Kreativer Herbst

Der Einundzwanzigste war natürlich ein guter Tag für die lange geplante Präsentation. Man konnte bei allen Teilnehmern eine gewisse Entspannung feststellen, was sehr dabei half, das Projekt auf eine kalkulierbare Schiene zu stellen. Da ich etwas zu früh vor Ort war, habe ich die frühe Vormittagsstunde genutzt, durchs Dorf zu schlendern und die ruhige Atmosphäre dieser Tageszeit einzuatmen. Schön, wie unaufgeregt ein Tag in ländlichen Gefilden beginnen kann, der am Übergang von Spätsommer zu Frühherbst platziert ist. Meine Stimmung ist jetzt schon auf Herbst ausgerichtet. Kreativ habe ich das heute mit einer weiteren Fotosession zum Motivfeld Strohblumen thematisiert, diesmal mit einem dichten Teppich aus getrockneten Strohblumen. Diese Gelegenheit wollte ich nutzen, bevor ich die einzelnen Blüten auf andere Formen, v. a. Kränze übertrage. Das wird die Motivserie dann in einer weitere Variante vervollständigen. So eingestimmt kann ich mir dieses Jahr sehr gut vorstellen, wieder einmal verstärkt die Herbstblätter der Bäume zum Thema zu machen. Es ist eine Zeit, die ein meditatives Herangehen an solche Projekte ermöglicht. Ich hoffe, dafür die jeweils richtigen Zeitpunkte zu finden.

Mehr Zeit fürs Wesentliche

Eine echte Mammutarbeit konnte ich heute abschließen. Aber die Verfeinerung bestimmter Arbeitsschritte meiner kunsthandwerklichen Arbeit mit Holz zahlen sich zwischenzeitlich aus. Bestimmte Routinen sind leichter und damit auch schneller, gleichzeitig sogar noch ein Stück exakter umsetzbar. Im Ergebnis bedeutet das etwas weniger körperliche Anstrengung. Ein Gewinn, der auf der anderen Seite in die Gleichmäßigkeit der Ausführung und in die begleitende Symbolarbeit investiert werden kann. Unterm Strich ist es dann zeitlich nicht weniger aufwändig als bisher, aber irgendwie professioneller. So freue ich mich, auch nach 15 Jahren Erfahrung mit diesen Projekten noch mehr Zeit und Aufmerksamkeit dem eigentlich Gegenstand, den Bäumen, ihrer Symbolik und Ästhetik schenken zu können.

Einstimmung auf den Herbst

Bei dem frühherbstlichen Wetter, das nur wenige Sonnenmomente kennt und zwischendurch immer wieder Regen aus der dichten Wolkendecke fallen lässt, hat die Arbeit draußen etwas Meditatives. Nicht so isoliert und abgeschottet wie im Winter, wenn ich in meiner Kellerwerkstatt tätig bin, dann bei künstlichem Licht. Sondern eben noch im Freien, wo bis mindestens 7 Uhr abends das natürliche Tageslicht noch ausreicht, und von den typischen Geräuschen begleitet, die der Wind im Zusammenspiel mit den Baumkronen, Pflanzen und Vögeln, gemischt mit unvermeidlichen Zivilisationsgeräuschen, an die Ohren heranträgt. Eine Arbeit, bei der man die Zeit leicht vergessen könnte, wenn nicht die eine oder andere Anbindung ans verpflichtende und eng getaktete Tagesgeschäft durchstoßen würde. Aber in seiner Art anrührend und so, dass ich mich sehr gut auf die neue Jahreszeit einstimmen kann.

Blumen und andere Archetypen

Im Frühsommer hätte ich noch nicht gedacht, dass mir die selbst gezogenen Strohblumen so viel Freude, aber auch so viel Arbeit machen würden. Das tägliche Selektieren, das sich erst jetzt, wegen der sonnenarmen Tage, in größeren Abständen einstellt, und das sorgfältige Trocknen und Nachselektieren gehören schon seit Wochen zum Programm. Aber sie dekorationsfähig zu machen, war dann doch noch einmal eine besondere Herausforderung. Heute endlich bin ich dazu gekommen, jede der Auserwählten mit einem künstlichen kurzen Stängel aus dünnem Draht zu versehen, der die Blüten flexibel arrangierbar werden lässt. Nun fehlen noch die richtige Befestigungsformen. Styropor ist eine Möglichkeit, die sich bei einem Test schon als machbar, wenn auch nicht ganz einfach herausgestellt hat. Und außer beim Material werde ich auch für die Form oder Silhouette verschiedene Möglichkeiten testen, um die Faszination dieser konservierten Blüten möglichst augenscheinlich zu machen. So wird mir immer verständlicher, dass die Blumen neben den Bäumen und einer Hand voll weiterer archetypischen Formen zu den stärksten Symbolträgern überhaupt gehören und so gut geeignet sind, als Spiegel menschlicher Befindlichkeit und menschlicher Entwicklung zu dienen.

