Pflanzenwochenende

Ein Ruhe-Sonntag. Das musste auch mal wieder sein, nach so viel atemloser und pausenloser Projektarbeit der vergangenen Zeit. Der Garten bleibt gerade an solchen Tagen für uns alle ein Rückzugs- und Erholungsort. Und da ist es gut, dass Bäume, Stauden und Blumen bei heute einmal dauerbedecktem Himmel durchschnaufen und auch Wochenende feiern durften.

Diesjährige Pflanzensommerentwicklungen

In diesem Sommer präsentiert und entwickelt sich der Garten ganz anders als zuvor und anders als erwartet. Sonnenblumen sind es diesmal nur wenige, die sind aber sehr hoch gewachsen und erreichen in diesen Tagen ihren Höhepunkt. Die ersten Köpfe habe ich schon abgeschnitten und zum Auspicken für die Vögel auf der Gartenbank ausgelegt. Die Rizinusstauden wachsen nach den Regenfällen jetzt deutlich besser und erreichen unterschiedliche, aber ganz zufriedenstellende Ausdehnung. Ewas mehr hätte ich mir zwar gewünscht, sie haben aber dieses Jahr starke Lichtkonkurrenz von verschiedenen Spalierbäumen, die V. entlang des Zauns gepflanzt hat. Die Blumen sind größtenteils ohnehin in Hochform, v. a. jetzt die Strohblumen, die zuletzt vom Sturm durcheinandergewirbelt und gebogen wurden, aber immer wieder neue Blüten bilden, erfahrungsgemäß bis in den Spätherbst hinein. Die Wandelröschen sind wunderschön, machen aber viel Arbeit, da ich ständig die Fruchtstände abknipsen muss, damit immer wieder neue Blüten nachkommen. Unsere schönen orangefarbenen Mohnblumen sind jetzt fast alle vergangen, die Lupinen sind schön gewachsen, haben aber merkwürdigerweise keine einzige Blüte ausgebildet. Vielleicht ist das so im ersten Jahr? Es gibt eben noch Rätsel. Nur mit den Bäumen bin ich 2019 nicht so ganz zufrieden. Sie scheinen einen Schongang einlegen zu wollen. Gerade der Ginkgo hat so kleine und relativ wenige Blätter, scheint auch kaum Höhe oder Breite zugelegt zu haben, obwohl wir so viel Licht, Wärme und jetzt auch Regen haben. Auch der Walnussbaum bewegt sich kaum on der Stelle. Nur der kleinste, die Gleditschie hat im Vergleich zum Vorjahr deutlich zugelegt und zeigt sich zunehmend vitaler.

Wetterentspannung

Das lang ersehnte Gewitter war da, und die Regentonnen und -tanks sollten kräftig aufgefüllt sein. Ein wenig Abkühlung und Kräfte sammeln tut den Pflanzen gut. So werden wir ein entspannteres Wochenende vor uns haben. Bei all den technischen Kapriolen, denen ich mich ausgesetzt sehe, ist das auch gut so. Und für uns alle eine Auszeit.

Sommer, Garten, Technik

Jetzt kommt der Hochsommer erneut zurück, und die schwül-warme Luft erwärmt sich weiter. Immerhin haben wir jetzt wieder etwas Gießwasser von den Regenfällen gestern. Und unsere Pflanzen benötigen wieder künstliche Bewässerung, nachdem die letzten Tage eher wenig Verdunstung mit sich brachten. Eine gute Zeit eigentlich, auch wegen der immer noch vorherrschenden Abwesenheit der Menschen, fürs Fotografieren. Wenn da nicht immer wieder die technischen Aufgaben  dazwischenstünden.

Gelassenheit zum richtigen Zeitpunkt

Wieder hat mich die Technik fest im Griff. Allerdlings gibt es auch Fortschritte. Zudem kommen alte Themen wieder in neuer Form zum Vorschein, die ich in den nächsten Wochen bearbeiten soll. Ich bin gespannt, ob ich auf dem Gebiet dazugelernt habe und die richtigen Entscheidungen treffe sowie angemessene Reaktionen zeigen. Die Bäume haben mich immerhin gelehrt, eine selbstbewusste Gelassenheit zu zeigen, wenn das passend und förderlich ist.

