Der selbstverständliche Impuls künstlerischen Arbeitens

Um diese Zeit des Jahres, wenn die Wärme konstanter wird und die Sonne überwiegt, erinnere ich gerne die frühere bildhauerische Arbeit, die nicht immer, aber oft an die warme Jahreszeit und das Licht geknüpft war. Wenn ich bedenke, wie oft mögliche Projekte zwischenzeitlich durch meinen Kopf gingen und wie viele externe Anstöße und Anregungen ich seither erfahre, liegt der Plan nahe, an die alte Linie anzuknüpfen. Grundsätzlich kann ich mir das gut vorstellen. Aber der zweite Gedanke geht an in Richtung des zeitlichen Freiraums und der Möglichkeiten, künstlerisch heute etwas Authentisches hervorzubringen, das wirklich Sinn macht. Diese Folgeüberlegungen und Fragen gehören zu denen, auf die es keine einfachen Antworten gibt. So fehlt mir bisher die Schlüssigkeit, das Selbstverständliche beim Umsetzen des Vorhabens.

Was ist aus Fremdmarketing in Blogs geworden?

Blogs als Marketinginstrumente – das Thema scheint in diesem Jahr stark abgeblasst zu sein. Ganz anders als im Vorjahr, als sich die Kooperationsanfragen in Bezug auf das Baumtagebuch gehäuft hatten. Diese Erscheinung, die Aufmerksamkeit einer Interessengruppe auf private Blogs für Produktwerbung, Marketing oder Öffentlichkeitsarbeit von Unternehmen oder Organisationen zu nutzen, deren thematische Nähe nicht immer erkennbar, mehr oder weniger weit vom Blogthema entfernt war, diese Erscheinung hatte für mich immer schon etwas Undurchsichtiges. Nicht wirklich verständlich ist mir die Wirkung, die das haben kann, vom Kampagnenbetreiber aus betrachtet. Vor allem aber habe ich immer eine Gefahr für die Authentizität des Blogs selber gesehen. Deshalb war ich mit diesen Dingen extrem vorsichtig. Sollte das Ausbleiben neuer Anfragen damit zusammenhängen, dass sich die Strategie generell als nicht mehr greifende Modeerscheinung herausgestellt hat? Ich werde es bei der nächsten Welle vielleicht besser beurteilen können, während das Baumtagebuch seiner Linie so oder so treu bleibt.

Die Aura einer Art in Detailaufnahmen festhalten

Die Baumfotografie ist in den letzten Monaten wahrlich zu kurz gekommen. Das hängt mit anderweitigen Verpflichtungen zusammen, aber auch mit den turbulenten Wetterumschwüngen, die mich weniger in Kontakt mit der Baumlandschaft bringen als gewöhnlich. Dabei kann ich mir vorstellen, in diesem Jahr gerade bei den Blüten und später den Baumfrüchten bei einigen Arten gute Motive vorzufinden. Ich denke etwa an die Pfaffenhütchen, die im Vorjahr quasi ausgefallen waren und sich bisher wieder opulent und wachstumsfreudig zeigen. Aber auch die Obstbäume machen einen guten und vitalen Eindruck. Da sollte es wieder mehr Gelegenheiten geben, neue Impressionen festzuhalten, die das bestehende Portfolio ergänzen, ohne dass ich mich wiederhole. Die Erfahrung zeigt, dass sich gerade bei den Detailaufnahmen bei Bäumen Geduld und mikroskopisch genaues Hinschauen lohnen und immer wieder eindrucksvolle Aufnahmen möglich sind, die wirklich etwas über das Wesen und die Aura einer Art sagen oder als Symbole des Natürlichen schlechthin taugen.

Der Garten – Herausforderung und Geschenk

W. habe ich heute einen meiner nachgezogenen Wunderbäume mitgegeben. Ich hoffe, die kleine Staude wird sich in ihrer neuen Heimat wohl fühlen und sich im Hochsommer zu einem dieser Riesengewächse entwickeln, an denen wir im Vorjahr bei uns so viel Freude hatten. Die klimatischen Bedingungen dafür sind dort eigentlich mindestens genauso gut, wenn nicht besser, weil es in der Ecke des Südwestens oft noch ein paar Grad wärmer ist. Und Wärme mag diese Pflanze besonders, gepaart mich viel Licht und ordentlich Feuchtigkeitsnachschub durch die Wurzeln. J. hat mir erzählt, dass die Unwetter bei ihnen ähnliche Probleme im Garten verursacht haben und mir bestätigt, dass man dann ständig auf der Hut sein muss, damit nichts absäuft, umknickt oder weggeweht wird. So scheint die Gartenpflege tatsächlich von Jahr zu Jahr mehr Zeit zu beanspruchen, Tendenz ausufernd. Aber gleichzeitig schätzen wir die Beschäftigung und die Atmosphäre, mit der uns ein üppig bepflanzter, grünender, blühender, später fruchtender und im Hochsommer Schatten spendender Garten uns beschenkt.

