Einer dieser ungemütlich ausgedehnten Winter

Die Sonnenbilanz dieses Monats wage ich schon gar nicht mehr genauer zu verfolgen. Das Dauerdunkel, lediglich tageweise durch längere Sonnenabschnitte unterbrochen, wie z. B. gestern, beschert uns wohl das schlechteste Februar-Ergebnis der letzten sechs Jahre. Es sei denn, die Wetterlage wendet sich und das letzte Drittel des Monats wird deutlich lichtreicher. Die Hoffnung auf einen frühen Frühling und einen frühen Beginn der neuen Vegetationsperiode schwindet damit zusehends. Und damit auch die Chance auf eine gute Ernte bei den Arten, die viel Licht und eine lange Sonnensaison benötigen, allen voran ist das der Feigenbaum. Vielleicht wird das wieder einer dieser nicht enden wollenden Winter, die weniger durch knackige Kälte als durch Dauerregen bei ungemütlichen Temperaturen auffallen. Solange das so bleibt, werden wir weiter mit Holz feuern. Das vertreibt zumindest im Haus die wettertrübe Stimmung beim Blick durchs Fenster.

Geölte Oberflächenveränderung

Die Oberfläche des Walnussbaumschreibtischs zeigt sich jetzt, nach einigen Wochen Benutzung, doch empfindlicher als erwartet. Das Öl ist nun dabei, auszuhärten und erste Kratzer und Gebrauchsspuren sind auf dem recht weichen Holz bereits zu erkennen. Zumindest bei sehr hellem Licht und von der Seite aus betrachtet. Das an sich ist in Ordnung und gehört dazu. Allerdings hat sich an einer Stelle auch eine fleckige Verfärbung gezeigt, die ich mir nicht ganz erklären kann. So als ob dort das Öl verschwunden sei, auch ist es dort etwas rauer als zuvor. Möglicherweise reagiert dieses Öl ja mit der Haut, wenn die Hand z. B. längere Zeit auf einer Stelle ruht und sich Körperwärme überträgt. Ich werde die Stelle wohl noch einmal kräftig einreiben und dann sehen, ob es sich wieder vereinheitlicht. So hat die atmende Holzoberfläche offenbar auch so ihre Tücken. Und die Imprägnierwirkung des Öls seine Grenzen. Die Langzeitbeobachtung wird mir zu einem fundierteren Urteil verhelfen.

Ofenwärmecharaktere

Zu der besonderen Wärme, die Holzbrandöfen ausstrahlen, haben die Menschen ganz unterschiedliche Einstellungen. Eine Besucherin hat gleich nach Betreten des Raums heute ihre Jacke abgelegt, geradezu erschrocken über die „Hitze“. Andere zieht gerade diese wohlige Wärme magisch an. Uns selbst geht’s ja auch so, und auch die Einschätzung, das die Holzofenwärme prima ist für nass-kalte Tage, nicht nur für grimmigste Winterkälte, hat einer unserer Bekannten ebenfalls geteilt. Mit unserem Brennholzvorrat, den wir vor einigen Monaten an einem Tag gesägt und gestapelt haben, werden wir in dieser Saison auskommen. Es wird nicht notwendig sein, etwas nachzuholen. Vielleicht ist ja der Holzlagerplatz dann im Sommer frei für Gartenutensilien und Arbeitsgeräte.

Gedächtnis der Bäume

Auf die wärmeren Tage freue ich mich jetzt schon. Es ist im Winter vor allem die Arbeit mit Holz, die mir die fehlende Wärme, das satte Licht symbolisch zurückgibt, ein Stück weit kompensiert. Holz erscheint mir immer wie kondensiertes Licht, hält den Baum, von dem es stammt, noch symbolisch und energetisch in sich – und damit vieles, was in der jeweiligen Baumart Wesentliches enthalten ist. Ein Grund, warum ich Hölzer so gerne zu tragbaren Formen umwandele. Nicht nur im Winter ist das eine gute Möglichkeit, die Energie der Bäume präsent zu halten, wenn wir ihnen nicht von Angesicht zu Angesicht gegenüber stehen und die Gelegenheit fehlt, ihr Wachstum, die Veränderungen im Lauf der Jahreszeit zu verfolgen. Das Holz hat dies alles wie ein Gedächtnis gespeichert. Das lässt sich im direkten Kontakt mit ihm noch häufig erspüren, besonders wenn die natürlichen Prozesse selbst Gegenstand unserer Gedanken sind.