Technik vs. Lebensgrundlagen

Nun, diese LED-Technik ist komplizierter und voraussetzungsreicher, als ich mir vorstellen konnte. Das hat mich schon einige Zeit für Testläufe und Hintergrundchecks gekostet, wobei immer noch Fragen offen sind. Ich möchte das schon sehr gerne zum Einsatz bringen, weil mich die neuen Lichtformer doch sehr überzeugen. Und mit der derzeit fortschrittlichsten Lösung für künstliche Beleuchtung wäre es eben auch schön. Bei so viel technischen Überlegungen und Recherchen ist es wohltuend und ausgleichend, mit den Bäumen Lebewesen und Symbolformen in meiner Welt zu haben, die sich auf viel grundlegenderen Ebenen bewegen und ebenso Grundlegendes verkörpern und ausstrahlen.

Fotografische Erkenntnisse und Erfahrungen

Die neue Beleuchtungstechnik ist gewaltiger, als ich erwartet hatte. Eine Lösung fürs Studio, die wohl einige Eingewöhnung erfordern wird. Ich finde das spannend, weil es meinen Blick auf die Fotografie, die ursprünglich eine reine Freiluft-Fotografie mit Motiven aus der Baumlandschaft war, doch um einiges erweitert. Natürlich helfen mir die Erkenntnisse und Erfahrungen aus anderen Motivfeldern und Aufnahmesituationen auch, meine Naturfotografie zu optimieren. Ich bin sehr gespannt, wie ich diese Dinge in Zukunft verarbeite.

Bäume sterben jetzt mit neuer Erklärung

Auf einmal ist das große Themenfeld des Klimawandels und seiner globalen Auswirkungen in allen gesellschaftlichen Gruppen angekommen. Wenn der CSU-Vorsitzende ernsthaft genau dieses Themenfeld zu einem künftigen Schwerpunkt machen will, scheint zumindest die öffentliche Aufmerksamkeit endgültig verbreitet zu sein. Und auch das Kranken des Waldes wird in diesem Zusammenhang immer häufiger zum Thema gemacht. Anders noch als in den 1980er Jahren, als „Waldsterben“ zu einem Begriff wurde, der auch im Ausland später ohne Übersetzung verwendet wurde. Damals machte sich die Ursachenforschung aber am so genannten sauren Regen fest. Nun stehen die Erderwärmung und die Klimaextreme, bei den Bäumen vor allem die langen und extremen Hitzephasen im Fokus des Interesses und werden als Hauptgründe für das Schwächeln und Absterben vieler Bäume genannt. Schon denkt man offen über eine Veränderung der Baumpopulationen bei Neupflanzungen und den Einsatz hitzeresistenterer Arten nach. So als ob man die Hoffnung auf eine Trendwende beim Klima selbst schon aufgegeben hätte, wirkt es so, als ob jetzt schon die Schadensbegrenzung im Vordergrund stehen sollte. Gut ist diese verstärkte Aufmerksamkeit, was wir brauchen sind aber konkrete international unterstützte und tatsächlich durchgeführt Maßnahmen, deren Umfang die dramatischen Veränderungen auffangen kann.

Hochsommer mit belastender und aufbauender Seite

Der zweite Tag, an dem ich das Gießwasser für unsere Blumen und Stauden ausschließlich aus dem Wasserhahn nehmen musste. Und obwohl es zwischendurch immer so aussieht, gibt’s bei uns einfach keinen Regen, der die Tanks auffüllen könnte. Tatsächlich ist das in dieser Form noch nie vorgekommen. Die totalen Regenwasserengpässe dauerten nie länger als zwei Tage, bis es wieder längere Regenschauerphasen gab, die die Situation entspannten. Eine weitere Folge des Klimawandels, der sich hier in besonders plastischer und konkreter Form offenbart. Vielleicht bilde ich es mir bloß ein, aber wenn ich an den Feigenbäumchen vorbeikomme, scheint es mir, dass selbst diese mediterrane Art langsam schlappe Blätter bekommt. Selbst für sie scheint das Klima gewöhnungsbedürftig und belastend zu werden. So wünsche ich mir eine Entspannung im restlichen Verlauf des Hochsommers, und dass wir die Sonne und Wärme von ihrer aufbauenden Seite her erleben dürfen, d. h. im Wechsel mit Abkühlungs- und Regenphasen.

