Weihnachtsbaumvorblicke

In diesem Jahr liegt fast eine ganze Woche zwischen dem 4. Advent und Heiligabend. Das heißt, dass der Weihnachtsbaum früher als sonst seinen Platz in der Stube finden muss. Plötzlich geht alles so schnell. Tatsächlich werde ich schon Ende kommender Woche nach dem diesjährigen Wunschbaum, vielleicht sogar zwei Wunsch-Weihnachtsbäumen, Ausschau halten müssen, wenn sich die Vorbereitung nicht hektisch gestalten soll. Auch die Beleuchtungsfrage ist noch nicht abschließend geklärt. Bleibt also noch einiges zu tun, bis der Baum in der Form glänzen kann, die ich mir vorstelle und die für mich eigentlich unverzichtbar für das Fest ist.

Nadelholzvorräte

V. ist einmal wieder im Brennholzfieber und hat deshalb heute erneut für Nachschub an Fichtenscheiten gesorgt. Die lagern jetzt erst einmal, um irgendwann in den nächsten Wochen zu ofentauglichen Stücken gesägt zu werden. Zusammen mit dem ohnehin schon zu zwei Dritteln aufgefüllten Brennholzreservoir dürfte das bis zum Ende der Ofensaison ausreichend sein. Es sei denn, wir erleben wieder einen dieser endlos langen Winter, die bis in den April reichen. Ich hoffe sehr, das bleibt uns erspart. Am Wochenende geplant ist jetzt die Beseitigung der Zypressenhecke. Dabei wird dann nochmal einiges an Nadelholz anfallen, das den Vorrat ergänzt. Ein Problem wird die große Menge Astmaterial sein. Dafür werden einige Fahrten zur Grünschnittdeponie notwendig. Seltsame Arbeit für diese Jahreszeit und mitten im Advent.

Weihnachtsbaumformen

Die verschiedenen Weihnachtsbaumanhänger an der Wand vor mir und an den Regalböden hängend, ein Ensemble meiner Lieblingsstücke, macht mir in dieser Adventszeit viel Freude. Es bestätigt sich einmal wieder, dass Reduktion als Aufmerksamkeitslenker wirkt. Sie sind gerade dadurch, dass ich mich auf eine Auswahl beschränkt habe, einfach präsenter, als Formen und Symbolträger viel wirksamer als ich es aus manchem Vorjahr in Erinnerung hatte. Gerade auch die einfachen Silhouette-Formen aus mit filigranen Mustern durchbrochenen Blechen sind wunderbare Umsetzungen der Weihnachtsbaumform und betonen je unterschiedliche Aspekte dieser Form. Damit sind sie auch mit unterschiedlichen symbolischen und ästhetischen Assoziationen verknüpft. Schön, dass noch die Hälfte der adventlichen Zeit vor uns liegt. So kann ich mich noch einige Wochen an den Dingen und ihrer Ausstrahlung freuen.

Nicht-exklusive Autorenschaft hat Vorteile

Es ist ermutigend, dass trotz der Schwierigkeiten, neue Microstock-Fotos in den Portfolios erfolgreich zu platzieren, manchmal auch neue Arbeiten eine Chance erhalten. Vor bei shutterstock mache in diesem Bereich regelmäßig positive Erfahrungen. Das gilt sowohl für saisonbezogene Motive, wie gegenwärtig für Weihnachten, als auch unabhängig davon. Selbst explizit herbstliche oder sommerliche Motive, wie meine jüngst ergänzte Nahaufnahme eines Pfaffenhütchenzweigs mit reifen Fruchtkapseln kann im Dezember nachgefragt werden. So scheint der Trend in Richtung von Abonnementdownloads zu gehen, die traditionell bei shutterstock dominierend sind. Bei besonders kleinen Preisen haben dann auch hochwertige Motive eine Chance, die bei Einzeldownloadpreisen eher vernachlässigt werden. Gut, dass ich vor einigen Jahren zur Rolle eines nicht-exklusiven Autors gewechselt bin. So gleichen sich Unterschiede und wechselhafte Resonanzen bei den unterschiedlich ausgerichteten Agenturen aus. Im Ergebnis ist die Chance, eigene Fotos zu platzieren, damit doch größer und zudem abwechslungsreicher.

