Die wundersame Offline-Weiterleben eines langjährigen Blog-Projekts

Der Start des Projekt liegt ca. 13 Jahre zurück und ist mir in der Zeit aber vertraut geblieben, weil es ganz ähnlich dem Baumtagebuch motiviert war. Ein Blog mit persönlichen Textbeiträgen und eigenen Fotos, aber auch mit Illustrationen künstlerischer Arbeiten, mit Gedichten und eigenen Texten über Bäume. Der Autor kam damals auf mich zu, eben weil er mein Baumtagebuch entdeckt und sich gewissermaßen wiedergefunden hatte. Seine Tagebucheinträge begannen schon 1980, aber bis dahin eben auf Papier und unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Das Baumtagebuch ließ seinen Wunsch wachsen, ebenfalls ein Onlinetagebuch zu haben, in das die älteren Beiträge aufgenommen werden sollten und künftige eben direkt online ergänzt werden sollten. Ich fand das interessant, gerade auch wegen der Unterschiede zum Baumtagebuch: Keine täglichen Einträge, stärker reflektierte oder lyrisch anmutende Texte, mehr Betonung auf dem sprachlichen Ausdruck, als ich mir das für das Baumtagebuch vorgenommen hatte. Warum ich das jetzt erwähne? Leider wurde die Präsenz des von mir gestalteten und technisch umgesetzten Tagebuchprojekts heute beendet. Das bedeutet nicht, dass es nicht analog weitergeführt wird. Aber die Onlinepräsenz ist eben nicht mehr vorhanden. Da das sehr schade ist, habe ich eine Möglichkeit gesucht, den letzten Stand des Tagebuchs zu sichern, damit die Archivversion als Erinnerung und für spätere Übertragungen des Autors nutzbar ist. Und tatsächlich habe ich eine Möglichkeit gefunden, die dynamische, datenbankgestützte Installation vollständig in eine komplexe statische Website zu überführen, die lokal genauso durchsurft werden kann wie zuvor die Online-Fassung. Den Autor hat es ebenfalls gefreut. Er sei glücklich darüber, betonte er sogar. Natürlich bin ich dann auch glücklich, vor allem weil es mir gelungen ist, eine Archivlösung zu finden, aber auch, weil das eigene Gestaltungsprojekt damit nicht plötzlich von der Bildfläche verschwindet.

An die Energie der äußeren und inneren Natur anknüpfen

Wieder ein neuer Sonnenrekordtag. Das baut einerseits auf, weil es Energie von außen heranführt. Und doch kann es zum Aufhellen der Stimmung nicht so viel beitragen – bisher jedenfalls noch nicht. Dabei bin ich mit meinen Pflanzversuchen bei den Chili-Sorten schon ganz nah am Frühlingsthema dran, schon einige Wochen früher als der Frühling selbst. Ich setze jetzt auf Kontinuität, eine längere Phase mit sonnenreichem Wetter und guten Wachstumsbedingungen für die Pflanze, v. a. für die Bäume, die nach meinem Geschmack jetzt in den Frühling aufbrechen und uns den Frühling anzeigen sollten. Das ist doch das Beste, was uns gerade passieren kann. Von dem von Menschen Gemachten dürften wir uns nicht allzu viel auch mittelfristig erwarten. Da ist der Bezug zur äußeren Natur, aber auch die Innenschau in Richtung der geistigen Ursprünge und Verwurzelungen weitaus zukunftsträchtiger und auch besser geeignet, die dringend benötigten Veränderungen anzustoßen.

Baumfrühling: Früher oder später?

Ein kleiner Einbruch bei den Sonnenstunden hat den tollen gestrigen Sonnentag leider nicht nahtlos fortgeführt. Aber wie es aussieht steht doch für die nächste Zeit alles im Zeichen des Frühlings, fast schon passend zum kalendarischen Frühlingsanfang. Das ist gut für meine selbst gezogenen Gemüsepflanzen, die dann gut wachsen und – sofern es um die gerade ausgesäten geht – recht schnell keimen. Mit dem Mehr an Licht wird bei den schön herausgewachsenen auch die Wärmematte nicht mehr notwendig sein, das Licht ist dann wichtiger und dass ich sie nicht zu viel, aber auch nicht zu wenig gieße. Am motivierendsten dürfte das Sonnenlicht jetzt aber für die Bäume sein. Meist sind die ja gerade besonders zögerlich, bevor sie sich trauen, die Blätter, Asttriebe oder Blüten auszutreiben. Und wenn sich Verzögerungen einstellen, heißt das meistens, dass doch noch frostige Tage und Nächte kommen könnten. Die Bäume haben für das einen besonders weitblickenden und vorausschauenden Sinn, der weiter reicht als der der am meisten wetterfühligen Menschen. Ich bin gespannt, wie früh oder spät der Baumfrühling sich in diesem Jahr zeigen wird.