Vitaler Pflanzen- und Baumsommer

Nach den vielen durchwachsenen Tagen hätte ich das kaum noch erwartet. Aber im Durchschnitt wurde aus diesem Mai tatsächlich einer der sonnenreichsten Monate der letzten 8 Jahre, jedenfalls in unserer Region im Südwesten. Dieser letzte Tag des Monats war dafür stellvertretend und macht Hoffnung auf einen schönen Sommer. In Sachen Pflanzen und Garten haben wir schon viel vorbereitet, damit sich das auch in der vegetativen Umgebung spiegelt. Ich denke, das Vorbereiten und Heranziehen geht dann auch allmählich dem Ende entgegen. Die Pflanzen, die es bis hierher nicht geschafft haben, werden wohl kaum noch eine Chance haben. Dazu gehören z. B. die meisten meiner Mittagsblumen. Aber davon abgesehen bin ich doch sehr zufrieden mit dem, was uns in der warmen und hellen Zeit des Jahres im Garten umgeben wird. Mein Eindruck beim Gang auf Wegen der Umgebung ist, dass auch die Baumlandschaft ein üppiges Gesamtbild im Hochsommer abgeben wird und es insgesamt ein gutes Pflanzen- und Baumjahr werden kann. Dazu trägt auch bei, dass viele der öffentlich gepflegten Landschaftsabschnitte gerade geschont sind, weil der Rückschnitt schon ein oder zwei Jahre zurück liegen, der nächste erst in 2 oder 3 Jahren erneut zu erwarten ist. In der Zwischenzeit hat sich vieles wieder erholt und vesucht jetzt, erneut groß und stark zu werden. Viel Freude werden uns diesmal wohl die Pfaffenhütchen machen, die im Vorjahr so stark reduziert waren, dass sie sich nicht mehr erholen konnten. Deren Vitalität ist jetzt wieder spürbar und wird im Frühherbst ihren Höhepunkt mit den sagenhaften, rosa- oder violettfarbenen Hütchenfrüchten mit orangenen Samenkernen finden.

Stimmiges Ergebnis anregender Arbeiten

Das war nun wirklich eine stimmige und anregende Arbeit, die ich heute Abend abschließen konnte. Es ist für mich interessant, schon während der Bearbeitung zu wissen, in welcher Form die Perlen später verwendet werden. Diese spezielle Zusammenstellung, verteilt auf ein Armband und etwa genauso viele Einzelperlen, werden später buddhistische Meditationen unterstützen. Enthalten sind darin sämtliche von mir derzeit lieferbare Holzarten. Ein breites Spektrum an Bäumen, Holzarten, Energien und differenten symbolischen Werten. Das trifft eben das ursprüngliche Motiv, die Perlen herzustellen und anzubieten, besonders genau. So können die Bäume und alles, was sie zu Lebzeiten bedeuteten, in Verbindung mit der umfassenden Bedeutung ihrer Art, ein zweites Leben in ganz anderem Zusammenhang führen und in einer innigen Weise mit dem Menschen interagieren, der sie trägt oder nutzt.

Gewitterfront und Pflanzenschäden

Das Unwetter ist bei uns noch nicht angekommen, obwohl es zwischendurch fast so aussah. Aber scheinbar ist diese Gewitterfront noch unterwegs und kann sich länger halten. Hoffen wir, verschont zu bleiben, zu Gunsten unserer gerade erst angewachsenen und noch ziemlich instabilen Pflanzen. Aus dem Vorjahr wissen wir ja, wie unangenehme Schäden das anrichten kann. Ich denke nur an die zerfetzten Blätter unserer drei Wunderbäume, die auf dicke Hagelkörner zurückzuführen waren. Auch die Blütenstände, freilich später im Jahr, waren teilweise in Mitleidenschaft gezogen. So etwas ist immer sehr ärgerlich und entmutigend, wenn man zuvor viel Zeit und Liebe in das Heranziehen der Pflanzen gesteckt hat. Aber auch für das Arbeiten draußen, wie die gerade wieder anstehende kunsthandwerkliche Holzarbeit ist das Gewittrige nicht so beflügelnd. So hoffe ich, dass wir bald wieder in den ruhigen, entspannenden Frühsommer einmünden.

Frühsommerlicher Aufbruch

Sonnenstunden dürfte es in diesem Mai ziemlich genau so viele geben wie im Mai des Vorjahrs. Wenn diese letzten Tage nicht so durchwachsen gewesen wären, mit schwüler Wärme, aber durchgehender Hochnebeldecke, hätte es ein sehr guter Sonnenmonat werden können. Für die Pflanzen ist dieses Intermezzo eine Erholung und tut ihrem Wachstum offenbar gut. Und auch der Regentank konnte sich auffüllen bzw. wurde erst gar nicht stark beansprucht. Aber die durchgehende moderate Wärme bei gleichbleibender Helligkeit ist genau das, was wir uns vom Juni erhoffen. Für mich traditionell der schönst Monat überhaupt, weil der Sommer sich idealerweise dann von der sich aufbauenden Seite zeigt, die Vegetation noch nicht ihren Höhepunkt erreicht hat und diese lebendige Aufbruchstimmung überall gerade in Garten und Landschaft zu spüren ist. Das überträgt sich automatisch auf uns Menschen und gibt diesen unvergleichlichen Schub, den uns in diesem Form nur der Kontakt und Austausch mit der Natur geben kann.

