Die Zeit der unbeschränkten Gartenfreude

Einen ziemlich produktiven Arbeitssamstag durfte ich heute erleben, mit Routinehausarbeiten am Vormittag, gut voranschreitender Projektarbeit am Nachmittag und Abend und zwischendurch mit einiger Zeit im Garten und Gesprächen, die in die gemeinsame vergangene Lebenszeit und zu bekannten Menschen zurückreichten. Der Garten strahlt in diesen Wochen seine ganze entspannende Schönheit aus. Die Zeit, in der man ihn genießen kann und die ganzen Arbeiten am Pflanzen, Zurückschneiden und Erde bewegen abgeschlossen sind. Später kommen noch Arbeiten, die mir der Ernte und gewissen Bereinigungen zu tun haben. Aber bis dahin ist noch einige Zeit und solange erfreuen wir uns an den Gartenbäumen mit ihrer lichten Ausstrahlung und ihrem gleichzeitig angenehm kühlenden Schatten und den vielen Farb- und Formakzenten, die von Blumen, Stauden und Dekorations- und Bauelementen im Garten ausgehen. Schön, dass die Krise zumindest dieses an Positivem mitbringt. Es gibt viel weniger, das von diesen grundlegenden Freuden ablenken könnte.

Sommer und die Präsenz der Bäume

Nach zwei Tagen trüben Wetters mit viel Feuchtigkeit und wenig Sonne ist heute der Sommer langsam zurückgekehrt. Und mit ihm der Durst der Pflanzen, insbesondere der in den Kübeln und sonstigen Pflanzgefäßen. Unsere Gartenbäume kommen bisher auch ohne zusätzliche Gaben ganz gut zurecht. Ich freue mich mit den anderen jetzt auf ein moderates Sommerwetter mit einem Licht, das das satte Grün der Pflanzen aufleuchten und durchscheinen lässt. Diese Semitransparenz ist es, was ich wesentlich mit dem Eindruck des Sommers verbinde – wie so oft ein grundlegender Eindruck, der von der Präsenz und Veränderlichkeit der Bäume lebt.

Zur Rückkehr des Hochsommers

Jetzt ist es aber auch wieder genug mit den Wolken, der kühlen Temperatur und dem Regen. Für Juli ist das doch gewöhnungsbedürftig und passt so gar nicht zur Jahreszeit. Ich freue mich auf die Rückkehr des Hochsommers am Wochenende, und darauf, wieder ein wenig in der Baumlandschaft unterwegs sein zu können. Die hochsommerlichen Eindrücke von Baum- und Landschaftsdetails haben mich zuletzt sehr gereizt, zumal die neue Technik auch neue Gestaltungsmöglichkeiten bietet. Aber gerade dafür muss das Licht stimmen. Viel klares Sonnenlicht, am besten leicht gefiltert durch eine dünne Hochnebeldecke.

Konzentrierte Hochsommerauszeit

Wie ausgestorben wirken diese Hochsommertage, die so gar nichts Hochsommerliches an sich haben. Und selten konnte ich so anhaltend und konzentriert bei der Projektarbeit bleiben. Das ist eine spezielle Erfahrung, die von mir aus eine Weile anhalten kann. Natürlich gehört irgendwann auch wieder mehr kommunikative Bewegung dazu, damit die Dinge im Fluss bleiben. Aber als Quasi-Auszeit zum Arbeiten ist das schon unvergleichlich. Selbst der Wunschbaum scheint in Urlaub zu sein, denn auch Wünsche sind in diesen ersten Wochen der zweiten Jahreshälfte eher selten geworden. Zumindest verspüren die wenigsten ein Bedürfnis, sie zu äußern.

