Rechtzeitiges Osterwetter

An diesem Vorostertag war das kunsthandwerkliche Arbeiten die genau richtige Aufgabe. Plangemäß konnte ich die beiden dringenden Armbänder fertigstellen und die Bearbeitung von zwei weiteren fortsetzen. Das bei schönem, überwiegend sonnigem Wetter und wieder wärmerer Luft. Nach den bei uns kalten, dunklen und ungemütlichen Tagen ist das ein schöner Auftakt zu Ostern. Vielleicht ist über die Feiertage ja auch wieder Gelegenheit, die Baumlandschaft zu erkunden oder zumindest ihren aktuellen Zustand in Augenschein zu nehmen. Immerhin scheinen solche Traditionen wie der Osterspaziergang der Familien noch nicht ganz ausgestorben zu sein. Das gibt Grund zu österlicher Hoffnung, auch in Bezug auf die Traditionspflege.

Feiertage und geistige Wahrheiten

Es war nur wichtig, an diesem Karfreitag zwei der Mitschriften von Vorträgen Rudolf Steiners wieder zu lesen, die ich schon oft vor und während der Osterfeiertage auf mich wirken ließ. Wie immer bei diesen Texten und Gedankengängen ist das Erlebnis und das Verstehen jedes Mal wieder anders. Das hat mit dem wachsenden Verständnis der Lehre und der Gedankengebäude und Anschauungen Rudolf Steiner zu tun, aber natürlich auch mit den Zeitumständen und den je aktuellen Erfahrungen mit dem Leben, die geisteswissenschaftliches Gedankengut über die Jahre hinweg in seiner unendlichen Tiefe und Reichweite erkennbar macht. So bin ich froh, diesen so bedeutenden Feiertag auch inhaltlich bewusst aufgenommen und kontemplativ genutzt zu haben. Auch bin ich froh über die schiere Gelegenheit dazu, die ebenfalls nicht selbstverständlich ist. Im Vergleich dazu muten die Reflexionen zur Symbolik und Ästhetik der Bäume vielleicht weniger lebenswichtig an. Sie sind es über das ganze Jahre betrachtet aber nicht, denn in der Lebenssymbolik der Bäume steckt viel von diesen geistigen Wahrheiten und Weisheiten, die ich mir im jahreszeitlichen Verlauf ganz anschaulich und praktisch vergegenwärtigen kann.

Spannendes Rendez-vous

Ein spannendes Rendez-vous war das heute mit der Eberesche und der Eibe. Zwei Bäume, mit denen mich auch biografisch einiges verbindet. Vor allem mit der Eibe, einem meiner beiden Lebensbäume. In Kombination ist das natürlich klasse, die späteren Träger der Partner-Armbänder sind zu beneiden. Und sicherlich auch ganz besondere Menschen, die eine interessante Charakterpartnerschaft eingegangen sind. So fiel es mir auch nicht schwer, die kunsthandwerkliche Arbeit bis in den späten Abend hinein auszudehnen. Auch weil es galt, einen wichtigen Arbeitsschritt vollständig abzuschließen. So kann ich die Armbänder an diesem Wochenende fertigstellen.

Ruhe und Ausgeglichenheit

Die Balance zwischen Projektarbeit mit Schwerpunkt auf Contententwicklung und Kodierung sowie der handwerklichen Arbeit, die zurzeit wieder ansteht, die ist mir heute wieder gut gelungen. Diese Balance ist Notwendigkeit und Freude zugleich, eigentlich ein Ideal, das ich an liebsten durchgängig praktizieren würde. Aber das ist natürlich nicht möglich, so freue ich mich über die Phasen, die es nahelegen und möglich machen. Wäre schön, wenn mit dem kommenden Baumfrühling auch für uns, im engeren Kreis, wieder mehr Ruhe und Ausgeglichenheit einkehren könnte.

Kunsthandwerkliches Erholungspotenzial

Die kunsthandwerkliche Arbeit heute Nachmittag hat nach Wochen permanenter Projektarbeit und umfangreichen technischen Aufgaben wirklich Spaß gemacht. Ein echter Ausgleich, der den Kopf freimacht, weil er eine ganz andere Art von Aufmerksamkeit und Denken mit sich bringt. Zwar waren die heute bearbeiteten Hölzer nicht gerade einfach und haben einige Widerstände produziert. Aber letztlich konnte ich die aktuell benötigten Stäbe in guter Qualität herstellen. Eine gute Grundlage für die weiteren Arbeitsschritte zur Produktion der Lebensbaum- und Partner-Armbänder. Auch dass es zwar am Nachmittag schön hell, aber nicht zu warm war, hatte gewisses Erholungspotenzial.

