Das Baum-Thema weiterentwickeln

Schade, wieder einer der trüben Novembertage. Aber die Themen des Baumtagebuchs, Holz, Bäume und Naturbezug, die waren in Gesprächen und medialen Berichten, auch an diesem so unwirtlichen Tag wieder präsent. Das zeigt mir immer wieder, wie zeitlos meine Beschäftigung mit diesen Dingen doch ist. Ein guter Grund die Arbeit daran fortzusetzen und immer wieder zeitgemäß und an der eigenen Lebenserfahrung entlang anzupassen und weiterzuentwickeln.

Der Mensch ist um der Welten willen da

Nach einer wieder recht anstrengenden Arbeitswoche war der Sonntag erholsam und so ruhig, wie ich ihn mir wünschen konnte. Genug Ruhe, um eine dringend zu erledigende Aufgabe für V. endlich anzugehen und glücklicherweise auch abzuschließen. Eine Aufgabe mehr, die im Zusammenhang mit dem Abschluss des Jahres routinemäßig zu erledigen ist, die aber immer auch Geduld und Sorgfalt erfordern. Ich bin froh, am Nachmittag die Lektüre meines aktuellen Sammelbands mit Mitschriften von Vorträgen Rudolf Steiners fortgesetzt zu haben. Es sind Beiträge aus der letzten Lebensphase Steiners, die erfahrungsgemäß die Inhalte der Lehre noch einmal besonders prägnant und ausführlich vorbringen und wirklich auch für das Verständnis des Gesamtwerks wichtig sind. Interessanterweise kam in mindestens einem der Vorträge auch ein Baum-Beispiel zur Sprache, um einen wesentlichen Gedankengang zu illustrieren. Aber diese Vorträge enthalten überhaupt ganz viele sehr erhellende Einsichten, die mir nicht unbekannt sind, die ich aber so klar dargestellt und ausgeführt selten vorgefunden habe. Hier ein Zitat aus dem in Dornach 3. Februar 1924 gehaltenen Vortrag, das nun wirklich eine ganz umfassende Vorstellung anthroposophischer Anschauung von Welt und Mensch wiedergibt:

„… Und jetzt stehen wir in der Welt und sagen uns, indem wir dieses Erlebnis mit unserem Ätherleib zunächst nehmen: wir sind wirklich nicht bloß für uns in der Welt, sondern die Welt hat etwas vor mit uns; die Welt hat uns hereingestellt, damit sie das, was in ihr ist, durch uns durchgehen lassen kann und es in der von uns veränderten Gestalt wiederum empfangen kann. Wir sind als Menschen nicht bloß für uns da, wir sind zum Beispiel in bezug auf unseren ätherischen Körper für die Welt da. Die Welt hat die Menschen nötig, weil sie dadurch mit ihrem eigenen Inhalte sich immer wieder neu und neu erfüllt. Es ist ein nicht Stoff- aber Gedankenwechsel zwischen der Welt und dem Menschen. Die Welt gibt ihre Weltengedanken an den menschlichen Ätherleib ab, und die Welt empfängt sie im durchmenschlichten Zustande wiederum zurück. Der Mensch ist nicht um seiner selbst allein, der Mensch ist um der Welten willen da. …“

(aus: Steiner, Rudolf: Anthroposophie. Eine Zusammenfassung nach einundzwanzig Jahren, GA Band 234, Rudolf Steiner Verlag, 8. Aufl. 2024, S. 114)