Symbolische Wärmespender

Fast eine Kopie des Vortags, nur dass man am Nachmittag phasenweise den Eindruck haben konnte, der Altweibersommer kehre zurück. Bei den Strohblumen haben es dennoch nur 2 geschafft, ihre Blüten während des Tages zu öffnen. Das ist schon seit Wochen nicht mehr vorgekommen. Deshalb rechne ich bei dem nächsten wirklichen Sonnentag mit einem riesigen Aufkommen all der Blütenköpfe, die sich in den Regentagen in Ruhe entwickeln konnten. Heute waren es gleich 6 Hölzer, an der Charakter ich mich abarbeiten konnte: Zeder, Linde, Weide, Esche, Zypresse und Kiefer. Ein schönes Spektrum, das mir vor allem durch den Duft der mit Öl oder Harz durchsetzen Arten die jetzt schon vermisste Wärme symbolisch zurückgebracht hat. Die beste Arbeit, die an diesem durchwachsenen Samstag vorstellbar war.

Ein wenig durchatmen

Die milderen Temperaturen tuen zwischendurch gut, nur mehr Sonne würde ich mir wünschen. Außerdem spart das Gießwasser und gönnt den Pflanzen eine Atempause, in der sie ihren Flüssigkeitsvorrat auffüllen können. Ich hoffe, dass das den Feigen gut tun wird und sie vor allem dicker werden lässt, immer vorausgesetzt die Wärme und Sonne kommt wieder zurück. Ohne das nämlich kann es nichts werden mit der Fruchtreife, mit der der Baum in diesem Jahr ohnehin sehr spät dran ist. Noch kann ich keine auch nur annähernd reife Feige entdecken. Auf unserer Schiefertafel stehen nach wie vor nur zwei Kreidestriche, für die zwei Vorfeigen, die wir vor Monaten gepflückt haben. Nun freue ich mich auf das Wochenende, die ruhige Holzarbeit im Freien und die Versuche, die ich mir bezüglich der richtigen Befestigung der getrockneten Strohblumen vorgenommen habe.

Arbeiten rund um den Wechsel der Jahreszeit

Das Arbeitszimmer ist jetzt wieder deutlich heller, denn die langen und an großflächigen Blättern reichen Triebe der Weinreben sind zurückgeschnitten. Und die Weintrauben bis auf einige wenige vollständig gelesen. Das geschnittene Blattwerk ist in einer konzentrierten Gemeinschaftsaktion auch bereits in Grünzeugsäcke verfüllt, so dass V. sie morgen zur Grünschnittdeponie bringen kann. Insgesamt also ein Weinleseprojekt, das in diesem Jahr nicht mehr als zwei Tage in Anspruch genommen hat. Natürlich stehen noch das Einmaischen, Keltern und Einkellern bevor. Aber das geschieht Schritt für Schritt und wird spätestens Mitte kommender Woche ebenfalls unter Dach und Fach sein. Gut so, denn gewisse Dekorationsvorhaben zum Herbst warten ebenfalls darauf, umgesetzt zu werden. Da ist es beruhigend, die Routinearbeiten schon hinter sich zu haben. Holzarbeiten werden meine nächsten Arbeitstage weitgehend ausfüllen. Eigentlich eine schöne, auf den Wechsel der Jahreszeit bezogene Auslastung unserer Aktivität.

Es wird wieder lichter

Nun ist der erste Abschnitt der Trauben schon gelesen und auch schon zurückgeschnitten. In diesem Teil des Gartens ist dadurch schon alles viel lichter. Gut für die eine oder andere Pflanze, aber schade, weil es das so schön durch Blattgrün gefilterte Licht reduziert. Immerhin hat der Nachwuchsfeigenbaum endlich Luft und kann mehr Sonnenlicht tanken. Und die kleinen Gleditschien konnten im Halbschatten bisher auch nicht zu ihrer Hochform auflaufen. Bei den Strohblumen wird es jetzt schneller gehen, die Blüten werden sich in schnellerem Rhythmus öffnen. Viel Material für die geplanten Dekorationen, mit denen ich jetzt endlich einmal beginnen will. Eine Zeit für die Ernte eben, die in unserem Garten wahrscheinlich erst viel später, so Mitte Oktober, mit den sich aktuell noch schwer tuenden Feigenfrüchten ihren Abschluss finden wird. M. freut sich darauf schon besonders.