Symbolik: Hölzer vs. Bäume

Das war ein produktiver Vorwochenendtag. Diese Routine, mit der Holzarbeit am Freitagnachmittag zu beginnen, manchmal auch schon am Donnerstagnachmittag, hat sich in den letzten Monaten bewährt. Meist ist es so bei überschaubaren Arbeiten möglich, den Auftrag bis Samstagabend abzuschließen. Für mich ist das jedes Mal ein runder Abschluss der Arbeitswoche, der besonders im Sommer mit der Möglichkeit, draußen zu arbeiten, einen gleichzeitig anregenden und erholsamen Charakter annimmt. Ganz anders als das Arbeiten bei künstlichem Licht, das zwischen Oktober und April in der Regel unvermeidlich ist. Das ist dann eher die Zeit des meditativen Arbeitens, während der die symbolische Stärke der Hölzer in den Vordergrund rückt. Jetzt aber sind es die Bäume, die während des Bearbeitens ihres Holzes präsenter sind. Eigentlich eine schöne Abwechslung, die mir die Jahreszeiten bescheren.

Wärme, Licht und Holzarbeit

Der kaukasische Walnussbaum hat einfach ein tolles, dekoratives Holz, das zudem bei der Bearbeitung diesen eigentümlichen Duft verströmt. Das ergänzt sich zu der wilden Anmutung, der marmorartigen Zeichnung dieser Art. In Kombination mit der sehr hellen und leichten Bergfichte wird das ein sehr kräftiger Hell-Dunkel-Konstrast, der der Trägern später sicher Freude machen wird. Es ist schön, dass ich diese Arbeiten in dieser schönen Hochsommerzeit ausführen kann. Einfach weil das Licht und die Wärme bei der Arbeit mit den verschiedenen Hölzer wie ein Katalysator wirkt. Man spürt, wie alles zusammenkommt, was ohnehin zusammengehört und bei der Gelegenheit nur aktualisiert wird.

Erdungsmöglichkeit

Ein warmer Ausgang des August mit einem Sonnenstundenergebnis, das dem des Vorjahresmonats nahe kommt. So können wir uns auf weitere schon Hochsommertage freuen, die offensichtlich die Urlaubslaune der Menschen aufrechterhält. Gut für meine Projektarbeit und gut für Projekte, die etwas mehr Zeit und Muße erfordern. Morgen geht’s am Nachmittag weiter mit der neuen Holzauftragsarbeit, eine gute Möglichkeit der Erdung, nach so viel technischen Inhalten.

Kaukasischer Walnussbaum

Schön, wieder ein Auftrag, der auch dieses Wochenende wieder mit Holzarbeit ausfüllen wird, nachdem die letzte Arbeit gerade das Haus verlassen hat. Und wieder eine Anfrage von einem früheren Kunden, der offensichtlich zufrieden war und sich weitere Armbänder wünscht. Das ist für mich immer eine Bestätigung und hält das Projekt frisch, neben den vielen anderen Routinearbeiten inklusive der Vorratshaltung, die immer wieder spannend ist und mich vor gewisse Herausforderungen stellt. Mit der neuen Anfrage kommt eine eher seltener Exot zur Geltung, der kaukasische Walnussbaum. Diese Art nimmt in meinem Vorrat auch schon rapide ab, so dass ich mich wieder auf die Suche machen muss nach geeignetem, ebenso hochwertigem Material. Auf diese Arbeit, die aufgrund des dekorativen Holzes und in Kombination mit dem kontrastreich hellen Bergfichtenholz, ein sehr ansehnliches Ergebnis verspricht, freue ich mich schon.

