Überlegungen zur Oberflächenbehandlung

Was die Oberflächenbehandlung meiner Ostereikreationen betrifft, so bin ich mir nun doch nicht mehr so sicher, welche Lösung die beste ist. Wenn ich den aromatischen Duft des Zedernholzes aufnehme, der den Raum durchströmt, scheint mir ein isolierender Lacküberzug doch nicht so sinnvoll. Nehme ich dem Holz damit nicht ein gutes Stück seiner Lebendigkeit? Das Problem: Es ist eben nicht genau vorhersehbar, wie sich die verschiedenen Holzlagen nach einer Behandlung mit Öl verhalten bzw. ob sie gleichmäßig getränkt erscheinen. Dennoch tendiere ich jetzt zum Einreiben oder Tränken mit dem dünnflüssigen Öl, das ich auch zur Behandlung der Holzperlen nutze. Es würde die haptische Qualität des Holzes vermutlich unterstreichen. Nun, ich will morgen noch weitere Meinungen einholen.

Ostertradition wiederbelebt

Die Ostereier-Kreation war doch mit mehr Arbeitsaufwand verbunden, als ich ursprünglich dachte. Aber jetzt bin ich so weit, die Formen sind unter Dach und Fach, lediglich die Oberflächenbehandlung fehlt noch. Dazu muss ich mir noch etwas einfallen lassen. Natürlich bin ich gespannt, wie es lackiert aussieht. Recht lebendig vermutlich, denn die Zeder hat doch sehr breite Jahresringe, die in der Eiform dann recht markant zur Wirkung kommen. Dass ich das zwei Wochen vor Ostern schon fertigstellen konnte, überrascht mich am meisten, in den Vorjahren war es mir auch kurzfristig nie mehr gelungen. Vielleicht ein Auftakt zum kontinuierlichen Fortsetzen der alten Tradition.

Vegetabile Horizonterweiterung

Ein kleiner Temperaturrückgang, der wohl auch noch morgen anhalten wird. Und die Sonne hat sich auch wieder rarer gemacht. Aber ich bin zuversichtlich, dass der Frühling schnell zurückkommt. Für die anstehende Holzarbeit morgen ist die Witterung ganz gut geeignet. Und für die Säuberungsaktion rund ums Haus warten wir besser ein richtig sonniges Wochenende ab, das sicher bald kommt. Ich freue mich auf die kommende Garten- und Freiluftsaison, die auch das Arbeiten drinnen leichter von der Hand gehen lässt. Und auf die gelassenen Begegnungen mit unseren pflanzlichen Mitbewohnern über die Frühlings- und Sommermonate, in denen wir ihnen besonders nah kommen können, während sie ihre Fühler in Richtung des Weltalls ausdehnen und auch uns damit den Horizont weiten.

Neue Chance für den Feigenbaum

M. und V. zieht es jetzt fast täglich in den Garten. Wir werden in den nächsten Tagen wohl die Gartengarnituren rausholen und die Frühjahrssäuberungsaktion durchführen. Danach kann der Freiluftsaison eigentlich nur noch das Wetter im Wege stehen. Ich bin aber zuversichtlich, dass das ein ganz gutes Sonnenjahr wird, mit viel Licht und Wärme. Die Obstbäume blühen wie selten zuvor und der Feigenbaum faltet trotz seiner erheblichen Schädigung jetzt schon die ersten Blätter aus. Sogar erst Vorfeigen sind als winzige Früchte bereits zu sehen. Das ist so früh in den letzten Jahren nie vorgekommen. Insbesondere vergangenes Jahr hatte er ganz enorme Anlaufprobleme und wollte partout nicht frisch austreiben. Ich schätze, der milde Winter und die ungewöhnliche Wärme im März haben wohl zu dieser Entwicklung beigetragen. Nun wird es darauf ankommen, dass keine großen Temperaturausreißer, z. B. in den Nächten, den Wachstumsfortschritt wieder zunichte machen. Dann könnte Vs Empfehlung, dem Feigenbaum doch noch eine Chance zu geben, sich vielleicht als richtig herausstellen.