Zeit für die Lese

Eine subtropisch wirkende, häufig stehende Hitze verfolgt uns in diesen Tagen des Altweibersommers. Genauso ungewöhnlich für die Jahreszeit wie der bisherige Sommerverlauf insgesamt nicht dem Üblichen entsprach. Und der Bruch am Donnerstag ist bereits angekündigt. Es scheint so, als ob wir aus dem Anpassungsstress in Sachen Sommerwetter nicht mehr herauskommen. Für V. bedeuten die Aussichten, dass jetzt die hauseigenen Weintrauben erntereif sind. Natürlich könnten sie noch weitere zwei bis drei Wochen vertragen. Aber V. ist immer früher dran als richtige Winzer, und das hat auch seinen Grund in der besonderen Lage der Weinreben. Auch ist die Gefahr groß, dass nach den hohen Temperaturen jetzt, der Abfall und der wohl ebenfalls auftretende Regen die Früchte platzen lässt. Das wäre schade und würde die ansonsten vielversprechenden Ertragsaussichten schmälern. So werden wohl die meisten Früchte schon bis zum Wochenende eingemaischt sein und V. um ein für ihn bedeutsames Projekt in dieser Saison erleichtert.

Für mehr Überblick im Fotoarchiv

Kaum habe ich die über ein Jahr angelaufenen Fotografien durchgesehen, bearbeitet und archiviert, sammeln sich schon wieder Massen neuen Materials an. Ich habe mir vorgenommen, nicht mehr so lange mit der Selektion zu warten, damit es nicht zu unübersichtlich wird. Aber es ist gut, eine neue Ordnung hergestellt zu haben. Die vielen Fotos mit verschiedenen Baum-Sujets, Blüten, Blätter, Früchte, Makros, Landschaften, Jahreszeiten, Holzstrukturen, machen immer noch den größten Anteil aus. Die anderen Motivfelder legen allerdings allmählich zu, vor allem die Oberflächen- und Materialstrukturen und das weite Feld von Vintage-Motiven. Letzteres fordert mich immer wieder aufs Neue heraus. Die nächsten Serien in diesem Bereich stehen schon bevor. Denn der weibliche Zwicker aus den Anfängen des 20. Jahrhunderts wartet darauf, als Hauptmotiv festgehalten zu werden. Die passenden Bildinszenierungen dazu müssen mir noch einfallen.

Unerfülltes Baumszenario und eine Begegnung mit der Vergangenheit

Kunstinstallation auf der Bildhauerwiese des Kunstzentrums

Ein bisschen Wehmut kam dann doch auf bei dem Besuch an einem Ort, den ich vor siebzehn Jahren zuletzt gesehen hatte. Nach dreieinhalb Jahren intensiver und engagierter Arbeit im Kunstzentrum war es damals an der Zeit, Abschied zu nehmen und ein eindrückliches Stück beruflicher Erfahrung hinter mir zu lassen. Mein Wunsch war es, irgendwann wiederzukommen, wenn der Nachfolger des großen Kirschbaums, der lange an der Ecke der Bildhauerwiese stand und eines Tages vom Sturm zerstört und, schon ganz hohl, vollständig gefällt worden war, wenn der Nachfolger dieses Baums eine vergleichbare Größe haben würde. Das Foto zeigt diese Ecke, aber der nachgepflanzte Baum steht dort nicht mehr, stattdessen ein verzweigter und ausgeblichener Totholzast. Offenbar ist der Teil einer Installation in diesem Hofraum. Oder sollte der Ast tatsächlich von dem damaligen Baum stammen, also mit Bedacht und lokalem Bezug dort platziert worden sein? Ich konnte das nicht in Erfahrung bringen, ebenso nicht, warum der Baum weichen musste und sich mein Zukunftsszenario somit nicht erfüllen konnte. Das ist schade, aber wichtig war der Besuch an sich, diese Wiederbegegnung im großen zeitlichen Abstand. Eine Wiederbegegnung, die von dem Fahrweg dorthin bis zu der Gebäudekonstellation des Zentrums selbst mit Reminiszenzen nur so angefüllt war. Vieles ist mit früher identisch, anderes leicht verwandelt, und wieder anderes hinzugekommen. Vollkommen ausgetauscht aber schienen heute die Menschen selbst. Jedenfalls konnte sich keiner derjenigen, mit denen wir sprechen konnten, an die von mir erlebte und für mich so bedeutsame Zeit an diesem Ort erinnern bzw. kannten sie den Ort damals noch nicht. So bleibt die Begegnung mit der Vergangenheit unabgeschlossen, mit der Option einer Fortsetzung bei neuen Begegnungen. Der Anfang heute war stimmig und richtig.