Wohltuende Hochsommerabkühlungen

Die Sonnenstunden des Vorjahres-August werden wir nicht mehr erreichen. Aber ich will mich nicht beklagen. Schließlich war der bisherige Hochsommer mit Rekorden, insbesondere bei der Hitze, aber mit reichlich Licht und Sonne gekrönt. Dann muss es nicht auch noch zahlenmäßige Rekorde bei der durchschnittlichen Zahl der Sonnenstunden geben. Im Gegenteil sind moderate Phasen gerade für die Pflanzen wichtig, damit sie zwischendurch durchatmen und auftanken können. Ganz besonders für die Bäume in Gärten und städtischen Grünanlagen, weil die eben stärker von der Wärme strapaziert sind, viel verdunsten und aber in der Regel keine oberflächliche Wasserzufuhr erhalten. Wenn da über Monate geht und es zu wenig regnet, haben wir eben jene Stressfaktoren, die sich in diesem Sommer bei sehr vielen Bäumen wohl ausgewirkt haben, die jetzt die Folgen des Vorjahressommers verarbeiten müssen. Und auch für uns sind Abkühlungen zwischen dem Supersommerwetter einfach wohltuend.

Waldcharaktere

Ich weiß nicht, ob die Einordnung so ganz stimmt, der Spessart sei eines der größten oder gar das größte zusammenhänge Waldgebiet in Deutschland. Der Eindruck als Besucher, der natürlich nur bestimmte Ausläufer sehen konnte, war allerdings, dass es dort nicht waldreicher wirkt als in meiner Heimat, die nicht ohne Grund als der grüne Kreis bezeichnet wird. Tatsächlich habe ich hier noch eher den Eindruck, in eine vom Wald dominierte Oase eingebettet zu sein. Aber der weitläufig ländliche Charakter der Gegend ist nicht von der Hand zu weisen. Vermutlich ist es erst nach längerem Aufenthalt und einige Ausflügen möglich, eine Landschaft wirklich kennen zu lernen und ihren ganz eigenen Charakter zu erfassen.

Gefährliche Holzarbeit

Wenn das kein Schreck war. Nachdem wir auf As Wunsch hin einige dicke Eichenbohlen mit der Starkstrom-Kreissäge auf Maß gesägt hatten, war der letzte Abschnitt an der Reihe. Allerdings endete As Versuch, das kurze Ende des Abschnitts zu kürzen mit einer unschönen Verletzung und anschließender Versorgung im Krankenhaus. Zum Glück waren noch alle Finger dran, aber eben eingeschnitten und zum Überfluss auch noch gebrochen bzw. angebrochen. Das Projekt, den Schuppen zu befestigen, ist damit erst einmal aufgeschoben.

Sommergartenerfahrungen

Auf den Regen kann man sich nicht verlassen, aber er sollte im Form von Schauern und Gewitterregen in den nächsten Tagen kommen. Auch um die Wasservorräte für die Gartenbewässerung wieder aufzufüllen. Nur hoffe ich, dass die Güsse nicht zu heftig ausfallen, v.a. dass kein Hagel dabei ist. Der hatte in den Vorjahren schon mal die empfindlichen Stauden, v. a. die Rizinusstauden mit ihren großflächigen Blättern, geschädigt und auch die schweren und hochgewachsenen Sonnenblumen zum Umstürzen gebracht, wenn die vorher staubtrockene Erde in kurzer Zeit mit viel Regen aufgeweicht wird. Ich versuche, diese Hochphase des Gartensommers sehr bewusst wahrzunehmen, denn sie ist so schnell vorbei und geht dann auch schon Ende August in den Altweibersommer mit ganz anderem Charakter über. So freue ich mich über all das Grünen, Blühen und Fruchten bei Bäumen, Sträuchern und Blumen und hoffe, ein lang ausgedehnter Sommer wird uns vergönnt sein.