Neue Motivumgebungen sind notwendig

Ein Tag mit einem vorläufigen Projektabschluss und nicht viel Muße beim Spaziergang. Dabei präsentiert sich die Landschaft jetzt sehr frühlingshaft, an der zunehmenden Blütenpracht der Sträucher leicht zu erkennen. Aber auch die tolle Frühlingsluft und echte Wärme weckt Erwartungen für die kommenden Wochen. Dann ist auch die Zeit, die Holzstrukturen wieder näher unter die Lupe zu nehmen und nach neuen Motiven Ausschau zu halten. Es wird wohl nötig sein, den Radius diesmal auszuweiten. Denn in der näheren Umgebung habe ich inzwischen das Mögliche in allen Variationen durchexerziert. Jetzt müssen neue Motive in anderen Situationen hinzukommen.

Ahornblütenfrühling

Nach einigem Zögern beginnt nun doch die Blütezeit des Spitzahorns. Die ist für mich immer ein Zeichen dafür, dass der Frühling wirklich angekommen ist. Ich mag dieses frische helle Gelb-Grün der Blüten ganz besonders, gerade wegen seiner Eigenschaft, spontan mit Laub verwechselt zu werden, das aber tatsächlich erst später erscheint. Mit dem Makro muss ich noch einige weitere Versuche durchführen, da es nicht leicht ist, bei dem engen Farbspektrum der Blüten genügend Kontrast in die Darstellung zu bringen:
Frische Ahornblüte

Diesmal nicht gelungen

Die Nahaufnahmen von gestern sind allesamt nicht gelungen. Einfach zu wenig Licht und deshalb zu lange Belichtungszeiten. Das konnte ja eigentlich auch nicht gut gehen. So wäre es ohne die schwere Ausrüstung angenehmer gewesen. Aber nachher ist man immer schlauer. Und schließlich konnte ich nicht wissen, dass der Stapel gesägter Stämme, den ich an dieser Stelle immer wieder angetroffen habe, inzwischen verschwunden sein würde. Sonst wäre es mit Stativ sicher zu einem guten Resultat gekommen. Diesmal hat es wohl nicht sein sollen. Bei günstigen Verhältnissen werde ich in ein paar Tagen meine Streifzüge fortsetzen, mit dem Hauptaugenwerk auf Holzoberflächenstrukturen. Ein spannendes Motivfeld, das ich noch lange nicht ausgeschöpft habe.

Frühlingswanderung

Diesen Weg bin ich lange nicht gegangen. Umso schöner war es, die Veränderungen in der Wahrnehmung einzelner Abschnitte zu beobachten. An einem Frühlingstag, an dem die Sonne hinter Hochnebel und Wolken schien, aber immerhin noch eine lichtzeltartige Helligkeit hinterließ. Ein Klima, das viele zu einem Spaziergang angeregt hat. Das sind nur einige Impressionen:
Wanderung im Leukbachtal
Wanderung im Leukbachtal
Wanderung im Leukbachtal
Wanderung im Leukbachtal
Wanderung im Leukbachtal
Wanderung im Leukbachtal

Stimmmige Formarbeit

Ein ziemlich arbeitsintensiver Samstag, der ganz im Zeichen der Holzarbeit stand. Am Vormittag die beiden Armbänder aus Holunder und Eibe, deren Perlen inzwischen schon zum Trocknen bereit stehen. Und am Nachmittag die Fortsetzung der Arbeit von letztem Samstag. Ich hätte nicht gedacht, dass ich die beiden Ostereiformen tatsächlich noch bis zum Abend realisieren kann. Aber die Formen sind schon ziemlich genau, der Rest ist also eine Frage des Schliffs und der formalen Korrektur. Das meiste Material ist aber schon abgetragen, die Form so, wie ich sie mir vorgestellt habe, und auch die unvermeidliche starke Staubentwicklung dürfte bereits hinter mit liegen. Nun hoffe ich, dass vor Ostern noch genügend freie Stunden zur Verfügung stehen, damit ich die Feinarbeit mit Ruhe angehen kann. Letztlich ist eben das Ergebnis nicht unwesentlich von der Seelenqualität mitgeprägt, von der die Arbeit getragen wird. Heute schien mir das alles sehr stimmig.

