In die Projektarbeit eingegraben

Ein arbeitsreicher Tag, der die Dunkelheit und die Nässe draußen weitgehend vergessen lässt. Ich sehe mich in die Projektarbeit regelrecht eingegraben, was ganz gut zu dieser kontemplativen und nicht sehr kommunikationsfreudigen Grundstimmung passt, die uns alle umgibt. Dabei ist ein Kreativprojekt noch hinzugekommen, das wird die Dichte der abzuarbeitenden Vorhaben noch erhöhen. Aber ich freue mich trotzdem darauf. Auch auf die kommenden Manufakturaufträge, die vor Weihnachten sicherlich noch auf mich zukommen werden. Allzu häufig sehr kurzfristig. Dafür wäre es gut, wenn die Sonne wieder hervorkommt, denn gerade die Holzarbeit draußen, für den ersten Arbeitsschritt, ist bei solcher Witterung nicht sehr erfreulich. Dann ziehe ich doch die Detailarbeiten im Warmen und bei zumindest guter künstlicher Beleuchtung vor.

Facetten und Perspektiven des Weihnachtsdiskurses

Nun fragen mich auch schon weiter entfernte Bekannte, ob ich mich bereits mit den Weihnachtsvorbereitungen begonnen habe. Wohl, weil sie meine Präferenzen kennen und dass mir eigentlich in jedem Jahr vor der Weihnachtszeit wieder neue Ideen kommen. Aber es zeigt natürlich auch, dass viele doch ein Bedürfnis haben, das tief in der zeitlosen symbolischen Stärke des christlichen Fests und seiner Rituale und Traditionen verankert ist. Dem kann sich kaum jemand entziehen, und die meisten bringen es auch mit ihrer Kindheit in Verbindung – wie sollte es anders sein, handelt es sich doch um ein Geburtsfest der besonderen Art. Auch nach dem Weihnachtsbaum wurde ich heute gefragt bzw. ob ich wieder einen aufstellen will. Eine Frage, die sich bei mir eigentlich erübrigt, es sei denn meine Beschäftigung mit Baumsymbolik und Symbolbäumen sollte jemandem in meinem Umfeld noch nicht aufgefallen sein. Natürlich bin ich dennoch froh für die Fragen, denn sie geben Anlass für eine Fortsetzung des Weihnachtsdiskurses, der nie an Lebendigkeit und Facettenreichtum verliert, immer nur neue Facetten und Perspektiven hinzugewinnt.

Vorverlegte Weihnachtszeit

Ein Tag mit viel vorweihnachtlicher Stimmung, was auch an einigen Geschenken und Gesprächen lag. Da ging es um adventlichen Schmuck, den Weihnachtsbaum und mögliche Geschenke für Weihnachten und die bei uns kurz vorangehenden Geburtstage. Ein Thema, das unerschöpflich scheint und immer wieder den Blick auf die vegetabile Symbolik der Weihnachtspflanzen, des Weihnachtsbaums selbst als Symbolbaum und die vielen gestalterischen Innovationen der gesamten Weihnachtsindustrie lenkt, die schier unerschöpfliche Ausmaße und damit eine gewisse Zeitlosigkeit mit sich bringt. Schön, dass wir auf diese Weise die Weihnachtszeit durch Vorverlegung und kommunikative Inhalte verlängern können.

Weihnachtszeit, Innerlichkeit und Baumsymbolik

Ein sehr produktiver Tag mit viel Kreativarbeit, die mich zuversichtlich stimmt, die laufenden Projekte weitgehend noch in diesem Jahr abschließen zu können. Dann wird es hoffentlich auch nicht allzu hektisch in der Vorweihnachtszeit, die ansonsten an ihrer eigentlichen Bedeutung Schaden nehmen kann. Denn es sollte doch zu Weihnachten hin eher kontemplativer werden. Wenn nicht um Weihnachten herum, wann dann sollte das noch möglich sein in diesen so überaus komplizierten Zeiten. Ich hoffe, bei aller zeitlichen Planung und Voraussicht aber doch auch auf einige Aufträge für kunsthandwerkliche Arbeiten, die Innerlichkeit im Spiegel der Baumsymbolik unvergleichlich provozieren und auch für andere in Form bringen können.

Symbolkommunikation, Baumsymbolik und Selbstbeobachtung

Haben wir jemals einen so gruselig verregneten Novemberanfang erlebt? Leider ist es nicht nur der Anfang des Monats, es geht ja schon seit Wochen so, und scheint kein Ende nehmen zu wollen. Da kann ich schon verstehen, dass viele diese Zeit des Jahres fürchten. Aber nur wegen der Verhältnisse in diesem Jahr. Eigentlich bin ich ein Novemberkind, und kann es wegen meines Geburtstags auch nicht anders sein. Wenn ich die Baumsymbolik des so genannten Keltischen Baumkreises und die Zeitphase der „geheimen“ Eibe mithinzunehme, bin ich sogar das typischste Novemberkind, das man sich vorstellen kann. Denn an diesem Tag trifft sozusagen die Essenz der Eiben-Natur mit den dem November ohnehin zugeschriebenen Charaktereigenschaften zusammen. Kann sein, dass das den manche überfordert, für mich selbst ist es einfach selbstverständlich und verschafft mir in der Selbstbeschreibung und Selbstbeobachtung einen ziemlich besonderen Status. Vielleicht sind das Verstehen und die Verständigung auch die beiden Hauptthemen meiner Kommunikationsstudien gewesen, und sind es bis heute, denn nach langjähriger routinierter Kommunikationsarbeit und viel Erfahrung in diesem Bereich lässt notwendigerweise die Selbstbeobachtung nicht nach. Sie läuft vielmehr quasi-automatisch mit, bei jeder einzelnen Interaktion und Kommunikation. Weil man als gelernter Fachmann auf dem Gebiet gar nicht anders kann. Diese mitlaufende Selbstbeobachtung verhindert Scheuklappensicht und sorgt dafür, die Dinge immer wieder neu zu betrachten und zu modellieren. Darin sehe ich den Kern meiner Arbeit und meine eigentliche Expertise. Bei der professionellen Kommunikationsberatung ebenso wie bei allen teils privaten Projekten, die sich der Symbolkommunikation u. a. im Spiegel der Bäume widmen.

