Natur als Gesprächsgegenstand

Gut, das war jetzt noch nicht wirklich die Wende zum Sommer. Nach einigen ganz erfreulichen Phasen tagsüber, ist der abendliche Eindruck wieder eher novemberlich. Wenn die uns umgebende Natur, im Garten und darüber hinaus, im Alltag so häufig Gesprächsgegenstand wäre, wir könnten die Freude am jahreszeitlichen Wechsel unserer gemäßigten Breiten verlieren. So leben wir weiter von der Prognose sich doch endlich stabil entwickelnden Sommerwetters, bei dem wir Schutz unter Bäumen vor gleißendem Sonnenschein suchen, und nicht unter Regenschirmen vor allzu viel Nass.

Zwischen Heilpflanzen und Gartenbäumen

Unser Horizont in Sachen Pflanzenwelt erweitert sich immer wieder. Jetzt haben wir die Ale Vera für uns entdeckt. M. ist ganz begeistert von der Pflanze, vor allem wegen ihrer tatsächlich spontanheilenden Wirkung auf Hautverletzungen. Eine der Wahrheiten, die keine Gerüchte sind, wie sie gleich beim ersten Test feststellen konnte. Gleich haben wir eine Reihe von jungen Exemplaren aus der Nachbarschaft erhalten und in verschiedene Pflanztöpfe verteilt. Jetzt sind zum einen unsere letzten Vorräte Pflanzerde erneut aufgebraucht und die Frage, wohin mit all den neuen Pflanzen, wird zunehmend drängend und auch zunehmend schwierig zu lösen. Während M. sich für Aloe Vera begeistert, lässt meine Bewunderung für die Entwicklung der Bäume des Gartens nicht nach. Besonders unser Ginkgo erscheint zu Beginn des Hochsommers so kräftig wie nie zuvor und bietet heute schon einen majestätischen Eindruck, beim Blick von unten in die lichte Krone. Auch die Seitenäste haben bereits eine ungeahnte Ausladung. Anzeichen dafür, dass er sich an seinem Standort wohl fühlt und größeres für die Zukunft vorhat. Vielleicht eine Anreiz für seine bäumischen Nachbarn, es ihm gleichzutun.

Gartensommerfeeling

Der Garten nimmt jetzt die dschungelartige Gestalt an, die wir von den letzten Hochsommern gewohnt sind. Das Grün wird täglich dichter, von den Außenblättern der Blumen am Boden, vom üppiger werdenden Laub der Bäume, von den über Drähte geleiteten Weinreben, die hier und da noch Lücken fürs Sonnenlicht lassen und ansonsten das Licht filtern und in hellen Grüntönen nach unten weiterreichen. Gerade im Hochsommer, bei brütender Mittagshitze, ist das eine echte Wohltat. Nachdem wir diese anhaltende Regenphase hinter uns haben, hoffentlich spätestens Mitte kommender Woche, wird sich das Gartensommerfeeling sicher endgültig einstellen. Gut so, nach derart langer Wartezeit und dem Ausreizen sämtlicher Toleranzspielräume.

Zeitlos und aktuell zugleich

Wieder Apfelbaum und wieder Eberesche. Die beiden Hölzer hatte ich gerade erst verarbeitet, allerdings in anderer Konstellation. Jetzt also als Partner-Armbänder, eine Paarung, die wieder einmal neu ist. So kann ich immer wieder neue Variationen vorstellen und konkret abbilden. Das dürfte dem einen oder anderen eine noch bessere Illustration des Angebots sein. Vor allem aber freut es mich, dass das kunsthandwerkliche Projekt auf diese Weise lebendig bleibt und in der Zeitlosigkeit seines Ansatzes dennoch seine je stimmige Aktualität offenbart.

Unsichere Honigsaison

V. macht sich allmählich Sorgen um den weiteren Verlauf der Honigsaison. Nachdem es so erfreulich begonnen hat, ist diese wetterbedingte Flaute jetzt so langanhaltend, dass nicht nur die Robinienblüte ausgefallen sein dürfte. Auch der Beginn der länger währenden Brombeerblüte fällt weitgehend ins Wasser. In solchen Phasen konsumieren die Bienen erfahrungsgemäß ihren gerade erzeugten Honig gerne selbst. Schlecht für unsere Bilanz und für die Kontinuität und Vielfalt der diesjährigen Saison. Vielleicht bringt das Ende der Woche endlich die Wende und versöhnt uns mit diesem seltsamen Sommer, der noch keiner werden wollte.

