Archetypische Krisenverarbeitung

Die beständige Abfolge von Krisensituationen hat die Menschen verändert. Das ist mir noch nie so klar geworden wie in diesen Tagen. Der Virus, jetzt die Hochwasserkatastrophe, die vielen alltäglichen Ausnahmesituationen und Verrückungen, die man kaum noch auseinanderhalten kann. Die Ausnahme scheint zur Regel geworden zu sein und das verändert etwas in den Köpfen und vor allem in den Seelen. Es lässt sich noch nicht einmal sagen, ob es um Ungleichgewichte oder die überfordernde Verarbeitung von Anpassungsleistungen geht. Es könnte auch um die vermeintlichen Gewissheiten einer für fast jeden mitlaufenden Autobiografie gehen, um die vermeintlichen Gewissheiten, die unseren Handlungen und unserer Motivation Orientierung und Halt geben. Eine Orientierung und ein Halt, der zunehmend gefährdet erscheint, unabhängig von der Ausprägung des Selbstbewusstseins und der Zuversicht. Es ist eine Coping-Strategie, die mir in solchen Zusammenhängen immer wieder vor die Seele tritt, weil ich sie als eine wirklich förderliche kennengelernt habe: Die Auseinandersetzung mit den geistigen Grundlagen unserer Verkörperung in diesem Leben, die wir auf unterschiedlichen Wegen führen können, je nach Entwicklungsstand und Möglichkeiten. Dabei spielt die symbolische Vermittlung, die Spiegelung in außerhalb von uns verfügbaren Symbolformen eine wichtige Rolle, da wir eine symbolische Verstärkung hierfür benötigen oder diese uns die Auseinandersetzung erleichtern kann. Lebenssymbole wie das von mir im Baumtagebuch und den Wunschbaum-Projekten gepflegte Baumsymbol sind eine Möglichkeit. Andere Archetypen wie Engel, Steine, Berge oder Vögel mögen andere Persönlichkeiten noch stärker ansprechen. Ich wünsche jedem, dass er aus der symbolvermittelten Reflexion Kraft und Orientierung für die je persönliche Krisenverarbeitung gewinnt und damit für das möglichst gradlinige Verfolgen seines / ihres selbst definierten Lebensziels.

Majestätische Wunderbäumchen

Der Garten grünt und blüht zurzeit so opulent, dass ich die sonst obligatorischen Strohblumen gar nicht vermisse. Damit hatte ich bewusst einmal ausgesetzt, auch weil das sukzessive Einsammeln und Trocknen der Blüten immer eine endlose Angelegenheit ist und ich auch schon so viele schöne Trockensträuße daraus gebunden habe, dass es erst einmal reicht. Ersatz sind mir in diesem Jahr die fünf Wundbäumchen alias Rizinusstauden, die ich an die Zaungrenzen gesetzt habe. Die erfreuen sich mit Ausnahme des zuletzt etwas zu spät gepflanzten großer Wachstumsfreude, so dass im Spätsommer sicher wieder genug Samenkerne fürs kommende Jahr herausspringen werden. Vor allem aber sind die Stauden schön anzusehen. Die gesamte Architektur der Pflanze, ihre majestätische Gesamterscheinung, die filigranen Formendetails der Blüten und Fruchtstände, die riesigen, sich wie riesige Hände ausbreitenden Blätter. Wenn sie jetzt noch etwas höher hinauswachsen, werden sie eindeutig das diesjährige Highlight des Sommergartens bilden.

Wetterfühlige Pflanzen

Nun verlaufen die Tage wie in den beiden Vorjahren während des Hochsommers durchgehend. Hohe Temperaturen gepaart mit Gewitterneigung und einer ziemlichen Luftfeuchtigkeit. Die Pflanzen mögen das, jedenfalls die Bäume und Stauden, die sich unter den Bedingungen prächtig entwickeln. Nur die einjährigen Sommerblumen reagieren darauf zum Teil empfindlich. So passiert es immer wieder, dass einzelne bislang noch sehr kräftige Blumenstöcke über Nacht verdorren, ohne dass ein konkreter Grund erkennbar wäre. Ich schätze, es ist der unverhoffte und starke Temperaturanstieg, die Dauerbestrahlung während des Tages, die diese Arten im Anschluss an wochenlanges kühles Schmuddelwetter nicht gut verarbeiten. Leider ist das mit Verlusten verbunden, die nur durch das üppige Wachsen und Wuchern drumherum kompensiert wird, aber es manchmal auch erforderlich macht, neue Blumen als Ersatz einzupflanzen.

