Trost in Krisenzeiten

Das Wort surreal ist in der Berichterstattung über das große Thema dieser Tage heute öfter gebraucht worden. Und tatsächlich erscheint einem diese Situation zunehmend unwirklich, wegen ihrer in kurzer Zeit so weitreichenden Auswirkungen und ihrer globalen Präsenz. Eigentlich ein Zustand, der an Krieg und massiven Kontrollverlust erinnert, alle Beteiligten machtlos, mindestens hilflos erscheinen lässt. Da stellt sich weniger die Frage, warum man das überhaupt erlebt, als die praktischere Frage, wie es möglichst schnell und verlustarm überstanden werden kann und was der Einzelne dazu beitragen kann. Und wie so oft bei heftig diskutierten und kommentierten Themen: die Kommunikation darüber entwickelt schnell ein Eigenleben. Es bestätigt sich dann die Erkenntnis, dass alle Probleme im Grunde kommunikative Probleme sind. Was wir als Problem erkennen, ist keines ohne seine kommunikative Vermittlung, meist sprachmittelt, aber auch über präsentative Formen, Fotos, Illustrationen und Filme. Ich habe immerhin die Hoffnung, dass sich auf Grund der erzwungenen Isolation und Gesellschaftsflucht wieder mehr auf die zeitlosen und symbolisch aufbauenden Themenfelder verlegen, nicht nur im Katastrophenmodus verbleiben. Das könnte eine Chance auch zur Wiederbelebung des Baumthemas sein. Wiederbelebung für viele, natürlich nicht für mich, der ich mich täglich mit den Bäumen beschäftige. Für viele kann die starke Lebenssymbolik der Bäume und ihre Symbolik und Ästhetik gerade in Krisenzeiten ein Trost sein.

Exkursionsbedürfnisse

Anders als erwartet ließen sich die Menschen heute nicht davon abhalten, die frische Luft und die Sonnenstunden am Nachmittag zu genießen. Ich würde fast sagen, es waren mehr als an durchschnittlichen Sonntagen. Aber das Wetter war auch toll für eine Exkursion und ich schätze, die Menschen brauchten diesen Freigang auch, nachdem man zuletzt den Eindruck hatte, nur noch für das Notwendigste überhaupt aus dem Haus gehen zu dürfen. Kaum zu Hause allerdings holen einen die Nachrichten wieder ein und das Thema geht in die nächste Runde. Ich habe meinen Lieblingsweg heute genossen und das neue fotografische Zubehör getestet. Allmählich wird das Fotografieren in der Baumlandschaft wieder interessanter, weil die ersten neuen Baumblüten des Frühjahrs auftauchen, wie hier bei der Weide, die Rinden und Holzschnittflächen in interessantem Licht erscheinen und vieles einfach attraktiver wirkt, was zwar im Winter auch schon vorhanden war, aber bei Kälte und Lichtarmut unscheinbarer ausfiel, wie die zahlreichen Misteln an den Erlen in Flussufernähe.

Baumlandschaft an der Saar im Frühling I
Baumlandschaft an der Saar im Frühling II
Mistelzweig an einer Erle an der Saar im Frühling III
Stumpf einer alten Eiche nach Baumfällarbeiten
Zweig mit Weidenkätzchen im Frühling

Gedanken an Frühling und Gartensaison

Trotz der allgegenwärtigen Krisenstimmung sind doch die Vorboten des Frühlings zu erkennen. An den frühblühenden Blumen im Garten, an längeren sonnigen Phasen. An der für diese Zeit recht milden Lufttemperatur. Das verleiht der morbiden Szene ein wenig mehr Leichtigkeit und lässt die Gedanken auch mal abschweifen in Richtung der lichtreichen Jahreszeiten, der Gartensaison, all dem Schönen, was der Frühling und Sommer normalerweise bringen mögen. Ob wir die so genießen und im Spiegel der jahreszeitlichen Entwicklung der Bäume in uns aufnehmen und verarbeiten können, hängt auch davon ab, wie prekär sich die Krise ausgestaltet. Wollen wir das Beste hoffen und darauf, dass die drastischen Maßnahmen und die große Vorsicht dieser Tage sich positiv auswirken und die Krisenzeit vor allem verkürzen.