Diffuse Aufbruchstendenzen

Zurzeit genieße ich eine ungewohnte Nachfrage gerade im Bereich der Kommunikationsdienstleistungen. Seltsam eigentlich, in dieser schwierigen Zeit, aber auch anregend in Verbindung mit den äußeren Einflüssen des Frühlings und der diffusen, noch unbestimmten Aufbruchstimmung unter den Menschen. Es ist eine Aufbruchstimmung, deren Richtung noch unbekannt und unklar ist, vielleicht liegt gerade darin ihre Besonderheit und eine Chance. Wäre schön, wenn der Baumfrühling diese positiven Ansätze bestärkt und endlich wieder ein Ruck durch die Gesellschaften geht, der wirklich zukunftsträchtig genannt werden kann.

Palmkreuz

Türkreuz mit geweihtem Palmzweig

Schade, nach dieser Traumwetterwoche fiel ausgerechnet der Palmsonntag so trüb und sogar regenverhangen aus. Das war bisher selten und passt auch nicht zu diesem Feiertag und seiner Atmosphäre, die eher mit Siegessymbolik und Hoffnung verknüpft ist, wozu Sonne natürlich besser passt. Aber ich hatte die Gelegenheit, die Weihe der Palmzweige beim Gottesdienst zu erleben. Und das hat den Feiertag dann doch mit Bedeutung und Atmosphäre aufgeladen. Am Nachmittag habe ich eine strenge Auswahl der schönsten Zweige hinter den Türkreuzen im Haus gesteckt. Eine Aufgabe, die ich seit Jahren übernehme, auch weil uns diese Tradition wichtig ist, die das ganze Jahr über durch die immergrünen Zweige augenfällig und präsent gehalten wird.

Vegetabile Symboltradition

Die Palmzweige habe ich heute Nachmittag sorgfältig auseinandergenommen und gesäubert. Wie ich schon gleich gesehen habe, haben sie nicht die beste Qualität, haben kleine instabile Blätter, sind umfangreich zerfressen, vertrocknet und insgesamt auch sehr klein. Aber ich bin eben froh, überhaupt noch Zweige ergattert zu haben. Da scheint ja in diesem Jahr wegen der Situation mit dem Zünsler im Vorjahr ein echtes Problem zu sein. Jedenfalls sind von den sechs kleinen Bündeln, die ich besorgen konnte, am Ende drei ziemlich kleine übriggeblieben, die gerade so für den Bedarf in unserem Haushalt ausreichen sollten. Das Weitergeben an Freunde und Bekannte wird wohl diesmal nicht möglich sein. Aber natürlich werden J. und W. ein Sträußchen erhalten. Schließlich muss die Familientradition gewahrt bleiben.

Zuversicht nach außen tragen

Geballte technische Herausforderung hält mich in diesen Tagen auf Trab. Nicht ganz einfach umzusetzen, und wie immer häufen sich diese Aufgaben, die kein Ende zu nehmen scheinen. Ich bin froh, dass das tolle und anhaltende Sonnenwetter uns so viel Energie von außen zukommen lässt, die wir gerne annehmen und nutzen. Und das zunehmende Grün der Bäume tut das ihre dazu, dass es uns besser geht und wir wieder Zuversicht entwickeln und nach außen tragen können.

Damit ist die Tradition gerettet

Bündel mit Buchsbaumzweigen für Palmsonntag

Ein schöner beständiger Sonnentag mit viel technischer Herausforderung. So konnte ich das Wetter nicht so genießen, wie es vielleicht angebracht wäre. Aber es gibt einen bäumischen Erfolg: Die Palmzweige, die Frau P. mir zurückgelegt hatte, konnte ich heute abholen, so dass sie für den Palmsonntag zur Verfügung stehen. Sie sind zwar weniger kräftig ausgewachsen und tragen kleinere Blätter als in guten Jahren. Aber natürlich sind wir froh, überhaupt welche gefunden zu haben. Es hätte sonst etwas gefehlt.