Haselnuss-Dekoration

Getrockneter Haselzweig auf Keramikteller mit Haselnussmotiv

Diese Kombination finde ich einfach zu schön. V. hat vor einigen Tagen eine Reihe von Haselnusszweigen mit reifen Nüssen mitgebracht, die wir auf dieser Antiquität dekoriert haben. Eine handbemalte Keramik mit dem Motiv fruchttragender Haselzweige. Künstlerische Umsetzung und natürliches Relikt, ein wunderbares Motiv.

Schneiden und dekorieren

Der Efeu hat in den letzten Wochen noch einmal kräftig neue Triebe ausgebildet. Die ragen jetzt vereinzelt aus der gleichmäßig gestutzten Decke des Bewuchses hervor. Eigentlich normal für diese Jahreszeit, dass man mehrfach nachschneiden muss. Das ist die richtige Arbeit für den Vormittag. Schön ist vor allem, dass jetzt die durch den radikalen Rückschnitt kahl gewordenen Stellen weitgehend zugewachsen sind. Dann erhält das Ganze eine selbstverständlichere Anmutung und das Bild des Gartens wirkt noch voller und grüner als ohnehin schon. Als zweites Samstagprojekt steht die weitere Vorbereitung der getrockneten Strohblumen für die angedachten Kränze an. Vielleicht taste ich mich mit ersten Versuchen schon mal an die Technik heran. Es wird spannend sein zu sehen, ob die beabsichtigte Steckmethode umsetzbar ist oder ich mir etwas anderes ausdenken muss. Die Trocknungstechnik habe ich in den letzten Wochen deutlich verbessert. Jedenfalls scheinen die angetrockneten Exemplare zunehmend überzeugend, weil an den frisch geschnittenen Zustand erinnernd und nicht so stark zurückgebogen, wie ich das anfänglich beobachten musste.

Pfaffenhütchen im Stress

Es sind dies die Tage, in denen ich anfange, für die Pfaffenhütchen zu schwärmen. Ich habe bereits erwähnt, dass sie in diesem Jahr wieder zahlreiche Früchte ausgebildet haben. Das Bild der zwischen dunkel- und hellrosa wechselnden Fruchtkapseln ist aber recht wechselhaft. Besonders fällt etwas auf, das ich so noch nie beobachtet hatte. Das Verblassen der Kapseln beginnt gewöhnlich bei dieser Art erst lange, nachdem die orangenen Samenkerne zum Vorschein gekommen sind. Jetzt aber kann man es schon bei noch geschlossenen Hüllen beobachten. Manche Früchte sind vollständig verblasst und farblos, während sich die benachbarten desselben Zweigs normal entwickeln. Vielleicht eine Folge punktuell intensiver Sonneneinstrahlung und weniger der gleichmäßigen Wärme an sich. Ich bin gespannt, wann sie sich öffnen, denn dann wird das Gesamtbild dieses so malerischen Strauchs noch farbenfroher.

Pfaffenhütchenzweig mit teils verblassten Fruchtkapseln

Weinrebenstimmung

Direkt hinter der Fensterscheibe zeichnen sich die reifen und in diesem Jahr besonders üppig ausgewachsenen roten Weintrauben ab. Das Weinlaub im satten Grün, die Sonne so günstig wie seit langem nicht, da intensiv und doch nicht zu extrem austrocknend. So stehen die Chancen nicht schlecht, dass dieser Jahrgang des selbst hergestellten Rotweins ein vergleichsweise ertragreicher und – gemessen am Oechslegrad – durchaus überdurchschnittlicher werden kann. Dieses erwartbare Ergebnis ist für mich aber weniger spannend. Ich freue mich so lange an den Schatten spendenden Weinreben, die bei uns untypischerweise lange Triebe ausbilden und über mehrere Meter ausgedehnt ein ziemlich dichtes Dach aus Blättern bilden. Die ideale Situation, um das eigentümliche Licht des Altweibersommers gerade in den Nachmittagsstunden eindrucksvoll zur Geltung kommen zu lassen.

Mageres Baumobstkuchenjahr

In der TV-Sendung wurden heute Rezepte mit Zwetschgen vorgestellt. Passend zur idealtypischen Jahreszeit. Nur sind die Früchte in diesem Jahr eben sehr rar. Für unsere Obstkuchensaison bedeutet das, die Zwetschgen- und später Apfelkuchen werden genauso ausfallen wie zuvor schon die Kirschkuchen. Nur aus den in diesem Jahr nicht ganz so saftigen Mirabellen haben wir etwa 6 Kuchen auf Vorrat gebacken und eingefroren. Das wird uns zumindest ein paar Mal im Jahr an den enttäuschenden Obstsommer erinnern, und daran, wie lecker doch gerade die Mirabellen in Kuchenform sein können. Wie schon berichtet, wird auch aus den Schlehen nichts. So können wir eigentlich nur noch auf die Esskastanien hoffen. Das wäre nach langem wieder ein Anlass, im Wald auf die Suche zu gehen. Da gibt’s doch noch die geheimen Stellen, die ich hoffentlich zusammen mit V. nochmal einmal werde ausfindig machen können.

