Gehemmte Erntezeit

Eine erholsame Abkühlung, einmal ein Abend, an dem kein Gießen im Garten notwendig ist, und tagsüber habe ich einige Projekte gut voranbringen können. Das ist eine Jahreszeit, in der vieles zusammenläuft und sich in gewisser Weise positiv verstärkt. Das Ende des Hochsommers und erste Zeichen von Frühherbst. Wenn wir nicht diese Krise erlebten, die alles und jeden lähmt, könnten wir in vielen Bereichen durchstarten, mit neuem Mut neue Projekte angehen und liegen gebliebene wieder aufgreifen. Aber so ist alles ein wenig anders, undefinierbar, da es keine vergleichbaren Vorerfahrungen gibt. Das satte Grün da draußen, das Reife der Früchte, die Aussicht auf zum Teil reiche Ernte sind aufbauende Elemente in unserem Umfeld, die Kommunikation und Gesellschaft umgehen und denen das Krisenhafte deshalb nicht anhaftet. Ohne diese Basis wäre es derzeit noch schwieriger.

Regensegen und üppiger Efeuwuchs

In der letzten Nacht gab es nun endlich auch bei uns ergiebigen Regen, von dem ich fast nichts mitbekommen habe. Am morgen aber war unser Springbrunnenbecken vollgelaufen, und auch aus dem großen Regenwassertank kann ich jetzt wieder Gießwasser abzweigen. Nach so langer Durststrecke und der Notwendigkeit, Leitungswasser zu verwenden, ist das ein Segen. Auch die Abkühlung gegenüber der großen Hitze vorher ist wohltuend, vor allem für die Grünpflanzen. Wie immer, wenn es einen Wechsel von viel Sonnenlicht und Regen gibt, schießt der Efeu wieder neue Triebe hervor, die an unserem Mauerbewuchs hervorstechen. Noch eine Weile mit diesem Wetter und ich kann den nächsten Rückschnitt vornehmen. Das ist immer mit Arbeit verbunden, lässt uns einiges an Staub einatmen, weil die Efeuhecken gute Staubfänger sind. Aber die Gesamtanmutung der mit Efeu bewachsenen Flächen, überhaupt die Ausstrahlung der Pflanze, ist uns wichtig und prägt den Charakter des hausnahen Gartens doch wesentlich. Wichtig ist auch, dass die tief gehenden Wurzeln des Efeus wieder mehr Feuchtigkeit speichern können. Denn bei anhaltender Trockenheit beginnt auch diese Art irgendwann schlapp zu werden.

Belastender Hitzesommer

Dieser Hochsommer ist wirklich ungewöhnlich. Hitzephasen, auch mit diesen Temperaturen und teilweise kombiniert mit feuchter Luft, haben wir auch schon in den Vorjahren erlebt. So langanhaltend auf diesem Hitzeniveau und dann, zumindest in unserer Region, fast ohne Niederschlag oder zwischenzeitliche Abkühlung, das ist aber dann doch ein Novum. Und belastend für alle Lebewesen, angefangen von uns über die Tiere bis zu den Grünpflanzen, gestaltet es sich auch. Zuletzt dachte ich, der Luft ist der Sauerstoff ausgegangen, so sehr zirkulierte die Luft in kleinem Radius, vielleicht steht sie auch schon seit Tagen still. Wir benötigen dringend eine Phase der Abkühlung mit Regen, um die Energiereserven wieder nutzbar zu machen. Sogar die Bäume schwächeln in dieser Situation, weswegen ich denen im Garten jetzt neben den Blumen ebenfalls etwas Gießwasser mitgebe. Wir wollen doch nicht, dass sie ihr Blattkleid einbüßen, bevor der Herbst kommt, und auch nicht, dass sie langfristige Hitzeschäden davontragen.

Ein Feiertag, vegetabile Traditionen und Symbolik

Ein schöner Feiertag zu Mariä Himmelfahrt ist uns heute vergönnt gewesen. Durchaus ein Privileg, ist der Feiertag als solche doch neben unserem Bundesland nur noch in Bayern existent. Wir besuchen traditionell den immer sehr feierlichen Gottesdienst, dieses Jahr unter den bekannt reglementierten Bedingungen, die der Festlichkeit aber nicht geschadet haben. Bei tollem Hochsommerwetter konnte sich die Tradition so mit Leben füllen und hat erkennen lassen, dass sie doch noch Anhänger hinter sich weiß. Unter den für den Segen mitgebrachen Kräutersträußen waren unsere drei sicher die schönsten. Aber man hatte sich auch viel Mühe gegeben, für alle Besucher kleine Sträuße, die auch Blumen und teils Gemüse enthielten, vorzubereiten und im Anschluss zur Verfügung zu stellen. So konnte jeder in dieser symbolischen Form und in Form eines Straußes, der das ganze Jahr über die Küche oder Wohnstube ziert, an die Tradition anknüpfen. Unser neuer Strauß hängt jetzt in der Küche. Nachträglich sind uns noch einige Gewächse eingefallen, die wir hätten einbinden können, z. B. Zweige unseres neuen, in diesem Sommer besonders schön herausgewachsenen Rosmarinstrauchs. Aber er ist auch so sehr gelungen und ähnelt bei durchaus abweichender Zusammenstellung doch insgesamt dem des Vorjahrs.