Globale Unsicherheiten

Wer hätte das noch vor einer Woche für möglich gehalten? Ein Krisenszenario, das keiner so zuvor erlebt hat und den ganzen Erdball umfasst, mit weitreichenden Auswirkungen auf das soziale und wirtschaftliche Leben. Kaum vorstellbar, wie es sich in den nächsten Monaten entwickeln wird und wie unter den Voraussetzungen die Motivation und Zuversicht aufrechterhalten werden kann. Selbst meine Basisthemen und erdenden Aktivitäten scheinen da in anderem Licht zu erscheinen. Kann man sich künftig noch gefahrlos in die Landschaft begeben. Ist ein eigentlich gesunder Gang durch die Baumlandschaft auf einmal risikobehaftet, und was ist überhaupt noch verantwortbar möglich? Ich hoffe, die morbide Stimmungslage wird sich nicht gänzlich verfestigen und die Krise lässt sich noch in erträglichem Umfang kontrollieren.

Unverhoffter Arbeitsschwerpunkt

Die klassischen Medienformen sind zurzeit wieder mehr nachgefragt. Das ist für mich eine Abwechslung, bei so viel digitaler Techniklastigkeit. Uns es lenkt die Aufmerksamkeit wieder mehr auf Themen und klassische Gestaltungsaufgaben. Ich freue mich, solche Abwechslung zu haben und auf alle Prozesse, in denen ich originelle Lösungen und Vermittlungsformen entwickeln kann. In Verbindung mit den künftigen Fotografieprojekten rund um die Themenfelder Bäume und Holz ist das ein unverhoffter, aber doch anregender erster Arbeitsschwerpunkt dieses Jahres.

Rekonstruieren als Kunst

Schon wieder ein Techniktag mit vielen Hindernissen und Verzögerungen. Aber wie immer bei solchen Vorgängen kann man viel dazulernen und ist bei ähnlichen Gelegenheiten später um einige Optionen reicher. Außerdem ist nach solchen Aktionen der Kopf auch wieder freier für kreative Arbeiten, die symbolischen Themen, die Bäume, die Landschaft und alle Formen, Eindrücke und Gedanken zu gestalten und ihnen eine persönliche Note zu verleihen. Dieses individuelle Rekonstruieren ist doch das Schönste an allem. Ohne die eher technischen Routinen ist das aber nicht machbar.

Zwischen Technik und symbolischer Grundlegung

Wieder ein Tag, der mit technischer Routine ausgefüllt war. Aber in Krisenstimmungszeiten ist es auch sinnvoll und angemessen, die Sicherheit in den bestehenden Projekten auf den Prüfstand zu stellen und soweit wie möglich zu optimieren. Das ist jetzt die richtige Zeit des Jahres dafür, bevor die warme Jahreszeit wieder zu mehr Ausdehnung, Exkursion und bei der Projektarbeit zu kreativen Ansätzen den richtigen Rahmen bildet. Das Technische läuft auch dann immer mit, als Basis sozusagen. Aber die andere Basis, meine Grundlagenthemen und überhaupt die Orientierung am Symbolischen, am liebsten eng gefasst am Beispiel der Bäume, die treten mit zunehmendem Licht und dem Mehr an Sonne einen dann wieder breiteren Raum ein.

Autobiografische Arbeit mit präsentativen Symbolformen

Manchmal sind es alte Hüte, die einen den ganzen Tag beschäftigen. Dinge, die längst abgeschlossen schienen, treten auf einmal in den Vordergrund, zeigen sich widerspenstig und unzuverlässig, anders als erwartet. Da schwingt dann immer ein Stück Autobiografie mit, Erinnerung und Verarbeitung des Erinnerten, Rückblicke und Vergleiche mit früheren Erfahrungen, die gewinnbringend sein können, weil man von vorneherein Umwege und Fehler vermeiden und andererseits Funktionen und Abläufe optimieren kann. Oft ist da tatsächlich noch mehr herauszuholen. Oder die Dinge erscheinen in einem von der vergangenen Lebenszeit beförderten neuen Licht, was anregend sein kann. So stehen diese Tage auch im Dienst einer Art Archivierungsarbeit, bei der auch Baummotive und sehr viel Bildmaterial aus meinem traditionell bevorzugten Motivfeld vegetabiler Strukturen und Symbole eine Rolle spielen. Es ist schön, da Spektrum auf dem Gebiet stetig zu erweitern und die eigenen Symbolformen auch immer weiter verbreiten zu können.