Wenn Kontrolle übers Ziel hinaus schießt

Nun ist auch das Baumtagebuch sicher. Jedenfalls SSL-technisch gesehen. Der private Blog kam nach den verschiedenen anderen Projekten an letzter Stelle mit der Umstellung. Und irgendwie sieht es auch einfach besser aus, wenn die Domain im Browser als sicher gekennzeichnet ist. Ganz unabhängig davon, dass dieses Online-Tagebuch ohnehin in Fragen der Verarbeitung sensibler Daten in die Kategorie der super harmlosen einzuordnen ist. Jetzt sollte sich wirklich niemand mehr stören an der nun einmal zum Wesen eines Blogs gehörenden Kommentarfunktion, oder der Integration eines Kontaktformulars. Tiefer gehende technische Vorkehrungen wie die in den letzten Monaten sukzessive implementierten kann man vernünftigerweise nicht treffen, wenn das, was Internet als Fortschrittstechnik ausmacht, nicht zu einem verängstigenden Kontrollapparat werden soll. Wie so oft sind politisch gut gemeinte Maßnahmen nicht an der Praxis und dem eigentlich Sinnvoll orientiert worden, was jetzt für die Internetkommunikation zu teils lähmender Ratlosigkeit und Desorientierung geführt hat. Bleibt zu hoffen, dass sich Best Practices herauskristallisieren werden, die das positive Potenzial des Internets nicht verunstalten.

Motivierende Sommergartenatmosphäre

An diesem Samstag konnte ich mich seit langem wieder ausschließlich auf die kunsthandwerkliche Arbeit konzentrieren. Und es wurde auch eine konzentrierte und anhaltende Arbeit daraus, bei der ich noch mehr abschließen konnte, als ich eigentlich vorhatte. Das ist eigentlich so nur in den Sommermonaten möglich, wenn es so lange hell bleibt, dass auch am Abend die kleinteilige Handarbeit noch machbar ist und dann die tief stehende Sonne den Rück wärmt. Dann kann es auch mal über die sonst grenzwertige Arbeitszeit hinausgehen, einfach weil die Atmosphäre motivierend und aufmunternd wirkt. Wenn dann auch noch der Gart die Fortschritte machen würde, die ich mir verspreche, ist alles gut. Leider sind wir in diesem Jahr sehr stark von Wühlmäusen heimgesucht, die allen möglichen Schaden anrichten. Der prominenteste Schaden war die eingegangene Stechpalme. Aber die Tiere scheinen auch vor gerade gesetzten Stauden nicht Halt zu machen. Jedenfalls ist auch der kleine Rizinus, der einzige, der aus eigener Kraft direkt am Saatort erschienen ist, über Nacht auf einmal so desolat, dass ich mir um sein Überleben Sorgen mache. Drum herum war die Erde aufgebrochen, wohl ein ziemlich deutliches Anzeichen für das unheilvolle Treiben der Tiere.

Natur, Symbole und Formalismus

Nach so viel Arbeit mit Formalitäten und Abarbeiten technischer Herausforderungen freue ich mich auf die handwerkliche Arbeit am Wochenende. Endlich wieder Gelegenheit, ein breites Spektrum an Hölzern zu bearbeiten und den Blick und die Gedanken in Richtung der zugehörigen Bäume zu richten. Das macht den Geist frei und gelassener, gibt Gelegenheit, sich an das Bleibende und Konstante zu erinnern und in der Sphäre des Symbolischen Interpretation und Phantasie zu bemühen. Ohne das ist es kaum vorstellbar, würde man am selbst auferlegten und manchmal ungewollt angeeigneten Formalismus vertrocknen. Die Arbeit mit Lebendigem hält eben doch noch eher selbst lebendig.

Eher schädliche Nässe für neue Pflanzen

Viel Nässe kommt uns in diesen Tagen entgegen. Nicht sehr vorteilhaft für die frisch gepflanzten Blumen. Meine Sonnenblumen leiden vor allem, besonders die auf der Fensterbank vorgezogenen, die schon recht lange Stängel besitzen und vom Regen regelmäßig auf die Erde gedrückt werden. Auch die kleinen Rizinuspflänzchen vertragen die Dauerdurchnässung nicht sehr gut. So muss ich wohl mit einigen Verlusten rechnen, bis die Pflanzen stabiler herausgewachsen sind und das Wetter seinerseits von überwiegend lichtreicher Trockenheit gekennzeichnet ist. Was V. derzeit über die Bienen und die Aussichten auf Honigertrag in diesem Sommer sagt, stimmt uns nicht gerade optimistisch. Es ist wie seit Jahren: Bis die neuen Völker stark sind, ist die Saison schon vorbei. Und Nässe ist auch nicht das Allerbeste für gute Erträge. Ich hoffe, die stärkeren unter den wenigen gesunden Völkern gehen jetzt endlich dazu über, die Honigräume zu füllen, nachdem sie ihre Bruträume schon gut bestückt haben. Dann könnte die derzeit üppige Baumblüte, v. a. von der Robinie und vom Weißdorn, doch noch fruchten.