Kaum erntereife Schlehen in Sicht

Für das Sammeln von Schlehen sind die Aussichten in diesem Jahr sehr schlecht. Bereits in den vergangenen Wochen sind mir die tiefblauen Früchte nur vereinzelt ins Blickfeld geraten. Manchmal hat das mit Rückschnitten zu tun, die von Seiten der öffentlichen Hand alle paar Jahr allzu radikal ausfallen. Das ist diesmal der Grund allerdings nicht. Vielmehr sind insgesamt wenige Früchte an den zugänglichen und auch an den tiefer in Gebüsch liegenden Zweigen der Sträucher zu sehen. Das war während der Reifezeit noch dichter. Die starke Reduktion hängt am wahrscheinlichsten mit den langen Hitzephasen zusammen, denn die meisten noch sichtbaren Früchte sind stark zusammengeschrumpelt. Vermutlich sind die übrigen schlichtweg abgefallen oder wurden im halb dehydrierten Zustand schon vorab von den Vögeln herausgepickt. So wird sich das Sammeln nicht lohnen. Wir werden vielmehr auf die ca. 3 Liter Schlehenlikör zurückgreifen, den wir im Vorjahr angesetzt haben. Der dürfte jetzt die richtige Lagerreife besitzen.

Historischer Sonntagsausflug

Dieser Ausflugstag hat uns zwar, wetterbedingt, nicht an diesen sagenhaften Ort in Frankreich gebracht, der schon allein durch seine ins Mittelalter zurückreihende Geschichte fasziniert. Aber die Alternative war auch nicht schlecht, nämlich die nahe gelegene, mit Sachkunde und Kreativität rekonstruierte römische Villa. Die hatten wir in den letzten 20 Jahren nicht mehr besucht. Und so war es spannend, die Veränderungen zu beobachten, die seither umgesetzt wurden. Und mit einer Führung auch gleich die regionalgeschichtlichen Kenntnisse aufzufrischen. Der Weg dorthin ist abenteuerlich, über verschlungene Feldwege bis zum Waldrand. Und tatsächlich hat der Führungsleiter darauf hingewiesen, dass die Villa quasi im heutigen Wald entdeckt wurde und deshalb am ursprünglichen Standort so vollständig ausgegraben und rekonstruiert werden konnte. Das darauffolgende Ausflugsziel hat uns von der Römerzeit dann doch noch ein Stück weit ins Mittelalter versetzt. In dem kleinen Städtchen jenseits der Landesgrenze ist die mittelalterliche Bausubstanz allerdings noch überall zu bewundern. Vielleicht einer der Gründe für die touristische Beliebtheit des Ortes, der auf engstem Raum viele Jahrhunderte zurückreichende Zeitreise ermöglicht.

Aussichten für die Weinlese

Beim morgendlichen Blick von oben auf den Walnussbaum habe ich das erste echte Herbstblatt entdeckt. Es war nicht die schwarzrandige Verfärbung, die diese Art gerne schon im Spätsommer zeigt, sondern eine echte herbstliche Braunfärbung, in der alles Chlorophyll bereits abgebaut war. Das bestätigt nur meinen Eindruck, dass der Herbst eigentlich schon präsent ist, auch wenn ab Dienstag eine weitere Phase mit hochsommerlichen Temperaturen und viel Sonne angesagt sind. Neben den wenigen Zwetschgen, die es in diesem Jahr gibt, bedeutet das bei uns vor allem Lesezeit für die hauseigenen Weintrauben. Die werden bei uns schon viel früher geerntet als es in Weinbergen üblich ist. Anders als bei den richtigen Winzern sieht es bei unseren hausnahen Reben gar nicht so schlecht aus in dieser Saison. Sicher wird V. wieder so viel eigenen Wein daraus gewinnen können, dass sein Jahresbedarf damit abgedeckt ist. Bezüglich der Qualität sind wir an unserem Standort ohnehin nicht verwöhnt. Aber die Trauben sind diesmal ziemlich groß, was zumindest eine ausreichende Menge verspricht, zudem wir glückerweise, ganz anders als in den beiden Vorjahren, von der Invasion der Wespen fast vollständig verschont geblieben sind. Und die stibitzenden Vögel konnten durch einige kleine Netze zumindest etwas abgehalten werden.