Klimaabhängige Bedürfnislagen

Bei schönem, wenn auch noch recht kühlen Frühlingswetter macht die Holzarbeit draußen wieder Freude. Mein Eindruck ist, dass die Holzsaison jetzt erst wieder begonnen hat. Jedes Jahr ist da eben anders. Mehrmals habe ich auch das andere erlebt. Dass die Menschen gerade über einen besonders langen und ungemütlichen Winter das Bedürfnis nach Vegetabilem und der symbolischen Wärme des Baumholzes in sich entdeckt haben. Das war für meine Angebote, sowohl die kommunikativen als auch die kunsthandwerklichen natürlich eine günstige Situation. Jetzt greift aber die andere Bedürfnislage, das Erwachen der Vegetation möglichst als Katalysator für den eigenen Neuaufbruch zu nutzen und besonders bewusst zu erleben. Auf der Grundlage rechne ich in nächster Zeit mit einer stärkeren Resonanz auf die zeitlos gültige Baumsymbolik.

Zeit des Weißdorns

Frühes Blattkleid des Weißdorns
Nun ist es so weit, dass der Weißdorn sehr schnell seine fünffingrigen Blätter ausbreitet. Das macht in unserer Landschaft hier schon viel aus, prägt schon ein Stück weit den Eindruck, den man vom Frühling hat. Nämlich als Jahreszeit, die von Licht und Farbe geprägt ist. Vielleicht fällt beides im Frühling stärker ins Gewicht als im Sommer, da der Kontrast zum Wintergrau noch so gegenwärtig ist und die Differenz umso deutlicher ausfällt. Ich freue mich auf helle Tage, in denen u. a. die Bäume wieder ihre ganze Sichtbarkeit und energetische Präsenz entfalten. Wichtig für unser Erleben der Jahreszeit und damit auch für die eigene Befindlichkeit, die nicht unwesentlich von diesem Äußeren der Natur zusammenhängt.

Neue Optimierungsmöglichkeiten bei Fotografien

Die neue RAW-Entwicklungssoftware bringt noch einmal zusätzliche Optimierungsmöglichkeiten. Es ist unglaublich, wie vielfältig sich Bilddateien verbessern lassen, wie viel man aus einer Aufnahme herausholen kann. Von der Belichtung über die Detailschärfe und Farbstimmungen bis hin zum Rauschen. Zunächst ist es noch etwas gewöhnungsbedürftig, da der Workflow innerhalb von Photoshop doch nicht ganz entspricht. Ich kann mir aber vorstellen, dass ich das schnell integriert habe und besonders bei problematischen Aufnahmen, die z. B. unter ungünstigen Lichtverhältnissen entstanden sind, künftig verbesserte Endergebnisse erzielen kann. Das kann vor allem auch bei Oberflächenstrukturen eine Rolle spielen, deren Fein- und Detailstrukturen wichtig für ihre Gesamtwirkung sind. So speziell ist das in der normalen Bildverarbeitung nicht zu beeinflussen. Da freue ich mich richtig auf die nächsten Motivserien in den Bereichen Bäume und Hölzer und auf ihre Nachbereitung.

Schlechte Chancen für die Basisthemen

Es ist schon bemerkenswert, dass mit der Jahreswende eine merkwürdige, seit Jahren so nicht gesehene Stille um die Baumsymbolik eingetreten ist. Fast scheint es, die Menschen hätten die Bäume vergessen. Im Grund konnte ich solch radikale Kehrtwenden in den vergangenen Jahren oft beobachten. Aber letztlich haben die Basisthemen, zu denen ich die Jahreszeiten und die Bäume zähle, eben doch behaupten können. Sollte die Lebenssymbolik der Bäume tatsächlich an Stärke verloren haben? Ich meine nicht, vermutlich ist es eher eine Art Überbeschäftigung und Rastlosigkeit, die daran hindert, zwischendrin zur Ruhe zu kommen. Und das ist eben eine Voraussetzung für die Wahrnehmung natürlicher Prozesse. Gleichzeitig ist das Ruhigwerden auch etwas, das wir aus der Natur heraus neu lernen können. Aber die Aufmerksamkeit auf den Zusammenhang, die muss eben in jedem Fall vorhanden sein. Dafür scheint aktuell die Zeit nicht günstig zu sein.

Bisher ganz gute Sonnenbilanz

Ein Tag mit viel Routinearbeit und wenig Zeit für die Bäume. Selbst der Spaziergang am Mittag fiel wegen des Regens nur kurz aus. Aber für die Wochenmitte ist schon wieder Besserung angesagt. Immerhin ist bis jetzt schon mehr Sonne zusammengekommen als im März des Vorjahres. Also in puncto Licht kann dieses Jahr durchaus schon Fortschritte verbuchen. Von mir aus kann das jetzt so weiter gehen und den Frühling sehr bald schon überall in der Natur sichtbar werden lassen.