Wenn Technik wechselhaft herausfordert

Dieser Arbeitstag brachte mir ein Wechselspiel der Emotionen. Zunächst die Freude darüber, dass eine schwierige technische Anpassung relativ reibungslos und wie erwartet umgesetzt werden konnte. Und dann, ganz zum Schluss, die schmerzliche Erkenntnis, dass die Sache nicht vollständig funktioniert hat, sogar in einen völlig unerwarteten Totalausfall mündete. Letztlich war es eine Mischung aus Eigenrecherche, Stellungsnahmen des Supports und der Integration meiner gesamten bisher gesammelten Fachkenntnisse, die zumindest der Ursprungszustand wieder herzustellen halfen. Die eigentlich schon abgeschlossen geglaubte Aufgabe werde ich darauf aufbauend morgen noch einmal ohne Fehler umsetzen können. Immerhin konnte ich am Abend, zwischendurch, den Kopf für eine Weile freimachen, um die Kräutersträuße zusammen mit M. zu arrangieren und zu binden. Und das Wässern der Blumen, Stauden und Gartenbäume habe ich natürlich auch nicht vernachlässigt, ohne das es in diesen Tagen nicht geht.

Ungewöhnliches Kräutersortiment im Hitzesommer

Heute war der richtige Zeitpunkt, um die Kräuter für die diesjährige Kräuterweihe an Mariä Himmelfahrt zu sammeln. Ich hatte das M. vorgeschlagen, weil der Tag etwas bedeckter und nicht ganz so knackig heiß begonnen hatte. Vor Ort hat sich dann aber das Erwartete bestätigt. Die offen liegenden Grasflächen sind komplett vertrocknet, an den Wegrändern und am Waldrand ist die Auswahl an noch blühenden und grünen Kräutern viel geringer als in Durchschnittjahren. Erstaunlicherweise habe wir viel Rainfarn gefunden, den wir sehr mögen, wegen seiner sonnengelben Blüten, und weil er sich gut trocknen lässt. Sonst aber ließ sich an unseren Lieblingssammelorten nicht sehr viel finden. Am Ende sind es vier Stationen in ganz unterschiedlichen Ecken geworden, an denen wir fündig geworden sind. Der letzte Gang zum Flussufer war wichtig und ertragreich, da ich in Wassernähe dann doch noch einige farbenfrohe Blüten und formschöne Gräser und Stauden gefunden habe. Insgesamt eine ganz andere Zusammenstellung an sonst, aber auch ganz schön. Wie sich das in den Sträußen arrangiert, werden wir morgen sehen, wenn wir alles sortiert und zusammengestellt haben. Ein paar Zweige von leuchtend rote Früchte tragenden Sträuchern haben wir nebenbei auch noch geschnitten. Die sind aber nicht für die Kräutersträuße gedacht, sondern werden in kleinen Väschen gewässert sicher noch einige Tage halten und einen Hauch von Frühherbst versprühen.

Contententwicklung: Bäume als Lebensthema

Es war mir ein Anliegen, das Langzeitprojekt Baumtagebuch nun auch als Arbeitsbeispiel für Contententwicklung auf meiner Agenturwebsite vorzustellen: https://linielux.com/projekte_content_baumtagebuch.html Denn es ist ein Projekt, das mich noch lange begleiten wird und nun schon länger als 15, in vier Monaten sind es 16 Jahre andauert. Da steckt schon viel Lebenszeit und Herzblut drin, es ist vor allem aber Ausdruck einer bestimmten Art, mit Inhalten umzugehen. Das betrifft wie immer bei der Sprache nicht nur die Formulierung, v. a. das auf Themen bezogene Denken. Und es stellt zudem eine höchst persönliche und spontane Form von Content und Contententwicklung vor, die das Spektrum meiner Arbeitsbeispiele erweitert. Letztlich fließt vieles von der Erfahrung und Routine im Bloggen in meine auf Kundenprojekte bezogene Arbeit mit Inhalten ein. Auch da geht’s eben nicht nur um Fakten, Transparenz und Logik. In der externen Kommunikationsarbeit kann gerade das Impressionistische, die spontane sprachliche Fassung Authentizität vermitteln. Ich versuche in den Bereichen, in denen das möglich und erwünscht ist, etwas davon nutzbar zu machen.

