Lasst uns nachdenken

Heute das Gegenteil. Regen ohne Ende, und kaum einen Schritt vor die Tür gesetzt. Einer von diesen zeitlosen und irgendwie regungslosen Tagen. Ich sage: Tagen, obwohl die Regungslosigkeit sich vor allem im Verhalten oder Nicht-Verhalten der Menschen ausdrückt. Aber ich glaube, es ist diese Reihenfolge: Die umgebende Natur beeinflusst wesentlich die menschliche Natur, und mit ihr die gesamte körperliche und seelische Verfassung. Chrono-Biologie müsste eigentlich ein stark ausgebauter Wissenschaftszweig sein. Ich glaube, über solche wirklich alltagswichtigen Phänomene wird zu wenig nachgedacht. Wir halten uns mit Nebensächlichkeiten auf, im Alltagsgespräch wie auch im Fachdiskurs. Lasst uns darüber nachdenken, was für unser Leben wirklich wichtig ist. Durch das regelmäßige Bewegen in Natur und in Nachbarschaft mit Bäumen können wir auf diesem Gebiet Fortschritte machen.

Lichtnadeln

So schöne Nadel-Bilder konnte ich heute im Stadtpark festhalten. Das Licht war hierfür ideal. So hell, dass es sogar die Nadeln der Chinesischen Wasserfichte transparent werden ließ:

Baumnadeln im Licht

Baumnadeln im Licht

Baumnadeln im Licht

Baumnadeln im Licht

Baumnadeln im Licht

Baumnadeln im Licht

Allzu gelassen

Die Vegetation schwingt sich zu ungeahnten Höhen auf. Und in gleichem Maße scheinen sich die Menschen auf Sommerzeit eingestellt zu haben. Das bedeutet meistens eine etwas gelassenere Art, an die Dinge heran zu gehen. Gut für das allgemeine Empfinden, aber schlecht für professionelle Fortschritte. Ich hoffe auch in diesem Bereich auf Entspannung, oder besser umgekehrt: auf etwas mehr Spannung und fokussiertes Engagement der Interessenten. Unterdessen erfreue ich mich am Erfolg meiner fotografischen Arbeiten. Die Baumscheibe der Kiefer mit den so klar abgegrenzten Jahresringen erweist sich als Renner – sogar während des Sommers. Das gibt mir einmal mehr Anlass, eine ganze Reihe solcher Jahresring-Makroaufnahmen in den Plan zu nehmen.

Buchensommeroase

Während des kurzen Aufenthalts in M. habe ich die Gelegenheit genutzt und eine Runde durch den Park gedreht. Diesmal war es die gewaltige Rotbuche mit den bis zum Boden hängenden schnurartigen Ästen, die mich besonders angezogen hat. Wahrscheinlich, weil sie einen so schattigen, kühlen und fast undurchsichtigen Raum um ihren Stamm herum geschaffen hat, in dem man sich wie in einer Höhle bewegen kann. Die Blätter dieser Buche wirken im abgedämpften Licht wie gemeißelt:

Buchenblätter

Buchenblätter

Buchenblätter

Maulbeerüberraschung

Auf der Rückfahrt aus S., wo wir die aktuelle Rosenausstellung besucht haben, konnte ich einen Abstecher zum Bienenhausgrundstück unternehmen. Ich wollte unbedingt den Maulbeerbaum sehen, den wir im vorletzten Jahr dort eingepflanzt haben und der sich seitdem, insbesondere nach den Frostschäden des vorletzten Winters, nicht sonderlich gut entwickelt hat. Dachte ich zumindest. Denn heute habe ich zu meiner Überraschung jede Menge Früchte an ihm entdeckt. Zurzeit sind sie zwar noch klein, aber dafür umso zahlreicher an allen noch ziemlich spärlichen Ästen vorhanden. Umso erstaunlicher als auch das Blattkleid noch nicht sehr üppig ausgeprägt ist. Dass er dennoch so reichlich Frucht trägt, knapp zwei Jahre nach seiner Anpflanzung, zeigt mir, dass er sich dort wohl fühlt. Wir hatten uns ja auch sehr viel Mühe gegeben, einen attraktiven und rundum sonnenbeschienenen Standort zu finden. Auch die Pflanzgrube hatte wir akribisch vorbereitet, anschließend noch eine professionelle dreiteilige Baumstütze installiert, damit er gerade wächst und dem häufig an diesem Standort windigen Wetter gewachsen ist. Diese Rechnung ist aufgegangen. Nun hoffe ich, auch die Wurzeln werden sich tief eingraben und die Äste werden bald schön kräftig. Na ja, auch die äußere Form spielt natürlich eine Rolle, wenn es darum geht, einen Baum zu mögen. Dieser ist auf dem besten Weg, einer meiner Lieblinge zu werden.