Noch rechtzeitig zu Palmzeigen gekommen

Heute habe ich mich erinnert, genau vor einem Jahr in D. auf dem dortigen Wochenmarkt einen Händler getroffen zu haben, der Buchsbaumzweige angeboten hat. Das war einige Tage vor Palmsonntag. Und da die Situation jetzt wieder identisch ist, kein Mensch hat noch frischen Buchsbaum im Garten, weil er im Vorjahr vom Zünsler vernichtet wurde, habe ich meinen Kontakt in D. bemüht. Und tatsächlich, der Händler war heute wieder mit diesem Angebot vor Ort. So konnte ich mir eine Hand voll Sträuße reservieren lassen, die ich morgen abholen werde. Noch einmal Glück gehabt. Wir hätten es sehr bedauert, die Tradition der Palmweihe zum ersten Mal nicht pflegen zu können.

Fortgeschrittene Lebenserfahrung mit klarem Blick

An das sommergleiche Wetter, abgesehen von der kühlen Luft, kann man sich gewöhnen. Man merkt schon, wie die Menschen sich entspannen und sporadisch Gelassenheit in der Luft liegt. Ein Zustand und eine Beobachtung, die ich in den letzten Jahren nur noch selten erleben durfte. Wäre schön, wenn das anhält. Bei den dominanten Themen der letzten Monate hat sich heute einmal etwas tendenziell Positives ergeben. Auch wenn das nichts wirklich verbessert, sind wir eine ehrliche Sicht auf die zeitgenössischen Denkweisen und Einstellungen wirklich nähergekommen. In diesen Dingen benötigt man sehr viel Erfahrung, um die Dinge richtig zu sehen und realistisch einschätzen zu können. Was uns nicht geglückt ist, bis heute, ist es, Palmzweige für die Segnung am Sonntag zu finden. Privat dürfte das noch schwieriger sein als in den Vorjahren, weil in den meisten Gärten der Buchsbaumzünsler im letzten Sommer derart heftig gewütet hat, dass kaum noch ein grüner Buchsbaumzweige übrige geblieben ist. Unseren musste wir ja vollständig zurückschneiden, so dass wir in den nächsten 2-3 Jahre auf keinen Fall eigene Zweige schneiden können. Vielleicht werde ich am Donnerstag noch einmal nach D. fahren müssen, in der Hoffnung, dass dort wieder der Privathändler auftaucht, bei dem ich letztes Jahr schöne kräftige Zweige kaufen konnte.

Vitalisierende Wirkungen des Sonnenlichts

Noch ein fast identischer Sonntag wie gestern, und der notwendige Ausflug nach D. hatte etwas Zauberhaftes, das ohne diese Sonne bei ziemlich kühler Luft nicht zu erklären gewesen wäre. Man hatte den Eindruck, die Menschen sehnen sich solche unwahrscheinlichen, weil vollkommen vom Sonnenlicht durchwirkten Tage herbei, weil sie wie ein Setting zum Reinigen und Klären wirken. Nicht nur, dass sie den Bäumen und allen Grünpflanzen wichtige Wachstumsenergie schenken. Sie wirken sich auch auf uns Menschen vitalisierend aus und lassen uns in der Wahrnehmung dieser Eindrücke wieder an etwas glauben, was zwischenzeitlich fast vergessen schien.

Strahlender Baumblütentag

Ahornblüte 2025 I

Es war der bisher sonnenreichste Tag des Jahres. Das hatte sich schon heute früh angekündigt und der wolkenfreie klare Himmel ist uns den ganzen Tag erhalten geblieben. Mit etwas Wind und einer nicht ganz zur Helligkeit passenden Kühle war es eine Freude, an Nachmittag den aktuellen Stand der Baumlandschaft zu erkunden. Das gibt Auftrieb vor dem Start in die neue Arbeitswoche. Wie ich schon an den Straßenbäumen gesehen hatte, ist es vor allem die Blüte des Spitzahorns, die das Bild dominiert. Aber auch die Blätter des Weißdorns und des Feldahorns sind gekommen, während die Schlehen schon dabei sind zu verblühen. Gleichzeitig sind schon die noch geschlossenen Blütenknospen des Weißdorns erkennbar. In den nächsten Wochen wird sich die Baumlandschaft in schnellerem Tempo verändern und bald ein flächendeckend grünes und zunehmend blühenden Bild ergeben.

