Glasweihnachtsbäumchen

Rechtzeitig zum 2. Advent will ich auch die letzten Weihnachtsbäumchen aus Glas auspacken und arrangieren. Die Glasdekorationen gehören zu meinen absoluten Lieblingsstücken. Und besonders die aus Kristall, mit geschliffenen Oberflächen, die glitzern und funkeln. Das ist für mich die deutlichste Form, die Weihnachtssymbolik zum Ausdruck zu bringen. Diese Formen, die das Licht durchlassen und es partiell reflektieren, in denen sich die Farben der Umgebung wiederfinden und je nach Lichtsituation verändern. Besonders schön ist es, wenn die übrige Weihnachtsbeleuchtung von den Glasobjekten eingefangen wird. Dann leuchten sie umso stimmungsvoller.

Christbaumlicht

In Sachen Baumbeleuchtung bin ich beim heutigen Besuch des großen Centers wieder nicht weiter gekommen. Es scheint so zu sein, wie ich in den Vorjahren immer schon feststellen musste, dass die LED-Technik, auf die traditionelle Form großer Baumkerzen angewandt, nicht für ganz lange Ketten bereitgestellt wird. Es sind immer nur die Ketten mit bis zu 500 kleinen LEDs zu bekommen. Oder eben die großen Kerzen, mit konventioneller Technik oder mit LED, aber immer nur mit maximal 30 Kerzen. Um die drei alten Ketten, die ich immer kombiniere, zu ersetzen, müssten es aber mindestens 60 Kerzen sein. Ansonsten müsste ich doch zwei kombinieren und wäre nicht viel weiter. Scheint so, als ob in diesem Bereich noch eine Lücke ist. Und auch die Lichtqualität ist bei den LEDs noch nicht wirklich vergleichbar mit alten Christbaumkerzen, egal ob warm-weiß, neutral-weiß oder bernsteinfarben bis gelblich. Das Licht hat eine andere Farbe und erzeugt nicht dieselbe Atmosphäre. Da gibt’s noch Entwicklungsbedarf.

Verrücktes Wetterjahr mit Verzögerungen

Einige Holzarbeiten werden vor Weihnachten sicher noch anfallen. Aber der Run der beiden Vorjahre wird wohl ausbleiben. So hat jedes Jahr so seine Schwankungen, die nie vorhersehbar sind. Auch kann man nicht erkennen, wo die Ursachen für Abweichungen liegen. Meine Theorie, dass eine besonders lichtarme Wintersaison Einfluss hat, greift nicht immer. Denn dieser Winter ist bisher ja wirklich dunkel und ungemütlich. Zwar noch nicht so kalt, aber dennoch alles andere als einladend für Ausflüge in die Baumlandschaft. Insofern müsste der Kompensationsmechanismus eigentlich greifen. Aber das kann auch noch kommen, vielleicht diesmal mit zeitlicher Verzögerung. Immerhin würde das ins Bild dieses Jahresverlaufs passen. Denn seit dem Frühjahr war alles verzögert und später als sonst, was wir vor allem an der Honigernte festgestellt haben und in dem zeitlich um mindestens 3-4 Wochen verzögerten Blühen der Sträucher, Bäume, der relativ späten Fruchtreife. Sogar die Strohblumen kamen sehr spät und blieben dann aber auch lange. Die letzten sind sogar bei diesen frostigen Nächten noch ungerührt und frisch. Ein verrücktes Wetterjahr, das seine Spuren in unseren Gemütern hinterlassen hat.

Winterbefindlichkeiten

Zumindest ein Gutes hat diese wie unter einer Glocke gefangene Winteratmosphäre. Die Konzentration auf die gerade anstehende Arbeit ist fast ungestört. Wenig Ablenkung, nicht nur durch die fehlende Attraktion aus der Natur, auch wegen des reduzierten Kommunikationsverhaltens der Menschen. Alles ist stärker in sich zurückgezogen. Mit dem Laubabwurf der Bäume und der Konzentration ihrer Lebenssäfte im Wurzelwerk unter der Erde richtet sich auch menschliche Aufmerksamkeit zunehmend nach innen, intensiviert und reduziert sich die Kommunikation auf das Wesentliche, werden Pläne und Konzepte weitgehend im Verborgenen entwickelt. Eine der vielen, aber eine besonders eindrucksvolle Abhängigkeit unserer physischen und psychischen Befindlichkeit vom Lebenszyklus unserer vegetabilen Umwelt.