Neue Anforderungen für Microstock-Fotografen

Schöner als erwartet war dieser Sonntag beim Wetter, denn die Sonne hat einige lange Phasen abgedeckt und uns erneut Hoffnung auf einen schönen Frühling gemacht. Das das Licht schon eine Rolle spielt, erkenne ich an meiner aktuellen Freude am Fotografieren. Die kommt erfahrungsgemäß ohne gutes Tageslicht nicht so deutlich zum Vorschein. Wenn ich die neu begonnene Serie mit Oberflächen- und Materialstrukturen, bevorzugt bei Bäumen, auf bearbeiteten Holzflächen, auf industriell gefertigten Metall- oder Betonobjekten fortsetzen kann, wird das Portfolio endlich einmal wieder anwachsen. Dieses beständige Arbeiten an frischem Material ist wohl gegenwärtig das wesentliche Erfolgsrezept für Microstock-Fotografen. Denn die Agenturen setzen zunehmend auf größere Fluktuation im immer ausufernder werdenden Angebot. Das setzt die Anbieter quasi unter Druck, sich nicht auf gelungenen Erfolgsfotos auszuruhen, sondern die Produktion nach Möglichkeit zu beschleunigen bzw. kontinuierlich fortzusetzen.

Ein altes Motiv und die Anknüpfung an eine kreative Traditionslinie

Das war tatsächlich das erste Mal seit ungefähr 13 Jahren, dass ich wieder bildhauerisch im eigentlichen Sinne gearbeitet habe. Und dann auch noch mit Holz. Trotz der langen Karenz war es, als ob es sich nahtlos an diese aktive Zeit angeschlossen hätte. Alles ist sofort wieder da, keine Fremdheit, jeder Handgriff wie selbstverständlich. Vielleicht liegt es daran, dass ich ja in all dieser Zeit durchgehend die handwerkliche Arbeit mit Holz fortgesetzt habe, dank meines Wunschbaum-Shop-Projekts. Aber auch der konzeptionelle Teil der Arbeit fesselt mich noch genauso wie damals. Eine ,,alte“ Idee, nämlich die der Kreuzungen, mit denen ich das Material öffne, durch einen Einschnitt in Wachstumsrichtung und einen im rechten Winkel dazu, aber auf der anderen Seite des Abschnitts, beide Schnitte nur bis zur Höhe der Markröhre. Dadurch entsteht, wie bei meiner großen Stauseeskulptur, ein Fenster in der Kreuzungsfläche beider Einschnitte. Deshalb eben Kreuzungen, ein Motiv, das ich auch in den mittelformatigen Arbeiten zur Anwendung gebracht habe. Die Betonung des Kreuz-Aspekts lag im Zusammenhang mit dem bevorstehenden Osterfest nahe. So erhält das bereits in anderen Zusammenhängen und aus anderer Motivation entstandene Motiv eine spezielle Bedeutung. Und ich kann damit an meine alte Tradition anknüpfen, zu Ostern ein Holzobjekt mit österlicher Assoziation zu schaffen. Etwas, das ich mir in den vergangenen Jahren so häufig vorgenommen hatte, das aber immer wieder an anderweitigen Verpflichtungen gescheitert ist. Es ist schön, die wieder aufgenommene bildhauerische Arbeit mit dieser Tradition verknüpfen zu können. Nun hoffe ich, dass ich die beiden kleinen Arbeiten bis zu den Feiertagen auch fertigstellen kann.

Verzögerte Baumblüte

Ein Einundzwanzigster, aber leider ein Tag mit der vorläufigen Abkehr vom Frühling. Nachmittags war es schon fast winterlich, und jetzt sollen sogar wieder Nachfröste kommen. Dabei hatten wir uns schon so auf den Frühling gefreut, etwas zu früh wahrscheinlich. V. ist ganz froh, denn dann kommen die Baumblüten noch nicht so rasch. Die Verzögerung ist deshalb vorteilhaft, da die Bienenvölker um dieses Jahreszeit, zumal sie ohnehin chronisch geschwächt sind, noch nicht sehr stark sind. Je später die Saison beginnt, desto wahrscheinlicher ist ein guter Ertrag. Eigentlich müsste es ab diesem Jahr, von den rätselhaften Verlusten über den Winter einmal abgesehen, wieder für unsere Bienen besser stehen. Denn die Bauarbeiten an der Umgehungsstraße sind endlich beendet und die Landschaft rundherum wird sich allmählich wieder erholen können. Für die Bienen bedeutet das mehr Ruhe und ein Problem weniger, was sie stärker machen sollte.