Ausnahmezustand und wohltuender Abstand

Schade, den Heimatort hätte ich schon gerne als Deutschlands heißesten Ort gesehen. Nur wegen des Spektakulären, natürlich nicht, wenn man bedenkt, was diese Wetterextreme wirklich bedeuten und wie schädlich das für unser aller Lebensbedingungen ist und noch werden kann. Denn gestern Abend, im Wetterbericht, wurde doch tatsächlich unser Ort in einer Reihe weiterer deutscher Gemeinden als möglicher Kandidat für den neuen Hitzerekord am Folgetag genannt. Nun ist es doch ein anderer geworden, ausgerechnet in Niedersachsen, wo man das eher nicht erwartet hätte. Und natürlich auch nur vorläufig, denn wer weiß, was in den folgenden Wochen noch passiert. Ich bin froh, meine jüngste Holzarbeit am Nachmittag abgeschlossen zu haben. Trotz der Hitze ging mir diese Feinarbeit gut von er Hand. Und ehrlich gesagt, mag ich die Hitze auch. Sie schafft eine besondere Art von Ausnahmezustand und Abstand, die wohltuend wirken. In Verbindung mit der ohnehin sich anders anfühlenden Stimmung in diesen Urlaubswochen hat das schon etwas Besonderes, das uns auch die Vorzüge der jahreszeitlichen Wechsel erkennbar machen kann.

Auf dem Weg zur Rekordhitze

Heute war die spätnachmittägliche Holzarbeit draußen schon grenzwertig. Aber morgen könnten wir hier im Südwesten tatsächlich den neuen Sommerhitzerekord erleben, denn es stehen die 42 Grad zur Diskussion, also mehr als vor ca. 16 Jahren, als schon einmal eine unserer Grenzgemeinden als die heißeste in Deutschland erklärt wurde. Nun gut, ich finde, auch das seinen Reiz, und wer kann, muss sich ja nicht unbedingt zu lange im Freien aufhalten. Schlimm ist es für manche Blumenarten, die trotz intensiver Wässerung zwischendurch schlapp machen und teilweise abgeschattet werden müssen. Unseren Gartenbäumen geht es bisher noch gut, aber auch darauf will ich in den nächsten Tagen ein Auge behalten, um auch diese zwischendurch zu wässern, was ich gewöhnlich nicht tue.

Guter Sommer für Wunderbäume

Ein arbeitsreicher Hochsommertag. Die Wunderbäumchen kommen bei diesem subtropischen Klima ganz auf ihre Kosten, fühlen sich dabei offensichtlich wohl. So sollten gegen Ende des Hochsommers mindestens 4 Wunderbäumchen unterschiedlicher Größe den Garten bereichern. Schön, dass das in diesem Jahr so erfolgreich umsetzbar war.

Zeitlose Unwahrscheinlichkeit

Ein richtig schöner Hochsommertag, an dem die Urlaubsstimmung auf ihrem Höhepunkt angekommen zu sein scheint. Während ich selbst viel arbeite, nehme ich das als sehr anregendes Setting wahr, das eine zeitlose Unwahrscheinlichkeit mit sich trägt. So hat dieser Arbeitstag einmal mehr, wie schon so häufig in jüngster Zeit, meine fotografischen Ambitionen im Bereich der Porträtfotografie gefordert. Eine ganze andere Aufgabe als das Festhalten natürlicher und situativ geprägter Details in der Landschafts- und Baumfotografie. Während mir die seit vielen Jahren vertraut ist, eben jene „stillen“ Motive, erfordern die Porträts viel Kommunikation und Einlassen auf die Wünsche und Erwartungen der Porträtierten. Eine Aufgabe, in die ich in den letzten Jahren hineingewachsen bin und die mir Freude macht, weil es ganz neue Seiten der Kreativität anspricht. Und wenn die Menschen mit den Ergebnissen zufrieden sind und sich darin wiederfinden, ist das auch jedes Mal eine Bestätigung.