Zeitlose Ästhetik

Diese Textüberlieferungen von Rudolf Steiner über seine ästhetischen Anschauungen und die Rolle der Kunst zu seiner Zeit und im Allgemeinen sind schon sehr interessant. Wie bei allen Themen, die er aufgreift und auf unnachahmlicher Manier rekonstruiert, geht es darin um ganz Grundsätzliches, das weit über die rein wissenschaftliche Betrachtung hinausgeht. Vor allem beeindruckt, mich, dass er dabei zu Schlüssen und Grundanschauungen gelangt, die sehr in Richtung dessen gehen, was ich im Rahmen meiner Magisterarbeit zur ästhetischen Kommunikation selbst herausarbeiten konnte. Es wäre damals passend und bereichernd gewesen, hätte dem noch eine weitere Facette hinzugestellt, wenn ich auf Steiners Texte zu dieser Zeit aufmerksam geworden wäre. Ohne nämlich explizit kommunikationswissenschaftlich zu denken, sind die wesentlichen Überlegungen doch mit kommunikationswissenschaftlichen Ansätzen kompatibel, u. a. mit Susanne Langers „Philosophy in a new key“, die ich nach wie vor für eine halte, die das Thema sehr zeitlos und der eigenen Erfahrung mit Kunst entsprechend zu erklären vermag. Steiner hat in dieser Weise ähnliches für die Ästhetik geleistet, auch wenn sich seine Überlegungen über einen längeren Zeitraum und auf verschiedenen Publikationsschienen punktuell verteilt haben und er nie dazu gekommen war, es in einem zusammenhängenden umfangreicheren Werk zu konzentrieren. Wie so oft war ich seinerzeit über ein Baumthema auf Rudolf Steiners Denken aufmerksam geworden, nämlich über die überlieferte Mitschrift einer der vielen Vorträge, die Rudolf Steiner über das Weihnachtsfest und seine faszinierenden Facetten, hier am Beispiel der Rezeption des Weihnachtsbaums, gehalten hatte.

Spannende Microstockstrategien

Nach der Routine-Arbeit eines Samstags war der Rest des Tages mit unverhofft viel Projektarbeit angefüllt. Da blieb nicht mehr viel Zeit, die bei Alamy bereitgestellte Auswahl meines Microstock-Portfolios weiter zu bezeichnen und zu verschlagworten. Die traditionell und beim Schnitt der Agenturen langfristig erfolgreichen Motivreihen habe ich vorgezogen. Das sind nach wie vor meine Holzoberflächen und Holzstrukturbilder, meine Detailaufnahmen von Blüten, Früchten und Blättern, Materialoberflächen als Hintergründe und eben die Feiertags-, vor allem die Weihnachtssymbolbilder. Es ist spannend mit der Kombination von Keywords zu spielen und dem bei Alamy implementierten Kriterium der Auffindbarkeit Rechnung zu tragen. Tatsächlich kann dabei die Kombination bestimmter Suchbegriffe den Unterschied zwischen schwacher Auffindbarkeit und optimierter Auffindbarkeit machen. Zumindest gemessen an dem, was das System anzeigt. Ob sich diese Differenz in der Resonanz auf die eine oder andere Kategorie von Fotografien spiegelt, bleibt dann noch abzuwarten.

Jetzt auch bei Alamy

Seltsam eigentlich, dass mir diese Microstock-Agentur bisher nie aufgefallen ist. Dabei bin ich teils schon Jahre bei verschiedenen Agenturen vertreten und verfolge die Szene auch regelmäßig. Aber Alamy muss mir irgendwie entgangen sein, obwohl die Agentur schon seit ca. 20 Jahren am Markt ist. Aber ich freue mich, sie jetzt entdeckt zu haben und künftig ein Teil meines Portfolios auch bei Alamy anbieten zu können. Die im Vereinigten Königreich ansässige Agentur ist sehr breit aufgestellt und verfügt über eine sehr große Auswahl. Es wird spannend sein zu verfolgen, ob meine bevorzugten Themenfelder Bäume, Holz, Feiertage, Hintergründe & Texturen dort Resonanz finden und wo genau die Schwerpunktinteressen der sich dort tummelnden Kreativen liegen. Beim Hochladen und verschlagworten einer Reihe von Fotografien hatte ich den Eindruck, dass einige vielversprechende Kandidaten dabei sein könnten. Nicht nur die aktuell besonders nachgefragten Motive aus dem Bereich Recycling, auch meine Traditionsmotive zu Bäumen und Hölzern sollten auch hier eine Nachfrage erfahren.