Versöhnlicher Hochsommertag

Dieser Einundzwanzigste hatte immerhin den Vorzug, dass ich ungestört konzentriert meine Projektarbeit voranbringen konnte. Das bei sehr angenehm temperierten und lichtreichen Sommerwetter. So kann es eigentlich weiter gehen. Damit wir am Ende doch noch eine positive Erinnerung an diesen Krisensommer haben dürfen. Und schön auch, dass inzwischen die meisten kahlen Wunden des Rückschnitts beim Efeu kaschiert sind, weil junge Triebe aus dem starken Unterholz ausgeschlagen sind und sich die Lücken allmählich wieder schließen.

Schlusspunkt der Sommerpflanzaktionen

S. hat sich über sein Baumkreis-Armband gefreut. Für die Übungen im Wald ist das als Accessoire ja auch eigentlich genau das Richtige. So finden die Symbolholzarmbänder letztlich immer wieder die richtigen Träger, für mich eine Bestätigung der Sinnhaftigkeit des gesamten Langzeitprojekts. Wir freuen uns, dass der Sommer zurückgekehrt ist, weil das ein Stück gefühlter Normalität zurückgibt, das wir dringend nötig haben. Stimmig dazu sind jetzt die Chilipflänzchen endlich zu einer Größe herangewachsen, ab der es Sinn macht, sie in ihren eigentlichen Pflanztrog zu versetzen. Die warmen Strahlen der Spätnachmittagssonne habe ich für diese Arbeit genutzt und damit den Schlusspunkt der diesjährigen Sommerpflanzaktionen gesetzt. Die Pflanzen müssen jetzt nur noch kräftig wachsen, damit sie frühzeitig zum Blühen kommen und hoffentlich auch noch reife Schoten ausbilden. Im Vorjahr sind die Früchte sehr spät erst gekommen.

Dauerthema Klimawandel

Die Sonnenstundenbilanz für diesen Monat kann eigentlich nur noch sehr schlecht werden. Auch wenn das letzte Drittel dieses Katastrophenmonats noch überwiegend sonnig ausfallen sollte, ist diese Regenwetterphase nicht mehr auszugleichen. Nur die Pflanzen wussten das zu schätzen, für alle anderen war es eine Zumutung. Immerhin kann man sich über frisches, gelb-grünlich gefärbtes Blattgrün freuen, an den Bäumen dem Efeubewuchs, bei den Sommerblumen, die immer wieder einen neuen Anlauf nehmen, um ihre Blätter und v. a. Blüten zu erneuern. Schwer zu sagen, was nun wünschenswerter ist: Die Hitze der beiden Vorjahre oder dieses Wetter, das von extremen Schwankungen geprägt ist. Die gemäßigten Breiten sind wohl in keiner Form mehr gemäßigt. Eines der Themen, die unseren Alltag in Zukunft wesentlich prägen und die öffentliche Diskussion mit Dauerthemen versorgen wird.

Nach der Rückkehr des Hochsommers

Das war der erste Tag seit längerem, den man wieder als Hochsommertag bezeichnen könnte. Überraschenderweise hat es die Menschen nicht so zahlreich ins Freie getrieben, wie man hätte erwarten können. Fast scheint es, dass man sich selbst das schon abgewöhnt hat. Jedenfalls sind mir auf meinem Lieblingsweg am Flussufer nur wenige begegnet. Das hat allerdings auch etwas für sich, denn so kann die jahreszeitlich geprägte Landschaft noch eindrücklicher wirken. Auf dem Weg habe ich viele noch grüne Früchte an den Sträuchern und Bäumen gesehen. Damit ist mir schmerzlich bewusst geworden, dass ich in diesem Hochsommer wegen des unerwarteten Wetters die Hochphase gerade des Blühens, bei Bäumen, Sträuchern und Wiesenkräutern, weitgehend verpasst habe. Dort wo ich im Vorjahr noch die schönen Impressionen der hochsommerlichen Kräuterwiese mit Mohnblumen festhalten konnte, war heute schon alles abgemäht. Ein bis zwei Wochen früher hätte sich vielleicht noch ein vergleichbarer Eindruck eingestellt, aber in der Zeit war es auch mit Fotografieren einfach nicht möglich. Die wirklich interessanten Baummotive werden sich erst später wieder zeigen, wenn die Früchte ihre erkennbare Reife entwickelt haben. Eindrücklich beim heutigen Gang war mir ein gewaltiger Totholzstamm, der am Flussufer trieb und bei dem ich mich frage, wie er dorthin gelangt ist. Ein solcher Stamm bricht gewöhnlich nicht irgendwo ab. Möglicherweise wurde er an andere Stelle bewusst platziert, vielleicht als Renaturierungsmaßnahme. Oder die Biber, die dort immer wieder aktiv sind, waren es höchstpersönlich. Bei der Größe des Stammes würde das aber von einem ungewöhnlich ausgeprägten Ehrgeiz der Tiere zeugen.