Der bisher hellste Spätwinter-Sonntag

Noch einmal ein vorläufiger Rekord. So viel Sonne wie heute hatten wir in diesem Jahr noch nicht. Das hat mich am Nachmittag, nach der leider unvermeidlichen Fortsetzung meiner Projektarbeiten auch an diesem Sonntag, dazu gedrängt, die kürzlich erworbenen Chili-Samen der Sorte Carolina Reaper, die bei den als schärfste Sorten aller Zeiten geltenden Chilis wohl aktuell an zweiter Stelle steht, in kleine Pflanztöpfchen zu pflanzen. Damit habe ich meine schon weite fortgeschrittenen Pflanzungen noch um ca. 18 Töpfe erweitert. Ziemlich viele Pflanzen könnten es diesmal werden, und auch ziemlich exotische und scharfe Sorten sind dabei. Ich hoffe nur, dass es nach dem anfänglich ganz vielversprechenden Anfangswachstum auch kontinuierlich weitergeht und nicht, wie schon so oft, wieder monatelange Pausen ohne nennenswertes Wachstum dazwischen liegen. Mit den ersten Sorten habe ich ja dieses Jahr sehr früh begonnen. Für diese neue Art ist es aber auch noch in Ordnung, nur viel länger wollte ich nicht warten, um ein mögliches Reifen der Schoten im Herbst nicht zu gefährden. Als nächstes werde ich mich nach einer ganzen Reihe weiterer großer Pflanztöpfe umschauen, denn bei so vielen Pflanzen werden die vorhandenen diesmal nicht ausreichen. Und kleinere haben sich als geeigneter herausgestellt als die beiden großen Kübel, die gemessen an ihrer Größe zuletzt viel zu wenig Ertrag brachten. Der Holzofen brennt übrigens immer noch. Aber jetzt wird der morgige Montag wohl der endgültig letzte Brennholztag werden, jedenfalls wenn V. nicht zwischendurch Holzbriketts einlegt und damit den Vorrat noch länger verfügbar hält.

Den Frühling vorwegnehmende Arbeiten im Garten

V. habe ich am Nachmittag hoch zum ehemaligen Bienenhaus gefahren, damit dort die Wabenschränke ausgeschwefelt werden können. Genutzt werden diese zahllosen Waben zwar wohl nicht mehr, aber die Gefahr ist groß, dass die Wachsmotten sich ihrer bedienen. Und dann wirds unschön, wie wir im vorletzten Jahr schon einmal erleben mussten, als das Schwefeln zu spät kam. Bei der Gelegenheit habe ich noch einmal einen Blick auf den Maulbeerbaum geworfen, den ich vor zwei Wochen zurückgeschnitten hatte. Sieht ziemlich unverändert aus. Natürlich sieht man an den dünnen Zweigen schon die winzigen Ansätze neuer Triebe. Aber von Ausschlagen kann noch keine Rede sein. Der Baum wird weitere Wochen benötigen, bis er sich traut, in den Frühling aufzubrechen und dann uns auch den Frühling anzuzeigen. Das ist auch gut so, denn letzten Jahr war er ja noch während des Frühlingsanfangs erfroren und hatte große Mühe, sich im Verlauf des Sommers wieder aufzurappeln. Ich hoffe sehr, diese Katastrophe wiederholt sich nicht mehr. Anschließend habe ich mein Vorhaben wahr gemacht, das nun wirklich letzte Brennholz für den Holzofen zu schneiden. Das war schnell erledigt, weil er ja nur einige recht schmale Abschnitte, vom Weihnachtsbaum und dem Walnussbaum, ergänzt um etwas Palettenholz waren. Aber etwas Feierliches hatte dieser ganz bewusste Vorgang für mich schon. Dank dieser Frischholzzulage wird der Ofen nun wohl noch einen Tag länger brennen können. Wahrscheinlich bis morgen Nachmittag. Und danach wirds ja ganz passend auch wieder schöner, wenn auch nicht wärmer.

Gedanken an Ofenwärme

Morgen wird dann wohl der wirklich letzte Holzofentag. Ich will dafür die wenigen Stamm- und Astabschnitte noch klein sägen, um sie zusammen mit dem abgetrockneten Holz noch ein letztes Mal für die Holzofenwärme zu nutzen. Jammerschade eigentlich, denn gerade ist es wieder kühl und ungemütlich. Eigentlich hätten wir den Ofen noch 5-6 Wochen länger betreiben können. Selbst im April gibt oft noch sehr kalte Tage. Aber jetzt ist es eben so und wir müssen uns damit arrangieren. Hoffentlich nicht für immer. Im Übrigen hoffe ich auf einen frühzeitige Baumfrühling, durch den sich die Gedanken an Ofenwärme schnell verflüchtigen sollten.

Die letzten Tage mit Holzofenwärme

Ich schätze, dass unser Rest-Feuerholz tatsächlich nur noch 2 Tage reichen wird. Und auch nur, wenn ich die stärkeren Äste, die kürzlich beim Rückschnitt der Gartenbäume angefallen sind, zuvor noch in ofengerechte Abschnitte säge. Der Stamm des Weihnachtsbaums kommt auch noch dazu. Dann ist tatsächlich alles verbraucht, was wir angesammelt und gelagert hatten. Gleichzeitig geht vorläufig jedenfalls eine lange Familientradition dem Ende entgegen, die mit dem winterlichen Heizen via Holzbrand verknüpft ist, und mit allem, was zur Vorbereitung dieses Heizens das ganze Jahr über verbunden ist. Ich würde es aktuell nicht ausschließen, dass wir noch einmal daran anknüpfen. Nur wie das aussehen könnte, mit welchem Ofen und mit welcher Art Brennmaterial, das ist noch völlig offen.

Natürliche Verstärkung, die entlasten kann

Schade, den ganz sonnendurchwirkten März werden wir dieses Jahr wohl nicht erleben. Solche Märze gab es auch schon, in denen die Summe der Sonnenstunden schon fast der eines Hochsommermonats entsprach. Aber immerhin waren es ca. 10 Tage in Serie, die richtig lichtreich ausfielen. Das kam uns im aktuellen Krisenmodus gerade recht. Diese natürliche Verstärkung von außen mobilisiert doch so einige Selbstheilungskräfte und baut psychisch ein wenig auf. Gerade da, wo die eigenen Kräfte herausgefordert und vielleicht auch überfordert sind, können wir auf diese Unterstützung natürlicher Energie von außen zählen und uns ein Stück weit dadurch entlasten. Wenn wir zwischen Frühjahr und Spätherbst am Beispiel des jahreszeitlichen Baumzyklus das Werden und Vergehen des Vegetabilen in all seinen Facetten, Farben und Formen mitverfolgen können, ist das mir in dieser langen Zeit ein Trost. Und mit der Baumsymbolik bleibt mir die Energie der Bäume auch in der dunklen und glanzlosen Jahreszeit erhalten.

