Der Baumfrühling könnte kommen

Dass so ermüdende technische Fließband- und Geduldaufgaben mit diesem Dauerregen- und Spätwinterwetter zusammenfallen, ist doch eigentlich ein Glücksfall. Einer, der allerdings bei mir nicht selten eintritt. Eigentlich fallen die Aufgaben häufig sehr gut mit den Umständen und dem Rahmen ihrer Ausführung zusammen. Damit sind diese technischen Geduldsphasen ganz gut zu bewältigen. Aber ich wünsche mir jetzt bald doch wieder ein Wetter und Temperaturen, die man frühlingshaft nennen kann, um mich wieder mehr draußen aufhalten, fotografieren, handwerklich arbeiten und die ersten Gartenarbeiten machen zu können. Und den Bäumen würde ich auch wieder gerne begegnen, wenn sie ihren vitalen Start ins neue Jahr antreten. Der Baumfrühling kann von mir aus jetzt kommen.

Fastnachtstradition und Symbolreflexion

Die großen Fastnachtsfans sind wir alle nicht. Aber die Zeit in gewisser Weise bewusst zu erleben und irgendwie auch mitzufeiern, das ist uns schon auch wichtig. Von den traditionellen Gebäcken zu dieser Zeit, über die Dekoration bis zu den Gesprächen. Ein wenig färbt es dann doch immer wieder ab. Auch das Bild mit der Nahaufnahme einer venezianischen Maske habe ich dieses Jahr wieder aufgehängt, nachdem wir es im Vorjahr schlicht vergessen hatten. Und vielleicht kommen die kleinen Hexen aus Filz, die ich als Kinder gebastelt hatte, eins meiner frühesten Kreativprojekt, ja auch wieder zum Vorschein. Solche Auszeiten, auch wenn einem bezüglich der Zeitumstände und des ganzen Drumherums nicht danach zu sein braucht, sind schon auch bedeutend für die meisten Menschen und tragen mit zu einer kulturellen Identität und zu einem selbstverständlichen Zusammenhalt bei. Das ist fast schon so grundlegend wie alles, was ich hier täglich aus der Natursymbolik rund um die Bäume hervorhole, um seine lebenspraktische Relevanz ins Bewusstsein zu heben.

Wenn die Symbolreflexion hintergründig wird

Es ist heute so spät geworden, dass die Bäume nicht so zu ihrem Recht kommen konnten, wie ich das täglich versuche umzusetzen. Aber das sind eben Tage und Wochen, die ganz von den technischen Herausforderungen dominiert sind. Und da tritt die Symbolreflexion im Zeichen der Bäume leider in den Hintergrund.

Von außen kommende Verstärkung

Die Sonntagsruhe hat nach den dicht gepackten technischen Aufgaben, die mich während der ganzen Woche in Dauerschleife wohl auch noch länger beschäftigen, sehr gut getan. Aber das anstrengende und lichtarme Biowetter geht an die Substanz, weil es so gar keine Aussicht auf ein Ende dieses nass-kalten Spätwinters zu geben scheint. Nächste Woche ist die Fastnachts-Hochzeit und dann gehen wir schon auf Ostern zu. Aber von Frühling keine Spur, noch nicht einmal eine Vorahnung, die sich in einem verstärkten und wieder aufgenommenen Bewegungsdrang in der Landschaft äußern würde. Das kann man zurzeit tatsächlich nicht feststellen. Stattdessen ein Einigeln wie während der Weihnachtszeit und ein grüblerisches Abarbeiten der großen Frage, wie wir diese lange schon in Entwicklung befindliche Lethargie und Demotivation zu überwinden wäre. Antworten scheinen kaum an die Oberfläche zu kommen. Aber ich denke, dass sich im Untergrund, bei jedem für sich und angestrengt, so einiges tut. Mögen die ersten Frühlingszeichen der Bäume eine von außen kommende Verstärkung bieten und die Lebenssymbolik der Bäume so ihr mobilisierendes und heilendes Potenzial entfalten.