Der Jahreszeitenwechsel und die Dynamik der Aufmerksamkeiten

Bei soviel Dunkelheit und Regen tut sogar das künstliche Licht gut. Das konnte ich heute den ganzen Tag über genießen, bei meiner Kelleratelier-Arbeit, aber die Arbeit mit den vielen verschiedenen Holzarten und ihrer jeweilig anhaftenden Baumsymbolik haben mir diese für den Winter notwendige Arbeitsplatzsituation versüßt. Ich kann dieser sehr abgeschiedenen Atmosphäre sogar etwas sehr Eigenes abgewinnen, schätze sie als Bestandteil des winterlichen Rückzugs, der zunehmenden Orientierung nach Innen. Denn das verbinde ich eigentlich mit dem Winter und seinem Höhepunkt, dem Weihnachtsfest. Nicht selten denke ich über den aus meiner Sicht großen Vorzug der Jahreszeiten, ihren jeweiligen Eigenheiten und den damit verbundenen Wechselstimmungen nach. Es würde uns ein großer Teil der wie selbstverständlich entwickelten kulturellen Identität fehlen, die im zyklischen Wechsel der Jahreszeiten wurzelt, wären wir am Äquator zuhause. So aber wird uns der belebende Perspektivenwechsel und die Aufmerksamkeit sowohl auf das Außen als auch das eigene Innere durch die natürlichen Zyklen erleichtert. Es wäre ungleich schwieriger und anstrengender, diese Dynamik ohne die äußere Spiegelung in der Natur für uns darzustellen.

Novemberarbeit am Baumkreis

Ganz ging mein Arbeitsplan heute nicht auf, was mit unverhofften Anfragen zu tun hatte, die zu schneller Erledigung drängten. Aber so ist das Unverhoffte zumindest erledigt, so dass ich mich am Wochenende auf meine aktuelle Manufakturarbeit konzentrieren kann. Der Baumkreis steht wieder einmal im Mittelpunkt des Geschehens. Und es wird das erste Mal seit einem halben Jahr wieder im Kelleratelier gearbeitet, da inzwischen natürlich der Arbeitsplatz im Garten nicht mehr in Frage kommt: Zu dunkel und zu kalt. Da mache ich es mir lieber im Keller gemütlich, sofern das an dem Platz möglich ist, und vertiefe mich in der Form, die so nur im Winter möglich ist, ganz auf das Holz und die Bäume, von denen es stammt. Bei der Baumkreis-Auswahl von 22 verschiedenen Holz- und Baumarten ist das besonders spannend, weil man dabei einen Parcours durch so unterschiedliche Charaktere und ihre symbolischen Implikationen hinlegen kann. Das ist sehr schön in dieser ansonsten so ungemütlichen Übergangszeit des Jahres.

Kreativer Stimulus im November

Die Novemberstimmung wirkt auf mich als November-Geburtstagskind stimulierend und ist von Vorteil bei kreativen Aufgaben. Und die häufen sich zurzeit. Das trifft sich gut. Dabei geht es viel um grafische Gestaltung, aber immer auch um inhaltliche Konzepte und Formulierungsaufgaben. Eine gute Mischung, auch ergänzt von technischen Aufgaben. Das liegt mir sehr, und fällt mir erstaunlicherweise gerade in dieser Übergangszeit des Jahres leicht, gute Ergebnisse inklusive. Diesen Schwung hoffe ich in die nächsten Wochen bis Weihnachten mitnehmen und aufrecht erhalten zu können. Und dann wird er sicher auch in diverse Wunschbaum-Projekt, insbesondere im Bereich der Manufakturarbeit, einfließen können.

Novemberlicht, Allerheiligen und der natürliche Niedergang

Den Friedhof haben wir am späten Nachmittag noch im Hellen aufgesucht, was wir im Vorjahr auslassen mussten. Aber eine Allerheiligenstimmung wollte sich heute nicht einstellen. Weder das Wetter noch die Atmosphäre hat mich an das erinnert, was ich traditionell mit Allerheiligen in Verbindung bringe. Merkwürdig, aber ähnliche Veränderungen stelle ich auch bei anderen Fest- und Feiertagen fest. Es ist, als wenn sich die atmosphärische Dichte des Feiertagserlebens kontinuierlich verringerte. Ich bin mir aber nicht sicher, ob das eine individuell mit dem Altern zusammenhängende Erscheinung ist, oder doch eine tatsächliche Wandlung in der Rezeption und Pflege von Traditionen. Vorher hatte ich die inzwischen schon seltene Gelegenheit genutzt, mich in der aktuellen Baumlandschaft umzusehen, die doch so etwas wie Herbst aufblitzen ließ. Vor dem Hintergrund des 1. Novembers hatte der aber schon eine spätherbstliche Anmutung, was v. a. mit dem Licht dieser Tage zu tun hat. Aber auch mit dem Erscheinungsbild der Bäume, die nicht nur herbstliches Laub tragen und abwerfen. Auch die Früchte vieler Bäume und Sträucher lösen sich in diesen Wochen sukzessive auf, verfärben sich dunkel, werden von Wind und Regen ausgelaugt und zersetzen sich zum Teil schon am Zweig, bevor sie endgültig abfallen und in den Kreislauf übergehen. So stehe sich in der Anmutung der Baumlandschaft gerade morbider Niedergang und die Lebendigkeit vortäuschende Farbigkeit des Herbstlaubs gegenüber.