Erholungssommer für die Pflanzen

Einen so heißen Hochsommer mit brütender Hitze wie in den beiden Vorjahren werden wir wohl eher nicht erleben. Es scheint durchwachsener und weniger extrem. Eigentlich ist das angenehmer für uns und schonender für alle Lebewesen. Gerade die Bäume werden es als Erholung wahrnehmen, haben sie doch allzu sehr unter langen Trockenperioden gelitten, mit teils deutlich in den Folgejahren durchscheinenden Folgeschäden. Eine regelmäßige Durchfeuchtung ist das in der warmen Jahreszeit ein Ausgleich, der die Energieanstrengung der Pflanzen reduziert und sie noch besser wachsen, grünen, blühen und fruchten lässt. Dass das bei manchen Arten, wie wieder einmal bei vielen Baumobstsorten nicht so gut funktioniert hat, liegt an anderen Faktoren. Aber in Sachen Wachstum und Vitalität können wir mit dem diesjährigen Sommer sehr zufrieden sein. Wieder mehr Licht als z. B. heute wünsche ich mir allerdings doch. Damit das Sommerfeeling auch nicht verloren geht.

Hochsommerliche Begegnung mit einem alten Arbeitsort

Einer meiner eher seltenen Außentermine hat mich in die Stadt meiner alten Arbeitsstätte geführt. Schön, im zeitlichen Abstand die Eindrücke der Straßen und Häuser heute mit denen von damals zu vergleichen. Gerade im Hochsommer, der auch für die Zeit damals immer etwas besonders Intensives hatte. Auch wegen dieser Rückerinnerungen, die für mich immer noch überwiegend positiv besetzt sind, hatte diese Arbeitssitzung etwas Entspannendes, fühlte sich fast nicht wie Arbeit an. Und wenn dann ein Kundenprojekt auch wieder ein Stück weiter ins Rollen kommt, ist es ohnehin motivierend und in die Zukunft gerichtet. Der Einsatzort war ganz in der Nähe des alten Schlosses, in dessen Innenhof ich an einem solchen warmen Hochsommertag wie heute, nur vor ca. 15 Jahren, während eines Spazierganges in der Mittagspause just in dem Moment einen großen alten Maulbeerbaumast zu Boden fallen sah, als Gemeindearbeiter ich auf diese Weise zurückschnitten. Von diesem Ereignis stammen meine bescheidenen Maulbeerholzvorräte, die bis heute nicht abgetragen worden sind. Sie einfach zu besitzen, als Rarität sozusagen, ist aber allein schon eine Freude, gerade vor dem Hintergrund dieses Erlebnisses.

Impressionen hochsommerlicher Baumlandschaften und -details

Bei richtig angenehmem Sommerwetter mit viel Licht, aber noch ertragbaren Temperaturen, kamen mir beim Spaziergang viele jahreszeitlich reizvolle Baummotive entgegen, die es sich lohnte, im mittleren Brennweitenbereich festzuhalten. Dabei kamen alle meine Lieblingsthemen zu ihrem Recht: Baumdetails, Baumlandschaft und auch die natürlichen Strukturen außerhalb des Baumthemas, die mich zuletzt verstärkt angezogen hatten. Da sind die entweder schon reifen oder noch grünen Früchte, wie die jetzt noch roten, bald verstärkt schwarz sich verfärbenden Fruchtstände des gewöhnlichen Schneeballs, die noch ganz grünen Früchte der Haselnuss, die gerade erste Spuren der späteren dunkelblauen Färbung zeigenden dicken Beeren des Schlehdorns, die durch ihre pelzige Oberfläche auffallen, wie wir das auch von den Zwetschgen kennen, mit denen sie auch verwandt sind. Und dann gibt immer auch eindrucksvolle Baumhorizonte, hier kombiniert mit Eindrücken einer üppig wuchernden Sommerwiese. Da wirkt das Blütenmeer der Wiese wie ein eigener vor dem Baumwald sich ausdehnender niedrig wachsender Wald.

Hochsommerliche Baumimpression I
Hochsommerliche Baumimpression II
Hochsommerliche Baumimpression III
Hochsommerliche Baumimpression IV
Hochsommerliche Baumimpression V
Hochsommerliche Baumimpression VI

Entspannte späte Gartenarbeit

Nach viel Projektarbeit, für einen Samstag im Sommer bei mir eher ungewöhnlich, bin ich doch noch an der Gartenarbeit am späten Nachmittag hängen geblieben. Da gab es noch einige Baustellen, das schon wieder aus der Form gewachsene Efeu, die Stellen am Boden, die vom Maulwurf aufgewühlt worden waren und an denen jetzt der Rindenmulch nicht mehr vorhanden war, gespannte Drähte, um die langen, allzu oft schon auf dem Boden liegenden Triebe der wieder üppig wuchernden Physalis, die uns im Spätsommer immer so viel Freude macht. Ein schöner Ausklang dieses Samstags, der uns auf einen moderaten, angenehmen Sonntag hoffen lässt.

