Zum Abschluss der Ofensaison

Nun scheint auch V. mit Ms Entschluss einverstanden zu sein, die Holzofensaison morgen abzuschließen. 18 °C am Sonntag sollen uns erwarten. Das ist dann tatsächlich zu warm für das Heizen mit Ofen. Irgendwie schade ist es aber doch. An die wohlige Wärme hatten wir uns schon gewöhnt, und die Saison dauerte in diesem Winter länger an als gewöhnlich. An dem wohl noch kühleren Tat morgen werden wir uns an einem großen Feuer wärmen können. Ein großer Haufen Äste vom letzten Obstbaumschnitt wartet darauf verbrannt zu werden. Das ist immer recht schnell erledigt, jedenfalls wenn das Feuer einmal richtig in Fahrt gekommen ist. Es hat etwas Beruhigendes, dass die Äste so an Ort und Stelle wieder dem Naturkreislauf zugeführt werden. Denn das Häufchen Holzasche, das letztlich übrig bleibt, ist sehr schnell auf der Streuobstwiese verteilt.

Kein neues Symbolobjekt zu Ostern

In diesem Jahr werde ich wohl nicht dazu kommen, ein bildhauerisches Objekt zu Ostern zu realisieren. Im letzten Jahr waren die Wochen vor Ostern dafür günstig, deshalb war ich sehr froh, dass ich nach Jahren wieder an die alte Tradition anknüpfen konnte. Mit dem Ergebnis war ich sehr zufrieden, die beiden Holzeier aus Atlas-Zeder, die das Motiv des Kreuzes, genauer der Kreuzung integrieren. Leider wollte ich es damals besonders schön und habe die Oberflächen mit Klarlack spritzen lassen. Der aber wurde, nachdem zunächst alles toll ausgesehen hatte, nach einigen Wochen von den ätherischen Ölen, die reichlich in dieser dicken Zedernabschnitten gespeichert sind, von innen her aufgelöst. Ich konnte das kaum glauben, aber letztlich hat dieser chemische Vorgang die anfangs spiegelglatte Oberflächenbehandlung vollständig ruiniert. Ich hoffe, wenigstens dazu zu kommen, den ganzen Lack wieder zu entfernen. Nach einem erneuten Feinschliff sollte das Ei-Kreuz-Symbol dann auch ohne schützende Lackschicht seine Rolle ausfüllen können.

Vor der Ahornblüte

Guten Aussichten für den Frühling erleben wir zurzeit. Wenn das Licht zunimmt und die Wärme zumindest zeitweise wieder zu spüren ist, kann eigentlich das Grünen und Blühen nicht mehr weit sein. Und die Prognosen fürs Wochenende stimmen sehr zuversichtlich, dass wir uns jetzt in Richtung einer stabileren Wetterlage bewegen. Da kann man auch schon besser planen. Dinge, die man in winterhafter Erstarrung weit weggeschoben hat. Ich freue mich auf die ersten gelbgrünen Spitzahornblüten, die für unsere Region hier meist den eigentlichen Baumfrühling einläuten. Das ist dann Laubanmutung und Blüte zugleich, denn die Blüten kommen von weitem betrachtet wie Blätter daher.

Naturzyklen und Leistungsfähigkeit

Längere Sonnenabschnitte lassen uns ganz zuversichtlich werden, dass der Frühling bald die Oberhand gewinnen wird. Die Menschen spüren das, man merkt es an der wachsenden Motivation, der deutlicher wahrnehmbaren Aufbruchstimmung. Wie ich es schon so häufig bemerkt habe. Die ersten Regungen der Bäume im Frühling sind oft das Initial für den produktiven Aufbruch ins neue Jahr. Da wird so viel von Konjunkturentwicklungen, Marktchancen und Energie- und sonstigen Krisen gesprochen. Ich meine, dass unsere natürlichen Lebensgrundlagen viel entscheidender unsere Leistungen beeinflussen. Merkwürdig, dass das so wenigen bewusst ist. Die Phasen des Naturzyklus, in denen es um Rückzug, Reduktion und Kraft schöpfen geht, müssten wir besser unbeschadet überstehen können. Und die Phasen, die mit Wachstum, Entwicklung und Ausdehnung verbunden sind, die müssten wir noch besser als bisher zur Intensivierung unseres Tun nutzen können. Der Schlüssel ist immer eine verschärfte Wahrnehmung und große Aufmerksamkeit für die Veränderungen. Ein Lernfortschritt und besseres Verstehen dieser Zusammenhänge muss der Schlüssel für ein ausgeglicheneres, gleichmäßigeres Menschsein im zyklischen Naturganzen sein.

