Der zweite Feiertag ist ein Geschenk

Schön, dass wir zwei Feiertage haben. Ich bedaure z. B. die Amerikaner, bei denen schon nach dem einen Weihnachtsfeiertag der Alltag beginnt. Dank des zweiten Feiertags kann man die weihnachtliche Atmosphäre besser sich entfalten und auf sich wirken lassen, zumal eigentlich immer Besuche und Begegnungen auf dem Plan stehen, die mit zum Weihnachtsfest gehören, aber einer Kontemplation eben auch entgegen stehen. Ich freue mich deshalb immer gerade auf die Momente der wirklichen Ruhe, die es ermöglichen, das Licht der Weihnachten im eigenen Inneren aufscheinen zu lassen. Dieser Tag war für mich dazu sehr geeignet. In diesen Rahmen passte auch die neuerliche Lektüre der Vorträge Rudolf Steiners von 1910 und 1911, denn den Klassiker von 1909 über den Weihnachtsbaum als Symbolum habe ich vor einigen Tagen schon gelesen. Und die aus den Folgejahren veröffentlichten Weihnachtsvorträge, deren Einzelausgabe ich zu meiner kleinen Sammlung zähle, will ich in den nächsten Tagen folgen lassen. Das gehört mit zu den Vorhaben der Zeit zwischen den Jahren, zusammen mit einer Reihe von Versuchen, das weihnachtliche Licht möglichst authentisch in stimmungsvoller fotografischer Unschärfe wiederzugeben.

Weihnachtslicht und Weihnachtsglanz

Versetzte Weihnachtsszene. Die fotografische Impression ähnelt auf den ersten Blick der vom Heiligen Abend. Aber den ersten Weihnachtstag haben wir mit J. und W. zusammen in G. gefeiert. Und der Baum ist ein Tisch-Weihnachtsbaum, der eine ähnlich schön pyramidige Form wie unser großer aufweist. Es gibt sicher eine Reihe von Gemeinsamkeiten innerhalb der Familie. Die Freude an den Lichtern, dem Funkeln und Glänzen während der Advents- und Weihnachtszeit ist eine, die uns den Geist der Weihnacht weit über die Feiertage hinaus vergegenwärtigt und ihre symbolische Kraft ins neue Jahr hinein verlängert.

Impression am Weihnachtstag 2017 I
Impression am Weihnachtstag 2017 II

Die längste Nacht und der Geist der Weihnacht

Weihnachtszimmerimpression

Die Christmette an Heilig Abend war überraschend schwach besucht. Kaum mehr Menschen als an nicht feiertäglichen Wochenenden. Das hat mich überrascht. Aber sie war dennoch sehr schön gestaltet, auch hat mir das gut gefallen, was der Pastor zum Gegenstand seiner Predigt gemacht hat, die grundlegende Bedeutung der Weihnacht. Dass Gottes Sohn herabgestiegen und Mensch geworden ist. Ich finde es wichtig, die grundlegenden Gedanken immer wieder erklärt werden, damit der Sinn für die Bedeutung der Feiertage nicht verloren geht. Die längste Nacht im christlichen Spiegel und mit christlicher Bedeutung im Angesicht des Weihnachtsbaums zu vergegenwärtigen und in die Seele aufnehmen zu können, gehört für mich zu den eindrücklichsten Erlebnissen überhaupt. Ich finde, dass der diesjährige Baum seine Rolle als Licht tragender und Licht bringender Symbolbaum besonders gut ausfüllt und damit den Geist der Weihnacht auch ästhetisch Ausdruck verleiht. Ich bin froh, dieses Jahr diese Lichtstimmung erstmals auch in konzentrierter Form in den weihnachtlichen Fotos darstellen zu können.