Lebensholz und Baumseele

Die Vorstellung, zu einer bis zu vorkeltischen Zeiten zurückreichenden Ahnenreihe zu gehören, ist an sich schon faszinierend. Das gilt besonders dann, wenn sich das mit dem Anspruch verbindet, einen exklusiven Zugang zu den Seelen der Bäume zu haben. Auf dieses Thema bin ich auf Umwegen jetzt wieder gestoßen. Vor über 15 Jahren ist es mir erstmals begegnet, auf der Suche nach Literatur und Ideen zum Lebensbaum-Begriff. Dabei ist mir auch der Begriff Lebens-Holz aufgefallen, der von den Dusty Millers aus England geprägt wurde und auf eine ursprüngliche Art der Kommunikation mit den Bäumen verweist. Schwer einzuschätzen sind solche Ideen bzw. Ansprüche, wenn Sie auf einem verbal geäußerten Anspruch aufbauen. Legitim ist es aber auf jeden Fall, sich z. B. in von diesen angebotenen Seminaren zu vergewissern, ob man als Nicht-Mitglied der Familie ebenfalls eine Resonanz verspürt oder aufbauen kann. Das wäre dann eine echte Erweiterung der Erfahrungsmöglichkeiten in Bezug auf das Individuelle der Bäume, das ich mir so gerne aus dem Blickwinkel der Symbolik betrachte.

Zäher Feigenbaum

Eigentlich wäre es heute der geeignetere Tag für die anstehende Holzarbeit gewesen. Aber es stand noch zu viel auf der Aufgabenliste, das vorab zu erledigen war. So werde ich morgen bei fast Frosttemperaturen die Außenarbeit angehen, allerdings nur für ein Objekt, das hält sich dann zeitlich in Grenzen. Auch V. zieht es zurzeit wenig nach draußen. Die wohltuende Ofenwärme der letzten Wochen hat uns da ein wenig verwöhnt, und überhaupt können wir jetzt den Winter auch nicht mehr vertragen, sind kopfmäßig schon auf das Frühjahr eingestellt. Mein Blick richtet sich unterdessen immer häufiger auf die Gartenbäume, die zurückgeschnitten werden müssen. Es ist vor allem der Feigenbaum, der diesmal besondere Herausforderungen stellt und bei dem ich noch keine richtige Idee habe. Sollen wir ihn vollständig zurückschneiden und nur die jungen Wurzelsprosse stehen lassen. Oder soll ich wiederum versuchen, eine Kronenform herauszuarbeiten, mit den noch einigermaßen gesunden Abschnitten. Das wird immer schwieriger, allerdings haben wir den Baum schon öfter totgesagt, woraufhin er einen unbändigen Lebenswillen demonstriert hat und reichlich Frucht trug. Wir werden abwarten müssen, wie weit das Durchhaltevermögen dieses Exoten noch reicht.

Ausgleichssituationen

Wahrscheinlich wird das wieder ein Holzarbeitswochenende. Eigentlich gut und wohltuend nach so viel Bildschirmaktivität, Texten und Gestalten auf anderem Gebiet. Die handwerklichen Arbeiten bringen da einen Ausgleich, der entspannend wirken kann, auch wenn sie zum Teil körperlich anstrengend wirken. Es ist diese Abwechslung oder auch das Vermeiden von Einseitigkeit, die vielleicht ein Schlüssel für gesundheitliche Stabilität und seelische Ausgeglichenheit ist. Jedenfalls in dem Bereich, den wir tatsächlich beeinflussen können. Keine Garantie, aber ein Baustein, der in unserer Hand liegt. Ich wünsche mir für alle, die diese Erfahrung ebenfalls gemacht haben, den Mut und die Konsequenz, solche Ausgleichssituationen immer wieder herstellen zu können.

Die natürliche Resonanz wiedergewinnen

Wieder einer dieser rastlosen Tage, die so gar nicht zu seinem offiziellen Charakter passt. Jedenfalls kann man sich den Beginn der Fastenzeit ruhiger vorstellen. Dagegen steht die Betriebsamkeit der Projekteabwicklung im krassen Gegensatz zur Unwirtlichkeit des Wetters und dem, was die Jahreszeit eigentlich in unsere Biologie einschreibt. Längst haben wir uns von diesem Leben in Anpassung an die natürlichen Verhältnisse abgekoppelt, folgen die Impulse und Aktivitätskurven einer ganz eigenen, selbst entwickelten, kommunikativ und kulturell gesteuerten Logik. Aber dadurch entstehen auch ungesunde Diskrepanzen und wahrscheinlich die eine oder andere Erkrankung. Ich versuche diese Kreisläufe immer wieder zu durchbrechen, mir das Ganze bewusst zu machen und damit das Einzelne zu relativieren. In der Beschäftigung mit dem grundlegenden Charakter der Bäume, genauer mit dem, was sie mit uns gemeinsam haben, gelingt mir das häufig, aber nicht immer. Es ist immer wieder eine Herausforderung, der ich mich im Trubel des Alltagsgeschäfts gerne stelle. Gerade weil ich die Notwendigkeit zu dieser wieder stärkeren Resonanz auf die natürliche Umwelt sehe.