Holzbewegungen

Eine echte Plackerei. Den ehemaligen Hühenstall ,,auszuräumen“, d. h. von unnötigen Zwischenwänden und Stützpfeilern zu befreien und Raum zu schaffen für unsere Holzvorräte, war eine wirklich anstrengende Aufgabe. Vor allem weil anschließend der gesamte Stapel aus Eschen-, Eichen- und Kiefernbrettern und -bohlen dorthin umgelegt werden musste. Dabei sind natürlich viele Stücke weggefallen, die zwischenzeitlich vom Wurm zerfressen worden waren, was den Brennholzhaufen gleich wieder hat anwachsen lassen. Bei uns ist es tatsächlich so, dass wir durch unsere vielen Baum- und Holzaktivitäten nie frei von Abfall- und damit Brennholz werden. Es ist fast wie ein perpetuum mobile, ein endloser Prozess von Sägen, Hobeln, Lagern, wieder Sägen, bearbeiten u. s. w. Gewöhnlich mag ich solche Arbeiten, aber heute war es eindeutig zu viel auf einmal. Und dann noch diese Unmenge an Staub, die ich wohl geschluckt habe. Am morgigen Sonntag ist Rekreation angesagt, denn gesund war das heute sicherlich nicht gewesen. Dafür wird aber unser Hinterhausambiente in Kürze wieder aufgeräumter wirken.

Ende der Hühnerära

Das ist das Ende einer Ära – V. hat die Hühner abgeschafft, will heißen, er hat die letzten noch verbliebenen heute geschlachtet und ist jetzt gerade dabei, den Hühnerstall innen auszuräumen. Wir werden unsere Vorräte an Fichten-, Eschen und Eichenbrettern und -balken dort unterbringen und dann hoffentlich etwas mehr freien Raum zum Sitzen hinterm Haus haben. Leid tut es mir schon, denn die Hühner gehören, seitdem ich denken kann, zum vertrauten Umfeld. Das Krähen des Hahns, das Gackern, die frischen Eier, die immer schon anders schmeckten als gekaufte. Von mir aus hätte er andere Prioritäten zu Gunsten der Hühner setzen können. Zum Beispiel seine Obstbaumbestände endlich radikal reduzieren. Aber V. hat da seinen eigenen Kopf, und außerdem hängt die Entscheidung auch mit gewissen gesundheitlichen Problemen zusammen, die ihm die Zubereitung des Hühnerfutters zuletzt bereitet haben. Also irgendwie auch verständlich. Und doch ein trauriger Tag, der sich im diesig-regnerischen Wetter spiegelt. Wie wenn die Natur unsere Erlebnisse kommentieren wollte.

Freude am Grün

Am Wochenende stehen wohl wieder Garten- und ähnliche Arbeiten auf dem Programm. Ich hoffe nur, der Regen lässt nach, denn damit geht uns diese Arbeit weniger leicht von der Hand. Vorher aber noch eine Armbandarbeit, erholsam nach einigen Wochen fast ununterbrochenen Lernens. Dass die Schläfer aus ihrer Versenkung kommen, wünsche ich mir. Dass die Temperatur gleichmäßig hoch bleibt, ein schönes Hochdruckwetter außerdem. Und dass das Licht uns täglich die Freude am Grün der Pflanzen und besonders der Bäume vermittelt. Auch das vermisse ich an Tagen wie diesem, an denen die Dinge still zu stehen scheinen.

Sommermärchen

So helles Licht! Nur die Schwankungen machen mir etwas zu schaffen. Ich glaube, das wird ein guter Sommer. Für mich arbeitsreich, lernintensiv und kreativ. Für M. ein Lesesommer, nach vielen Jahren wieder. Und für V. eine ziemlich ruhige Zeit, da ein extrem geringer Honigertrag zu erwarten ist. Ganz im Gegensatz zu Vorjahr. Also eine Art Sommermärchen, jedenfalls wenn keine Katastrophen dazwischenkommen. Ich hoffe, meine Sammlung der Sommmer-Blätter-Bilder ausweiten zu können. Das Licht wäre richtig, aber eigentlich müsste ich mehr Ruhe dafür finden. So hoffe ich auf die Nischentage und Wochenenden – und auf viel Lust am kreativen Schaffen.