Eine spannende Erfahrung

Die Zusammenstellung der Liste mit Links zu den entsprechenden Seiten bei amazon.de konnte ich heute tatsächlich schon vollständigen. Das war eine unglaubliche Arbeit, aber auch interessant, weil ich dabei auf die vielen in den letzten 15 Jahren rezensierten Bücher und anderen Artikel zurückblicken konnte und aus dem Staunen nicht mehr herauskam. Oft hatte ich ganz falsch in Erinnerung, wann ich mit dem Artikel zu tun hatte. In der Erinnerung näher zur Gegenwart liegende Zusammenhänge lagen tatsächlich schon länger zurück und umgekehrt. Nur eines ist mir noch ganz genau im Gedächtnis: Alles begann mit der Idee, meine ohnehin für wunschbaum.de und als Grundlage meiner eigenen Baumsymbol-Texte verfassten Buchbesprechungen zu populärwissenschaftlicher Baumliteratur auch bei amazon.de anderen zugänglich zu machen. Deshalb sind die ersten Rezensionen auch ausschließlich auf das Baum-Thema und Bücher konzentriert. Niemals hätte ich damals an die Möglichkeit gedacht, meine Rezensionstätigkeit auf noch ganze andere Felder auszudehnen. Eigentlich eine ganz spannende Erfahrung.

Eine lange Rezensionsgeschichte

Unglaublich, wie viele Rezensionen sich zur Gesamtliste meiner Rezensionen unter amazon.de inzwischen summieren. Das ist mir jetzt erst bewusst, nachdem ich begonnen habe, alles zu einer Gesamtliste zusammenzustellen. Über 270 sind es schon, alle zusammengenommen. Dabei begann die Geschichte dieser Textarbeit bereits vor 15 Jahren, damals ausschließlich mit Rezensionen über die von mir durchgearbeitete und in eigenen Texten zitierte Baumliteratur. Die überaus positiven Bewertungen dieser Buchbesprechungen durch andere Leser waren der Grund für die Einladung in das Vine-Produkttesterprogramm. Und mit dieser Aufnahme 2010 weitete sich auch das inhaltliche Spektrum der Rezensionen aus. Nicht mehr nur Bücher, seitdem verstärkt auch Haushaltsartikel, Elektronik, Büroartikel u. a. stehen seitdem auf dem Programm für die Besprechungen. Eine interessante Ausweitung der Produkthorizonts, wenn ich das einmal so ausdrücken darf, bedeutete das für mich. Und ich freue mich, wenn von meinen Erkenntnissen und Einschätzungen der eine oder andere Vorteile ziehen kann, wenn er oder sie die Kaufentscheidung abwägen und der Qualität der Produkte vorab schon möglichst objektiv begegnen will.

Texte zum Baumerleben – Baumblog – Bäume als Lebensthema

Man muss sich schon etwas einfallen lassen, um diese heißen Tage schadlos zu überstehen. Die ungewöhnliche Ruhe draußen zeugt davon, dass es offenbar allen so geht. Man versucht, sich möglichst wenig zu bewegen und durchzuhalten. Ungewohnt ist es deshalb, weil frühere Heißphasen meist schneller von Gewittern, Abkühlung, durchschnittlichen Sommertemperaturn abgelöst wurden. Eine so lange anhaltende Hitze auf hohem Niveau, um die 35 Grade, sind doch selten – glücklicherweise, denn für Pflanzen, Tiere und Menschen ist das auf lange Sicht schädlich und stressig. Ich habe die Ruhe des Nachmittags genutzt, um nun doch das Buch „Baumreich“ einer Luxemburger Autorin auszulesen, das schon seit bestimmt zwei Jahren in der Lektüreschlange steht. Es wirkte zuvor etwas langatmig auf mich, weil diese Form der Darstellung, die Beschreibung von Exkursionen durch die Baumlandschaft, durchmischt mit Beobachtungen und Betrachtungen zu den Bäumen und bestimmten Baumarten allgemeiner Art, die sich über ein ganzes Jahr in Bezug auf verschiedene Orte und Regionen verteilen, untereinander kaum einen Zusammenhang haben. Die Autorin hat sich bemüht, Themen zu konstruieren und jeder Wanderung, jeder Erkundung einer bestimmten Baumlandschaft in ihrer Region, einen roten Faden zu verleihen, an dem sich auch Allgemeineres aufzeigen und erläutern lässt. Das ist mal besser, mal weniger gut gelungen. Dennoch habe ich das Buch zu Ende gelesen, einfach weil diese lebensnahe Art, die eigenen Beobachtungen mit Bezug auf die Bäume festzuhalten, meinem Konzept im Baumtagebuch doch sehr nahekommt. Meine täglichen Beiträge sind allerdings, gerade weil es tägliche sind, noch unzusammenhängender, haben allerdings auch nicht den Anspruch, einen stringenten Zusammenhang zu bilden. Es geht mir eher darum, das spontane Erleben, Reflektieren und Beobachten an jedem Tag wieder aufs Neue aufzuzeichnen. Das enthält immer wieder auch allgemeinere Erkenntnisse, die sich von Zeit zu Zeit wiederholen mögen. Es sind aber doch jeweils von der jeweiligen Situation geprägte Texte, die nie gleichartig sind oder wie Wahrheiten wirken sollen. Ich denke, bei dieser Linie will ich auch bleiben, da diese Textform auch für mich selbst etwas Einmaliges darstellt, das mein Leben bereichert.