Frühlingsspekulationen

V. und M. vergessen in den letzten Tagen immer wieder, Brennholz nachzulegen. Deshalb ist die Glut immer wieder fast erloschen. Ist das eine Art Vorahnung, dass der Winter nun bald dem Frühjahr weicht. Wenn ich heute hinausblicke, wage ich kaum daran zu denken, so ungemütlich geht diese Fastnachtszeit ihrem Ende entgegen. Schon eher ein Wetter für die Fastenzeit, aber eindeutig noch winterliche Züge tragend. V. hat am letzten Wochenende bereits seinen Nashi-Birnenbaum zurückgeschnitten. Das schien mir etwas früh, immerhin kann bis zum neuen Austrieb noch einiges passieren, inklusive empfindlicher Nachtfröste. Ich denke, für den Feigenbaum, ohne in seinem jetzigen Zustand ein richtiger Problemfall, und auch mit dem Maulbeerbaum werde ich noch einige Zeit abwarten. Am besten so lange, bis sich der Frühling spürbar ankündigt. Danach dauert es erfahrungsgemäß ohnehin noch einige Wochen, bis sich tatsächlich etwas in den frischen Knospen regt. Die meisten Arten sind da sehr vorsichtig und wagen das Knospen erst, wenn sie ziemlich sicher sind.

Ungewöhnliche Rosenmontage

Der wohl verregnetste Rosenmontag, an den ich mich erinnern kann. Dabei haben wir schon sehr häufig sonnige Rosenmontage erlebt. Einer, der mir genau in Erinnerung ist, gerade wegen seiner frühlingshaften Stimmung, ist aus dem Jahr 1996 – jetzt, da ich es schreibe, sehe ich, das sind schon ganze 20 Jahre her, unglaublich. Damals habe ich meine Ausstellung mit Holzskulpturen, die auch damals schon überwiegend Baumskulpturen waren, im Schlösschen abgebaut. Der Kulturabteilungsleiter meinte, das sei ungesund an einem Rosenmontag. Aber für mich war das eine eher meditative Arbeit, so ganz allein und in Ruhe die Skulpturen stoßsicher zu verpacken und abzutransportieren. Ich konnte dabei die schöne Ausstellung und ihre positiven Resonanzen ungestört rekapitulieren. Ein Kontrastprogramm zwar zum turbulenten Fastnachtstreiben, aber gerade deshalb so eindrücklich, dass es mir über zwei Jahrzehnte detailreich im Gedächtnis geblieben ist.

Mit Bäumen weite Bögen spannen

Das geheime Leben der Bäume beschäftigt mich immer noch. Das liegt nicht nur an dem spannenden Thema, sondern daran, dass mir für die Baumliteratur schon seit längerem wenig Zeit bleibt. So habe ich den Bestseller immer noch nicht durch, vielleicht aber bis zum Ende der Fastnachtszeit. An dieser Lektüre schätze ich vor allem die wohltuende Zeitlosigkeit, die von Themen dieser Art ausgeht. Da kann in der sonstige Welt passieren was will, die Bäume spannen mit ihrer Biologie, Geschichte und mit ihrem ganz speziellen Sozialleben, vor allem aber mit den vielen symbolischen Bezügen, die wir selbst im Zusammenleben mit ihnen entdecken und nahezu täglich aktualisieren, einen ganz weiten Bogen, der kurzfristige Entwicklungen überdeckt und eigentlich auch unabhängig von einem einzelnen Menschenleben ist. In diesen Bezügen kommt das Eigentümliche der Spezies und ihrer Arten im Verhältnis zu menschlicher Eigenart zum Ausdruck. Für uns immer wieder ein Anhaltspunkt für die Selbstspiegelung und Selbstvergewisserung.

Die Freude am Unerschöpflichen

Beim Streifzug durch unser Lieblingsgeschäft für Wohnaccessoires hätten wir beinahe ein kleines Bäumchen mit Glitzerzweigen und Glitzer-Boden mitgenommen. Bei solchen funkelnden Gestaltungen, besonders natürlich wenn es um Baumformen geht, kann ich eigentlich nicht widerstehen. Zumal es kein Weihnachtsbaum ist, sondern ein Baumsymbol allgemein, das zu allen Jahreszeiten Gültigkeit haben kann. Letztlich ist die Wahl aber dann doch auf eher österliche Dinge gefallen, dem bevorstehenden Fest geschuldet. Und auch das ist so ein Thema, bei dem sich für mich eine fast kindliche Faszination Raum schafft. Eine Form, wie ich finde, die Jahreszeiten mit ihren Festen bewusst wahrzunehmen und aktiv zu erleben, was sich immer auch an konkreten Formen festmacht. Ich freue mich, wenn es uns – immer wieder und immer noch – gelingt, die Freude am Durchdringen des ebenso Bekannten wie Unerschöpflichen zu pflegen.