Aktivitätsvermeidung

Immer mehr Veranstaltungen werden wegen der Viruspandemie abgesagt. Und die Menschen scheinen im Alltag zunehmend vorsichtig überall, wo es zu dichteren Ansammlungen kommen könnte, auch in Gebieten, zu denen das Virus noch nicht vorgedrungen ist. Das hat sich zu einer Art Generalverdacht und Grundsatzbefürchtung ausgewachsen, die ungeahnte Aktivitätsvermeidungen nach sich zieht. Ich versuche, diese Zeit produktiv und möglichst kreativ zu nutzen, bis sich wieder mehr Entspannung erkennbar macht. Und dazu gehören auch ausgedehnte Exkursionen durch die nahe Baumlandschaft, die bei garantiert fehlenden Massenansammlungen möglich sind. Auf die wieder schöneren, hellen und sonnigen Tage, auf die ersten Anzeichen des Baumfrühlings und die Möglichkeit, ihn fotografisch festzuhalten, freue ich mich jetzt schon und hoffe, der Frühling wird bald spürbar sein.

Die regulierende Rolle von Parallelthemen

Bei der kreativen Arbeit sind Resonanzen von außen recht nützlich. Zurzeit bieten sich dazu aber nur wenige Gelegenheiten. Zu sehr sind die Menschen mit sich selbst und der verbreiteten Krisenstimmung beschäftigt. Da ist es hilfreich, die eigene Selbstbeobachtung zu fordern und genügend professionelle Distanz zu den eigenen Ergebnissen zu schaffen. In diesem Aus-Sich-Selbst-Heraussetzen für kreative Zwecke habe ich recht große und auch positive Erfahrung, die mir aktuell zugutekommt. Das andere, was ebenfalls nützlich sein kann, ist der Gegenstand der Beobachtung selbst. Neben dem, was gerade im Zentrum der Aufmerksamkeit steht, sind es die Nebenthemen, deren Bearbeitung oder bloße Beachtung einen guten Teil zur Selbstdistanzierung beisteuern kann. Ein Grund, mich immer wieder auch parallel mit den Bäumen und ihrem Holz, den vielen symbolischen, ästhetischen und illustrativen Aspekten dieser Themenfelder auseinanderzusetzen und damit praktisch kreativ zu arbeiten. Ich freue mich darauf, wenn dies im Frühjahr wieder öfter und eindrucksvoller möglich ist.

Abgegrenzte Saison für die Holzarbeit

Wenn das Schmuddelwetter weiterhin so anhält und wir weder in der Baumlandschaft noch gefühlt einen Frühling erahnen, fehlt die Holzarbeitsroutine eher nicht. Denn diese Arbeit lebt immer wieder und am besten mit dem natürlichen Licht, am besten noch in Verbindung mit Wärme. So wird es in dieser Saison wohl so sein wie vor Jahren, als das Interesse und die Aufmerksamkeit sich erst mit dem als stabil wahrgenommenen Frühjahr wieder in Richtung der Bäume bewegt hat. Zwischenzeitlich gab es davon deutliche Abweichungen, geradezu gegenteilige Tendenzen mit sehr viel Aufmerksamkeit gerade in den Monaten vor und nach Weihnachten. Aber das waren auch klirrend kalte und langanhaltende Winter, die jetzt schon mehrfach hintereinander ausgeblieben sind. So ergibt sich für meine Holzarbeit doch wieder etwas, das wir bei den Jahreszeiten zunehmend vermissen. Dass sich nämlich so etwas wie eine klar abgegrenzte Saison abzeichnet, die von einer längeren Auszeit abgelöst wird.

Gefährdungen und Motivationsbremsen

Ich konnte mir Anfang des Jahres Verschiedenes vorstellen. Dass die Diskussion aktuell aber von einer Gesundheitsgefährdung dominiert werden würde, die die Weltwirtschaft in eine Krise zu versetzen droht, hätte ich aber nicht gedacht. Dabei haben wir schon mit genügend anderen Krisen zu tun, v. a. auf politischer Ebene, im eigenen Land wie international. Nun eine Gefährdung, die ohne globalisierte Mobilität nicht möglich wäre, die als Resultat derselben aber auf einmal jeden und überall bedroht. Das lähmt die Motivation der Menschen noch zusätzlich ab, und in vielen Fällen auch ganz praktisch. Das macht nicht gerade Mut für diesen Auftakt der neuen 20er Jahre. So sehr hätte ich mir eine echte Aufbruchstimmung gewünscht. Die scheint jetzt so schnell nicht in Sicht, zunächst müssen wir durch diesen unvorhersehbaren Nebel von nicht erwartbaren Irritationen. Da freue ich mich auf die nächste Gelegenheit, in der Holzarbeit in der intensiven Arbeit mit den Energien der Bäume von all dem zur Ruhe kommen zu können.