Untypischer Sommersamstag

Ein Rekord ist eigentlich nicht mehr auszumachen, weil es schon so viele ähnlich heiße und sonnenreiche Tage in diesem Hochsommer gab. Trotzdem gehört dieser Samstag sicher zu denen, die einen am anstrengendsten anmuten, für den Fall, dass man körperlich arbeiten muss. Die kunsthandwerkliche Arbeit am Vormittag an zwei Stäben aus Pappel und Apfelbaum und das bisschen Gartenarbeit um die Mittagszeit – ich habe die ersten, schon längst verblühten Sonnenblumen entfernt – haben dann auch schon ausgereicht. Am späteren Tag wäre es nicht mehr gesund gewesen, draußen zu arbeiten. So wurde es für unsere Verhältnisse ein eher beschaulicher Samstag, ist dieser Wochentag doch sonst mit Haus- und Gartenaktivitäten gewöhnlich nur so angefüllt. Am Höhepunkt des Hochsommers, meine ich, kann das aber auch mal sein, zumal die Wetterlage bis Mitte der Woche mindestens anhalten soll. Wir machen das Beste daraus.

Hochsommerliche Baum- und Holzthemen

Es ist noch nie vorgekommen, dass ich so lange Gießwasser für den Garten aus dem Wasserhahn zapfen musste. Das war bisher immer nur auf wenige Tage im Hochsommer beschränkt. Jetzt bleibt bei uns der Regen aber auch an bedeckteren Tagen fast vollständig aus, so dass die nicht geringen Regenwasservorräte schon länger aufgebraucht sind. So anhaltende Hitze auf hohem Niveau macht allen Pflanzen sehr zu schaffen. Mir scheint, dass selbst die mediterranen und sonst sehr wärmeliebenden Arten, wie der Feigenbaum, bei solcher Dauerbestrahlung die großen Blätter einrollt und schlapp werden lässt. Deshalb gebe ich auch den Gartenbäumen bei besonders anhaltender Hitze auch ein wenig Gießwasser an die Wurzeln. Vielleicht kann sie das etwas unterstützen, wenn sie aus immer tieferen Bodenschichten ihren Flüssigkeitsbedarf hervorholen müssen. In lebendiger, wenn auch symbolischer Form, bin ich auch in diesen Tagen eng mit den Bäumen verbunden. Heute mit dem Abschluss der Arbeit an einem Baumkreis-Armband, und in den nächsten Tagen mit einem Partner-Armband-Projekt, bei dem ich wieder zwei Arten kombiniere, was in dem speziellen Fall durch den alternierenden Wechsel auch einen optisch augenfälligen Hell-Dunkel-Kontrast ergeben wird.

Die Baumkreis-Armband-Faszination

An einem so sonnenreichen und heißen Hochsommertag an einem Baumkreis-Armband zu arbeiten, ist eine schöne Erfahrung. Das Licht und die Sonne sind die Essenz eines jeden Baums. Bei dieser Arbeit habe ich die Energie und Symbolkraft von gleich 22 heimischen Arten zur Verfügung und setze sie zu einem Themenarmband mit je einer Perle aus den Hölzern der 21(+1) Bäume des so genannten keltischen Baumkreises zusammen. Es ist aber vor allem die formende, modellierende Arbeit an den Einzelperlen selbst, die mich fasziniert, da ich die verschiedenen Arbeitsschritte vom Sägen, Bohren und Schleifen jeweils für die ganze Reihe der Holzarten schrittweise durchgehe. Damit trete ich mit jeder Art gleich mehrfach in Kontakt und bin ganz nah an ihren Eigenschaften und Eigenarten, die ich so in die eigens erdachte Form integrieren kann. Das dann weitergeben zu können und vermittelt über die Symbolik des Armbandes die Nähe zu den Bäumen quasi mit anderen in gewisser Weise teilen zu können, finde ich besonders reizvoll und immer wieder neue herausfordernd.