Falsche Jahreszeit

Nichts Neues widerfährt uns in unserer Wahrnehmung der falschen Jahreszeit. Man könnte sich so von den natürlichen Wurzeln entfremden. Und selbst den am wenigsten Wetterfühligen fällt jetzt auf, dass etwas nicht stimmt. Da hilft auch hoffen schon nicht mehr sehr viel. Mein Trost: Der regengetränkte Blick in den Garten und in Richtung der Baumlandschaft, die zumindest eine Spur tropischer Anmutung in sich trägt und die Gedanken in fremde Welten schweifen lässt.

Untypische Junitage

In normalen Junitagen halten wir uns sehr viel mehr im Garten auf. Bei solchem jahreszeituntypischen Wetter aber zieht es einen weniger nach draußen, zumal auch die Temperatur nicht sehr einladend ist. Wie ich beim Blick durchs Fenster schon sehen kann, entwickeln sich die Pflanzen unterdessen sehr gut. Die Weinreben setzen bereits Fruchtstände an. Man kann die Weintrauben jetzt schon als winzige grüne Kügelchen erkennen. Unser neuer Feigenbaum hat seine Krone ebenfalls schön weiterentwickelt. Noch ein, zwei Jahre, dann wird er sich über die Ebene der hoch geleiteten Weinreben erheben und genügend Sonne tanken können, um ein richtiger Baum zu werden. Ginkgo und Walnussbaum wetteifern wie in den Vorjahren um den Höhenrekord. Interessant ist, dass der Ginkgo bisher immer noch einen Tick höher herausgewachsen war. Es macht aber nicht viel aus. Längerfristig betrachtet, denke ich, hat der Walnussbaum im Vergleich aber keine Chance gegen die für Ginkgos typische Wachstumsform, bevorzugt in der Vertikalen, mit relativ wenigen und nicht sehr raumgreifenden Ästen, die in stumpfen Winkel zur Seite ragen.

Technik ist Mittel, nicht Zweck

Nun waren die technischen Probleme doch nicht so weitgehend, wie ich vermutet habe. Gut so, denn damit sind lähmende Verzögerungen vom Tisch und Ausweich- und Rettungsaktionen nicht notwendig. Verbunden mit etwas mehr Überblick und einigen neuen Erkenntnissen, die für die Planung der technischen Infrastruktur der näheren Zukunft von Vorteil sind. Denn für alle Webprojekte, auch für die, die sich um die Thematik der Baumsymbole und Baumbeobachtungen drehen, sind Brüche immer ärgerlich, wenn es einfach nur um die Darstellung und Vermittlung eigenen Erlebens geht. Die Technik versuche ich dabei für die Vermittlung der Inhalte nutzbar zu machen, ohne sie selbst zum Thema zu machen. Das würde Aufmerksamkeit vom eigentlichen Gegenstand abziehen und einen Teil der Wirkung vernichten. Schön, dass das über den größten Teil der Zeit auch so verwirklicht.

Technische Tücken

Immerhin, seit langem war ich in dieser Hinsicht sehr störungsfrei unterwegs. Doch jetzt sieht es danach aus, dass die Technik ein größeres Problem verzeichnet. Das bedeutet zumindest eine Unterbrechung, im ungünstigsten Fall eine längere. Während das Baumtagebuch davon nicht betroffen sein muss, wird es die übrige Projektarbeit u.U. empfindlich beeinträchtigen. Morgen werde ich mit externer Unterstützung hoffentlich mehr wissen. So etwas kommt immer zur Unzeit. Und man weiß dann auch erst später, ob es irgendeinen übergeordneten Sinn gemacht hat.