Baumnovember - Vergehende Hagebutten I
Baumnovember - Vergehende Hagebutten II
Baumnovember - Vergehende Weißdornfrüchte I
Baumnovember - Vergehende Weißdornfrüchte II
Baumnovember - Vergehende Schlehdornfrüchte
Baumnovember - Spitzahornzweig mit Herbstlaub I
Baumnovember - Spitzahornzweig mit Herbstlaub II

Weihnachtsmotive mit und ohne vegetabile Symbolik

Auch heute war für mich Weihnachten wieder ein bestimmendes Thema. Und mit mir für den Rest der Familie und einige Besucher. Das ist bei der Witterung, die winterlicher kaum sein könnte, auch kein Wunder. Ich freue mich, dass ich auch mit einem meiner diesjährigen Weihnachtsgrußprojekte gute Fortschritte machen konnte, so dass dieser Teil, die genauer gesagt auf den Beginn der Adventszeit ausgerichtet ist, ohne Hektik und Zeitnot geplant werden kann. Die Auswahl meiner besten Weihnachtsfotografien der letzten Jahre hat doch einige Zeit in Anspruch genommen, weil ich die Reihenfolge und die Auswahl selbst immer wieder abgeändert habe. Am Ende ist es doch zumindest zur Hälfte von der Zusammenstellung des Vorjahres abweichend. Gut, denn das war auch meine Absicht. Die richtig guten Motive stammen nicht nur aus jüngster Zeit. Auch ältere gehören zu den Favoriten, aber es sind eben auch viele aus den letzten 4 Jahren darunter. Bei fast allen steht die Lichtsymbolik der Weihnachtszeit im Mittelpunkt, die vornehmlich von der Beleuchtung und dem Schmuck des Weihnachtsbaums bestimmt wird. Aber auch von bestimmten vegetabilen Weihnachtsdekorationsobjekten, wie Gestecken oder Adventskränzen, die oft auch ohne Baumsymbolik auskommen, da für sie das Licht symbolisch und atmosphärisch das Wichtigste ist. Wenn ich wieder derart intensiv mit diesen eigenen Fotografien arbeite, merke ich, dass sie geradezu unerschöpflich sind, nie wirklich erschöpft oder vollständig erfasst werden können. Das ist ein Zeichen guter Qualität, die immer auch ein Momentum des Unbegreiflichen und Ergreifenden beinhalten muss, um lang und nachhaltig Wirkung zu haben.

Wenn die Weihnachtszeit früher beginnen kann

Es ist, wie wenn mindestens der November vorgezogen worden wäre, wenn nicht die Weihnachtszeit. Die Unwirtlichkeit, die das Wetter uns entgegenbringt, passt in dieser Extremform so gar nicht zum Ende des Oktobers. Auch wenn die Tage um Allerheiligen häufig kalt und neblig waren, so viel Regen ist eher ungewöhnlich, zumal es noch weiter anhalten soll. Das einzig Gute daran: Da ich durch die äußeren Verhältnisse schon nah an die Adventszeit herangeführt werde, bin ich mit den Vorbereitungen für die diesjährigen Weihnachtsgrüße früher dran als sonst. So macht es mir gar keine Probleme, atmosphärisch betrachtet, jetzt schon die passenden Grußmotive aus meinem schon festgelegten Pool neuer Weihnachtsfotografien auszuarbeiten und auch eine Neuauflage des im letzten Jahr erstmals gestalteten Tages-Adventskalenders zu arrangieren. Das macht tatsächlich jetzt schon Spaß und verlängert mir auch ein wenig die kommende Weihnachtszeit verlegt sie quasi für mich persönlich vor. Das ist gut, denn in diesem Jahr ist sie kalendarisch bedingt etwas verkürzt, da nämlich der vier Advent mit Heilig Abend zusammenfällt. In anderen Jahren kann auch mal fast eine Woche dazwischen liegen, was für die Weihnachtsstimmung natürlich vorteilhaft ist. So müssen wir die ungewollte Verkürzung der Adventszeit eben selbst ausgleichen, indem die Weihnachtszeit einfach etwas früher beginnt.

Wenn der Blätterherbst ins Wasser fällt

In Annäherung an Allerheiligen präsentiert sich das Wetter dauerhaft passend. Nur haben wir so unangenehm nass-kalte Witterung sonst eben rund um Allerheiligen erlebt. Jetzt aber hält es schon eine Woche mindestens an und soll wohl noch mindestens eine weitere Woche so bleiben. Der Blätterherbst fällt damit für unsere Wahrnehmung fast komplett flach. Zum einen, weil man kaum noch vor die Tür kann und so auch keine jahreszeitlichen Eindrücke des Baumherbstes sammeln kann. Aber natürlich auch, weil das Licht fehlt, das den in Richtung der Rot-Braun-Töne gehenden Blättern ihre Farbigkeit verleiht. Bei so viel Regen gehen bei vielen Bäumen die Blätter auch gleich in ein Tiefbraun-Schwarz über und verrotten sehr schnell. Manchmal verlieren Bäume innerhalb weniger Tage ihr gesamtes Laub. Da ist dann nichts mit Indian Summer und herbstlich warmen Farbeindrücken. Den Menschen entgeht damit ein wichtiger jahreszeitlicher Eindruck, von der verpassten Gelegenheit der späten Früchte einmal abgesehen, doch noch zur Reife zu gelangen. Diese Gelegenheit fällt dann häufig ins Wasser. Ich hoffe, dass meine so schön ausgewachsenen Glockenchilis wenigstens noch zum Teil reif werden, damit die Pflanz- und Aufzuchtarbeit für das Gemüse während des Sommers nicht ganz umsonst gewesen ist.

