähriger Weihnachtsbaum. Die grüne Blaufichte präsentierte sich etwas bogenförmig gewachsen. Aber mit der richtigen Drehung und einigen korrigierenden Maßnahmen konnte ich die kleinen Schönheitsfehler ausgleichen, ohne den Charakter der Baums zu beeinträchtigen. Der schöne Astaufbau und vor allem die kräftig gewachsenen Seitenäste waren die wichtigsten Kriterien bei der Auswahl. Und beim Schmücken hat sich das wie erwartet ausgezahlt. Diesmal war es mir vergönnt, ganz ruhig beim Hören meiner Lieblings-Weihnachtsmusik daran zu arbeiten. Das hat Spaß gemacht und mich doch sehr an das Ritual erinnert, wie ich es von früheren Jahren in eindrücklicher Erinnerung habe. Nachdem ich in den letzten Jahren die goldenen Kugeln als Hauptakzente gesetzt hatte, sollte dieses Jahr das Rot dominieren. Dabei sind dann auch vier große rote Glaskugeln zum Einsatz gekommen, die wir bisher noch nie als Baumschmuck verwendet hatten. Und der Strohschmuck mit roten Aufhängern, gemischt mit Glas, Metall, Holz-, Samt- und Paillettenschmuck. Da der Baum diesmal nicht ganz so hoch und ausladend ist, habe ich ihn nicht überfrachtet. Im Ergebnis zeigt er dennoch eine gewisse Opulenz, die aber seinem Charakter angemessen ist. M. gefällt das Rot auch sehr gut. Und der Gesamteindruck stimmt uns jetzt schon zuversichtlich, in dieser Weihnachtszeit – nach dem letztjährigen Trauma – wieder einen sehr schönen Weihnachtsbaum bewundern zu können, der seine Bezeichnung zu Recht trägt.

Planlose Ruhe

Auch wenige Tage vor Heilig Abend ist der Arbeitstag eng getaktet. Als wenn ich das Hektik-Klischee für die Vorweihnachtszeit unbedingt bestätigen wollte. Aber das ist nicht so. Vielmehr ist der enge Plan durch Anfragen von außen bestimmt. Und da mich solche Nachfrage wirklich freut, ist das auch vollkommen in Ordnung. Ich hoffe, an den Feiertagen selbst und in der Zeit der Raunächte dann die vielbeschworene Ruhe in ihrer weihnachtlichen Ausprägung erleben zu können. Einen Plan dafür hätte ich auch schon, aber eigentlich will ich gerade zu dieser Zeit nicht so planvoll leben. Den Weihnachtsbaum habe ich eben aus dem Regen unter Dach geholt. So kann er wenigstens etwas abtrocknen, bevor wir ihn morgen Vormittag ins Haus holen. Auf diesen Baumschmücktag, wie ich ihn einmal nennen möchte, freue ich mich ganz besonders, da die ungewohnte schmale Dimension des Baums etwas Neues für mich ist, für das ich eine angemessene Lösung finden muss.

Der Weihnachtsbaum ist gefunden

Nun kam ich doch schneller an den Weihnachtsbaum, als ich ursprünglich gedacht und geplant hatte. Denn als ich am Bürgerplatz vorbei kam und zum zweiten Mal die dort ausgestellten Bäume begutachtete, wuchs spontan der Wunsch, den Baum diesmal im eigenen Dorf zu besorgen. Zwar ist die Auswahl an zimmerhohen Exemplaren dort nicht so toll, aber ich hatte ja ohnehin erstmals einen weniger hohen Baum vorgesehen. Bei einer schmalen, etwa 2 Meter hohen und schön gleichmäßig bis in die Spitze gewachsenen Blautanne bin ich dann letztlich geblieben. Was mir die Entscheidung neben dem Astaufbau leicht machte, war die Tatsache, dass dieses Exemplar glücklicherweise nicht blau wirkt, sondern ziemlich grün. Eine grüne Blautanne also, eine Premiere, nachdem wir jahrelang auf Nordmanntannen gepolt waren. Die zeigen aber, wie ich heute erfahren habe, besonders häufig diese ausgedünnten Kronenabschnitte. Für das Schmücken wird der Baum sicher eine Herausforderung werden, da ich eben immer diese breiten und ausladend großen Bäume gewohnt war. Es wird ein Schmuck sein müssen, der dem Charakter dieses leichteren Baumes entspricht, damit er in seiner neuen Rolle als Symbolbaum eindrucksvoll wirken kann.