Ein Beitrag zur Entschleunigung

Ulme und Pappel, Linde und Tanne. Die letzten, noch vor Weihnachten fertiggestellten Lebensbaum-Armbänder haben mich wie vorhergesehen fast bis zur letzten Minute beschäftigt. Aber ich bin froh, dass der Plan aufgegangen ist und ich die fertigen Bänder zwischen den Jahren versenden kann. So können noch Neujahrsgeschenke daraus werden, was mindestens genauso passend scheint, denn die Symbolik kommt auch bei einem zeitlichen Wendepunkt wie dem Jahreswechsel schön zur Geltung. Nach diesem sehr abwechslungsreichen kunsthandwerklichen Jahr wünsche ich mir vielleicht ein wenig mehr Gleichmäßigkeit für 2018. Das würde meiner Vorstellung von der Basisqualität der Baumsymbolik eher entsprechen. Es ist ein Projekt, das einen kleinen Beitrag zur unbedingt notwendigen Entschleunigung leisten kann. Wenn aber die Realisierung der Formen zum Teil hochgradige Beschleunigung erfordert, könnte das dem Ziel zuwiderlaufen. Weniger Ruhelosigkeit auch in der Rezeption natürlicher Eindrücke und symbolischer Formen kann der Bedeutung, die diese Formen in unserem Leben spielen, einen deutlichen Wertzuwachs bescheren.

Intensive Vorweihnachtstage

Ein überwiegend kunsthandwerklicher Tag, der morgen im Abschluss der aktuellen Arbeiten gipfeln soll. Und am Nachmittag das Wiedersehen und ein langes Gespräch mit einem guten Freund aus Schulzeiten. Das ist eine intensive und irgendwie stimmige Vorweihnachtszeit, die ich als solche kaum je zuvor erlebt habe. Und ich hoffe, dass ihr eine genauso stimmige Weihnacht folgt. Mit allem, was dazu gehört, einem Zusammensein der ganzen Familie, dem ungewöhnlich festlichen Essen, der besten Weihnachtsmusik, der vegetabilen Weihnachtsdekoration mit dem Weihnachtsbaum als Glanzpunkt, unbedingten Momenten des Stillseins und der Vergegenwärtigung des Ereignisses, das mit Weihnachten zelebriert wird.

Weihnachten und Zuversicht

Dieses Jahr an Ms Geburtstag gab es zwar nicht weniger Gratulanten als sonst, aber viele hatten es besonders eilig. So als ob die diesjährige Vorweihnachtszeit mit Aktivitäten überfrachtet wäre, die ein sich Zeit lassen für das einzelne nicht zulassen. Vielleicht ist das tatsächlich so. Jedenfalls habe ich diese Kombination noch nie deutlicher wahrgenommen: Der Wunsch nach Ruhe und Innerlichkeit während der Weihnacht einerseits, der Versuch, alles, was dem vorab entgegenstehen könnte, zu bereinigen, andererseits. Und diese zweite scheint von Jahr zu Jahr zuzunehmen. Es kann allerdings sein, dass das ein Eindruck ist, der mit der Beschleunigung der Zeit an sich, also mit einer Veränderung der inneren Zeitwahrnehmung mit zunehmendem Lebensalter zusammenhängt. Ich kann jedenfalls für mich feststellen, dass die beiden genannten Linien sich ziemlich sicher kurz vor den Feiertagen kreuzen werden. Dass das möglich ist, dazu tragen für mich viele Dinge bei: Der seit Sonntag uns begleitende Weihnachtsbaum, die Gespräche über Weihnachten, Gott und die Menschen unserer Lebenswelt. Vor allem die Kommunikationen, die das Symbolische der Weihnachtszeit als Motivator für Aufbruchstimmung und Zuversicht herausstellen.

Wendezeit

Kurz vor der Wintersonnenwende. Und die Stimmung unter den Menschen gleicht sehr der in den Vorjahren zu dieser Zeit. Inklusive der äußeren Bedingungen, dem neblig-trüben, nicht allzu kalten Wetter. Es werden wohl Schmuddelwetter-Weihnachtstage. Weder sehr kalt noch mit Schnee. Feiertage, die ganz von ihrer symbolischen Stärke leben und wenig Unterstützung im Außen finden. Gleich ist auch, dass die Hektik jetzt schon erkennbar in die Gelassenheit der zeitlosen Phase zwischen den Jahren übergeht. Die Weihnacht selbst markiert diesen Wendepunkt, der jetzt schon in den Gemütern präsent ist. Nur mehr Zuversicht würde ich mir unter den Menschen wünschen. Die Wirtschaftsprognosen, auch jüngst wieder sehr positiv klingend, haben keine Entsprechung in den Erwartungen der Einzelnen, die eher von Angst geprägt zu sein scheint. Mögen die Feiertage auch diese Einstellungen ausgleichen und der Anblick des Weihnachtsbaums und die vielen weiteren weihnachtlichen Symbole das innere Licht und die Gegenwart des Gemeinsamen aktivieren.