Lebensthema mit veränderlichen Blickwinkeln

Der riesige Stau an technischen Aufgaben und Routinearbeiten ist gerade dabei, übersichtlicher zu werden. Aber dennoch ist er nicht aufgelöst. Das macht das kreative Arbeiten dazwischen manchmal mühsamer und lenkt einfach ab. Da sehne ich mich wieder nach mehr Zeit für tiefer gehende Projekte und mehr Zeit für den Blick auf Inhalte. Es ist wie so häufig. Wenn etwas überhandnimmt, schleicht sich der Eindruck des Ungleichgewichtigen ein. Gerade das versuche ich zu vermeiden oder auszugleichen, soweit das möglich ist. Die konstanten Themen und Aufgaben rund um die Bäume und ihre Symbolik helfen mir dabei. Als untergeordnetes, neueres Thema ist der Garten dazugekommen, das über den Sommer fast schon dominant zu werden scheint. Aber die Bäume bleiben das große, umfassende und nie modisch werdende Lebensthema, dem ich immer wieder neue Facetten abgewinnen und die ich mit immer wieder verändertem Blick betrachten kann.

Zur Jahreszeit passende Arbeitsweise

Es ist gut, dass ich zu dieser Jahreszeit so lange draußen arbeiten kann. Da sind dann auch längere Arbeitssitzungen bei natürlichem Licht bis 20 Uhr abends noch gut möglich. Für die Holzarbeit ist das wegen der besonderen Ausstrahlung des Materials und seiner engen symbolischen und energetischen Verbindung zu der Baumart, von der es stammt, besonders vorteilhaft. Während der kälteren Jahreszeit, wenn dieselben Arbeitsschritte bei künstlichem Licht erledigt werden, ist die Blickrichtung eine andere, dann geht es mehr um die Innerlichkeit, das nach Innen gerichtete Symbolische. Jetzt dagegen richtet sich der Blick mehr nach außen, in Richtung der lebenden Bäume, für die die Perlen stellvertretend stehen. Kaum zu sagen, was nun besser ist. Die Arbeit draußen ist aber wahrscheinlich entspannender, weil es mehr Ablenkung gibt. Die geschlossene Atmosphäre des Innenraums und künstliches Licht fördert dagegen mehr die Konzentration auf das Objekt. Ich finde, beide Arbeitsweisen und Umgebungen haben ihre Eigenarten und Vorzüge. Ich schätze es, die für jede Jahreszeit schlüssige und passende Form erleben zu können.

Die sich entwickelnde Jahreszeit beobachten

Nun hat uns der zweite Feiertag, für den ich wie auch an Ostern und Weihnachten sehr dankbar bin, doch noch das passende Pfingstwetter beschert. Auf dem Rückweg von der Pfingstmesse sind wir in der Sonne gegangen, an frühsommerlich blühenden Pflanzen und üppig belaubten Kirschbäumen entlang. Dazu diese wärmenden Sonnenstrahlen und viel Helligkeit. Das sind, auch in der Landschaft, eigentlich die schönsten Wochen des Vegetationszyklus, da alles, was pflanzlich wächst, zu seiner Entfaltung drängt, Form gewinnt und seine Farben intensiviert, gleichzeitig eine Vielfalt von Ausdrucksformen umsetzt. Je nach Rhythmus in Form von Blättern, Asttrieben, Blüten oder gar schon Früchten. Irgendwie ist diese Aufwärtsbewegung, das Streben in Richtung Höhepunkt, spannender als die Rückwärtsbewegung. Das eine ist eben Ausdehnung, das andere Rückzug. Nach langen Winter- und durchwachsenen Frühlingsmonaten tut diese Öffnung nach außen, wie Rudolf Steiner gesagt hätte, in den Kosmos hinein, einfach gut. Und die umgekehrte Richtung der Innenschau kann in dieser Zeit ein wenig in den Hintergrund treten. Das wirkt auf mich wie eine Art Auftanken, wie wenn man einen Lichtvorrat auffängt und in sich speichert, der dann in Herbst und Winter kompensatorisch abgerufen werden kann. Wir haben vieles noch nicht verstanden und uns so richtig bewusst gemacht an diesem wunderbaren Wechsel und der internen Entwicklung der Jahreszeiten.

Den gemeinsamen Ursprung aller Lebensformen anklingen lassen

Es war nicht das typischste Pfingstwetter, und auch sonst wirkte dieser Pfingstsonntag weniger feiertäglich als sonst auf mich. Er war aber dennoch durch eine ausgeprägtere Ruhe als andere Sonntage gekennzeichnet. Wie so häufig hat mich die nachmittägliche Lektüre zu Vortragsmitschriften Rudolf Steiners geführt, die ein Themenfeld behandeln, das mich gerade wieder stärker beschäftigt. Nicht der Feiertag selbst oder die symbolischen Implikationen der Rituale und Traditionen des Jahreskreises waren es diesmal, sondern das Wirken der Naturgeister beim Werden und Vergehen der Pflanzen. Natürlich hängt das wesentlich mit den kulturellen Formen zusammen, die im Umfeld des Frühlings entstehen konnten. Aber es geht noch weiter und ist Grundlegender. Wenn ich diese Gedanken Steiners nachvollziehe und mit der heutigen Zeit und meiner eigenen kreativen Geschichte verbinde, stelle ich fest, wie früh ich doch von diesen Fragen fasziniert war und wie stark sie mich immer wieder zu kreativen Projekten inspiriert haben. Denn was er dort mit Verweis auf geistige Wirkungen im Spannungsfeld von Erde und Kosmos beschreibt, entspricht ganz genau dem, was ich in meinen früheren bildhauerischen Arbeiten umsetzen wollte: Grundprinzipien des Lebens am Beispiel des Wachstums und der Vitalität der Pflanzen plastisch begreifbar zu machen. Da es meist Holzskulpturen waren, lag nicht nur für mich selbst die Verbindung zu den Bäumen als prominente Vertreter des Pflanzenreichs nahe. Was aber diese plastischen Formen aus der materiellen Substanz der Bäume ausdrücken, kann in grundsätzlicher Form über alle Pflanzen gesagt werden. Ich meine, darin wird etwas ganz Fundamentales in Bezug auf das Leben angesprochen. Etwas, das die Lebendigkeit in uns als Menschen selbst zum Thema macht und dadurch irgendwie auch den gemeinsamen Ursprung aller Lebensformen erinnern lässt.