Willkommene Ausnahme

Fast alle sind jetzt im Fastnachtsmodus, selbst die, die dem Thema wenig Begeisterung entgegen bringen. Einfach weil sie den Begeisterten begegnen und die sich eben in Ausnahmestimmung befinden. So ist es wie jedes Jahr um diese Zeit: Die Menschen nehmen die tollen Tage als willkommene Ausnahme wahr und freuen sich, dass die Routine einmal ausgesetzt werden kann. Ich finde diese Stillstandzeiten immer sehr anregend, weil man dann so gut beobachten kann. Das Interesse an der Symbolik der Bäume ist interessanterweise auch an solchen Tagen präsent, vielleicht weil man dann einmal Zeit und Muße hat, über Allgemeineres nachzudenken. Gleichzeitig merke ich, dass im Angesicht des Fastnachtstreibens in den Köpfen jetzt schon der Frühling präsent ist. Die Fastnacht quasi als Maßnahme zum Vertreiben des Winters aufgefasst wird. Das ist aber nur deshalb so schlüssig, weil wir diesen milden Winter erleben, der Gedanken an Frühling wahrscheinlicher macht als gewöhnlich Anfang Februar.

Veränderungen bei geölter Holzmöbeloberfläche

Nach einigen Wochen Benutzung kann ich feststellen, dass die Walnussbaum-Schreibtischplatte nicht ganz unempfindlich ist. Verschmutzungen konnte ich bisher nicht feststellen. Das war eine Sorge, da das Holz ausschließlich mit Öl behandelt ist. Aber wenn man es bei hellem Tageslicht oder bei künstlicher Beleuchtung von der Seite betrachtet, dann erkennt man schon erste Kratzspuren, vom Verschieben scharfkantiger Gegenstände herrührend. Das ist eben eine Begleiterscheinung vergleichsweise weicher Hölzer, wie es der Walnussbaum darstellt. Gerade bei dem feinen Oberflächenschliff ist das dann nicht zu vermeiden und ist bei dieser Art der Imprägnierung auch nicht von einer Schutzschicht abgefangen. Hinzu kommt, dass im Laufe der Wochen die natürlichen Unterschiede der verarbeiteten Bretter in punkto Farbe und Maserung noch stärker hervorgetreten sind. Anders bei dem in der Mitte eingefügten Abschnitt aus Birke, der härter und homogener ausfällt. Aber eigentlich gefällt mir das nicht schlecht. Natürlich ein Experiment, mit dieser fast naturbelassenen Holzoberfläche bei einem Gebrauchsmöbel. Aber wenn die Platte einmal wirkliche Gebrauchsspuren zeigt, wird sie authentischer wirken als andere Möbel. Dann wird sie die Anmutung haben, die ich mir ursprünglich vorgestellt habe, wie bei einem uralten verwitterten Möbel, das in seiner Art wie selbstverständlich wirkt, dem man seine Lebensgeschichte quasi ansieht und bei dem sich die Frage nach einer Oberflächenbehandlung gar nicht mehr stellt, da seine Oberfläche durch Alterung widerstandsfähig geworden ist.

Tannengrün adé

Die abgeschnittenen Zweige unseres Weihnachtsbaums waren bis jetzt noch als Wohnungsdekoration nutzbar. Eigentlich hätten sie auch noch länger gehalten, aber irgendwann ist die Stimmung der Weihnacht verflogen und im Angesicht der Fastnachtstage sind eben auch die letzten weihnachtlich anmutenden Dekorationen ausgemustert worden. Erstaunlich, welch gute Qualität dieser Baum hatte. Schon in seiner Funktion als Weihnachtsbaum hat er uns viel Freude gemacht, mit diesem Fliegengewicht – gemessen an der Größe geradezu unglaublich, dem schönen Astaufbau bis in die Spitze hinein und seiner dennoch voluminösen Anmutung. Zudem hat er kaum genadelt und bis auf den Anfang nur sehr wenig Wasser verdunstet. Vielleicht ist uns zugutegekommen, dass dieser Baum nach Aussage des Händlers eigentlich nicht als Weihnachtsbaum gepflanzt worden war. Er wuchs vielmehr wild zwischen den Weihnachtsbäumen und hat gewissermaßen gestört. Das hat mir einen sehr günstigen Preis eingebracht und einen sehr schönen Baum, der so manchem für den Zweck gepflanzten Weihnachtsbaum den Rang abgelaufen haben dürfte.

