Gestern war es mir einfach noch zu heiß, aber heute Vormittag habe ich es dann doch gewagt, nach einer Woche dem Bienenhaus und meinen Maulbeerbaum einen Besuch abzustatten. Eigentlich mit dem Vorhaben, endlich das erste Eimerchen Maulbeeren abzupflücken. Dafür hatte ich extra noch eine Stehleiter von zuhause mitgenommen, die fürs erste geeigneter ist als die lange Ausziehleiter. Zu meiner großen Überraschung hat sich bei den Maulbeeren seit der vorangehenden Woche überhaupt nichts verändert. Immer noch sind die vorhandenen Früchte grün, weiß oder vereinzelt schon hellrot ausgefärbt. Aber reife, d. h. bei dieser Sorte schwarze waren überhaupt nicht dabei. Es scheint, dass das Hitzeklima dem Baum wider Erwarten keinen Anschub gegeben hat. Ganz anders, als ich erwartet hatte. Bei so viel Sonne, sollte die Zuckerproduktion doch auf Hochtouren laufen und die Früchte schneller reif werden. Aber es hat sich gar nichts verändert. Leider auch an der Zahl der Früchte nicht. Teile der Krone scheinen auf den ersten Blick fast frei von Früchten, und bei anderen sind sie zwar von Nahem betrachtet gewachsen, aber eben ziemlich spärlich verteilt und noch nicht ausgereift. Im Vorjahr konnte ich fast täglich neue Beeren pflücken, wobei die ganze Ernte schon im Juni abgeschlossen werden konnte. Und jetzt sind die Maulbeeren Ende Juni noch gar nicht erntereif. Das soll jemand verstehen. Ich hoffe, irgendwann hinter das Geheimnis dieser Baumart zu kommen und zu verstehen, welche Bedingungen für eine reiche Ernte förderlich sind.