Rückschnittpläne

Der Kampf, den die Frühlingssonne gegen die Nässe und den Wind des Spätwinters kämpft, geht in diesen Tagen weiter. Zwischendurch kann man aber schon gleißende Helligkeit über lange Phasen erleben. Immer mehr von dem, was man Frühling nennen kann. Ich freue mich auf die ersten wirklich angenehm wärmenden Tage dieses Jahres, an denen man weiß, die schöne Jahreszeit hat jetzt begonnen. Die Bäume lassen noch nicht viel davon erkennen. Dennoch denke ich, dass es an der Zeit ist, die notwendigen Rückschnitte z. B. am Maulbeerbaum vorzunehmen. Bevor die ersten neuen Asttriebe entstehen, bekommt das dem Baum besser. Im vorletzten Jahr haben wir den richtigen Zeitpunkt dafür erwischt, so dass der Baums sich anschließend prächtig weiterentwickeln konnte. Diesmal wird wieder einiges an Substanz wegzunehmen sein. Dabei versuche ich aber, dem Charakter dieser Art gerecht zu werden und eine schöne, ausgewogen runde Kronenform zu realisieren. Vielleicht ein Projekt fürs Wochenende, wenn das Wetter mitspielt.

Die geheime Sprache der Bäume

Heute konnte ich die Lektüre des interessanten Baumbuchs abschließen. Hier ist jetzt meine Rezension:

„Erwin Thoma: Die geheime Sprache der Bäume.
Und wie die Wissenschaft sie entschlüsselt

Ein fesselndes Buch über die faszinierenden Eigenschaften von Holz ist dies, und eines über unsere Möglichkeiten, diese für ein gesünderes Leben und Arbeiten zu nutzen, das nachhaltigen Prinzipien folgt. Insofern ist der Titel eher irreführend. Natürlich sind es die Bäume, deren biologische Besonderheiten und die Abhängigkeit ihres Wachstums von planetarischen Konstellationen, die wir verstehen müssen, um deren Holz nachhaltig für Bauen und Wohnen nutzen zu können. Und auch die Wissenschaft, allen voran die Bionik, liefert immer mehr Erklärungen bzw. kann aus Erfahrung gewonnenes Wissen mit ihren Mitteln fundieren. Für beide Bereiche, die Biologie der Bäume und neuere wissenschaftliche Erkenntnisse über ihre Eigenschaften, bringt der Autor den Leser auf einen aktuellen Stand, ohne zu sehr ins Detail zu gehen, aber ausführlich genug, um die Zusammenhänge z. B. der Holzernte bei abnehmendem Mond und den besonderen Qualitäten so gewonnenen Holzes nachvollziehen zu können.

Was dieses Buch so spannend macht, ist aber die Schilderung der persönlichen Beziehung, die der Autor von Kind an zu den Bäumen und ihrem Holz innehat, und vor allem des beruflichen Werdegangs, der mit dieser persönlichen Faszination untrennbar verbunden ist. So sind die Einflüsse seiner Kindheit und die gelebte Erfahrung mit den Bäumen, Wäldern und den traditionellen Verwendungen von Baumbestandteilen und Holz in seiner österreichischen Heimat sicher der Hintergrund für die spätere Arbeit als Förster. Und so ist die lebenslange Beschäftigung mit dem Themenkomplex Baum-Holz-Mensch auch eine Erklärung für die (Wieder-)Entdeckung der nützlichen Eigenschaften von „Mondholz“ und die vielfältigen Forschungen des Autors auf diesem Gebiet. Rund wird die Geschichte aber sozusagen vom Ende her. Die von Erwin Thoma gegründete und entwickelte Holzbaufirma, die mittlerweile schon über 1.000 Bauten aus Mondholz in aller Welt realisieren konnte, ist für den Leser natürlich das Beeindruckendste. Ein Mann, der auf der Grundlage vielfältiger prägender Erfahrungen, gepaart mit viel persönlichem Engagement, großer Neugier, Forschergeist und einer gehörigen Portion Risikobereitschaft seine Leidenschaft in einem erfolgreichen Geschäftsmodell aufgehen lässt, ist ungewöhnlich und wirkt durch seinen Lebensweg überzeugend. Häuser mit Wänden, Decken und Böden aus 100 % Holz, bei abnehmendem Mond geerntet, nach dem Vorbild der Natur des Baumstamms in Schichten aufgebaut, ohne Leim und nur mit Holzdübeln zusammengehalten, sind das Produkt. Kaum zu glauben, dass so mehrgeschossige Gebäude wie z. B. Hotels konstruiert werden können. Ein Baukonzept, das den Weg in eine nachhaltige Zukunft weist – mit allen positiven Implikationen für die Gesundheit der Bewohner und die Langlebigkeit und Widerstandsfähigkeit der Konstruktionen. Holzbauten, die vor Strahlung schützen, brandsicherer als andere Bautypen sind, stärksten Erschütterungen z. B. bei Erdbeben standhalten, und wissenschaftlich nachweisbar gesundheitsfördernd wirken. Thoma schafft es in diesem Buch, uns zu zeigen, wie wir nach dem Vorbild der Natur selbst zu einem natürlicheren Leben und Wohnen zurückfinden könnten. Es mag uns beruhigen, dass es durch diese Beispiele der Massivholzbauten bereits bewährte Umsetzungen dieses Gedankens gibt, auch wenn die meisten Gebäude heute noch mit Beton, Dämmstoffen und anderen Materialien errichtet werden, die in punkto Nachhaltigkeit, Energieeffizienz, Langlebigkeit und Gesundheitsförderung mit Holz nicht annähernd mithalten können.

