Regenwasser wird knapp

Gemessen an der Zwischenbilanz verspricht das ein recht sonnenreicher Juli zu werden. Sofern wir nicht wieder eine dieser überraschend radikalen Wetterumschwünge erleben. Zunächst aber wieder Hitze und für uns immer drängender werdende Gießwasserknappheit. Höchstens noch zwei Tage wird das Regenwasser aus dem Becken reichen, dann müssen wir tatsächlich zum Wässern der Bäume und Gießen der Blumen Leitungswasser abzapfen. Vielleicht werden wir aber auch mit einem Gewitterregen beschenkt, der nicht zu heftig, aber doch lang genug ausfällt, dass sich die Becken, Tanks und Tonnen wieder ein Stück weit füllen können.

Garten zwischen Grün, Licht und Wachstum

Der Garten präsentiert sich in diesen Tagen in einer ungewöhnlichen Pracht. Die vielen blühenden Blumen, das intensive und immer noch stärker werdende Grün des Baumlaubs, der Wechsel von Licht und Schatten und die transparenten Bereiche des Blattwerks. Und schließlich die ersten, langsam wachsenden Früchte. Es gibt doch mehr Feigen, als ich zuletzt dachte. Zwar nur an den Endtrieben, aber zahlreich auftretend. Sie sind nur ziemlich spät an. Ob alle noch zur Reife gelangen werden, scheint ungewiss und wird wesentlich vom weiteren Licht- und Temperaturverlauf des Sommers abhängen. Und davon, wie lange der Sommer den Herbst vor sich herschiebt. Vielleicht wird es die letzte Fruchtsaison des Baums werden. Vielleicht werden wir ihn aber doch noch versuchsweise über den Winter retten. Das nächste Frühjahr wird seine Überlebenschancen dann wohl endgültig offenbaren.

Konzentrierte Tage

Ganz gut, so eine zwischenzeitliche Abkühlung, die Pflanzen mögen das, zumal die nächsten Heißwetterphasen im Anzug sind. Viel Wasser benötigen die Blumen dennoch, so dass es mit den Vorräten bei uns langsam kritisch wird. Solche Tage sind für mich selbst produktive Tage, an denen besonders konzentriertes Arbeiten möglich ist. Gerade in Verbindung mit der durch Urlaub verursachten Zurückhaltung vieler Auftraggeber kann sich Kreatives ungebremst entfalten. Und so eine Beschleunigung kann von Zeit zu Zeit recht nützlich sein.

Blumen und Bäume ziehen

Für unseren Problemblumentrog haben wir heute auf dem Kräutermarkt zum Klosterfest doch noch eine Ersatzlösung gefunden. Ein Stock Strohblumen, die sich M. ohnehin schon länger gewünscht hat. Sie hatte auch schon welche zum Trocknen in der Gärtnerei vorbestellt. Dieses ist aber ein lebendes Exemplar, das wir kurzerhand in die Mitte des Trogs gepflanzt haben, als Ersatz für die eigegangenen. Das passt gut, denn die Farbe ist Gelb-Orange, entspricht also ungefähr der vorherigen Bepflanzung. Insgesamt haben die Blumen sehr unter der Hitze der letzten Wochen gelitten. Ich hoffe, sie werden sich jetzt wieder erholen können und wir haben noch viel Freude an dem Blütenmeer und den schönen Farbkombinationen. Ein echtes Phänomen ist der stärkste unserer drei kleinen Gleditschienbäumchen. Dieser schießt immer weiter in die Höhe, ohne dabei allerdings irgendwelche ausgreifenden Seitenäste zu bilden. Der Baum besteht eigentlich nur aus dem dünnen Stamm, der immer länger wird, uns ganz kurzen und zarten Seitentrieben, die nur wenige Zentimeter Länge aufweisen. Keine wirklichen Äste. Das macht es schwierig, ihn weiter zu pflegen, denn selbst der verlängert Stützstab reicht jetzt schon wieder nicht aus, um seine ganze Höhe zu erfassen. Und das Missverhältnis der Höhe zur Dimension des Pflanztopfs wird immer größer. Eigentlich müsste er jetzt in die Erde, daneben eine lange Stütze, dann könnte er sich wahrscheinlich am leichtesten stärken und irgendwann auch selbstständig stabil stehen. Nur auf die Standortfrage wissen wir noch keine Antwort. Es wirkt so wie beim Walnussbaum. Er hat erst einmal einen unbändigen Vertikaltrieb, der lange Zeit eine Stützung erfordert, bis er sich irgendwann zu einem Breitenwachstum bereit erklärt. Beim Ginkgo war das ähnlich. Der hat aber in seinem Stammumfang so gut zugelegt, dass er heute schon ohne Stützt auskäme, ohne beim starkem Wind noch gefährdet zu sein.