Lieber kein Blütenwunder mehr

In diesem Jahr haben wir seit langem erstmals auf den Versuch verzichtet. Denn mit dem Blütenwunder zum Barbaratag wollte es in den letzten Jahren nie mehr funktionieren. Das ausbleibende Wunder aber würde ich eher als Negativzeichen werten. Da ist es doch besser, ganz darauf zu verzichten. Wahrscheinlich ist eine günstige Witterung von Nöten, ergänzt durch eine wirklich dauerwarme Platzierung der Zweige, um das Wunder wahrscheinlich zu machen. Vor Jahren, als wir die Zweige bei K. im Büro direkt auf der großen Fensterbank auf Marmor aufgestellt hatten, die von unten kräftig vom Heizkörper erwärmt wurde, hat es immer rechtzeitig funktioniert. Damit die Knospen tatsächlich kurz vor Heilig Abend sich öffneten, haben wir natürlich auch etwas steuernd nachgeholfen. Aber im Prinzip konnten wir mit dem Aufblühen vor dem Feiertag rechnen. Warum das neuerdings bei uns nicht mehr möglich ist, auch nicht im vorletzten Winter, als der Holzofen schon einige Zeit vor Weihnachten im Einsatz war, kann ich nicht sagen. Vielleicht sind die Gehölze durch das Verwässern der Jahreszeiten tatsächlich so irritiert, das heute ungewöhnlich heftige Temperaturreize nötig geworden sind.

Ein stimmungsvoller Adventsauftakt

Jetzt ist der 1. Advent schon fast vorbei, den wir als solchen auch erleben durften. Ein schöner, entspannter Tag, der mit einer Art Nachfeier begann und sich bei hochwinterlicher Kulisse ruhig weiter gestaltete. Am Abend haben wir die erste Kerze an dem diesmal wieder mit richtigem Weihnachtsgrün aus Tanne und Zypresse gebundenen Kranz entzündet. Und überhaupt ist es gut und stimmungsvoll, wie wir bereits in den vergangenen zwei Wochen alles so dekoriert haben, dass sich die Weihnachtszeit auch wie eine erwartungsvolle Festzeit anfühlt. Ich erinnere mich durchaus an hektischere Jahre, in denen bis kurz vor den Feiertagen kaum Gelegenheit zum Aufatmen war. Immerhin das scheint, jedenfalls nach meinem Eindruck der letzten Tage, in dieser Saison einmal anders zu sein.

Adventszeitvorbereitungen abgeschlossen

Nun konnten wir die Vorbereitungen für den Beginn der Adventszeit doch noch rechtzeitig abschließen. Die Kugeln an den schon vor einer Woche aufgestellten Außenweihnachtsbaum zu hängen, war da noch die geringste Übung. Vor allem die beiden Kränze, ein größerer, den wir als Adventskranz bestimmt haben, und ein etwas kleinerer, der die Haustür von außen ziert, mussten noch komplettiert, mit frischen Zweigen von Zypresse und Tanne aufgepolstert und geschmückt werden. Außerdem hat M. ein Gesteck mit kräftigen Tannenzweigen arrangiert, bei dem die Zweige senkrecht in einen Topf mit Erde eingesteckt sind. Das Ganze geschmückt mit einigen weihnachtlichen Accessoires. Auch mit den übrigen Dingen sind wir jetzt für die Adventszeit gewappnet. Was fehlt ist nur noch der Weihnachtsbaum. Aber der ist traditionell erst am Wochenende vor Heilig Abend aktuell und sollte zumindest einige Tage vorher besorgt worden sein. Letzteres ist immer wieder eine Herausforderung. Ich hoffe, bei meinem Lieblingsweihnachtsbaumhändler erneut einen wirklich schönen zimmerhohen Baum zu entdecken.