Totholzstamm auf der Saar

Technikanalyse vs. Symbolarbeit

Manchmal wundere ich mich über mich selbst, dass die Experimentierfreude und das Interesse am Ausprobieren neuer Techniken und der damit verbundenen Erfahrungsmöglichkeiten ungebrochen scheint. Andere mögen fragen und tun das auch öfters, warum ich mir das antue. Aber die Frage lässt sich nicht wirklich beantworten, es liegt wohl an einem Entdecker- und Erkundungsdrang, der sich gerade auf technischem Gebiet auszudrücken vermag. Eine Horizonterweiterung bedeutet es allemal, auch wenn das nicht endlos und für die einzelne Anwendung regelmäßig praktizierbar ist. Die Möglichkeit, dass ich es könnte, allein macht schon den Reiz aus, mit der Chance, etwas von der jeweiligen Erkenntnis und dem Mehrwert mit anderen teilen zu können. So stoßen meine Technikexkursionen und -tests dann auch jede Menge Kommunikationen an, die sonst nicht zustande kämen. Interessant ist es für mich auch, das Verhältnis dieser eher analysierenden und im Ergebnis beurteilenden Tätigkeiten mit meiner Symbolarbeit zu betrachten. Es sind zwei Pole eines Interessenspektrums, die gegensätzlich scheinen, sich aber auch gut ergänzen. Denn es ergänzen sich die langfristig gültigen und für unsere geistige Entwicklung bedeutsamen Themen mit solchen, die von befristetem Interesse sind, dafür aber einen engen Bezug zu wechselnden und für viele relevanten Alltagsaufgaben haben und schafft so ein anregendes Gleichgewicht.

Hochsommerpflanzenwachstum

Ich freue mich über alles, was aktuell im Garten wächst, grünt, blüht und fruchtet. Für manche Arten wirkt diese Regenphase wohltuend und belebend. Insbesondere meine extrem unwilligen Chilipflänzchen haben jetzt nach endlosem Stillsand endlich einmal einen kleinen Wachstumsschub hingelegt. Noch ein wenig größer und ich kann sie in ihren eigentlichen Pflanzkübel setzen. Dann wird es vielleicht doch noch etwas mit neuen Chilischoten und Nachschub für meinen nicht gerade kleinen Vorrat an extra-scharfem Chili-Pulver. Auch die Wunderbäumchen sind sehr schön gewachsen und falten inzwischen ihre enorm großflächigen Blätter aus. Die werden zu den diesjährigen Gartenhighlights zählen, auch weil ich diesmal so viele kräftige Exemplare zur Verfügung hatte.

Selbstbeschreibung und Motivation durch Themenbeiträge

Zaghafte Regungen und kurzes kommunikatives Aufbäumen sind nicht ausgeschlossen in diesen Tagen. Aber sie sind nach wie vor selten geworden und scheinen immer wieder abgebremst zu werden. So als wenn sich der Krisengedanke verselbständigt hätte. Das finden natürlich auch die Verweise auf meinen neuen Themenbeitrag zu komplexem Webdesign nicht die größte Resonanz. Es ist dennoch wichtig, die eigenen fachlichen Erfahrungen, die letztlich aus einer täglichen intensiven Auseinandersetzung mit den Themen resultieren, auch immer wieder schriftlich festzuhalten, zu komprimieren, die Essenz herausarbeitend und für den Interessierten zugänglich machend. Tatsächlich erfolgt irgendwann die Reaktion, ist der Beitrag Anlass und Ausgangspunkt für ein neu entstehendes Entwicklungsprojekt. So greifen die kontrollierende Selbstbeschreibung und die als Motivationsanlass verstandene Beratung ineinander und schaffen Themenräume, die für beide Seiten bereichernd sein können. Ich bin froh, dass ich noch eine andere mir im Magen liegende technische Unklarheit heute bereinigen konnte. Jetzt steht der sicheren Verwendung des Anfrageformulars in der Webpräsenz der Wunschbaum-Manufaktur nichts mehr im Wege. Denn jetzt können auch die für das Projekt unsensiblen Maschinen mit der gefundenen Lösung wieder leben.

