Erinnerungsbilder

Bäume markieren meine Erinnerung an bestimmte Orte. Und so ist das Erinnerungsbild gestört, sobald sie nicht mehr sichtbar sind. So geschehen heute Nachmittag, als ich auf dem Parkplatz am alten Schwimmbad in M. zurücksetzte und in kurzer Folge das Fehlen der Begrenzungsbäume und dann ihre kleinen Stümpfe knapp über dem Boden erkannte. Sie waren noch jung, kleine Spitzahorne, wohl nicht älter als 10 Jahre, aber dennoch vertraut, weil ich beim Einparken immer darauf achten musste, keinen von ihnen zu berühren. Merkwürdig, ich habe mich schon lange gefragt, warum zwei von ihnen nicht entfernt wurden, denn sie sind schon seit zwei Jahren verletzt und in Folge dessen verdorrt. Nicht diese aber wurden entfernt, sondern die auf der Innenfläche des Platzes, also eigentlich gesunde Bäume. Merkwürdige Logik der städtischen Grünanlagenpflege! Aber auch nicht selten: Die Pressenotizen mit Bezug zu Bäumen setzten sich zum größten Teil aus solchen Begebenheiten und den Reaktionen der Bevölkerung darauf zusammen. Das zeigt mir einmal mehr, wie stark unsere Wahrnehmung der Natur schon domestiziert ist. Und dass mittlerweile die Bäume im Wohnumfeld der Menschen am deutlichsten als solche wahrgenommen werden. Außerhalb sind sie selbstverständlicher, verschmolzener Teil des Naturganzen.

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