Rückblickend lernen

Der Wechsel vom Tief- in den Hochdruck bekommt mir wesentlich besser als das Umgekehrte. So lebe ich bei der Rückkehr der Hochsommerphase richtig auf und kann die Bewegung in der Sonne ganz gut vertragen. Merkwürdig, dass dieser Sommer für mich eher von den Bäumen und anderen Pflanzen des Gartens und der unmittelbaren Umgebung geprägt ist. Die weitere Landschaft zieht mich in diesem Jahr weniger an. Die Arbeit mit verschiedenen Hölzern scheint in 2015 nicht gerade ihre Hochphase zu erleben, jedenfalls kann ich mich an wesentlich intensivere kunsthandwerkliche Auftragslagen erinnern. Wie immer ist auch dieser Eindruck bedeutungsvoll und lenkt die Aufmerksamkeit in andere sonst weniger im Fokus stehende Richtungen. Im Großen und Ganzen kann solche Abwechslung bereichernd sein. Am interessantesten ist das Verstehen des irgendwann im Rückblick erkannten Sinns. Wenn man alles immer schon im Augenblick des Erlebens verstehen würde, hätte das auf unser Lernen sicher ungeahnte und kaum vorstellbare Auswirkungen.

Imkerhoffnung

Im letzten Jahr gab es jetzt noch Waldhonig. Bisher ist davon allerdings noch nichts in Sicht. Ohnehin ist es immer ein Glücksfall, wenn die Nadelbäume am Waldrand honigen, ein Fall, der bei uns nur alle paar Jahre vorkommt. Wünschen würde ich es V., der nach dem ganz ordentlichen Ertrag aus der Brombeer- und Esskastanienblüte wieder neue Hoffnung geschöpft und Pläne für die kommende Saison geschmiedet hat. Mit der Behandlung gegen die Varroa will er diesmal deutlich früher beginnen. Möglicherweise ist das ja das Geheimrezept und der Grund für die enormen Verluste der letzten Jahre. Nachdem die Völker jetzt wieder so stark angewachsen sind, kommt es ganz darauf an, sie ins nächste Jahr gesund hinüberzubringen.

Blumensorgen

Mit unseren Trogblumen haben wir in diesem Jahr einige unangenehme Überraschungen erlebt. Einige zeigen eine sehr instabile Blüte und damit ein eher unschönes Gesamtbild, andere sind uns während der heißen Tage verdorrt. Und dann ist ausgerechnet die schönste Bepflanzung, nämlich die in unseren schmalen und niedrigen Sandsteintrog, völlig eingegangen. Wir vermuten, dass irgendein unangenehmer Zeitgenosse darüber uriniert hat, was den Boden und damit die empfindlichen Blumen ruiniert hat. Ein Ersatz ist zu dieser Jahreszeit schwer zu finden, so dass wir uns derzeit mit Notlösungen behelfen müssen. Die Bäume dagegen entwickeln sich trotz der Wetterumschwünge prächtig. Besonders der Walnussbaum zeigt sich derzeit sehr wuchsfreudig und holt einiges nach, was er im vergangenen Jahr versäumt hat. Glücklicherweise werden die unteren Seitenäste jetzt auch länger und die Krone damit breiter. In der Höhe hat er mit dem Ginkgo fast aufgeschlossen, aber der Stamm ist noch immer sehr dünn.

Hitzeherbstzeichen

Die Hitze der letzten Wochen hat schon Spuren hinterlassen, die in der Baumlandschaft auf den ersten Blick erkennbar sind. Bäume mit relativ filigranen Blättern zeigen jetzt schon tatsächlich Anzeichen herbstlicher Färbung. So habe ich es heute bei einigen Ebereschen beobachtet, was für die Jahreszeit natürlich absolut ungewöhnlich ist. Normalerweise kommt diese Färbung erst, wenn die roten Früchte bereits ihr knalligstes Orange hinter sich haben und in überreifem Zustand schon in Richtung Dunkelrot-Braun gehen. Zurzeit aber sind sie noch gar nicht richtig ausgereift – und dann die teils bräunlichen Blätter. Also war die anhaltend hohe Temperatur bei trockener Luft doch ein Stressfaktor. Bei einigen unseren Kübelpflanzen, die sonst unempfindlich schienen, haben wir das schon feststellen können. Nun also sind auch einige Baumarten betroffen. Ich hoffe, die moderateren Temperaturen, der zwischenzeitliche Nieselregen und die Gewitterschauern werden auch für diese Arten eine Erholung bedeuten, so dass kein wirklicher Schaden entstehen wird.