Lob der Jahreszeiten

Eigentlich ein guter Tag für die Arbeit mit Holz, insbesondere wenn es sich um Ölbaumholz handelt. Denn die Stimmung war schon deutlich eine herbstliche, zwar noch gut geeignet zum draußen Arbeiten, aber eben nicht mehr diese Hochsommerwetter der letzten Wochen, das jeden Bewegung zur Anstrengung werden lässt. So wie heute könnte es immer sein, meinte M. am Nachmittag, und fasste die Familienstimmung des Tages damit zusammen. Aber wörtlich würde ich das nicht gerne nehmen, weiß ich doch die Reize des jahreszeitlichen Wechsels und die Nuancen innerhalb einer Jahreszeit so sehr zu schätzen. Äquatoriale Wetterverhältnisse wären deshalb nicht meine Sache. So vieles, das unsere Beobachtung, unsere kulturelle Verarbeitung, unsere Reflexionen in Bezug auf die Welt der Pflanzen im Allgemeinen und das Leben der Bäume im Besonderen betrifft, würde wegfallen, da die Differenz nicht wahrnehmbar wäre. Nein, die Jahreszeiten sind ein Geschenk und ihr Wechsel unverzichtbarer Bestandteil unserer kulturellen Identität.

Herbsteinstimmung

Tatsächlich denken jetzt schon viele Menschen an den Herbst, obwohl gerade erst der meteorologische Beginn desselben stattfindet. Ich kann das aus gewissen Gesprächsthemen und Wünschen ableiten. Zum Beispiel die Anfrage nach einer Arbeit aus dem Holz des Ölbaums. Für mich eine Art, die trotz ihres mediterranen Lebensraums hierzulande symbolisch für (Frucht-)Reife und Herbst steht. Tatsächlich ist sie ja im keltischen Baumkreis auf den Tag der Herbst-Tag-und-Nacht-Gleiche gesetzt, es ist einer der vier Bäume, die in diesem System mit den Jahreskreisfesten identifiziert ist. So stimme ich mich selbst, die hochsommerliche Fülle an Grün, Licht, Frucht und Reife noch fest im Blick, allmählich auf die herbstliche Zeit ein. Ein Wandel, mit dem auch eine seelische Veränderung einhergeht, der sich in einer verlagerten Aufmerksamkeit, einem stärker werdenden Rückzug vom Außen und einer wachsenden Tendenz ausdrückt, Erlebtes und Erfahrens einer inneren Verarbeitung und Transformation zu unterziehen.

Sommertäuschung im August

Ein August war das, dessen Anmutung mit den Tatsachen nicht so ganz übereinstimmt. Bei der schwülen Hitze dieser Tage könnte man meinen, der Sommer hätte sich einfach nur um 3-4 Wochen verschoben und sei jetzt im August eben an seinem Höhepunkt angekommen. Tatsächlich ist das aber ein Eindruck, der nur auf die Wechselhaftigkeit und Wärme zurückzuführen ist. Die Sonne hat sich in etwa genauso häufig und intensiv gezeigt wie im August des Vorjahres, nur minimal weniger. Und damit ist dieser August der sechste Monat in Folge, der gegenüber dem entsprechenden Vorjahresmonat weniger Licht und Sonne gebracht hat. Insgesamt wird es auch bei durchschnittlichem weiterem Verlauf ein sehr schlechtes Jahr in Bezug auf die Sonnenlichtstunden werden. Trotzdem haben sich die Pflanzen weitgehend gut entwickelt. Insbesondere bei den Bäumen kann ich keine großen Schäden feststellen. Nur die empfindlicheren Arten, die ohnehin nur zarte Blätter tragen, wie unser im Kübel gepflanzter Fächerahorn, haben unter den Phasen dauerhafter Intensivbestrahlung stark gelitten. Ich denke aber, dass wir keine so großen Folgeschäden z. B. bei den Nadelbäumen haben werden, die in manchem Vorjahr durch dauernde Trockenhitze entstanden waren. Denn immerhin gab es zwischendurch auch jede Menge Feuchtigkeit. Im Ergebnis also ein recht günstiges Jahr für Cholorophyll tragende Pflanzen, aber ein belastendes und anstrengendes für uns Menschen.