Balance zwischen Leben und Technik

Es war heute wieder eine technische Mammutaufgabe in dem Aufgabenbereich, der mich seit Wochen beschäftigt. Aber jedes Projekt ist wieder anders, dieses eben besonders aufwändig und in mehreren Hinsichten problematisch. Aber es war wichtig, dass im Zuge der aktuellen Erfahrungen durchzuziehen, was bis zum Abend gelungen ist. Ungefähr die Hälfte der avisierten gleichartigen Aufgaben stehen noch aus. Aber die gehören zu einem Auftraggeber, so dass die Fleißkomponente im Vordergrund stehen sollte. Irgendwie ist es aber immer auch zufriedenstellend, nach viel Kopfzerbrechen und diffizilen Abläufen am Ende eine sehr zeitgemäße und zukunftssichere Grundlage geschaffen zu haben. Die moderne Relevanz und der große Raum, den die Technik für uns einnimmt, ist für mich immer wieder ein Thema und praktische Herausforderung. Über die Erfahrung dieser Herausforderung wie über die Konfrontation mit dem Themenfeld bin ich dankbar. Es ist einfach etwas Zeittypisches, an dem sich die Menschen immer noch und immer wieder abarbeiten. Zumindest das Bewusstsein, was daran fortschrittlich nutzbar ist, scheint in den letzten Jahren gewachsen. Zu diesem Bewusstsein gehört ebenso, die andere Seite – unsere natürlichen Grundlagen und Umfelder – mindestens genauso klar und aufmerksam im Blick zu behalten. Letztlich geht es um ein gesundes Gleichgewicht, eine gelungene Ausbalancierung zwischen Natur und Kultur, zwischen menschlichem Leben und Technik. Mir sind das Baumtagebuch und die verschiedenen Wunschbaum-Projekte beim Ausbalancieren sehr behilflich.

Echter Baumfrühling mit belebendem Gelb-Grün

Eigentlich wollte ich bei dem scheußlichen Wetter gar nicht vor die Tür. Aber verschiedene Erledigungen machten es doch notwendig. Dass am Ende so wenig dabei herauskommen würde, machte die Sache noch ärgerlicher. So hoffe ich, dass wir von solchen erzwungenen Exkursionen nicht noch eine Erkältung davontragen. Und dass wir die nahe Fastnachtszeit, traditionell ein Erkältungs-Hotspot, diesmal gut überstehen. Und dann wünsche ich mir sehr bald den Baumfrühling und das belebende Gelb-Grün der ersten Blätter und Blüten beim Spitzahorn herbei. Mit diesem Eindruck beginnt bei uns gewöhnlich der echte, weil dann schon stabil zu nennende Frühling.

Exkursionen außerhalb der eigenen Gedankenwelt

So ein Ausflug in unbekannte Gefilde hat auch etwas Anregendes und Horizonterweiterndes. Auch wenn das Ergebnis bislang nicht so berauschend zu sein scheint, sind Erfahrungsvarianten z. B. mit Angehörigen einer Branche, die ich eigentlich zu kennen glaubt, immer eine spannende Sache. So war ich heute v. a. in Sachen Kommunikation, Vermittlung und technische Expertise gefragt und herausgefordert. Meine Symbolthemen spielten dabei keine Rolle und wären bei den Gesprächspartnern auch nicht zielführend gewesen. Ich hoffe, mich auch in solchen Umfeldern erfolgreich und künftig noch besser bewegen und behaupten zu können, auch oder gerade, wenn sie recht weit von meiner eigenen Gedankenwelt entfernt sind.

Winterliche Motivatoren

Man glaubt es nicht, aber das Wetter ist immer noch ein Gesprächsthema zwischen Menschen, die sich nicht so oft sehen und nicht sehr gut kennen. So habe ich das heute beim Arztgespräch mit M. beobachtet. Aber ich schätze, das hängt mit dem ungemütlichen Winter und der anhaltenden Lichtarmut zusammen, die einfach jedem inzwischen auf die Nerven gehen. Da sind einige Minuten Sonnenschein ein echtes Erlebnis und ein Mutmacher, die die biorhythmischen Tiefphasen zu überbrücken hilft. Das ungewöhnlich umfangreiche Manufakturprojekt mit einer ganzen Reihe von Lebensbaum-Armbändern konnte ich heute abschließen. Die Armbänder waren ja schon vor mindestens einer Woche fertiggestellt, aber bis zum Versenden sind eben gewisse Trocknungs- und Liegezeiten notwendig. Heute war es so weit, dass ich das Set auf die Reise ins Nachbarland schicken konnte. Ein schöner Gedanke und auch so ein Motivator, der den Sonnenphasen in etwa gleich kommt.