Zeitlosigkeit liegt in der Luft

Im Garten und in der Landschaft wuchert das Grün. Die feuchte Wärme ist ideal für das Wachstum der Pflanzen, auch wenn sie uns Menschen eher zu schaffen macht. Wir sind krank, oder zumindest müde und abgeschlagen. Im besten Falle entspannt. So ist mein gegenwärtiger Eindruck tatsächlich, dass die Menschen sich auf Sommer eingestellt haben. Es liegt diese Unwahrscheinlichkeit, oder sollte ich sagen: Zeitlosigkeit in der Luft. Und wenn Gegensätzliches sich anzieht, kann ich vielleicht sogar erwarten, dass sich der über Monate hinweg entstandene Auftragsstau meines neuen Geschäfts endlich einmal auflöst und ich über die Sommermonate wirklich gut ausgelastet bin. Lernen ist gut, aber dann müssen auch die Gelegenheiten kommen, das neu Gelernte anzuwenden. Diese Chancen wünsche ich mir jetzt.

Phasen symbolischer Artikulation

Eben habe ich noch schnell einen Haselstab hergestellt, der jüngste Auftrag. Der letzte enthielt bereits Perlen dieser Art. Und das kann ich öfter beobachten. Dass sich nämlich die Wünsche und Anfragen in Bezug auf bestimmte Hölzer phasenweise konzentrieren. Schwer zu sagen, woran das liegt, ob es einer wie auch immer gearteten Logik folgt. Ich denke aber, dass die universalen Schwingungen, von denen ich in diesem Buch so häufig spreche, sich tatsächlich auch in diesem sehr speziellen Bereich symbolischer Artikulationen bemerkbar machen. Dann ist beispielsweise der Hasel ,,an der Zeit“. Weil er seinem Träger etwas gibt, ihn möglicherweise unterstützt, seine Gedanken klärt, ihm hilft, die richtige Richtung zu finden. Wenn ich zu solchen Prozessen etwas beitragen kann, und sei es auch nur durch handwerkliche Arbeiten, ist der Zweck der Wunschbaum-Initiative erfüllt.

„Geburtstagsbild“ einer Gleditschie

Ich hatte das ja eigentlich schon vor Jahren einmal ins Auge gefasst. Jetzt will ich endlich damit beginnen, nämlich eine Langzeitbeobachtung eines einzelnen Baumes von seinen ersten Tagen an. Die kleine Gleditschie ist immerhin jetzt schon so groß, dass man auf dem Foto etwas erkennen kann. Den genauen ,,Geburtstag“ kenne ich zwar nicht, aber es dürfte so ungefähr zwei Wochen zurückliegen. Das also ist das offizielle Geburtstagsfoto:

Gleditschie am 1. Juni 2008

Die Fiederblätter kann man schon schön erkennen, insofern gibt es keinen Zweifel an der Art. Jetzt muss ich mir noch überlegen, in welchen Intervallen ich den Baum fotografieren will, damit auch ein Baumtagebuch im weithin geläufigen Sinne des Wortes daraus wird. Hier noch meine aktuelle Inhaltsbeschreibung vom „Land der Tausend Bäume von Amanda Hampson“:

coverDas Land der tausend Bäume liegt in Australien. Es bildet den symbolträchtigen und emotionalen Bezugspunkt einer Familiengeschichte, eine Art Ursprungsheimat, in der alle Fäden schicksalhafter Wendungen zusammenlaufen. Als der Großvater der Protagonistin Adrienne in Australien einwandert, sind es einige mitgebrachte Olivenbäumchen, aus denen schließlich ein ganzer Hain aus 1.000 Bäumen entsteht. Sein Traum, in einem Land, in dem Oliven kaum bekannt sind, vom Verkauf derselben oder von der Vermarktung des Olivenöls zu leben, sollte zu seinen Lebzeiten nicht in Erfüllung gehen. Seine beiden Töchter Isabella und Rosanna aber werden in der Gegend seitdem die ,,Olivenschwestern“ genannt. Dass die Schwestern trotz ihres geradezu gegensätzlichen Temperaments dennoch eine sehr enge Beziehung zueinander haben, findet im väterlichen Landerbe seinen symbolischen Ausdruck. Dass dies auch praktische Auswirkungen hatte, erkennt Adrienne, als sie nach dem Tod ihres Großvaters erstmals in das Land der tausend Bäume reist. Dort erfährt sie, für sie ganz überraschend, dass ihre Mutter Isabella eine Schwester hatte. Schrittweise lüftet sie das Geheimnis ihrer Vorfahren und lernt ihre Herkunft in einem neuen Licht zu sehen. Nachdem ihre Rolle als ehemals erfolgreiche Businessfrau zu diesem Zeitpunkt bereits ins Wanken geraten ist, findet sie auf dem geerbten Land des Großvaters eine neue Liebe und macht dessen unvollendeten Traum zu ihrem eigenen.

