Zögerlicher Start in den Frühling

Mitte April, und erst jetzt erst die erste Baumblüte. Es ist der Schlehdorn, und davon auch nur einzelne Sträucher, der seine weißen Blüten ausgebreitet hat. Ansonsten sind im gesamten Landschaftsbild nach wie vor weder Grün noch Blüten zu entdecken. Eigentlich nicht zu glauben. Erfahrungsgemäß lässt jetzt der Weißdorn nicht mehr lange auf sich warten. Und die Blätter zahlreicher Arten stehen kurz davor, die Schalen der sie umgebenden Knospen zu sprengen und sich aufzufalten. Und wenn es erst einmal wechselhaft bleibt, mit gelegentlichen Schauern und lockerer Bewölkung, müssen wir auch nicht fürchten, dass die Blüten wieder zu schnell vergehen. Ein zögerlicher Start in den Frühling, der dann hoffentlich als nachhaltig herausstellen wird.

Baumprojekt ohne Stillstand

Es war klar, dass irgendwann im Laufe des Jahres die erste Flautephase kommen musste. Das ist wie überall und immer im Leben. Wenn etwas im Übermaß auftritt, kommt später der Ausgleich in Form des Ausbleibens. Aber das ist auch ganz gut so, so können die Dinge nicht zur Routine werden, und mit etwas Abstand kann man sie ein Stück weit immer wieder neu erfinden, weiterentwickeln, der jeweiligen Situation anpassen. So habe ich auch nach über zehn Jahren noch viel Freude an der Holzarbeit, dem Routinierten daran, aber auch den neuen Projekten, neuen Hölzern/Bäumen, gelegentlich neuen Produktideen, vor allem aber den wechselnden Anforderungen der Kunden. Diese allein halten das Projekt in Bewegung und zeigen es als das, was es ist: ein Kommunikationsprojekt, bei dem die Bäume als symbolische Instanzen auftreten, die letztlich für menschliche Merkmale, Selbstbeobachtungen und Selbstbeschreibungen stehen oder diese in der besonderen Ausformung anschaulicher machen.

Totholz in der Frühlingssonne

Totholzscheibe

Totholzstumpf
Manchmal entfaltet gerade das Morbide im Licht einen besonderen Charme. So ist es wohl kein Zufall, dass mir an hellen Tagen außerhalb der Hochzeit der Bäume vor allem das Totholz mit seinen bizarren Strukturen und bunten Farben ins Auge fällt. Der Spaziergang heute war nicht nur angenehm, er hat mir auch den Nachholbedarf der Menschen in puncto Schönwetter aufgezeigt. Auch auf der Rückfahrt waren überall Menschen zu sehen, die sich ein sonniges Plätzchen gesucht haben, um den schönen Teil des Tages nur ja nicht zu verpassen.

Erste Garten- und Baumarbeiten

Nun konnten wir erstmals den Garten für die Frühjahrssaison vorbereiten. Zumindest haben wir heute damit angefangen. Zu den ersten Maßnahmen gehörte das Aussetzen der kleinen Gleditschienbäumchen. Fünf der insgesamt sechs übrig gebliebenen haben den Winter auf der Fensterbank überlebt. Den sechsten habe ich dennoch nicht entsorgt, da im vergangenen Jahr auch schon verloren geglaubte Exemplare Monate später doch noch Lebenszeichen gezeigt haben. An das Zurückschneiden des Feigenbaums habe ich noch nicht getraut. Das gehört zu den schwierigeren Aufgaben, weswegen ich einen besseren Tag mit viel Muße dafür abwarten will. Es muss gelingen, ihn wieder in eine vernünftige Form zu bringen, ohne sämtlichen neuen Triebe zu kappen. Keine leicht zu schaffendes Vorhaben. Die Spätnachmittagssonne zeigt uns, dass der Frühling jetzt nicht mehr aufzuhalten ist. Und bald werden wir auch die Gartengarnituren rausstellen können, um die Freiluftsaison zu eröffnen und die Winterwohnungszeit endlich hinter uns zu lassen.

Frühlingshoffnung

Ja, es liegt schon in der Luft. Nun ist der Frühling nicht mehr aufzuhalten. Noch ein verregneter Tag. Und dann wird vor allem die Temperatur deutlich ansteigen. Die Bäume und Sträucher sind sich jetzt schon sicherer. Besonders der Weißdorn traut sich bereits, seine Blattknospen aufzufalten. Ein gutes Zeichen. Und bald werden die Schlehdornhecken blühen. Natürlich viel zu spät, aber wir sind froh, dass der Winter sich endlich verabschiedet. Bleibt nur noch, auf einen ausgedehnten hellen Frühling zu hoffen. Und darauf, dass wir dieses Jahr vor weiteren Wetterextremen verschont bleiben.