Gedanken zum Start der Heizsaison

Eine Vorankündigung vom Schornsteinfeger, dass Anfang der Woche die nächste Untersuchung ansteht, lag heute im Briefkasten. Das ist immer wieder seltsam, da die Holzofensaison noch nicht begonnen hat und aber der Schornstein schon wieder gekehrt werden soll. Für meine Begriffe immer zu den falschen Zeiten, während der Saison merkwürdigerweise nichts passiert. Immerhin hat das unsere Aufmerksamkeit auf die kommende Heizperiode gelenkt, und darauf, dass wir Gelegenheit haben werden, den mühevoll angehäuften Brennholzvorrat auch abzutragen. Dass das diesen Winter nicht ausfällt, ist abzusehen, da ja jetzt schon, Ende Oktober, ein Heizen über die Zentralheizung zumindest in den Räumen, in denen man sich den ganzen Tag aufhält und arbeitet, nicht zu vermeiden ist. Das ganze Haus wird mit dem Holzofen zwar nicht warm, aber doch die zentralen Wohnbereiche, d. h. drei zusammenhängende Zimmer. Und die Wärmestrahlung reicht weiterhin auf die angrenzenden Räume auf derselben Ebene und einen Stock höher. Deshalb ist eine Heizkostenersparnis beim Öl auf jeden Fall zu erwarten. Und ein gutes Gefühl können wir auch haben, da das Brennholz von einem ehemaligen eigenen Fichtenwald stammt, dessen Bäume lange aus dem Weihnachtsbaumalter herausgewachsen waren und dann auch nur noch zum Schlagen geeignet waren. Dass die uns jetzt über den Winter wärmen, ist ein schöner Gedanke, haben wir die lebenden Bäume und das langgezogene, aber schmale Baumgrundstück doch noch gut in Erinnerung.

Jahreszeitliche Wahrnehmungsmuster und Aufmerksamkeiten

Schön, der Baumkreis wird mich in den nächsten Tagen wieder beschäftigen. Es kann gut sein, dass der nahende November die Innenschau der Menschen aktiviert und die Baumsymbolik wieder stärker ins Bewusstsein rückt. Das habe ich in der Vergangenheit schön oft festgestellt. Allerdings ist es keine Konstante, kein wirklich archetypisches Muster, dass nämlich in Abwesenheit von Licht und mit dem Abbau des vegetabilen Lebens automatisch die symbolische Repräsentanz desselben zu Bewusstsein käme. Aber wenn bestimmte Faktoren zusammenkommen, gerade bei langanhaltender Kälte und Dunkelheit, bei langen Wintern zum Beispiel, verstärkt diese Haltung erfahrungsgemäß. Zurzeit scheint es wieder so zu sein, und freue mich, im Gleichklang damit mein Kelleratelier wieder zu beziehen und bei künstlichem Licht der Baumsymbolik ganz besonders nahe zu kommen, während im Sommer die lebenden Bäume und ihr konkreter Eindruck im Vordergrund stehen.

Biografische Wurzeln des Denkens und der Erfahrung

Das Kundengespräch am frühen Morgen hat mich nach längerer Zeit einmal wieder in die Stadt geführt, in der ich viele Jahre mein berufliches Umfeld hatte. Eine durchaus interessante und herausfordernde, sehr kommunikative Zeit, in der ich viel für später Nützliches hinzulernen und mir erarbeiten konnte. So hatte dieser Arbeitstermin für mich auch eine nostalgische Note, die durch den vertrauten Fahrweg und die Orientierung in bekannten Straßenzügen vor Ort mit vielen vertrauten Gebäuden und Anlagen ihren Grund hatte. Es ist zudem tröstlich, dass solche biografische Nähe zu einem Ort für aktuelle Kommunikationen einen förderlichen Rahmen bilden kann. Überhaupt kommen in jüngerer Zeit öfter ähnliche Begegnungen mit der eigenen Vergangenheit und mit Personen aus dieser Vergangenheit vor, die in Annäherung an meinen Geburtsmonat besonders viel Sinn machen. Überwiegend reichen diese Bezüge in die Zeit zurück, die vor dem Beginn meiner Wunschbaum-Projekte meinen Lebenslauf prägte. Umgekehrt bin ich sicher, dass alle Lebenserfahrung auf aktuelles Denken, Handeln und Wirken Einfluss hat. Auch das Verständnis und der kreative Umgang mit symbolischen Formen fallen nicht vom Himmel. Die Wurzeln dafür reichen tiefer und weiter zurück.