Arbeitsstimmung bei Regen

Bei Regenwetter geht alles etwas zögerlicher von der Hand. Dennoch habe ich mein Soll an diesem Handwerkstag erfüllt und die drei Bänder fertiggestellt. Natürlich ist das bei wärmender Nachmittagssonne und sommerlichem Licht wesentlich angenehmer und auch anregender. Immerhin ist die Luft an solchen Tage gut. Und die Aufmerksamkeit ist vielleicht noch ein wenig näher am Holzwerkstück und der Individualität des zugehordneten Baums als sonst, wenn die Gedanken auch mal nach außen schweifen. Vielleicht die richtige Arbeit für diesen Tag, an dem die Gespräche über jüngste Aufräumarbeiten immer noch nicht verstummen wollten und die nächsten ähnlichen Projekte schon angedacht wurden. Zwischendurch habe ich es geschafft, die Bananenstauden zu trennen und die kleinen Schößlinge in gesonderte Töpfe zu setzen. Genau genommen sind es fünf Stauden, verteilt auf drei Töpfe, die drei ganz kleinen wollte ich nicht auch noch verteilen. Ich hoffe, sie werden die Trennung verkraften und sich bei uns im Garten wohlfühlen. Es ist spannend, das Verhalten einer bisher unbekannten Art zu beobachten. Auch wenn sie in unseren Breiten wahrscheinlich nie so weit kommen werden, tatsächlich Bananen zu tragen.

Zwischen Maschinen- und Handarbeit

Mit der neuen Maschine ist das exakte Bohren doch deutlich komfortabler und berechenbarer. Nach dem älteren Verfahren war gerade das eine extreme Herausforderung, die ständiges Variieren und Neujustieren erfordert hat. So kann ich die idealerweise kreisrunden Querschnitte möglichst genau zentrieren, eine der wichtigsten Voraussetzungen für gleichmäßige Ergebnisse. Und auch die stufenlose Verstellbarkeit der Geschwindigkeit des Bohrers ist vorteilhaft. Gerade bei unterschiedlich harten Hölzern, wie heute mit dem Apfelbaum als mittelhartem, der Hainbuche als sehr hartem und der Eberesche als vergleichsweise weichem Holz. Zeit braucht auch das selbstverständlich, nicht viel weniger als zuvor, aber die frei gewordene Energie kann doch für die folgenden Arbeitsschritte aufgespart werden, die dann reine Handarbeit erfordern.

Die wärmende Sonne im Rücken

Es macht Spaß, bei diesem wieder sommerlichen Wetter im Freien zu arbeiten. Die Drechselarbeit am Nachmittag war da genau richtig terminiert, mit diesen wärmenden Sonnenstrahlen im Rücken. Und mit dem zweiten Arbeitsschritt bin ich auch schon gestartet. Dabei habe ich dem Apfelbaum den Vortritt gelassen. Morgen folgen Eberesche und Hainbuche, deren Stäbe sehr schön gelungen sind. Während der Arbeit kann ich dann die nächsten Pläne für offene Gartenprojekte schmieden. Diesen kleinen, seitlich abstehenden Ast des Nachfolger-Feigenbaums habe ich endlich entfernt. Er wäre einer gleichmäßigen Krone wenig zuträglich gewesen. Natürlich nicht, ohne mich zuvor bei dem jungen Baum entschuldigt zu haben.

Garten- und Holzarbeiten

Nun habe ich es zwischendurch doch noch geschafft, die Strohblumen von den zwei kleinen Schalen in insgesamt vier größere Pflanzgefäße umzutopfen bzw. zu verteilen. Jetzt haben die jungen Pflanzen wieder etwas mehr Luft, auch wenn es immer noch zu viele sind. Aber so lange ich nicht weiß, ob überhaupt richtige Strohblumen daraus werden, ist das die einzige Möglichkeit. Die stärksten später zu selektieren, wird zwar auch schwierig. So komfortabel mit frischer Erde ausgestattet, sollte es aber zumindest einen Teilerfolg geben. So warten am Wochenende noch weitere Gartenpflanzaktionen auf mich, u. a. die Bananenstauden auf mehrere Töpfe aufteilen. Die nächsten Holzarbeiten stehen ebenfalls wieder auf dem Plan, mit dem ersten Arbeitsschritt am morgigen Nachmittag. Eberesche und Hainbuche, beide schon länger nicht mehr realisiert, und der Klassiker Apfelbaum, der sich zu einer Art Spitzenreiter entwickelt hat.