Winterklischees pflegen

Viel handwerkliche Arbeit an diesem verregneten Spätwintertag. Zunächst als Assistent sozusagen beim Installateur, dessen Arbeitszeit sich auf diese Weise erheblich reduziert hat. Und am Nachmittag in eigener Sache mit dem Holz der Linde, des Apfelbaums, des Kirschbaums und der Stechpalme. Viele Routine, aber bei solchem Wetter eigentlich genau das Richtige. Und wieder stelle ich fest, dass wir mit dem Ofen gerade jetzt viel Freude haben. Es lässt die Nässe draußen vergessen und konserviert uns noch eine Weile das Klischee winterlicher Herdwärme. Auch der Rest der Woche wird im Zeichen handwerklicher Arbeit liegen, im konkreten wie im übertragenen Sinne. Bis dann die Auszeit der Fastnacht kommt, während der die Uhren erfahrungsgemäß ganz anders ticken.

Noch ein bisschen Winter

Unser Ofen schluckt trotz des eher milden Klimas ganz schön viel Brennholz. Dieses Material, überwiegend von unseren eigenen Fichten stammend und sehr, sehr trocken, brennt aber auch wie Zunder. Da benötigt man sehr viel mehr Masse als bei den typischen, ergiebigeren Brennholzsorten. Aber das mag der Ofen und die Wärme ist heimelig. Insofern tut es mir jetzt schon leid, wenn wir im Frühjahr die Ofenbrandsaison wieder beenden. Vielleicht ja auch schon im Laufe des Rest-Winters, wenn es sich konstant in diesen Temperaturbereichen halten sollte. Nur M. freut sich, da kein Ofen auch weniger Reinigungsaufwand bedeutet. Und V., weil er sich am Morgen das Anfeuern spart. Na ja, ein bisschen Winterkälte geht schon noch. Im Kopf ist ohnehin schon Frühling.

Kondensierte Lebenskraft

Wenig Licht zum Ende dieses Januars, aber immer noch mehr als im selben Monat des Vorjahres. So können wir die Sonnenbilanz doch überwiegend positiv beurteilen. In Kombination mit den vergleichsweise milden Temperaturen ein Monat, der eher ins frühe Frühjahr passt, oder in eine Übergangszeit zwischen Winter und Frühjahr. Die Holzofenwärme aus den gut abgelagerten Fichtenscheiten tut uns dennoch gut. Schließlich wird man durch so viel Wettermilde auch verwöhnt, dann erscheinen relative milde Witterung doch unangenehm, wenn der Wind tatsächlich einmal scharf bläst und an manchen Tagen kein Sonnenstrahl durchringt. Mit den Schnee- und Rekordfrostwintern manchen Vorjahres hat das allerdings nichts zu tun. Ich bin froh, diese Ungereimtheiten in der Art, wie sich die Jahreszeiten präsentieren durch meine Arbeiten mit der Baumsymbolik ein gutes Stück kompensieren zu können. Denn die Lebenssymbolik kann bei jedem Wetter hervorgeholt und begreifbar gemacht werden. So können auch andere von der gewissermaßen kondensierten Lebenskraft der Bäume auch in lichtarmen Zeiten profitieren.

Prinzipien des Lebens

Besser und weiter als erwartet ging die Holzarbeit heute von der Hand. Dabei ist die Witterung für diese Arbeit nicht gerade motivierend. Dennoch sind sehr schöne Stäbe entstanden, auf denen sich die übrigen Arbeitsschritte problemlos anschließen lassen. Und eine der Arbeiten konnte ich auch schon abschließen. Eine schöne Abwechslung zum Abschluss der Arbeitswoche. Am Montag geht’s dann weiter, neben allem, was mich über die Bäume hinaus zurzeit bewegt und beschäftigt. Schön, dass sich auch im zeitliche Abstand die „alten“ Themen rund um den Lebensbaum-Begriff wieder als aktuell herausstellen. Und vor allem, wenn ich sehe, dass das Interesse an diesen Themen geteilt wird. Es gibt kaum etwas Aufbauenderes als die zeitlosen Themen, denen politische, gesellschaftliche und kulturelle Moden, Trends und Veränderungen nichts anhaben können, weil sie Prinzipien des Lebens schlechthin betreffen.

Energie der Bäume im Winter

Das war der Auftakt in ein an Holzarbeiten reiches Wochenende. Heute war einmal wieder die Ulme an der Reihe, und morgen folgen 4 weitere Holzarten, zumindest im ersten der verschiedenen Arbeitsschritte bis zur Fertigstellung der Armbänder. Nicht das tollste Wetter für diese Arbeit ist zu erwarten, aber wenigstens nicht eiskalt. Klirrende Kälte ist gerade beim Drechseln nämlich extrem unangenehm, da die Maschine ja auch Wind verursacht und die kalte Luft damit noch kälter wirkt. Morgen also eher Regen und Sturm, aber relativ mild für die Mitte des Winters. Ich freue mich auf diese Holzarbeit, nachdem der Januar auf dem Gebiet eher dünn gesät war. Vor allem auf die Arbeiten drinnen, wenn ich in Abwesenheit der lebenden Bäume allein auf ihre Symbolik und die Energie ihrer Hölzer konzentriert sein kann. Wie ich finde, die beste Form, im Winter mit der Energie der Bäume in Kontakt zu treten.