Rezensionsfrust

Bei amazon scheint man derzeit am Rad zu drehen. Es ist mir nicht mehr nachvollziehbar, was beim Vine-Programm in jüngster Zeit geschieht. Wahrscheinlich werde ich eine Weile abwarten, bis man wieder eine Linie erkennen kann. Die Unzuverlässigkeiten gerade beim Erscheinen des Newsletters sind jedenfalls nicht vertrauenserweckend und trüben im Nachhinein meinen Eindruck des Unternehmens zusätzlich, nachdem sein Umgang mit Mitarbeitern kürzlich durch die Medien ging. Vielleicht kommt das Programm wieder auf eine vernünftige Spur zurück. Denn auch wenn ich bisher nie auch nur ein vernünftiges Baumbuch darüber erhalten konnte – das war ursprünglich mein Motiv für die Teilnahme – ist das Rezensieren doch immer eine spannende Herausforderung. Weitere Gelegenheiten wären insofern nicht zu verachten.

Bäume in allen Lebensbereichen

Auch die Postfrau wusste von der witterungsbedingten Lethargie der Menschen zu berichten. Und die muss es ja wissen, da sie täglich unzählige sieht und spricht. Ich versuche mir das fehlende Licht auf Umwegen zurückzuholen. Über meine immer mitlaufende Beschäftigung mit den Bäumen. Den lebenden da draußen, den symbolischen in der Literatur, und mit den symbolischen Aspekten des großen Themas Bäume, die sich mir immer wieder in allen Lebensbereichen offenbaren. Zumindest mit meinen neuen Errungenschaften von Symbolhölzern bin ich auch dem weitreichenden Spektrum der Baumenergien wieder in ein Stück näher gekommen.

Layoutüberlegungen zum Baumtagebuch

Die Neugestaltung des Baumtagebuchs scheint derzeit in ziemlich weite Ferne gerückt. Zu viele andere Projekte warten darauf, verfolgt und möglichst bald abgeschlossen zu werden. Auch schwanke ich noch, welche der neuen Techniken für dieses Projekt am geeignetsten erscheint. Vielleicht ein Layout im Masonry-Stil. Oder eines, das das aktuelle Metro-Design aufgreift. Vielleicht aber auch etwas ganz Schlichtes, Minimalisiertes. Ich werde die Möglichkeiten ausloten und hoffentlich zu einer langfristig tragfähigen Lösung kommen. Das Tagebuch hat diese Sorgfalt verdient.

Überlegungen zu richtigen Trocknen

Für meine Holunderabschnitte ist der langsame Temperaturanstieg von Vorteil. So trocknen sie nicht zu schnell ab, so dass kaum Risse entstehen dürften. Die älteren, vor einigen Wochen gesägten Stücke sind schon ganz gut angetrocknet und haben sich mäßig geworfen. Im nächsten Schritt werde ich sie schmäler sägen, um irgendwann dann die Kanteln daraus zu gewinnen. Das wäre jetzt noch zu früh. Bin gespannt, ob sich das eigentlich besser aussehende junge Holz für die Bearbeitung eignet, oder ob ich doch auf das reifere Material mit der dunkleren Färbung zurückgreifen muss.

Frühling über Nacht

Eine irgendwie ansprengende Anpassung des Wetters ist da derzeit im Gange, die uns heute Kreislaufprobleme verursacht hat. Es ist so, jedenfalls für Wetterfühlige, als ob die Ablösung des ewig langen Winters – 1962 soll es den letzten vergleichbaren gegeben haben – zu abrupt vonstattengeht. Das bedeutet eine Umstellung, die der Körper erst hinkriegen muss. Der Spaziergang am Nachmittag, zu dem ich M. gewinnen konnte, war aber eine gute Erholung. Allein die Luft und das wunderbare Licht lassen einen schon aufatmen. Die Bäume und Sträucher allerdings immer noch ganz und gar kahl. Lediglich bei einigen Ligusterhecken konnte ich einzelne neue Blättchen beobachten. Ansonsten scheinen Weißdorn, Schlehdorn und auch der Hasel mit seinen Blattknospen in den Startlöchern zu stehen. Es wundert mich nicht, wenn wir diesmal eine Explosion der Frühjahrvegetation erleben, und damit der Frühling quasi über Nacht kommt.