Hölzerne Tonröhren

Die Orgelpfeifen aus Holz, es waren die tiefsten Töne der früheren Orgel, sind damals an Interessierte verkauft worden, um mit dem Erlös einen Teil der neuen Orgel zu finanzieren. Nun lagen sie bestimmt drei Jahrzehnte auf dem Dachboden und sind jetzt im Zuge unserer Räumung wieder an die Oberfläche geraten. Mit der Zeit ist aber auch die Faszination daran abhandengekommen, vor allem weil seitdem keine Idee zu ihrer Verwendung oder Umwandlung entstanden ist. Jedenfalls ist es auch bezüglich des Holzes nicht Besonders. Relativ einfache aus je vier Brettern zusammengefügte Tonröhren mit quadratischem Querschnitt und einer Art Ventil am unteren Ende. Schade, aber auch das Material, Nadelholz, ist für mich nicht verwendbar. Deshalb werden sie wohl ein eher unspektakuläres Ende finden und in den Stoffkreislauf zurückgeführt werden.

Am Open Air Arbeitsplatz

P. M. hat mir heute eine Bananenpflanze mitgebracht. Die ist mehrjährig und kann im Topf überwintert werden. Das ist doch mal eine echte Neuheit für unseren Garten. Es wird nur allmählich schwierig, noch einen geeigneten Platz zu finden. So üppig wächst alles bei der Feuchtigkeit und der zunehmenden Wärme. Sollte der Sommer in den nächsten Tage wirklich angekommen sein? So richtig mag man es noch nicht zu glauben. Ich freue mich jedenfalls, wieder regelmäßiger meiner handwerklichen Arbeit am Open Air-Arbeitsplatz nachgehen zu können. Genügend Gelegenheiten dazu sind zurzeit vorhanden. Eine gute Abwechslung zu der ebenfalls intensiven Projektarbeit.

Vielleicht ein Jahr der Pfaffenhütchen

Pfaffenhütchen - Unreife Früchte
Pfaffenhütchen - Blüten

Im Vorjahr waren sie wegen des Rückschnitts durch die Gemeinde sehr stark reduziert und kaum in Erscheinung getreten. Inzwischen aber haben sich die Pfaffenhütchensträucher gut erholt und präsentieren sich in unvergleichlicher Ausdehnung. Nachdem lange Zeit, wie bei so vielen Arten in diesem Frühjahr, nichts von ihnen zu sehen war, sind bei einigen Exemplaren jetzt sogar schon Früchte zu sehen. Die sind parallel zu den Blüten zu beobachten und sind natürlich noch grün. Die phantastische Formung ist aber bereits zu erkennen. Nur in das charakteristische Rosarot haben sie sich noch nicht verwandelt. Es könnte also wieder ein Jahr der Pfaffenhütchen werden. Die im Laufe ihres Vegetationszyklus zu beobachten, ist immer wieder ein spannendes und über Monate sich hinziehendes Vergnügen, besonders wenn man sie bei strahlendem Sommerwetter beobachten kann.

Intensiver Speichertag

Es ist noch unglaublicher als zuvor erwartet, wie viel sich im Laufe von Jahrzehnten auf dem Speicher ansammelt. Das war auch mit vereinten Kräften ein Ganztagesprojekt, das noch nicht vollständig abgeschlossen ist, aber doch zum größten Teil. Gut, dass wir Unterstützung von jemandem hatten, der zeitweise auf dem Wertstoffhof arbeitet und sich mit der Zuordnung und den Regeln dort bestens auskennt. So konnten wir fast alles auf diese Weise entsorgen. Persönlicher und deutlich spannender waren am Nachmittag die Schulhefte und -bücher. Von J. und mir, teilweise auch noch von M., und Schulungsunterlagen und Arbeitsaufzeichnungen von V. Kurze Kurzblicke und darauf bezogene Gespräche, bevor doch das meiste in irgendeiner Kiste oder Tonne verschwand. Einiges aber blieb doch übrig, besonders eindrucksvolle Zeugnisse je persönlicher Vergangenheiten. Und das eine oder andere Streitgespräch über die Frage, ob bestimmte Dinge notwendig, schön oder nützlich genannt werden können, durfte auch nicht fehlen. Mein Holzvorratsarchiv ist jetzt besonders gut zugänglich, noch übersichtlicher und auch etwas reduziert. Die vielen vor Jahren aus dem großen Kirschbaum von Herrn F. herausgeschnittenen Abschnitte habe ich durchgesehen und mindestens die Hälfte als Brennholz deklariert. In abgetrockneten Zustand und bei Licht betrachtet hatten diese Abschnitte nicht die beste Qualität, um weiterverarbeitet zu werden. Und den größten Bedarf danach gibt’s ebenfalls nicht. Jetzt jedenfalls liegt alles nach Arten getrennt zusammenhängend in einem Abschnitt des Raums. Das macht es noch leichter, den Überblick zu behalten und für das nächste Auffüllen meines Reservoirs direkt nutzbarer Kanteln eine gute Auswahl zu treffen.