Gespür fürs richtige Maß

Ein von außen ruhiger Ausklang der Arbeitswoche mit aber gerade deswegen intensiver Arbeitsatmosphäre. Wenn es wenig Ablenkendes gibt, kann man sich besonders gut konzentrieren und macht auch gute Fortschritte. Ich mag sehr die unwahrscheinliche Anmutung von Auszeiten, wie sie sich u. a. in Richtung des Hochsommers auszeichnen. Das macht die Gedanken durchaus freier und lässt mir auch wieder mehr Raum für meine Basisthemen, Bäume, Holz, Landschaft, die archaischen Symbolformen, die so gut dabei helfen können, die Bodenhaftung und das Gespür fürs richtige Maß immer im Blick zu behalten.

Sommer im Spiegel der Pflanzen

Den Bäumen im Garten gebe ich jetzt bei der abendlichen Gießrunde auch immer etwas ab. Bei durchgehend sonnigen und heißer werdenden Tagen können es bei längerer Dauer auch die Bäume gut gebrauchen, wenn auch die tief reichenden Wurzeln nicht mehr ausreichend Flüssigkeit ziehen können. Aber bisher halten sich unsere Gartenbäume mit diesen zeitweiligen Flüssigkeitsgaben ganz gut und entwickeln sich, wohl auch wegen der vielen nassen Phasen zwischendurch, prächtiger als in den Vorjahressommermonaten. So können wir uns über einen blühenden und üppig grünenden Kreis von Pflanzen im Umkreis unseres Wohnumfelds freuen und die schönen Seiten des Sommers im Spiegel der Pflanzen in uns aufnehmen und erhalten.

Süßes Luxusproblem

Beim Honig haben wir gerade ein Luxusproblem. Denn wir streiten uns morgendlich darüber, welche Sorte denn nun noch besser schmeckt. Der Entdeckelungshonig, eine Mischung aus verschiedenen reinen Sorten, aber eben mit Wachspartikeln vom Schleudern durchsetzt, hat immer etwas Besonderes, da das Bienenwachs ihm eine besonders aromatische Note verleiht. Interessant ist aber, dass unsere neueste Kombination „Wald & Brombeere & Esskastanie“ auch ohne dieses Wachspartikel einen ebenso aromatischen Wachsgeschmack in sich trägt. Das ist ungewöhnlich, ebenso wie die Sorte überhaupt, denn diese Kombination kommt sonst nicht vor und hat sich als Glücksfall herausgestellt. Der Honig ist dunkel, sehr zähflüssig, aber weder wegfließend noch zu fest und vereinigt zahlreiche Aromen, die sich stimmig zusammenfügen. Deshalb ist er aktuell meine erste Wahl. Überhaupt ist es schön, nach so langer Durststrecke wieder einen Erfolg bei der Imkerei zu vermelden. Für V. ist das ein echter Auftrieb und macht Lust für die nächsten Jahre, so die Völker denn weiterhin stabil und gesund bleiben.

Wo Verlangsamung gut tut

Auch wenn zwischendurch immer wieder das Bedürfnis stärker wird, die Krise hinter sich zu lassen, scheint sie dennoch auf Dauer gestellt. Allzu große Sorglosigkeit scheint unangebracht, da weltweit gesehen das Problem eigentlich auf einem Höhepunkt angekommen ist. So hoffe ich, dass sich die Menschen, nachdem das alles schon so lange einschränkend ist, auch noch länger vorsichtig verhalten. Denn bei all den Schäden, die bis jetzt schon entstanden sind, würde eine neues Anschwellen der Gefährdung kaum mehr reparierbare Zustände hervorrufen. Da ist es wohl naheliegend die Landschaft als solche, das sich Bewegen im Freien möglichst kontaktarm zu genießen und sich mit der Natur an der ungewohnten Verlangsamung zu erfreuen. Ich kann mir vorstellen, dass unsere diesjährigen Honigerfolge vor allem darauf zurückzuführen sind, dass die Bienen sich weniger gestört fühlen als in den Vorjahren, dass auch für sie erkennbar ein stärkerer Basisbezug vorherrscht. Es liegt wohl nicht nur an einer günstigen Verteilung der nektarträchtigen Baumblütephasen.