Kleinteilige Arbeit mit symbolischen Formen

Diese unmittelbaren Vorweihnachtsfeiertage sind für mich mit Unmengen an Kleinigkeiten angefüllt. Das entspricht so gar nicht meiner sonstigen Arbeitsweise, die eher in weiter gezogenen Linien angelegt ist. Aber das hat wohl mit dem zu Ende gehenden Jahr zu tun, weniger mit der Weihnacht an sich. Da sind u. a. die vielen Menschen, denen einen Gruß zu schicken ich ein Bedürfnis habe, und die vielen Gedanken, die sich um die zugehörigen Formulierungen drehen. Da sind auch Ideen für die Illustration dieser Grüße, die sich je nach Adressat aus ganz unterschiedlichen Quellen speisen. Neben Individuellem aus der gemeinsamen Erfahrung spielen dabei Gedichte und Aphorismen eine Rolle, u. a. auch Baumgedichte, die ich letztlich zwar nicht verwendet habe, deren Lektüre mich aber veranlasst haben, eine Erweiterung meiner Übersicht der Baumgedichtklassiker unter wunschbaum.de ins Auge zu fassen. Und es sind in einigen Fällen auch Formen, Geschenke, die mir auch bei den vielen mir entgegentretenden Negativmeinungen zu Weihnachtsgeschenken doch immer noch gut und richtig erscheinen. Eine kleinteilige Arbeit mit symbolischen Formen, von denen ich hoffe, dass sie ihre Intention nicht verfehlen, denn sie haben letztlich ein Moment des Stillhaltens zum Gegenstand, der im harten Kontrast zum Prozess ihres Erfindens steht.

Kommunikative Wirkungen des Weihnachtsbaums

Es ist interessant und fast schon Tradition bei uns, dass die Besuche in den Wochen vor Weihnachten häufiger werden. Dann ist fast immer auch Gelegenheit, einen Blick auf den Weihnachtsbaum zu werfen, der auch in diesem Jahr wieder sehr gelobt wird. Tatsächlich fällt mir kaum etwas ein, dessen Ehrlichkeit und diskursive Qualität solchen Gesprächen angesichts und über den Weihnachtsbaum nahe kommt. Er ist wie ein Signal, das die Kommunikation auf den Nullpunkt zurückführt, alle Teilnehmer quasi zu Kindern werden lässt und in dessen Aura sich etwas wirklich Vorurteilsfreies und Offenes entwickeln kann. Von meiner eigenen anhaltenden Begeisterung für den Weihnachtsbaum als starkes Symbol einmal abgesehen, kann ich immer wieder feststellen, dass in Menschen, die vor dem Baum zusammen stehen und reden, etwas zutiefst Ursprüngliches im wahrsten Wortsinn zu Klingen gebracht wird. Es ist, wie wenn wir uns an die gemeinsame Quelle erinnern. Genau diesen Gedanken hat Rudolf Steiner in seinem so eindrucksvollen Vortrag vom 21. Dezember 1909 über den Weihnachtsbaum als Symbolum zum Ausdruck gebracht, den spätestens während der Feiertage noch einmal lesen will, zusammen mit seinen weiteren Vortragsmitschriften zu weihnachtlichen Themen.

