Natur-Technisierung

Die Besuche in der Klinik haben mit der Zeit für alle Beteiligten etwas Ermüdendes. Vor allem, weil man weiß, in drei Monaten ist es schon wieder so weit. So lenkt sich die Aufmerksamkeit gern auf Externes. Und das Spannendste dort sind, wie ich schon mehrfach erwähnt habe, die gewaltigen Linden im Innenhof, die auch im blattlosen Zustand nichts an ihrer Gewaltigkeit einbüßen. An der Einfahrt wurden die Rotdorne??, bin mir nicht ganz sicher, radikal geschnitten. Nur noch ein Stamm mit einem Büschel von Astansätzen. Das ist eben der neue Stil bei den städtischen Baum-Beauftragten: radikal und kompromisslos. Ein Stil, der sich überall gleichzeitig durchgesetzt zu haben scheint. Denn so massiv ist mir das in der Vorjahren nicht aufgefallen. Ich bin ziemlich sicher, dass das aus Spargründen geschieht – es muss nämlich dann weniger häufig geschnitten werden, und die Wartung der Anlagen bringt weniger Aufwand mit sich – und nicht so sehr mit gartenbautheoretischen Überlegungen zu tun hat. Wie auch immer, für das Sosein der Bäume im städtischen Raum bleibt damit immer weniger Raum. Unbedingter Formwille ist angesagt, eine weitere Erscheinung im Zuge der Technisierung von Natur.

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