Ferne Baumwelt

Das Monatsblatt meines Baumkalenders zeigt für den Juli ein sagenhaftes Motiv. Rhododendren und Mammutbäume im Redwood Nationalpark Kalifornien. Der Rhododendronstrauch ist im Vordergrund zu sehen, mit riesigen rosa Blüten und grünen lanzettförmigen Blättern. Im Hintergrund die unteren Stammabschnitte und tiefhängenden Äste der Mammutbäume im für diesen Küstenstreifen typischen nebligen, vom Licht durchfluteten Dunst. Eine tolle Szenerie, die uns hierzulande leider nicht vergönnt ist, und damit auch solche fotografischen Motive nicht. Schön, auf diese Weise wenigstens einen vermittelten Blick in die ferne Baumwelt werfen zu dürfen. Dabei gelingen mir auch in heimischen Gefilden oft überraschende Aufnahmen, oft von ungewöhnlichen Details, die unsere hiesigen Bäume als prägende Bestandteile der Landschaft ebenfalls in ein bisweilen exotisch wirkendes Licht rücken. Es sind gerade diese Zufallseindrücke, oft bei längeren Spaziergängen vorkommend, die das konzentrierte Beobachte zu allen Jahreszeiten spannend halten.

Verschmolzene Wahrnehmung

Die Ruhe dieses Sonntags passte zum Sonntag ebenso wie zu dieser Krisenzeit, in der fast jeder Tag insofern wie Sonntag wirkt. Am Nachmittag habe ich M. zum Friedhof begleitet, nach längerer Zeit einmal wieder, auf dem ebenfalls sehr wenige Besucher zu sichten waren. Aber für den Besuch an den Gräbern von lieben Bekannten und Verwandten ist das eher angenehm. Und so konnten wir uns in Ruhe an die gemeinsame Lebenszeit mit diesen Menschen erinnern, im kühlenden Schatten der Kiefern, Hainbuchen und Roteichen, die zwischen den Gräberfeldern wachsen. Tatsächlich weisen diese schon teilweise alten Bäume mir oft den Weg, wenn es darum geht, eine Grabstätte zu finden. Wie Erinnerungsmarken, die stets an derselben Stelle die Verstorbenen täglich an ihrer Ruhestätte begleiten und mit ihnen in der Wahrnehmung verschmolzen sind.

Konzentrierte Feinstarbeit

Viel technische und gestalterische Feinstarbeit im digitalen Medium beschäftigt mich in diesen Tagen, die zu dieser Art der Konzentration geradezu einladen, die sie befördern. So kann ich ganz nah an den selbst gestellten Aufgaben dranbleiben und atmosphärisch dichte Ergebnisse erzielen. Es ist genau das, was mir am wichtigsten an dieser Arbeit und ihren Ergebnissen ist. Die langjährige Beschäftigung mit den Bäumen ist ganz sicher förderlich hierfür, denn ähnlich wie die Musik, die mich in den früheren Jahren so sehr geprägt hat, ist auch das Baumthema geeignet, die Aufmerksamkeit zu schärfen und im Großen den Reiz des Kleinen und der Details zu erkennen und zu schätzen.

Von der Krise sommerlich profitieren

Tolles, moderates Sommerwetter, und man hat den Eindruck, die Krisenstimmung zeigt sich jetzt einmal von ihrer entspannten Seite. Tatsächlich herrscht eine Auszeit-Atmosphäre, die an Urlaubsstimmung erinnert. Auch für die, die einfach weiterarbeiten. So werden wir wohl erst viel später erkennen und verstehen, was diese Krise uns zu bedeuten hatte. Ich lenke die Aufmerksamkeit auf alles, was die unwahrscheinliche Anmutung verstärkt. Auch die Beobachtung der Landschaft und ihrer Bäume profitieren davon.