Der ruhige Sommer

Noch einmal ein richtig heißer Tag. Ich schätze, das war jetzt der Höhepunkt des Hochsommers. Es wird jetzt moderater weitergehen. Für mich wichtig ist das Licht, die Temperaturen können ruhig niedriger sein. Aber das Sonnenlicht gibt uns allen die Energie und letztlich auch den Eindruck der Jahreszeit. Ich freue mich, in den nächsten Wochen das Grünen, letzte Blühen und beginnende Fruchten vieler Baum- und Straucharten beobachten zu können. Mit dem richtigen Licht werde ich hoffentlich auch wieder meine Fotoserien aufgreifen und das Portfolio der Baumfotografien erweitern. Den „ruhigen“ Sommer würde ich diese Zeit nennen, die voraussichtlich vor uns liegt. Vielleicht der schönste und gelassenste Abschnitt, wenn die sonstigen Umstände passend sind.

Wärmeliebende Gleditschien

Ich hatte es immer schon vermutet. Die Gleditschien sind Lichtbäume. Vielleicht genauer Sonnenbäume, denn bei dieser Hitze gedeihen sie besonders gut. Seit Jahren haben sie keinen so deutlichen Wachstumsschub hingelegt. Zwar immer noch vor allem in der Vertikalen, ohne nennenswerte Tendenzen, Seitenäste auszubilden. Aber doch so, dass man bei den drei stärksten von kleinen Bäumchen reden kann. Bisher konnte angesichts des mickrigen Stammumfangs kaum davon geredet werden. Ausreichend Pflanzerde und viel Licht und Wärme scheint ihnen also gut zu tun. Vielleicht benötigen sie aber auch einen festen Platz in der Erde, den wir ihnen bisher noch vorenthalten haben. Da sie aber die letzten beiden Winter draußen gute überstanden haben, wäre es durchaus ins Auge zu fassen. Wenn wir denn einen lichtreichen Standort finden.

Regenwasser wird knapp

Das habe ich zuletzt richtig vorhergesagt. Heute reichte das Regenwasser nur noch für eine Kanne. Den Rest für unsere Gartenblumen musste ich schon aus unserem Becken schöpfen. V. hat das Rohr ins Becken umgeleitet, auf einen länger anhaltenden Gewitterregen hoffend. Der würde sowohl den Tank wieder etwas auffüllen als auch das Becken. Jedenfalls könnte es in den nächsten Wochen öfter mal knapp werden, bis der Hitzesommer wieder wechselhafter wird und das Wasserproblem geringer. Ich freue mich, dass die Gartenbäume noch keine erkennbaren Schwächen zeigen. Da geht noch vieles aus Reserven und tief reichenden Wurzeln. Deshalb denke ich, wir kommen trotz der extremen Temperaturen diesmal glimpflich davon.

Regen nach der Hitze

Ob es tatsächlich ein Hitzerekord heute war, weiß ich nicht. Vielleicht werden die Nachrichten etwas darüber berichten. Bei uns ist das Thermometer immerhin auf 38 Grad geklettert. Interessanterweise gewöhnt man sich irgendwann daran und es ist dann nicht mehr ganz so belastend. Dennoch freue ich mich auf die ersten Gewitterregen, von denen ich hoffe, dass sie nicht zu heftig ausfallen. An unseren Kübelpflanzen wollen wir nämlich noch weiter Freude haben. Und bestimmte Blüten sind schon sehr empfindlich gegenüber zu viel Nässe oder gar Platzregen. Wie erwartet geht uns langsam das Regenwasser zum Gießen aus. Der Strahl war heute schon deutlich dünner und floss langsamer aus dem Tank. Auch deshalb wäre der Regen ein Gewinn. Ob wir den eigentlich obligatorischen Antikmarkt morgen besuchen werden, lassen wir derzeit noch offen. Es wäre das erste Mal seit Jahren, dass wir ihn nicht sehen. Immerhin, der quadratische Platz ist zu drei Seiten von Bäumen gesäumt, unter denen ein großer Teil der Händler ihre Quartiere aufschlagen. Das wäre eine Zufluchtsmöglichkeit.