Holunder und Weißdorn

Nun werde ich wohl für die nächsten Jahrzehnte genügend Holunderholz zusammengetragen haben. Die Abschnitte, die V. mir vor einigen Wochen mitgebracht hatte, waren allesamt gesundes Holz, schön hell und frisch. Außerdem waren sie stärker als die letzten, so dass ich eine Menge Material daraus gewinnen konnte. Teilweise sogar sehr dicke Stücke, die ich vielleicht irgendwann auch für andere Zwecke verwenden kann. Ich freue mich schon auf die Bearbeitung. Der heutige Nachmittag war jedenfalls gänzlich mit dem Sägen und Wachsen dieser Abschnitte ausgefüllt. Außerdem, was mich besonders freut, konnte ich noch ein paar Abschnitte Weißdorn aus dem mitgebrachten Aststück gewinnen. Eine gute Ausbeute für einen Tag, wie ich finde. Am Vormittag hatten wir unseren Winterbrennholzvorrat noch einmal aufgestockt. Die Abschnitte, die V. auf seinem Waldgrundstück gelagert hatte, haben den ganzen Anhänger ausgefüllt. Mehr wäre nicht mehr möglich gewesen. Ich denke, nun kann uns in den nächsten beiden Wintern eigentlich der Brennstoff schon nicht mehr ausgehen. Im Laufe des Jahres wird zudem noch einiges hinzukommen.

Dauerwinter und Lebenskraft der Bäume

Was für eine arbeitsreiche Woche. Und der Winter ist darüber immer noch nicht vergangen. Es ist, als ob keiner mehr daran glauben könnte und er deshalb keine Veranlassung sieht, den Frühling endlich durchzulassen. Ich weiß nicht, ob die Wetterberichte im Radio deshalb neuerdings so knapp ausfallen, oder ob das Kostengründe hat. Jedenfalls scheint das lange Reden über das Wetter und wie es sich entwickeln könnte, nicht mehr viel Raum in den Medien einzunehmen. Zwei Wochen zurück soll die Natur im Vergleich zum durchschnittlich Üblichen sein. Mir erscheint es allerdings länger, etwa einen Monat, wenn wir die viele Sonne der Vorjahre bereits im März und dann besonders im April zu Grund legen. Außerdem standen mindestens die Spitzahorne und die Haselsträucher um diese Zeit bereits im Grün. Bei ersteren die hellgrünen Blüten, bei letzteren die Blätter, die wir bisher nur durch unser inszeniertes ,,Blätterwunder“ im Wohnzimmer zu Gesicht bekommen. Na ja, vielleicht gehe ich morgen eine weitere Ersatzhandlung an. Die Holunderabschnitte müssten aufgesägt werden. Das wäre einmal wieder eine Annäherung an die Lebenskraft der Bäume, über die in ihrem Holz gespeicherte Energie.

Tagebucheinträge sind wieder zugänglich

Nun habe ich nach einigen Recherchen und Experimenten doch noch eine Lösung gefunden, um wieder alle Einträge des Baumtagebuchs über den Kalender zugänglich zu machen. Leider hat der Serverwechsel in diesem Punkt jede Menge Probleme nach sich gezogen. Aber immerhin, mein Kenntnisstand in Sachen Datenbanken ist durch diese Schwierigkeit wieder ein Stück größer geworden. Trotzdem freue ich mich schon darauf, dem Baumtagebuch im Laufe des Jahres ein neues Layout und eine veränderte Darstellung zu verleihen. Dann wird sich das Problem der Übertragung von über 3.000 Einträgen und der zugehörigen Abbildung erneut stellen. Mal sehen, ob sich auch das ein Stück weit automatisieren lässt.

Wochenendprojekt

Vielleicht komme ich an diesem Wochenende endlich dazu, die restlichen Holunderabschnitte zu zerlegen und möglichst viel frisches Holz daraus zu gewinnen. Nicht sicher bin ich mir bisher, welches geeigneter ist, das weißliche junge oder das ältere dunkle. In der Literatur glaube ich gelesen zu haben, dass nur das ausgereifte Kernholz brauchbar sei. Ich werde es erst testen können, wenn die ersten Abschnitte gut abgetrocknet sind. Nicht immer kann man sich nämlich auf das verlassen, was so in Baumbüchern beschrieben ist. Besonders wenn es um die Eigenschaften von Hölzern geht, die häufig ohne Praxiskenntnis beschrieben werden. Solche Neuerkundungen finde ich sehr spannend und ich freue mich auf dieses neue Wunschbaumholz.