Die Eibe und individuelle Lebensthemen

Die Arbeit mit dem Eibenholz war die genau richtige Aufgabe zum richtigen Zeitpunkt. Nicht nur, weil an diesem Samstag wieder super Sonnenwetter war und Holzarbeit bei viel Sonnenlicht am stimmigsten ausfällt. Auch weil nach so viel auf Kommunikationsprojekte bezogener Arbeit das Kunsthandwerk ein willkommener Ausgleich ist. Und die Eibe ist eben auch einer meiner beiden eigenen Lebensbäume und schon deshalb für mich etwas Besonderes. Auch unabhängig von diesem persönlichen Bezug ist der Baum an sich und auch sein Holz eine Sensation, die eigentlich mit keiner heimischen Baumart zu vergleichen ist. Es ist vor allem die Symbolik des Ewigen, des langsamen Wachstums, der Beständigkeit, Zähigkeit und Weisheit, die mich anspricht und wiederum etwas Persönliches zum Klingen bringt. Diese Baumart steht schon für etwas, das mit meinen individuellen Lebensthemen zu tun hat. Leben und Tod, und der Tod in seiner positiven Konnotation als Transformationsphase, als Vorbereitung auf ein Leben, als Veränderungs- und Umwandlungsmöglichkeit, sind in der Eibe thematisiert und in lebendiger Form repräsentiert. Sicher sagt all das dem späteren Träger des heute hergestellten Wunschbaum-Armbandes ebenso etwas. Und das Armband ist eine sehr passende Möglichkeit, das immer am eigenen Körper zu vergegenwärtigen, wenn es am Handgelenk getragen wird.

Zur Reaktivierung des bisher Fraglosen

Es ist schön, an diesem Wochenende wieder Gelegenheit zur kunsthandwerklichen Arbeit zu haben. Die ist zuletzt seltener geworden, ein Umstand, der wohl mit der anhaltenden Krisenstimmung zu tun hat. Kaum zu glauben, aber wahr, dass sich das nun sogar auf die Aufmerksamkeit dämpfend ausgewirkt hat, die die Menschen den archetypischen Symbolen entgegenbringen. Das war bisher etwas, das ich als zeilos eingestuft, das ich so behandelt habe und das auch verlässlich zeitlose Wirkungen und Reaktionen mit sich brachte. Diese neue Krisenlage ist aber schädlich und abtötend für alles, was immer als konstant und grundlegend gültig wahrgenommen wurde. Wir müssen mit diesen Zeitumständen vernünftig umgehen, sie zum einen ertragen und zum anderen unbedingt eine Gegenreaktion zeigen, die dem bisher Fraglosen seinen lebenswichtigen Stellenwert zurückgibt. Nicht, dass dieser Stellenwert verloren wäre, er muss aber wieder wie selbstverständlich erkannt und als Basis fürs Denken und Handeln reaktiviert werden.

Geistige Kompensationen

Viele technische Fleißarbeit hat mich an diesem sonnenreichen Tag auf Trab gehalten. Und doch bin ich in Gedanken zwischendurch immer bei den Bäumen und den vegetabilen Ereignissen dieser Frühlingszeit. Das gehört zu den aufbauenden Elementen des geistigen Alltags, die einen Sinn überall da wiederherstellen, wo er mit Blick auf die beobachteten Zustände in der Welt und ihre mediale Verarbeitung zunehmend verloren zu gehen droht.

Filigrane Blütenstände

Ein toller Sonnentag und jede Menge technische Herausforderungen, die diesmal leider keine Auflösung erbracht haben. Aber das Thema wird mich noch länger begleiten, so ist die Fehleranalyse auch gründlich und langfristig nützlicher. Leider konnte ich heute aus Zeitmangel den Fortschritt der Baumblüte nicht in Augenschein nehmen. Aber es ist klar, dass aktuell der Schlehdorn in voller Blüte steht und vermutlich bei einigen Sträuchern auch schon der Weißdorn in Lauerstellung ist. Beim Spitzahorn werden jetzt täglich mehr Zweige von erkennbaren Blütenständen besetzt und verleihen den Bäumen immer grüner werdendes Kronendach. Ein Grün, das vor allem von den Blüten stammt, nur in zweiter Linie von den noch spärlicher vorhandenen Blättern. Ich freue mich auf die Gelegenheit, vielleicht am Wochenende, neue Versuche mit Nahaufnahmen dieser Blüten zu unternehmen. Erfahrungsgemäß ergeben viele Versuche nur wenige wirkliche gute Ergebnisse. Die aber sind dann immer sehr eindrucksvoll, weil diese Blütenstände etwas ungemein Filigranes und Formschönes mit sich bringen.

Sonnenreicher Aprilstart

Ein schöner, weil sonnenreicher Start in den 1. April hat uns heute früh auf einer Überlandfahrt erfreut. Der Weg ist landschaftlich toll, nur die Anlässe sind es meistens nicht. So konnten wir zumindest wichtige Dinge klären und ein Stück voranbringen, die sich in den letzten Wochen als Fragen und Aufgaben gestellt haben. Die schönen Seiten dieses Ausflugs konnten wir, von der Sonne und dem Landschaftseindruck einmal abgesehen, heute aus Zeitgründen nicht genießen. Aber es werden noch einige Gelegenheiten folgen. Hoffentlich dann durch eine üppig grüne und blühende Baum- und Feldlandschaft.