Weinprognose

Die Weintrauben entwickeln sich jetzt doch besser als zuletzt vorhergesagt. Nachdem V. die steil nach oben schießenden jungen Zweige entfernt hat, die nur Blätter tragen, haben sich die Nährstoffe mehr auf die fruchttragenden Bereiche verteilt. So sind die Trauben jetzt schon deutlich zu erkennen, noch ganz klein und grün. Aber sie sind nicht spärlich, weder in der Fläche noch in Bezug auf die einzelne Traube bzw. die Anzahl der Beeren. Das sieht eigentlich ganz gut aus. Nur die Qualität hat in den vergangenen Jahren zu Wünschen gegeben. Sogar V. hat das neulich eingeräumt, nachdem Jahrzehnte lang seinen eigenen Wein verteidigt hat. Die Wahrheit ist, dass ihn eigentlich immer schon nur er selbst und andere hart gesottene genießen konnten.

Licht vs. Wärme

Ich glaube, man redet von Hundstagen, muss aber mal nachschlagen, wovon der Ausdruck abgeleitet ist. Das ist schon eine außergewöhnliche Atmosphäre, die am Nachmittag sogar zu einem Stromausfall geführt hat. Ob einfach zu viel Energie umgesetzt wird, bei so ungebändigter Sonnenkraft? Die Bäume haben es in diesen Tagen schwer, überhaupt alle Pflanzen. Denn sogar die Arten beginnen welke Blätter zu zeigen, die sonst sehr anspruchslos sind und vielleicht einmal die Woche gegossen werden müssen. Derzeit wird unser Regenwassertank arg geschröpft. Wenn zwischendurch keine Gewittergüsse kommen, wird uns bei anhaltender Hitze das gesammelte Wasser ausgehen und wir müssen dann, was im Hochsommer immer mal wieder tageweise notwendig wurde, auf Leitungswasser zurückgreifen. Hoffen wir zu Gunsten von Menschen, Tieren und Pflanzen auf einen moderaten, lichtreichen Hochsommer, der es mit der Temperatur nicht übertreibt. Denn das Licht ist es in ersten Linie, was wir so dringend benötigen.

Der Hitze Rechnung tragen

Viele fühlen sich jetzt tatsächlich an den Jahrhundertsommer erinnert. Und wenn man beobachtet, wie sich die Hitze von Tag zu Tag weiter anstaut, ist eine vergleichbare Rekordmarke durchaus wahrscheinlich. Von allem abgesehen, was man Belastendes damit verbinden kann, genieße ich vor allem die Zeitlosigkeit, die von solchen Wetterlagen ausstrahlt. Es ist dann wie zu anderen „Auszeiten“, z. B. während der Fastnachtstage, dass die üblichen Motivations- und Planungsregeln außer Kraft gesetzt scheinen und man sich meist willig den natürlichen Umständen ergibt, was so manches weniger tragisch erscheinen lässt. Ich mag diese Zeiten, weil konzentriertes Arbeiten dann besonders leicht ist, eben weil es von außen eher nicht erwartet wird. Bei einem Verhalten, das der Hitze Rechnung trägt, kann es uns eigentlich besser gehen als den Pflanzen da draußen, die das richtige Gleichgewicht zwischen Verdunstung, Wachstumsstreben und Flüssigkeits- und Nährstoffnachschub finden müssen. Die Bäume sind dabei auf sich alleine gestellt, aber zumindest die Blumen ums Haus herum unterstützen wir dabei tatkräftig.

Omega-Hoch

Interessant, in puncto Sonnenstunden waren bei uns die Monate April, Mai und Juni fast identisch. Auch das wieder ein Beleg für das tendenzielle Verschwinden der Jahreszeiten. Besonders die Frühlingsmonate waren in den vergangenen Jahren besonders Lichtreich, und oft auch der Herbst. Ausgerechnet im Hochsommer mischen sich aber verstärkt lange Regephasen oder wolkenreiches, gewittriges Wetter dazwischen, die sich negativ auf die Lichtbilanz auswirken. So können wir sämtliche Wetterklischees aus Kinderbüchern und Filmschnulzen allmählich vergessen und uns auf die Zuverlässigkeit des Unzuverlässigen einrichten. Dennoch spüren wir dieses Omega-Hoch, wie es die Meteorologen nennen, weil ein kräftiges Hoch von zwei darüber angeordneten Tiefs so eingedrückt wird, dass sich auf der Karte eine Silhouette abzeichnet, die an den griechischen Buchstaben Omega erinnert. Diese Omega-Hochs sollen besonders stabil sein, ein Grund dafür, dass eine Annäherung an den Hitzerekord vom Sommer 2003 durchaus möglich sein wird. Wenn ich die Aufenthalte in der prallen Sonne nicht zu ausgedehnt gestalte, nehme ich diese Wetterlage als sehr anregend wahr. Ich merke, wie sich dieses Ausdehnen des Geistes in Richtung Weltall auch für uns Menschen anbietet, wie es Rudolf Steiner für die kosmische Orientierung der Pflanzenwelt während des Sommers beschrieben hat. Das mit der notwendigen Konzentration auf zahlreiche kreative Projekte zu verbinden, wird die anregende Aufgabe der nächsten Wochen sein.