Pläne für die Feigenbäume des Gartens

Leider lässt die Witterung es kaum zu, größere Arbeiten im Garten zu verrichten. Dabei sind da noch einige Dinge liegengeblieben, u. a. das Entfernen des alten Feigenbaums. Auch V. hat inzwischen eingesehen, dass der Baum beim besten Willen nicht mehr weiter zu erhalten ist, u. a. auch dieses Jahr gar keine Früchte mehr zur Reife gebracht hat. Das war lange absehbar und ist im Laufe des Sommers überdeutlich geworden. Also muss er spätestens im Frühjahr entfernt werden. Wir werden versuchen, zumindest einen Teil des Wurzelwerks aus der Erde zu ziehen, damit der Nachfolger seine Wurzeln an der Stelle ebenfalls ausbreiten kann. Ich habe an den in seinem ersten Jahr so schön in die Höhe gewachsenen kleinen Feigenbaum gedacht, den wir im Pflanztopf großgezogen haben und der jetzt schon frostsicher im Haus untergebracht ist. Den wollen wir ungefähr am Standort des alten Baums einpflanzen, vielleicht etwas abseits, damit die Konkurrenz zur Nashi-Birne, die leider viel Schatten wirft, nicht so stark ausfällt und er sich möglicherweise wieder krampfhaft zum Licht strecken muss. Im Frühjahr werden wir dann zwei kleine Feigenbäume habe, die in gegenüber liegenden Hälften des Gartens stehen und quasi ein brüderliches Paar bilden, auch wenn der eine einige Jahre älter ist.

Fotografischer Motivwechsel

Das schöne Baumkalenderblatt vom November, mit der Darstellung von herbstlich leuchtenden Espenbäumen aus Colorado bei strahlend blauem Himmel, werde ich vermissen. Ich denke, ich werde es noch einige Tage im Dezember beibehalten, weil es genau das Wetter vorspielt, was wir selbst nicht erlebt haben. Das wird vermutlich auch nicht mehr kommen, da mit echtem Herbstlaub nicht mehr zu rechnen ist. Es ist eines der Blätterherbste gewesen, in denen die Farbenpracht nur kurz bei einigen Arten anhielt und bei den anderen einfach ausblieb. Bei denen das Baumgrün abrupt verschwand und dem kahlen Baumgerüst Platz machte. Oder sich bei manchen Sträuchern sehr lang hält und möglicherweise erst bei lang anhaltendem Frost wirklich vergeht. Deshalb sind auch keine neuen Herbstblattfotografien in den letzten Monaten entstanden, nur die von den Physalis-Lampions, die von Natur aus leuchten, sogar im Zustand des Vergehens. So werden in den nächsten Wochen die naturfernen Symbolthemen rund um die vegetabile Weihnachtspflanzensymbolik und den Weihnachtsbaum mein fotografisches Programm dominieren.

Wenig einladende Winterarbeit

Die nächsten Außeneinsätze in Sachen Holzbearbeitung werden zu den härtesten des Jahres gehören. Bei Nässe, kombiniert mit Kälte, ist es im Winter nicht die größte Freude an einer Wind produzierenden Maschine zu stehen. Aber für den ersten Arbeitsschritt ist eben das unverzichtbar. So versuche ich das gut eingepackt möglichst schadlos umzusetzen, um dann die übrigen Arbeiten im vergleichsweise gut geheizten Kelleratelier fortzusetzen. Eine Zeit, die dem Organismus und seiner Anpassungsfähigkeit einiges abverlangt. Hoffen wir deshalb auf eine Verteilung des Wetters, die uns nicht krank macht und die schönen Seiten des Winters hervorkehrt, die wir in den Vorjahren allzu häufig vermisst haben.

Unschärfe als Gestaltungsmittel

Das aktuelle Webdesign, aber auch die Aufnahmen der Physalis-Lampions im Gegenlicht bei Offenblende haben mich auf die Spur der Unschärfe gebracht. Zuvor hätte ich nicht gedacht, wie interessant nicht nur das Spiel mit einem weichen Bokeh sein kann, sondern eben auch eine vollständige Darstellung des Motivs in Unschärfe. Tatsächlich ist es eine Frage der Technik, Aufnahmen zu realisieren, die eine bestechende Klarheit in ihrer durchgängigen Unschärfe aufweisen. Ein wirklich interessantes Gebiet, an dem ich mich in den nächsten Monaten einmal üben will. Das Gestaltungsmittel ist im Prinzip auf alles anwendbar. Besonders naheliegend natürlich bei solchen Sujets, bei denen illustrative Wirkung gewünscht ist, aber eben auch eine persönliche Anonymität. Die Dinge andeuten, ohne sie individuell identifizierbar darzustellen. Ich kann mir das aber auch sehr gut vorstellen für Weihnachtsmotive und für bestimmte Landschaftsmotive, bei denen die Blätterfarben der Baumkronen den jahreszeitlichen Eindruck vermitteln, an dominanten Farbakzenten und Nuancen festgemacht, den Ursprung des Eindrucks in den Bäumen verortend, aber eben keinen einzelnen Baum im Detail abbildend. Ziemliches Neuland ist das für mich, der ich doch vor allem das scharf abgegrenzte und konturierte besonders hervorgehoben und gesucht habe. Aber der Gegenpol hat eben auch seinen eigenen Reiz.