Magische Lichter im Adventskranz

Wir freuen uns, dass der Adventskranz jetzt, wie ursprünglich geplant, von den durch LED-Lichter von innen erhellten kleinen Zierkugeln auch dann beleuchtet erscheint, wenn wir die Adventskerzen nicht entzündet haben. Es war bisher an den falschen Batterien gescheitert. Die Kerzen behalten wir uns lieber für die Adventssonntage vor, damit alle vier auch bis zu den Weihnachtsfeiertagen halten. Ich finde es jedenfalls nicht schön, sie schon vorher auswechseln zu müssen. So wird die kleine Waldszene mit Silbertanne und Silberhirsch auf ihrem Moosboden in ein magisches Licht getaucht, das punktuell aus den von Mustern durchbrochenen silbernen und goldenen Metallkugeln diffus zerstreut wird. Da haben wir doch gleich mehr von dieser schönen weihnachtlichen Dekoration.

Barbaratag ohne Wunderambitionen

Zeit und Gelegenheit hätten wir an diesem Barbaratag schon gehabt. Aber nach dem Ausbleiben des weihnachtlichen Blütenwunders in den letzten Jahren, habe ich dafür plädiert, die Pflege des Brauchs erst einmal auszusetzen. Zu meiner Zeit bei K. hat es mit dem Aufblühen der Kirschbaumzweige kurz vor Heilig Abend immer funktioniert. Wir haben das allerdings auch sehr geschickt gesteuert und das endgültige Aufbrechen der Knospen in etwas weniger warmen Ecken hinausgezögert, wenn es zu schnell zu gehen drohte. Immerhin waren damals die Zweige in der Lage, das Wunder zu realisieren. Die letzten Versuche aber sind immer gescheitert. Selbst wenn der Holzbrandofen schon früh angefeuert wurde und der Zweig über Wochen der warmen Ofenwärme ausgesetzt war. Das will verstehen, wer will. Jedenfalls wollte ich diesmal auf das inzwischen unwahrscheinlich gewordene Wunder lieber verzichten. Wir beschränken uns also auf die reichhaltige und immer wieder neu in Form gebrachte Symbolik der immergrünen Pflanzen, die traditionell im Advent zur Geltung kommen. Zu den verschiedenen Nadelbaumzweigen, die wir vielfältig verarbeitet haben und den einzelne Steckpalmenzweigen mit ihren stacheligen Blättern hat sich seit gestern auch ein Mistelzweig hinzugesellt. V. hat doch noch einen schönen ausfindig gemacht. Einen von der Sorte, deren Stängel und Blätter nicht vollständig, höchstens leicht gelblich gefärbt sind und die schöne, noch intakte weiße Beeren tragen. Wir müssen jetzt nur noch einen geeigneten Platz zum Aufhängen finden.

Familiäres Baumensemble

Wie es aussieht wird die Frage, was aus unserer Zypressenhecke im Garten werden soll, nun doch schneller aufgelöst, als wir noch vor Wochen gedacht hatten. V. war nicht mehr daran interessiert, sie herunterzuschneiden. Weil sie schon sehr weit herausgewachsen war und der Rückschnitt martialisch hätte ausfallen müssen. Jemand, der sich hauptsächlich mit diesen Dingen beschäftigt, hat heute dann auch die Ansicht geäußert, dass ein starkes Zurückschneiden, das später nach regelmäßige Trimmen in Schulterhöhe ermöglichen würde, tatsächlich das Aus für die blauen Zypressen bedeuten würde. Sehr wahrscheinlich könnten sie von der Schnittkante aus nicht mehr grün nachwachsen. Deshalb fiel recht schnell die Entscheidung, die Hecke ganz zu entfernen, inklusive der Wurzelstöcke und anschließend an deren Stelle neue Eiben zu pflanzen. Das rechte Ende der jetzigen Hecke wird ohnehin schon seit Jahren von einer in Form geschnittenen Eibe gebildet. Die ganze Seite mit Eiben zu bepflanzen ist da naheliegend. Für mich war das ohnehin immer schon die erste Wahl. Nicht nur auspraktischen Erwägungen. Sie lassen sich eben gut in Form schneiden und treiben vor allen Dingen auch nach radikalen Rückschnitten immer wieder aus. Natürlich denke ich aber vor allem daran, dass die Eibe mein zweiter Lebensbaum ist. Wenn künftig die neue Eibenhecke und der junge Walnussbaum gemeinsam den Garten bevölkern, sind gleich meine beiden Lebensbäume gebührend repräsentiert. Ich hoffe, dass Ms Feigenbaum und Vs Nash-Birnbaum, quasi als Ersatz für einen Apfelbaum, sich ebensogut weiterentwickeln und das familiäre Ensemble weiterhin komplettieren.

