Weitere Erntethemen

V. hat schon wieder damit begonnen, mehrmals täglich seine Äpfel zu sortieren. Die faulen immer sehr schnell, und dann müssen sie wieder aussortiert werden. Dennoch ist seine Begeisterung für die Früchte seines Lebensbaums ungebrochen. Nachdem das Thema Kuchen- und Essapfel abgehakt sein wird, steht aber bestimmt noch das Keltern für Viez auf seinem Programm. So wird das ganze Erntethema noch so schnell nicht beendet sein. Eines möchte in diesem Jahr allerdings meinerseits anstoßen: Dass wir wieder einmal Esskastanien sammeln. Der eigene junge Baum trägt zwar auch schon zahlreiche. Aber ich weiß nicht, ob das sehr ergiebig ist. Es gibt da diese Geheimstelle im Wald. Dort könnten wir unser Glück versuchen. Spätestens Mitte Oktober wird es dazu höchste Zeit.

Mispel als weiteres Baumfrucht-Motiv

Diese Nahaufnahmen von gesammelten Baumfrüchten sind inzwischen fester Bestandteil meines Microstock-Portfolios. Das Schöne ist, dass ich es weiter ausbauen kann, denn es gibt immer noch Früchte, die ich in der Form bisher nicht abgelichtet habe. Da der Mispelbaum dieses Jahr so gut trägt, wäre das z. B. eine gute Gelegenheit. Die einzelne Mispelfrucht ist an sich schon formal sehr interessant, so dass auch Einzelaufnahmen Sinn machen könnten. Aber als Mengenbild wird es sicher noch interessanter. Neben den Schlehen wäre das ein zweites, noch ein Stück weit exotischeres Motiv, das nicht so häufig vorhanden sein sollte.

Schöner Frühherbsttag

Die Holzarbeit heute Nachmittag hat gut zu diesem schönen Frühherbstwetter gepasst. Ich freue mich auch auf die weiteren Arbeiten an den drei Armbändern während der nächsten Tage. Apfelbaum, Hasel, Tanne und Feigenbaum sind diesmal dabei, teilweise in Kombination. Mal sehen, ob es noch möglich ist, draußen zu arbeiten. Wenn es so wie heute bleibt, sicher, aber bald werde ich bereits in mein Kellerquartier ziehen müssen. Bei Arbeiten, die viel Sitzen erfordern, ist das in der kalten Jahreszeit, nicht zu vermeiden. Noch ein Baum-Highlight an diesem Tag: Mein heute erst hochgeladenes Foto der frisch gepflückten Schlehen ist schon bei depositphotos angenommen worden. Das ist ein gutes Vorzeichen für die Akzeptanz bei den anderen.

Das Herz stärken

Heute war der Weißdorn Thema in den Medien. Anlässlich des Welt-Herz-Tages wurden u. a. verschiedene Naturheilmittel thematisiert, denen eine das Herz stärkende Wirkung zugeschrieben wird. Darunter neben dem Galgant und dem Herzspringkraut eben auch der Weißdorn. Das war mir nichts Neues. V. hat schon vor Jahren immer schon einen Angesetzten mit reifen Weißdorn-Beeren hergestellt. Ich glaube aber, er hat ihn bisher nicht so häufig eingenommen. Notwendig wäre das schon, denn die Wirkung zeigt sich nach den Aussagen einer Heilpraktikerin erst nach einem längeren Zeitraum. Falsch machen, etwas durch Überdosierung o. ä. kann man dabei offenbar nichts. Es geht mehr um eine nachhaltige Stärkung, weniger um spektakuläre Kurzzeitwirkungen. Vielleicht beschäftigen wir uns einfach zu wenig mit diesen Fragen. Es gibt da auch unsererseits noch sehr viel nachzuholen. Bei aller Expertise in Baumfragen bin ich nämlich noch weit davon entfernt, ein Kräuterkenner zu sein.