Zu viel Feuchtigkeit

Wir scherzen schon mit Bezug zur Jahreszeit und im Vergleich mit dem, was wir erleben. Novemberwetter ist das fast schon, wenn es noch etwas kühler wird. Und so kommen tatsächlich Gedanken an die Adventszeit – mitten im Hochsommer. Wetterkapriolen kennen wir nun schon sehr lange. Aber so etwas in der Hochzeit des Sommers ist dann doch ungewöhnlich – und sehr demotivierend. So jedenfalls strahlen es die meisten Menschen zurzeit aus, und das verstärkt sich in der Kommunikation dann auch gegenseitig. Es kann nur noch besser werden, und das heißt dem Erwartbaren gemäßer. Hoffen wir, dass die Pflanzen durch zu viel Nässe in der falschen Jahreszeit nicht leiden. Zumindest bei den Blumen und Stauden kann das gefährlich werden, während die Bäume sich da noch gelassener zeigen.

Der Baumkreis als Armband

Unverhoffte technische Hürden sind mir auch an diesem Regensommertag nicht erspart geblieben. Das ist so ein Beispiel für Häufungen ähnlicher Problemlagen, so als ob diese Probleme sich gegenseitig infizieren würden. Immerhin, bei so viel den Kopf zerbrechenden formalen Beanspruchungen war es am Nachmittag eine Wohltat, die Arbeit an dem aktuell in Auftrag stehenden Baumkreis-Armband abzuschließen. Das ist wohl das kompletteste und symbolgesättigste Produkt, das ich überhaupt für Interessenten herstelle und anpasse. Die nicht ganz so häufige Gelegenheit ist insofern immer etwas Besonderes.

Ein fast perfektes Gleichgewicht

In unserer Ecke Deutschlands waren wir anders als gewöhnlich an diesem Tag mit trübem Wetter und Hochnebeldecke geplagt. Zwar noch warm, aber atmosphärisch so ungemütlich, dass man kaum glauben mag, es sei Hochsommer. Und wie immer an trüben Tagen hat sich das auch auf die Motivation und Kommunikationsfreudigkeit der Menschen ausgewirkt, die heute nicht vorhanden war. Gut für die eigene Projektarbeit, die so kaum Ablenkung kennt. So war dieser Arbeitstag für mich in ruhiger Stimmung zweigeteilt, in Kommunikationsarbeit am Vormittag und Holzarbeit am Nachmittag – ein fast perfektes Gleichgewicht, das wohltuend wirkte und ein wenig von jener Unwahrscheinlichkeit ausstrahlte, deren Reize für mich nie verborgen bleiben.

Hochsommerliche Wiesenkräuterkonstanten

Die Wiesenpflanzen sind in diesen Julitagen ungefähr auf dem Stand des Vorjahres. Auf dem Flussdamm konnte ich heute dieselben Arten in voller Blüte sehen, die ich im Vorjahr an anderer Stelle fotografisch festgehalten hatte. Darunter der rote Klatschmohn und eine Reihe weiterer farbig blühender Wiesenkräuter, deren Bezeichnungen ich nicht kennen. Von der Wilden Möhre einmal abgesehen. Nun, die Fotos des Vorjahres dürften kaum zu toppen sein. Es ist aber auch schwüle Wärme bei bedecktem Himmel, die nicht so viel Lust aufs Fotografieren macht. Auch wenn die Lichtverhältnisse bei solchen Bedingungen eher günstiger sind, ist die Eindrücklichkeit in der Aufnahmesituation bei strahlendem Hochsommerwetter eine andere. So werde ich eine eventuelle Neuauflage der Wiesenkräuterserie von ansprechenderen Witterungsbedingungen abhängig machen und hoffen, dass die Blüten dann noch zu sehen und ansehnlich sind. Die feuchte Wärme der letzten Woche hat jetzt die kahlen Kopfbereiche der Efeuranken deutlich vitalisiert. An der Grotte sieht man von oben schon relativ flächendeckende neue Blatttriebe mit zurzeit noch kleinen Blättern. Wenn die ausgewachsen sind, werden die kleinere Lücken aber auch schon wieder geschlossen sein. Und an dem heftig zurückgeschnittenen alten Mauerefeu zeigen sich immerhin schon erste einzelne Triebe. Dort wird es langsamer und unregelmäßig nachwachsen, aber bis zum Anfang des Spätsommers sicher auch schon einigermaßen geschlossen erscheinen.