Frühlingsrückblick

Blüte des Wolligen Schneeballs

Eigentlich ist es nicht die richtige Jahreszeit für dieses Bild. Aber die Blüte des Wolligen Schneeballs finde ich zu jeder Zeit interessant, und bei der Durchsicht meines umfangreichen Archivmaterials ist mir diese Aufnahmen u. a. in die Hände gefallen. Schön, dass sie bei shutterstock angekommen ist. Die Früchte des Strauchs sind nicht minder spannend. Ich werde die vorhandenen Aufnahmen noch einmal durchsehen. Falls nichts geeignetes dabei ist, bieten sich die nächsten Wochen für neue Versuche mit den Fruchtständen des Schneeballs an. Die Hochzeit des Gemeinen Schneeballs dagegen kommt später. Dessen Früchte faszinieren mich vor allem im tiefsten Winter, wenn sie die einzigen Farbtupfer in der kahlen Baumlandschaft darstellen.

Neue Heckenschere für Zypressen

Ein weiteres Hilfsmittel für den Baumschnitt haben V. und ich heute im Baumarkt ausgewählt. Es geht im Wesentlichen um die lang gestreckte Umzäunung des Bienenhauses mit Zypressenhecken, die V. mehrmals jährlich vor eine kraftraubende Herausforderung stellt. Das Neue ist der Akkuantrieb, der die Sache flexibler gestaltet, aber wegen der begrenzten Kapazität natürlich auch einschränkt. Das Gewicht ist ebenfalls nicht unerheblich, dennoch etwas vorteilhafter als bei der benzinbetriebenen Alternative. Besonders ist an dem Gerät auch der lange, zudem ausziehbare Arm, der das Schneiden in einiger Höhe mit stufenlos neigbarem Schneidblatt ermöglicht. Nun dürfte für verschiedene Situationen und Konstellationen das richtige Arbeitsgerät zur Verfügung stehen. Den Maulbeerbaum, der über den Sommer erneut lange Triebe ausgebildet hat, möchte ich dennoch, anders als von V. vorgeschlagen, damit nicht zurückschneiden. Ich denke, solches Gerät ist eher etwas für das frische Grün von Zypressen, Eiben oder Buchs. Ein Zerfetzen von Blättern, wie beim Efeu zu befürchten, oder ein unkontrolliertes Zermetzeln dünner Asttriebe, kommt für mich dagegen nicht in Frage.

Lebenspraktische Symbolarbeit

Es ist schön zu wissen, dass einige meine Lebensbaum-, Wunschbaum- und Partnerarmbänder regelmäßig tragen. Einer ihrer größten Fans ist sicherlich W., der ein neues Band aus dem Holz des Quittenbaums heute als Geschenk erhalten hat. Das erweitert seine ohnehin umfangreiche Sammlung um ein weiteres Exemplar. Und ich kann sicher sein, dass eines aus dieser Sammlung täglich auch während der Arbeit Verwendung findet. Angewandte Symbolik sozusagen, und ein Stück weit sicher auch angewandte Energiearbeit. Denn abträglich kann das Tragen für die Konzentration und Kondition sicher nicht sein, was die jahrelange Praxis zeigt. Es sind solche überzeitlichen Projekte, denen ich mich auch künftig widmen will. Ich verstehe das als Symbolarbeit mit starker lebenspraktischer Relevanz.

Weitere Anzeichen des Baumherbstes

Die Anklänge an den Herbst mehren sich in diesen besonders schwül-heißen Hochsommertagen. Gerade am Laub der Bäume ist es gut ablesbar, dass der Höhepunkt der diesjährigen Wachstumsphase bereits überschritten ist. Es ist nicht nur der Durst, der diese Veränderungen der Bäume verursacht. Vor allem ihre innere Uhr stellt die Weichen, was sich beim Walnussbaum z. B. in den braun-schwarzen Blatträndern bei ansonsten noch chlorophyllgrünen Blattflächen ausdrückt. Bei anderen Arten, wie dem Feigenbaum, werden die Blätter dagegen dunkler und ledrig. Nur wenige zeigen bereits typisch herbstliche, braune oder rötliche Töne. Die Aufmerksamkeit wird sich jetzt in Richtung der „späten“ Arten verschieben. Ich bin gespannt, wie sich das Fruchtangebot der Schlehdornsträucher sich in diesem Herbst präsentieren wird. Und ob wir dicke Esskastanien sammeln können. Von Äpfeln müssen wir nicht viel reden, da die Ernte, wie bei so manch anderen Obstart, diesmal mehr als reduziert ausfallen, wenn nicht ganz ins Wasser fallen wird. Welch großer Kontrast zum Vorjahr, als im Gegenteil die Apfelschwemme zur Belastung wurde.