Unser Weihnachtsbaum 2017

Weihnachtsbaum 2017

In den letzten Wochen ist die Zeit nur so dahin geflogen. Und jetzt haben wir schon den 3. Advent. Eine Woche nur noch bis Heilig Abend. Dieser seltenen Situation wegen, weil Heilig Abend auf den vierten Advent fällt, steht unser Weihnachtsbaum in diesem Jahr früher als sonst. Gewöhnlich lag weniger als eine Woche zwischen seinem Erscheinen und Weihnachten. Und selten ist auch der Tag. Gewöhnlich nutze ich einen Samstag für das Schmücken, diesmal war es der Adventssonntag. Aber das war gut, denn so war das traditionelle Aufstellen und Schmücken des Weihnachtsbaums in einen Ruhetag eingebettet, was die feierliche Stimmung, in der ich dieses Ritual immer schon vollzogen habe, noch unterstützt hat. Es ist ein sehr gleichmäßig und dicht gewachsener Baum, wie gemacht, um seine Vollendung als Symbolbaum zu finden. Denn er ließ sich gut schmücken, mit den dicht stehenden, zahlreichen und auch kräftigen Zweigen, dem schönen Spitzenabschnitt, den dunklen Nadeln. Ms Wunsch folgend habe ich nach Jahren einmal wieder den Akzent auf Rot gelegt. Neue rote Glaskugeln in verschiedener Tönung, teils spiegelglänzend, teils seidenmatt, bilden zahlreiche Glanzpunkte. Aber auch der Strohschmuck mit den roten Fäden kam endlich wieder zum Einsatz. Daneben die vielen kleinen Einzelstücke aus unterschiedlichen Materialien, die den Baum letztlich sehr üppig erscheinen lassen. Die Gebetbuchengel durften natürlich auch nicht fehlen. Beim Anblick des Baums, hier nur mit der eigenen Beleuchtung, fühle ich mich der Heiligen Nacht schon sehr nahe.

Späte und letzte Gartenerträge

Nicht immer geht alles nach Plan. So konnte ich die handwerklichen Arbeiten erst am späteren Nachmittag abschließen, nachdem sich am Vormittag alle möglichen Verzögerungen eingestellt haben. Immerhin habe ich die wirklich letzte, bisher versäumte Gelegenheit genutzt, die Samen der Rizinus-Stauden zu retten. Eigentlich hätte ich die Samenstände viel früher abschneiden müssen. Jetzt, nachdem der Frost die oberflächlichen Zellen schon ganz matschig gemacht hat, war das eine schmierige Angelegenheit. Viele der bohnenförmigen Samen haben sich zudem als schon verdorben oder hohl herausgestellt. Letztlich konnte ich aber doch noch eine ausreichende Zahl erübrigen, die jetzt auf der Fensterbank trocknet. Es sind Samenstände mit je drei eng aneinander verwachsenen Samenkörnern, die sich mit der Hand leicht voneinander lösen lassen. Allerdings steckt das eigentlich Samenkorn wiederum in einer festen Schale, die sich teils leicht, teils in feuchtem Zustand aber noch nicht richtig abschälen lässt. So werde ich sie erst einmal antrocknen lassen und die äußere Hülle später entfernen. Am Ende sollten es doch genug sein, um damit auch J. und W., vielleicht zusätzlich den einen oder anderen Bekannten zu beliefern. Auch bei der Strohblumen, die im großen Kübel immer noch der Kälte trotzen und immer noch neue Blüten ansetzen, bin ich fündig geworden und habe etliche neue Blüten entnommen. Die neue, nach der eigentlichen Saison gesammelte Menge kann ausreichend für mindestens zwei neue Sträuße sein. Vielleicht ja ausnahmsweise einmal eine Arbeit für den Winter. Den Weihnachtsbaum habe ich bereits ins Trockene gelegt, so dass ich morgen früh gleich loslegen kann. Und die diesjährigen Weihnachtsgrußkarten, bei denen der letztjährige Weihnachtsbaum wie immer eine tragende Rolle spielt, konnte ich am Abend ebenfalls schon weitgehend vorbereiten.

Baumschmückvorbereitungen

Anders als geplant habe ich nun doch einen Teil der Holzarbeit, die eigentlich fürs Wochenende geplant war, vorgezogen. So werde ich diese Arbeiten morgen schneller abschließen können und schon für das Aufstellen des Weihnachtsbaums erste Vorbereitungen treffen können. Als erstes muss ich ihn aus dem Regen ins Trockene holen, damit er einen Tag lang abtrocknen kann. Dann muss das Bohrloch in den Stumpf gesetzt werden, damit der Stamm besser im Klemmständer arretiert werden kann. Und dann gilt es, die Raumecke freizumachen, in die der Baum traditionell platziert wird. Die Schale zum Auffangen evtl. übertretenden Gießwassers und all der in vielen Schachteln verteilte Christbaumschmuck, den ich sorgfältig nach Sorten getrennt habe, müssen ebenfalls noch bereitgestellt werden. Dann aber sollte das Aufstellen und Schmücken am Sonntag eine angenehme Kür werden. Ich hoffe, diesmal wird die immer komplizierte Kombination dreier Lichterketten gut funktionieren.