Möglichst weit weg von kultureller Überformung

Auflösung und Verzögerung, dieser Tag war wieder einmal, wie so oft in jüngster Zeit, von einem Wechsel zwischen Gewissheit und Intransparenz, zwischen flüssigen Abläufen und stockenden Prozessen geprägt. Ein Wechsel, der in unsere immer regellosere Zeit zu passen scheint. Wie wenn es darum ginge, Übung im Umgang mit diesen Zuständen zu gewinnen, vielleicht um sie besser ertragen zu können, wo sie doch vermeintlich zum festen Erfahrungsschatz geworden sind und ihnen eine gewisse innere Notwendigkeit zu eigen zu sein scheint. Kann sein, dass ich damit übertreibe, aber dieser Eindruck drängt sich zunehmend auf. Umso erholsamer und ausgleichender sind Erfahrungen und Begegnungen, die sich auf ganz anderer Ebene bewegen. Vor allem naturbezogene Erfahrungen und Begegnungen, die möglichst weit von kultureller und kommunikativer Überformung entfernt sind. Wenn das Bewusstsein für den ausgleichenden Wert dieser Dinge wieder zunimmt, haben auch die im Baumtagebuch verarbeiteten Themen rund um das Mensch-Baum-Verhältnis wieder eine Chance und können dann wieder bereichernder wirksam werden.

Bäume, Kommunikation und Selbstreflexion

Die Jahrzehnte andauernde Beschäftigung mit Kommunikationsfragen, besonders mit denen des Verstehens, der Verständigung und der kommunikativen Transparenz, zahlt sich in Situationen wie den in den letzten Tagen erlebten dann doch aus. Immerhin konnte ich etwas klären, was offensichtlich mit Missverständnissen, organisatorischen Defiziten, falschen Auffassungen und misslungener Informationsübermittlung zu tun hatte. Das war mir zwar schon seit Tagen klar, aber das Problem dann wiederum kommunikativ zu vermitteln und bei den Beteiligten den richtigen Ton zum richtigen Zeitpunkt zu treffen, ist eben auch für Kommunikationsprofis nicht so einfach und erfordert nicht unerhebliche Anstrengung. Noch schöner wäre es natürlich, wenn nicht nur kommunikative Unklarheiten aus dem Weg geräumt, sondern auch praktische Probleme hätten aufgelöst werden können. Das ist allerdings noch nicht der Fall, nur die Möglichkeit ist wahrscheinlicher geworden. Wenn ich den Zusammenhang zwischen diesen Fragen und Erlebnissen, dem kommunikativen Dauerthema, sowohl privat als auch beruflich, mit den Themenfeldern herstellen möchte, die in diesem Baumtagebuch zur Sprache kommen, dann würde ich sagen: Die Auseinandersetzung mit dem Symbol- und Ästhetik-Facetten der Bäume ist besonders gut geeignet, eben dieses Transparenzbedürfnis und das Verständnis für Hürden, Hemmnisse und Chancen menschlicher Kommunikation zu intensivieren, zu schärfen, das einen wesentlich Teil meiner beruflichen Herausforderungen ausmacht. Vor allem deshalb kann ich sagen, dass ich von den Bäumen etwas lernen kann bzw. immer wieder mit der Referenz auf die Individualität der Bäume eigenes Selbstverständnis besonders gut spiegeln und reflektieren kann. Ich denke, das können die meisten auch so nachvollziehen, aber für mich ist der Zusammenhang von besonderer Bedeutung und hat für mein Leben einen besonderen Stellenwert.

Nuancen jungen Grüns im Baumfrühling

Schade, heute geht eine lange Phase ziemlich konstanten, vom Sonnenlicht dominierten Wetters zu Ende. Vorläufig, da die stabile Hochdrucklage von einer Reihe von Tiefs abgelöst wird und uns erst einmal wieder wolkiges, wechselhaftes und kühleres Wetter zurückbringt. Wäre ja auch zu schön gewesen, hätte das Traumspätwinterwetter noch länger ohne Unterbrechung angehalten. Wollen wir nur hoffen, dass sich die kommenden Tiefs nicht zusätzlich in den Gemütern, Motivationen und Kommunikationen niederschlagen. Und wollen wir hoffen, dass die zwischenzeitliche Abkühlung und das Mehr an Regen den Bäumen den besten Start in den Baumfrühling ermöglichen wird, der ja meist über Nacht ins Bewusstsein tritt, wenn nämlich die Baumlandschaft erstmals wieder erkennbare Farbtupfer aus gelblichem, frischem Grün erhält. Dieses junge Grün tritt dann immer sehr schnell in Erscheinung, bevor wenige Wochen später schon der überwiegende Anteil der Baumkronen von Nuancen eben dieses Grüns ausgefüllt sind.

Ein spezielles Aufmerksamkeitsdefizit als Merkmal dieser Zeit

Seltsam, auch in dieser ungewöhnlich langen spätwinterlichen Sonnenphase, es dürften ja tatsächlich schon zehn Tage mit fast an Frühsommer erinnernden Sonnenstunden sein, ist ein Interesse an der Symbolik und Ästhetik der Bäume nicht zu erkennen. Es scheint, dass die Aufmerksamkeit auf das Themenfeld völlig von der Bildfläche verschwunden ist. So groß und prägend ist das Krisenbewusstsein unter den Menschen, dass Themen wie diese wie ein nicht zu rechtfertigender Luxus angesehen werden. Eine mögliche Interpretation. Es kann aber auch sein, dass dieses spezielle Aufmerksamkeitsdefizit in vielen weiteren Themenfeldern und -bereichen festzustellen ist, nicht nur in dem, was hier im Baumtagebuch Hauptgegenstand ist. Dann wäre es auf die tiefgreifende Verunsicherung zurückzuführen, die die Menschen an allem Vertrauten und traditionell Erwarteten zweifeln lassen. Dass nahezu alles in Frage gestellt wird und man sich scheinbar keiner Erfahrung und keiner bisherigen Gewissheit mehr sicher sein kann, das hat es wohl noch nie gegeben. Jedenfalls nicht in den Generationen, die nach dem zweiten Weltkrieg geboren wurden. Und dieser Umstand ist ein globaler, schon von seinen Ursachen her, aber auch in seiner Ausdehnung. Eben dieses Bewusstsein der globalen Ausdehnung einer Dauerkrise macht es nicht einfacher, sich zu mehr Selbstbewusstsein zurückzubewegen.