Akzentuieren der Jahreszeit

Immerhin ist das drittbeste Sonnenstundenergebnis für den März in den letzten 15 Jahren herausgekommen. Auch dank des überraschend ausgedehnten Sonnenscheins noch heute. Das wird die Ahornblüte noch einmal ein Stück weiter in Gang gebracht haben. Auf der Rückfahrt von M. heute Morgen habe ich schon einige gelb-grüne Zweige mehr am Straßenrand entdeckt. Das wird mit den Blütenbüscheln jetzt recht schnell vorangehen. Das finde ich immer sehr erfrischend und schön, weil es den wirklichen Frühlingsbeginn anzeigt. Leider haben wir keine Bienen mehr, so dass es für die Tracht diesmal keine Rolle spielt. Aber auch schon das Akzentuieren der Jahreszeit mit typischen Farben und Formen ist für mich eine Freude und ein ästhetischer Gewinn.

Kurz vor dem Frühlingserwachen

Heute mal weniger Sonnenschein, aber das passte auch gut zum Ruhe-Sonntag, der uns allen willkommen war. Nach einigen Wochen, die an Turbulenz, hektischem Erledigungszwang und frustrierenden Erlebnissen kaum zu überbieten waren. Dann tut das eher beruhigende, weil nicht so nach außen drängende gedämpft helle und kühlere Frühlingswetter auch gut, weil es den Ruhemodus unterstützt und hilft, einen Gang zurückzuschalten. Ich bin sicher, auch die Bäume und andere kurz vor dem Frühlingserwachen stehenden Grünpflanzen werden diese Unterbrechungen auch schätzen, weil es gerade die Pausen sind, die ein Sammeln und Mobilisieren von Kräften ermöglichen, die schon in Kürze für den Start in die aktive Vegetationsphase benötigt werden. Und der kann jetzt von uns aus gerne kommen. Innenschau und Rückzug hatten wir jetzt genug, die Richtung sollte jetzt umgekehrt werden und einen Neustart in Bewegung bringen.

Märzsonne, Frühling und Pflanzenwachstum

Die Meteorologen haben es heute bestätigt, was ich selbst schon beobachten konnte: dieser März war ein sehr sonnenreicher. Wenn auch nicht der allersonnenreichste aller Zeiten. Denn in meiner Sonnenstundenstatistik der letzten 15 Jahre sind mindestens 2 Jahre, die im März noch mehr Sonnenlicht verzeichnet haben. Dennoch wollen wir uns nicht beschweren, mir ist das immer recht, weil es für das Säen und Pflanzen gut ist. Die Landwirte sehen das dagegen eher skeptisch, wegen der zu gering ausgefallenen Regenmengen. Für die Bäume und ihren Aufbruch in den Frühling ist neben der Sonne sicher von Bedeutung, dass in den ersten Phasen der Blüte und auch nach dem Austreiben junger Blätter keine empfindlichen Nachtfröste mehr kommen. Die können das gerade erst neu entstandene Grün und die Blüten dann gleich wieder ruinieren und machen dann einen mühsamen zweiten Anlauf notwendig, der die Bäume immer viel Kraft und Vitalität kostet. So hoffe ich auf einen baldigen Übergang in den Frühling und auf einen kontinuierlichen Temperaturanstieg, der keine Ausreißer mehr nach unten zulässt. Bei meiner diesjährigen Chiliaussaat bin ich wegen der ansonsten zunächst künstlichen und geschützten Wachstumsbedingungen ganz gute Aussichten, v. a. wegen der Unterstützung durch das Sonnenlicht von außen. Und die Gartenbäume machen bisher auch einen guten Eindruck. Ginkgo, Gleditschien und Walnussbaum zeigen schon erkennbare Knospen, die auf ein baldiges Erwachen aus der Winterpause schließen lassen. Und Nashi-Birnenbaum sowie Pfirsichbaum zeigen tatsächlich schon Blüten, beim Pfirsichbaum diesmal nur die hohen Kronenzweige, die unteren dagegen gar nichts. Nach dem Totalausfall der Pfirsiche im Vorjahr ist doch ein ermutigendes Zeichen.