Schmucklose Baumlandschaft

Beim heutigen Sonntagsspaziergang bin ich einmal ohne Kamera losgezogen, dafür aber mit Schirm, denn das war mir einfach zu unsicher. Die Kamera hätte ich tatsächlich nicht benötigt, so trost- und schmucklos präsentierte sich die Baumlandschaft immer noch, keine Blüten, keine neuen Blätter, nur vereinzelte Sträucher mit noch geschlossenen Blattknospen. Soweit ich erkennen konnte, dürften das die Schlehdorne sein. Aber neben den ohnehin schon seit Winteranfang präsenten Haselkätzchen und diesen ersten Ansätzen hat sich noch nichts in Sachen Baumfrühling getan. Den Schirm habe ich dann ebenfalls nicht verwendet, obwohl es leicht nieselte, aber eben nicht so dramatisch. So war es einfach ein unaufgeregter Spaziergang bei lauwarmer und vom vorhergehenden Regen frischer Luft, mit dem ich nach einer mit Innenraumarbeit angefüllten Woche Sauerstoff tanken und den Kopf freimachen konnte.

Gutes Licht für Materialtexturen und Holzoberflächen

Nur einmal in vier Jahren gibt’s diesen Tag. Eine von Ms Bekannten hat genau heute Geburtstag. Seltsam, wenn man nur alle vier Jahre seines Geburtstags am eigentlichen Tag gedenken kann. Fällt der dann sonst immer aus, muss man ihn nachholen oder gar vorziehen? Ansonsten hatte dieser Samstag nichts Außergewöhnliches, der richtige Rahmen für Routinearbeiten, wie sie Samstag häufig auf meinem Programm stehen. Auch gut, weil für die produktive Arbeit dann in der Folgezeit der Kopf wieder frei ist. Sehr gerne würde ich gerade jetzt in freien Stunden raus in die Baumlandschaft und in abgelegene Winkel des Orts gehen, um in den lichtreichen Stunden, die wir auch jetzt schon erleben, neue und ungewöhnliche Fotografien zu realisieren. Gerade für Oberflächenstrukturen, besonders von Holzflächen, sind die Lichtverhältnisse in dieser Zeit der Jahres recht gut, noch bis in den Frühsommer hinein. Im richtigen Hochsommer wird’s wegen der zu intensiven Strahlung und der vielen Schatten dann schwieriger. Ich hoffe, die Zeit vorher für einen Ausbau meiner Portfolios gut und umfangreich nutzen zu können. Unterstützt durch neue Technik, die demnächst zusätzlich nutzbar sein wird. Die jüngst ergänzten und überwiegend auch akzeptierten Motive besonders von Holzoberflächen und Materialtexturen sind für die nächsten Monate ein guter Auftakt.

Schluss mit Winter

Schön, durch das Schaltjahr hat die Sonnenstundenbilanz diesmal eine Chance, am Ende doch noch zufriedenstellend auszufallen. Ein Tag mehr, der zwar nicht mehr ausreicht, um das Niveau der beiden Vorjahres-Februare zu erreichen. Aber leicht überdurchschnittlich war die Sonne dann doch in diesem Monat präsent. Nach dem ständigen Auf und Ab des Wetters könnte es jetzt endlich konstanter werden, besser für uns Menschen und für die Bäume und übrigen Pflanzen ein Signal, dass man den Frühling wagen könnte. Eindeutige Signale in dieser Richtung sind noch nicht zu sehen. Aber gefühlt haben wir den Winter längst hinter uns gelassen, vor allem weil er erst gar nicht wirklich angekommen war. Nun also die richtige Zeit, all das Jahreszeituntypische hinter uns zu lassen.

Grund, sich aufs Frühjahr zu freuen

Der erste Schnee für dieses Jahr, der aber auch eher als Schneeregen daher kam. Kurze Zeit blieb er auch bei uns ein wenig liegen, bevor er vom wärmeren Regen weggespült wurde. Eine Fortsetzung also des Schmuddelwetters, das die Menschen hierzulande immer unbeweglicher und müder werden lässt. Selten habe ich mich so auf das Frühjahr gefreut. Und auf die ersten längeren Fototouren durch die Baumlandschaft, mit der Chance auf neue Motive von Baumdetails, Rinden, Holzstrukturen und den jeweiligen Besonderheiten der Jahreszeit.