Lichtgesättigter Frühlingsanfang

Zum Frühlingsanfang wurden wir mit einem wirklich schönen Sonnentag belohnt. An solchen Tagen zieht es mich zum Fotografieren. So war der alte Güterbahnhof erneut mein Ziel, und dort vor allem die Oberflächenstrukturen von Holz, Beton und Stahl. Nicht wirklich berechenbar sind die Wirkungen. Was vor Ort eindrücklich und besonders kontrastreich aussieht, kann im Bild trotz technischer Perfektion doch unattraktiv daher kommen. Umgekehrt erlebe ich das gelegentlich ebenso. So war ich beim Beton heute erfolgreicher als bei dem Lieblingsmotivfeld der Holzstrukturen. Einige gute Aufnahmen sind dennoch dabei, die selbst in der von menschlicher Hand geprägten Oberflächenform und den Veränderungen durch Wind und Wetter immer noch die lichtgesättigte Kraft des Baumes erkennen lassen.
Oberflächenstruktur von Holz

Erste Weißdornblätter

Nachdem ich in den letzten Tagen bereits die Schlehdornhecken aufblühen sah, noch zögerlich und der Konstanz der Temperaturen noch nicht ganz trauend, waren heute erstmals auch an einigen Sträuchern die ersten aufgefalteten Blätter des Weißdorns zu sehen. Das wird dann schon bald dazu führen, dass die Landschaft grüner wirkt. Und bald werden sich weitere Blüten und Blätter anderer Arten hinzugesellen. Dann wird das Licht des Frühlings erst wirklich erfahrbar, wenn es von den Farben der Bäume zurückgeworfen wird und die Jahreszeit mit allen Sinnen erfahrbar werden lässt.

Das Erleben der Baumzyklen

Eigentlich kann man sicher sein, dass der Winter nicht mehr kommt. Auch wenn es ziemlich heftig hin und her geht zwischen Sonnenschein den ganzen Tag über und hochnebeltrüber Frostatmosphäre. Die Tendenz ist doch spürbar und deshalb haben sich auch die Unerschrockenen unter den Pflanzen vorgewagt und ihre ersten Blüten und Blättchen ausgebreitet. In den nächsten Wochen wird es sich dann beschleunigen, bis irgendwann, meist über Nacht, der Frühling angekommen ist. Jeder kann das dann wahrnehmen, vor allem wegen des Kleids, in dem sich die meisten Bäume zeigen. Die Jahreszeiten durch die Wahrnehmung der Bäume zu erkennen, ist tatsächlich eine Konstante unserer Breiten, die ich nicht missen möchte. Deshalb könnte ich mir auch schlecht vorstellen, in baumlosen oder an Bäumen armen Regionen zu leben. Es fehlte mir dann ein wesentliches Stück Heimatkultur, das im Erleben der Baumzyklen für mich erst greifbar wird.

Entdeckungen in der Nähe

Wieder ein wirklich frühlingshafter Tag. Aber es wird nicht konstant so weiter gehen. Die Bäume halten sich entsprechend mit ihrem Blühen noch zurück. Lediglich bei einer Zierkirsche und vor allem bei den Schlehen habe ich den Beginn der Blüte beobachten können. Ein paar weiße Tupfer in der ansonsten noch recht farblosen Landschaft. Das Licht jedenfalls ist an solchen Tagen ideal zum Fotografieren. So entdecke ich auf den kurzen Mittagsspaziergängen sogar in unmittelbarer Nähe immer wieder neue Ecken und darin befindliche Motive, die mein Portfolio erweitern. Vor allem Materialstrukturen und -oberflächen finde ich finde ich immer wieder spannend. Mal sehen, ob ich die großen leeren Kabelrollen symbolisch in Szene setzen kann. Die plastische Wirkung dieser Rollenensembles am Güterbahnhof ist enorm. Es wird aber auf die spezielle Perspektive und die Komposition ankommen, wenn es darum geht, eine über das Objekthafte hinaus gehende Bedeutung zu erzeugen.