Expertenspezies

V. meinte, es handele sich um einen Abschnitt des Weißdorns. Das war ja auch meine Vermutung, nur habe ich eben keine letztliche Gewissheit. Und ohne die kann ich das Material eigentlich nicht verwenden. Vielleicht finde ich noch ein eindeutiges Unterscheidungskriterium. Dann wäre der Vorrat zumindest für einzelne kleine Weißdornabschnitte gesichert. Das Draußen macht mir inzwischen Hoffnung. Auch wenn der Wetterbericht negativer klang, war das doch der bisher sonnenreichste Tag des Jahres, noch mehr Licht als gestern. Da macht mir dann die Kälte auch nicht viel aus. Hauptsache Licht. Die Pflanzen sind davon ebenso angetan, nur die Furcht, dass die gerade erst ausgefalteten Blätter und Blüten durch eine kalte Nacht dran glauben müssen, lässt sie immer noch zurückhaltend sein. Auch die Vögel haben ihren Gesang noch nicht aufgenommen. Gleich zwei Expertenspezies in Sachen Wettervorhersage, auf die man sich wohl verlassen können muss. Egal, wir tanken die nötige Energie in den lichten Stunden des Tages und holen alles nach, was uns in den vergangenen Monaten gefehlt hat.

Sonniger Osterspaziergang

Das war der erste wirklich sonnige Tag dieses Jahres, am 1. April, man kann es kaum glauben. Trotz der anhaltenden Kälte ein Traumwetter für einen Osterspaziergang. Das haben auch viele genutzt. Man konnte den Menschen die Freude über das wohl kurz bevorstehende endgültige Winterende ansehen. Bei solchem Licht macht auch das Fotografieren wieder mehr Freude. Aus Mangel an natürlichen Blüten- und Blättermotiven habe ich mich wieder den Holzstrukturen gewidmet. Heute haben es mir einige markierte Schnittflächen besonders angetan, die auf mich wie ein griffiges Symbol der Holzwirtschaft wirken.

Sommerlicher Schlafapfel

Österliche Ruhe

M., V. und J. sind einfach nicht zu einem Ostersonntagsspaziergang zu überreden gewesen. Schade, gerade am Vormittag hätten wir uns in wunderbarer Frühjahrssonne bei allerdings frostigen Temperaturen bewegen können. So habe ich die Gelegenheit für einige Ostermotivaufnahmen mit den beiden neuen Hasendekorationsbeuteln genutzt, die vielleicht für die Grußkarte 2014 taugen könnten. Eine Lektüre zur Symbolik des Apfelbaums hat das österliche Kulturprogramm abgerundet. Nun freue ich mich auf den zweiten sicher ruhigen Feiertag.

Frühlingssymbolik

Die Haselblüten rieseln doch nicht, obwohl sie schon fast ausgeblüht haben. Da hatte M. sich getäuscht und deshalb auch einige zur Dekoration ins Haus geholt. Und meine Vorhersage, dass sich die Blattknospen öffnen werden, an Stelle des Blütenwunders, scheint sich zu erfüllen. Es sieht so aus, dass sie genau am Ostersonntag soweit sind, allein wegen des Temperaturunterschiedes zu draußen und obwohl wir die Holzofensaison bereits beendet haben. Also konnten wir zumindest symbolisch dem Frühling etwas auf die Sprünge helfen. Immerhin die Spaziergänge sind inzwischen nicht mehr wirklich frostig. So hoffe ich, dass uns am morgigen Ostertag doch noch viele helle Stunden erwarten.

Karfreitag und Palmbräuche

Es war ein Karfreitag, dessen Atmosphäre dem Feiertag gerecht wurde. Und dem letztjährigen durchaus ähnlich. Nach dem Passionsgottesdienst am Nachmittag schien die Sonne, vom Hochnebel abgedämpft, aber spürbar. Und das hielt dann bis zum Abend. Ein ruhiger Tag, wie ich es mir gewünscht hatte. In Bayern 3 waren einige spannende Berichte über Osterbräuche zu sehen, u. a. einer über die in manchen Regionen üblichen Palmsträuße. Darunter eine sehr schöne Idee, die bei uns zwar nicht üblich, aber dennoch so naheliegend ist, dass wir uns das fürs nächste Jahr notiert haben: In der Mitte werden Weidenruten mit Kätzchen gesteckt, und außen dann das Immergrün des Buchsbaums oder der Zypressen. In diesem Jahr wäre das allerdings wegen des ewig langen Winters schwierig geworden. Konnten wir doch bis zuletzt kaum Weidenblüten sichten. Und wenn, sind es meist nicht die flauschigen, sondern die anderer Arten, die sich für diesen Zweck weniger eignen. Hoffen wir auf einen zeitigeren Frühling in 2014. Und eine ebenso ruhige und ihrer Bedeutung gerechte Karwoche.