Mirabellen satt

Heute sind dank Vs reicher Mirabellenernte noch vier weitere Hefekuchen hinzugekommen. Insgesamt sind es dann allein sechzehn Mirabellenkuchen geworden, von denen für uns abzüglich der verschenkten und des einen schon gegessenen noch zwölf übrigbleiben. Das war meine Vorstellung, für jeden Monat ab jetzt bis zur nächsten Saison jeweils einen Kuchen aus dem Gefrierschrank holen zu können. Natürlich hat V. noch mehr gepflückt, als wir zu Kuchen weiterverarbeiten konnten. Den Rest hat er heute, gemischt mit einigen dicken Zwetschgen zu einer Hybrid-Marmelade verkocht, was wiederum eine Unmenge neuer Gläser ergeben hat. Das scheint wieder ein richtiges Baumobstjahr zu sein. Nur unsere Maulbeeren sind leider total ausgefallen, wie mit einer Ausnahme eigentlich bisher immer. Wir haben noch nicht herausgefunden, womit das zusammenhängt.

Obstbaumernte die nächste

Nun ist Vs Tendenz zu Übertreibungen bei der Baumobsternte dann doch noch hervorgetreten. Jedenfalls war der Wunsch einer Bekannten, selbst einen Eimer Mirabellen von unseren Bäumen zu pflücken wiederum Anlass, die restlichen Früchte der Bäume in größerer Menge abzuernten, so dass sie jetzt verarbeitet werden müssen. Viel Arbeit für den Rest der Familie, wenn auch V. den größeren Anteil daran hat. So werden sich unsere Vorräte an Marmelade schlagartig vermehren. Und einige weitere Hefkuchen werden auch dabei abfallen. Durch sind wir mit dem Thema danach allerdings noch nicht. Denn auch die Zwetschgen sind noch nicht alle reif, bisher nur bestimmte Sorten. Und andere Obstbaumarten lassen ihre Früchte ohnehin erst viel später zur Reife kommen. In diesem Jahr ist eben alles schon sehr früh dran, inklusive des Baumobstes.

Baumobst und Insektenfraß

Nun hat V. seine Nashi-Birnen schon recht früh gepflückt.  Eigentlich wäre noch Zeit gewesen, denn sie waren noch nicht vollständig ausgewachsen. Aber die Wespen hatten sie schon vor Tagen entdeckt und tiefe Löcher in die saftigen Früchte gefressen. So blieb ihm dann doch nichts anderes übrig, als die Ernte vorzuziehen. Ich bin ganz froh, dass der Baum ab sofort seinen Nachbarpflanzen weniger Licht wegnimmt, zumal ich kein Fan dieses Hybrid-Fruchtbaums bin. Aber V. hat einen Narren an ihm gefressen, so nehmen wir die Begeisterung mit Gelassenheit hin. Von diesem Schaden abgesehen scheinen mir die Wespen in diesem Jahr aber weniger aktiv zu sein. Da hatten wir schon ganz anderes erlebt. Hoffentlich werden unsere Weintrauben vom Insektenfraß verschont und können möglichst lange ausreifen, damit V., wenn schon keine große Menge, dann aber doch einen gute Weinqualität erwarten kann.

Persönliches Baumerleben festzuhalten – in welcher Form?

Das Buch mit Erfahrungs- und Exkursionsberichten zur Baumlandschaft in Luxemburg gehört wahrlich nicht zu den spannendsten Publikationen. Heute ist es mir wieder in die Hände gefallen, nachdem ich in 1,5 Jahre es nicht bis zur Hälfte des Buchs geschafft hatte. Dennoch gibt es etwas, das mich veranlasst, es nicht einfach zur Seite zu legen. Und das ist wohl eine Art Anerkennung dafür, dass auch andere die höchst persönliche Sicht auf die Bäume ihrer Lebenswelt zum Thema machen. Vielleicht ist es etwas übers Zeil hinausschießend, das in Form eines gedruckten Buchs umzusetzen, da sich darin nämlich der Tagebuchartige Charakter als enervierend herausstellt. Im Rahmen einzelner Ausflüge gesammelte Eindrücke lassen sich eben nicht sehr gut in Buchform aneinanderfügen, jedenfalls nicht in der Form, dass man das im Zusammenhang mit Genuss lesen kann. Das Buch versucht zwar den Inhalt nach bestimmten Themen zu strukturieren. Das aber wirkt eher aufgesetzt. Vielleicht das Blog-Format für diese Art des Festhaltens und Weitergebens persönlich gefärbter Themen doch die bessere Form. Denn letztlich bleibt Kommunikation dabei eher nachrangig. Wenn es aber auch andere interessiert und punktuell Kommunikation und unterschiedliche Formen von Austausch dadurch ins Leben gerufen werden, kann das auch für beide Seiten einen Reiz haben.