Gerade auch in Krisenzeiten

Es ist schwül-warm, aber der Hochsommer nähert sich seinem Höhepunkt. Es macht uns allen Freude, auch während der Wochen einmal durch den Garten zu schlendern und all die grünen und bunten Farbtöne an den Pflanzen in ihrer ständigen Veränderlichkeit zu beobachten. Weniger Gelegenheit habe ich derzeit, das bei der handwerklichen Arbeit mit Holz zu erleben. Schade, denn das intensiviert den Eindruck der Jahreszeit. Aber das Thema rund um die Bäume und ihr Holz ist zumindest hintergründig immer präsent und begleitet mich eigentlich ständig – gerade auch in Krisenzeiten.

Der Feigenbaum mausert sich

Bei den jungen Bäumen ist es fast wie bei heranwachsenden Menschen. Sie entwickeln sich eine Weile fast unbemerkt und nicht sonderlich beachtet. Und irgendwann erkennt man in ihrer äußeren Gestalt etwas Typisches, etwas, das ihrer Art entspricht und den Baum als individuelles Exemplar innerhalb seiner Art auszeichnet. Und meist ist das an eine gewissen Größe geknüpft. Den Eindruck habe ich jetzt von unserem etwas älteren der beiden neuen Feigenbäume. In den Vorjahren wollten sich beide nicht so richtig von der Stelle bewegen. Aber jetzt machen sie erkennbare Fortschritte. Der Rückschnitt hat sich auch ausgezahlt, insofern zunehmend eine Krone erkennbar wird, eine vertikale Wachstumstendenz, hin zum Licht, das allerdings schon reichhaltiger und leichter erreichbar ist als vor dem rückschnitte der flankierenden Weinreben. Jetzt sind die seitlich abgeleitet und lassen den Raum in der Mitte frei für den Feigenbaum, der sich somit im Halbschatten bewegt und bald aber auch über die Wuchshöhe der Weinreben hinausgewachsen sein könnte. Das wird das Höhewachstum und auch den Holzzuwachs des Baums noch verstärken. Es sind weniger die Früchte, die mich daran reizen, auch wenn ich sie M. natürlich gönne. Es ist mehr die Architektur, die gesamte Anmutung des Baums, der ich eine arttypische Erscheinung wünsche und mir jetzt auch schon ganz gut vorstellen kann.

Aufbauend in der Krise

Der gewittrige Hochsommer geht in die nächste Phase. Eigentlich eine Witterung, die wir vom August kennen. Aber es ist eben alles mindestens einen Monat vorverlegt. Und so könnte es sein, dass der eigentliche Hochsommer bereits im April und Mai abgelaufen ist, ohne dass wir es ahnten. Bäume, Stauden und Blumen profitieren von dieser Verschiebung auf jeden Fall. So prächtig haben sich die Pflanzen selten entwickelt. Und überhaupt scheint es so, dass in dieser menschlichen Krisenzeit die Pflanzen freier aufleben können als sonst. So hätte das dauerhaft Krisenhafte wenigstens diesen aufbauenden Effekt.

Armes Wunderbäumchen

Nun habe ich den Nachzügler-Wunderbäumchen so lange aufgepäppelt, und auch den Verlust der ersten großen Randblätter hat er ganz gut verkraftet. Und dann stelle ich heute beim Gießen fest, dass er wohl vom Wind am Stängel umgeknickt worden ist. Alle Mühe umsonst, und wirklich schade um das schöne Exemplar, das unter günstigeren Umständen sicher hätte zu einer großen eindrucksvollen Staude hätte heranwachsen können. Aber das zeigt einmal mehr, dass nicht alles gleichzeitig und immer gleich funktioniert. Mit diesen Standort hatte ich auch im vorherigen Jahr kein Glück. Vielleicht sollte ich ihn künftig meiden und die Pflänzchen ausschließlich im bewährt halbschattigen Bereich des Zauns platzieren.