Vorweihnachtliche Planungen

Dadurch, dass Heilig Abend dieses Jahr in die Wochenmitte fällt und man damit ja gleich eine halbe Feiertagswoche einleitet, fallen die vorweihnachtlichen Planungen ungewohnt aus. Die meisten scheinen in dieser Woche bereits das Geschäftsjahr abzuschließen, ungeachtet der beiden noch ausstehenden zweieinhalb Arbeitstage. Für mich geht’s eigentlich ununterbrochen weiter, schon allein wegen der Bestellungen, die zwischen den Tagen versandfertig sein sollen. Aber es gibt auch einige Unterbrechungen mit angenehmen und weniger angenehmen Verpflichtungen. So steht diese Adventszeit für mich überwiegend im Zeichen der symbolischen Arbeit mit den Bäumen. Eine schöne Herausforderung, die ich in dieser Dichte bisher noch nicht erlebt habe. Dass ich mit meinen handgefertigten Produkten so manchem ein Weihnachtsgeschenk zur Verfügung stellen kann, in diesem Jahr sehr viel häufiger als sonst, das finde ich wirklich spannend. Da geht die Wahl und das Schmücken des Weihnachtsbaums, ein Projekt, das ich ab Freitagvormittag vorgesehen habe, schon fast unter. Dennoch hoffe ich auf die Muße und eine glückliche Hand bei der Suche und Auswahl, die das traumatisches Erlebnis des Vorjahrs nicht zur Wiederholung werden lässt.

Weiterentwicklung der Wunschbaum-Manufaktur

Das war wohl das letzte Drechseln vor Weihnachten. Damit habe ich das Material für die nächsten kunsthandwerklichen Arbeiten vorbereitet. Arbeiten, die um die Feiertage herum platziert sein werden. Und im neuen Jahr geht’s gleich weiter. Es ist schön, dass meine Bemühungen während der Sommermonate, die Angebote der Wunschbaum-Manufaktur noch transparenter und sichtbarer zu machen, inzwischen Früchte getragen haben. Das wird für die Kontinuität im neuen Jahr sicherlich förderlich sein. Und neue Aktualisierungen der Darstellung im Internet, aber auch neue Hölzer und ein neues Armband-Konzept sind ja auch noch vorgesehen. Somit ist die Entwicklung der Idee auch nach 14 Jahren noch lange nicht abgeschlossen.

Vom eigentlichen Sinn des Feiertags

Ich hoffe, noch vor den Feiertagen zur Lektüre des neuen Steiner-Vortrags über Weihnachten zu kommen. Der Titel ist „Die zwei Weihnachtsverkündigungen“ und wurde von Rudolf Steiner am 1. Januar 1921 in Stuttgart gehalten. Ich kenne den genauen Inhalt noch nicht und bin deshalb gespannt, welchen Aspekt der Weihnacht er in diesem Vortrag herausstellt. Die übrigen als Sonderdruck veröffentlichten und auf Weihnachten bezogenen Vortragsmitschriften habe ich in den letzten Jahren bereits gelesen. Dabei finde ich den vor Jahren zunächst entdeckten „Der Weihnachtsbaum – Ein Symbolum“ immer noch am eindrücklichsten. Ich bemühe mich, ihn um die Feiertage herum immer wieder neu zu lesen und stelle jedes Mal fest, dass ich andere Aspekte wahrnehme und der Text offenbar endlos viele Facetten offenbart. Eine Feststellung, die ich bei so manchen Niederschriften Steiners schon öfters gemacht habe. Es ist einfach schön, sich zumindest im Verlauf der Lektüre solcher Texte den eigentlichen Sinn des Feiertags vor Augen zu führen. Denn das geht im Zusammenhang familiärer Kommunikation, in der Form, wie sich diese konventionell entwickelt hat, allzu leicht vollständig unter.