Kultur und Kosmos

Die Zeit vor Fastnacht, so scheint es mir, hat den immer gleichen Charakter. Ganz unabhängig davon, wie früh oder spät im Jahr die Fastnacht beginnt und wie das Wetter drum herum ausfällt. Denn während wir in diesem Jahr eine Winterfastnacht feiern, fällt sie in anderen Jahren bereits in den Frühling. Für die Menschen ist es aber in jedem Fall eine Auszeit. Wie bei Feiertagen schafft das eine Art Auszeit für ca. zwei Wochen. Eine Woche vorher und eine nachher. Man freut sich gewissermaßen darauf und man genießt die Nachwirkungen. Das Wichtige daran ist wohl die Ausnahme an sich, die Ablenkung und Weblenkung von den Routinen des Alltags. Ich glaube, viele brauchen diese Ablenkung, und Feiertage, Festzeiten allgemein sind eine willkommene Gelegenheit. Interessant, dass auch die Zeit, zu der uns das vergönnt wird, von kosmischen Konstellationen bestimmt wird. Interessant deshalb, weil es schließlich um Kultur geht, Kultur in Abhängigkeit der Sterne. Denn das Osterfest wird zeitlich vom ersten Vollmond im Frühjahr definiert. Entsprechend richtet sich der Beginn der Fastenzeit und die davor liegende Fastnacht aus. So ist unsere Wahrnehmung kultureller Traditionen oft von den anderen Planeten bestimmt, die nicht nur die Wachstumszyklen der Bäume und aller Pflanzen beeinflussen, sondern auch unser Leben mit der Natur und unsere eigenen kulturellen Ausdeutungen.

Wahrnehmungsschwerpunkte des Baumlebens

In jüngster Zeit werden die Besuche meiner Wunschbaum-Seiten wieder zahlreicher. Ich lese das ab an der Zunahme von Kommentaren, an Rückmeldungen verschiedenster Art. Ich glaube, das liegt weniger am Winter – auch möglich, wie in den beiden letzten Jahren mit richtigem Winter – vielmehr in diesem Jahr an der Erwartung des Frühlings. So gibt es Jahre, in denen die Winterperiode dominant bleibt, auch in der Erinnerung, und andere, die durch den Sommer im Gedächtnis bleiben. Diesen Winter können wir eigentlich vergessen. Er war weder durch die Abwesenheit der Bäume präsent noch durch ihre Betonung, etwa durch malerische Schneebepuderungen. Es war und ist noch ein Winter, in dem die Bäume sich ganz zurückgezogen haben und nur bei expliziter Beobachtung, etwa beim Fotografieren, ins bewusste Menschenleben zeitweilig zurückgekehrt sind. Das muss wohl auch einmal sein, immer damit verbunden, dass ein anderer Abschnitt des Lebenszyklus in den Vordergrund rückt. Wird es diesmal das Frühjahr mit seinem ersten Grünen und Blühen sein. Oder wird statt des vegetativen Anfangs die Hochzeit des Wachstums im Sommer, oder das Fruchten im Herbst den Wahrnehmungsschwerpunkt bilden. Jetzt ist es noch zu früh, dazu eine Prognose abzugeben. Nur die Ruhezeit können wir wohl ausschließen.

Schwieriger Wärmehaushalt

Nun müssen wir schon die Türen weit geöffnet lassen. Eigentlich ist es für das Heizen mit dem Holzbrandofen schon zu mild draußen. Das wirkt sich dann schon auf die Wahrnehmung des Heizniveaus im Inneren aus. Auf einmal merkt man, dass die Raumtemperatur ein angenehmes Maß übersteigt. Grund, den Ofen auf Sparflamme brennen zu lassen, was nach unten natürlich gewisse Grenzen kennt. Schade eigentlich, denn wenn zwischendurch richtig frostige Tage kommen, weiß man gerade diese wohlige Holzofenwärme sehr zu schätzen. Der ständige Wechsel macht dann weniger Freude, weil man es nicht mehr vernünftig zu regulieren weiß, und wie warm man sich anziehen soll u. s. w. Eine weitere Erscheinung in der Kette der skurrilen Wetterkapriolen, die uns der Klimawandel beschert.