Vielfältige Baumwelt

In dem Fall war ich leider nicht zur richtigen Zeit am richtigen Ort. Bei verschiedenen Mittagsspaziergängen hatte ich ja in der Vergangenheit schon das Glück, Forstleuten bei der Arbeit zu begegnen oder frisch geschnittene Stamm- oder Astabschnitte am Wegesrand zu entdecken. Darunter waren gelegentlich echte Raritäten, die man sonst einfach nicht findet. Ich denke etwa an die Maulbeerbaumabschnitte beim Schloss in D., das ich just zu der Zeit aufsuchte, als Arbeiter dabei waren, zwei alte Maulbeerbäume zu sanieren. Oder an die Abschnitte des Trompetenbaums und eines Weißdornstrauchs im vergangenen Jahr, ganz in der Nähe. Das waren Begegnungen mit neuen, mir bisher noch praktisch nicht bekannten Holzarten und damit mit den Eigenarten der Bäume, von denen sie stammen. Es ist schön, auch auf die Art das Spektrum zu erweitern, immer mehr Facetten der großen und vielfältigen Baumwelt kennenzulernen.

Eine individuelle Linie

Die Sonnenbilanz kann phantastisch in diesem Monat eigentlich nicht mehr werden. Dazu hätte das Hochdruckwetter anhalten müssen. So wird es wohl noch einige Tage vor sich hindümpeln und hoffentlich wenigstens gemischt weitergehen. Ich gehe dennoch von einem mindestens durchschnittlichen Ergebnis am Ende des Monats aus. Das ist gut für die Ökostrombilanz und auch gut für die Gelegenheiten, den jetzt immer häufig anzutreffenden Frühlingsregungen der Bäume und Sträucher fotografisch auf die Spur zu kommen. Die Technik ist gut vorbereitet und mein Spektrum ist noch einmal um einiges gewachsen. Jetzt benötige ich nur noch möglichst viele Gelegenheiten. Und natürlich inspirierte Momente. Auch wenn es von erfolgreichen Microstock-Photographen gebetsmühlenartig wiederholt wird, ist doch etwas daran. Der Erfolg im Sinne eine guten Resonanz hängt sicher wesentlich von einer eigenen Handschrift ab. Man muss eine individuelle Linie nicht nur finden, sondern auch beibehalten. Die kann durchaus eine vielfältige Natur haben, sollte aber dennoch unterscheidbar bleiben. Nähe betrachtet kann ich für meine Arbeiten durchaus eine solche Linie erkennen. Mein Motivspektrum ist aber zurzeit noch so weit, dass es vielleicht im Überblick nicht so deutlich wird. Dieser spezielle Blick auf die Dinge, die Auswahl von Motiven, die Vorliebe und das Umgehen mit bestimmten Lichtverhältnissen sind eben doch bei jedem anders. Und einen Blick für Fotos, die Gestalter auch tatsächlich verwenden können, glaube ich mein eigen nennen zu dürfen. Vielleicht schaffe ich es, künftig die Linie ein wenig plastischer herauszuarbeiten.

Table-Top für lichtarme Zeit

Schade, ich bin gerade wieder in Fotografier-Stimmung. Und jetzt soll die Sonnenphase vorerst einmal wieder zu Ende sein. Mit wenig Licht ist es schwieriger, bei der Motivsuche erfolgreich zu sein. Natürlich könnte ich auch die alte Tradition der Haushaltsmotive erneut aufgreifen und mich mit Table-Top auseinandersetzen. Gut inszenierte Situationen können durchaus attraktiv sein. Einige gut gelungene Beispiele sind seit Jahren Bestandteil meiner microstock-Portfolios. Eine Möglichkeit, die Zeit sinnvoll auszufüllen, in der die Bäume ihr Grün noch nicht entfaltet haben und von Blühen und Fruchten noch nichts wissen wollen. Schade nur, dass man dabei auf künstliches Licht angewiesen ist. Ein Thema, das ebenfalls einigen Erfindungsreichtum und am besten zusätzlich eine gute Beleuchtungsausstattung voraussetzt.

Mehr Social Media-Präsenz

Auf meinen verschiedenen Social-Media-Kanälen sollte ich künftig einfach mehr posten. Ich sehe, dass das durchaus gelesen und geschätzt wird. So ist auf der Facebook-Seite zum Wunschbaumprojekt in letzter Zeit wenig geschehen. Die Möglichkeit, z. B. neue Baumfotografien zu veröffentlichen, habe ich aber öfters, vor allem wenn neue Arbeiten von fotolia, iStockphoto oder dreamstime akzeptiert wurden. Das werde ich wohl regelmäßiger praktizieren, zusätzlich zum täglichen Baumwp_posts und den Aktivitäten rund um den Wunschbaum-Shop.