Schon wieder Pech mit dem Weihnachtsgrün

Eigentlich nehme ich dieses seltsame Erlebnis ähnlich wahr wie M. Allerdings kann ich mich mit dem Gedanken, ganz auf einen Weihnachtsbaum zu verzichten, nicht gewöhnen. Tatsächlich ist dieses Phänomen weihnachtlichen Grüns mit penetranter Geruchsausdünstung tatsächlich auch bei unserem diesjährigen Adventskranz aufgetreten. Anfänglich unauffällig, hat er im Laufe der Woche diesen stechenden Geruch entwickelt. V., der direkt neben dem Kranz saß, hat die Quelle dann eindeutig identifiziert. Und wir konnten nicht umhin, seine Beobachtung zu bestätigen. Was soll man dazu sagen. Zweimal Pech, beim letztjährigen Weihnachtsbaum, der die nachweihnachtliche Zeit nicht mehr erleben durfte, und jetzt beim Adventskranz, der aus ganz anderer, durchaus vertrauenswürdiger Quelle stammte. Der Ärger über diesen Verlust ist das eine, die Frage, wie so etwas kommen kann, das andere. Eine Erklärung haben wir nicht. Der Versuch einer Ursachenbegründung, die uns letzten Dezember der hiesige Gärtnermeister gab, scheint nun nicht mehr so stichhaltig. Schließlich kann man doch nicht davon ausgehen, dass ausgerechnet unser Weihnachtsgrün immer von Bäumen stammen sollte, die im Riesen-Weihnachtsbaum-Transport ganz unten lagen und bereits während dieser Zeit eine Art Gärschaden erlitten. Das kann ich mir nicht vorstellen. Aber vielleicht gibt’s ja mittlerweile Konservierungsmethoden oder ähnliches, die solche Geruchsentwicklung unter Wärmeeinwirkung erklären. Vielleicht finden wir das irgendwann einmal heraus. Bleibt noch die Frage, ob wir nach der Erfahrung noch die sonst selbstverständliche Motivation aufbringen, nach einem Weihnachtsbaum Ausschau zu halten.

Hölzerne Weihnachtsgeschenke unter Dach und Fach

Es war nicht einfach, aber ich bin im Plan geblieben bei dieser Mammutarbeit. 5 Bänder an einem Tag zu glätten, das hatte ich bisher noch nicht. Allzu oft würde ich es auch nicht gerne wiederholen. Aber wenn dann alles perfekt ist, ist die Mühe schnell wieder vergessen. Ich freue mich, dass die verschiedenen Baum-Holz-Symbol-Geschenke für Weihnachten damit unter Dach und Fach sind und ich mein Augenmerk auf die Auslieferung nach den Feiertagen richten kann. Das bedeutet noch einige Arbeit vor Weihnachten. Eine Arbeit, die wie ich finde, perfekt in diese Zeit des Jahres passt, holt sie mir doch das fehlende Licht symbolisch zurück.

Abschließende Holzprojekte

Wieder ein sehr langer Arbeitstag. Aber mein Plan scheint aufzugehen. Zumindest hoffe ich, morgen mit den letzten fünf der vierzehn Armbänder abschließen zu können, die noch als Weihnachtsgeschenke gedacht sind. Anschließend geht’s an die neuen Projekte, die frühestens während der Rauhnächtezeit ihren Einsatz starten können. Allerdings möchte ich die Perlen noch vor Heilig Abend fertigstellen. Dann kann der Versand noch im alten Jahr erfolgen. Vielleicht ist diese schöne Arbeit mit den Hölzern das Beste, das bei solchem Dezemberwetter für mich vorstellbar ist.

Persönliches Baumtagebuch von Bernhard Lux: Täglich begegne ich den Bäumen auf vielfältigen Wegen. An ihrem jeweiligen Standort in der Natur, in der Lektüre von Baum- und anderer Literatur, in der alltäglichen Reflexion, der handwerklichen Arbeit und im Gespräch mit der Familie oder Freunden und Kollegen. Es ist mir ein Bedürfnis, diese themenbezogenen Beobachtungen, Interaktionen und Kommunikationen in Form des Baumtagebuchs zu dokumentieren. Seit dem 20. November 2004 habe ich keinen einzigen Tag ausgelassen – ein Zeichen dafür, dass das Baumthema und der Baum als Archetypus tatsächlich im Alltagsleben verankert ist und vielfältige inhaltliche Assoziationen ermöglicht. So mag dieses Baumtagebuch jeden seiner Leser/innen auf die Spur einer je eigenen Beziehung zu den Bäumen führen.