Paradoxe Vorweihnachtswahrnehmung

Die letzten beiden Wochen vor Weihnachten ähneln sich über die Jahre hinweg. Die Zeitwahrnehmung erhält dann eine unwahrscheinliche Anmutung, tendiert in Richtung des Eindrucks von Zeitlosigkeit. Gleichzeitig, das ist das Kuriose, ist man extrem damit beschäftigt, die laufenden Projekte abzuschließen, Dinge auf eine stabile Basis zu stellen, auf der man im neuen Jahr aufbauen kann, gewisse Schlussstriche zu ziehen, immer mit dem Gefühl, die Zeit reiche nicht mehr aus, alles noch bis zum 31. Dezember zu schaffen. Und dann ist da noch der korrespondierende Eindruck, dass es doch gerade jetzt angebracht wäre, sich Zeit zu lassen, die Annäherung an den Wendepunkt des Sonnenjahres zu nutzen, um einmal Innenschau zu halten, die Dinge gerade nicht in der üblichen Alltagskurzsichtigkeit zu betrachten. Ein Paradox, das eigentlich jeder wahrnimmt und dem man sich doch nicht entziehen zu können scheint. Ein Ereignis wird dieses Paradox aber für mich am Wochenende aufheben: Der Weihnachtsbaum wird am Sonntag, dem 3. Advent aufgestellt und geschmückt. Dann haben wir das stärkste Symbol, um die zeitlose Weihnacht als solche zu erkennen.

Lucia, Weihnachten und die Wiedergeburt des Lichts

Ich hätte gar nicht daran gedacht, wenn nicht ein Fernsehbericht sich um das Thema gedreht hätte. Der 13. Dezember ist der Gedenktag der Heiligen Lucia. Ich fand die Bilder der jungen Mädchen immer mystisch anmutend, die mit dem Kranz leuchtender Kerzen auf dem Kopf dem Tag des geringsten Lichts ein leuchtendes rituelles Symbol entgegensetzen. Wie ich sehe, wird diese alte schwedische Tradition in bestimmten Kontexten auch außerhalb Schwedens bis heute aufrechterhalten. Interessant ist aber der Tag, für mich zunächst unverständlich. Aber ein Blick in den zugehörigen Wikipedia-Artikel hat mich aufgeklärt: „Das Fest fällt auf den 13. Dezember, den Gedenktag der heiligen Lucia, der vor der Einführung des Gregorianischen Kalenders in Schweden (im Jahr 1752) gut ein Jahrhundert lang der kürzeste Tag des Jahres war.“ Also die spezielle Ausformung einer Feier der Wintersonnenwende. In diesen Gedankenkontext kann man dann natürlich auch Weihnachten einordnen, das im Rückblick auf die Geburt Jesus‘ den Wendepunkt zum Wiedererstarken des Lichts im Aufleuchten des Geisteslichts in jedem von uns feiert. Und in den weihnachtlichen Feierriten spielen dann eben auch die Kerzen eine wichtige Rolle, für mich kulminiert im mit Kerzen bestückten, erleuchteten Weihnachtsbaum. Egal ob es dabei um Überhänge aus vorchristlicher Zeit oder Symbolformen geht, die aus christlicher Denkart selbst heraus sich entwickelt haben, diese Symbole vermitteln eine Innerlichkeit und fördern die Innenschau in einer Form, wie sie zu keiner anderen Zeit des Jahres erlebt werden kann.

Persönliches Baumtagebuch von Bernhard Lux: Täglich begegne ich den Bäumen auf vielfältigen Wegen. An ihrem jeweiligen Standort in der Natur, in der Lektüre von Baum- und anderer Literatur, in der alltäglichen Reflexion, der handwerklichen Arbeit und im Gespräch mit der Familie oder Freunden und Kollegen. Es ist mir ein Bedürfnis, diese themenbezogenen Beobachtungen, Interaktionen und Kommunikationen in Form des Baumtagebuchs zu dokumentieren. Seit dem 20. November 2004 habe ich keinen einzigen Tag ausgelassen – ein Zeichen dafür, dass das Baumthema und der Baum als Archetypus tatsächlich im Alltagsleben verankert ist und vielfältige inhaltliche Assoziationen ermöglicht. So mag dieses Baumtagebuch jeden seiner Leser/innen auf die Spur einer je eigenen Beziehung zu den Bäumen führen.