Zur Eigendynamik von Publikationserfolgen

Es ist interessant, dass sich selbst bei weniger an Baumthemen Interessierten die aktuellen Bestseller der populärwissenschaftlichen Baumliteratur herumgesprochen haben. Tatsächlich sind der Bildband mit den Fotografien von C. A. und das Buch über die neueren Erkenntnisse zum Sozialleben der Bäume von P. W. in den Buchhandlungen allgegenwärtig und werden stark beworben. Und wie das so ist. Wenn eine Aufmerksamkeit, gemessen an höheren Verkaufszahlen einmal vorhanden ist, schließen sich auch andere Medien an. Dann tauchen die Autoren auch in Talkshows auf, werden verstärkt zu Vorträgen eingeladen, avancieren zu gefragten Experten zum Untermalen von Fachartikeln zum Themenfeld. Aus den Interviews mit solchen Bestseller-Autoren ist dann auch häufig spürbar, wie sehr sie selbst von ihrem Erfolg überrascht sind. Meist steht eine Leidenschaft am Anfang, die sie dazu gebracht hat, sich sehr intensiv auf die eine oder andere Art mit dem Thema zu beschäftigen. Wenn dazu der Wunsch kommt, mit den eigenen Entdeckungen und Erkenntnissen in die Öffentlichkeit zu treten und sie zu teilen, kann daraus auch eine Verstärkung erwachsen. Das Interesse anderer beflügelt die Publikationen und deren Autoren. Da stehen plötzlich Themen im Raum, die in derselben Form vielleicht lange keine Beachtung gefunden haben. Das ist schön und gut, da es das Denken in Bewegung hält und die Beobachtungsfähigkeit schärft. Ich gönne solchen Autoren den Erfolg und wünsche ihnen gleichzeitig, dass sie an ihrem Thema daran bleiben und mit derselben Leidenschaft weitermachen, die sie ursprünglich bereits motiviert hat.

Fotoarbeiten im Winter

Einige Fotoarbeiten für laufende Agenturprojekte haben mich in den letzten Tagen zwischen der Entwicklungsarbeit beschäftigt. Dabei bin ich erstmals seit Jahren während der Weihnachtszeit nicht mehr dazu gekommen, das Grußkartenmotiv für die kommende Saison festzulegen bzw. eine Vorauswahl zu treffen. Höchstwahrscheinlich wird es eines der Faltengelbilder sein, die ich in unterschiedlichen Konstellationen variiert habe. Dabei sind die Varianten mit den erkennbaren Zweigenden des Weihnachtsbaums sicher die geeignetsten. Diese Details werde ich wohl erst im Laufe des Frühjahrs klären können. Und dabei ist dann auch einiges Material durchzusehen, dass in den letzten Monaten entstanden ist. Landschaft, Nahaufnahmen mit Schwerpunkt Baum und Holz, auch einige Innenraumobjekte, die sehr schöne Illustrationsvorlagen bieten könnten. Ich warte eigentlich darauf, dass das zunehmende Licht draußen die Freude an diesem Lichtmedium erneut entfacht. Dann gehen Auswahl und Bearbeitung umso leichter von der Hand.

Winterliche Überlebenschancen

Eine gute Arbeit für diesen eher ungemütlichen Wintertag waren heute die Perlen aus Atlas-Zeder. Dabei ist die nasse Kälte knapp oberhalb des Gefrierpunkts fast unangenehmer als richtige Kälte, zumal wirklich kalte Luft meist mit offenem Himmel und viel Licht verbunden ist. Dieser knackig kalte Winter ist uns in diesem Jahr nicht vergönnt, die Tage mit viel Sonne scheinen schon vorbei und wieder sind mildere Temperaturen vorhergesagt. Da mache ich mir kaum Sorgen, dass die kleinen Gleditschien im Garten Schaden nehmen könnten, vor allem die stärkste der drei, die im letzten Sommer auf über 2 Meter emporgeschossen ist und erstmals direkt im Erdreich wurzelt. Bei Dauerfrost hätte das u. U. kritisch sein können. Aber so müssen wir wohl nur um die Verfassung der besonders kälteempfindlichen Arten bangen. Schwer zu sagen, ob der Feigenbaum noch mal eine Chance erhält. Ich will im Frühjahr, vor dem ersten Austreiben, auf jeden Fall besonders aufmerksam sein, um den richtigen Zeitpunkt für den Rückschnitt abzupassen. Mit einer Radikalkur könnte er vielleicht von den noch stabilen Teilen des Stamms aus einen Neuanfang schaffen. Schwierig wird die Entscheidung allemal sein, welchem Teil des schier unverwüstlichen Baums der Vorrang zu geben ist.

Wärmender Zedernduft

Nun habe ich es doch wieder erlebt. Diese unangenehme Holzarbeit bei Minustemperaturen, die man nur eine kurze Zeit überstehen kann. Glücklicherweise ist das nur ein erster Arbeitsgang bei der Umsetzung meiner kunsthandwerklichen Projekte. Da mir die Kanteln für die aktuell angefragte Holzart aber ausgegangen waren, musste ich vor dem Drechseln erst noch neue Kanteln sägen. Also ein etwas längere Außeneinsatz, nach dem ich mir erst wieder die Finger auftauen musste. Die Feinarbeit des Sägens, Bohrens und Schleifens wird morgen im Warmen stattfinden können. Schön, nach längerer Zeit einmal wieder mit der Atlas-Zeder arbeiten zu können. Die wunderbar duftenden ätherischen Öle, die sie verströmt, lassen mich an die warme Jahreszeit denken und bilden einen schönen Ausgleich zum Frost, da sie Wärme und Energie implizieren. Es scheint so, dass sich das während der Arbeit auch überträgt.

