Es war sicher der merkwürdigste September seit Langem. Wie man aus der Statistik erfahren kann, handelte es sich tatsächlich um den nassesten September seit Beginn der systematischen Wetteraufzeichnungen im Jahre 1881. Und zumindest fürs Saarland kann man auch sagen, dass es noch nie so trüb im September war, mit so wenigen Sonnenstunden, dass die meisten Oktobermonate dem überlegen sein dürften. Verkehrte Welt – verrücktes Klima. Zum Glück sind uns am Ende noch ein paar Tage mit der moderaten Wärme und strahlenden Sonnenstunden beschert gewesen, die wir sonst aus der 2.-3. Septemberwoche kennen. Aber diese Schönwetterphasen kamen sehr spät, immer erst am späteren Nachmittag. Auch das ist ungewöhnlich und ein Grund, warum meine an sich sehr reichlich und groß gewachsenen Chilischoten sich so schwertun, auszureifen. Die Schärfe haben sie zwar auch schon in grünem Zustand, aber für die Optik und das gute Gefühl ist natürlich die Gelb-Orange-Rot-Färbung ein Muss. Ich kann nur hoffen, dass der Oktober genügend Gelegenheit bietet, das nachzuholen. Am besten gleichzeitig zu einem farbenfrohen Baumherbst mit echtem Herbstlaub, das sich länger in den Baumkronen hält und nicht über Nacht einfach abfällt. Bei so viel Krisenatmosphäre in sämtlichen Gesellschaftsbereichen sind die typischen jahreszeitlichen Eindrücke ein wichtiger Ausgleich. Es wäre schade, wenn uns das in den gemäßigten Breiten abhandenkäme.