Fast wie im Regenwald

Der Garten wuchert in diesen Tagen ausufernd, nach einer längeren Phase mit viel Regen bei mäßiger Wärme, wie wenn das Grün sich selbst ersticken wollte. Schöner wär‘s bei gleichzeitigen Hochsommertemperaturen, dann stellt sich diese Anmutung von tropischem Regenwald ein. Dennoch müssen wir wieder einiges zurückschneiden, u. a. die langen Triebe der Weinreben, die zu viel Raum beanspruchen und die Energie von den Fruchtständen eher abziehen. Aber auch die Bäume machen sich gegenseitige Licht-Konkurrenz. Mit deren Rückschnitt ist es jetzt aber schwierig. Insbesondere die Nussbäume neigen dann dazu, auszubluten, was wir gerade jetzt natürlich nicht wollen. Möglich wäre es vielleicht beim Nashi-Birnenbaum, der ohnehin fast keine Früchte in diesem Jahr trägt. Dann hätte der nebenstehende Feigenbaum auch wieder mehr Licht und eine größere Chance, endlich an Stammdicke und Ausdehnung zuzulegen. Ich hoffe, das war jetzt nicht schon der Höhepunkt des Sommers. Eine anhaltende Phase wohl temperierter Sommerwärme würde uns allen gut gefallen, zugunsten einer schönen Sommergartensaison.

Fortschritte beim Efeu

An der Grotte ist der zurückgeschnittene Efeu inzwischen wieder zum Leben erwacht. Über den kahlen Schnittflächen sind neue kleine Blättchen erschienen, die sich bald ausdehnen werden und dann schon einen Teil der Lücken schließen sollten. An der langen Mauer, dem Hauptort dieser tagesfüllenden Rückschnittaktion, hat sich aber noch nichts bewegt. Vielleicht weil die geschnittenen Äste dort schon dicker waren und frische Triebe aus dem starken Holz nicht so schnell zu erwarten sind. Da wird es noch einige Wochen länger Sommerregenphasen geben, die die Hecke aufatmen lassen und ihr genügend Energie geben, um sich wieder in alter Form präsentieren zu können.

Sinnhafte Formen

Eigentlich ist es bei dem unsommerlichen Wetter auch gut so. Die Projektarbeit ist zurzeit sehr intensiv und eng getaktet. Viel technische Routine- und Fleißarbeit ist darunter, aber auch kreative Elemente, im Bereich der Softwarekonfiguration wie auch beim Layouten. Und doch ist es die Handarbeit mit Holz, die einen wirklichen Ausgleich schaffen kann und den inhaltlichen Horizont immer wieder ausdehnt. Ich freue mich deshalb auf alle Aufträge, wie aktuell für ein Lebensbaum- und ein Baumkreis-Armband, um diese kontemplative Arbeit mit Symbolen und sinnhaften Formen umsetzen zu können.

Symbolarbeit in Krisenzeit

Nun bin ich selbst auch Teil des Impfmarathons, wenn auch die Sache noch nicht abgeschlossen ist. Ich hoffe, die Menschen werden nicht übermütig und es taucht nicht unverhofft wieder eine weitere Welle auf. Die Projektarbeit beansprucht mich derzeit sehr, so dass die Krisenstimmung sich zum Teil verdrängen lässt. Wichtig ist mir aber immer, dass die grundlegenden Themen nicht zu kurz kommen. In hektischen Zeiten wird das noch lebenswichtiger als sonst. So bleiben gerade jetzt die Holzarbeit und die Weiterentwicklung der Arbeit mit und um die Symbolik herum mein kontinuierliches Parallelprojekt.

Sommerintermezzo

Ganz so hatten wir uns den Hochsommer nicht vorgestellt. Auf einmal so viel Regen, dass die Sonne kaum noch eine Chance erhält. Die Pflanzen wissen das jetzt noch zu schätzen, aber es darf eben nicht lange anhalten. Insbesondere die Blumen und Stauden neigen dann dazu, faule Blätter auszubilden und in dem zu Viel an Flüssigkeit zugrunde zu gehen. Nur die Bäume freuen sich, mehr Feuchtigkeit ihren Wurzeln speichern zu können, als Vorsorge für die heißen Tage, die sicher wiederkehren. So ziehen wir etwas möglichst Positives aus diesen Umständen und rüsten uns für die belebenden Sommertage, die uns nach draußen ziehen und die uns dem Kosmos näherbringen.