Brombeersommer

Wenn ich sagen sollte, was zum festen Inventar eines typischen Sommers zählt, dann stünde die Brombeerblüte sicher auf einem der vorderen Listenplätze. Vielleicht ist es nicht die Blüte an sich, sondern das Gleichzeitige von Blüte, Frucht und Blattgrün im harten Licht der Sommersonne, die so faszinierend auf mich wirkt. Beim fotografischen Streifzug bleibe ich deshalb immer wieder an diesen Sträuchern genau um diese Zeit des Jahres hängen und erhalte immer wieder neue und andere Ergebnisse. Das zeigt, wie vielschichtig und tiefgründig dieses Motiv und sein Gegenstand ist.

Brombeerblüte I
Brombeerblüte II
Brombeerblüte III

Walnusslikör ansetzen

Gesagt, getan. Das Super-Sommerwetter musste ich an diesem Sonntag einfach nutzen, um mich auf die Suche nach grünen Nüssen zu machen. Wie erwartet war es schwierig und so musste ich tatsächlich sämtliche erreichbaren Bäume aufsuchen, um letztlich 24 teils noch sehr kleine grüne Walnüsse zusammenzutragen. Und auch das war nur mit extremem Strecken und Herbeiziehen unten liegender Äste machbar. Das Rezept sieht eigentlich ca. 25 Nüsse auf einen Liter Schnaps vor, aber es dürfte so ungefähr hinkommen. Aus dem alten Baumkundebuch habe ich das Rezept noch einmal hervorgeholt:

25 grüne Walnüsse kleingehackt – 1 Vanilleschote – 2 TL Rosinen – 4 Nelken – 1 Zimtstange. Das Ganze mit 1 l Korn ansetzen. Wir verwenden statt Korn einen 40 prozentigen Apfelschnaps. Die Arbeitsschritte habe ich hier im Bild festgehalten:

Walnussbaum mit grünen Nüssen
Grüne Walnüsse
Grüne Walnüsse - aufgeschnitten und gehackt
Walnusslikör-Ansatz

Der Ansatz bleibt jetzt mindestens 4 Wochen auf der Fensterbank in der Sonne, wird dann abgeseiht und mit ½ Liter brauner Rohrzuckerlösung gemischt. Nach einem weiteren halben Jahr Lagerung im kühlen Dunkel haben wir 1,5 Liter frischen Walnusslikör. Ein richtiges Timing, denn der alte wird wohl im Laufe des Jahres ausgehen.

Merkzettel für grüne Walnüsse

Unseren jungen Feigenbaum habe ich heute in Form geschnitten. Die drei unteren Äste sind jetzt weg, so dass die eigentlichen Kronenäste sich besser entfalten können. Ich hatte zuletzt die Befürchtung, dass er sich sonst zu sehr verausgabt und sein Höhewachstum vernachlässigt. Ich denke, den Restsommer kann er nun nutzen, um etwas im Umfang des kleinen Stämmchens zuzulegen und die Kronenäste weiter wachsen zu lassen. An ein weiteres Projekt hat V. mich erinnert, beinahe hätte ich es vergessen: Es ist höchste Zeit, grüne Walnüsse zu pflücken. Sonst Mitte Juni sind sie sie in diesem Jahr erst jetzt so weit, zum Ansetzen von Walnusslikör verwendbar zu sein. Nur einen geeigneten Baum muss ich noch finden. Geeignet heißt, dass er niemandem gehört und dass die Nüsse erreichbar sein müssen. Vor allem letzteres ist meist die größte Schwierigkeit. Leider tragen unsere eigenen Nussbäume schon seit Jahren keine Früchte bzw. fallen die jungen bereits frühzeitig ab.