Sommerliche Konkurrenz zwischen Gartenblumen und -bäumen

Nun konnten auch die letzten vorgezogenen Blumen ins Freiland. Ich bin froh, eine ganze Reihe Sonnenblumen verschiedener Sorten parallel auf der Fensterbank groß gezogen zu haben, da viele der draußen ausgesäten entweder von den Vögeln aufgepickt wurden, bevor sie keimen konnten, oder  nachträglich von irgendwelchen Insekten vertilgt wurden. Bei einigen noch existierenden scheint sich außerdem ein Pilz an den Blättern breit gemacht zu haben. Ich denke, dass der Großteil der verbliebenen aber dennoch eine gute Chance hat auszuwachsen. Später dürften wir auf beiden Zaunstrecken eine relativ dichte Mauer aus Sonnenblumen sehen, jeweils am rechten Ende flankiert von eine Rizinusstaude. Diese Ensemble, ergänzt durch die neu gesäten Mohnblumen und die Strohblumen, durch die in diesem Jahr wieder in Erscheinung tretenden Königskerzen und verschiedene andere Arten, die wir gar nicht benennen können, wird auch in diesem Sommer den Gartenbäumen große Konkurrenz machen. Mal sehen, wie sich die Aufmerksamkeit im Verlauf des Hochsommers zwischen Blumen und Bäumen verteilen wird.

Frühsommerliche Pfingstperspektive

Schon wieder Wochenende. Diese Arbeitswochen vergehen im Flug. Ich erkenne das daran, dass vor allem die Gartenarbeit und die kunsthandwerkliche Arbeit im Gartenambiente meine zusammenfassende Erinnerung dieser letzten Wochen geprägt haben. Währenddessen waren die Projektwochen selbst mit viel Formalem angefüllt, worunter die kreative Arbeit letztlich doch leiden muss. Die Pflanzen werden mich morgen zunächst wieder beschäftigen, da die letzten vorgezogenen Pflanzen ins Freiland sollen. Und dann geht’s wieder weiter mit dieser interessanten Zusammenstellung verschiedener Lebensbaumhölzer, deren Bearbeitung bei so schön moderatem Frühsommerwetter viel Freude macht. Wenn ich den Wetterbericht und seine Vorhersagen betrachte, können wir ja eigentlich auch mit einem jahreszeitgemäßen Pfingstwetter rechnen. Eine erneute untypische Abweichung müssen wir gerade jetzt nicht unbedingt haben.

Baumblüte und Bienenzukunft

V. freut sich sehr, dass der als Lockmittel aufgestellte Bienenkasten tatsächlich ein zusätzliches Volk angezogen hat. Davon konnte ich mich gestern selbst überzeugen. Nicht klar ist, ob es sich dabei um das kürzlich ausgebüxte eigene Volk handelt, oder ob es von irgendwo anders her stammt. Jedenfalls fänden wir es klasse, wenn auf diese Weise der stark gerupfte Bestand eine unverhoffte Erweiterung erfährt. Gerade jetzt, wo alles gleichzeitig blüht – Weißdorn, Robinien, Apfelbaum – ist das ein Glücksfall. Leider sind die gerade erst hinzugekauften Völker um diese Jahreszeit noch nicht so stark. Der Riesenertrag ist so nicht zu erwarten. Aber nach dem Fast-Aus für die diesjährige Honigsaison sind wir auch mit so kleinen Erfolgen schon zufrieden. Die ganz große Frage bleibt ohnehin, ob mi dem Inkrafttreten des Verbots von Neonikotinoiden im Freiland sich die Situation der Bienen ab dem Zeitpunkt tatsächlich bessert. Daran halten müssen sich die Landwirte zunächst einmal. Aber davon abgesehen gibt’s eben diese vielen anderen Faktoren, die eine Rolle spielen. Ob die Pflanzenschutzgifte den Ausschlag gegeben haben, werden wir dann immerhin erkennen können.