Durchschnittliche Februarsonne

Die Sonnenbilanz dieses Februars wird nicht schlechter ausfallen als im Durchschnitt der Vorjahre. Nur die beiden letzten Jahre waren in diesem Monat ungewöhnlich lichtreich. Das ist eben nicht durchgehend zu erwarten. Nun hoffe ich, dass das weniger an Licht in den kommenden Monaten nachgeholt wird. Auch damit wir den Frühling endlich erleben und diesen ungemütlichen Nicht-Winter hinter uns lassen können. Mit allem, was der Frühling an Aktivitäten mit sich bringt, v. a. mit dem Aussäen und Pflanzen unserer selbst gezüchteten Gemüsesorten und Zierpflanzen. Das macht mir zunehmend Spaß. Und Pflanzerde habe wir auch schon besorgt. Mit den ersten Saaten werde ich auf der Fensterbank wohl in der erste Märzhälfte beginnen. Vor allem die Wunderbäumchen brauchen ziemlich lange, bis eine Teil der eingesetzten Samenkerne tatsächlich keimt. Da kann das frühe Starten nichts schaden. Bei anderen Sorten dauert es ohnehin sehr lange, bis sie sich nennenwert entwickeln. Deshalb werde ich z. B. bei den Chilis erst später beginnen. Die sind Spätzünder, so dass es nicht von Vorteil ist, sie allzu früh anzusäen.

Konstruktionsholz-Struktur

Sperrholzstapel - Holzhintergrund

Manchmal lohnt es sich, älteres Bildmaterial noch einmal durchzusehen. Im zeitlichen Abstand komme ich oft zu anderen Einschätzungen. Auf einmal erscheinen Motive interessant genug, um innerhalb der Microstock-Portfolios eine Chance zu haben. Eine dieser Revisionen betrifft eine Reihe von Holz-Struktur-Fotografien, die ich im letzten Jahr von einem verwitterten Stapel Sperrholzplatten, dickere Konstruktionsholzplatten, gewinnen konnte. Eine Auswahl daraus zeigt interessante verwitterte Holzstrukturen, welche die kreuzweise Anordnung der übereinanderliegende Schichten sehr schön sichtbar macht, v. a. weil die im Hirnholz auf die Schnittkante stoßenden Flächen stärker verwittert sind und anfälliger auch sind gegenüber Pilzbefall. Das ergibt im Ergebnis eine interessante Struktur und Zeichnung, die so nur bei einem technischen Zwecken dienenden und für diese Zwecke optimierten Bauholzstoff auftreten kann.

Unsere Anstrengung gegen Verwirrung

Kein schönes Wetter für all die Vereine und Faschingstreibenden, die sich auf den Rosenmontag gefreut haben. Und dann schon wieder ein solches Attentat. Ist die Welt nur noch verwirrt, haben diese Verirrungen gar kein Ende mehr. Es ist mir ja immer ein Anliegen, gerade die grundlegenden Themen auch in diesem Baumtagebuch aufzugreifen, weil es mir so wichtig erscheint, ganz unvoreingenommen an die Dinge heranzugehen, einmal die Konventionen zu vergessen und genau hinzuschauen, was es mit den Dingen auf sich hat. Die Beschäftigung mit de Bäumen kann z. B. dabei helfen, das Übersteuerte und permanent Aufgeregte zurückzuschrauben, sich zu erden. Anders als durch solche Anstrengungen, ein bewusstes sich aus dem Strom Herausziehen, wird es kaum möglich zu sein, wirkliche Fortschritte zu erreichen, in Wirtschaft, Politik, in eigentlich allen Teilsystemen der Gesellschaft und Kommunikation. Lasst uns das nicht vergessen, damit sich die Irrwege nicht festfahren.

Vorfrühlingspläne

Ein ruhiger Sonntag kurz vor dem Abschluss der närrischen Tage setzte den Nicht-Winter fort, mit diesmal allerdings lichtarmer Witterung und Regen. Gut, dass es hier drinnen so viel zu erledigen gibt. Da fehlt es nicht unbedingt, wenn selbst ein Spaziergang nicht möglich ist. Ich freue mich dennoch auf den Frühling, gerade weil der Winter so unwinterlich ausfiel, und auf alle frühlingshaften Aktivitäten, wie das Aussäen meiner Pflanzen, mit dem ich im März wieder beginnen will. Aber auch der erste Baumschnitt wird nicht mehr lange auf sich warten lassen. Nachdem wir bei J. und W. mit dem Zierkirschbaum diese Arbeit schon abgeschlossen haben, steht demnächst mein Maulbeerbaum wieder an, dessen zeitaufwändiger Rückschnitt mir in den Vorjahren immer gut gelungen war. Auch 2019 ist er kräftig nachgewachsen, leider hatten wir nur nicht mehr viel davon, da die Blüten erfroren waren und es dann natürlich keine Früchte gab. Das wird hoffentlich diesmal anders sein. Aber einen sonnenreichen Samstag benötige ich dafür schon noch.