Atmosphärische Kontraste

Der Besuch heute in den beiden Kliniken, vor allem in der nahegelegenen, die uns aus den letzten Jahrzehnten so gut bekannt ist, hatte wieder etwas sehr Surreales. Dieser eigentümliche Kontrast zwischen dem super sonnigen Wetter und für die Jahreszeit milden Temperaturen mit dieser sterilen Innraum- und Funktionsatmosphäre. Und dann die erwartbaren und eigentlich auch immer ähnliche verlaufenden Gespräche und Prozesse. Das ist nicht ganz einfach zu verarbeiten. Die kurzen Gänge durch den Klinikpark, vorbei an den alt bekannten Bäumen, ist dann schon das Aufbauendste an den Aufenthalten dort, was ich versuche, mit in die Innenräume hinein und in die Gespräche und Begegnungen dort atmosphärisch positiv einfließen zu lassen.

Die heilenden Kräfte der äußeren Natur

In Sachen Gesundheit war das heute ein enormes Wechselbad, mit Tendenz zur Erleichterung und in merkwürdigem Kontrast zum traumhaft sonnigen Wetter draußen. Was hinter den Mauern in den Gesundheitstempeln vor sich geht, ist weniger traumhaft, zum Teil eher erschreckend und desillusionierend, weil es etwas über gewisse gesellschaftliche Entwicklungen generell aussagt. Aber gerade in solchen Zeiten kann man das, was uns von außen, über das Licht der Sonne, das Grün der Bäume, die Frische der Luft zugetragen wird, besonders schätzen. Vielleicht ist es das, was das Leben am Ende noch lebenswert und zukunftsträchtig gestalten kann. Ohne die heilenden Kräfte der äußeren Natur wären wir heute schon verloren.

Die herausragende Bedeutung des Sonnenlichts

Es ist toll, so viele Sonnentag hintereinander lassen fast schon an Frühsommer denken. Nur die Temperatur passt noch nicht dazu. Aber das Helle und Lichte ist für mich und für wohl die meisten ohnehin das Wichtigste. Insofern ist auch der immer wieder gehörte Hinweis auf die stetige Erderwärmung und die jedes Jahr aufs Neue übertroffenen Spitzenwerte bei den Durchschnittstemperaturen zwar hochgradig klima- und zukunftsrelevant. Es hat aber nicht so viel mit der psychischen Verfasstheit der Menschen zu tun. Die hängt, sofern wir von natürlichen, von außen kommenden Faktoren sprechen, vor allem vom Sonnenlicht ab. Wenn deshalb nach Monaten sehr trüben und verregneten Wetters jetzt das Sonnenlicht so dominant wird, ist das immer befreiend und auch biologisch aufbauend. Das kann doch angesichts unserer aktuellen Familienkrisen nicht schaden. Ich hoffe sehr und vor allem, dass M. und V. davon profitieren, und mit ihnen alle, die sich um sie kümmern. Mögen Sie von der Kraft der Spätwintersonne gestärkt und inspiriert werden. Und das schon, bevor der Baumfrühling erkennbar wird. Das erleben wir auch nicht so häufig in dieser Zeit des Jahres.

Von der Auszeit zur Ausnahmezeit

Ein hektischer Tag, der gleich in der Frühe dramatisch begann. Und erfreulicher ist es dann auch im Laufe des Tages nicht geworden. Passt so gar nicht zu dem ansonsten tollen Wetter, das super gewesen wäre, hätten wir uns auf die sorglose Fastnachtsatmosphäre einlassen können. So stand aber alles im Zeichen notwendiger Vorsichtsmaßnahmen und Vorkehrungen. Mit wechselndem Erfolg. Da wünsche ich mir die Tage herbei, die uns hoffentlich noch im Frühjahr vergönnt sein werden, in denen das Reden über die Jahreszeit und ihre reizvollen Ausformungen wieder möglich sein wird, ohne all das andere, was uns so weit vom Grundsätzlichen wegbringt.

Rosenmontagsauszeit mit viel Sonne

Ich freue mich über die konstante Sonne an diesem Rosenmontag, und darüber, dass M. wenigstens am Nachmittag doch aufgestanden ist. Das gibt etwas mehr Hoffnung, die Krise in den Griff zu bekommen, irgendwie. Die Auszeit-Atmosphäre, die mir vom Rosenmontag sehr vertraut ist, nutze ich gerne, um gute Fortschritte bei meinen kreativen Arbeiten zu machen. Die sind aktuelle vor allem beim Kodieren und Gestalten konzentriert, was eigentlich die Kür im ganzen Prozess darstellt und insofern mit einigermaßen viel zeitlichem Raum viel Spaß macht. Meine Chilipflanzen zeigen bei dem Licht erstmals richtige Fortschritte, auch die neuen, seltenen Arten. Und eine weitere Sorte ist bereits geliefert, die werde ich in einem zweiten Schritt versuchen. Schade, das erste Baumgrün des Frühlings konnte ich live noch nicht beobachten. Vielleicht ist es schon erschienen, aber ich warte noch die passende Gelegenheit ab, die nahe Baumlandschaft diesbezüglich zu inspizieren.