Die Baumlandschaft wird welker

Für einen 21. war dieser Sonntag relativ unspektakulär. Aber die moderate Sonne hat mich am Nachmittag in die Baumlandschaft hinaus gezogen, den Kopf freimachen, was zurzeit dringend notwendig scheint, zumindest am Wochenende. Die Ruhe dabei war das Wichtigste. Die Landschaft selbst präsentiert sich in diesen Tagen eher schmucklos, wohl eine Folge der langen Hitzephasen mit zu wenig Regen. Fast alle Bäume und Sträucher tragen schlapp gewordenes grünes Laub. Hinzu kommt, dass derzeit kaum eine Blüte zu sehen ist, und für die Früchte ist es noch etwas zu früh. Nur die Fruchtstände des Gemeinen Schneeballs sind mir ins Auge gefallen, auch weil die normalerweise erst viel später im Jahr diesen Zustand zeigen. Sie sind nämlich schon ganz verschrumpelt und zeigen quasi herbstliche Ambitionen, eben auch eine Folge dieses Wetters. Andere Arten, wie die Pfaffenhütchen, bewegen sich langsam in Richtung der Fruchtreife. Die Hütchen beginnen gerade erst, sich vom Grün in Richtung Rosa zu verfärben. Recht früh dran sind die Haselnüsse. Die Sträucher, denen ich begegnet bin, sind übervoll mit den noch grünen Nüssen. Irgendetwas an unserem derzeitigen Klima scheint dieser Art in die Karten zu spielen, während die meisten anderen erkennbar leiden.

Tief im Menschsein verwurzelt

Rechtzeitig zum Wochenende kam doch wieder ein Auftrag für Holzarbeiten. Mir scheint, dass das dem Freizeitrhythmus der Menschen entspricht. Und es ist auch kein Wunder, ist Symbolisches für viele doch eher etwas, dem man sich widmet, wenn alles andere abgearbeitet und bewältigt worden ist. Eine Art Luxus, für viele, wie gesagt. Ich selbst kann mir den Alltag ohne diesen Blick aufs Symbolische, in der Kommunikation vor allem, eigentlich nicht vorstellen. Meine eigenen Äußerungen sind stark vom Symbolischen geprägt und kitzeln nicht selten auch auf Symbole bezogene Äußerungen bei anderen hervor. Eine Art Spiel, und für mich sehr schön, wenn sich andere darauf einlassen und ebenfalls Freude daran haben. Das ist es nämlich, worum es bei meinen Baumprojekten eigentlich geht. Die Bäume sind in erster Linie Symbole für etwas, das tief in unserem Menschsein verwurzelt ist.

Die Motivation des Zeitlosen

Es ist gerade das Zeitlose und so gar keiner Mode Unterworfene, was ich an der Auseinandersetzung mit den Bäumen, ihrer Symbolik und Ästhetik so schätze. Deshalb freut es mich besonders, wenn „alte“ Bekannte oder Auftraggeber manchmal nach Jahren wieder Kontakt aufnehmen und mir von zurückliegenden Erlebnissen und Einschätzungen erzählen. Das zeigt mir, bei rein inhaltlichen Themen wie auch bei den Erzeugnissen der Wunschbaum-Manufaktur, dass diese Dinge die Gemüter und Seelen bewegen und tatsächlich Wirkungen hinterlassen. Eine schönere Motivation, die Projekte weiterzuverfolgen und möglichst zu optimieren, kann ich mir nicht vorstellen.

Gießwassermangel und Extremklima

Schon wieder wird das Regenwasser knapp, jedenfalls ist einer unserer gerade erst gefüllten Tanks schon wieder leer und ich musste den zweiten nutzen. Die Bäume verkraften das bisher noch gut. Aber die einjährigen Blumen benötigen unbedingt die tägliche Portion Regenwasser. So wird es in Zukunft wohl immer wieder zu diesen Gießwasserengpässen kommen. Ich hoffe, wir werden nur selten tatsächlich Gießwasser aus dem Wasserhahn abzapfen müssen. Das widerstrebt uns, nicht nur wegen der Wasserkosten, auch weil zumindest auf dem Gebiet Nachhaltigkeit eigentlich möglich sein sollte – wenn das Klima nicht so extrem wäre.