Symbolarbeit und Aufmerksamkeit

Ein eng getakteter Arbeitstag, der mich von einer Aufgabe zur nächsten rotieren ließ. Diesmal war die handwerkliche Arbeit unterlegen, da ich die dafür notwendige Ruhe nur eingeschränkt realisieren konnte. Aber Unterbrechungen dieser Art können auch heilsam sein und längere Prozesse letztlich im Fluss halten. So denke ich, dass zu viel Konzentration in nur einer Richtung der Ergebnisqualität der einzelnen Arbeit eher schadet. Das gilt auch für die symbolische Arbeit mit Bäumen und ihrem Holz. Als Symbolarbeit ist sie eben immer in Kommunikationsprozesse eingebunden, die manchmal besonderer Aufmerksamkeit bedürfen.

Winterliche Anpassungen

Allmählich merke ich, wie sich der Winter vertrauter anfühlt. Man ist geneigt, sich auch körperlich an die Jahreszeit anzupassen. Dann erscheint dieselbe Temperatur plötzlich nicht mehr unzumutbar. Unsere Verbindung zur natürlichen Umwelt ist eben doch präsenter, als wir uns das normalerweise bewusst machen. Dennoch war ich heute froh, meine handwerkliche Holzarbeit im Warmen fortsetzen zu können. Das Thema Außenarbeit ist damit aber noch nicht vom Tisch für diesen Winter. Es werden sicherlich noch zahlreiche Einsätze dieser Art notwendig werden. Beim Brennholzmachen zum Beispiel. Und bei den sicher noch kommenden Aufträgen, deren erste Bearbeitungsphase immer im Freien stattfinden muss. Die Zeit ist aber gut für diese Arbeiten, alles ist stimmig, so wie es sich gegenwärtig entwickelt.

Lichtreicher November

Das war der lichtreichste November seit 7 Jahren. Wer hätte das gedacht. Gefühlt schien er eher trübe. Aber die wenigen hellen und kalten Tage gegen Ende des Monats haben zusammen mit lichten Phasen einige Wochen vorher wohl dieses statistische Ergebnis zur Folge. Schön, dass der Beginn des Dezembers ähnlich ausfallen soll. Ich hätte nichts einzuwenden gegen einen dieser kalten und sonnenreichen Winter, die wir vor Jahrzehnten nicht so selten waren, die wir jüngst aber nicht mehr erleben durften. Dann hätten wir auch einen Anlass, den Holzbrandofen schon vor Neujahr anzufeuern. In Durchschnittswintern war die Jahreswende immer die Startmarke. V. spricht ohnehin davon, den Brennholzvorrat mit Fichten und dazwischen gestreuten Obstbaumscheiten weiter aufzufüllen. Eine lange Ofensaison würde das notwendig machen. Wir müssen wohl noch abwarten. Prognosen sind jüngst schwieriger geworden.

Baum-Holz-Licht

Bei der Kälte musste ich dem eisigen Wind der rotierenden Maschine doch einige Male ausweichen. So habe ich bei der Mammutarbeit, die das Anlegen der vielen Holzstäbe bedeutet, zwischendurch kurze Pausen drinnen eingelegt, um mich wieder etwas aufzuwärmen. Bei der Arbeit am Holz selbst ist die Aufmerksamkeit aber so nah an der Aufgabe, dass die Kälte nicht durchgehend präsent ist. Die unheimlich lichtreichen Tagesstunden sind da schon auch beflügelnd. Wie ich ja schon so oft angemerkt habe, gibt es für mich diese enge Verbindung von Bäumen, Holz und Licht. Die Arbeit mit Hölzern ist bei viel Licht deshalb in ihrem Element und fließt quasi dahin. Mit wenig Licht kann die Anmutung von Anstrengung dominanter sein.

Intensive Winterarbeit

Das sind jetzt die ersten richtigen Wintertage, mit klirrender Kälte schon tagsüber und gleichzeitig Sonne. Da geht die Arbeit im Freien gleich viel besser von der Hand. Gut, dass sich diese Wetterlage noch bis morgen fortsetzen soll. Denn es stehen noch einige Arbeiten in der Außenwerkstatt an, bei denen die Finger schon ziemlich unterkühlt werden. Das Licht und die Sonne bringen da eine Entschädigung. Neben dem Chai-Tee, den ich heute zum zweiten Mal mit etwas veränderter Rezeptur zubereitet habe und der das Potenzial hat, zu meinen Lieblingsgetränken in dieser Jahreszeit zu avancieren. Ich freue mich auf die Arbeit an den verschiedenen vertrauten Hölzern – Pappel, Walnussbaum, Esche, Fichte und Atlas-Zeder – auch wenn das größtenteils innen stattfindet. Das dann fehlende Tageslicht wird durch die Energie der verschiedenen Holzarten ausgeglichen. Eine gute und intensive Winterarbeit.