Jahreszeiten symbolisch verlängern

Die Baumthemen sind nicht mehr nur über die Manufakturarbeit und das zuletzt auf 8 verschiedene Lebensbaum-Arten angewandte Kunsthandwerk aktuell. Auch in den gedanklich vorweggenommenen Planungen für den kommenden Frühling und in meiner redaktionellen Arbeit waren die Bäume heute wieder Thema. Interessant, dass sich diese Themenverlagerung mit dem Wechsel der Jahreszeit quasi von selbst einstellt und so oft die noch nicht angekommene Jahreszeit vorwegnimmt. Durch dieses Nachdenken, Austauschen und kreative Arbeiten ist für mich der Frühling schon jetzt präsent, auch wenn er in einem Baumfrühling noch nicht zum Ausdruck kommen konnte. Aber er liegt eben schon in der Luft – oder fliegt durch die Gedanken. Schön, dass ich jede Jahreszeit auf diese Weise verlängern und stärker mit den angrenzenden verschränken kann.

Lebensthemen, Lebenserfahrung und Verbesserungen

Es ist beruhigend, dass sich im Bereich dieser Monatswende zwischen Januar und Februar, ganz ähnlich wie im letzten Jahr, verschiedene Möglichkeiten manifestieren, die gute Perspektiven für das ganze Jahr eröffnen. Das macht Mut und macht auch die Planung und Weitsicht einfacher, auch wenn es mit Herausforderungen und Anstrengungen verbunden ist. Aber gerade um die geht es ja auch in meinem eher kreativen Berufsfeld und auch in der biografischen Sicht bei der Weiterentwicklung der professionellen Kommunikation. Die Basisthemen rund um Naturbeobachtung, Bäume und archetypische Symbolformen tragen immer noch und immer wieder Wesentliches zu dieser Entwicklung bei. Deshalb bin ich sehr froh um diese Lebensthemen. Sie sind der Lebenserfahrung entsprungen und helfen diese weiterzuentwickeln und wenn nötig auch zu verbessern.

Biorhythmische Dysbalancen

Das Schmuddelwetter ging auch heute weiter und hatte so gar nichts von Lichtmess-Anmutung. Dabei fällt dieser Tag auf den morgen, den 2. Februar. Wieder einmal also ein Jahr, das schon mit unberechenbaren Wetterverhältnisse beginnt. Und wieder diese Bestätigung, dass ein globaler Klimawandel als Ursache nicht mehr zu leugnen ist. Ich hoffe, es gelingt uns nach solchen Phasen immer wieder die biorhythmischen Dysbalance, die gerade Menschen oft schmerzlich erleben, schnell auszugleichen. Das gelingt am besten, wenn die Bedingungen im Außen sich tatsächlich auch ändern und vor allem eine Richtung zeigen, zum Beispiel auf Frühling. Der wäre als Setting für die unruhigen Aktivitäten, die in den kommenden Wochen für uns anstehen, ein Gewinn. Und würde Anlass geben, die letzten Vorfrühlingsarbeiten im Garten zu erledigen, z. B. das Zurückschneiden der Gartenbäume, bevor die ersten neuen Triebe sich entfalten.

