Narrenbäume

Als Kind war ich am Rosenmontag grundsätzlich so stark erkältet, dass ich das Bett hüten musste. Den hiesigen Umzug konnte ich immer nur vom Fenster aus verfolgen. Was mir aber auch nicht sehr leid tat, denn die ganz große Freude hatte ich noch nie daran. Schon eher an der Zusammenkunft, die der gesamte Freundeskreis meiner Eltern im Anschluss bei uns zu Hause hatte. Diese Dorfkultur fehlt heute weitgehend, und ich glaube M. und V. vermissen das sehr. Manchmal frage ich mich, unter welchen Umständen ich eine echte Freude an der Fastnacht entwickelt hätte. Vermutlich, wenn ich in einer der Hochburgen zu Hause wäre, am ehesten in solchen Städten, in denen sehr alte Traditionen, mit Masken und historischen Kostümen, den ursprünglichen Sinn der Bräuche noch erkennen lassen. Ganz sicher aber dort, wo noch der Brauch des Narrenbaums gepflegt wird. Nach diesem Brauch wird die Fastnachtszeit mit dem Aufrichten eines dem Maibaum ähnlichen Baums eingeleitet, einer Tanne oder Fichte, die mit Ausnahme des grünen Wipfels vorher entastet wird. Leider ist die Tradition bei uns ganz unbekannt. Vielleicht wäre ich ja sonst der Narrenbaum-Lieferant geworden.

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