Ein blühender und grünender Hochsommergarten

Unsere bisher so zögerlich wachsende Sommerblume, deren Name mir gerade nicht einfallen will, kommt jetzt endlich in Gang, nachdem sie bestimmt 8 Wochen fast ohne weiterzuwachsen auf der Stelle getreten war. Die Abkühlung und der ungewohnt viele Regen scheinen ihr gut getan zu haben. Dabei dachte ich eher, mit ihren Orange-Lila Blüten sei sie eine Art, die auf besonders viel Sonne steht. So kann man sich irren. Damit wird unsere Sommerblumenensemble zunehmend dichter, bunter und präsenter. Das macht jetzt zum Beginn des Hochsommers richtig Freude. Auch weil gleichzeitig alles gut vorankommt: die Sonnenblumen, die Rizinusstauden, die Chilipflänzchen, die Wicken und die Gartenbäume ohnehin. Bei letzteren freut mich besonders der Fortschritt bei den Feigenbäumchen, die jetzt stabiler und vertikal wachstumsfreudiger erscheinen, langsam ihren Platz behaupten und sich offenbar zunehmend an ihrem Standort wohlfühlen. Und auch die Gleditschien entwickeln sich gut, nach wir ihnen eine Stütze hinzugestellt haben, um ein allzu richtungsloses Wachsen zu vermeiden. Der aufrechte Stand steht ihnen besser, und auch die Chancen wachsen, dass sich zu schönen, lichten und starken Bäumen entwickeln.

Wieder einmal handwerkliche Holzarbeit

Ein regnerischer Sommertag, der unsere Regenwasservorräte wieder aufgefüllt hat und mir Lust machte, einmal wieder mit Holz rein handwerkliche zu arbeiten. So konnte ich mein neues Fotoequipment optimieren, da die gelieferte Leinwand gewisse Mängel aufwies, die es zu korrigieren galt, wenn sie wirklich gewinnbringend und reibungslos eingesetzt werden soll. Mit der Anpassung sollte es jetzt funktionieren. Und gut auch, dass ich meine Projektarbeit fortsetzen konnte. Das hilft über so manche atmosphärische Hürde hinweg.

Bleibende Inhalte

Eine intensive Projektarbeitswoche liegt hinter mir. Eigentlich die richtige Beschäftigung in Corona-Hochzeiten, in denen man das Thema am liebsten verdrängt und sich bleibende Inhalte und Gedanken entwickelt. Das ist auch eine Möglichkeit, die Zeitlosigkeit, das Grundlegende in den Blick zu nehmen und sich daran zu stärken. Es ergänzt derzeit meine Beschäftigung mit den Bäumen und anderen archetypischen Symbolformen, die mich das ganze Jahr und mindestens mein halbes Leben schon begleiten.

Zeitlose Anreize in Krisenzeiten

Mitten in der festgefahrenen Stimmungskrise kommen interessanterweise ungewöhnliche Anfragen auf die Wunschbaum-Manufaktur zu. Eine Beobachtung, die ich ähnlich schön öfter gemacht habe, dass nämlich bei länger anhaltenden Ausnahmezeiten die Aufmerksamkeit auf Basisthemen wieder zunehmen kann. Wohl weil viele es irgendwann leid sind, immer nur im Krisenmodus zu leben und zu denken. Da ist es hilfreich und erholsam, den Geist auf Inhalte zu lenken, die jederzeit relevant sind und etwas über unser Leben, unsere Selbstwahrnehmung und die Entwicklung der Persönlichkeit unabhängig von gesellschaftlichen Veränderungen aussagen. Ich freue mich, in solchen Situationen mit meinen Produkten einige Anreize geben zu können.