Gartenbaumentwicklungen

Die Schwüle hat mir heute selbst den obligatorischen Kurzspaziergang über den Damm verleidet. Dabei mögen die Pflanzen dieses Klima sehr. Schade, dass wir ihnen in dem Punkt nicht folgen können. Unsere Kübelpflanzen wuchern derzeit so überschwänglich, dass sie sich gegenseitig Konkurrenz machen. Der Walnussbaum hat einen kräftigen Schuss nach oben gemacht und ist wie immer dem Ginkgo sehr nah auf den Fersen, allerdings ohne ihn wirklich zu übertreffen. Und auch unsere Feigenbaum-Nachzögling wächst kräftig, vielleicht zu kräftig, denn ich musste heute eine Reihe gelber Blätter entfernen. Eine Gegenmaßnahme habe ich schon ergriffen. Er sitze jetzt auf freier Fläche, zwar noch in seinem Pflanztopf, aber doch mit direktem Erdkontakt. Die zweite Maßnahme wäre, ihn zu beschneiden, denn er verzweigt sich schon zu stark. Ein, vielleicht zwei untere Seitenäste werden weichen müssen, um die eigentliche kleine Krone zu stärken und ihn nicht aus der Form geraten zu lassen.

Wenn es honigt

Das war nun wieder ein richtiger Sommertag. Die Jacke war während des Mittagsspaziergangs schon des Guten zu viel, da hatte ich mich an den letzten Tagen orientiert verschätzt. Obwohl die Vorhersagen den Sommer noch nicht in stabiler Verfassung sehen, ist die Tendenz doch abzusehen. Die Bienen mögen dieses Wetter sehr und sind deshalb auch enorm fleißig. Wenn es richtig „honigt“, sagt V., dann können die Waben schon innerhalb 4 Tagen gefüllt sein. Und wenn wenige Tage später die Wachsdeckel drauf sind, kann auch schon wieder geschleudert werden. Die Brombeeren, das konnte ich heute wieder beobachten, haben noch lange nicht ausgeblüht. Immer noch sind zahlreiche verschlossene Blütenknospen an den Sträuchern zu sehen. Das könnte noch so zwei bis drei Wochen anhalten. Und wenn es so schön warm, aber nicht heiß, und ab und zu regnerisch, aber nicht zu nass ist, dann könnten wir an der kleinen Zahl der Völker gemessen am Saisonende mit der Ernte zufrieden sein.

Gegen den unverwüstlichen Feigenbaum

Wenn die Sonne wieder hervorkommt, wie im Laufe des Tages, zieht es uns automatisch nach draußen. Sich im Garten aufzuhalten, ist dann wirklich eine Freude, zumal die Pflanzen das Regenintermezzo ganz gut vertragen haben und daraus sogar gestärkt hervorgegangen sind. Schon regt sich bei V. und M. die Hoffnung, der Feigenbaum könnte, eventuell auch dank seiner aus dem Wurzelstock treibenden neuen Äste, doch noch längerfristig weiterleben. Seiner Unverwüstlichkeit entsprechend könnte man natürlich so denken. Letztlich ist es eine Frage der Ästhetik, wie man sich entscheidet. Die „Stirb und Werde“-Logik wäre auf diese Art auch in unseren Breiten durchaus anwendbar. Aber eine erbauliche Erscheinung kann er so irgendwann nicht mehr aufrechterhalten. So tendiere ich selbst eher dazu, einen Neuanfang zu wagen, wenn der geschädigte Baum über Jahre erkennbare und trotz Sanierungen zunehmend wachsende Probleme hat, sich nach dem Winter wieder neu aufzurichten.

Honigspekulationen

Inzwischen hat sich herumgesprochen, dass es neuen Honig gibt. Und die Interessenten sind ganz wild darauf. Ich fürchte, Vs zuletzt zufriedenstellender Ertrag, gemessen an den wenigen Völkern, die er seit dem Neustart aufbauen konnte, wird unter diesen Umständen sehr bald aufgebraucht sein. Da müssen wir uns wohl vorab einen ausreichenden Vorrat zur eigenen Verwendung zurücklegen. Immerhin, wenn der Regen nachlässt und die Fluglust der Bienen wieder da ist, können wir noch auf einige Wochen Brombeerblüte hoffen, und hoffentlich geeignete Witterung, die weder die Blüten schädigt, noch zu nass, zu trocken oder falsch temperiert ausfällt. Schön zu sehen, dass auch die Pfaffenhütchen bereits Früchte bilden. Sie sind noch ganz klein und vollständig grün. Bis das Purpur herauskommt wird noch einige Zeit vergehen. Und die gelben Samen kommen dann erst viel später, im Spätsommer zum Vorschein.