Lieblingsmotive und bewegte Bilder

Nach längerer Zeit hatte ich heute wieder Gelegenheit, mich mit der Bearbeitung einer Videosequenz zu beschäftigen. Es war eine der beiden Aufnahmen, die ich vor über einer Woche im Waldgarten in B. zusammen mit S. realisiert hatte. Obwohl ich mich gewöhnlich eher zögerlich dem Genre nähere, hat diese bewegte Form von Bildern doch auch etwas Reizvolles. Es ist zudem ein Vorzug der neuen spiegellosen Kameratechnik, dass die Ergebnisse wirklich exzellent sind, durchaus vergleichbar, wenn nicht hochwertiger als die früherer Videokameras. So sehe ich es nicht als ausgeschlossen, in Zukunft doch mit der Technik zu experimentieren, natürlich im Bereich meiner Lieblingsmotivfelder, den Baum-, Holz-, Landschaftsdetails sowie den Oberflächenstrukturen und Materialtexturen. Die technischen Besonderheiten muss ich mir aber noch weitgehend neu erschließen.

Für eine Stärkung des Grundlegenden

Der Verlauf des Sommers macht mich ein wenig ratlos. Ganz anders ist das wie von den Vorjahren gewohnt. Vielleicht eher wie der Sommer von „früher“, aber doch von Ungleichgewichten geprägt, die wie eine Spiegelung des Ungleichgewichts in Gesellschaft, Psyche und Kultur wirken, das uns seit Beginn der Krise mit unverhofften Wucht heimgesucht hat. Die Mitte zu finden ist ohnehin die große Herausforderung unserer Zeit, aber sie so mühsam immer wieder erarbeiten zu müssen, wirkt auf mich wie ein riesiger Rückschritt. Zumindest ist es ein Umstand, der Fortschritt verhindert, zusätzlich zu dem unverständlichen Vertrauen in rein wissenschaftliche Denkart und wissenschaftliche Erklärung, das eigentlich vor über hundert Jahren schon überwunden schien. Damals gab es vielversprechende Ansätze für eine Stärkung des transzendenten Bewusstseins und eine Anerkennung seines bestimmenden Einflusses auf unser Denken und Handeln. Was nur ist übrig von dem, was u. a. die anthroposophischen Einsichten hätten auf breiter Front anstoßen können? Wir sollten uns gerade in dieser Krise kräftig schütteln und den Riesenumweg endlich abkürzen, zu wirklich Wichtigem zurückkehren. Gegenwärtig ist das nur schwer vorstellbar, wenn politische Rahmensetzungen von den wissenschaftlichen Empfehlungen der Virologen, Physiker und Mediziner dominiert wird. Lasst uns bitte alles Andere nicht vergessen, und dass dieses Andere das wirklich Grundlegende darstellt. Die Baumprojekte verstehen sich vor allem als Beitrag zu dieser Stärkung in der Orientierung am Grundlegenden.

Gartenarbeit und späte Chilis

Einige ausstehende Gartenarbeiten standen heute nach Abschluss des jüngsten Manufakturprojekts auf dem Plan. Aber es werden nicht die letzten für diese Gartensaison gewesen sein. Allein schon, weil die Chilipflänzchen dieses Jahr sehr langsam sich entwickeln und es noch lange dauern kann, bis ich sie in ihre Pflanztröge umsetzen kann. Insgesamt muss das nicht unbedingt mit einer Verzögerung verbunden sein, denn die Chilipflanzen kommen generell sehr spät erst zur Blüte und setzen noch viel später Schoten an, mit einer entsprechend späten Erntezeit. Vielleicht ist diesmal nur der Anfang des Wachstums verzögert und es geht im Anschluss umso schneller voran. Ein Rundgang durch den Friedhof und der Besuch an den Gräbern verstorbener Bekannter war am Nachmittag ein passender Bestandteil dieses wohltemperierten und doch noch leicht schwülen Sommertages.

Bedeutung, Energie und Spiegelung

Eiche und Tanne, zwei Holz-Klassiker, haben mich seit gestern in meiner Manufaktur beschäftigt. Interessant, dass sich manchmal die Nachfrage nach bestimmten Arten häuft. Zurzeit sind es gerade die Arten, die jedes Kind kennt. Das ist insofern schön als es das Bedürfnis nach Grundlegendem besonders deutlich zum Ausdruck bringt. Da ist dann der dekorative Aspekt ganz außen vor, es geht in dem Fall nicht um Schmuck, nur um Bedeutung, Energie und Spiegelung. Das entspricht genau dem, was die Wunschbaum-Manufaktur im Kern ausmacht. Das auch in Krisenzeiten umsetzen zu können, in denen die Aufmerksamkeit auf meine Symbolformen etwas reduziert zu sein scheint, ist ein Geschenk und bekräftigt das langfristig angelegte Konzept.