Speicher – Holz – Erinnerung

Für Anselm Kiefer war es eines der künstlerischen Schlüssel-Motive. Der Speicher als Ort der Erinnerung, mit seinen Geheimnissen und nicht nur positiven Assoziationen. Hausspeicher hatten für mich immer schon eine besondere Anziehungskraft. Nicht nur als Erinnerung und Aufbewahrungsorte, auch als Experimentier- und Entdeckungsgelegenheiten. An diesem Wochenende wird das für die Familie erneut zum Thema, das heute schon mit einiger Aufräumarbeit verbunden war. Da kommt so einiges zu Tage, dessen Verbleib abzuwägen ist. Vieles aus Kindheitstage, sogar noch von M., einiges, das nicht mehr genau eingeordnet werden kann oder eindeutig seine Funktion im Laufe der Jahre eingebüßt hat. Bloße Belastungen ohne emotionalen Wert, von dem man sich leichter trennen kann. Anders als V. das immer wieder behauptet hat, sind meine umfangreichen Holzvorräte dort das am besten Geordnete und Übersichtlichste. Sehr gerne will ich sie auch künftig in dieser Form lagern. Die Relikte von ca. 40 Baumarten, vielleicht einige mehr, die in einem häuslichen Archiv darauf warten, transformiert zu werden, eine neues Leben in umgeformter Gestalt, mit Bezug zu anderen Menschen, zu beginnen. Eine spannende Sache. Und ein Grund, für das Drumherum die größtmögliche Ordnung herzustellen.

Nässe und Schneckenplage

Eine der Kehrseiten des Wachstumsschubs, den die Bäume derzeit verzeichnen, ist die Schneckenplage, die vor allem den jungen Pflanzen schadet. Die anhaltende Nässe hat die Schnecken in Hochform versetzt. So haben gerade einmal zwei unbeobachtete Tage ausgereicht, um einen Teil meiner mühsam gezogenen Strohblumen zu ruinieren. Das biologische Anti-Schneckenmittel hat offenbar null Wirkung und hält die Tiere in keiner Weise davon ab, über das junge Grün herzufallen. Da hilft nur noch, alles in unerreichbarer Höhe zu platzieren. Ärgerlich ist das wegen der Zeit, die ich in die Vereinzelung der Sämlinge investiert habe. Aber auch kein Drama, da in den angesäten Schalen noch jede Menge junge Pflänzchen relativ unbeschadet geblieben sind. Die nachträglich zu teilen ist aber sehr schwierig. Im nächsten Jahr werde ich mir eine andere Methode ausdenken müssen, vielleicht mit diesen kleinen Setztöpfchen, die sich später leicht einzeln umtopfen lassen.

Efeu schneiden

Der Efeu wächst nun wild in alle Richtungen. Das bedeutet demnächst wieder jede Menge Arbeit mit dem Zurückschneiden. Die einfachere Lösung mit der Heckenschere lehne ich nach wie vor ab. Einfach weil damit die Blätter zerfetzt werden und man hässliche Löcher in das unregelmäßig prominente Gehölz schneidet. Deshalb schneide ich immer noch lieber individuell per Hand. So kann ich dem Wuchs folgen und nur das hervorstehende entfernen. Ich denke, das wird der Gehölzart eher gerecht, die sich ohnehin nie ganz in Zaum halten lässt. Einer der Gründe, warum ich die Art so mag. Sie ist zu allen Jahreszeiten interessant. Eine Kletterpflanze mit Charakter.

Gebremster Schwung

Dass der Wonnemonat so regnerisch zu Ende geht, hätte ich nicht für möglich gehalten. Wieder eine dieser seltsamen und für die Jahreszeit untypischen Wetterlagen, wie wir sie schon seit Jahren immer wieder erleben. So wird sich die Sonnenstundenbilanz des Jahres noch einmal verschlechtert haben. Und im gleichen Maße wächst die Hoffnung auf einen richtig schönen Sommer. Von der wahrscheinlich verregneten Robinienblüte abgesehen, tut auch den Blumen zu viel Regen nicht gut. Ein stabilere Hochdrucklage wäre das, was wir jetzt bräuchten, um den Schwung nutzen zu können, in den die Vegetation sich schon einmal versetzt hat. Ein Schwung, der sich mit hoher Wahrscheinlichkeit auf die Gemütsverfassung und die Entscheidungsfreude der Menschen auswirkt.