Der erste große Frühlingschritt

Zumindest was die Sonnenstunden betrifft, hat dieser Tag den ersten großen Schritt in Richtung Frühling getan. Die Zahl der Sonnenstunden kann sogar schon mit einem durchschnittlichen Sommertag mithalten. Nur die Temperaturen sind natürlich noch nicht dementsprechend. Über Nacht klirrend kalt und tagsüber wirds jetzt aber schon milder. Das ist genau die Zeit, in der die frühen Baumarten ihre Hochzeit starten. Ich rechne bei den Spitzahornen damit, dass sie ihre Blüten und Blätter, nacheinander oder auch gleichzeitig demnächst auseinanderfalten und dann dieses typische gelb-grüne Frühlingsbild in ihre Kronen zaubern. Für mich steht das synonym für den Frühlingsanfang, da es tatsächlich mit die ersten Bäume sind, die sich regen. Von den Haselsträuchern und Erlen einmal abgesehen. Aber bei denen sind es eben die männlichen Blütenkätzchen, die von der neuen Vegetationsperiode zeugen. Und die sind farbliche wenig spektakulär, so unauffällig, dass sie den meisten Vorübergehenden gar nicht auffallen, wenn sie schon seit Winteranfang des Vorjahres an den Sträuchern und Bäumen zu sehen sind. Am Anfang noch ganz dünn und fest, jetzt aber bald lang und flauschiger, das sie ja ihre Samen freilassen wollen. Das erste Grün der Spitzahorn, das meist von den gelbgrünen Blütenständen und nicht von den Blättern stammt, ist zusammen mit dem Erstarken des Sonnenlichts gerade wichtig, damit die Menschen in dieser schwierigen Zeit mit Dysbalancen und Katastrophen ein wenig natürliche Verstärkung von außen erhalten.

Eigentlich bin ich ganz froh, dass V. sich zurzeit so zäh in Bezug auf die Routinearbeiten rund um den Holzofen zeigt. Immerhin die grünen, kürzlich erst geschnittenen Äste des Nashi und der Gleditschie sind dank Vs Beharrlichkeit jetzt schon im Holzofen verfeuert und müssen nicht mehr über die Biotonne entsorgt werden. Aber die neuerdings als notwendig erachteten Vorratseimer mit Brennholz habe ich in den letzten Tagen selbst befüllt und bereitgestellt. Das ist für mich schon auch eine Sache, die ich bewusst verfolge, weil in wenigen Tagen schon diese Geschichte beendet sein wird. Das Brennholz machen, im Wald oder auf einer unserer Streuobstwiesen, der Transport des Materials und vor allem das Kleinsägen und Spalten sind schon traditionelle Arbeiten bei uns gewesen, die wir über Jahrzehnte zusammen ausgeführt und irgendwie auch als spannend geschätzt haben. Natürlich ist mir bei jedem Stück Brennholz auch unser Beitrag dazu in Erinnerung und all die Arbeiten, die das ganze Jahr über diesbezüglich zu erledigen sind. Das letzte dazu diesmal war meine Sägeaktion im Sommer, bei der ich den jetzt zuneige gehenden Holzvorrat aufgehäuft und aufgestapelt hatte. Schade, dass das jetzt bald Geschichte ist. Zumindest was das Brennholz betrifft. Das Holz und seine Verarbeitung werden mir natürlich in der Vorbereitung der Wunschbaum-Manufaktur noch länger erhalten bleiben. Dann aber in vielfältigerer Form, mit der Bearbeitung von über 40 verschiedenen Baum- und Holzarten, und nicht nur beschränkt auf die grob zerkleinerten Ofenstücke, die sich auf 5-6 Holzarten im Wesentlichen reduzieren ließen.

Holzofen, Brennholzarbeiten und Familientraditionen

Eigentlich bin ich ganz froh, dass V. sich zurzeit so zäh in Bezug auf die Routinearbeiten rund um den Holzofen zeigt. Immerhin die grünen, kürzlich erst geschnittenen Äste des Nashi und der Gleditschie sind dank Vs Beharrlichkeit jetzt schon im Holzofen verfeuert und müssen nicht mehr über die Biotonne entsorgt werden. Aber die neuerdings als notwendig erachteten Vorratseimer mit Brennholz habe ich in den letzten Tagen selbst befüllt und bereitgestellt. Das ist für mich schon auch eine Sache, die ich bewusst verfolge, weil in wenigen Tagen schon diese Geschichte beendet sein wird. Das Brennholz machen, im Wald oder auf einer unserer Streuobstwiesen, der Transport des Materials und vor allem das Kleinsägen und Spalten sind schon traditionelle Arbeiten bei uns gewesen, die wir über Jahrzehnte zusammen ausgeführt und irgendwie auch als spannend geschätzt haben. Natürlich ist mir bei jedem Stück Brennholz auch unser Beitrag dazu in Erinnerung und all die Arbeiten, die das ganze Jahr über diesbezüglich zu erledigen sind. Das letzte dazu diesmal war meine Sägeaktion im Sommer, bei der ich den jetzt zuneige gehenden Holzvorrat aufgehäuft und aufgestapelt hatte. Schade, dass das jetzt bald Geschichte ist. Zumindest was das Brennholz betrifft. Das Holz und seine Verarbeitung werden mir natürlich in der Vorbereitung der Wunschbaum-Manufaktur noch länger erhalten bleiben. Dann aber in vielfältigerer Form, mit der Bearbeitung von über 40 verschiedenen Baum- und Holzarten, und nicht nur beschränkt auf die grob zerkleinerten Ofenstücke, die sich auf 5-6 Holzarten im Wesentlichen reduzieren ließen.