Outdoorfotografie und Jahreszeit

Meine neuesten Mohnblumenwiesenfotos haben es schon auf zahlreiche Postkarten im privaten Gebrauch geschafft. M. freut sich immer über die eigenen Motive mit jahreszeitlichem Bezug. Anders als in früheren Jahren versuche ich mich zunehmend nicht nur an den Bäumen und ihren jahreszeitenabhängigen Besonderheiten. Die Blumen, auch Landschaftsausschnitte, finde ich inzwischen ebenso spannend, auch weil sie das Bild kompletter machen, das wir uns selbst von den Jahreszeiten machen, in dem wir die Jahreszeiten als solche überhaupt wahrnehmen und unterscheiden, eben an den Details, die uns die verschiedenen Pflanzen je nach ihrem Zustand im Wachstumszyklus entgegenbringen. Dieses Nah-an-den Jahreszeiten-Dranbleiben ist vielleicht das stärkste Langzeitmotiv für meine Outdoorfotografie.

Baumobstspekulationen

Sollten wir dieses Jahr wirklich keine Maulbeeren ernten können. Ich muss V. noch einmal fragen, ob der Baum nicht doch noch Lebenszeichen zeigt. Das wäre eine Schande, so viel Mühe, wie ich mir dem Rückschnitt im Frühjahr gegeben habe. Und das Wetter war doch während der Blütezeit eigentlich auch optimal. Es ist mir insofern ein Rätsel, sollte der Baum ein zweites Mal in Folge keine Frucht tragen. Nachschub für die leckere Maulbeermarmelade könnten wir ganz gut gebrauchen, denn die geht nun doch allmählich aus. Und ob es von anderen Baumfrüchten dieses Jahr verwertbares Obst gibt, ist auch noch nicht ganz sicher. Ich hoffe ja immer noch auf die Mirabellen, die wir wenn nicht zu Marmelade, dann doch mindestens zu einer Reihe von Hefekuchen werden verarbeiten können.

Ein lieb gewonnener Wacholder

Der Kriechwacholder in seinem Sandsteintrog im Vorgarten ist immer einer meiner Lieblinge gewesen. Ich mag die Art ganz besonders, und die Symbolik, das „Wachhalten“ ist etwas, das ich für einen ständigen Haus- und Schutzbaum ganz eindrucksvoll finde. Dass er mit den Jahren auch vertrocknete Abschnitte ausbildet, ist nicht selten. Natürlich ist sein Wurzelwerk auch in der nur teilweise zwischenzeitlich ausgetauschten Erde ziemlich verzweigt, so dass es ihm wahrscheinlich nach tiefer gehender Erde dürstet. Aber mehr Volumen können wir ihm in diesem Trog nicht zur Verfügung stellen. Ms Wunsch, den Baum ganz zu entfernen und durch Blumen zu ersetzen wollte ich bisher noch nicht entsprechen. Wir haben die dürren Abschnitte zurückgeschnitten und ihne erst einmal an seinem alten Platz belassen. Ich hoffe, er wird sich etwas erneuern und die durch den Rückschnitt entstandenen Lücken wieder schließen können. Wenn er tatsächlich auch langfristig einen leidenden Eindruck machen sollte, können wir immer über eine Verpflanzung in den Garten nachdenken.

Freiluft- vs. Studiofotografie

Ein Einundzwanzigster, der seiner Symbolik eigentlich ganz gut entsprach, denn er verlief ruhig und entspannt. Allerdings hatte ich am Vortag schon eine Räumaktion gestartet, die mich auch an diesem Tag noch einige Zeit beanspruchte. Mit dieser längst überfälligen Aktion sollte ich für die nähere Zukunft aber für die Studiofotografie besser und flexibler gerüstet sein als zuletzt. Zusammen mit einer weiteren Hintergrundfläche, die in Kürze eintreffen wird, kann ich damit ein breiteres Spektrum an Aufnahmesituationen realisieren, die ein späteres Freistellen erfordern. Diese Form von Fotografie finde ich zunehmend spannend und beschäftigt mich auch zeitlich immer mehr. Eine Ergänzung und Erweiterung der Freiluftfotografie von Landschaft, Bäumen, Holz und Materialtexturen, die doch anderen Rahmenbedingungen unterliegt und auch eine andere Herangehensweise erfordert, v. a. das freihändige Fotografieren. Und wenn an Stelle des natürlichen Hintergrunds die künstlichen Leinwände treten, wird der Fokus automatisch auf die Motive selbst gelenkt, deren Eigenwert und -charakter damit eine außerordentliche Chance erhält.