Zur adventlichen Ruhe finden

1. Advent 2016: Adventskranz mit Silbertanne und Moos

Auf das Binden bzw. Stecken eines weiteren Weihnachtskranzes habe ich dann doch verzichtet. Zu vieles war im Zusammenhang mit der Adventsdekoration noch umzusetzen. Auf die Art konnte ich meinen Arbeitsraum weihnachtswürdig gestalten. Gemessen an meiner Sammlung recht zurückhaltend bin ich dabei vorgegangen, spricht nicht alles konnte verwendet werden, aber meine Lieblingsstücke sind doch zum Einsatz gekommen. Ein schönes Arrangement mit vielen weihnachtlichen Symbolen, vor allem natürlich Weihnachtsbäumchen aus Glas, Kristall, Metall, Samt und Filz sorgen für die nächsten 5 Wochen für die angemessene Umgebung. Die letzte Veränderung am Adventskranz konnte ich ebenfalls vornehmen – zur Silbertanne hat sich noch ein Silberhirsch gesellt, der jetzt auf dem weichen Moosboden steht und sich an der Symbollandschaft um ihn herum erfreut. Am Nachmittag bliebt uns die so wichtige Ruhe, um den ersten Advent auch als solchen wahrnehmen zu können.

Ein Adventskranz mit Silbertanne in Mooslandschaft

Wieder ein Tag im Zeichen der Weihnachtsdekoration. Die Kerzen für den Adventskranz waren der Hauptgrund für die kleine Exkursion. Die haben wir gefunden, sehr schöne, mit ungewöhnlich dezenten Farben, auch höher als letztes Jahr. So können wir sie wenigstens an den Adventssonntagen anzünden, ohne dass die erste am Ende schon abgebrannt ist. Bei der Gestaltung des Kranzes habe ich mich an der letztjährigen Lösung orientiert. Die Schale aus Edelstrahldraht mit einem Teppich aus frischem Moos aus der eigenen Wiese zwischen den verschiedenfarbigen Kerzen. Dazwischen eine goldfarbene und eine silberfarbene Kette mit kleinen Metallkugeln und innenliegenden LEDs. Dazu habe ich noch einige mit Silberglitzer besprühte Erlenzapfen gelegt. Ein Akzent kommt diesmal aber hinzu, nämlich eine silberne Modelltanne, die sich wunderbar zu den übrigen Materialien gesellt und in der „Mooslandschaft“ wie heimisch wirkt. Morgen wird er seinen ersten richtigen Einsatz haben. Auch die übrigen Weihnachtskisten haben ich schon heruntergeholt und einen Teil auf dem Fensterbrett dekoriert. Die lichten Teile aus Glas, darunter eine Reihe transparenter Weihnachtsbaumsymbole, warten noch darauf, an ihrem Platz arrangiert zu werden. Auch der Türkranz hängt schon, gebunden aus verschiedenen immergrünen Zweigen und geschmückt im Inneren mit einem hängenden und glitzernden Dekorationszapfen. Jetzt fehlt nicht mehr allzu viel, um die Atmosphäre der Adventszeit bestmöglich zur Geltung kommen zu lassen.

Persönliches Baumtagebuch von Bernhard Lux: Täglich begegne ich den Bäumen auf vielfältigen Wegen. An ihrem jeweiligen Standort in der Natur, in der Lektüre von Baum- und anderer Literatur, in der alltäglichen Reflexion, der handwerklichen Arbeit und im Gespräch mit der Familie oder Freunden und Kollegen. Es ist mir ein Bedürfnis, diese themenbezogenen Beobachtungen, Interaktionen und Kommunikationen in Form des Baumtagebuchs zu dokumentieren. Seit dem 20. November 2004 habe ich keinen einzigen Tag ausgelassen – ein Zeichen dafür, dass das Baumthema und der Baum als Archetypus tatsächlich im Alltagsleben verankert ist und vielfältige inhaltliche Assoziationen ermöglicht. So mag dieses Baumtagebuch jeden seiner Leser/innen auf die Spur einer je eigenen Beziehung zu den Bäumen führen.