Die letzten Tage mit wohliger Holzofenwärme

Jetzt ist auch der Februar schon an sein Ende gekommen. Kaum zu fassen, wie die Zeit gerade in diesem Jahr davonläuft. Der zweite dominierende Eindruck: Alles geht drunter und drüber, nichts entspricht mehr der Erwartung, das Unmögliche ist dauerhaft auf die Tagesordnung gesetzt worden. All das macht und sprachlos und nahezu handlungsunfähig. Selbst die Reaktion darauf scheint beliebig, auch weil es keine Vorlagen und Orientierungsmöglichkeiten gibt. Zu Ende geht auch unser Brennholzvorrat. Zwar passend und einigermaßen synchron mit dem Ausschleichen der kältesten Jahreszeit. Aber doch so, dass wir den Holzofenbrand und die besondere Wärme vermissen werden. Das wird uns richtig fehlen. Deshalb ist es auch nicht ausgeschlossen, dass wir eine Anschlusslösung finden werden, mit demselben Ofen und irgendwie organisiertem Brennholz, bevorzugt mit gutem Brennwert, oder vielleicht auch mit einem neuen Ofen, der dann z. B. mit Pellets betrieben werden kann. Die letzten Tage mit dem vertrauten Holzofenfeuer wollen wir aber genießen.

Weniger Ablenkung ist gut für die Kontinuität der Projektarbeit

Mit M. gehts in dieser Infektionsphase nur sehr langsam aufwärts. Und es scheint, dass man sich der aktuellen Gefahr kaum entziehen kann. Jedenfalls zeige ich auch schon gewisse Anzeichen, von denen ich hoffe, sie werden sich nicht ausweiten. Das einzig Gute an solche unangenehmen Entwicklungen ist, dass es die Ruhe und Konzentration auf laufende Projekte fördert. Glücklicherweise kann ich mich noch darauf konzentrieren. Und natürlich kommt man bei wenige Ablenkung auch sehr gut voran. So hoffe ich auf noch einige positive Überraschungen und dass wir das bald hinter uns haben. V. hat so etwas wie ein Zwischenhoch erlebt, indem er bei dem tollen Sonnenschein am Nachmittag doch tatsächlich die abgeschnittenen Äste des Nashi-Birnenbaums kleingeschnitten hat. Damit hätte wir die Baumschnitt-Aktionen im Vorfeld des Baumfrühlings schon weitgehend erledigt. Ich denke, dass die Efeuhecke erst später drankommt. Denn die zeigt sich im Winter wenig wachstumsfreudig, was bald schon ganz anders aussehen wird. Dann wird der Rückschnitt alle 2-3 Monate notwendig werden.

Künstlich intelligente Videos – ein Thema für sich

Meine ersten Versuche mit KI-Videos vorhin waren nicht ganz so überzeugend. Ich habe heute erste gesehen, dass bestimmte GPTs über das Konto bei Open AI nutzbar sind, welche Videoanimationen möglich machen sollen. Aber diese sehr schnell durchgeführten Tests zeigten erst einmal, was nicht sonderlich überrascht, wie komplex eine solche Video-Generierung ist und dafür natürlich mehr als nur der Textprompt notwendig ist. Es werden nach Formulierung des Prompts noch weitere medienspezifische Fragen gestellt. Dann wird die Verbindung zu einer externen Plattform hergestellt, auf der die eigentliche Generierung erfolgt. Zumindest bei dem ersten Anbieter wurde vorab ein ausführliches Video-Skript erstellt, das auch als Text-Skript dargestellt wird und dem man Änderungswünsche hinzufügen kann. Alles sehr spannend. Aber um da zu vernünftigen Ergebnissen zu kommen, ist sicher sehr viel Experimentieren und genaueres Hinsehen notwendig. Fraglich ist auch, ob ohne erweiterte und dann auch kostspieligere Accounts überhaupt professionell wirkende Ergebnisse erzielbar sind. Die ersten Versuche bezogen sich natürlich auf mein Lieblingsthema der mystischen Naturverbundenheit, das ich für zweidimensionale Bilder ja in den letzten umfangreich und variantenreich durchgespielt habe. Die mystische Waldfrau nun auch in bewegte Bilder zu integrieren, ist bei diesem Tool natürlich naheliegend. Aber dafür sind noch weitere Forschungen und Testreihen notwendig.

Größere Wahlfreiheit während der Auszeiten

Gesundheitsfragen, Waldnymphen, Textentwicklungen, Konzepte, grafische Bearbeitungen und jede Menge Kodierung. Zurzeit ist mein Arbeitsalltag extrem gemischt. Abwechslungsreich mit wechselnden Schwerpunkten ist es zwar immer. Aber diese recht gleichgewichtige Durchmischung ist durchaus nicht Routine. Dass das möglich ist, finde ich wohltuend, auch wenn es ein Stück weit mit der Erkältungswelle zu tun haben dürfte und mit der Tatsache, dass ich aufgrund dessen die Anteile selbst besser gleichgewichtig aufteilen kann. Na ja, das passt im Übrigen auch ganz gut zu der kurz bevorstehenden Fastnachtszeit, die ebenfalls immer schon von dieser größeren Wahlfreiheit gekennzeichnet war.