Die kurzweilige und emphatische Art des Autors, seine Lebens- und Projektgeschichte zu erzählen, Zusammenhänge schlüssig aufzuzeigen und uns gewisse Perspektiven für zukunftsweisendes Bauen und Wohnen aufzuzeigen, lässt niemals den Verdacht aufkommen, die Produktwerbung in eigener Sache stehe im Mittelpunkt. Vielmehr kauft man dem Autor die Leidenschaft ab und freut sich über die Erkenntnisse, die er mit uns teilt. Der Überblick über eine Reihe heimischer Baumarten mit kurzen Steckbriefen zu Biologie, Volksmedizin, Symbolik und Holzeigenschaften erscheint mir verzichtbar. Ähnliches findet man in unzähligen anderen Publikationen zeitgenössischer Baumliteratur. Noch runder wäre die nachhaltige Erfolgsgeschichte ohne das eher aufgesetzt wirkende Schlusskapitel.

Bernhard Lux“

Frühlingsahnung

Nun gab es doch noch etwas mehr Sonne als im Vorjahresfebruar. Es wäre noch deutlich mehr gewesen, wenn nicht der Schnee das Dach für eine Woche bedeckt hätte. So konnte das schlechtere Januarergebnis teils ausgeglichen werden. Im Vorjahr geschah im März eine Art Frühlingsexplosion. Unheimlich schnell wurde es durchgehend sonnig und auch schon recht warm. Ein Grund für die gute Obsternte in 2014, und auch dafür, dass die empfindlicheren und sonnenhungrigen Sorten zu ihrem Recht kamen. Ich bin gespannt, ob wir eine Wiederholung der frühen Frühlings erleben dürfen. Sicher bin ich da nicht, zumal es erst einmal frostig in den März startet. Aber auf dem Spaziergang am Nachmittag war bei ausnahmsweise offenem Himmel schon so eine Vorahnung des Frühlings trotz der Kälte zu gewinnen. Die besondere Lichtstimmung und ein nach Aufbruch aussehendes Landschaftsbild mit einigen Akzenten bereits blühender Bäume konnten Anlass zu dieser Einschätzung geben.

Wetteregebenheit

Nun ist sich V. doch ziemlich sicher, dass der Brennholzvorrat nahezu aufgebraucht sein wird mit dem Ende der Ofensaison. Und ich bin geneigt, ihm zuzustimmen. Die ersten Frühlingszeichen waren vorhanden, sind jetzt aber wieder überdeckt von dieser ungemütlichen Kälte, die vordergründig in den Winter gehört, sich aber eher wie die Verzögerung des Frühlingsanfangs anfühlt. Wie ein Ärgernis, das man schnellstmöglich abschütteln möchte. So bewegen wir uns mit einer Art resignativer Ergebenheit durch diese Zwischenzeit und holen uns ein Stück weit fehlende Wärme und Licht durch die Energie des Holzbrands ins Haus.