Prachtvolle Weißdornbäume

Weißdorn könnten wir dieses Jahr auch sehr gut sammeln. Die Sträucher sind wieder übervoll, zudem sind bei einigen die Früchte besonders groß und saftig ausgewachsen. Aber natürlich ist das mühsam, und wenn ich das V. vorschlage, wird er vermutlich ablehnen, da die angesetzte Variante bei uns kaum konsumiert wird und das Brennen größere Mengen erfordern würde. In jedem Fall erfreue ich mich an dem prachtvollen Anblick dieser überreifen Früchte und der erhabenen Gesamterscheinung der kleinen Weißdornbäume, denn die ältesten können bereits als Bäume bezeichnet werden. Mögen Sie noch lange dort unbehelligt wachsen können. Sie sind auf den häufigen Spaziergängen dort ein großer Gewinn.

Atmosphärisches Markttreiben

Rechtzeitig zum traditionellen Trödelmarkt hat sich der Altweibersommer doch noch zu Wort gemeldet. So konnte der Ausflug so entspannt und unterhaltsam wie gewohnt verlaufen. Sehr viele haben es uns gleich getan, was man an der prekären Parksituation ablesen konnte. Der Gang zum Markt hat sich deshalb zu einem längeren Spaziergang ausgedehnt, einmal etwas Neues. Schade, wir sind zwar fündig geworden, aber in Sachen antike Postkarten oder alte Handschriften bin ich diesmal leider gar nicht fündig geworden. Sicher, die eine oder andere Karte mit Weihnachtsbaummotiven oder zu anderen Feiertagen hätte ich schon gefunden. Deren Qualität war aber nicht so, dass sie gegenüber meiner kleinen Sammlung einen Fortschritt dargestellt hätten. So habe ich lieber verzichtet. Die nächste Gelegenheit für Handschriften wird sich so erst im nächsten Jahr ergeben. Der letzte Markt dieses Jahres ist auf Keramik konzentriert.

Schlehen ansetzen

Den Ansatz mit einem halben Eimer vorher zerquetschter Schlehenfrüchte und klarem Traubenschnaps haben wir heute schon zubereitet. Das Zerquetschen war mit etwas Zeitaufwand verbunden, aber wir wollten auf andere Techniken, wie Einfrieren oder auf Fröste warten, verzichten. Die 5-Liter-Flasche war ungefähr zur Hälfte mit der Frucht gefüllt, der Rest wurde aufgefüllt. Wie schon beim Nusslikör habe ich die Flasche auf die Fensterbank gestellt. In 6-7 Wochen werden wir es abseihen und den Likör daraus bereiten. Am Ende könnten es durchaus wieder ca. 5 Liter Likör werden. Die frisch gepflückten Früchte haben mir so gut gefallen, dass ich gleich noch einmal eine Reihe von Fotos gemacht haben, diesmal als Nahaufnahme.

Schlehenfrüchte in Nahaufnahme

Schlehen sammeln

Frisch gepflückte Schlehenfrüchte

Am Nachmittag war die Wetterwende plötzlich spürbar. Ich habe deshalb die Gelegenheit genutzt, um noch rechtzeitig Schlehen für den geplanten angesetzten Schnaps zu pflücken. Auch wenn die richtigen Fröste bisher ausblieben. Es schien doch der richtige Zeitpunkt, da zum Herbst hin die reifen Früchte immer öfter zum gefundenen Fressen für die Vögel werden. In der tief stehenden Frühherbstsonne hat das mühsame Sammeln Spaß gemacht. Geschäftiges Stimmengewirr der Anwohner und begeistertes Kreischen spielender Kinder als kurzweilige Kulisse. Auch zwei Spaziergängergruppen haben sich für mein Sammeln interessiert. Eine hielt die Schlehen bisher für Heidelbeeren, die anderen kannten die Frucht und wünschten mir viel Erfolg. Am Ende ist ein halbes Eimerchen herausgekommen. Mehr war bei diesen Sträuchern nicht drin, und das reicht für den Ansatz auch vollkommen aus.