Symbolisches Interesse

Eine interessante Mischung verschiedener Lebensbaum-Hölzer hat mich heute beschäftigt: Esche, Walnussbaum, Eibe, Linde, Zypresse und Kiefer. Die Herausforderung ist die Kombination, die von einer ungewöhnlichen Zusammenstellung gekennzeichnet ist. Und von einem Anlass, für den sie bestimmt sind. Dabei geht es zum einen um die Lebensbäume der Beteiligten, aber auch um eine Partnerkonstellation und die Einbeziehung des Ereignisses, bei dem alle zusammen kommen. Für dieses Ereignis steht als symbolisches Pendant die Holzart der Hauptperle und des Schlussstücks, die dem am Termin gültigen Lebensbaum entnommen ist. Solche Aufträge finde ich besonders spannend, weil sie in eine konkrete Verwendung münden und einer vorgängigen Überlegung mit symbolischem Interesse entspringen.

Geduldiger Pflanzerfolg beim Wunderbaum

Es freut mich, dass nun doch Aussicht auf mehr als einen Wunderbaum besteht. Tatsächlich erkenne ich den ersten Keimling in den nachträglich in Pflanzgefäße gesetzten Rizinussamen. Und im Garten ist an einer der Stellen, die ich markiert hatte, nun doch der erste Sämling sichtbar geworden. Damit hatte ich garnicht mehr gerechnet. Das wären zusammen mit dem schon vor zwei Wochen im Pflanztopf groß gewordenen dann mindestens drei Pflanzen. Für den eigenen Garten eigentlich schon genug, wenn man bedenkt, wie groß und ausgedehnt die Stauden werden. Jedenfalls wenn sie sich auch alle drei gut entwickeln können. Vielleicht kann ich auch noch einige bei Gelegenheit J. und W. überlassen. Damit deren Gartenpanorama noch ein Stück abwechslungsreicher ausfällt.

Regentage und Regelwerke

Ganz gut, dass ich zurzeit mit technischen Aufgaben und Herausforderungen ausgefüllt bin. Damit lassen sich die nassen und kühleren Intermezzi ganz gut überbrücken. Für die Arbeit mit Holz spare ich mir dann lieber die sonnigen und warmen Tage auf. Passt einfach besser zu dieser Arbeit und zu allem, was von den Bäumen, ihrer Ausstrahlung und Energie in diese Arbeit einfließt. Das ist dann das absolute Kontrastprogramm gegenüber der umfangreichen, abstrakten und formalen Regeln folgenden kreativen Tätigkeit, der aus gegebenem Anlass fristgerecht abgeschlossen werden muss.

Intermezzo-Tag

Ein Intermezzo-Tag. Aber gut zum Ausruhen, soweit das bei den vielen Technikfragen überhaupt möglich ist. Die Bäume werden mich ab morgen wieder beschäftigen. In Form interessanter Kombinationen verschiedener Holzarten und viel damit verbundener Symbolik.

Gelungenes Sommerblumenarrangement und ein trauriger Abschied

Im Vergleich zum Samstag letzter Woche war das heute die angenehmere Gartenarbeit. Statt Algen, Moose und Sand zu entfernen stand heute das Blumen aussuchen, Vorbereiten der Pflanzgefäße und das Einpflanzen auf dem Programm. Dazu war neben den Pflanzen, die wir wieder in einer bunten und durchaus gelungenen Mischung zusammengestellt haben, auch noch zusätzliche Pflanzerde unterschiedlicher Qualität notwendig. Am Ende sind wir mit allem zusammen ausgekommen und haben noch ein wenig Reserve. Die werden wir sicher noch im Laufe der nächsten Wochen benötigen, denn so ganz abgeschlossen ist das Projekt Sommerblumen noch nicht. Was im Einzelnen mit den noch auf der Fensterbank befindlichen Pflanzen geschieht, habe ich noch nicht entschieden. Natürlich, die Sonnenblumen kommen demnächst an ihren endgültigen Standort, in die Sonne, wie es sich gehört. Und auch die restlichen Chilis müssen irgendwann dann doch in ein größeres Gefäß nach draußen. Vielleicht werde ich noch einen letzten Rettungsversuch für die misslungenen Zuchtversuche bei den Mittagsblumen unternehmen. Ansonsten hätte ich für den Pflanztrog auch eine alternative Verwendung. Insgesamt glaube ich, dass das diesjährige Arrangement sehr gelungen ist. Nun müssen die Blumen nur noch prächtig gedeihen und keinen Schaden nehmen. Sehr traurig fand ich am Nachmittag, dass V. bei unserer leider vom Lebenssaft abgeschnittenen Stechpalme sämtliche Äste abgeschnitten hat. Als ersten Schritt, den Baum ganz zu entfernen. Obwohl ich natürlich weiß, dass die Maßnahme unvermeidlich war und ohnehin demnächst hätte erledigt werden müssen, schien es mir doch zu abrupt und zu schnell. Wenigstens werden wir, bei Heraushebeln der noch jungen, wenn auch schon kräftigen Stamms wohl sehen, wo die Ursache der Schädigung genau liegt. Vermutlich in einer massiven Zerstörung der Rinde direkt im oberen Wurzelabschnitt.

