Vielleicht wieder einmal Robinienhonig

Ich hoffe, wir werden von der Robinienblüte doch noch etwas haben. Der Regen sollte nicht so heftig gewesen sein, dass sie insgesamt dadurch zerstört worden wäre. Eigentlich gute Bedingungen, leicht gewittrig, feuchte Luft, nicht zu warm, um die Konditionen für Nektar suchende Bienen auf günstig zu stellen. So könnte V. in den nächsten Tagen eine zweite Ernte einfahren, wenn es auch nur ein oder zwei Eimer werden sollte. Die Vielfalt macht es eben interessanter, zumal es ein Aufbruchsignal wäre, nach Jahren großer Verluste und Einbußen. Allerdings dürfte inzwischen kaum noch etwas von der Robinienblüte übrig sein. Die Arbeit müsste also schon getan sein.

Sommerlicher Energieanschluss

In den vergangenen Jahren, so auch heute wieder, habe ich die Pfingsttage immer sehr still erlebt. Das passt so gar nicht zu dem symbolischen Charakter des Festes. Und auch nicht dazu, dass viele dann unternehmenslustig zu sein scheinen. Vielleicht sind ja die meisten in Urlaub gefahren, das wäre eine Erklärung. In dieser Konstellation aber haben diese Tage den besonderen Charakter von Zeitlosigkeit. Ähnlich wie während der Fastnacht scheinen die normalen Regeln der Zeit und des Alltags ausgesetzt. Wie eine Markierung des Übergangs vom Frühling zum als solchen wahrnehmbaren Sommer. Und mit einem Mal sind auch die Bäume wirklich präsent, hat sich das Grün als dominante Farbe der Landschaft durchgesetzt. Ab jetzt wird vor allem Licht getankt, Energie daraus gewonnen und üppig gewachsen und getrieben. Eine schöne Zeit, in der man sich dieser neuen Energiequelle gerne anschließt.

Üppiger Blumengarten

Die Strohblumen konnte ich heute in die Erde einpflanzen. In ihren Pflanztöpfen waren sie zuletzt üppig gewuchert und haben bereits ein dichtes Geflecht von Wurzeln ausgebildet. So war es auch nicht schwierig, sie zu pflanzen, ich konnte den ganzen Wurzelballen unverändert entnehmen und in das vorbereitete Pflanzloch setzen. Noch ein wenig frische Erde drum herum und gut angegossen sollten die Blumen jetzt ihr kräftiges Wachstum fortsetzen können und bald schon in der Mitte des Gartens ihre Pracht entfalten. Ich hoffe, wir werden so lange daran Freude haben wie im Vorjahr. Diesmal sind es aber deutlich mehr Blumen und zu erwartende Blütenköpfe. Mit dem, was die Bäume an Fortschritten zeigen, bin ich ebenfalls zufrieden, so dass ich eigentlich mit einem sehr grünen, bunten und dicht bewachsenen Gartenambiente während des Hochsommers und Frühherbstes rechne.

Schlechte Baumobstprognose

Unter der Schwüle leiden wir einigermaßen. Aber wir sind auch froh um die Aussicht auf längeren Regen, da er unsere Regenwasservorräte auffüllen könnte und auch dem nachgesäten Rasen guttun wird. V. wird wohl von seinem geliebten Nashi dieses Jahr keine Früchte erwarten können. Die üppige Blüte ist vor einigen Wochen erfroren, und zurzeit wirkt er kräftig wegen der dunklen, ledrigen Blätter. Aber Früchte werden höchstens vereinzelt wachsen. Wie es auch sonst mit Baumobst eher schlecht aussieht dieses Jahr. Als Obstmuffel macht mir das weniger aus, nur die Mirabellen werde ich sehr vermissen. Die sind eben ein Glücksfall, wachsen einmal sehr opulent und sind einmal gar nicht vorhanden. Mal sehen, vielleicht wird es wenigstens für einen Trost-Kuchen später reichen, vielleicht von unserem wilden Baum.

Regenwasserhungrig

Wenn das so weitergeht, wird wohl in diesem Sommer noch einige Male der Gießwassernotstand ausbrechen. Jedenfalls brauche ich jetzt schon doppelt so viel Regenwasser wie in den Vorjahren. Wenn die Blumen ausgewachsen sind und blühen, wird sich das vermutlich noch einmal steigern. Kaum vorstellbar, dass die normalen Vorräte dann ausreichen. So wird V. voraussichtlich doch noch den zusätzlichen großen Tank installieren müssen, um zu vermeiden, dass wir irgendwann auf Leitungswasser zugreifen müssen. Die Bäume sind na noch am genügsamsten. Aber Stroh- und Sonnenblumen und die Kübelpflanzen sowieso haben schon sehr viel Durst. So hoffe ich auf einige anhaltende Regenphasen zwischendurch, die die Gefäße wieder auffüllen, aber am liebsten nur über Nacht.