Mirabellenkuchen, die Zweite

Wie gestern geplant haben wir die Kuchenserie fortgesetzt. Heute sind noch fünf neue Hefeteigbleche hinzugekommen. Drei davon konnten wir mit den restlichen Mirabellen belegen und für zwei haben wir uns an die frühere Vorliebe für Schmand-Hefekuchen angelehnt. Das Rezept dafür musste ich aber neu heraussuchen, da wir uns an die genauen Zutaten nicht mehr erinnern konnten. Den Schmandkuchen in zwei Variationen anzulegen, war ein Experiment, wobei wir uns eine Wiederholung des eher klassischen Rezepts, nur mit Schmand, Eiern, Zucker und Vanillepuddingpulver, gut vorstellen können. Weitere Zutaten sind gar nicht notwendig bzw. verfälschen eher das Ergebnis. Das Highlight aber sind natürlich die Mirabellenkuchen, die wir größtenteils eingefroren haben, um sie übers Jahr hinweg genießen zu können. Bevor V. sie fürs Einfrieren verpackt hatte, habe ich die ersten neun noch fotografiert. Und wer weiß, vielleicht wird V. die Mirabellenbäume ja noch einmal besuchen, um weitere Früchte zu pflücken und daraus Marmelade zu machen, die wir alle ebenso mögen.

MIrabellenkuchen 2020

Mirabellenkuchenreihe

Der bisher heißeste Tag des Jahres hat uns eine Reminiszenz an frühere Jahre beschert. Denn wir haben eine ältere Tradition fortgesetzt und in einem Rutsch eine ganze Reihe von Mirabellenkuchen gebacken. Heute sind es neu geworden, von dem 14-Kuchen-Rekord an einem Tag zwar noch entfernt, aber das wird ausgeglichen dadurch, dass wir die Reihe morgen fortsetzen. Mindestens drei weitere werden dann noch hinzukommen. Die Mirabellen, die V. vor einigen Tagen gepflückt und heute Vormittag entkernt hatte, stammen von dem alten Mirabellenbaum, der auf öffentlichem Grund steht und der schon vor vielen Jahren der Geheimtipp für besonders typisch schmeckende Früchte war. Außerdem hat V. noch einige kleinere Bäume am Rand der eigenen Streuobstwiese gepflanzt, die inzwischen ebenfalls guten Ertrag bringen, jedenfalls, wenn es ein gutes Baumobstjahr wird, wie in 2020.

Hochsommerhöhepunkt

Wir nähern uns den heißesten Tagen des Jahres, und die Pflanzen haben unendlichen Durst. Ich hoffe, nach diesem Höhepunkt kommt wieder Regen. Damit wir und die Pflanzen nicht leiden und wir wieder mehr vom Sommer haben, der auch vom satten Grün der Bäume und Sträucher lebt, das ohne Feuchtigkeitsnachschub allzu schnell vergangen ist.

Annäherungen an das Naturthema

In dieser Hochzeit des Hochsommers häufen sich die Gespräche über Naturbezug, Imkerei, Kunsthandwerk und andere Formen, sich wieder dem Ursprünglichen anzunähern und daran aktiv zu arbeiten. Dabei stelle ich immer wieder fest, dass eine Sehnsucht nach Natürlichem verbreitet ist, auch wenn die wenigsten dem aktiv nahekommen. Aber punktuell die Gedanken darauf lenken, ist schon öfter zu beobachten. Ich versuche meinen ohnehin seit Jahren auf aktive Modellierung unseres Naturbezugs ausgerichteten Einstellungen, Erfahrungen und konkreten Projekte in diese Gespräche einzubringen, nicht wissend, ob meine langjährige Beschäftigung mit den Bäumen, dem Holz, der Baum-Mensch-Beziehung in ähnlicher Weise, wie sie für mich selbst Bedeutung hat, auch kommunikativ anschlussfähig ist. Möglicherweise sind die Formen der Annäherung ganz verschiedene. Immerhin habe ich mit den unterschiedlichen Wunschbaum-Projekten einige ganz vielfältige Ansätze in den Raum gestellt, an denen sich der anlehnen kann, den die einzelne präsentative Form anspricht.

Abgerundetes Arrangement

Was für ein langer Arbeitstag, der wieder einmal mit technischen Herausforderungen angefüllt war. Aber wenn dann die Lösungen nach langem Ringen auf dem Tisch liegen und sich gleich mehrere Aufgaben auf einmal auflösen lassen, ist das ein gutes Gefühl. Vor allem, weil die Kenntnisse für künftige Projekte dann direkt verfügbar sind und die Gestaltungsspielräume auf diese Weise immer größer werden. Ich freue mich auf die kommenden Sommerwochen, die traditionell viel Lernen beinhalten, im Umfeld einer Arbeitsatmosphäre, die von anregender Unwahrscheinlichkeit geprägt ist. Wenn ich außerdem täglich meinen Kontakt zu den Bäumen und allen Pflanzen in unmittelbarer Nähe pflegen kann, ist das ein abgerundetes Lebensarrangement.