Zwischen Spätsommer- und Novemberstimmung

Der technischen Suchmaschinenoptimierung meiner Wunschbaum-Projekte habe ich jetzt wieder neuen Schwung gegeben. Bei den verschiedenen Seiten ist das eine Endlosaufgabe, die das gewünschte Ergebnis nie ganz erreicht, aber eben auch einzelne Vorteile erzeugen kann. Ich bin gespannt, wie sich das auf die inhaltliche Rezeption, die Interaktionslaune und das Interesse an den kunsthandwerklichen Projekten in nächster Zeit auswirken wird. Die Statistik will ich demnächst wieder näher betrachten, ein Versäumnis während der vergangenen Monate. Wenn ich in diesen Tagen durch die Landschaft streife, scheint das fürs Wochenende vorausgesagte Spätsommerwetter weit entfernt. November kommt mir da schon eher in den Sinn. Die ganze Atmosphäre und das Licht sehen danach eigentlich aus. Aber wir haben schon so viele Überraschungen erlebt. Das wundert einen nichts mehr. M. habe ich vom heutigen Gang einige Zweige mit Hagebutten mitgebracht. Sie verteilt die auf verschiedene Vasen. Die knallroten Früchte bringen ein Stück vegetabile Wärme ins Haus, auch wenn die Blätter größtenteils schon abgefallen sind und die Hecken jetzt schon winterlich wirken. Die Anmutung der Früchte allein zeugt vom vergangenen Hochsommer. Und auch die anderen roten Früchte, vor allem die Ebereschen und der Weißdorn präsentieren sich in überreifer Verfassung, kurz davor, vom herbstlichen Verfall gezeichnet zu werden. Erntezeit eben.

Highlight der Märkte

Auf das Wochenende mit voraussichtlich sonnenstundenreicherem Wetter freue ich mich. Besonders auf den Sonntag, wenn ich den Trödelmarkt in N. besuche. Das ist immer eines der Märkte-Hightlights des Jahres, wenn bei dem milden Licht dieser Jahreszeit sich die Menschen in den engen Gassen des kleinen Dorfs tummeln und man sich ein bisschen wie im Mittelalter fühlt. Dabei kommt es nicht einmal darauf an, irgendein Schnäppchen zu erwischen, z. B. eines meiner favorisierten Motive bei historischen Postkarten, mit Bäumen oder Wunschszenen. Das Sich-Bewegen an sich in dieser Versammlung von ähnlich Gesinnten ist ein anregendes Ereignis für mich. Eine weitere Entschädigung für den novemberartigen Schock der letzten Wochen.

Jahreszeitliche Entschädigung

Nun sind wir schon ganz im Herbstmodus denkend. Dabei hat sich der Sommer nicht wirklich verabschiedet. V. hat heute seinen letzten Wein eingekellert. Nun steht für ihn nur noch die Apfelernte an. Für uns sind es die restlichen Feigen, die sukzessive gepflückt werden können. Und damit ist auch die Zeit der Baumfrüchte schon wieder so gut wie vorbei. Vielleicht suchen wir im Oktober noch nach Esskastanien, eine schon lange nicht mehr praktizierte, aber mit vielen Kindheitserinnerungen verbundene Routine in dieser Zeit. Möge uns ein goldener Oktober für den nicht erfolgten Altweibersommer entschädigen.

Unsterblicher Feigenbaum

Trotz des Regens und der jetzt überwiegend bedeckten Tage reifen immer wieder Feigen nach. Heute habe ich erneut drei gepflückt. Was man Raffiniertes damit kochen kann, haben wir gestern gesehen. Dieser Milchreis mit Croutons und kandierten Feigen waren wirklich Haute Cuisine. Eine kleine Sünde, aber eine, bei der mir die Früchte durchaus schmecken. Normalerweise überlasse ich sie M. Der Ertrag wird am Ende des Herbstes zwar nicht überwältigend sein und sicher nicht an den Erfolg des Vorjahres heranreichen. Aber der starke Hochsommer hat doch dafür gesorgt, dass wir noch rechtzeitig ernten konnten, obwohl der Baum so geschädigt ist. Immer noch muss eine unbändige Lebensenergie in ihm stecken, die ihn zumindest in Form der Wurzelausschläge in gewisser Weise unsterblich macht. Wenn die älteren Äste und der dreigeteilte Stamm es nicht mehr bis ins Frühjahr schaffen sollte, wäre das eine Option.