Mit Strom, aber kabellos Rasen mähen

Der neue Rasenmäher ist eigentlich eine sinnvolle Bereicherung. Einer mit Akkubetrieb, da kann man auf das lästige Kabel verzichten und wird mobiler. Kleiner, leichter und schmäler als die gewohnten Exemplare mit Kabel oder Benzinmotor, aber für kleinere Rasenflächen und trockenen Rasen ebenso geeignet, wenn nicht besser, weil der Einsatz weniger Aufwand verursacht. So haben wir jetzt ein gutes Set verschiedener Gartengeräte für alle Fälle sozusagen. Da der Baumschnitt im Garten eigentlich weniger Thema ist, werden diese den Rasen und das Pflanzen betreffenden Geräte wohl insgesamt häufiger zum Einsatz kommen und stärker beansprucht werden. Da ist etwas Variationsspielraum ganz vorteilhaft.

Abwechslung in der Arbeit mit Holzarten

Der Eschenholzabschnitt, den ich heute verarbeitet habe, unterschied sich stark von dem zuletzt verwendeten. Wenn die Fasern zur Längsrichtung des Abschnitts schräg verlaufen, ergibt sich nämlich, wie beim heutigen Stück, eine lebendigere Zeichnung. Verlaufen die Fasern annähernd parallel kommt dagegen eine andere Eigenart der Esche, ihr perlmuttartiger Oberflächenschimmer, deutlicher zum Ausdruck. Es sind diese Variationen, welche die Arbeit mit den immer gleichen Holzarten so abwechslungsreich und alles andere als gleichförmig gestalten. Morgen geht’s an den ästhetischen Gegenpol, mit der Kombination von Walnussbaum und Esskastanie.

Vom Reiz der neuen Domains

Die Möglichkeit, eine Domain mit Endung .art zu registrieren, reizt mich schon sehr. Natürlich gehört diese neue Domainendung, die erst seit kurzem registrierbar ist, zu denen mit der höchstens monatlichen Gebühr. Und die richtig spannenden Adressen sind ebenso natürlich bereits vergeben. Meine beiden Wunschadressen, Jahr vorher schon vorreserviert, gingen schon an andere. Bleiben noch gewisse Optionen, die künftig für meine Projekte rund um die Bäume von Interesse sein könnten. Was fehlt ist die Entscheidung und ein gute Idee, wie vorhandene Inhalte dieser neuen Adresse sinnvoll zugehordnet werden könnten. Eine nicht ganz einfache Entscheidung, für die ich mir noch Zeit lassen will.

Bedingungen sommerlicher Baumfotografie

Es ist unmöglich, sich bei solch stehender Hitze entspannt in der Landschaft zu bewegen. So begegne ich derzeit den Bäumen aus der Distanz, verfolge die Abfolge der Blütestadien einzelner Arten leider nur lückenhaft. Auch die Baumfotografie ist zurzeit kaum aktiv. Ich hoffe, die zuletzt aufgekommene Schwungphase wieder beleben zu können. Aber dazu gehören eben auch moderate Temperaturen und nicht nur leuchtend blauer Himmel. Gerade bei den zwar hellen, aber dennoch geschlossen hochnebeligen Tagen wirkt der Himmel wie ein riesiges Lichtzelt. Dann können fast die besten Nahaufnahmen auch mit kurzen Verschlusszeiten gelingen, zudem entfallen störende Schatten. Leider fallen diese sommerlichen Hochnebeltage auch besonders schwül aus, was die Fototouren wiederum auf einen überschaubaren Radius begrenzt.

Das war schon Hochsommer

Das war wohl der bisher heißeste Tag dieses Jahres. Und die Sonnenstunden könnten auch kaum ausgedehnter sein. Allerdings hat sich der um die Mittagszeit vermutete Rekord doch nicht eingestellt, zum Nachmittag hin hat sich die Strahlungsintensität der Sonne dann doch stark abgeschwächt. Auch sind zu hohe Lufttemperaturen nicht ganz so ideal für die Energiegewinnung aus der Kraft der Sonne. Wenn das aber noch einige Tage so bleibt, dann können wir uns für den Mai über das durchschnittliche Lichtangebot sicher nicht beschweren. Es freut mich sehr, dass trotz der Hitze jetzt auch der Ginkgo neue Blätter angesetzt hat und nach dem Erfrieren der ersten beim zweiten Anlauf erfolgreich war. In Sachen Höhewachstum wird er dieses Jahr sicher vom benachbarten Walnussbaum Konkurrenz bekommen. Bisher war er diesem immer noch knapp überlegen. Nun bin ich gespannt zu beobachten, ob sich der Höhenvorsprung umkehren wird.

Schwieriger Anfang

Auch der Feigenbaum scheint jetzt einen neuen Anlauf wagen zu wollen. Ein Ast des schon so sehr geschädigten Baums hat jetzt neue Blätter ausgetrieben. Der Hauptstamm allerdings präsentiert sich nach wie vor vollkommen dürr. Mal abwarten, wie sich das weiterentwickelt. Vielleicht müssen wir ja das vorziehen, was V. erst für kommendes Jahr vorhatte, nämlich den Baum ganz zurückzuschneiden und ihn künftig wie einen Busch zu erziehen, mit vielen aus dem Wurzelstock sprießenden Ästen. Ein Baum ohne richtigen Stamm also, der bei Frostschäden eher die Chance hat, neu anzufangen. Bedenklich stimmt mich allerdings, dass unser Nachzögling, der kleine Feigenbaum, nach dem Erfrieren seiner ersten Blätter ziemliche Schwierigkeiten hat, sich wieder aufzurappeln. Ein schwieriger Anfang für den jungen Baum.