Arbeit im Freien

War schön heute, die Arbeit im Freien. Efeu zum wiederholten Male geschnitten, weil es wieder sehr üppig geworden war. Dem Ginkgo eine Stütze gegeben, damit er nicht mehr so sehr im Wind schwanken muss. Die grün gestrichene Eisenstange ist recht dezent und fällt kaum auf. Zudem ist sie leicht biegsam und passt sich den Bewegungen des Baums deshalb teilweise an. Leider ist sie aber, nachdem ich sie eingeschlagen hatte, zu kurz, so dass der Wipfelteil des Baums doch dem Wind ausgesetzt ist. Ich hoffe, das geht gut. Das Problem mit der Befestigung habe ich gut gelöst. Kleine offene Ringe aus flexiblen Kunststoffrohren halten Abstand zum Stamm und schützen gleichzeitig vor Einschnürungen der Drähte. So kann der Baum noch ein gutes Stück an Breite zulegen, ohne dass irgendeine Gefahr der Einengung besteht. Die kleine Gleditschie entwickelt sich tapfer, wenn auch sehr langsam weiter. Und V. hat mir heute drei weitere Keimlinge gezeigt, von Samenkernen kommend, die er vor etwa drei Wochen in Erde gesetzt hat, und von denen mindestens einer ebenfalls ein Gleditschienspross zu sein scheint. Es ist also nicht unmöglich. Wo aber genau die Kriterien sind, bleibt mir verborgen.

Struktur in Form gebracht

So sieht die Struktur des Webs baumtagebuch.de in graphischer Form dargestellt aus. Ich finde, das illustriert sehr schön das Thema der Seiten, insofern es an vegetabile Formen erinnert. Und weiterhin zeigt es die Offenheit Vielschichtigkeit und Erweiterbarkeit des Webs:Grafische Struktur von www.baumtagebuch.de

Man kann solche Grafiken für jede beliebige Seite erstellen lassen.

Kuriose Beobachtung mit Gleditschiensamen

Schon kurios, als ich heute die drei Blumentöpfe, aus denen keine Gleditschien-Bäumchen gewachsen waren, entleert habe, kamen die völlig unberührten Samenkerne zum Vorschein. Mit anderen Worten: Die Samen sind trotz der wochenlangen Feuchtigkeit und kräftigem Gießen in keiner Weise auch nur aufgequollen. Vielmehr hatten sie genau denselben Oberflächenglanz wie zu dem Zeitpunkt, als ich sie eingesetzt habe. Ich erinnere mich gelesen zu haben, dass diese Samen von Tieren aufgenommen werden und in deren Verdauungstrakt keinerlei Schaden nehmen. Das würde zu meiner Beobachtung passen. Fragt sich nur, wie man sie zum Keimen bringt. Und warum einer der Kerne doch gekeimt hat. Zum Test habe ich jetzt einige einmal in ein Glas mit Wasser gelegt. Mal sehen, ob sich durch das Bad vielleicht etwas bewegt. Dann könnte ich sie eventuell nachträglich in Erde setzen.

Die ersten Blätter eines Baumwinzlings

Sie braucht ziemlich lange, ins Leben zu finden. Aber heute habe ich erstmals erste winzige Fiederblättchen am Spross der kleinen Gleditschie gesehen. Das ist der Beweis, dass es sich tatsächlich um eine solche handelt. Nun bin ich gespannt, ob sie weiter wächst und das warme Klima verträgt. Normalerweise würde man das als förderlich ansehen. Aber bei einem Baum-Baby wie diesem bin ich mir nicht sicher. Der Ginkgo genießt das gegenwärtige Klima sehr, was man am üppigen Wachstum seiner Blätter erkennt. Das Problem: Er schießt sehr stark in die Höhe, zeigt aber kaum Breitenwachstum im Bereich des Stammes. Das macht ihn zunehmend instabil. Ich habe deshalb V. gebeten, eine Stange mitzubringen. Ich denke, am Wochenende werden wir die einschlagen und ihm damit für die nächste Zeit eine Stütze geben. Mindestens so lange, bis er im Stamm kräftiger geworden ist und man bei stürmischen Böen keinen Bruch mehr befürchten muss.

Lerntage

Keine Begegnungen mit und in der Landschaft an diesem merkwürdigen Frühsommertag. Stattdessen sehr beanspruchende Studien in CMS-Technik, die mir sicherlich neue Felder eröffnen wird. Zurzeit greifen wieder diese Schwingungen, die weiträumig gleichzeitig aufzutreten scheinen und die Menschen in eine gleichartige, in diesem Fall lethargische Stimmung versetzt. An solchen Tagen, aus denen manchmal Wochen werden, ist es fast unmöglich jemanden zu erreichen. Geschweige denn, ihn zu etwas animieren oder motivieren. Insofern ist Lernen dann genau die richtige Art der Beschäftigung. Das Gelernte kann dann in später wieder intensiverer Kommunikation eingesetzt werden und das Spektrum erweitern.