Enger Exkursionsradius

Meine Projektarbeit hält mich derzeit vollständig in Beschlag. Und mit jeder kleinteiligen Lösung setzt sich das Gesamtbild der technischen Neuerungen zu etwas Schlüssigem zusammen. Ein gutes Gefühl, wenn das Forschen Erfolg hat und sich in funktionierenden Ergebnissen anschauen lässt. Bei so viel formal-technischer Beschäftigung vermisse ich zwischendurch den Bezug zum Natürlichen, v. a. die Begegnung mit den Bäumen in dieser Zeit des Jahres, die nur durch die Pflanzen im Wohnumfeld und die Gartenbäume an jedem Tag ausgeglichen wird. Für die weiteren Exkursionskreise fehlt derzeit der Freiraum.

Wachstumswetter und Schwankungen

Der Verlauf des Sommerwetters ist wie in den Vorjahren extremen Umschwüngen ausgesetzt. Leider ist fast alles dabei und geht in einem Auf- und Ab ineinander über. Nur Regen, der unseren Bäumen, Sträuchern und Stauden guttäte, ist in unserer Region leider nicht dabei. Nicht mehr als ein Tröpfeln ist es heute gewesen, nachdem heftige Gewitter und Starkregen als Option vorhergesagt wurden. Und dann sollen auch noch die ganz heißen Tage folgen. Auf unsere Pflanzen müssen dann ganz besonders achten, nachdem sie sich bisher so prächtig entwickelt haben. Manche Arten, wie unsere Weinreben, werden diesen Wechsel mögen, gut möglich, dass sich das auch auf die Qualität des späteren Weins günstig auswirkt, jedenfalls wenn bis Ende August viel Sonne und am Ende kühle Nächte und etwas Regen hinzukommen sollten. Und auch meine Chilis sind sehr angetan von der Wärme der Sonne und den zwischenzeitlichen Erholungsphasen. Die diesjährige Chiliernte dürfte noch üppiger ausfallen als im Vorjahr.

Regenwasser wird knapp

Vom Boden des Springbrunnenbeckens die Gießkanne zu füllen, ist ein akrobatische Angelegenheit. Aber zurzeit ist das die letzte Möglichkeit, an Gießwasser zu kommen, nachdem unsere Vorratstanks alle leer sind. Ich hoffe jetzt auf starken Regen in der Nacht und am Vormittag, der die Tanks möglichst weit auffüllt. Ansonsten wäre ich gezwungen, wie in den Vorjahren schon einige Male, wenn auch nicht allzu oft, tatsächlich Gießwasser aus dem Hahn zu zapfen. Und die Pflanze wirken nach Tage knalligen Sonneneinstrahlung und kaum Feuchtigkeit alle sehr angestaubt und unter der Trockenheit leidend. Das beobachte ich bei den Stauden und Blumen, draußen in der Landschaft aber auch an den Sträuchern und Bäumen, die teils wie dehydriert erscheinen. Den Gartenbäumen ist das noch erspart geblieben, dank ihrer geschützten Lage und dadurch, dass sie sich gegenseitig Schatten geben.

Techniklastige Arbeitswoche

Technik ohne Ende, das Thema begleitet mich wohl den ganze Hochsommer über. Aber es bedeutet auch, kontinuierlich hinzuzulernen und letztlich noch mehr Gestaltungsspielraum und -möglichkeiten zu haben. Nach dieser extrem techniklastigen Arbeitswoche freue ich mich, am Wochenende einmal die Gedanken etwas abschweifen lassen zu können und mich mit Körperlicherem und Naturbezogenem zu beschäftigen. Und wenn es nicht zu schwül wird, wäre eine längerer Spaziergang mit neuen Baumfotografien auch ganz schön, als krönender Abschluss des Wochenendes sozusagen.

Regendurst

Wir hoffen jetzt auf Regen, da die Regenwasservorräte ausgehen. Es wäre schade, den Wasserhahn anzapfen zu müssen. Immerhin ist bisher fast immer noch rechtzeitig Nachschub gekommen. Und bei anhaltender Trockenheit leiden gerade die Kübelpflanzen und Blumen, aber auch die Bäume im Garten, die immer tiefer nach Wasser suchen müssen und hoffentlich ein ausgedehntes Wurzelsystem zur Verfügung haben. Diese Hochsommertage sind auch für uns Menschen austrocknend. So freue ich mich auf die nächsten Schauern und etwas erholsame Abkühlung.