Zwischen Kunsthandwerk und Sommerblumen

Nun habe ich die aktuellen Armbänder so weit fertigstellen können, dass ich die Arbeit morgen wahrscheinlich abschließen kann. Eine ausschließliche Schleifarbeit, bevor die nächsten Projekte auf dem Plan stehen. Der Tag morgen wird aber vor allem im Zeichen der Sommerblumen stehen, die wir zunächst in der Gärtnerei aussuchen und dann in unsere diversen Tröge, Kübel und sonstigen Pflanzgefäße einpflanzen. Auch die Pflanzerde ist schon wieder rar geworden, so dass wir auch davon erneut größere Volumen besorgen müssen. Das ist eine Arbeit, die uns immer viel Freude macht, vor allem, weil dann die versiegelte Fläche vorm Haus diese munteren Farbakzente erhält und die Blumen sich in den nächsten Wochen zu ihrer ganzen Pracht entwickeln werden. Das zu beobachten ist immer wieder eine Freude. Sehr viele Eigenzüchtungen werden wir dabei nicht verwenden können, die sind vor allem für das Pflanzen in die Gartenerde geeignet. Aber ich überlege, ob zumindest der Kübel mit den Strohblumen in Mitten des Ensembles der eingekauften Pflanzen einen Platz finden könnte. Wir könnten das mal versuchen und uns für später, wenn die einzelnen Blumen in die Höhe schießen, eine ansprechende Abstützvorrichtung überlegen.

Vielversprechende Gartenaussichten

Was den Stand des Gartens angeht, ist die Pfalz ungefähr auf demselben Stand wie wir. Das konnte ich bei dem Besuch bei J. und W. heute feststellen. Alles schon ziemlich grün, aber noch relativ wenige Blüten. Eine spannende Zeit, vor allem für die Blumen und Stauden. Die Gartenbäume haben da ohnehin einen längeren Atem und entwickeln sich weniger dramatisch, dafür aber beständig weiter. Aber wegen des drängenden Wachstum wird unser Eindruck des Frühlings oder Frühsommers in diesen Wochen wesentlich von den nicht verholzten Pflanzen geprägt, die in der Hinsicht schon etwas weiter fortgeschritten sind. Ich wünsche J. und W., dass sich ihr Garten so schön weiterentwickelt, wie es im Augenblick zu erwarten ist, und sie möglichst alles werden genießen oder ernten können, was sie sich vorgenommen haben. Die Aussichten dafür stehen gut, vor allem, wenn es über die Sommermonate keine krassen Ausreißer, Nachfröste oder Unwetter gibt, die Blüten, Blätter oder Früchte zerstören. Auch zu lang anhaltende Trockenheit kann manchmal schaden. Hoffen wir also auf ein moderates Sommerwetter.

Um Gartenbäume bangen und trauern

Ausgerechnet am Feiertag werden wir das erste Wettertief der letzten Tage erleben. Für die Pflanzen ist das natürlich eine Erholung, und wir sparen uns einmal das Gießen. Den Wassertank dürfte es auch wieder auffüllen. Nachdem wir das Reservebecken, das kleine Springbrunnenbecken im Zuge der Rund ums Haus Reinigungsaktion habe ablaufen lassen, ist der Tank erst einmal die einzige Regenwasserquelle, deshalb sind einzelne Tage mit anhaltendem Regen vorteilhaft. Was die Gartenbäume angeht, mache ich mir Sorgen eigentlich nur noch um den kleinen Feigenbaum, der sich ja nicht so entwickelt hat, wie wir das im Vorjahr vorauszusagen glaubten. Er wird Durchhaltevermögen zeigen müssen. Oder eben aus einem im unteren Stammabschnitt ausgetretenen Seitentrieb einen Neuanfang versuchen müssen. Die Stechpalme, ein Jammer, ist dagegen wohl endgültig verloren. Ich weiß nicht genau, ob es Sinn macht, sie noch länger an ihrem Platz zu belassen. Allerdings vermute ich, dass der Baum im Wurzelbereich so geschädigt ist, vermutlich durch kreisrunden Rindenfraß, dass er einfach nicht mehr regenerationsfähig ist. Das tut mir in der Seele weh, hat gerade dieser Baum in einer Ecke des Gartens immer eine solche Robustheit und Stärke ausgestrahlt. Ich hätte niemals gedacht, dass er so verletzlich sein könnte. Irgendwann werde ich die Ursache genau kennen. Spätestens, wenn wir ihn ausgegraben und die Wurzel genauer unter die Lupe genommen haben.

Frühsommerliche Arbeitskulisse

Das ist schon fast Hochsommer. So bin ich für die handwerkliche Arbeit am Nachmittag nun endgültig ins Gartenatelier umgezogen. Das ist relativ simpel, weil ich im Grunde nur den Arbeitstisch und den Stuhl neu platzieren muss. Aber das Arbeiten selbst ist schon ein ganz anderes, so mit grünender und blühender Gartenkulisse, der ganz anderen Geräuschkulisse und der am Nachmittag wärmenden Sonne im Rücken. Am wohltuendsten ist dabei das natürliche Licht, das ich für diese Detailarbeiten den ganzen Winter über sehr vermisst habe. Bestimmte Routinearbeiten gehen so schneller und irgendwie leichter von der Hand. Bei anderem habe ich den Eindruck, dass der Arbeitsplatz an der freien Luft auch mit vergleichsweise stärkerer Ablenkung verbunden sein kann. Für das Schleifen der Perlen aus Apfelbaum- und Olivenbaumholz war dieses Setting heute genau das richtige. Nun hoffe ich, nicht gleich wieder zurückziehen zu müssen, und dass das frühsommerliche Wetter anhält.