Novemberwetter im Oktober lässt auf ungewöhnliches Gartenjahr zurückblicken

Nachdem wir das Jahr über doch ziemlich von der Sonne und dem Licht verwöhnt wurden, wieder einmal muss man sagen, ist dieser End-Oktober doch eine Zumutung. Denn das Wetter gehört eigentlich in den November. Dunkel fast den ganzen Tag, Regen und nicht mehr mäßig warm wie zuvor, sondern schon kühl – eine unangenehme Kombination. Leider auch eine, die den Pflanzen nicht bekommt. Einige unserer eigentlich für den Winter vorgesehenen Pflanzen leiden schon kurz nach dem Einpflanzen an der Nässe, die ihre Beeren faulen lässt. Und die letzten Baumfrüchte, v. a. beim Feigenbaum tun sich naturgemäß schwer mit anhaltendem Regen, Lichtarmut und Kühle. So werden die letzten Feigen zwar reif, sind aber am Ende wenig süß und bringen auch sonst nicht das tollste Aroma mit sich. Insgesamt enttäuschend ist das für die mediterranen und wärmeliebenden Art, auch z. B. bei meinen selbst gezogenen Chili-Pflanzen. Denn eigentlich waren die Bedingungen doch über die Sommermonate ideal. So bleibt es unverständlich, warum bei vielen Art in diesem Jahr das Gedeihen, die Folge von Blühen und Fruchten so stark verzögert ausfiel, dass viele am Ende gar nicht mehr zur normalen Fruchtreife kamen.

Themen für den Jahresabschluss und das Leben

Jetzt erlebe ich wieder diese Geschwindigkeit, mit der die restlichen Wochen des Jahres dahinstreichen. Es ist, als wenn sich die Geschwindigkeit der Lebenszeit zunehmend beschleunigt, je näher wir dem Weihnachtsfest kommen. Eine wiederkehrende Erfahrung, und doch keine, an der sich etwas ändern ließe. So bemühe ich mich, die wichtigen Projekte dieses Jahres rechtzeitig zum Abschluss zu bringen und möglichst neue zu initiieren, die mit dem neuen Jahr und neuem Elan ihre Fortsetzung finden können. Darunter ist viel professionelle Kommunikation, aber auch wieder Symbolarbeit, vor allem Beispiel der Bäume, die nicht zum Hauptberuf gehört, aber deshalb nicht weniger professionelle Formen annimmt. Das bin ich dem Thema, seiner archetypischen Stärke und dem schuldig, was diese Beschäftigung mir und denen bringt, mit denen ich thematisch und geistig auf ähnlichen Ebenen mich bewege. Für uns alle hoffe ich, dass der geistige Freiraum immer wieder darstellbar sein wird, ohne den diese Themen keine Chance auf Weiterentwicklung haben können.

Für ein Gleichgewicht zwischen kreativem Ausdruck und technischer Präzision

Der Arbeitsplan für heute sah eigentlich anders aus. Aber am Ende bin ich dann doch bei der Entwurfsarbeit geblieben, auch weil sich das als herausfordernd und detaillierungsbedürftig herausgestellt hat. Manchmal sind solche Abweichungen vom Plan auch ganz erholsam. Allzu erschöpfend kann das rein planvolle Vorgehen sein, und dann auch kreative anspruchsvolle Ergebnisse erschweren. Deshalb bin ich für zeitweise unregelmäßige Aufteilung der Tätigkeit aufgeschlossen. In der Zeit bis Weinachten wird sehr viel Unterschiedliches zusammenkommen, das gleichermaßen Originalität und technische Stringenz erfordert. Ich hoffe, es wird mir gleichmäßig gelingen, beides mit optimaler Qualität umzusetzen. Und ich hoffe, dass die Symbolarbeit währenddessen nicht zu kurz kommt. In welcher Form auch immer, aber am liebsten mit einer Fortsetzung meiner kreativen Projekte rund um die Ästhetik und Lebenssymbolik der Bäume.

Krisenbewältigung und das Reden über Bäume

Ein ruhiger Sonntag, der nach der Geschäftigkeit der gesamten Arbeitswoche willkommen war. Und mit dem Biografieprojekt bin ich immerhin auch weitergekommen, also war es nicht der reine Erholungstag, dennoch ein ruhiger, wie ich das für einen Sontag am liebsten habe. Die Geschehnisse in der Welt sind so von Katastrophen, Gewalt, politischen und wirtschaftlichen Krisen dominiert, dass es fast schwerfällt, überhaupt so etwas wie Ruhe zu pflegen. Und all die anderen Themen, vor allem die grundlegenden, die unser Leben eigentlich prägen, kommen natürlich wieder und immer noch zu kurz. Der Zustand hält nun nämlich schon über Jahre an und scheint immer dramatischere Formen anzunehmen. Was macht das mit der geistigen Entwicklung der Menschheit, gibt es überhaupt noch eine fortschrittliche Entwicklung auf diesem Gebiet, oder sind wir im beständigen Rückschritt befindlich? Es ist heute wie beim Wort Berthold Brechts mit dem Reden über Bäume: Es scheint einen gesellschaftlichen Zwang zu geben, sich solches zu verbieten, weil es doch so viel Wichtigeres zu bedenken, zu überdenken und zu beachten gilt. Nur steht dieses Beispiel des Redens über Bäume eben heute noch deutlicher denn je stellvertretend für das Denken und Kommunizieren auf dem Gebiet des Geistigen, gerade dem, was nicht Gegenstand der Nachrichten und öffentlichen Diskussion ist und es auch nicht sein kann. Es ist dennoch das eigentlich Bedeutsame, das wir nicht vernachlässigen sollten. So gesehen wäre ein Reden über die Bäume willkommen, und wenn das eher möglich ist als das Reden über Frieden und Solidarität, bin ich dafür die Gelegenheit zu ergreifen. Von dem, was damit geistig erreicht wird, zu den zurzeit wieder in der Öffentlichkeit dominanten Themen ist dann nicht weit. Und dieser alternative Weg scheint mir vielversprechender, stellen wir doch ein ständiges Unvermögen bei den gewohnten Versuchen fest, die Krisen auf politischem Weg oder gar mit Gewalt aufzulösen.