Immer wieder

Ganz schön müde heute: Sommereinbruch, Lernfortschritte mit Hürden, mindestens zwei Spaziergänge am Morgen und späten Nachmittag. Und immer wieder Menschen, die nicht wissen, was sie wollen. Vielleicht komme ich ja noch dahinter. Ja, und eine Klingel gibt’s im sogenannten ,,Neuen Haus“ nun auch – nach 30 Jahren erstmals. Wenn das nicht ereignisreich war. Aber wenn sonst gar nichts passiert, die kurzen Streifzüge durch die Landschaft sind in jedem Fall eine Freude. Und immer wieder Anlass für endlose Reflexionen und Beobachtungen rund um die Bäume, das Wachstum, die Veränderungen der Vegetation im Jahreslauf.

Pflanzen am Wegesrand

Die Vegetation macht zu dieser Jahreszeit große Freude. Blüten, Blätter, Früchte mischen sich und zeichnen ein Bild üppigen Wachstums:

Die Pfaffenhütchen befinden sich im Übergang von der Blüte zur Frucht. Die winzigen Früchte sind noch grün, zeigen aber schon die perfekte Form der reifen Frucht.

Junge Pfaffenhütchen

Die verschiedenfarbigen Heckenrosen blühen alle gleichzeitig und bilden zurzeit die markantesten Farbtupfer der Landschaft:

Rosa Heckenrose

Weiße Heckenrose

Die roten Heckenkirschen üben schon mal. Die noch kleinen Früchte sind aber noch zur Hälfte grün:

Junge Heckenkirschen

Dieses Jahr sind wieder üppige Weißdornhecken mit einem Meer rotglänzender Früchte zu erwarten. Der frühe Zustand zeigt schon, wie dicht sie stehen.

Junge Weißdornfrüchte

Ungefähr gleichauf sind die Ebereschen:

Junge Ebereschefrüchte

Der wollige Schneeball trägt noch die Reste der wie verkohlt wirkenden Früchte des Vorjahres. Gleichzeitig sind schon die neuen zu sehen, die sich in den nächsten Monaten kontinuierlich dunkler färben werden.

Alte und neue Früchte des wolligen Schneeballs

Besonders schön finde ich die Gräser der Wegeränder:

Wiesengräser

Wiesengräser

Wiesengräser

Der Wunschbaum wächst

Jemandem hat sich interessiert an dem Verfahren gezeigt, mit dem ich die eingehenden Text-Wunschzettel des virtuellen Wunschbaums illustriere. Ich denke, diese Individualität der Illustration ist einer der Gründe für die außerordentliche Beliebtheit dieses virtuellen Angebotes. Tatsächlich gebe ich mir schon seit Jahren sehr viel Mühe, zu jedem Wunsch eine passende Grafik zu erstellen. Aus eigenen Fotografien, lizenzfreiem Material oder solchem, für das ich bei fotolia selber Nutzungsrechte erworben habe. Gelegentlich häufen sich die Einsendungen, in anderen Phasen kommen kaum Wünsche an. Das ist sehr stark von globalen Stimmungsschwankungen abhängig. Insgesamt aber wächst der Baum kontinuierlich und dürfte schon über 600 Wünsche versammelt haben. Die Tausend sind also nicht mehr weit. Mein Elan, diese Initiative zu begleiten und anschaulich zu machen, ist jedenfalls noch nicht geschwunden.

Nur einer war erfolgreich

V. vermutet, bis auf den einen, der einen Spross ausgebildet hat, seien alle anderen Gleditschiensamen in der Pflanzerde verfault. Kann schon sein, aber warum war dann dieser eine dennoch erfolgreich? Ich weiß nicht, vielleicht liegt es ja auch an den Samen selber, unter denen möglicherweise auch nicht keimfähige sind. Aus welchen Gründen auch immer. Vielleicht liegt es aber auch an der Art des Ansetzens, am zuviel oder zuwenig an Feuchtigkeit, an der Temperatur, an … Ich bin eben kein Pflanzexperte, erst gar nicht für Gleditschien. Dennoch will ich weiter experimentieren und hoffe irgendwann hinter das Geheimnis zu kommen. Schön wäre es natürlich, wenn dieser eine durchkäme und es tatsächlich gelänge, daraus einen Baum zu ziehen. Dann haben wir allerdings das Problem, das kein Quadratmeter mehr frei ist, ihn in späteren Jahren tatsächlich im Garten einzusetzen. Na ja, auch das Experiment allein hat schon seinen Reiz.