Ergiebige Brombeerblüte

Die Brombeerblüte habe ich sonst immer mit Hochsommer und wirklich heißen Temperaturen in Verbindung gebracht. Die Blüte ist da wie immer, und es zeigt sich auch diese reizvolle Gleichzeitigkeit von Blüten und Früchten, die sich über einen längeren Zeitraum immer wieder an denselben Sträuchern bilden, bis alle Blüten sich zur Frucht umgewandelt haben. Bei sonnigem Wetter ergibt das klasse Fotos, denn in der Naheinstellung hat so ein Brombeergeäst mit Blüten und Früchten etwas ungemein Dramatisches, mit so vielen komplexen Form- und Farbkontrasten. Es ist gut, dass die Brombeerblüte so langhaltend ist, denn so kann ich die Fotos ab Mitte der Woche bei dann besserem Wetter nachholen und die Bienen können diese ergiebige Weide noch länger nutzen. Es wäre jedenfalls schön und V. zu wünschen, dass nach der ganz ordentlichen Weißdorn- und Robinientracht nun auch ein anständiger Brombeerblütenertrag zu erwarten ist. Die Esskastanien können sich dann gerne noch einige Wochen Zeit lassen, um die Saison so ausgedehnter zu gestalten.

Autobiografiearbeit

Der Regen geht weiter, aber die Wärme ist zwischenzeitlich doch zurückgekehrt – um morgen wieder zu weichen. Wir werden zurzeit stark geprüft zur Zeit des Sommeranfangs und können nur hoffen, dass der bereits da gewesene Sommer bald eine Fortsetzung findet. Eine gute Zeit zum Lesen immerhin, besonders an Sonntagsnachmittagen. Und eine gute Gelegenheit, Dinge zu rekapitulieren, ein bisschen Selbstmusealisierung und Autobiografiearbeit, die von Zeit zu Zeit förderlich sein kann. Bei mir tauchen da unweigerlich immer auch die Bäume auf, die mit meinem Lebenslauf eng verbunden sind und es sich auch immer bleiben werden. Das Baumtagebuch ist dabei die tägliche Minimalverbindung, die auf vielen anderen Ebenen Ergänzungen findet.

Schicksal eines Feigenbaums

Die ersten Ansätze neuer Feigenfrüchte sind jetzt bereits an den Blattnarben zu sehen. Noch ganz winzig natürlich, aber doch erkennbar und zahlreich. Anders als in den Vorjahren ist aber, dass nur die Endtriebe aktiv sind. Die langen, meist sehr dünnen jungen Äste bilden in Richtung des Stamms keine Seitentriebe mehr aus. Ein Anzeichen, dass der Baum keine lange Lebenserwartung mehr hat. Er würde im Extremfall eines sehr kalten Winters, oder wenn der Pilz ihn innerlich so stark geschädigt hat, dass seine Säfte nicht mehr in ausreichendem Umfang transportiert werden können, sicher immer wieder aus dem Wurzelstock ausschlagen, das liegt in der Unverwüstlichkeit seiner Art. Aber eine vernünftige Form wird er jetzt nie mehr erhalten können. Für mich Grund genug, auf das kleine Feigenbäumchen als Nachfolger zu setzen, das wir derzeit in einem Topf heranziehen. Schwer fallen wird es uns in jedem Fall, uns von ihm zu trennen, denn er hat uns einige Jahre viel Freude bereitet und gehörte zum festen Inventar sozusagen unserer Gartenbäume. Dennoch glaube ich nicht mehr daran, dass er sich in diesem Zustand noch wohl fühlen kann. Zu sehr wurde er in den vergangenen 3-4 Jahren gebeutelt, so dass er jetzt wohl an der Grenze seiner Regenerationsfähigkeit angekommen ist.

Kaum sommerliche Zuversicht

Solche Wetterwechsel machen mir nun aber doch zu schaffen. Eigentlich hatten wir uns schon an die Wärme gewöhnt und den Sommer in trockenen Tüchern geglaubt. Und jetzt das. Zwischendurch haben wir schon gewitzelt, dass Weihnachten kurz vor der Tür stehe. Bei dem Temperatursturz und schon wieder auftauchenden Erkältungserscheinungen sind solche Gedanken nicht abwegig. Sollten wir wieder einen dieser unechten, nicht jahreszeittypischen Sommer erleben müssen. Ich hoffe nicht. Auch den Pflanzen würde das nicht gut bekommen, nachdem die letzten wohl dosierten Regenphasen ihnen ganz gut getan haben. Vor allem die Bäume haben dadurch deutlich zugelegt und neue Feuchtigkeitsreserven gebildet. Das war insofern notwendig. Aber den Sommer sollte es nicht permanent beeinträchtigen oder gar unkenntlich machen. Zwei Tage vor der Sommersonnenwende hätten wir eher gute Gründe für sommerliche Zuversicht verdient.