Den Wintergarten vorbereiten

Jetzt sehe ich es erst, als ich das Datum des Blogeintrags schreibe: Ein Einundzwanzigster. Aber das passt diesmal doch ganz gut. Denn wir haben heute in einer ziemlich konzentrierten Aktion die Bepflanzung, die Gartenmöbel und alles, was sonst noch zum winterfesten Garten gehört, weitgehend durchgezogen. M. und V. konnten nicht sehr viel mithelfen, aber es ist mir trotzdem gelungen, das allermeiste zu erledigen, nachdem ich mit M. am Vormittag noch Erika, Stiefmütterchen und diese Rote Beerenpflanze, deren Namen ich mir nicht merken kann, im Gartencenter ausgesucht und eingekauft hatten. Aber dann muss eben immer noch die alte Erde zumindest teilweise entnommen und austauscht werden. Die nicht mehrjährigen Pflanzen müssen entsorgt werden, Kübel und sonstige Pflanzgefäße gereinigt werden u. s. w. Als letzte Aufgabe habe ich mich den Gartenmöbeln gewidmet, die wir z. T. abgedeckt im Garten, allerdings unter Dach belassen, und teilweise reinholen. Natürlich ist die Aktion noch nicht abgeschlossen, es gilt noch einiges zu waschen, z. B. die Sitzbezüge der Schaukel, Stuhlkissen und Abdeckplanen. Aber das muss ja nicht alles an einem Tag passieren. So wird uns das Wintergartenthema noch eine Weile weiter beschäftigen.

Wunschbaum-Seite 2.0

Bei einer Routinedurchsicht meiner Webprojekte ist mir heute einmal mehr der Gedanke gekommen, dass meiner Pionierpräsenz zum Themenfeld Bäume eine Neufassung guttun würde. Wunschbaum.de ist dieses erste mit viel Herzblut lange Zeit immer wieder ausgebaute und umgestaltete Webprojekt, das nur in den letzten Jahren unverändert geblieben ist. Aus Zeitmangel, zumal ich ja ihn die anderen, später erst dazugekommenen Projekte, darunter das Baumtagebuch und die Wunschbaum-Manufaktur viel Entwicklungszeit gesteckt habe. Leider ist die thematische Grundlegung des ganzen Themas dadurch zuletzt zu kurz gekommen. Noch weiß ich nicht, wie sich eine solche Neuauflage umsetzen ließe und wie genau sie aussehen könnte. Eine Veränderung in Richtung geänderter Sehgewohnheiten und Kommunikationserwartungen sollte auf jeden Fall Bestandteil der Überlegungen sein. Und vielleicht kommt eines Tages alles so stimmig zusammen, dass eine richtig gute Wunschbaum-Seite 2.0 das Ergebnis sein wird. Die muss dann viel von der Lebens- und Themenerfahrung der letzten 20 Jahre berücksichtigen.

Archetypische Reflexion gegen den geschäftigen Zeitgeist

Baumthemen und Kommunikationsarbeit sind zurzeit beide in meinem Alltag präsent. Fast schon gleichgewichtig, auch wenn die Arbeit von der professionellen Kommunikation dominiert scheint, laufen die Symbolüberlegungen, die kreative Arbeit mit symbolischen Formen immer doch mit. Einiges davon spielt sich auf anderen Themenfeldern ab, aber Lebenssymbole arbeite ich sehr gerne am Beispiel der Bäume durch. Wie Archetypen überhaupt in meinem Leben eine große Rolle spielen. Es scheint wichtig, solche Gedankenebenen nicht außer Acht zu lassen. Die stumpfe Anmutung der Zeitumstände lenkt zwar davon ab und spielt Wichtigeres vor. Aber das eigentlich Wichtige läuft eben mit, wenn man dem etwas Zeit und Energie widmet durchaus auch in der Form, dass es etwas bewegen und verändern kann. Das geschäftige Abarbeiten des vermeintlich dem Zeitgeist Entsprechenden dagegen führt allzu häufig ins Leere und hinterlässt vor allem Frustration und Entmutigung.

Biografische Selbstbeschreibung und Lebensthemen

Ich freue mich, dass es mir gelingt, zurzeit abends immer in wenig an meinem privaten Dokumentationsprojekt zu arbeiten. Das ist ziemlich zeitaufwändig, deshalb muss ich mich etwas dranhalten. Aber es ist eben auch sehr spannend und ruft viele Erinnerungen an die eigene Kindheit wieder. Eine seltene Gelegenheit, zu der man wohl ein solches Vorhaben benötigt, denn sonst wäre immer der Routine-Alltag, sowohl beruflich wie privat im Vordergrund. So ein zeitweiliges Arbeiten mit der eigenen Biografie ist eigentlich interessant und vielleicht auch ein bisschen heilsam. Das liegt für mich auf einer Ebene und reicht in eine autobiografische Zeit zurück, die weit vor der Entdeckung meines großen Lebensthemas Bäume liegt. Aber vieles, was ich dabei erinnern und nachvollziehen kann, steht sicher in Verbindung mit dieser späteren Entdeckung. Welche Zusammenhänge da möglicherweise bestehen, werde ich hoffentlich noch herausfinden.