Baumapotheke

Einen interessanten Beitrag über die Heilwirkung bestimmter Baumbestandteile habe ich im Nachmittagsfernsehen aufgeschnappt. Nichts Neues für mich, aber es ist eben auch notwendig, bestimmte Wissensinhalte von Zeit zu Zeit zu aktualisieren. Die schmerzlindernde Wirkung der Weidenrinde, aus der ursprünglich der Wirkstoff von ASS bzw. Aspirin gewonnen wurde z. B. Oder die schmerzlindernde und entzündungshemmende Funktion von Salben, in denen Bestandteile von frischen Pappelknospen verarbeitet wurden. Leider gehen solche Hinweise meist nicht über die Anschauung hinaus. Sehr viele alte Kräuter- und Baumgesundheitstipps haben wir noch nicht umgesetzt. Immerhin mit den Wirkstoffen der Weißdornfrüchte, der Holunderblüten, der grünen Walnusskerne und des Bärwurz sind über die Jahre verschiedene Liköre, Tees und Elixiere entstanden, die wir auch bei Gelegenheit verbrauchen. Bei manchem davon kann ich aus Erfahrung von einer zuverlässigen Wirksamkeit sprechen. Anderes ist einfach wohlschmeckend, wie z. B. der Walnusslikör. Aber wo spezielle medizinische Wirkungen vermutet werden, bin ich eher skeptisch. Vielleicht weil die volksmedizinischen Anwendungen in unserem Jetztzeitdenken eine vor vorneherein nachgeordnete Rolle einnehmen. Eine Korrektur dieser Einstellung würde sehr viel mehr Fachkenntnis und ständige Beschäftigung mit den Kräutern und den Bestandteilen der „Baumapotheke“ erfordern.

Die Ofenperiode läuft aus

Immer noch ist von der Grippewelle die Rede. So mancher Niesanfall und gelegentliches Kratzen im Hals erinnert mich an die eigene Erkältungsphase, die ich hoffe, hinter mir zu haben. Ganz sicher sein kann man in diesem Winter damit allerdings nicht. In gleichem Maße, wie der Restwinter seine Launen ausspielt, kokettiert V. mit unseren Holzvorräten, die aufgefüllt zu haben er als sein großes Verdienst ansieht. Ist es auch, aber wir wünschen uns dennoch, die Ofenheizperiode sehr bald abschließen zu können. Um den Frühling in der Natur und auch bei der Arbeit im Haus erleben zu können. Mit Ofenwärme geht das schlecht. Diesmal könnte es tatsächlich so ausgehen, dass wir über den Sommer keinen riesigen Holzhaufen beim Aufenthalt im Garten vor Augen haben. Für die kommende Saison können wir ihn auch noch im Spätherbst auffüllen. Denn der nächste kalte Winter kommt ganz sicher.

Bäumische Ruhe

Ich schätze, jetzt beginnt eine dieser Phasen, während derer sich die Menschen sozusagen akklimatisieren, den nahenden Frühling erspüren und sich körperlich eher unbewusst darauf einstellen. Das sind Phasen der Unentschlossenheit, keine Zeit, um Neues zu beginnen oder aufgeschobene Entscheidungen endgültig zu treffen. Leider muss ich sagen, da sich das negativ auf die Durchführung von Projekten auswirkt. Motivationshemmnisse, Verzögerungen, schleppende Abläufe sind die Folge. Bäumische Ruhe wäre da nicht schlecht, um die ich mich grundsätzlich immer bemühe, soweit sie noch Teil meiner inneren Haltung geworden ist. Aber auch in den scheinbar so ruhig dastehenden Bäumen ist natürlich sehr viel Bewegung, die sich langsam auch nach außen drängt, sich bald schon in Form zarter Blatttriebe, junger Blüten und neuer Zweige dem Auge offenbart. Ich würde mir sehr wünschen, dass wir diesen Aufbruch der Natur in diesem Frühling in uns nachvollziehen und auf die Kommunikation übertragen können.

Häuser aus 100% Holz

Der Titel Buch von Erwin Thoma trifft nur ungefähr, worum es eigentlich geht. Die geheime Sprache der Bäume zielt auf die Kommunikationsprozesse innerhalb eines Baumindividuums und zwischen Baumnachbarn, die sich z. B. über das Wurzelgeflecht austauschen, Informationen über Gefahren, Nährstoffbedarf u. ä. koordinieren. Das ist unter anderem Thema des Buches. Aber es geht eben auch und im Schwerpunkt um das Holz der Bäume, den richtigen Zeitpunkt der Holzernte, wenn besondere Verwendungen vorgesehen sind, etwa für den Geigenbau, für das Konstruieren von Häusern, die ganz aus Holz gefertigt werden zum Beispiel. Letzteres hat der Autor zu einer weltweit anerkannten Geschäftsidee entwickelt und setzt dies in größerem Maßstab um. Faszinierend, wenn man sieht, wie ein Mensch, der von Kind auf mit den Bäumen und ihrem Holz vertraut ist und tiefe Eindrücke aus Kindheitstagen mit Bezug zu diesem Thema gewonnen hat, dies später quasi zu einem wesentlichen Lebensinhalt macht. Dabei bleibt er aber nicht bei dem stehen, was überliefert und bereits erfahren wurde, sondern forscht weiter. Gibt sich nicht zufrieden mit Konstruktionsmethoden traditioneller Holzbauweise, sondern sucht und findet Lösungen für Häuser, die aus 100% Holz gebaut sind. Offen gesagt hatte ich zuvor von derartigen Häusern noch nie gehört. Fast schon unwahrscheinlich mutet es deshalb an, wenn das schon heute keine Zukunftsmusik mehr ist, sondern tatsächlich auch umgesetzt wird. Mit Wänden, die aus mehreren kreuz und quer verlaufenden Schichten von Brettern aufgebaut sind und dem Vorbild der Markstrahlen im lebendigen Baumstamm folgend von Querdübeln aus anderer Holzart zusammengehalten werden. Weitere Details zu diesen 100%-Holz-Häusern werde ich sicher im letzten Drittel der Buches erfahren, auf das ich mich schon jetzt freue.