Der Technik Geschwindigkeit entziehen

Die fotografische Technik bleibt in diesen Fastnachtstagen ein Thema, das mich außerordentlich fesselt, gerade weil sich derzeit auf dem Gebiet so viel bewegt und man mit neuer Technik eben auch veränderte, möglicherweise erweiterte Gestaltungsmöglichkeiten hat. Es ist nur schwierig, sich umfassend kundig zu machen, um wirklich aussagekräftige Vergleiche anstellen zu können. Es ist auf dem Gebiet allerdings wie bei der Computertechnik und der mobilen Telefonie. Die Entwicklung beschleunigt sich zusehends, so dass man kaum noch hinterher zu kommen scheint und die Dinge schon veraltet scheinen, wenn man sich gerade erst an sie gewöhnt hat und mit ihnen praktisch zu arbeiten gelernt hat. Ich denke, bei so viel Beschleunigung ist es für uns zunehmend wichtig, eine Rückwärtsbewegung einzuleiten, sich ein Stück dieser überzogenen Geschwindigkeit des Wandels zu entziehen. Das macht langfristig wirklich aufbauende Entwicklung und Verbesserung möglich. Die so sehr verkürzte Halbwertzeit des technischen Fortschritts dagegen befördert Rast- und Ruhelosigkeit und hat auch die Tendenz, sich von den Gegenständen und Inhalten zu weit fortzubewegen. Die Technik kann kein Selbstzweck sein, sollte vor allem einem darüber hinaus gehenden Zweck dienen. Ich versuche, diese Erkenntnis in die künftigen Entscheidungen und meinen Umgang mit Technik generell einzubauen, um einen ehrlichen und echten Umgang mit den Themen zu erreichen, die wie das Baum-Thema und das Feiertage-Thema meine liebsten Reflexionsgegenstände darstellen.

Ausnahmezeiten und geistige Entwicklung

Das Motivierende eines Einundzwanzigsten hatte dieser Tag für mich eher nicht. Natürlich, während der Fastnachtszeit ist ohnehin alles anders. Aber dieses Jahr erscheinen mir die Menschen besonders abwesend zu sein. Wie aus der Zeit gefallen und eigentlich nicht ansprechbar. Das gehört zu den unwahrscheinlichen Erlebnissen, zu den Situationen, bei denen ich denke, wir träumen unsere Lebenszeit dahin und haben einen geistigen Fortschritt in den letzten Jahrhunderten tatsächlich noch nicht geschafft. In solchen Zeiten halte ich mich gerne an meine Basis-Themen, Bäume und Holz. Und da konnte ich nach langem Auswählen und Bearbeiten zwei ganz gute Holzstrukturfotos meiner Sammlung hinzufügen, die spontan auch schon bei der ersten Microstock-Agentur akzeptiert wurden. Bei der Gelegenheit habe ich neue Techniken der Weiterverarbeitung getestet, die in Richtung einer möglichst breiten Anwendungsmöglichkeit geht, und das heißt in Richtung von weniger Kontrast und mehr akzentuierter Flächigkeit, die aber den Gegenstand und seine Besonderheit dennoch deutlich hervortreten lässt.

Neue Bildbearbeitungstechniken entdeckt

Wieder ein Tag mit mehr Freiräumen als gewöhnlich. Und zur Bearbeitung meiner jüngsten Holzfotografien bin ich ebenfalls gekommen. Auf dem Gebiet entdecke ich immer wieder neue Bearbeitungsansätze, die einer ganz anderen Logik folgen, als ich bisher gewohnt war. Das verspricht interessante und sehr gut verwendbare Ergebnisse.

Vorbereitungen kreativer Arbeit

Kommunikatives Handwerk und Recherchen zu fotografischer Technik bestimmen diese von der Fastnachtsstimmung geprägten Arbeitstage für mich. Das ist eine gute Mischung, weil es Freiräume schafft für spätere Kreativphasen und auch neue Möglichkeiten in Aussicht stellt, die dieses kreative Arbeiten bereichern können. So ganz nebenher sind solche Fortschritte selten realisierbar. Gewisse Phasen, die sich auf solche Erkundungen konzentrieren, haben sich für mich eigentlich immer bewährt. Trotz der Routine kann ich seit längerem einmal wieder mehr in der Landschaft fotografieren und anschließend an dem Material arbeiten. Ich schätze, meine Holzoberflächen werden in Kürze eine Erweiterung erfahren.