Heilsames

Es ist wirklich schade, dass ich auf meinen Spaziergängen durchs Dorf zurzeit nur noch wenige Blüten vorfinde. Das ging so rasant schnell, überall sind schon die kleinen noch winzigen Früchte an den Bäumen zu sehen: beim Weißdorn, der Felsenbirne, dem Schneeball, der Traubenkirsche. Es scheint, die Natur nimmt noch einmal tief Luft, um sich mit Schwung in das Wachstum der warmen Jahreszeit zu stürzen. Dann hat der zeitweilige Aufenthalt inmitten der Landschaft etwas Heilsames. Und das entschädigt für so manche einseitige Belastung in der übrigen Zeit.

Hinterhausoase

Nun ist doch der erste Spross durch den Boden des kleinen Blumentopfes gestoßen. Ich hatte schon gar nicht mehr daran geglaubt. Aber zumindest ein Samenkern der Gleditschie hat es bis ans Licht geschafft. Ich hoffe, weitere werden folgen. Vor allem hoffe ich, dass sie sich zu kleinen Bäumchen entwickeln. Wie wir die dann über den Winter kriegen, weiß ich noch nicht. Vermutlich müssen wir einen sonnigen Platz im Haus ausfindig machen, damit sie nicht erfrieren. Auch die übrigen Bäume des Gartens machen mir Freude. Die leichte Abkühlung der letzten Tage und der zeitweilige Regen haben ihnen gut getan und ihr Blattwachstum gefördert. So werden Ginkgo und Feigenbaum sehr bald viel Sonnenenergie einfangen und stärker werden. Und wir werden uns, wann immer es möglich ist, in der schattigen Hinterhausoase erholen.

Frischer Efeu

Efeu hat viele erstaunliche Eigenschaften. Eine davon ist seine ausgeprägte Regenerationsfähigkeit. Die Bewachsung unserer Grundstücksmauer, die ich vor wenigen Wochen stark zurückgeschnitten hatte, ist nun in kurzer Zeit wieder zugewachsen. Überall wurden die Lücken durch frische Triebe geschlossen. Und so wird bald ein zweiter Schnitt notwendig sein. Zu dieser Jahreszeit, das weiß ich von den Vorjahren, ist das normal. Später dann verlangsamt sich diese Wachstumskraft deutlich und die vorher noch zarten und hellgrünen Blätter wandeln sich zu Dunkelgrün und bilden eine wie gegerbt wirkende ledrige Oberfläche aus. Diese alten Efeublätter gefallen mir am besten. Die strahlen genau das aus, was die Pflanze als ganze ausmacht, während das üppig und schnell sprießende Grün die Würde und Weisheit der Art noch nicht zu erkennen gibt.

Das richtige Gleichgewicht finden

Die neue Technik macht mir einiges an Kopfzerbrechen. Gott sei Dank gibt es auch die schönen Tage, an denen ich zwischendurch einen Spaziergang und dabei den Kopf frei machen kann. Das ist dann sehr erholsam und verhindert, dass ich mich zu sehr mit formalen Dingen beschäftige. Obwohl die Rationalität weitgehend dabei ausgeschaltet ist, lädt die Begegnung mit den Bäumen und der Landschaft besonders dazu ein, stärker inhaltlich zu denken. Den Horizont weiter zu fassen, sich von den eng definierten Grenzen der Alltagsaufgaben frei zu machen. Für mich ist das lebenswichtig. Ich bin auch davon überzeugt, dass es für die Qualität der Arbeit in der übrigen Zeit förderlich ist. Übermäßige Einseitigkeit wirkt als Kreativitätskiller und macht krank. Das richtige Gleichgewicht zu halten ist mir besonders wichtig.

Land der tausend Bäume

Ein ziemlich verschlafener Tag, dessen Trägheit aber ein Gutes an sich hatte. Ich konnte an meiner aktuellen Lektüre, dem ,,Land der tausend Bäume“ von Amanda Hampson dran bleiben. Ein Roman, der mir auch deshalb gut gefällt, weil die Bäume, in dem Fall ein tausend Olivenbäume umfassender Hain in Australien, den emotionalen Background einer tragischen Familiengeschichte bildet. Diese Platzierung und das bewusste Einsetzen von Bäumen in literarischen und filmischen Umgebungen sind für mich die augenscheinlichsten zeitgenössischen Beispiele für die immer noch aktuelle, weil zeitlose emotionale Kraft der Bäume als archetypische Lebenssymbole. Vielleicht werde ich in den nächsten Tagen eine Rezension für Wunschbaum hierzu schreiben. Für die amazon-Rezensionen wird die aber weniger taugen, weil ich mich ja gerne auf den Baumaspekt konzentriere und der natürlich für die meisten Leser nicht im Mittelpunkt stehen wird, auch wenn er dramaturgisch gesehen zentral ist.