Kreative Baum-Verhaltenheit

Zwar habe ich es mir immer wieder vorgenommen. Tatsächlich aber ist die Erweiterung meines fotografischen Portfolios zum Themenfeld Bäume ins Stocken geraten. Besonders die Holzoberflächen und -strukturen wären ein wichtiges Motivfeld, da nach wie vor besonderer Bedarf danach bei den microstock-Agenturen besteht. Und einen besonderen Blick dafür habe ich allemal. Aber ich benötige eben die Ruhe und mehr Zeit, als mir gegenwärtig zur Verfügung steht. So begegne ich den Bäumen in diesen Wochen vor allem rein beobachtend und reflektierend, nicht verarbeitend und festhaltend. Die Zeit für die kreative Verarbeitung ist vielleicht in diesem Jahr noch nicht gekommen. Und die Verhaltenheit gegenüber den Produkten der Wunschbaum-Manufaktur zeigt mir, dass nicht nur mir selbst es derzeit so geht.

Lebensbaum und Kulturlandschaft

Oh Wunder. Damit hatte ich zuletzt kaum noch gerechnet. Mit geschätzten 3 Jahren Verzögerung soll nun das Waldbuch des Heimatvereins W. tatsächlich erscheinen. Es handelt sich um ein umfangreiches Buch mit überwiegend Fachbeiträgen zu einer nahegelegenen Waldlandschaft, seiner Botanik und Kulturgeschichte. Und es enthält unter anderem einen kurzen Beitrag von mir über den christlichen Lebensbaumbegriff. Der Text ist Element verschiedener literarischer Abschnitte, welche die eher naturwissenschaftlichen Hauptkapitel des Bandes miteinander verbinden. Und da ist der Lebensbaum als archetypisches Symbol durchaus von Bedeutung, wenn es darum geht aufzuzeigen, wie eine Waldlandschaft über Jahrhunderte das kulturelle Empfinden und Wirken einer Region mitgeprägt hat. Ich bin sehr gespannt, wie das Gesamtwerk aussehen wird. Ende des Monats werde ich es bei der Präsentation sehen und hoffentlich die angekündigten Belegexemplare erhalten.

Neue Standortfragen für den Feigenbaum

Mein Vorschlag für den künftigen Standort des neuen noch kleinen Feigenbaums ist bei M. spontan weniger angekommen. Man müsse darüber noch reden. Natürlich ist das eine nicht ganz einfache Entscheidung, und natürlich ist dieser Standort nicht ideal, wenn es ein solches Ideal überhaupt geben kann. Aber die Gartenfläche ist eben begrenzt, da muss man sich solche Dinge sehr gut überlegen, soll es insgesamt gleichgewichtig sein und nicht in Konkurrenz mit den übrigen Pflanzen und dem Grundkonzept des Gartens treten. Licht würde er an diesem Standort sicher genügend bekommen, wenn er einmal über die Weinrebenhöhe hinausgewachsen ist. Nur hätten die Rosenstöcke dort, die Mohnblüten und verschiedene andere niedrige Stauden an der Stelle dann keine Überlebenschance mehr. Der Baum würde andere Pflanzen automatisch verdrängen und wäre auf dem höher gelegenen Beet für uns nicht direkt zugänglich. Als Option möchte ich das aber zunächst im Hinterkopf behalten.

Sieben-Bäume-Armband

Eine ziemlich nervenaufreibende Technikproblematik konnte ich im Laufe des Tages endlich auflösen. So können wir wieder in die kreative Arbeit einsteigen und das laufende Projekt bald zu Ende bringen. Auch anderes liegt noch in der Warteschleife, nur noch wenige Schritte vom Abschluss entfernt. Bei dieser Aussicht bin ich schon zuversichtlicher, bis Ende Herbst vielleicht das geplante neue Armband als Muster anlegen zu können. Denn dafür benötige ich etwas mehr Freiraum, mehr Muße, um den noch auszuarbeitenden theoretischen Hinterbau in kunsthandwerkliche Form zu bringen. Klar ist, dass dabei sieben Bäume in Erscheinung treten. Ob das Armband aber den bisherigen Themenarmbändern ähnelt oder davon deutlich abweicht, habe ich noch nicht festgelegt.