Ausgleichende Wirkungen der äußeren Natur

Das Schönste an diesem Tag war eindeutig die strahlende Sonne und der wolkenlose Himmel. Bei ziemlich kühler Luft hat das schon an einen richtigen Hoch-Frühlingstag erinnert, mit einer gewissen von außen motivierten Gelassenheit, die unter den Menschen spürbar war. Ansonst verlief der Tag in der hektischen und zermürbenden Logik, die wir in den letzten Wochen im Übermaß erleben mussten. Geprägt von formalem Denken, Skurrilitäten des Gesundheitswesens, Überforderung der Verantwortlichen und einer allgemein wahrnehmbaren Abkehr von der praktischen Vernunft. Die kurzen Fahrten durch die Vorfrühlingslandschaft und das Beobachten der ersten Frühlingsanzeichen im Vegetationszyklus der Bäume sind an solchen Tagen für mich ein Ausgleich, der alles verträglicher und schöner erscheinen lässt, was ohne das völlig unverdaulich wäre.

Punktuelle Frühlingsakzente

Jeden Tag zeigt sich die Baumlandschaft jetzt in einem minimal verschobenen Bild, verschoben in Richtung besserer Sichtbarkeit des Frühlings. Heute war es die Schlehdornblüte, die erstmals an ganzen Sträuchern in voller Pracht zu beobachten war. Das fällt einfach auf, diese großen weißen Blütenbüsche, die inmitten einer sonst noch ganz kahlen und grauen Baumgerippe-Landschaft hervorstrahlen. Das sind bisher nur punktuelle Highlights, die sich aber bald schon verdichten werden, bis irgendwann die kahlen Stellen die Ausnahme sind. Ganz kahl ist z. B. auch noch der Maulbeerbaum. Aber ich bin froh, ihn so frühzeitig zurückgeschnitten zu haben. Dann können die meisten der jetzt entstehenden Triebe auch in den kommenden Frühling hineinwachsen. Hoffentlich, ohne zu erfrieren.

Eine Vorankündigung der Ahornblüte

Manchmal kündigt es sich auch schon ganz unauffällig an. Tatsächlich konnte ich heute auf der Rückfahrt von M. an den am Straßenrand dicht aneinander gepflanzten Spitz-Ahorn-Bäumen ansatzweise erkennen, dass die Blüte kurz bevorsteht. Noch ganz blass und unscheinbar wirkende erste Blütenstände waren schwach zu erkennen gewesen. Kann sein, dass sich das ganz schnell innerhalb weniger Tage ausweitet, bis dann durch die ungewöhnliche Form der Blütenstände und ihre hell leuchtende Farbe der Ahornbaumfrühling unverkennbar sein wird.

Wieder verzögerter Baumfrühling

Der Baumfrühling macht tatsächlich bisher keine Fortschritte. Besonders ist mir das heute daran aufgefallen, dass die Spitzahorne noch keinerlei Aktivität zeigen. Es sind jetzt Ende März noch keine Blüten und auch keine Blätter zu sehen, die Bäume stehen nach wie vor in kahler winterlicher Anmutung da. Dabei hat das gelbliche Grün der jungen Blütenstände des Spitzahorns schon häufig Mitte März erste frühlingshafte Farbakzente in die Baumlandschaft gezaubert. Dieses Jahr scheint aber, wie schon das Vorjahr, wieder mit starken Verzögerungen verbunden zu sein. Die waren in 2024 sehr stark ausgeprägt. Ich würde sagen, alles trat in ca. 6-wöchiger Verspätung erst in Erscheinung, mit einer entsprechenden Verzögerung der nachfolgenden Vegetationszustände. Einen frühen Frühling würde ich mir einmal wieder wünschen, einfach weil man dann von der helleren Hälfte des Jahres mehr hat. Vor allem das Sonnenlicht könnte so verlängert zur Verfügung stehen, ich denke weniger an die Temperaturen.