Gefährdete Robinienblüte

Ein interessanter Fernsehbericht über die Wildbienen hat uns wieder einmal gezeigt, wie wichtig die Funktion dieses Insekts für unsere Nahrungskette ist. Von Nahem betrachtet haben gerade diese wilden Verwandten der Honigbienen etwas ungeheuer Faszinierendes. Dabei sind die über 500 Arten, die es allein in Deutschland gibt, so gut wie unsichtbar. Jedenfalls den meisten nicht bekannt, da man genauer hinsehen muss, um sie zu registrieren. Trotzdem erfüllen sie vielfältige Leistungen bei der Bestäubung vieler Pflanzenblüten, sind dabei eifriger und oft auch weniger wählerisch als die Honigbienen. Ich hoffe, Vs Völker erweisen sich in dieser Saison zumindest auf ihrem Spezialgebiet als sehr fleißig. Nach der sehr erfreulichen Frühtracht scheint die zweite Phase aber mit einem Dämpfer versehen zu werden. Die Robinienblüte könnte bei dem Starkregen dieser Tage tatsächlich ins Wasser fallen, wie schon so oft in den Vorjahren. Diese Blüte hält ohnehin auch bei günstigen Bedingungen nicht wirklich lange. Regen kann sie aber gar nicht gut vertragen. Hoffen wir, dass sich bei den meisten Exemplaren der Höhepunkt verzögert und mit sonnenreichen Tagen zusammenfällt.

Weihnachtsbäume im Mai

Dass wir Ende Mai nochmal mit Weihnachten konfrontiert werden, habe ich nicht erwartet. Aber es ist eine Konfrontation der angenehmen, erfreulichen, wenn nicht befreienden Art. Nach über fünfmonatiger Suche nämlich ist die Schachtel mit der Sammlung von Weihnachtsbaum-Pins und -broschen wieder aufgetaucht. M. hatte sie verlegt und trotz intensivster Suchanstrengungen nicht mehr finden können. Zuletzt waren uns die Ideen ausgegangen, wo noch ein versehentliches Versteck verortet werden könnte, und gleichzeitig der böse Verdacht aufgekommen, sie könnten versehentlich ins Altpapier geraten und irgendwo auf einer Deponie gelandet sein. Ziemlich unwahrscheinlich zwar, aber eigentlich die einzige Erklärung. Nun waren sie also an einem Ort, der schon mehrfach gesichtet, aber nicht genau genug unter die Lupe genommen wurde. Große Erleichterung allerseits, denn das Zusammentragen war ein Langzeitprojekt von geschätzt über zehn Jahren. Eine vergleichbare Kollektion wäre nicht zu ersetzten gewesen, alles, was sich kommunikativ damit verbindet eingeschlossen. So ist eines der weihnachtlichen Themen gerettet. Und vielleicht findet die kleine Sammlung weniger wertvoller als origineller und vielfältiger Stücke künftig auch noch eine Erweiterung.

Alles im Plan

Das Gewitter und der Starkregen sind bei uns vergleichsweise moderat ausgefallen. Gut so, denn ich habe mir schon Sorgen um unsere frisch gepflanzten Blumen und die jungen Bäumchen gemacht. Die kunsthandwerkliche Arbeit ist bis zum Nachmittag abgeschlossen gewesen. Alles im Plan, und mit Esche & Linde eine weitere, bisher noch nicht realisierte Kombination, die ich später meiner Beispielauswahl in der Webpräsenz der Wunschbaum-Manufaktur hinzufügen kann. Bleibt nur noch, einen ruhigen Sonntag mit hoffentlich überwiegend Sonne und der Möglichkeit zu erwarten, wieder auf fotografische Entdeckungsreise zu gehen.