Natürliche Grundlagen von den Bäumen lernen

Fast ein ganzer Tag, der im Dienst der Gesundheit stand und dem sicher noch einige ähnliche folgen werden. Das ist bei uns gegenwärtig ein Schwerpunkt, neben den anderen Dingen, die alle beschäftigen. Aber von Zeit zu Zeit ist es eben wichtig, sich diesen Grundlagen zu widmen, um in gemäßigteren Lebensphasen mehr Ruhe zu haben und so etwas wie Kreativität entfalten zu können. Auch dafür gibts Mindestvoraussetzungen. Dass die aktuell nicht mehr selbstverständlich sind und zudem immer seltener erkannt werden können, ist eine herausragendes und überdeutliches Merkmal unserer Zeit. Ein krasser Gegensatz zu den Jahren z. B. der eigenen Kindheit, in der ein ganz anderer Geist vorherrschte, im Vergleich zu dem unserer derzeitigen Erlebnisse unvorstellbar erscheinen. Wir haben uns damals tatsächlich in anderen Sphären aufgehalten. Naturnäher, näher am Ursprünglichen war das zwar nicht. Aber sehr nah an dem, was man ohne zu viel kulturelle Überformung sehen, verstehen und begreifen kann. Menschliche Verrücktheiten und moralische Verdrehungen wie die, die uns heute kaum noch verwundern können, wären uns damals undenkbar gewesen, wie sie den Wesen des Pflanzenreichs heute und generell bedeutungslosen sein müssen. Es ist das, was ich meine, wenn ich hier im Baumtagebuch öfter von den natürlichen Grundlagen und den Basisthemen rede. Wir können in Bezug auf die immer wichtiger werdende Erdung, die uns Richtung und Neuorientierung vermitteln kann, von den Bäumen sehr viel lernen.

Wenn kulturelle Ausdrucksformen aus ihrem Rahmen zu fallen drohen

Gut, dass diese politische Drangphase heute zum Abschluss gekommen ist. Auch wenn das Ergebnis nicht überraschend ausfällt. Die eigentliche Herausforderung steht erst noch bevor, und hoffentlich wird es ein vernünftiges Kompromissergebnis geben, das ein kleines Stück dazu beitragen kann, dass die Stimmung sich von der vorherrschenden Lethargie und Zukunftsangst fortbewegt. Es irritieren mich zurzeit nicht nur diese offensichtlichen und übermäßig medial begleiteten Entwicklungen. Es ist mehr die grundsätzliche und ziemlich verbreitete, zudem zunehmende Abkehr von allem, was uns bis vor kurzem noch Sicherheit und das Gefühl von Verwurzelung beschert hat, was erschreckend nicht nur auf mich wirkt. Was sich im Alltag in dieser Form von perspektivischem Pessimismus, gepaart mit erschreckender Mutlosigkeit, breitmacht, beobachte ich u. a. auch darin, dass die Themen, die dieses Baumtagebuch zum Gegenstand hat, wie alle Themenbereiche, die in meinen Wunschbaum-Projekten seit vielen Jahren kreativ bearbeitet und weiterentwickelt werden, dass diese Themen derzeit kaum noch Beachtung finden. Es ist nicht nur eine Reduktion von Aufmerksamkeit festzustellen, der themenbezogene Blick und die Wahrnehmung scheinen insgesamt wie gelöscht. Das ist für alle, die durch kulturelle Formen einen zukunftsgerichteten gesellschaftlichen Beitrag leisten wollen, eine desaströse Situation, die vieles im Keim erstickt, was eigentlich dringend notwendig wäre. Wir müssen versuchen, diese extreme Durststrecke zumutbarer kultureller Rahmenbedingungen zu überstehen und unsere diesbezügliche Anstrengung zwischenzeitlich unerschrocken weiterzuführen.

Der Rückschnitt des Maulbeerbaums – kurz und bündig

Das mit dem Maulbeerbaum war heute kürzer und bündiger als vorausgesagt und auch kürzer als in den Vorjahren. Dabei habe ich in der kurzen Zeit am Vormittag die eigentliche Aufgabe erledigt, die Kronenform des Baums wieder so zurückzuschneiden, dass sie einer normalen Kronenform entspricht. Nach dem Frostschaden und der extremen Irritation des Baums im Frühsommer des letzten Jahres hat er nach einer mehrmonatigen Pause, in der er vollständig kahl dastand, ohne ein einziges Blatt, dann ab dem Spätsommer doch noch einmal die Kurve gekriegt und in einer Art Paniktrieb neue Blätter und Äste ausgebildet. Das hatte dann aber skurrile Auswüchse im wörtlichen Sinne zur Folge. Es bildeten sich kleine Bäumchen innerhalb der Krone die grotesk aus der runden Kronenform ausbrachen. Eben diese Auswüchse habe ich heute entfernt. Überwiegend mit der langen Astsäge, teils auch mit der ausziehbaren Astschere. Von diesen größeren Strukturen abgesehen, hat der Baum ungewöhnlich wenig Astmaterial zugesetzt, aus den geschilderten Gründen. Deshalb konnte ich den sonst immer angeschlossenen zweiten Arbeitsschritt diesmal auch guten Gewissens auslassen. Nämlich die unzählige senkrecht nach oben wachsenden neuen Asttriebe, die sich über die gesamte Krone verteilen, zu kappen. Ich habe sie tatsächlich alle stehen lassen, weil sie anders als früher keine nennenswerte Stärke hatte. Die manchmal 2-3 Meter lange Triebe waren sonst so dick wie ein oder zwei Daumen. Diesmal aber sind es nur dünne und zarte Asttriebe gewesen, die ich einfach stehenlasse, weiterwachsen lasse, um den Baum nach der Vorgeschichte des letzten Jahres nicht zu irritieren. Vielleicht ist das auch besser so, wenn wir auf eine Fruchternte spekulieren, die bei der Art nicht regelmäßig erwartet werden kann. Da können solche Faktoren eine Rolle spielen. Gut ist auch der frühe Zeitpunkt des Rückschnitts, den ich ganz bewusst gewählt hatte. Denn in früheren Jahren war ich oftmals zu spät dran, in einer Phase, in der schon viele neue Triebknospen zu erkennen waren. Wahrscheinlich hat das dem Baum kurz vor dem Austreiben dann zu viel Energie weggenommen.