Sonnenlicht, Baumdetails und naturnahe Lichtsimulation

Bald werde ich bei meinen Fotoshootings das Tageslicht in Innenräumen noch besser imitieren können. Ohne künstliches Licht geht da selten etwas, und ich habe oft den Eindruck, es ist immer noch nicht genug. Deshalb die neue Anschaffung mit supermodernen LED-Lichtpanels, die der diffusen Anmutung des Tageslichts noch besser entsprechen sollten als die bisherige Technik, und die zudem noch variabler handhabbar sind. Dann ist es im Idealfall so, als ob die Szene draußen in der Landschaft stattfinden würde. Diese besonderen Momente und Eindrücke beim Fotografieren, die vom Licht selbst inspiriert sind, vor allem bei meinen Landschaftsstreifzügen, die Nahaufnahmen von Bäumen und Baumdetails zum Ziel haben, sind für mich der Maßstab, an dem auch Innenraumaufnahmen zu bemessen sind. Wenn man diesem Ideal des satten natürlichen Sonnenlichts möglichst nah kommt und das bei den Einstellungen und fotografischen Ideen mitberücksichtigt, können Aufnahmen entstehen, die einen emotionalen Eigenwert erkennen lassen und sich gut für sinnhafte Illustrationen eignen.

Wiedersehen mit meiner alten, aber noch lebendigen Baumstammskulptur

Heute habe ich das lange aufgeschobene Vorhaben umgesetzt, bevor es gar nicht mehr dazu kommt. An meiner Stammskulptur hatte sich ein Baumpilz, einer von dieser schirmförmigen Sorte, festgesetzt, was deren Form natürlich unerwünscht beeinflusste. Das war vor einigen Jahren an genau derselben Stelle, im Bereich des tiefen, bis in die Stammmitte reichenden vertikalen Einschnitts, schon einmal vorgekommen. Und ich hatte damals schon dasselbe Werkzeug verwendet, um ihn abzustoßen. Diese schwere Eisenstange mit großer Kugel an einem und einer Art Stechbeitel an dem anderen Ende eignet sich dafür sehr gut, da man schon mit einiger Kraft daran gehen muss und sie andererseits in den engen Spalt passt. So ist es mir erneut gelungen, den Pilz vollständig abzuschaben. Mit einem Stechbeitel habe ich dann noch die feineren Verwurzelungen entfernt. So schnell wird er wohl nicht wiederkommen. Und meine inzwischen schon 22 Jahre alte Skulptur hat ihre gewollte Form wieder zurück. Zu meiner großen Freude haben die Jahre keine wesentlichen Spuren hinterlassen. Alles noch ein wenig mehr abgerundet, ein Resultat des Jahrzehnte währenden ständigen Wettereinflusses. Aber die Form und ihre Einschnitte sind noch genau dieselben, eben wie es das Konzept damals vorsah. Das finde ich Klasse. Nicht so schön ist, dass tatsächlich alle anderen Arbeiten, das waren 3, nicht mehr an ihrem Standort zu finden sind. Zwei ganz zerstört und ein zu einer Sitzgelegenheit umfunktioniert. Wie ich heute erfahren habe, ist auch der Mitorganisator des damaligen Kunstprojekts auf Seiten der Gemeinde inzwischen schon in Rente. Das konnte ich kaum glauben, wie viel Zeit seitdem vergangen ist.

Feigenholzspezialitäten

Das gerade erworbene Feigenbaumholz habe ich heute in einem ersten Schritt aufgesägt, um den Trocknungsprozess zu beschleunigen, aber vorerst noch nicht in die endgültige Kantelform gebracht. Das wäre zu früh gewesen, da das Holz erst in diesem Jahr geschnitten wurde und beim Sägen noch spürbare Restfeuchte aufweist. Es wird sich also bei diesen hochsommerlichen Temperaturen noch ein Stück weit verziehen. Bei diesen sehr schmalen Abschnitten kann das dann ausschlaggebend dafür sein, wie viel Material als Arbeitsgrundlage daraus zu gewinnen ist. Deshalb zunächst das Besäumen und Entfernen der Schalen und anschließendes Wachsen der Hirnholzflächen. So vorbereitet sollte es in den nächsten Wochen recht schnell richtig austrocknen, ohne sich erheblich zu verformen. Bei dem zweiten Schritt muss ich extrem sparsam sein und vielleiht sogar per Hand sägen, um zumindest aus einigen Abschnitten mehr als nur einen Stab zu gewinnen. Wenn das gelingt, hätte ich mindestens für zwei Jahre wieder ausreichende Vorräte dieser Holzart zusammengetragen.