Der den Frühling anzeigt

Es ist interessant zu beobachten, dass bestimmte Baumindividuen immer dasselbe jahreszeitliche Verhalten zeigen und sich damit unterscheiden. So hat mir eine einzeln stehende Salweide auf meinem Lieblingsspazierweg heute den Frühling angezeigt. Außer ihr bin ich keiner einzigen Weide begegnet, die schon Blüten ausgebildet hätte. Diese aber ist immer die erste, setzt sich mit ihren grauglänzenden Kätzchen deutlich von ihrer Umgebung ab. Ich gehe davon aus, dass die Bäume in dieser Hinsicht vorausschauender sind als wir, sehr viel feinere Antennen zu den kosmischen Sphären besitzen, die unser jahreszeitliches Werden und Vergehen von außen mitsteuern. Auch die Haselsträucher lassen jetzt erkennen, dass die Wende bevorsteht, sind jetzt häufig schon von bräunlichen, sich lang ausdehnenden männlichen Kätzchen geschmückt, die neben solchen hängen, die weniger weit sind. Oft sind am selben Strauch nebeneinander solche verschiedener Entwicklungsstadien zu beobachten: Von Grün über Gelb, Rötlich bis Braun. Noch muss man genauer hinsehen, um im farblosen Grau der Landschaft die ersten Frühlingszeichen zu finden. Aber sie sind schon vorhanden und werden sich bald schneller und häufiger zeigen.

Lebenslanges Vorhaben

Wieder ein einundzwanzigster vorbei, und das für mich fast unbemerkt. Es ist, als ob selbst solche Symbolmarken derzeit kaum Wirkung zeigen. Wie so oft werde ich wohl erst im Nachhinein Sinn und Zweck solcher Phasen nachvollziehen oder zumindest einordnen können. So lange sehe ich es als eine Art Gelassenheitsprüfung an. Aufbauend ist doch, dass mich auch Jahre nach dem Start des Wunschbaum-Projekts noch positive Rückmeldungen und echtes Lob zu den dargestellten Inhalten erreicht. Das zeigt mir, dass bei gleichgerichteten Interessen auch zeitlose Themen noch auf Resonanz stoßen und Kommunikationen in Gang setzen. Das motiviert mich immer wieder, diese Initiativen weiterzuführen und im Rahmen der zeitlichen Möglichkeiten und inhaltlich weiterzuentwickeln. Es gibt noch so vieles, das ich genauer ausführen und auf seine Wurzeln zurückverfolgen möchte. Ein sicherlich lebenslanges und nie abgeschlossenes Vorhaben.

Persönliches Baumtagebuch von Bernhard Lux: Täglich begegne ich den Bäumen auf vielfältigen Wegen. An ihrem jeweiligen Standort in der Natur, in der Lektüre von Baum- und anderer Literatur, in der alltäglichen Reflexion, der handwerklichen Arbeit und im Gespräch mit der Familie oder Freunden und Kollegen. Es ist mir ein Bedürfnis, diese themenbezogenen Beobachtungen, Interaktionen und Kommunikationen in Form des Baumtagebuchs zu dokumentieren. Seit dem 20. November 2004 habe ich keinen einzigen Tag ausgelassen – ein Zeichen dafür, dass das Baumthema und der Baum als Archetypus tatsächlich im Alltagsleben verankert ist und vielfältige inhaltliche Assoziationen ermöglicht. So mag dieses Baumtagebuch jeden seiner Leser/innen auf die Spur einer je eigenen Beziehung zu den Bäumen führen.