Die Auszeiten der anderen für kreative Projekte nutzen

Wieder kein spektakulärer Einundzwanzigster, aber einer, an dem ich ziemlich durchgängig meine Arbeit verfolgen konnte, ohne größere Ablenkung und zwischendurchkommende Aufgaben. Das ist immer gut, vor allem, wenn es darum geht, einen bestimmten essenziellen Arbeitsschritt abzuschließen. Gleichzeitig bemerke ich eine Tendenz der Menschen, sich rund um die Fastnachtstage eine Auszeit zu gönnen. Zuletzt dachte ich, das sei im Bewusstsein der meisten in weite Ferne gerückt. Aber es scheint, dass man Dauerkrisenmodus nicht ertragen kann. Deshalb kommen zwischendrin eben doch solche Ansätze von Aufbruch, Ausbruch, Abweichung vom oft ermüdenden und zehrenden Alltag. Das werde ich wiederum für die Kontinuität der eigenen Kreativprojekte nutzen. Und für gewisse Naturthemen. Das nächste steht morgen schon auf dem Plan: Der Rückschnitt des Maulbeerbaums. Ich hoffe, das ufert nicht wieder aus und wird dem Baum auch bekommen. Damit wir in diesem Sommer endlich wieder Früchte ernten können.

Fortschrittliches Wachstum nicht nur bei den Bäumen möglich

Es ist ein Segen, dass ich derzeit bei meinen kreativen Projekten richtig eintauchen kann. Das ist bei so umfangreichen Vorhaben förderlich, weil zu viel zeitliche Zerstückelung zu keinem guten Ergebnis führt und allzu kräftezehrend wirkt. Trotz der kommunikativen Zurückhaltung, die ich in diesen Tagen vor der Wahl feststelle, poppen zwischendurch doch Lebenszeichen und Reaktionen bekannter Auftraggeber und Interessenten auf, die zeigen, dass die Projekte nicht vergessen sind, nur eben aufgrund verschiedenartiger Ablenkung und Priorisierung nicht vornehmlich weiterverfolgt werden. So ist es mir selbst möglich, die Dinge zugunsten der kreativen Arbeit zu entzerren und sinnvoll zu verteilen. Vielleicht ist es ja das, was ich als professionellen Fortschritt sehen kann: Die Dinge immer besser planen und auch zügiger durchführen zu können, ohne dass die Qualität leidet. Da hat man tatsächlich das Gefühl, dass Dazulernen möglich ist und interessanterweise mit zunehmendem Alter mitwächst. Wie ein Baum, der jedes Jahr seine Ringe ergänzt und immer besser seine Individualität trotz des feststehenden Orts der Verwurzelung entfaltet. Eine schöne Parallele, von der ich mir eine durchgängige Spiegelung im eigenen Lebensweg wünsche.

Gegen die Bedrohung unserer kulturellen und natürlichen Grundlagen

Bei dem pausenlosen und uferlosen Wahnsinn, den wir täglich aus den USA zu hören bekommen, kann uns die Lust an allem vergehen. Kaum noch zu verarbeiten ist all der Irrsinn und die extreme Zumutung für normales Empfinden und moralisches Handeln. Das scheint auf einmal alles in Frage gestellt und man muss auf etwas reagieren, was man bis dahin nicht für möglich gehalten hätte. Ich kann nur hoffen, dass die Europäer sich schnell und geschlossen gegen diese Zumutung wenden und erst gar nicht auf das alles eingehen. Denn das würde zu ebenso unvorstellbaren Entwicklungen und einem echten Niedergang der Kultur führen. Angesichts solcher Erfahrungen fällt es tatsächlich schwer, noch den Glauben an die Grundlagen und die Verwurzelung im Natürlichen zu thematisieren. Weil man fast das Gefühl haben muss, es sei nicht der Zeit angemessen. Aber tatsächlich scheinen mir die vertrauten Grundlagen jetzt wichtiger denn je. Nur erfordert es mehr Mut als je zuvor, diese Bindung auch zum Thema zu machen und mögliche Lösungen an diesen Grundlagen festzumachen, statt an Hirngespinsten und verqueren Einstellungskonstrukten, die niemals zu einem menschenwürdigen Zustand führen können.

Vorfrühlingssonne aufnehmen

Es ist schön, so viel Licht und Sonne zu sehen. Wie wenn sie in einen hineinkriechen würde. Nach so viel Winter und Dunkelheit lässt das wieder aufatmen, vor allem, weil es noch einige Tage so anhalten soll. Ich wünsche mir positive Wirkungen auf das Keimen meiner Chilisamen und hoffentlich auch auf die frühen Baumarten. Vor allem denke ich an den Maulbeerbaum, der hoffentlich nach diesen Sonnentagen nicht doch noch einmal empfindliche Frostnächte ertragen muss, die er nicht gut verträgt. Dann könnte ich ruhigen Gewissens am Wochenende den Rückschnitt der Krone angehen, ohne befürchten zu müssen, er könne sich später daran stören und noch ein weitere Jahr als Fruchtbaum ausfallen.

Symbolhaftes gegen lähmende Routinen

Gut für die Chilisamen und gut für uns, weil es die Hoffnung auf Frühling befördert, ist die Zunahme des Sonnenlichts. Tatsächlich sollen wir uns in Richtung der maximalen Lichtstundenzahl noch in dieser Woche nähern. Das wäre schon eine schöne Entschädigung für die langen Monate mit trübem und regnerischem Wetter. Ich hoffe, dann wird auch die Kommunikationsfreude der Menschen wieder größer und der Austausch intensiver, was ich aktuell vermisse, aber auch schätze, denn so erfahre ich weniger Ablenkung und kann durchgängiger an den kreativen Projekten arbeiten, die mich mit wechselnden Themen konfrontieren. Natur und Bäume kommen danach und manchmal auch zwischendurch zur ihrem Recht, wenn ich Gelegenheit habe, dem Übermaß an rationalem Denken und Gestalten von Symbolhaftem Getränktes entgegenzusetzen. Wie das so häufig bei Gegensätzen ist, wirkt das letztlich auch für die rationale Arbeit bereichernd, die sonst allzu schnell zu lähmender Routine entwickeln kann.