Chiliernte und Arbeit mit dem Herbstlaub der Gartenbäume

Das Kleinschneiden der schon seit einigen Tagen zum Trocknen ausgelegten Chilishoten war heute ziemlich aufwändig. Vor allem, weil ich bei diesen ziemlich ausgerieften Exemplaren unbedingt möglichst viele Samenkerne sichern wollte. Es sind noch deutlich mehr grüne Schoten an den Pflanzen herangewachsen, nur ist nicht damit zu rechnen, dass die alle auch zumindest gelb werden. Und da bin ich mir nicht sicher, ob das enthaltene Saatgut dieselbe Qualität hat wie das der ausgereiften Exemplare. Bei den Glocken-Chilis, den roten Habaneros und den Bhut Jolokias dürfte ich ausreichend Samen gesammelt haben. Bei Caronlina Reaper könnten es zumindest ausreichend viele werden, um in der neuen Saison ein weiteren Versuch mit der Art zu starten. Vorn den drei Pflanztöpfen mit dieser Art sind zumindest zwei ganz gut gewachsen, tragen aber verhältnismäßig wenige Früchte. Oft war es zuletzt so, dass der Ertrag und die Wuchsfreudigkeit beim zweiten Anlauf deutlich besser waren. Das hoffe ich auch bei Corolina Reaper und vor allem bei den Habanero Chocalte, denn die stehen mir nur in einem Pflanzgefäß zur Verfügung und die sind noch seltener. DA kommt es dann auf jedes einzelne Samenkorn an. Gefallen würde mir mehr davon auf jeden Fall, weil die bräunliche Färbung der reifen Schoten schon besonders ist. Am Nachmittag hat das Zusammenrechen und verstauen des abgefallenen Herbstlaubs der Gartenbäume viele Stunden ausgefüllt. Eine unglaubliche Biomasse ist da angefallen, auch weil die Bäume eben deutlich ausladendere Kronen und mehr Blätter als in den Vorjahren tragen. Aber das Ganze ist auch irgendwie schön, weil wir so die Jahreszeit ganz bewusst noch einmal mitverfolgen und hautnah erleben können. Ich denke, noch eine weitere Herbstlaub-Gartenaktion dürfte noch folgen. Aber dann sind die Gartenbäume endgültig auf die kahle Winterzeit eingestellt.

Autobiographischer Fortschritt

Es ist interessant, an mir selbst zu beobachten, wie ich mit zunehmendem Alter immer gelassener mit dem Geburtstag umgehen kann. Fast scheint es so, als ob die Reflexion des Lebensalters mit diesem an Ehrlichkeit gewinnt. Jedenfalls kann ich mit dem Verlaufen und Erleben eigener Geburtstage heute zufriedener sein als noch vor einigen Jahren. Das ist wie eine Art autobiographischer Fortschritt. Gespräche mit Menschen, mit denen mich wirklich etwas verbindet, gehören natürlich auch dazu. Und Gesprächsgegenstände, die einen Bezug zur eigenen Biographie haben. Auch das darf ich wahrnehmen. Gefreut hat mich As per Post übersendetes Geschenk mit Bezug zu meiner Baumleidenschaft. Eine monochrome Druckgrafik, die ein sehr eindrucksvolles Baumindividuum zeigt. Auf den ersten Blick eine Kiefer, bei näherem Betrachten eher eine Zeder. Oder, wie A. meinte, einfach nur ein Kunstwerk, das keine bestimmte Baumart, sondern v. a. ein Baumindividuum abbildet. Das käme dann dem besonders nahe, worum es u. a. in diesem Baumtagebuch eigentlich geht. Die symbolische Kraft der Bäume als ihr Repräsentieren von unverrückbarer Individualität, Lebenssymbolik generell und zeitlicher Beständigkeit. Das passt natürlich super zu einem Geburtstag.

Ungeahnte pflanzliche Highlights im goldenen November

Reife Schoten der Chilisorte Carolina Reaper

Der goldene November tut richtig gut. Auch wenn es heute nicht ganz so sonnenreich war wie gestern. Aber die Temperaturen und das Licht über viele Stunden sind ein willkommenes Kontrastprogramm zu den zahlreichen trüben und verregneten Monaten, die hinter uns liegen. Und der Baumherbst verlängert sich auf diese Weise auch ungeahnt anhaltend. Nicht die Herbstblätter, aber meine diesjährigen Zuchtneuerung bei den Chilipflanzen, die Carolina Reaper bzw. ihre knallroten noch an der Topfpflanze hängenden Schoten haben es mir angetan. Die sind nicht sehr zahlreich, aber die wenigen so schön ausgereiften musste ich einfach fotografisch festhalten. Man muss auch sagen, dass die besondere zerknitterte und zerklüftete Form dieser Schoten die legendäre Schärfe irgendwie auch nach außen strahlen. Man sieht ihr gewissermaßen ihr Potenzial an. Vielleicht kann ich mit dieser Art im nächsten Jahr ja etwas mehr Ertrag erreichen, so wie dieses Jahr erstmals mit Bhut Jolokia, die anders als zuvor sich diesmal sehr wuchsfreudig zeigt und nicht minder interessant aussehende Schoten trägt.