Kindliche Prägung und archetypische Symbolformen

Die biografische Dokumentation ist schwieriger und zeitaufwändiger, als ich es erwartet hatte. Aber sie ist auch eine einmalige Gelegenheit, die eigene Kindheit und die Verbundenheit mit der Familie ins Gedächtnis zurückzuholen. Vieles kommt dann wieder zu Bewusstsein, das im Erwachsenenalltag und beider zeitlichen Distanz verschüttet schien, es aber nicht wirklich ist. Das zeigt, wie wichtig die Kindheit ist und wie prägend für die gesamte restliche Lebenszeit. Ob meine Affinität zu archetypischen Symbolen wie den Bäumen, überhaupt die Begeisterung für symbolische Formen unterschiedlicher Form ihre Wurzeln in der Kindheit hat, weiß ich nicht wirklich zu sagen. Aus den Fotografien vermag ich das nicht herauszulesen. Aber es kann sein, dass ich mit der weiteren Beschäftigung mit diesem Projekt noch neue Erkenntnisse oder zumindest Deutungsansätze zu dem Thema finde.

Wunschbaum-Projekte und dynamische Kreativität

So viele Beratungsgespräche mit Leuten, die ins Haus kommen, in Folge hatten wir noch nie. Es scheint, dass sich der Beratungsbedarf in manchen Fragen häuft, einfach weil die Zeiten komplizierter geworden sind. Irgendwie ist das auch ein gutes Zeichen, denn es weist auf bessere Perspektiven für die eigene Beratungsleistung hin, und auch auf wieder etwas mehr Mut, die Zukunft gestaltend in den Blick zu nehmen. An Gestaltungswille, -freude und -ideen mangelt es mir selbst eigentlich nie, insofern bin ich für plötzliche Stimmungsumschwünge in Fragen des kreativen Bedarfs gut gerüstet. Aber auch wenn sich auf Ebene der professionellen Kommunikation nicht so viel Dynamisches offenbart, sind für mich die Wunschbaum-Projekte jederzeit eine funktionierende und ziemlich zeitlose Spielwiese für kreative Bewährung und Innovation. Auch auf dem Feld der Baumsymbolik und Baumästhetik ist es gefährlich, bei Erfahrenem und bisher Funktionierendem stehenzubleiben, weil manches eben durch neue Erfahrung bereichert oder korrigiert und anderes irgendwann vielleicht auch nicht mehr funktioniert. Ich freue mich, dass ich das immer rechtzeitig erkennen und das Projekt damit lebendig und frisch halten konnte. Diese Möglichkeit liegt natürlich auch, wie so vieles, in der starken Lebenssymbolik der Bäume an sich begründet und ist nicht bloß persönliches Verdienst.

Kreatives Gleichgewicht

Der Sonntag war von zu erledigenden Arbeiten ausgefüllt. Aber ich freue mich, dass ich am Ende die Liste abarbeiten konnte und nun wieder mit mehr Ruhe und Übersicht die Projekte weiterverfolgen kann. Vor allem bin ich froh, endlich in die Konkretisierung meines biografischen Vorhabens eingestiegen zu sein. Denn das ist schon recht kurzfristig umzusetzen, da wäre mir vor dem Hintergrund all der noch vor Weihnachten abzuschließender Arbeiten eine Verzögerung nicht sehr lieb gewesen. Auch wenn manches an Reflexion, Lektüre und Rekreation bei solchen durchgängigen Einsätzen auf der Strecke bleibt, ist es manchmal eben doch erforderlich. Und die kreativen Aufgaben rund um die Symbolik v. a. der Bäume sind ja in den letzten Wochen durchaus auch zu ihrem Recht gekommen. Ich wünschte mir, dass sich solches Gleichgewicht möglichst immer durchsetzen lässt.

Ausgewogener Herbstarbeitstag

Der Samstag war ebenso arbeitsintensiv wie ausgewogen. Das fing bei der Witterung an, die im Tagesverlauf eine gute Mischung aus kühlem Start und wärmendem und lichtreichem Nachmittag bot und hatte auch eine Entsprechung in der abwechslungsreichen Arbeit, die sich zum Teil im Garten bei Kunsthandwerk und Gartenarbeit, teils drinnen bei Projekt- und Kommunikationsarbeit abspielte. Eigentlich eine ausgewogene Mischung, die ganz nach meinem Geschmack ist und super in diese Herbstzeit, insbesondere am Wochenende passt. Morgen steht dann die biografische Arbeit und die Kommunikation wieder mehr im Vordergrund. Ich hoffe, dass in den nächsten Tagen für mich aber die Anzeichen des Herbstes, wie sie sich im herbstlichen Erscheinungsbild der Bäume, ihrer Blätter und Früchte, manifestieren, auch Thema sein können. Vielleicht in Form fotografischer Reihen, vielleicht aber auch wieder beim Ernten der letzten Baum- und Gemüsefrüchte.