Der Sommergarten nimmt Gestalt an

Die Pflanzarbeiten im Garten sind immer noch nicht abgeschlossen. Diesmal waren die Sonnenblumen an der Reihe, die J. selbst gezogen hat. Ich bin gespannt, ob sie groß werden und an ihren neuen Standorten genügend Sonne aufnehmen können. Die Erde spielt natürlich auch eine Rolle. Da wage ich mal keine Prognose, hoffe aber, es sind Riesen-Sonnenblumen, die wir vor einigen Jahren einmal hatten. Die mit den gewaltigen Köpfen und langen, kräftigen Stängeln. In den beiden letzten Jahren haben wir immer die niedrigwüchsigen erwischt. Eine Bereicherung für den Garten sind sie in jedem Fall. Allmählich nimmt die Sommergartenform aber die gewünschte Gestalt an. Irgendwann können wir dann alles sich selbst überlassen. Von nachträglichen Rückschnitten der Bäume und dem täglichen Wässern einmal abgesehen. Dann ist das Wahrnehmen und Eintauchen im Mittelpunkt.

Von der Unbeugsamkeit der Gleditschien

Unter den drei Gleditschien, die wir nach Jahren geduldigen Aufpäppelns selbst aus Samenkernen gezogen hatten, waren zwei auch im letzten Jahr noch nicht sehr hoch gewachsen. Die dritte aber legte einen solchen Wachstumsschub hin, dass sie trotz ihres sehr dünnen Stämmchens schon über zwei Meter Höhe erreicht hatte. Wir konnte sie dann im Spätherbst auch in die Erde pflanzen, während die beiden übrigen noch in Pflanztöpfen ihren Platz haben. Dabei kann jedes Frühjahr auch Überraschungen offenbaren. Spätestens mit dem Ausreiben frischer Zweige und Blätter zeigt sich, ob der Winter seine Spuren hinterlassen hat. Und wenn, wie weitgehend. Das Erfreuliche: Die große Gleditschie hat lediglich an der Spitze gelitten. Die oberen 10 cm sind erfroren, und werden durch einen der oberen Seitentriebe ersetzt. Da ist die Gleditschie recht unempfindlich. Die kleineren aber haben gleich ein Drittel ihrer Höhe eingebüßt. Damit wird sich die ohnehin zickzackförmige Wuchsform noch etwas komplizierter werden. Denn die Vertikale zu halten, wenn die Spitze immer wieder von den Seitenästen übernommen werden muss, lässt die Bäume dann doch wild aussehen. Nun, ich hoffe, sie werden diese jährlich wiederkehrende Tortur überleben und gestärkt daraus hervorgehen. Im Topf müssen sie wegen ihrer geringen Höhe aber wohl noch bleiben, zudem freie und geeignete Standorte rar geworden sind.

Pilzbefall eines Geschwächten

Wie schon häufig nach regnerischen Frühlingsphasen ist auf den Schnittflächen unseres geschädigten Feigenbaums wieder über Nacht ein großer Pilz gewachsen. Ich entferne ihn dann zwar sofort und versuche auch seine Verwurzelung im Holz abzukratzen. Aber vermutlich ist das nie ganz zu beseitigen. Darunter tummeln sich dann auch irgendwelche Raupen. Insgesamt kann ich mich nur wundern, dass der Baum noch frische Triebe ausgebildet hat, an jedem seiner Äste. Mit den wenigen gesunden Abschnitten seiner Leitungsbahnen scheint er es noch zu schaffen, genügend Wasser und Nährstoffe zu transportieren. So kann ich mir durchaus vorstellen, auch in diesem Spätherbst wieder Früchte zu ernten. Der Baum als Ganzer ist aber inzwischen so instabil, dass er ohne stützende und zusammenziehende Drähte kaum mehr zusammenhalten würde. Falls er später im Jahr unter der Last der Früchte tatsächlich auseinanderbrechen sollte, blieben als Perspektive nur noch die neuen Triebe, die er aus dem Wurzelstock gebildet hat. Daraus ließe sich eine Art Feigenstrauch ziehen. Mit der Baumform wäre es dann aber endgültig vorbei. Gut, dass wir rechtzeitig den Nachfolger herangezogen haben. Der muss sich jetzt an seinem Standort im gegenüberliegenden Teil des Gartens behaupten, stärker und vor allem höher werden.