Erkenntnisfortschritte mit Pflanzen

Im eigenen Garten scheint es in diesem Jahr eher ein Stauden- und Blumensommer zu werden. Diesen Vergleich mit den Bäumen habe ich ja schon öfter angestellt, weil einmal die Gartenbäume, einmal die blühenden Pflanzen im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit stehen, je nach Ausprägung ihrer Präsenz. Und die Bäume sind generell weniger dominant, scheinen vom Frühjahr an bis jetzt eher gehemmt, was man an eher kleinen Blättern, weniger sattem Grün und durchaus sich im Rahmen bewegender Wuchsfreude äußert. Es müssen kosmische Faktoren dafür verantwortlich sein, dass solche Unterschiede zwischen den Pflanzen und solche Schwankungen zwischen den Jahren festzustellen sind. Ich würde mich freuen, wenn ich im Laufe meiner langjährigen Beschäftigung mit den Pflanzen auf dem Gebiet Erkenntnisfortschritte machen könnte.

Sommer-Gartenarbeit und Baumhighlights

Der Besuchszeitpunkt war genau richtig, auch weil wir J. und W. bei der Gartenarbeit behilflich sein konnten. Die war dringend angesagt, hatten gewisse Stauden und kleine ungewollte Bäumchen, v. a. kleine Feldahorne, den Vorgarten überwuchert. Da musste das Laub verblühter Stauden zurückgeschnitten werden, viel Unkraut herausgezogen und verrottetes Laub entfernt werden. Jetzt haben die verbliebenen, noch blühenden oder immergrünen Pflanzen wieder Platz, Licht und Luft, um sich vernünftig im weiteren Verlauf des Sommers zu entwickeln. Hinterm Haus waren es mehr Reinigungsarbeiten. Dort haben sich die Bäume schön entwickelt und auch die Sonnenblumen, Rizinusstauden u. s. w. kommen jetzt langsam, wie bei uns auch, zum Höhenwachstum. Am meisten hat mich beeindruckt, wie Js und Ws Esskastanie im Vorgarten sich entwickelt hat. Vor einigen Jahren noch ein Winzling, zwar schon kräftig, aber eben noch sehr niedrig und eher buschig, ist inzwischen ein sehr kräftiger Baum mit starkem Stamm und unbändig sich verzweigenden Kronenästen geworden. Und eine Menge Biomasse in Form der schon abgefallenen Samenstände produziert er auch schon. Zusammen mit dem ausladenden Walnussbaum direkt neben ihm ist er heute schon das Highlight des Gartens.

Schwierige Holzsuche

Schade, das Feigenbaumholz ist noch nicht eingetroffen. Eine der häufigen Verzögerungen bei gewissen Versandunternehmen. Aber wichtig ist, dass es überhaupt ankommt. So werde ich kommende Woche die Abschnitte sichten und so viele Kanteln wie möglich daraus zu gewinnen versuchen. Es ist immer eine Frage des durchschnittlichen Durchmessers der Abschnitte. Aber wenn ich auch nur einen Stab pro Abschnitt werde erzeugen können, wären es immerhin 16 zusätzliche Kanteln für meine Vorratskiste. Und wenn das Material selbst dann auch noch sauber geschnitten wurde und nicht verrottet ist, was allerdings beim Feigenholz sehr schnell passieren kann, dann bin ich erst einmal zufrieden. Solche nicht im Handel erhältlichen Hölzer muss ich mir wohl auch in Zukunft in eher unkonventionellen Quellen ausfindig machen.