Endlich wieder Maulbeeren

Die ersten Maulbeeren hat V. schon gepflückt und mitgebracht. Wir haben sie eingefroren und werden sie später, wenn wir mehr gepflückt haben, weiterverarbeiten. Selbst hatte ich sie vor drei Jahren, als die letzte und bisher erste Ernte an meinem selbst gepflanzten Baum möglich war, nicht geerntet. Von V. weiß ich aber, dass es mühsam ist, zum einen, weil die Früchte kleiner sind als z. B. Brombeeren und dann auch, weil sie sehr fragil mit ihren Stielchen an den Zweigen befestigt sind und sehr leicht bei Berührung herunterfallen. Das wird noch eine Herausforderung, zumal in diesem Frühjahr ein Rückschnitt nicht möglich war und die Krone deshalb sehr dicht zusammengewachsen ist. Da lässt sich die Leiter schwer anstellen, die Früchte werden insbesondere im oberen Kronenbereich nicht leicht zu erreichen sein. Aber die Mühe müssen wir uns natürlich machen, wenn die Früchte nach längerer Zeit wieder reichlich gewachsen sind und wir damit unseren Vorrat an leckerer Maulbeermarmelade für die nächsten Jahre auffüllen können. So hoffe ich.

Motivierende Voraussicht

Die Sonnenbilanz für diesen Juni fiel am Ende dann doch leicht überdurchschnittlich aus. Trotz der verregneten und bewölkten letzten Tage. Die Bäume können sich noch einige Tage länger erholen und dann ihr von der Sonne motiviertes Wachstum erneut aufnehmen, sicher dabei auch einiges an Flüssigkeit in den Wurzeln speichern. Eigentlich ganz gut für die Pflanzen, aber auch eine Abweichung von den Extremsommern der vergangenen Jahre. Ein Sommer wie er früher einmal war, könnte man tendenziell sagen. Leider hat weder die Sonne noch der Anklang an den Charakter früherer Sommerzeiten wirklich dazu beigetragen, dass die Zuversicht unter den Menschen wieder wächst. Leider stelle ich anhaltende Krisenmüdigkeit und Lethargie fest, die sich kaum je aufzulösen scheint. Es ist nichtganz einfach, in dieser Situation selbst Zuversicht in die Projektarbeit zu legen, den hoffnungsvollen Aspekt in Formen und Inhalte zu übersetzen und damit spürbar zu machen. Letztlich kommt es immer auch auf die Bilanz an, zwischen ehrlicher Zeitdiagnose und motivierender Voraussicht auf bessere Zeiten.

Gute Maulbeerenprognose

Viel Regen und wieder eine Unterbrechung des Hochsommerwetters, das schon mit viel anhaltender Sonne gekrönt war. Gut, so füllen sich die Regenreservoirs wieder auf, die Pflanzen erhalten genug Wasser, ohne gegossen zu werden. Und wir können eine Abkühlung genießen, bevor die nächsten Hitzephasen anstehen. V. sagte mir heute, die Maulbeeren, die es in diesem Jahr erstmals wieder gibt, seien in ca. 3-4 Wochen erntereif. Darauf freue ich mich schon, können wir doch unsere zuneige gehenden Vorräte an Maulbeermarmelade. Jahrgang 2018 auffüllen. Vielleicht wird’s sogar noch mehr als vor drei Jahren. Nicht sicher bin ich mir, wodurch der seltene Segen motiviert ist. Vielleicht war es ja der ausgebliebene Rückschnitt, der ihn begünstigen konnte. Vielleicht stehen aber auch andere Faktoren im Raum, die wir noch nicht erfassen konnten.

Erdende Erholung

Eigentlich ist es gut, vor allem für die über Jahre von anhaltender Hochsommerhitze geschädigten Bäume, dass dieser Sommer wieder wechselhafter ausfällt. Eigentlich ähnlich den Sommern, „wie sie einmal waren“. Und die waren eigentlich so, dass sich sehr heiße Tage mit gewittrigen warmen abgewechselt haben. Wochenlange Extremhitze kannten wir damals noch nicht. Gut, dass die Kurve diesbezüglich nicht kontinuierlich ansteigt, wie man das zuletzt befürchten musste. Ich freue mich, bei diesem gemäßigten Hochsommerklima parallel immer weiter an meinen Manufakturprojekten arbeiten zu können und während dieser Stunden die ruhige Atmosphäre des Gartensommers einatmen zu können. Das ist bei konzentrierter Arbeit mit verschiedenen Holzarten und im Kontext der Baumsymbolik eine erdende Erholung.