Wenn das Grün dominiert

Der Blick aus dem Fenster ist jetzt schon vom Grün dominiert. Die Weinreben beginnen bereits, ihre neuen Triebe fast senkrecht nach oben zu schießen. Ein Verhalten, das wir schon im Vorjahr beobachten konnten. Diese nach oben gerichteten Triebe sind meist nicht fruchttragend und können kurz vor der Weinlese geschnitten werden. Dann geht noch mehr Energie in die Trauben. Und der Efeu ist auch schon von dem helleren Grün der neuen Blätter überdeckt. Das macht es demnächst notwendig, ihn zurückzuschneiden. Zum zweiten Mal für dieses Jahr. Einige weitere Male werden folgen, denn die Hochzeit seiner Wuchsfreude steht erst noch bevor. Jetzt fehlt nur noch, dass die Sonne zurückkehrt. Dann sind wir endgültig in der grünen Garten- und Landschaftszeit angekommen.

Wetterwirkungen

Für unsere Blumen ist der Regen von Vorteil. Aber sie benötigen gerade jetzt mehr Sonne. Ich fürchte, das wird wieder einmal einen Rückschritt nach sich ziehen, oder zumindest einen Stillstand. Interessant ist, dass sich die Bienen in diesem Jahr an der sehr wechselhafte Witterung nicht zu stören scheinen. V. wird morgen zum dritten Mal verdeckelte Waben aussortieren, die er ausschleudern kann. Gemessen an den Vorjahren ist das sehr erfreulich. Und außerdem verzögert es die Entwicklung der Folgeblüten, Robinie und Brombeere, was den Ertrag insgesamt meist vergrößert und tendenziell sortenreine Honige begünstigt. Nutzen wir die Zwischenphasen einfach, um mit Routinearbeiten und Notwendigkeiten zügiger voranzukommen. So bleibt in den Sonnenzeiten mehr Raum für Kreatives.

Mit Zuversicht in die Gartenbaumsaison

J. und W. freuen sich genauso wie wir, dass die Gartensaison endlich begonnen hat. Dort gibt’s nun auch schon jede Menge Blühendes zu sehen. Und noch mehr, was in den nächsten Monaten zur Blüte gebracht werden soll. Für die mitgebrachten Setzlinge der Strohblumen war es schon schwierig, noch einen geeigneten Platz zu finden. Es wird spannend zu beobachten, ob sie sich dort besser oder schlechter entwickeln als bei uns. Letztlich könnte der Standort eine Rolle spielen. Erfreulich und jetzt schon absehbar: Die Ernte der verschiedenen Fruchtbäume rund ums Haus: Apfelbaum, Zwetschgenbaum, Walnussbaum und Kastanienbaum wird wohl überdurchschnittlich üppig ausfallen. Das sieht gut aus, da es keine nennenswerten Frostschäden oder dadurch verursachten Verluste gegeben hat und jetzt auch eher keine mehr zu erwarten sind. Noch etwas Zurückschneiden wird bei der Esskastanie notwendig sein. Aber dann kann man die Gartenbäume eigentlich für den Rest des Jahres sich selbst überlassen. Die Blumen werden ohnehin neben der Freude noch genügend tägliche Arbeit machen, vor allem an trockenen Hochsommertagen.

Die Sommerblumensaison ist eröffnet

Nun ist der Feigenbaum wieder um einige Äste reduziert, die garantiert keine neuen Triebe mehr ausbilden können. Dieser kleine Rückschnitt war eine der letzten Aktionen dieses sehr angefüllten Gartenarbeitstags. Mit dem Aussuchen der Blumen war der Vormittag schon fast vollständig ausgefüllt. Und nach dem Einpflanzen stand noch ein Radwechsel an gleich zwei Fahrzeugen auf dem Programm. Danach dann die Routinegartenarbeit des Wochenendes, ergänzt um einige exotische Wünsche von M. Ich denke, wir werden in diesem Jahr wieder einen schönen Blumenschmuck haben. Gleichzeitig hoffe ich, dass die selbst gezogenen Strohblumen auswachsen werden. Die ersten in die Erde gepflanzten sind leider den Schnecken zum Opfer gefallen. Mit Schneckenkorn werden die übrigen hoffentlich verschont bleiben. Aber es sind insgesamt so viele kleine Pflänzchen, dass schlussendlich doch einige erwachsene Blumen möglich sein sollten. Ansonsten müssen wir unser Vorgehen im nächsten Jahr überdenken.