Winterliche Heizpräferenzen

Bei diesem Endnovemberwetter, das klischeehafter nicht ausfallen könnte, wünschte ich mir den Holzofenbrand herbei. Ich weiß, dass M. das immer gerne ins neue Jahr verschiebt, aber es gab auch schon Wintersaisons, die so anhaltend nass und kalt waren, dass wir den Holzbrand schon früher angeworfen haben. Brennholz ist genügend in greifbarer Nähe, der Schornsteinfeger war schon da, so dass eigentlich nichts dagegen spricht, außer den Bedenken bezüglich der Staubentwicklung. So werden wir erst noch andere Möglichkeiten ausreizen, die Wohnatmosphäre angenehm zu gestalten, unter denen die Lichterketten und die schon in allen Ecken sichtbare Weihnachtsdekoration ihren Beitrag leistet. Die Wärme spendende Wirkung des Fichten-, Eichen- und Obstbaumholzes wird spätestens im Hochwinter das stimmige Bild vervollständigen.

Weihnachtliche Wirkungen

M. konnte die neue Weihnachtsdekoration heute noch nicht wirklich genießen. Ich erinnere mich, dass das gerade zu Beginn der Weihnachtszeit häufig so ist und weiß gleichzeitig, wie sich das spätestens mit Beginn des Advents dann meist doch wieder beruhigt. Auch wenn nach Weihnachten vor Weihnachten ist, wie wir gelegentlich witzeln, muss man sich eben auch in diese besondere, mit Symbolen reich bestückte Zeit hineinfinden. Ich bin sicher, dass wir das auch dieses Jahr gut hinkriegen und alles, was aus dieser Zeit an Innerlichkeit und Verstehen erfasst werden kann, weit in die Folgezeit des Jahres hineinwirkt. Der leuchtende Baum da draußen ist ein wichtiger Begleiter und Signalgeber auf diesem Weg, zusammen mit all den anderen Bäumen, die noch hinzukommen werden.

Alles bis auf die Glasweihnachtsbäume

Dieses Jahr bin ich doch sehr früh dran mit der Weihnachtsdekoration. Tatsächlich steht bereits eine Woche vor dem 1. Advent der Baum am Eingang, inklusive Lichterkette, aber noch ohne Kugeln, das wäre mir doch noch etwas zu früh. Außerdem habe ich die Lichterkette am Schrank samt weihnachtlicher Glitzergirlande installiert, sämtliche Kisten bereits heruntergeholt und größtenteils ausgepackt und tatsächlich den größten Teil meiner Weihnachtsdekoration im Arbeitszimmer jetzt schon arrangiert. Die Weihnachtsbäumchen aus Kristall und Gussglas will ich erst zum nächsten Wochenende aufstellen. Aber die übrigen kleinen Dinge stehen schon. Das hat sich vom zeitlichen Ablauf her einfach angeboten. Und warum sollte wir allzu starr an Konventionen kleben. So haben wir noch eine Woche länger etwas von diesen Dingen. Nächste Woche steht ohnehin noch der Adventskranz an. Damit sind wir noch gar nicht weiter gekommen. Und sicher auch der obligatorische adventliche Kranz für die Tür, neben den vielen anderen Details, die M. in den kommenden Wochen noch abschließen wird.

Persönliches Baumtagebuch von Bernhard Lux: Täglich begegne ich den Bäumen auf vielfältigen Wegen. An ihrem jeweiligen Standort in der Natur, in der Lektüre von Baum- und anderer Literatur, in der alltäglichen Reflexion, der handwerklichen Arbeit und im Gespräch mit der Familie oder Freunden und Kollegen. Es ist mir ein Bedürfnis, diese themenbezogenen Beobachtungen, Interaktionen und Kommunikationen in Form des Baumtagebuchs zu dokumentieren. Seit dem 20. November 2004 habe ich keinen einzigen Tag ausgelassen – ein Zeichen dafür, dass das Baumthema und der Baum als Archetypus tatsächlich im Alltagsleben verankert ist und vielfältige inhaltliche Assoziationen ermöglicht. So mag dieses Baumtagebuch jeden seiner Leser/innen auf die Spur einer je eigenen Beziehung zu den Bäumen führen.