Warten auf die ersten vegetabilen Frühlingszeichen

Auch dieser letzte Tag des Januar hat kaum noch Sonnenstunden mehr gebracht. Damit war das wirklich einer der dunkelsten Januare, die mir in Erinnerung sind. Die Menschen sind entsprechend auch biorhythmusgeschädigt aus diesem Jahresanfang hervorgegangen. Es kann nur aufmunternder und motivierender werden, und da wären erste Frühlingszeichen hilfreich. Natürlich – das erste Blattgrün werden wir wohl erst im März mit den jungen Blättern der Spitzahorne sehen. Meist noch etwas früher kommen die Blüten einiger frühblühender Gehölze, wie des Haselstrauchs und der Erle und dann eben auch der Spitzahorne, bei denen Laub und Blüte anfangs kaum zu unterscheiden sind, sind sie doch nur durch Nuancen ihrer Gelb-Grünen Färbung unterscheidbar. Die Zeit bis zu diesen ersten vegetabilen Frühlingszeichen müssen wir wohl noch überstehen. Dafür wünsche ich uns genügend Widerstandskraft und Geduld.

Worin wir die Bäume auch bewundern können

In Bezug auf die Sonnenstunden ist dieser Januar sicherlich einer der dunkelsten der letzten 15 Jahre gewesen. Daran wird auch der letzte Tag des Monats nichts mehr ändern können. Für uns Menschen ist das eher schwächend und demotivierend. Ich kann mir aber vorstellen, dass die Pflanzen, allen voran die Bäume, das anders wahrnehmen. Für sie ist diese Dunkelphase wahrscheinlich eine Erholung, bevor das Frühjahr die vitalen Kräfte wieder extrem in Anspruch nimmt und es bis zum Spätherbst mit dem Wachsen, Grünen, Sprießen, Blühen und Fruchten auf Hochtouren weitergeht. Es ist wohl eine der Mankos in der evolutionären Entwicklung und gerade auch im Vergleich der menschlichen mit der anderer Arten, dass die Menschen von solchen natürlichen Ruhephasen ausgenommen sind und so eigentlich einem beständigen Abbau ausgesetzt sind. Da könnte man so manchen Baum beneiden, und es müssen dafür nicht gleich die 1000-jährigen Eichen sein. Auch andere Arten bringen es bei einem guten Standort und wohlmeinenden menschlichen Begleitern locker auf über hundert oder gar mehrere hundert Jahre.

Mit Blick auf die lichtere Jahreszeit

In den Onlineshops sieht man jetzt noch, Ende Januar, jede Menge Weihnachtsartikel. Bei einem, einem Tischset mit Weihnachtsbaum- und anderen weihnachtlichen Mustern, war ich kurz versucht, unsere Sammlung zu erweitern. Aber dann habe ich mich doch dagegen entschieden. Nicht nur, weil es sonst überhandnimmt, auch weil ich gerade erst die Weihnachtszeit sehr bewusst verabschiedet habe. Da liegt es nahe, den Blick auf die lichter werdende Jahreszeit zu lenken. Und für diesen Beginn steht eben Anfang Februar, mit Mariä Lichtmess. So viel ist davon jetzt noch nicht zu sehen, dominieren doch die trübsten spätwinterlichen Eindrücke, die Lichtarmut, der Regen, die Kälte. Aber natürlich hat das Frühlingshafte jetzt schon den größeren Anteil an der Atmosphäre und wird sich bald durchsetzen. So hoffe ich, auch dass wir die neuerliche Umstellung biorhythmisch gut verarbeiten.

Persönliches Baumtagebuch von Bernhard Lux: Täglich begegne ich den Bäumen auf vielfältigen Wegen. An ihrem jeweiligen Standort in der Natur, in der Lektüre von Baum- und anderer Literatur, in der alltäglichen Reflexion, der handwerklichen Arbeit und im Gespräch mit der Familie oder Freunden und Kollegen. Es ist mir ein Bedürfnis, diese themenbezogenen Beobachtungen, Interaktionen und Kommunikationen in Form des Baumtagebuchs zu dokumentieren. Seit dem 20. November 2004 habe ich keinen einzigen Tag ausgelassen – ein Zeichen dafür, dass das Baumthema und der Baum als Archetypus tatsächlich im Alltagsleben verankert ist und vielfältige inhaltliche Assoziationen ermöglicht. So mag dieses Baumtagebuch jeden seiner Leser/innen auf die Spur einer je eigenen Beziehung zu den Bäumen führen.