Aktivitätsmuster im Hochsommer

Stickiger Hochsommer begleitet uns den Tag über, und die technische Arbeit, das Kodieren steht für mich neben Wartungsarbeiten auf dem Programm. Fast ein Widerspruch und auf den ersten Blick unpassend erscheinend, ist das doch ein Muster für mich, und eines, das gewissermaßen Sinn macht. Denn diese Art der Arbeit ist mit Energiegaben von außen irgendwie leichter und verliert seine Strenge ein Stück weit. Ein Blick durchs Fenster zwischendurch, ein Gang zum Flussufer oder durchs Dorf, einige Blicke auf die aktuelle Baumlandschaft und ihren Umgang mit der Hitze und Trockenheit genügen, um anschließend mit der eher nach innen gerichteten Konzentration fortzufahren.

Sommerliche Energie von außen

Für einen Einundzwanzigsten war dieser Tag vielleicht etwas unspektakulär, aber immerhin wieder produktiv und mit einer nicht mehr erwarteten Information am späteren Nachmittag, die meine Projektarbeit in Bewegung hält. Dass ich inhaltlich und technisch an verschiedenen Fronten gut vorankomme, passt zur Atmosphäre des Hochsommers und der Energie, die uns von außen, Rudolf Steiner würde sagen aus dem Weltall, auf uns einströmt und die wir nutzen, die wir nicht aus uns heraus erzeugen müssen. Diese Sichtweise, dass sich in den Sommermonaten alles ausdehnt in Richtung des Alls, für uns Menschen, bei den Tieren und ganz besonders bei den Pflanzen, fand ich faszinierend bei Steiner wiederholt zu lesen. Am Beispiel der Bäume aber ist so offensichtlich und anschaulich, dass man es genauer betrachtet nicht ignorieren kann. Es ist vielmehr eine sehr plastische Anschauung unseres Lebens mit den Jahreszeiten und eine gute Erklärung für die biologischen Rhythmen, von denen wir so abhängig sind, dass selbst unsere Stimmungen davon stark beeinflusst sind.

Die Bäume des Sommers bieten Ausgleich

Man spürt tatsächlich, dass der Hochsommer gerade jetzt an seinem Höhepunkt angekommen ist. Es sind nicht nur die Temperaturen, das Licht, die Atmosphäre im Garten und in den Straßen. Auch die Einstellung der Menschen, diese Auszeit-Stimmung scheint jetzt maximal ausgeprägt zu sein. Ich mochte diese Zeit in den letzten drei Jahrzehnten sehr, gerade während der Arbeitszeit und gerade wenn andere Urlaub machen, weil das Arbeiten dann unter ganz besonderen Rahmenbedingungen wirkt. Für mich ist das reizvoll und intensiv, gerade jetzt komme ich besonders gut voran und kann mich bei wenig Ablenkung auf die Ausarbeitung meiner Linien konzentrieren. Ich hoffe, die Pflanzen und ganz besonders die Bäume des Sommers begleiten mich durchgehend und helfen, den entspannenden Ausglich herzustellen.

Schwarzdorn, Weißdorn und ihre sommerlichen Früchte

In der hochsommerlichen Baumlandschaft fallen zurzeit die üppige Frucht tragenden Schwarzdorn- und Weißdornhecken auf. Die einen mit ihren dunkelblauen, mit einem weißlichen Wachsfilm überzogenen Schlehen, die anderen mit ihren leuchtend roten, leuchtenden und glänzenden kleinen Früchten, die sich zurzeit noch in der Umfärbung befinden, teils aber schon ganz ins Rote gewechselt sind. Beide sind reichlich in diesem Jahr, die Schlehen aber neigen sich geradezu unter der Last der ungewöhnlich vielen und schweren Früchte. Viele Äste hängen deshalb schon über den Weg. Ich denke, dass es ich wohl nicht vermeiden lassen wird, im Herbst doch wieder loszuziehen, um 1-2 Eimer reifer Schlehen zu sammeln, um damit z. B. Schlehenlikör herzustellen. Der Weißdorn ist für mich v. a. ein optisches Highlight. Die Früchte sind zwar auch essbar, jedenfalls, wenn sie noch etwas reifer geworden sind. Aber daraus etwas herzustellen, ist mir doch noch recht fern. Es ist erstaunlich, wie früh nicht nur die Weißdornfrüchte so weit ausgereift sind, inzwischen verfärben sich unter der Hitze auch schon ihre Blätter herbstlich, etwas das normalerweise erst eintritt, wenn die Frucht eine dunkelrote satte Färbung angenommen hat. Ich hoffe, die Sträucher werden zwischendurch genügend Feuchtigkeit speichern können.

Schlehdornfrucht in 2020 I
Schlehdornfrucht in 2020 II
Weißdornfrucht in 2020 I
Weißdornfrucht in 2020 II