Schnelle Blüte – frühes Fruchten

Die leichte Abkühlung und der zeitweilige Regen haben den Pflanzen gut getan. Vor allem die Bäume haben in den letzten Tagen einen richtigen Wachstumsschub getan. Ich meine die Blatttriebe, weniger das Längenwachstum. Von gestern auf heute z. B. hat unser junger schmaler Ginkgo mehrere Seitenäste ausgebildet. Das ist gut so, weil so mehr Blätter zusammen kommen und der Baum auch für sein Breitenwachstum und die Stabilität seines Stamms neue Nährstoffe und Energie gewinnen kann. Und auch beim Feigenbaum tut sich einiges. Die Blattbüschel an den Zweigenden falten sich jetzt schneller auf, und die wenigen Vorfeigen sind stark angewachsen. Ich hoffe sehr, dass nach dem kräftigen Schnitt des letzten Winters die Ausbildung von Querästen einsetzt und wir auch 2008 wieder eine gute Feigenernte im Spätsommer haben werden. Was mich beim Spaziergang am Saardamm heute verwundert hat: Bei vielen Sträuchern setzt schon die Fruchtbildung ein. Seltsam, wo ich doch recht häufig dort vorbeigehe und bei denselben kaum das Blühen beobachtet habe. Ich vermute, diese schnelle Entwicklung hängt mit dem ungewöhnlich sommerlichen Klima der letzten beiden Wochen zusammen, das für Mai eigentlich zu warm war. Das hat viele Pflanzen veranlasst, in Sachen Blühen die Versäumnisse des langen Winters sozusagen aufzuholen und sich ganz schnell in Richtung Fruchten zu bewegen. Aus Sicht der Vegetation wahrscheinlich eine sinnvolle Abfolge, für mich aber eher betrüblich. So sind mir nämlich ganz viele Frühlingsblütenmotive entgangen. So schnell, wie es dieses Jahr vorbei war, konnte ich die Blüten des Weißdorns, des wolligen Schneeballs, der Heckenkirschen, der Traubenkirschen und vorher schon des Schwarzdorns gar nicht festhalten. Und gerade zu diesen ,,Klassikern“ fehlen mir noch hoch auflösende Makros aus der neuen Digitalkamera.

Gestaltung macht Naturformen sichtbar

Ich finde es klasse, dass eines meiner jüngsten fotolia-Bilder auf so großes Interesse stößt. Besonders weil es bei der ersten Einreichung abgelehnt wurde. Das hängt eben immer vom jeweiligen Redakteur ab. Ich selber wusste genau, dass diese Art von Motiv, eine sauber geschliffene Baumscheibe, in dem Fall eines Kiefernstamms, also ein Stammquerschnitt mit sehr schön abgegrenzten Jahresringen und ohne jeden Riss, in den Bildarchiven selten ist. Vermutlich weil solche glatten Jahresringprofile normalerweise nicht ,,auftauchen“. Man muss sie in gewisser Weise inszenieren, um die Anmutung des natürlichen möglichst deutlich hervorzukehren. So ist es auch in diesem Fall: Der Blick auf Natürliches, ja die Wahrnehmbarkeit von Natur hängt für uns heute ganz wesentlich an Formen, die künstlich gemacht werden. Eigentlich praktiziere ich mit den handwerklichen Wunschbaum-Projekten genau das: über die formale Gestaltung natürlicher Elemente größere Naturformen, die Bäume eben, sichtbar und reflektierbar zu machen. Schön ist es, wenn das verstanden wird und Wirkungen hat, Reaktionen hervorruft, Anstöße gibt. Bei Privatpersonen erlebe ich das immer wieder, in wechselhaft starker Intensität. Aber bei den noch relativ wenigen Fotos merke ich auch, dass man sich im Feld der Werbung und des Marketing für solche Formen interessiert und offensichtlich danach gezielt sucht, um sie in die eigenen Kampagnen einbauen zu können. Und das wiederum zeigt, man auch auf professioneller Seite auf die symbolische Kraft von Naturformen setzt. Die Bäume gehören da zur ersten Wahl.