Ein Fotoshooting und Videodreh im Waldgarten

Den Tag hatten wir gut gewählt, und der nicht vorhergesagte Regen kam auch erst am Nachmittag, nachdem wir das Shooting und die zwei Videos bereits realisiert hatten. S. und P. hatten in den Tagen zuvor den Waldgarten für die Aufnahmen vorbereitet und die energetische Ausstrahlung des von Bäumen überdachten Waldstücks noch einmal akzentuiert. Mit einem halbkreisförmigen an den Bäumen befestigten Band aus tibetanischen Gebetsfahnen. Für die Fotos und Videos hat sich dieses als Glückfall herausgestellt, weil es der natürlichen Situation eine Art Rahmenelement hinzufügt, das die Qi Gong Bewegungssequenzen mit einer bühnenartigen Kulisse hinterlegt hat. Für die Fotoreihe haben wir verschiedene Perspektiven und Standortplattformen gewählt, und auch unterschiedliche Outfits, außerdem den Eingangsbereich mit dem kleinen Tor und eine Gesamtansicht des Areals. Die anschließend umgesetzten beiden Videos geben den gleichen Bewegungsablauf wieder und sind am Ende auch fast identisch lang, aber eben auch aus zwei verschiedenen Perspektiven aufgenommen, was durchaus unterschiedliche Anmutungen mit sich bringt. Die Videos haben auch bei diesen innwaldtypischen Lichtverhältnissen erstaunlich gut funktioniert, und das Ergebnis, das ich vorhin am Großbildschirm betrachten konnte, ist überzeugend und sehr detailreich. Gut, dass ich für solche Projekt die spiegellose Kamera und das sehr leistungsfähige Objektiv einsetzen konnte. Ein wirklicher Fortschritt gegenüber den ersten Versuchen mit Video im Innenraum. Jetzt geht es in den nächsten Tagen an die Auswahl und Bearbeitung. Ich weiß aber jetzt schon, dass der stimmungsreiche Tag und die Aufnahmen im Wald gute Ergebnisse bringen werden und geeignet sind, das neue Angebot von Qi Gong Kursen in natürlicher Waldumgebung eindrucksvoll zu veranschaulichen.

Guter Tag fürs Kunsthandwerk

Mein kunsthandwerklicher Plan ließ sich heute wie gewollt umsetzen. Eines der sechs Armbänder konnte ich sogar schon ganz fertigstellen. Damit ist die Restarbeit in der nächsten Woche gut kalkulierbar. Bei dem moderat sommerlichen Wetter war das heute auch erholsam, so dass ich konzentriert arbeiten konnte. Ich freue mich auf den Ausflug morgen und auf eine besondere fotografische Herausforderung mit Aufnahmen im sommerlich beleuchteten Wald.

Passend zum Juni

Jetzt kommt der Sommer doch wieder zurück, schon bald werden wir die besondere frühsommerliche Atmosphäre des Juni in uns aufnehmen. Die Holzarbeit musste heute einmal pausieren, da zu viele Routinearbeiten abgearbeitet werden mussten. Aber ein Ausflug über Land am Nachmittag hat mich auf den morgigen Einsatz am Gartenarbeitsplatz eingestimmt. Und dann wird noch ein kreativer Sonntag mit fotografischen Projekten im Wald folgen. Ganz gute Aussichten, die zur Jahreszeit passen und die Reize der Jahreszeit zu nutzen wissen.

Sommerregentag

Ein Regentag und fast schon wieder kühl, jedenfalls musste ich einen Pullover überziehen, nachdem in den letzten Wochen durchgehend Sommerkleidung angesagt war. Ich hoffe, der Efeu und die übrigen Gartenbäume werden das Nass nutzen, um sich zu erholen. Ganz besonders der Efeu, der durch den Rückschnitt so stark amputiert wirkt. Regen bei gleichzeitiger Wärme kann helfen, dass er aus dem blattlosen Holz neue Triebe bildet, die die Geschlossenheit der immergrünen Pflanze wiederherstellen. Das kann noch etwas dauern, aber es kommt dann irgendwann sehr schnell.