Ausgleichender November

Toll, es sieht wirklich danach aus, dass diese goldenen Novembertage, wohl noch nie in der Form dagewesen, tatsächlich bis zum Ende der Woche anhalten. Eine wirklich beruhigende Entschädigung nach den frustrierenden Wetterkapriolen der letzten Monate. Dann kann ich doch noch auf eine größere Zahl reifer Chilischoten hoffen, und auf eine Fortsetzung meiner fotografischen Versuche zum Thema Herbst. Zuletzt sind mir da einige ganz gute Nahaufnahmen von herbstlichen Pflanzenstrukturen und Baumdetails gelungen, die auch schon Einzug in meine Microstock-Portfolios gefunden haben. Ich hoffe sehr, dass ich noch einiges hinzufügen kann. Auch das ein Ausgleich für die in diesem Jahr viel zu kurz gekommene fotografische Aktivität.

Das ist der nachgeholte goldene Oktober – im November

Der Nachrichtensprecher am Nachmittag hat es ganz richtig erfasst. Wir erleben jetzt, Anfang November, tatsächlich die Tage, die sonst als der goldene Oktober bekannt und gewohnt waren. Nur dass sie im Oktober fast vollständig ausgefallen waren. Wieder eine dieser Seltenheiten, die mit dem Wandel unseres Klimas zusammenhängen. Auch die Chilis und Feigen reifen ja in größerer Zahl auch erst jetzt richtig aus, was sonst mindestens 5-6 Wochen früher in der Form der Fall war. Alles verrückt und alles zunehmend unvorhersehbar. Dank der milden Temperaturen hält sich auch das Herbstlaub der Bäume länger als sonst an den Bäumen. Aber bei moderatem Wind fallen jetzt täglich auch viele Blätter herunter und bilden mittlerweile einen dichten und hohen bunten Laubteppich im Garten. Ich habe das Gröbste heute Nachmittag mit dem Laubrechen zusammengetragen udn aufgehäuft, teilweise auch schon in die Biotonne verfrachtet, die morgen abgeholt wird. Aber demnächst werden noch größere Mengen Laubbiomasse anfallen, die wir zunächst in großen Grünschnittsäcken zwischenlagern und dann und nach in die Tonnen zum biologischen Recycling geben werden, wie schon in den Vorjahren.

Letzte spätherbstliche Farbakzente

Am späteren Nachmittag bin ich doch noch dazu gekommen, meine letzten Baumlandschaftsbilder zu bearbeiten und eine kleine Auswahl für die Microstock-Portfolios zu optimieren. Neben verschiedenen herbstlichen Baumdetails, die ich hier schon vorgestellt habe, habe ich noch einmal den neuen Aufnahmen der spätherbstlichen Pfaffenhütchen besonderes Augenmerk geschenkt. Die unterscheiden sich von ähnlichen aus den letzten Jahren stammenden durch das spezielle Motiv, eine Gruppe von Zweigen, die übervoll mit Pfaffenhütchen-Fruchtkapseln behangen sind. Selten habe ich das so opulent beobachtet. Erstaunt bin ich auch deshalb, weil mir in dieser Saison die Pfaffenhütchen überwiegend unscheinbar erschienen waren und sie während des Sommers kaum je aufgefallen waren. Aber an diesem einen Strauch hat sich eine andere Situation offenbart, zum Glück für die Aufnahmen und für die Erweiterung meines Portfolios.