Symbolthemen als feste Bestandteile des Alltagslebens

Dass die Untersuchung heute keine schockierenden Ergebnisse brachte, ist uns allen eine große Erleichterung, v. a. natürlich M. selbst. Morgen geht es dann gleich mit einer anderen Untersuchung weiter, mal abwarten. Wir hoffen, dass dies alles auch einen Fortschritt und verwendbare Erkenntnisse mit sich bringt. Damit wir eine Orientierung haben und wieder mehr Mut, dauerhafte Lösungen zu finden. Da sind mir die Lösungsfindungen im Bereich meiner Kommunikationsarbeit schon lieber. Dort gehören sie zum festen Bestand der Aufgaben, machen wahrscheinlich sogar die eigentliche Leistung aus. Wenn dahinter jede Menge Erfahrung, mit Inhalten, aber auch mit Methoden und kreativen Prozessen steckt, ist es immer wieder eine Freude, kontinuierlich und unvoreingenommen den Herausforderungen dieser Art zu begegnen. Das hat gar nichts Erschreckendes, aber immer etwas Anregendes. Wenn es gelingt, dass konstant in die Zukunft zu tragen, ist auf der Ebene alles gut. Schön ist, wenn es mir zudem gelingt, die Grundlagenthemen durchgehend zu berücksichtigen und nicht nur in den Pausen und Zwischendurch. Denn diese Grundlagenthemen, u. a. rund um die Lebenssymbolik der Bäume, sind genauso wichtig, auch wenn das in der Alltagshektik leicht untergeht und gerne als Nebensache abgetan wird. Das ist es sicher nicht, allerdings erfordert es sehr viel Konstanz, Durchhaltevermögen und Selbstreflexion, die Grundlagenthemen wirklich zum festen Bestandteil des Alltagslebens und -denkens werden zu lassen.

Erste Baumfrühlingszeichen in einem aus den Fugen geratenen Klima

Die Sonnenperiode ist zwar schon wieder vorbei, aber immerhin hat sich die frühlingshafte Erwärmung auch heute gehalten und an diesem wolkenverhangenen, aber nicht regnerischen Sonntag viele Menschen in die Landschaft gezogen. Am Nachmittag auch mich. Dabei konnte ich feststellen, in den letzten Wochen, in denen ich kaum Zeit für Spaziergänge erübrigen konnte, in Sachen Baumlandschaft und Frühling nichts verpasst zu haben. Denn es beginnt erst jetzt, dass sich bei den frühen Baumarten Frühlingszeichen zeigen, die aber bald schon zu einem sichtbar veränderten Landschaftsbild beitragen werden. Es sind v. a. die Weißdornsträucher und die Schwarzdornsträucher, die sich bemerkbar machen. Der Weißdorn in Form von schon teils aufgefalteten Blatttrieben und der Schlehdorn in Form noch geschlossener Blütenknospen. Die sind aber auch schon weit fortgeschritten. Man kann die weißen Blütenblätter von außen schon sehen, auch wenn sie noch geschlossen sind. Ich schätze, das kann jetzt über Nacht kommen, wenn die Temperatur mitspielt und die Sonne nicht ganz ausbleibt. Dann haben wir auf einmal dieses irre „Schlehweiß“, wohl einer der auffälligsten unbunten Farbmarkierungen im ersten Baumfrühling. Dass um diese Zeit, ziemlich typisch übrigens, die Schlehenblüte sichtbar wird, ist nun nicht überraschend, aber mir schien es heute im ersten Moment überraschend, dass die Blätter des Weißdorn zeitgleich erscheinen. Das hatte ich so nicht in Erinnerung. Wohl, dass die Weißdornblüte erst deutlich später kommt, aber die Blätter schienen mir gewöhnlich auch erst später entwickelt zu werden, nicht zeitgleich mit der Blüte der Schlehen. Entweder habe ich damit wieder etwas dazugelernt, oder in diesem Jahr ist wieder einmal alles anders als gewöhnlich. Das allerdings würde mich nicht überraschen, denn die Unvorhersehbarkeit und konstante Abweichung von aus Kindheitstagen vertrauten vegetabilen Zyklen, ist eine Merkmal unseres aus den Fugen geratenen Klimas.

Für einen langen, schönen, ausgedehnten Frühling

Das Frühlingswetter ist jetzt ziemlich konstant, auch wenn die Sonne heute nicht ganz so strahlend durchkam wie in den letzten Tagen. Aber die Wärme nimmt zu, allein das macht uns zuversichtlich, dass der Baumfrühling bald angekommen sein wird. Das ist dann bleichbedeutend mit mehr Lust, sich draußen aufzuhalten, wieder mehr im Garten zu arbeiten und sich allmählich in Richtung der Gartensaison hin zu bewegen. Die große Reinigungsaktion rund ums Haus, bei der der grüne Schmutzfilm der letzten 12 Monate vom Waschbeton und den Fliesen entfernt wird, ist allerdings noch etwas dahin. Diesmal will ich auch die Überdachung hinterm Haus wieder mit dem Hochdruckreiniger abspritzen, da auch die immer mehr Algen ansetze und dann an Transparenz verliert. Und das Rausstellen und Beziehen der Gartenmöbel gehört bei dieser Aktion auch dazu. Dafür ist es aber noch zu kühl, denn in Verbindung mit stundenlanger Wasserberieselung kann schon eine Bewölkung unangenehm wirken, wen sie denn gerade an dem Tag vorherrschend sein sollte. Ich werde die Frühjahrs-Außenputz-Aktion aber ohnehin auf zwei Tage aufteilen, denn zusammen mit der Dachreinigung wäre es für einen Gartenarbeitstag zu viel. Hoffen wir also auf eine Stabilisierung des Wetters und einen langen, schönen, ausgedehnten Frühling.