Ein schlüssiger Entwurf

Der Entwurf für die geplante Schreibtischplatte steht jetzt. Auf dem Papier wirkt das ziemlich schlüssig. Und auch die verchromten Edelstahlbeine, die ich gerne einzeln anschrauben würde, habe ich bereits ausfindig gemacht. Jetzt kommt es darauf, ob es nach Ansicht von H.P. technisch umsetzbar sein wird. Ich hoffe das, bald klären zu können. Und dann könnte es mit der Platte vor Weihnachten doch noch etwas werden. Sicher wird sich dieses neue Möbel sehr positiv auf die Anmutung und Übersicht in meinem Arbeitszimmer auswirken. Neben dem Aspekt des Lebensbaum-Holzes ist das mein zentrales Motiv.

Eine Schreibtischplatte aus Walnuss

Die Abschnitte des mächtigen Walnussbaumstamms dürften gut 15 Jahre gelagert haben. Damals hatte ich den Stamm als Ganzen von einem Privatmann erworben und noch in nassem Zustand ins Sägewerk gebracht. Es wurden vier mächtige Balken aus dem Kern gesägt. Und außerdem sind noch eine Reihe schmälerer Bohlen und Bretter im Randbereich abgefallen. Tatsächlich wusste ich nicht mehr genau, wo ich die Abschnitte zum Trocknen aufgeschichtet hatte, habe sie dann aber recht schnell gefunden. Zu meiner großen Freude hält sich der Trockenschwund sehr in Grenzen. Risse sind nur bei einem Stück zu finden. Und lediglich am Randbereich eines Abschnitts sind Spuren von Holzwurmbefall erkennbar, die sich aber leicht entfernen lassen. Eigentlich das ideale Material für mein Vorhaben, eine 3 m lange und 80 cm tiefe Schreibtischplatte aus diesem Stamm herzustellen. Beim Ausmessen und ersten Entwerfen musste ich aber feststellen, dass es knapp werden könnte. Tatsächlich wird dieser dicke Stamm am Ende gerade ausreichen, um die nicht unerheblich ausgedehnte Platte zu erhalten. Jedenfalls wenn meine Schulfreund H.P. ausreichend viele Bretter in der gewünschten Stärke aus dem Balken gewinnen kann. Das wird eine Tüftelarbeit, die es mir aber wert ist, handelt es sich doch um meinen Lebensbaum. Eine Platte aus diesem Holz, zumal mit dieser individuellen Vorgeschichte, würde mir schon sehr gefallen. Ich bin zuversichtlich, dass wir eine Lösung finden und das Ergebnis außergewöhnlich sein wird.

Persönliches Baumtagebuch von Bernhard Lux: Täglich begegne ich den Bäumen auf vielfältigen Wegen. An ihrem jeweiligen Standort in der Natur, in der Lektüre von Baum- und anderer Literatur, in der alltäglichen Reflexion, der handwerklichen Arbeit und im Gespräch mit der Familie oder Freunden und Kollegen. Es ist mir ein Bedürfnis, diese themenbezogenen Beobachtungen, Interaktionen und Kommunikationen in Form des Baumtagebuchs zu dokumentieren. Seit dem 20. November 2004 habe ich keinen einzigen Tag ausgelassen – ein Zeichen dafür, dass das Baumthema und der Baum als Archetypus tatsächlich im Alltagsleben verankert ist und vielfältige inhaltliche Assoziationen ermöglicht. So mag dieses Baumtagebuch jeden seiner Leser/innen auf die Spur einer je eigenen Beziehung zu den Bäumen führen.