Zweig des Pfaffenhütchens im Spätherbst - mit reifen Fruchtkapseln - Nahaufnahme
Üppig beladener Zweig des Pfaffenhütchens im Spätherbst - mit reifen Fruchtkapseln

Naturformen fotografisch festhalten und kreativ verarbeiten

Nach wenig Gelegenheit im Laufe dieses Jahres hatte ich zuletzt endlich wieder die Möglichkeit, einige fotografische Kreativprojekte anzugehen. So konnte ich heute die vor einigen Tagen gemachten Baumdetailaufnahmen vom Spaziergang durchsehen, auswählen und optimieren. Und die wirklich eindrucksvollen Form-Farbkombinationen in den Schoten meiner verschiedenen selbstgezogenen Chilisorten waren heute Thema einer neuen Reihe mit Nahaufnahmen. Beides ist spannend, bei den Nahaufnahmen steht aber noch die Entwicklung, Bildbearbeitung und möglicherweise das Freistellen bevor. Ich bin gespannt, was ich daraus machen kann. Bei meiner heutigen Lektüre in späten Vortragsmitschriften Rudolf Steiners hatte ich den Eindruck, wesentliche Einsichten der Lehre jetzt erst in ihrem Ausmaß und ihrer Reichweite verstanden zu haben, oder zumindest eine wirkliche Ahnung davon zu haben. Dieses spezielle Themenfeld, das Grundlagen des anthroposophischen Denkens betrifft, nämlich die mehrgliedrige Verfassung von Mensch und Kosmos, will ich anhand der späteren Schriften, die viel klarer und vielleicht aus heutiger Sicht verständlicher wirken, noch einmal eingehender betrachten und versuchen, die Grundlagen wirklich auch in praktischer Hinsicht zu verinnerlichen.

Das heutige Allerheiligen

Es war ein Allerheiligen, das ich mir für die jetzige Phase meines Lebenslaufs und der Familiengeschichte so gewünscht habe. Ganz anders zwar als in Tagen der Kindheit, als der Besuch der Gräber Verstorbener fester Bestandteil des Feiertags war, ebenso wie der Besuch des Friedhofs im eigenen Ort und das Aufsuchen von Gräbern verstorbener Bekannter und Freunde. Dies ist heute, nicht nu wegen des Wetters, kein Thema mehr für uns. Aber der Tag hat in seinem biographischen Bedeutungshintergrund und seiner allgemeineren Symbolik nicht an Stellenwert für uns alle verloren. Wichtig ist mir v. a., an diesem Tag mehr in Ruhe lesen oder reflektieren zu können. Das ist immer auch eine Rückschau auf eigene Lebenserfahrung und das gemeinsame Erleben mit Verstorbenen. Aber auch ein Anlass, die Vergänglichkeit und Endgültigkeit als Teil des Lebens verstehen und anerkennen zu lernen. Viel Innerlichkeit und Transzendenz spielt da hinein, weniger die natürliche Erscheinung des Blätterherbstes da draußen, der in der extremen Lichtarmut dieses Feiertags einen ungeschminkten Eindruck hinterließ.

Was in uns Leben und Tod transzendiert

Der Oktober 2024 war schon nicht besonders lichtreich, aber in diesem Jahr war der Monat mit noch etwas weniger Sonnenstunden gesegnet. Immerhin haben wir gegen Ende noch einige erfreulich helle Tage erlebt. Und immerhin haben wir nach wie vor, und wohl auch noch eine Weile länger, für die Jahreszeit milde Temperaturen, was das Herbstlaub länger an den Bäumen hält und uns einen erkennbaren Blätterherbst beschert. Anders als offenbar vielen in der Nachbarschaft sagt mir Halloween eigentlich gar nichts. Aber das morgige Allerheiligen hat in der Familie traditionell eine tiefgehende Bedeutung. Und es ist für mich, schon aus gewissen kindlichen Prägungen herrührend mit einer ganz besonderen Ästhetik behaftet, die mit dem inhaltlichen Sinn einhergeht. Das hat dann nichts mit oberflächlicher Gruselanmutung zu tun, sondern mit einem sehr grundlegenden Blick auf das Verhältnis von Leben und Tod, vor allem auf unsere geistige Existenz, für die diese Begriffe keine Bedeutung haben. Für einen Skorpion wie mich sind das die eigentlichen Fragen, die es sich lohnt nicht nur an Allerheiligen zu reflektieren.