Erlebnisse um den Maulbeerbaum

Unser süditalienischer Bekannter hat, wie V. mir heute erzählt hat, verschiedene mediterrane Bäume aus seiner Heimat mitgebracht. Er hatte den Zitronen- und Mandelbaum im Frachtraum des Reisebusses über der Radachse platziert. War wohl nur möglich, weil er den Busfahrer gut kannte. Kein Wunder, er muss ja auch einiges an Platz eingenommen haben. Zu Hause angekommen hat er in seinem Garten einen dort schon seit Jahren heimischen Maulbeerbaum gefällt. Weil er zu starke Wurzeln ausgebildet habe, hieß es. Auf die Idee, mir das Holz zu überlassen, ist seine Frau leider erst gekommen, als der Baum schon in brennholzgerechte Stücke gehackt war. Ist aber auch nicht so schlimm, denn ich habe ja gute Abschnitte qualitativ hochwertigen Maulbeerbaumholzes auf Lager, nachdem ich vor zwei Jahren diese wundersame Begegnung mit den Gemeindegärtnern von D. hatte. Man hatte die beiden alten Maulbeerbäume vor dem Alten Schloss aus Sicherheitsgründen von ihren ausladenden und weit nach unten hängenden Ästen befreit. Und da der Baum alt war, sind ziemlich starke Stücke dabei abgefallen. Merkwürdig und schade zugleich ist aber, dass das Holz in so kleinteiliger Form verarbeitet gar nicht so attraktiv wirkt. Der Baum ist lebend wesentlich beeindruckender. Irgendwie wie aus einer anderen Welt. Deshalb bin ich mir auch nicht so ganz sicher, ob das vor zwei Jahren neu gepflanzte Exemplar auf dem Grundstück unseres Bienenhauses tatsächlich gut platziert ist. Der steht zwar frei, aber an einer sehr kühlen Ecke. Bleibt zu wünschen, dass er sich einlebt und in seinen Jugendjahren die kalten Phasen überlebt.

Feige – Ginkgo – Eibe

Nun zieht gerade das erste Gewitter dieses Frühsommers auf. Die Gleditschiensamen haben sich noch nicht geregt. Dafür treibt der Feigenbaum aber an allen beschnittenen Astenden neue Blätter. Die werden sich in den kommenden Wochen zu handtellergroßen Chlorophyllfängern vergrößern. Und der benachbarte Ginkgo tut es ihm gleich, obgleich seine Richtung eher die Vertikale ist und sich alles relativ eng um den geraden Stamm herum arrangiert. Die neuen Seitenäste werden erst später hinzukommen. Jetzt dürfen sie, nachdem ich im Winter alle Seitentriebe gekappt und nur den Haupttrieb und eine starke Verzweigung belassen habe. Die Gabelung erfolgt auf Augenhöhe. Das heißt, er wird sehr schnell in die Höhe schießen. Ich mache mir nur gewisse Sorgen, dass er dadurch an Stabilität verliert. Er ist eben sehr lang, aber auch noch sehr dünn, da das Breitenwachstum jedes Jahr nur minimal ausfällt. Es handelt sich um eine Art, die in Kategorien von Ewigkeit denkt und sich entsprechend Zeit lässt, den Raum zu erobern. Der Trieb Richtung Himmel ist ihm dagegen auch in jungen Jahren schon gegeben. Ein Unterschied zur Eibe, die noch mehr Zeit hat, ein Wunder in Geduld und Ausdauer. Kein Wunder also, dass sie mein Lebensbaum ist.

Gemischter Sommer wäre gut

In den letzten Tagen war es warm und angenehm, aber heute konnte man erstmals wirklich ins Schwitzen geraten: das war Sommer, etwa 5 Wochen vor Sommeranfang. Verrückt ist das in diesem Jahr. Und schon haben wir Mühe, die frisch gepflanzten Kübel- und Trogblumen ausreichend bewässert zu halten, damit sie sich gut entwickeln. Wäre aus meiner Sicht schön, wenn es so bliebe – nachdem ich mich vor einigen Jahren vom Gewitter- und Sturm-Anhänger zu einem Sonne- und Lichtfan entwickelt habe. Für Pflanzen, und insbesondere die Bäume, ist Dauerhitze aber in der Regel schädlich. So leiden viele Bäume heute noch an den Folgen des Rekordsommers 2004 (? glaube ich war es), als sie von Feuchtigkeitsmangel geschwächt den Angriffen der Insekten weniger gut Stand halten konnten. Eingestreute regelmäßige Abkühlungen in Form von Gewittern oder sommerlichen Schauern dagegen machen das Leben für uns und die Pflanzen in sommerlicher Atmosphäre angenehmer. Diese Abwechslung wünsche ich mir auch für die Bienen, die zurzeit so stark Gegenstand medialer Diskussion sind. Sie leiden zunehmend: an der Varroa-Milbe, an der Aufnahme von Pestiziden und anderen Giften der modernen Landwirtschaft, an nicht genau definierbaren Krankheitserregern, gegen die sie auf Grund ihrer zunehmenden Geschwächtheit eine nicht mehr ausgeprägte Abwehr aufbringen können. Zu große Hitze kann dann möglicherweise ein zusätzlicher Stressfaktor sein. Aber Nur-Hitze schmälert auch den Honig-Ertrag. Die richtige Mischung und genügend Luftfeuchtigkeit hilft den Bienen dagegen den Nektar ,,loszukriegen“ und erleichtert ihre Fleißarbeit.

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