Der zweite Rückschnitt des Maulbeerbaums, nachdem ich vor einer Woche bereits alle seitlich überstehenden Äste gekürzt hatte, war eine besonders Kraft raubende Aktion. Die hat dann auch ca. 4 Stunden Zeit in Anspruch genommen. Am Ende konnte ich die sehr weit in die Höhe geschossenen Kronenäste im Zentrum der Krone von der Leiter aus kappen. Nur an zwei Randbereichen der Krone habe ich die dort eher dünnen Triebe unverändert gelassen. Zum einen, weil die dort kaum zu erreichen sind, selbst von der Leiter aus und mit maximal ausgezogener Astschere, zum anderen ist es so für den Baum nicht ganz so irritierend. Tatsächlich hat er in den Vorjahren auf radikalen Rückschnitt eher so reagiert, dass der Blatttrieb stark verzögert war und im Sommer kaum Maulbeeren wuchsen. Im letzten Jahr aber, nachdem wir in dem diesem vorangehenden Jahr auf den Rückschnitt ganz verzichtet hatten, war der Maulbeerertrag ja sehr gut. Ich hoffe, dass die jetzt umgesetzte Strategie mit dem Rückschnitt im Zentrum der Krone und rundherum sowie dem Belassen einzelner Abschnitte mit ungekürzten Ästen einen zumindest durchschnittlichen Maulbeerenertrag nach sich ziehen wird. Aber natürlich hängt der Erfolg auch von anderen Faktoren ab: Ob während der Blütezeit keine Nachtfröste auftreten und ob zu früh kommende höhere Durchschnittstemperaturen nicht den Wachstumszyklus des Baums insgesamt aus dem Gleichgewicht bringen. Vor allem hoffe ich, dass das nicht mehr passiert, was vor drei Jahren ja Realität war. Damals musste es im Frühjahr mindestens eine sehr kalte Nacht gegeben haben, zumindest muss sich am Standort des Maulbeerbaums eine lokale Kälteglocke über den Baum gelegt haben. Denn damals wollte er lange Zeit überhaupt keine Blatttriebe mehr ausbilden. Erst im Spätsommer fing er, wie in einer Panikreaktion, hastig an, neue Blatttriebe auszubilden, nachdem er bis dahin vollkommen kahl inmitten der grünenden Nachbarbäume stand.