Autobiographische Zeitzeugnisse

Diese Tagebucheinträge eines mir bislang gar nicht bekannten deutschen Schriftstellers aus der Zeit der Wiedervereinigung sind doch spannender, als ich vor Monaten noch dachte. Da hat einer ganz genau die Veränderungen subjektiv beschrieben und verleiht den großen politischen und gesellschaftlichen Veränderungen damit eine eigentliche Bedeutsamkeit. Eine Bedeutung, die allein durch Auflistung historischer Fakten so nicht ergründbar ist. Dabei fühle ich mich daran erinnert, dass ich selbst wenige Zeit später, auch so um das Jahr 1992 schon einmal in Berlin war, nicht lange nach der Öffnung der Mauer. Und tatsächlich sind diese Pioniererfahrungen von ganz eigenem Charakter und bleiben deutlicher in Erinnerung als alles, was von außen durch Berichte an einen herangetragen wird. Bei diesem Buch hat man tatsächlich den Eindruck, der Autor habe sich zu jeder Zeit genau dort aufgehalten, wo gerade die Brennpunkte lagen. Interessant, so etwas im Abstand von 20 Jahren noch einmal zu reflektieren, was durch die Neuauflage des Buchs möglich geworden ist. Ich freue mich auf die weitere Lektüre und hoffe, mit dem Baumtagebuch eine ähnliche biographische Institution ins Leben gerufen zu haben, die ein Stück weit auch über die subjektive Ebene hinausragt, immer etwas von den Zeitumständen und Lebensbedingungen offenbarend. Eben im Spiegel meiner Baumerlebnisse und -reflexionen. Das ist nur eine andere, speziellere Art, Erlebtes und Gedachtes zu verewigen.

Ästhetische Kommunikation mit Archetypen

Erstaunlich, der Kiefernstammquerschnitt ist nach wie vor, seit mindestens 7 Jahren, der Spitzenreiter in der Beliebtheit meiner Microstock-Portfolios. Das gilt für alle Portfolios, die ansonsten durchaus unterschiedliche Interessen ansprechen. Für mich eine Bestätigung der Erkenntnis, dass zeitlose Themen und archetypische Symbole tatsächlich länder- und kulturübergreifend verstanden werden. Wenn eine Fotografie spontan ganz unterschiedliche Menschen anspricht und in ihnen vergleichbare Bilder und symbolische Assoziationen wachruft, dann ist eine für kommunikative Zwecke sehr geeignete Fotografie. Eigentlich entspricht das dem, was ich vor Jahren einmal als den Kern des Künstlerischen, der ästhetisch vermittelten Kommunikation, beschrieben habe. Ich bin sehr froh, viele Jahre später diese Form und Variante der konkreten Arbeit mit Symbolformen in der professionellen Kommunikation für mich entdeckt zu haben. Eine Arbeit, die ich immer wieder neu aufnehmen, ausweiten, intensivieren und auf wechselnde Zielgruppen und Verwendungen ausrichten kann.

Schwieriges Ulmenholz

Die Arbeit am Ulmenholz war heute eine eher schwere Geburt. Das ist es eigentlich immer, wegen der besonderen Art der Verarbeitung gegen die Wachstumsrichtung. Aber mein Ehrgeiz, möglichst runde Querschnitte zu erhalten, trotz der Tendenz der Stäbe, einen ovalen Querschnitt zu bilden, ist automatisch mit sehr viel mehr Zeitaufwand verbunden. So macht eigentlich jeder der kurzen Abschnitte so viel Aufwand wie ein langer regulärer Größe. Was ein Glück, dass nur ein Teil der Interessenten in den Dekaden der Ulme geboren ist, sonst müsste ich das Verfahren wahrscheinlich umstellen.

Persönliches Baumtagebuch von Bernhard Lux: Täglich begegne ich den Bäumen auf vielfältigen Wegen. An ihrem jeweiligen Standort in der Natur, in der Lektüre von Baum- und anderer Literatur, in der alltäglichen Reflexion, der handwerklichen Arbeit und im Gespräch mit der Familie oder Freunden und Kollegen. Es ist mir ein Bedürfnis, diese themenbezogenen Beobachtungen, Interaktionen und Kommunikationen in Form des Baumtagebuchs zu dokumentieren. Seit dem 20. November 2004 habe ich keinen einzigen Tag ausgelassen – ein Zeichen dafür, dass das Baumthema und der Baum als Archetypus tatsächlich im Alltagsleben verankert ist und vielfältige inhaltliche Assoziationen ermöglicht. So mag dieses Baumtagebuch jeden seiner Leser/innen auf die Spur einer je eigenen Beziehung zu den Bäumen führen.