Wechselhafte Wahrnehmungen im Winter

Morgen startet für mich die neue Saison in der Wunschbaum-Manufaktur. Das ist einer der Winter, welcher die Bäume weiter aus dem Bewusstsein weg rückt. Ganz anders als die beiden vorherigen Jahre, in denen die Sehnsucht nach Grün, nach der einzigartigen Lebenssymbolik der Bäume stärker, sogar besonders intensiv wahrnehmbar war. Für mich ist diese Arbeit an der Symbolik der Hölzer insofern ein Gradmesser für die globale Stimmungslage. Das sagt einiges darüber, was die Menschen gerade bewegt und wovon sie sich tendenziell weniger beeindruckt sehen. Das Schöne: Die Bäume sind auf lange Sicht immer präsent, wenn auch nicht immer im Fokus. Sie gehören zu den Wesen, deren vielfältige Bedeutung für den Lebensalltag niemals verschwindet, nur mehr oder weniger bewusst verarbeitet wird. Gegen diese Strömungen zu arbeiten macht gar keinen Sinn, ich sehe die Symbolarbeit eher als einen Verstärker, als eine Möglichkeit, etwas zu akzentuieren, das damit besser greifbarer und handhabbarer wird.

Wohlige Fichtenholzwärme

Die Wärme des Holzofens tut uns wirklich gut. Eine richtige Entscheidung und die richtige Zeit, den Ofen anzuwerfen. Ich schätze, dass die nächsten Wochen vergleichbares Wetter bringen. So lässt sich die richtig kalte Jahreszeit ganz gut überstehen. Ich hoffe, die Wärme wird sich bald auch in die entlegeneren Winkel des Hauses ausgebreitet haben. Zumindest einen großen Vorteil hat das Fichtenholz, das gegenwärtig den größten Teil unseres Brennholzvorrats ausmacht: Es erzeugt in kurzer Zeit große Hitze. Nur hält es eben nicht so lange an wie Obsthölzer, Eiche oder Buche. Was soll‘s, es sind die Relikte unseres ehemaligen kleinen Privatwaldes. Ganz schön, wenn man weiß, wo das Material herkommt und man sogar einen persönlichen Bezug zur Energiequelle hat.

Der erste Holzbrand

Die anhaltenden Minustemperaturen haben uns nun doch veranlasst, den Holzofen in Gang zu setzen. Der erste Abend mit wohliger Holzbrandwärme. Anders als zu Beginn der letzten Saison hat der kalte Ofen anfänglich kaum unangenehme Gerüche verströmt. Ich bin sicher, an diese wohlige, so ganz andere Form der Heizung werden wir uns wieder schnell gewöhnen. Auch wenn nicht sicher ist, ob der Frost anhält und wir nicht im Gegenteil erneut in Richtung der zehn Grad plus tendieren, werden wir wohl eine Weile dabei bleiben. Der schamottierte Ofen lässt sich nach seinem Umbau ja auch ganz gut steuern, so dass bei weniger klirrender Kälte auch mal auf Sparflamme gebrannt werden kann. Der im Sommer angelegt Brennholzvorrat wird so nicht ganz umsonst gewesen sein.

Kultur prägende Jahreszeiten

Das Thema Holzofen ist für diesen Winter noch nicht vom Tisch. V. hat das heute nochmal angesprochen, aber es regen sich nach wie vor Widerstände von anderer Seite. Ich bin eigentlich dafür, wenn es jetzt längere Zeit bei diesen Frosttemperaturen bleiben sollte. Wenn nicht jetzt, wann dann. Und Diskussion und Aufwand in Sachen Brennholzvorrat hatten wir in den Vorjahren wahrlich genug. So steht ein für Jahre reichender Vorrat einer Nicht-Verwendung gegenüber. Irgendwie verrückt. Aber wahrscheinlich einfach nur eine Folge des Klimawandels. Dabei machen mir persönlich die milderen Winter weniger aus als die unberechenbaren übrigen Jahreszeiten. Es ist eigentlich das Chaos in den warmen Phasen des Wachstums, die uns besonders stark irritieren und den Glauben an das kulturell tradierte Empfinden der Jahreszeiten verwässern. Ich kann mir noch nicht ausmalen, welche Folgen das auch für die Alltagskommunikation und unser Umgang mit Symbolen des Natürlichen haben wird.