Die Zeichen deuten auf Herbst

Die neue Ausgabe der Landzeitschrift bietet eine ganze Reihe von Anregungen für herbstliche Dekorationen. Ja, der Herbst ist jetzt schon im Blick, für die Ausgabe September/Oktober. Und tatsächlich ist an den zwar heißen Tagen, aber schon kühlen Abenden und Nächten spürbar, wie sich die Jahreszeit ihrem Ende zuneigt. Auch die ersten Bäume zeigen sich gelb oder braun verfärbende Blätter, das Fruchten dominiert bereits das kaum noch zu beobachtende Blühen bei den Bäumen. Und schon bin ich auch fotografisch geneigt, mich den Herbstmotiven zuzuwenden und verschiedene Orte und Situationen gedanklich vorwegzunehmen, bei denen herbsttypische Fotografien entstehen könnten. Die Arbeit an der fotografischen Dokumentation der Jahreszeiten macht mir jetzt wieder viel Freude. Eine gute Voraussetzung für einen wieder kontinuierlicheren Aufbau des Portfolios.

Verspätete Hundstage

Die Hundstage sollten eigentlich am 23. August enden. Aber gerade erleben wir ein Klima, das ganz genau dem entspricht, was man mit diesen heißesten Tagen des Hochsommers verbindet. Schön, dass es auch bei den kosmischen Einflüssen, in dem Fall des Sternbilds Großer Hund, bezüglich der Auswirkungen auf unser Erdklima gewisse Abweichungen gibt – von mythologischen Undeutlichkeiten einmal abgesehen. Wie ja in diesem Jahr alles 2-3 Wochen später dran ist als gewöhnlich. Ich beobachte schon, dass derzeit nicht nur die Blumen enorm viel Flüssigkeitsbedarf haben. Auch die Bäume des Gartens wie auch in der freien Landschaft erleben solche Hitze als Belastung und müssen einige Anstrengungen unternehmen, um ein gesundes Gleichgewicht zwischen Wasserersparnis und ungestörter Verdunstung aufrechtzuerhalten. So leert sich der gerade erst durch relativ wenig Sommerregen wieder etwas angefüllte Regenwassertank recht schnell, so dass ich auf nächtlichen Regen hoffe. Das würde auch zumindest die Vormittage stärker abkühlen. Trotzdem möchte ich mich nicht beschweren. Wir haben zu lange auf den Sommer gewartet, um seine Intensivierung zu seinem Ende hin nicht schätzen zu können.

Jahreszeitlicher Vor- und Rückblick

Die Durchsicht der Baumfotografien der letzten 12 Monate führt im jahreszeitlichen Zyklus zurück und nimmt den kommenden Herbst vorweg. So freue ich mich, dass eines meiner Baumfotos vom Herbst 2015 mit den reifen Früchten des Weißdorns spontan bei shutterstock akzeptiert wurde.

Weißdornzweig mit Früchten

Und gleich darauf eines, das vom Frühjahr dieses Jahres stammt, einem meiner Lieblingsmotive, der Spitzahornblüte, gewidmet.

Frische Blüte des Spitzahorns

Einige weitere Motive werden in den kommenden Tagen folgen.

Der Sonne entgegen

Sonnenblume neben Feigenbaum, Ginkgo und Walnussbaum

Nun habe ich sie inmitten ihrer bäumischen Nachbarn doch noch fotografiert, bevor die Vögel anfangen, die Kerne der größten Blüte herauszupicken. Man sieht hier sehr deutlich, wie sehr die Riesensonnenblume mit ihren zahlreichen Köpfen nach Licht strebt und so viel Sonne wie möglich einfängt. Es ist eine Freude, den Höhepunkt des Sommers im Spiegel der Hochzeit grüner Pflanzen zu erleben.

Gartenidyll mit Blumen und Bäumen

Unsere Riesensonnenblume mit inzwischen mindestens sechs Blütenköpfen macht den Bäumen des Gartens zunehmend Konkurrenz. Baumhoch ist sie ohnehin schon, mit einer Tendenz nach oben. Aber die dominanten sonnengelben Blüten sind natürlich auch ein Eyecatcher, der die Aufmerksamkeit unwillkürlich auf sich zieht. Da verblasst so manche Blüten- und Früchtepracht rundherum. Denn in ihrem Schatten gedeihen die Feigenfrüchte zurzeit sehr gut, wenn sie auch noch grün und erst auf halbe Größe angewachsen sind. Und die Strohblumen, Wicken, Rosenstöcke und kleiner gewachsenen Blumen genießen die Sonne ebenfalls und zeigen ihre ganze Pracht, die nur als einzelne, ob der geringeren Größe, den Gesamteindruck nicht ganz so stark beeinflussen, in der Gesamtheit aber das Bild eines üppig blühenden und grünenden, lichtdurchflutet sommerlichen Gartenidylls vermitteln.