Den Frühling an den Bäumen erkennen

Es war ein Einundzwanzigster, aber vor lauter Geschäftigkeit habe ich gar nicht auf die herausragenden Geschehnisse oder Anmutungen des Tages achten können. Auch ist mir nicht wirklich aufgefallen, dass es viel weniger Sonne gab als an den Tagen zuvor. Eigentlich schien es mir durchgehend hell und sonnig, aber wahrscheinlich waren heute mehr wolkige Himmelsabschnitte dabei, oder zumindest ein dichterer Hochnebel, der immer einiges an Strahlungsintensität wegnimmt. Dennoch war es ein Tag, der vermutlich wegen der unverhofft angekommenen Wärme viele Menschen nach draußen zog. In M. war um die Mittagszeit erstaunlich viel los. Wie wenn alle nur auf die Gelegenheit gewartet hätten, sich wieder mehr im Freien aufhalten zu können. Einer dort hat es gleich übertrieben und lief mit nacktem Oberkörper über die Straße. Na ja, ganz so sommerlich war es dann wohl doch noch nicht. Jetzt warte ich auf die ersten Frühlingszeichen der Bäume und hoffe, die Ahorne werden beginnen mit ihren irren gelb-grünen Blütenständen, die von Weitem wie Blätter wirken. Bald darauf kann man sie auch von den oft zeitgleich auftauchenden Blättern nur mit Mühe unterscheiden. Alles an den Spitzahornen steht aber für den frühen Baumfrühling, deutlicher, als es die Erlen und Haselsträucher anzudeuten vermögen, da deren weiblichen Blüten sehr unscheinbar und die männlichen unbunt wirken und deshalb als solche nicht wahrgenommen werden. An den Baumarten, die als Blüten erkennbare, v. a. farbintensive Blüten tragen, erkennen wir den Frühling. Eine Wahrnehmung, die ohne die früh blühenden Baumarten in derselben Intensität nicht denkbar wäre.

Jahreszeitliche Wendemarken, Baumkalender und Selbstspiegelung

Das war der kalendarische Frühlingsanfang. Nach dem keltischen Baumkalender ist er aber auf den morgigen 21. März terminiert, dem Tag der Frühlings-Tag-und-Nachtgleiche und dem Tag, der nach diesem Kalender mit der Eiche in Verbindung gebracht wird. Das wundert mich immer ein wenig, da ich den Tag eher mit der Birke assoziiere, aber die steht mit der Sommersonnenwende am 24. Juni nach dem Kalender in Verbindung. Wie auch immer, es wurden in diesem System genau die Baumarten auf die vier jahreszeitlichen Orientierungsmarken gelegt, die den meisten Menschen bekannt sind: Eiche, Birke und Buche. Nur der Olivenbaum am 23.09. fällt als mediterrane Art in diesem System aus der Reihe. Aber man darf nicht vergessen, dass das keltische Verbreitungsgebiet in seinen besten Zeiten eben auch bis in diese Regionen hinein reichte. Und ein Energie- und Kraftbaum ist der Ölbaum ja ohnehin. Am spannendsten bei all dem finde ich, dass die Systematik des Baumkalenders und des daraus abgeleiteten Baumhoroskops zwar mit dem Keltischen in Verbindung gebracht wird, tatsächlich aber nicht auf keltische Wurzeln zurückgeht. Es ist ein „moderner Mythos“, wie es einmal in einem Wikipedia-Artikel genannt wurde. Dennoch stelle ich seit über 20 Jahren immer wieder fest, wie stimmig die unter dem Begriff des keltischen Baumkalenders veröffentlichten Konstrukte und Ausformulierungen doch sind. Und dass viele Menschen etwas damit anfangen, es mit ihrer Persönlichkeit und selbstbeobachtend mit ihren Eigenschaften verbinden können. Die Idee der Selbstspiegelung in der Symbolkraft der Bäume findet in dem System einen sehr greifbaren und schlüssigen Ausdruck.