Aufbauende Licht-Herbst-Tage

Solche sehr sonnenreichen Tage im Herbst wie dieser sind einfach belebend. Ich hoffe, die Chilis haben davon profitiert und werden doch noch überwiegend ausreifen. Sehr schöne Exemplare habe ich schon gesammelt und zum Trocknen ausgelegt. Ansonsten ist die Erntesaison eigentlich abgeschlossen. Und dank der jetzt trockeneren Tage und eher milden Nächte halten sich auch die Blätter der Bäume noch länger als erwartet in typisch herbstlicher Verfassung, bevor sie abfallen. Könnte sein, dass wir dieses Jahr einmal ein eher lichtes Allerheiligen erleben dürfen. Extrem nebliges, nasses und dazu noch kaltes Wetter zu Allerheiligen hatten wir schon allzu oft. Eines dieser sonnenreichen Allerheiligenereignisse passt auf andere Weise zur besonderen Bedeutung dieses Feiertags.

Doch noch passable Herbststimmungstage

Es scheinen doch noch recht passable Herbsttage nachzukommen. Jedenfalls sind die Temperaturen gerade mild zu nennen, wenn sich auch die Sonne dabei rar macht. Aber bei den Chilis merke ich, dass die zuletzt fast schon verloren geglaubten Schoten doch noch ins Reifestadium übergehen. Sehr langsam zwar, aber ich denke, es kann noch eine respektable Ernte auch der neuen Sorten geben, gerade weil die Nächte eben noch nicht frostig sind und die Pflanzen somit ihr Laub noch halten können. Gießen ist wegen des vielen Regens zuletzt kaum noch nötig. Eigentlich eine sehr arbeitsarme Sache jetzt, ich kann mich auf das Ernten, sortieren und Extrahieren der Samen für die nächste Saison konzentrieren. Und der Blätterherbst der Bäume dehnt sich ebenfalls erfreulich aus, da sich noch viele Herbstblätter an den Zweigen gehalten haben. Damit haben wir viel mehr von der ästhetisch ansprechenden Jahreszeit.

Kultur aus der Natur

Es war ja geplant, insofern konnte ich die Exkursionen mit M. heute ganz gut mit der Projektarbeit vereinbaren. Und zwischendurch habe ich dann doch noch an meinen Projekten weiterarbeiten können. Na ja, das ganz tolle Ergebnis haben die Konsultationen heute nicht erbracht, aber eben auch keine Katastrophen. Das nehmen wir mal zum Anlass, das Beste daraus zu machen. Immerhin können wir uns auf kurze Phasen mit sonnigen Spots in diesen Tagen freuen. Und darüber, den Garten und die Blumen schon auf Allerheiligen und den Beginn des Winters vorbereitet zu haben. Das wäre während der Wochen auch knapp geworden. Diese jahreszeitlichen Bezüge, Rituale und Traditionen sind für uns von besonderem Interesse und werden deshalb auch bewahrt und aktiv gepflegt. Es ist dies ein grundlegendes kulturelles Bedürfnis mit vegetabilen Zügen, die viel weiter gehen als meine spezielle Beschäftigung mit der Erscheinung und Symbolik der Bäume. Es geht darin um die Wahrnehmung des Natürlichen in unserem Umfeld generell. Und dass wir uns immer wieder die Wechselwirkung der umgebenden mit der Menschennatur vergegenwärtigen und wie daraus Außernatürliches, eben Kultur hervorgehen kann.

Persönliches Baumtagebuch von Bernhard Lux: Täglich begegne ich den Bäumen auf vielfältigen Wegen. An ihrem jeweiligen Standort in der Natur, in der Lektüre von Baum- und anderer Literatur, in der alltäglichen Reflexion, der handwerklichen Arbeit und im Gespräch mit der Familie oder Freunden und Kollegen. Es ist mir ein Bedürfnis, diese themenbezogenen Beobachtungen, Interaktionen und Kommunikationen in Form des Baumtagebuchs zu dokumentieren. Seit dem 20. November 2004 habe ich keinen einzigen Tag ausgelassen – ein Zeichen dafür, dass das Baumthema und der Baum als Archetypus tatsächlich im Alltagsleben verankert ist und vielfältige inhaltliche Assoziationen ermöglicht. So mag dieses Baumtagebuch jeden seiner Leser/innen auf die Spur einer je eigenen Beziehung zu den Bäumen führen.