Efeuschnitt, Efeufrüchte und vegetabile Weihnachtssymbolik

Für die Feinarbeiten an meiner aktuellen Manufaktur-Arbeit war das Wetter heute wieder ideal. So konnte ich mich draußen platzieren, zwar bei wenig Sonnenschein, aber angenehm lauer Luft, und bis zum Abend weitgehende Arbeitsschritte abschließen. So, dass ich die beiden Armbänder morgen ganz fertigstellen kann. Um den neuen Akku zu testen hatte ich zwischendurch schon am Vormittag die jüngsten frischen Triebe an der mit Efeu bewachsenen Einfahrtsmauer mit der Heckenschere beschnitten. Bei dem vielen Regen der letzten Wochen, kombiniert mit zeitweise viel Licht, ist der Efeu wieder enorm aus der Form geschossen, was die Korrektur notwendig gemacht hat. Ich denke aber, es wird in diesem Jahr keinen weitere Rückschnitt geben. Schon allein, um die Efeufrüchte nicht zu gefährden, die jetzt schon ziemlich zahlreich zu sehen sind, nur eben noch ziemlich grün. Bis zum Winter werden sie sich sukzessive ins Bläulich-Schwarze hin verfärben und dann als vegetabiler Symbolschmuck für unsere Weihnachtskränze verwendbar sein. Ich finde, der immergrüne Efeu passt gut in die Reihe der Weihnachtspflanzen, neben der Mistel, und er hat den Vorteil, dass er direkt an verschiedenen Stellen des Gartens wächst und auf Grund seines Alters eben auch viele Fruchtstände trägt. Ich hoffe nur, sie werden sich noch bis zum Beginn der Adventszeit ausreichend dunkel färben. Ganz grün finde ich sie weniger attraktiv und ausdruckstark.

Verschiedene Facetten in der Beschäftigung mit den Baum-Themen

Die Holzarbeit heute Nachmittag war dann schon nicht mehr ganz so angenehm, bei dem Regenwetter, obwohl die Temperatur noch moderat ausgefallen war. Anders als im tiefen Winter, wenn das Arbeiten an der Drechselbank wegen des Winds, den die Maschine macht, und der kalten Luft bei längerer Arbeitsdauer ziemlich unangenehm werden kann. Es wird von den Temperaturen abhängen, ob ich für die weitere Detailarbeit an den aktuellen Armbändern schon in mein Kelleratelier ohne frische Luft und bei künstlicher Beleuchtung umziehen muss. Im Laufe des Oktobers war das immer schon fällig, nur der konkrete Zeitpunkt ist unterschiedlich gewesen. Dennoch freue ich mich immer auf die kunsthandwerklichen Arbeitseinsätze, weil sie eine ganz andere Nähe zu den Bäumen und ihrer Energie ermöglichen als sie ohne diese kleinteilige Arbeit möglich wäre. Durch diese Manufakturarbeiten erschließt sich mir ein ganz spezieller Zugang zu den Bäumen, die mein Gesamtspektrum erweitern und die der Arbeit mit Texten und symbolischen Formen im Themenfeld der Bäume eine weitere, eher körperbezogene Facette hinzufügen.

Arbeit an der Baumkreis-Symbolik im Gartenatelier des goldenen Oktobers

Die Arbeit an einem Baumkreis-Armband ist immer etwas Besonderes. Nicht nur, weil sie seltener vorkommt als andere Aufträge für Lebensbaum-, Wunschbaum- oder Partner-Armbänder. Auch weil eben alle Bäume des Keltischen Baumkreises darin vereinigt sind. Ich freue mich sehr, an diesem schönen, warmen goldenen Oktobertag die Arbeit an einem solchen Baumkreis-Armband noch im Gartenatelier abgeschlossen zu haben. Draußen mit Kontakt zu den Farben und Geräuschen des Gartens an dieser Zusammenstellung von 22 spannenden Holzarten und ihrer Baumbezüge zu arbeiten, ist eine Freude und bringt mir die Gesamtheit der heimischen Baumlandschaft vor das geistige Auge. Gut, denn der spätere Träger soll genau das auch anhand der symbolischen Form nacherleben können. Ich bin sicher, dass die Einstellung und geistige Verfasstheit während der Arbeit an einer solchen kunsthandwerklichen und symbolstarken Form die energetische Ausstrahlung und Stärke dieser Form wesentlich beeinflusst. Im Winter, bei künstlichem Licht und weiter weg von den lebenden Bäumen, ist das zwar auch möglich, erhält für mich als Produzent aber dann eine andere Färbung, die noch stärker auf Innerlichkeit und Nähe zum Material ausgerichtet ist.

Herbstwahrnehmungen im goldenen Oktober

Die ungewöhnlichen Reize dieses Oktobers wirken sich auf die Naturwahrnehmung der Menschen aus. Ich merke, dass ganz anders als im Vorjahr der Herbst bewusster wahrgenommen und geschätzt wird. Natürlich hängt das mit dem Licht und der überdurchschnittlichen Wärme zusammen. Dann nimmt man die Pflanzen, das Grün wie ebenso die sich färbenden Blätter eher wahr, sieht sie im hellen Licht und erkennt die ästhetischen Reize dieser Zeichen des natürlichen Abbaus und eigentlich des Rückzugs. Interessanterweise erfüllt uns das aber mit einer Art innerer Wärme, die von außen, von diesen vergehenden Blättern und den sich nackt machenden Bäume kommt. Es scheint, dass uns innerlich in dem Maße wärmer wird, wie sich die Bäume entblättern. Eine Wirkung dieser Umstände ist ein spürbar größeres Interesse an den Produktionen der Wunschbaum-Manufaktur. Die Menschen erkennen jetzt wieder stärker die symbolischen Seiten des Vegetabilen, und dass man sich diese Lebenssymbolik in Form der Baum-Holzes konservieren kann, für das ganze Jahr, nicht nur für die Wintermonate mit ihren immer unsichtbarer werdenden Baumerscheinungen. Es wird spannend sein, wie sich das in den nächsten Wochen entwickelt und wie es in den eigentlich Auflösungsmonat November übergehen wird.