Närrische Pausenzeiten

Es ist fast wie vor und nach Feiertagen. Wenn sich die Hochzeit der Fastnacht nähert, sinkt die Bereitschaft der Mensch, sich auf neue Projekte einzustellen, gegen null, meist auch noch einige Tage danach. So muss man um die Fastnachtstage herum immer mit einer Art Pause rechnen, zumindest die professionelle Kommunikationsbereitschaft betreffend. Ich nehme das durchaus als wohltuende Abwechslung wahr, da sich dadurch unverhoffte, kreative Freiräume auftuen, die dazu einladen, Neues auszuprobieren oder sonst kaum Realisierbares weiterzuverfolgen. Dazu gehören sicherlich in den nächsten Tagen auch die immer noch nicht vollständig durchgesehen Fotografien der letzten Monate, die sich um Bäume, Feiertage und Materialien drehen. Auch ältere Serien, die noch nicht vollständig durchgesehen sind, gehören zu vielversprechenden Kandidaten.

Erste Gartentipps

Der merkwürdige Winter ist immer noch Thema in den alltäglichen Gesprächen wie auch in den Medien. Und immer noch hinterlässt dieser Umstand eine große Ratlosigkeit, die lähmend wirkt und einfach nur hoffen lässt, dass es sich mit dem Winter bald erledigt hat. Schon werden die ersten Experten interviewt und nach Rat zu Baumschnitttechniken und Zuchtoptimierungen bei Pflanzen gefragt. Ein Zeichen, dass man den Frühling bereits im Gefühl hat, auch wenn er außen noch nicht sichtbar geworden ist. Ich freue mich sehr auf die ersten wirklich sonnenreichen Tage, die mir das Fotografieren bei natürlichem Licht wieder möglich macht und das Einfangen von jahreszeitlichen Baumimpressionen und für Gestalter gut verwendbaren Oberflächenstrukturen und Materialtexturen. Letztere scheinen sich zu meinen erfolgreicheren Motivfeldern zu entwickeln, in denen es mir immer wieder gelingt, Fotos mit wirklichem Seltenheitswert, u. a. zum Thema Recycling-Plastik zu

Schon fast wie Frühling

Die frühlingshafte Anmutung und die Lust, durch die Landschaft zu streifen, haben sich heute fortgesetzt. Das ist ein Vorgeschmack auf den Frühling, fühlt sich schon fast so an, auch die Baumlandschaft sich eher grau zeigt und ich nicht bedauern musste, den Fotoapparat nicht mitgenommen zu haben. Kaum Akzente oder motivisch interessante Details konnte man ausfindig machen. Aber der Spaziergang allein machte Freude, bei der milden Temperatur und dem Licht. Die Menschen könnten jetzt schon auf Winter verzichten und bewegen sich vermehrte draußen. Dann könnte es jetzt auch tatsächlich in diese Richtung gehen.

Der erste Rückschnitt dieses Winters

Den Zierkirschbaum zurückzuschneiden, insbesondere den über den Zaun zum Nachbarn ragenden Ast, war das vornehmliche Ziel unseres Besuchs bei J. und W. Genau zum richtigen Zeitpunkt, würde ich sagen, denn solche Arbeiten bekommen den Bäumen im Winter am besten, wenn die Säfte noch zum größeren Teil in den Wurzelbereich zurückgezogen sind. Und außerdem war das Wetter auch wunderbar für Gartenarbeit dieser Art, mit fast frühlingshafter Temperatur bis in den späten Nachmittag und viel wärmendem Sonnenlicht. Letztlich war es etwas unkomplizierter als gedacht, wenn auch nicht weniger zeitaufwändig. Auf Ws Wunsch hin habe danach noch die senkrecht nach oben schießenden Triebe des Apfelbaums mit der langen Astschere gekappt, was vom Boden aus sehr gut funktioniert, viel besser als von der Leier aus, die man zudem ständig umstellen und sich dabei verrenken muss. Eine wirklich gute Erfindung, diese ausziehbaren Astscheren mit Seilzug. Auch unser übrigen Equipment war nützlich und unbedingt erforderlich, darunter die mechanische Zieh-Astsäge mit dem ebenfalls ausziehbaren Stiel, mit der wir die mitteldicken Astabschnitte abgesägt haben, und die elektische Akku-Kettensäge, deren Power gerade ausreichte, um die richtig starken Teile des Asts in Richtung des Stamms abzutrennen. Das war dann mühelos. Die größte Schnittstelle haben wir mit Baumbalsam eingepinselt, so dass der Baum keine Schäden von dem Rückschnitt zurückbleiben dürfte. Nun ist der Nachbar sicherlich zufrieden, und die Bäume sind über den Sommer und für die nächsten paar Jahre besser zu pflegen. Ein gelungener Arbeitseinsatz, den wir bei Kaffee und leckeren „Faasendskischelchern“ haben ausklingen lassen.