Vorverlegte Honigsaison

Der Anfang des Sommers wird seinem Namen gerecht. Aber eigentlich hat er schon viel früher begonnen, wie überhaupt die Jahreszeiten deutlich vorverlegt zu sein scheinen. Eine Tendenz der letzten Jahre, die wohl auch auf die klimatischen Langzeitveränderungen zurückzuführen sind. Wir sehen das ganz deutlich an der Honigtracht, denn die typischen Blütenzeiten der honigträchtigen Pflanzen in unserer Region, die sich in der Reihenfolge Ahorn, Apfel, Weißdorn, Robinie, Brombeere und Esskastanie abwechseln oder auch teilweise überschneiden, sind allesamt mindestens einen Monat früher als etwa zur Zeit meiner Kindheit. Ich glaube mich zu erinnern, dass die Honigsaison damals bis mindestens Ende August, manchmal auch bis Anfang September dauerte. Heute ist sie spätestens Anfang bis Mitte Juli bereits beendet. Das macht sogar schon mehr als einen Monat aus. In diesem Jahr ist günstig, von dem ohnehin guten Ertrag abgesehen, dass sich die verschiedenen Blütezeiten kaum überschneiden. Das bringt dann mehr Ertrag von einer Baumart und hat den Nebeneffekt, dass überwiegend sortenreine Honigsorten gewonnen werden können. Wenn alles so stimmig zusammengeht wie in diesem Jahr und auch das große Sterben der Vorjahre nicht in dieser Form festgestellt werden musste, dann ist die Vorverlegung ganz gut zu verschmerzen. Aber große Verluste und ausgefallene Blüte wichtiger Arten sind natürliche eine Katastrophe, die sich in den Vorjahren gehäuft hatte. Wenigstens ist uns das in dieser menschlichen Krisenzeit als positive Entwicklung gegönnt.

Verquere Weltsicht zurechtrücken

Schön, dass passend zum Wochenende das Sommerwetter zurückkehrt. Das wird den Gemütern etwas Auftrieb geben und uns wieder mehr Zeit im Freien bescheren. Bei so viel Krisenatmosphäre und sich ständig überbietenden Negativprognosen für die wirtschaftliche Entwicklung ist das fast schon lebenswichtig geworden. Ich fürchte mich ein wenig davor, dass wir an der Krisenstimmung quasi Gefallen finden könnten. Denn Weltflüchte können eigentlich keine langfristige Lösung sein. So sehe ich das, was wir aus der Natur, dem Beobachten und uns Bewegen in der Landschaft, dem bewussten Verfolgen der Jahreszeiten im Spiegel der Bäume gewinnen können, nicht als Mittel der Selbstbetäubung und Selbstinszenierung. Vielmehr als eine Möglichkeit, die Dinge ganz klar und unverstellt zu betrachten und die oft verquere aus Kommunikation erwachsende Weltsicht zurechtzurücken.

Ein indirekter Blick auf die Bäume

Die Karten mit dem Blatt-Grün-Motiv der Robinienkronen sind gut gelungen. Ich hatte zwei verschiedene Varianten der Motivreihe für den Zweck ausgewählt, bei denen die Semitransparenz der vom Licht durchleuchteten Fiederblätter des Baums sehr schön zur Geltung kommt. M. meinte im Vergleich mit dem eindrücklichen Rot der Wiesenmohnblüten, die direkt daneben auf dem Tisch standen, die neuen Blattgrün-Motive hätten im ersten Moment eher eine melancholische Stimmung hervorgerufen. Auf den zweiten Blick aber wird doch deutlich, dass gerade das Gegenteil, nämlich der lichte, aufbauende, Leben spendende Aspekt darin besonders erkennbar wird. Es ist eben nicht so plakativ und knallig wie die Mohnblüten, lebt eher vom Charakter der Robinienblätter selbst als von ihrer Eigenschaft, das Licht durchzulassen und damit selbst in ganz anderem Licht als gewöhnlich da zu stehen. Dieser indirekte Blick auf die Bäume und ihre Details kann besonders reizvoll sein.