Immerhin Entspannung für den Buchsbaum

Viele nervenaufreibende Arbeiten rund um technische Konfigurationen. Da können auch wenige Pausen im Garten oder in der Landschaft keine wirkliche Entspannung bringen. Immerhin, bei einem Blick auf den Buchsbaum konnte ich zumindest keine neues Wuseln und Kriechen der Raupen mehr entdecken. Sie sollte also paralysiert worden sein. Ich hoffe, das Problem wird dann in einigen Tagen auch erledigt sein und hoffentlich bald der Vergangenheit angehören. Vor allem hoffe ich auf eine schnelle Erholung des Strauchs. Dass er in diesem Jahr seine Form wieder findet und die Seite, die auf Grund der früher angrenzenden Zypressenhecke gar keine Äste hat, dass diese Seite auch noch zuwächst, damit der kleine Baum bald eine kugelige Krone erhält.

Unangenehme Sonntagserfahrungen

Der anstrengende Gartenarbeitstag steckte uns heute noch in den Knochen. Und dennoch hat es uns am Nachmittag wieder in den Garten gezogen. Da sind noch gewisse Dinge im Hinterkopf, die zu einem Start in die Gartensaison gehören und die wir noch nicht umsetzen konnten. Immerhin stehen jetzt auch die Gartenmöbel und machten zum ersten Mal in diesem Jahr das Sitzen draußen wieder möglich. Zwischendurch gabs einige Unruhe, einen Bienenschwarm betreffend. Die Nachbarn des Bienenhauses riefen an, dass sich ein Schwarm selbstständig gemacht habe, den sie auf einem ziemlich hohen Baum entdeckt hatten. Tatsächlich hatte sich einer der wenigen verbliebenen Völker auf den Weg gemacht, dem Ruf einer unentdeckten Königin folgend, und zwar in die Krone eines ziemlich hohen Apfelbaums in unmittelbarer Nachbarschaft. Als wir eintrafen war schon ein anderer Imker vor Ort. Aber auch der sah die Vergeblichkeit aller Versuche, den Schwarm in dieser Lage einzufangen. So bleibt nur die Hoffnung, dass er sich in den nächsten Tagen noch eine Etage tiefer bewegt. Dann bestünde eine Chance. Ansonsten provoziert dieser Verlust wieder einmal einen fast vollständigen Neuanfang für V. in dieser Saison. Am späten Nachmittag habe ich das gestern nicht mehr realisierte Vorhaben umgesetzt, dem Buchsbaumzünsler an den Kragen zu gehen. Das biologische Mittel ließe sich gut mit Wasser anrühren, glücklicherweise hatten wir auch das richtige Sprüh-Equipment zur Verfügung, so dass ich das, mit einer dichten schließenden Schwimmbrille ausgestattet, gefahrlos wagen konnte. Im Idealfall sollte den Raupen jetzt schon der ansonsten riesige Appetit vergangen sein. Und vielleicht ist das Problem in einigen Tagen auch vollständig gelöst. Der Busch ist natürlich jetzt schon ziemlich zerrupft. Nicht nur wegen des Raupenfraßes. Auch weil ich ihn um die Gespinste herum zweimal in Folge ein gutes Stück ausgedünnt hatte. So dürften wir der Plage am ehesten Herr werden können. Ich hoffe, der Traditionsbaum wird auf

Der große jährliche Freiluftputz und einige aufgeschobene Gartenprojekte

So lange hat das große Rund-ums-Haus-Frühlingsputz noch nie gedauert. Ich hatte den Eindruck, dass sehr viel mehr Moos und Algen abgetragen werden mussten als üblich. Und zwischendurch hat dann auch noch der Hochdruckreiniger mehrere Male gestreikt. Aus nicht ganz nachvollziehbaren Gründen. So ist am Ende eine den ganzen Tag füllende Arbeit daraus geworden. Die Gartenmöbel werden wir deshalb erst morgen arrangieren können. Immerhin ist aber sonst alles vorbereitet, so dass der Gartensaison eigentlich nicht mehr allzu viel entgegenstehen dürfte. Auch das kleine Becken haben wir abgelassen, denn das darin gesammelte Regenwasser war voll von Algen und gesättigt mit dem gelben Blütenstaub, der sich in diesen Tagen über alles legt. Jetzt sind auch dessen Fliesen wieder ansehnlich und es ist fit für das kommende, dann wahrscheinlich von Blütenstaub freie Regenwasser. Eine Sache ist mir morgen dann doch noch wichtig, die ich heute nicht mehr erledigen konnte. Das biologische Bekämpfungsmittel gegen den Buchsbaumzünsler soll unseren kleinen, aber schon ziemlich alten Busch noch retten. Händisch haben wir die am stärksten befallenen Bereiche schon entfernt. Aber ohne dieses Bakterium, das zu den natürlichen Feinden des Buchsbaumzünslers gehört, wird die Plage nicht zu beseitigen sein. Und so ein weitgehend, wenn nicht komplett kahl gefressener Baum tut einem wirklich weh. Ich hoffe, die Maßnahme kommt nicht zu spät.