Foto-Optimierung

Vielleicht kann ich künftig aus meinen Fotos noch mehr herausholen. Auf die Konvertierungssoftware, die so häufig gelobt wurde, bin ich sehr gespannt. Zwar habe ich in der Entwicklung der RAW-Formate schon einige Übung, aber zusätzliche Korrekturen je nach Kamera-Objektiv-Kombination sind natürlich eine prima Sache. Vor allem interessant scheinen mir die Optimierungsmöglichkeiten hinsichtlich Rauschen und Helligkeit, mit die beiden größten Problembereiche. Wenn das schon beim Entwickeln verbessert werden kann, ist das sicher eine gute Grundlage für die weitere Bearbeitung. Aber natürlich bleibt es wesentlich, wie das Ausgangsmaterial aussieht, denn die Qualität eines Bildes lebt vor allem von dem tatsächlichen Licht, der Situation, der Motivwahl und allen anderen Faktoren, die eine Entscheidung oder ein sich Einlassen auf die jeweilige Situation erfordern. Die Software kann nur das Beste herausholen. Das könnte gerade auch bei den von mir zurzeit so geliebten Oberflächenstrukturen, aber auch bei Baum- oder Pflanzenmakros mit zartem Bokeh von großem Nutzen sein.

Kommunikationsfördernd

Die strahlenden Tage erscheinen mir fast unwahrscheinlich. Damit hatte wohl kaum jemand gerechnet, dass nach dem verpassten Winter eine so frühe und sogar länger anhaltende Sonnenphase kommen würde. Jedenfalls genießen es die Menschen. Selten habe ich bei Spaziergängen so viel Kommunikation erlebt. Eine unmittelbare Folge der so angenehmen Witterung. Während wir in der Arbeitswoche das alles einfach bestaunen und uns freuen, häufen sich jetzt zunehmend die Ideen und Pläne fürs Wochenende, vor allem den Samstag. Gut möglich, dass wir an diesem Samstag die restliche Holzvorräte abtransportieren und die letzte Lücke unseres Brennholzlagers damit auffüllen. Dann kann der nächste Winter kommen, dann auf jeden Fall auch mit Holzofenwärme, die wir irgendwie diesmal vermisst haben. Bei der Gelegenheit kann ich mir auch mal den Status Quo des kleinen Waldes ansehen bzw. was davon noch übrig geblieben ist. Allerdings befürchte ich, dass V. sich nie wird davon trennen können. Auch nicht, wenn kein einziger Baum mehr steht und der Grund vollständig seinen Sinn und Zweck verloren hat.

Faszinierende Nahsicht auf natürliche Strukturen

Aus den Borkenstrukturen, die ich bei der Exkursion gestern eingefangen habe, konnte ich schon einiges herausholen. Einige der Aufnahmen waren knackscharf und sehr detailliert. Dabei bin ich immer wieder erstaunt, wie gut die Bildstabilisierung funktioniert, auch bei Verschlusszeiten, bei denen man unverwackelte Fotos aus der Hand früher für unmöglich gehalten hätte. Sehr spannend finde ich die Ähnlichkeit der Makrostrukturen solcher Baumborken mit Felsoberflächen. Auf den ersten Blick möchte man bei einigen Aufnahmen tatsächlich an zerklüftete Sand- oder Kalksteinwände denken, die Spuren glänzender Quarze oder ähnliches enthalten. In dieser Nahsicht verwischen sich die Eindrücke zwischen pflanzlicher und mineralischer Natur und offenbaren eine hoch aufgelöste Gemeinsamkeit. Es ist vor allem die Differenzierung, die unendliche Vielfalt möglicher Feinstrukturen, die dabei auffällt und fasziniert.

Ausflugslichttag

Das war ein wirklich toller Frühlingstag, an dem sich die vielen Ausflügler wie im Sommer gaben und die Sonne sichtlich genossen. Auch ein schöner Tag zum Fotografieren. Noch nicht ganz die Zeit für Blüten und Blätter, aber im klaren Licht dieser Tage zeichnen sich die Baumrinden mit ihrer faszinierend vielfältigen Oberfläche besonders plastisch ab. Das sind nur vier von zahlreichen Aufnahmen, die ich nach meinen ersten Experimenten mit dem neuen Graufilter, das allerdings ohne Filter, gemacht habe.
Baumrindenstruktur im Frühling
Baumrindenstruktur im Frühling
Baumrindenstruktur im Frühling
Baumrindenstruktur im Frühling

Maulbeerbaum zurückgeschnitten

Bei diesem Supersonnenwetter haben die verschiedenen handwerklichen Arbeiten Freude gemacht. So hat V. gleich drei Fensterlaibungen geplättet, ein Vorhaben, das wir schon lange vor uns herschieben, und ich habe ihm dabei geholfen. Das dürfte das leidige Problem mit den schwitzenden Alufenstern in Zukunft abmildern. Am Nachmittag sind wir dann zum Bienenhaus und haben Bäume geschnitten. V. hatte mir das am Vormittag vorgeschlagen. Ich fand, das ist der ideale Tag für eine solche Arbeit. Außerdem war es höchste Zeit. Bei diesen frühlingshaften Tendenzen sind die meisten Bäume schon sehr weit. Auch der Maulbeerbaum zeigt schon deutlich verdickte Knospen, die nicht mehr lange brauchen. Der Schnitt an diesem schönen jetzt etwa zehn Jahre alten Baum war nicht gerade einfach. Obwohl der Stamm immer noch recht dünn ist und die Äste entsprechend noch schwächer, ist sein Aufbau doch sehr harmonisch und er wirkt sehr ausbalanciert und stabil. So konnte er auch die zweifach ausgefahrene Leiter und mein Gewicht mit seinen stärkeren Ästen bereits tragen. Auf die Art konnte ich auch die ganz hohen Zweige erreichen und den Baum rundherum stutzen, in der Höhe wie auch in der Breite, zudem die vielen quer verlaufenden Seitenästchen, die ihn im vergangenen Jahr fast zu erdrücken schienen. Denn an jedem noch so feinen Ästchen erscheinen später unzählige dunkelgrüne und recht großflächige Blätter. Das ganze bietet dem Wind eine ziemlich große Angriffsfläche. Vielleicht der Grund, warum der Stamm nach einer Seite geneigt ist. Dennoch ein Klasse Baum, der nun auch wieder in Form ist und vielleicht nach dieser Verjüngungskur im Sommer wirklich einmal essbare, weil genügend große Früchte hervorbringt. Im vergangenen Jahr waren die Maulbeeren erstmals sehr zahlreich zu sehen, aber so winzig, dass man sie kaum pflücken konnte. Eigentlich müsste jetzt mehr Kraft in wahrscheinlich weniger Früchte einfließen und ihr Volumen vergrößern. Ich bin gespannt, auch ob das heute der richtige Zeitpunkt für den Rückschnitt war.

Das Mysterium im Wachstum der Pflanzen

Auch beim Weißdorn zeigen sich jetzt schon die Blattknospen von ihrer braunen Hülle befreit. Die feinen Blättchen noch vollständig zusammengefaltet und nach außen hin in der Knospenform zu sehen. Man ahnt, dass sie sich über Nacht auffalten können. Und dann geht man durch die Landschaft und weiß, es ist Frühling. Urplötzlich findet man die Szene mit Tupfern von frischem Grün durchsetzt. Immer dichter wird dann dieses Grün, bis es Wochen später wie selbstverständlich die Hintergrundfarbe der Landschaft dominiert. Die Art von innerer Versenkung und Konzentration der Vorstellungskraft, die Rudolf Steiner empfiehlt, um auf dem Weg zu einer hellsichtigen Wahrnehmung Fortschritte zu machen, ist mir allerdings noch nicht gelungen. Schon allein, weil mir die Muße und Ruhe fehlt, dieses ernsthaft zu versuchen. So ist die Beobachtung dieses wundersamen Wachsens und Sich-Entfaltens der Pflanzen etwas, das ich zunächst noch von der Oberfläche aus angehe, immer ahnend, welches Mysterium sich millionenfach hinter der Lebensgeschichte jeder einzelnen Pflanze verbirgt. Manchmal gelingt es mir, dies in künstlerischen Formen festzuhalten. Es ist dann mit der Gewissheit verbunden, etwas Wesentliches in eine auch für andere wahrnehmbare und verstehbare Form gebracht zu haben.