Abschlussrituale

Die Stille hat sich wie eigentlich immer schon einige Tage vor Ostern eingestellt. Kaum jemand kann sich dem entziehen. Das ist gut so, und die meisten scheinen das ähnlich zu sehen, wie eine Umfrage in der Nachmittagsfernsehsendung gezeigt hat. Auch Menschen mit wenig Bezug zum kirchlichen Leben sehen häufig den hohen Stellenwert der Feiertage und insbesondere des Karfreitags als fast schon lebensnotwendige Oasen in der sonst ununterbrochen bewegten Arbeits- und Freizeit. Was wäre ohne diese Tage? Es fehlte eine Möglichkeit, wirklich einmal zur Ruhe zu kommen. Die für viele nicht selbstverständliche Selbstbeobachtung und -reflexion hätte eine Chance weniger. Von der jeweils tiefen Symbolik der Tage und ihrer Traditionen einmal abgesehen, die mit sehr wechselhafter Intensität wahrgenommen werden. V. hat als letzte Tat vorher noch seine letzten Fichtenholzabschnitte für den Brennholzvorrat heimgeholt. Wie wenn er den Winter endgültig verabschieden wollte. Und M. ist in ihrem traditionellen und tief verwurzelten Putzritual aufgegangen, das ja eigentlich auch eine Art Abschluss darstellt. Das neue Jahr scheint mit dem Osterfest erst wirklich zu beginnen. Das ist in diesem Jahr noch deutlicher als sonst geworden.

Eigentümliche Karwoche

Es gehört zu den Konstanten, dass in den Tagen vor und nach Ostern die Stille über die Menschen kommt. Niemand hat dann wirklich noch Lust, Neues anzufangen. Man ist, ähnlich wie über die Fastnachtstage, in einer Art Auszeit, nur eben mit anderer Stimmung als vor Beginn der Fastenzeit. So ist das Osterfest von dieser eigentümlichen, aber durch seine Bedeutung motivierten Verbindung von Wesentlichem, Traurigem, Hoffnungsvollem und Verändernden geprägt, der sich fast niemand entziehen kann. In diesem Jahr ist das vielleicht noch stärker spürbar, da das Wetter typische Merkmale des Frühlings vermissen lässt. Da fällt tatsächlicher Winter mit gedachtem Frühling zusammen. Eine Atmosphäre, die wir so lange nicht erlebt haben und durch das Fehlen des Grüns und die Verzögerung des neuen Wachstumszyklus der Bäume bei jedem Spaziergang und jedem Blick aus dem Fenster unterstrichen wird.

Blätterwunder

Ein Blütenwunder vor Ostern? Davon hatte ich noch nicht gehört. M. meinte, es gebe einen Brauch, dass man ähnlich wie vor Weihnachten mit den Barbarazweigen, in der vorösterlichen Zeit entweder Birken- oder Haselzweige schneidet und in der warmen Stube dann just zu Ostern ein ,,Blütenwunder“ inszeniert. Falls es die Tradition geben sollte, schiene sie mir doch recht fragewürdig, hängt der Termin für Ostern doch vom Lauf des Mondes ab und ist entsprechend nicht feststehend. Die Witterungsverhältnisse und die Bereitschaft der Pflanzen, sich für den Frühling vorzubereiten, kann deshalb an Ostern nicht immer dieselbe sein. Nun, trotz der Kälte sind die Haselsträucher inzwischen doch schon so weit, dass die meisten Blütenkätzchen schon verblüht sind. Ich habe dennoch einige Zweige geschnitten, mit dem Hintergedanken, dass immer noch ein ,,Blätterwunder“ möglich wäre. Denn die Blattknospen stehen derzeit kurz davor, sich zu öffnen. M. fand die Idee dann aber doch nicht so toll, vor allem, weil die offenen Kätzchen in der Wohnung für Schmutz sorgen könnten. So werden die Zweige wohl durchs Küchenfenster sichtbar im Garten aufgestellt werden. Das Blätterwunder dürfte dann allerdings noch etwas länger auf sich warten lassen.

Im Übergang

Jetzt hat die Stadt den großen Haufen geschnittener Äste und geteilter Stämme am Damm abtransportiert. Schade, dass ich niemanden dort nach der Art des Strauchs fragen konnte. So wird die Frage, ob der Abschnitt von einem Weißdorn oder einem Schwarzdorn stammt, wohl unbeantwortet bleiben. Trotz der anhaltenden Kälte glaube ich zwischendurch so etwas wie Frühlingsmomente wahrzunehmen. Es ist, als ob die Natur die Hoffnung von sich aus schürt und mit der eigenen Erwartung spielt. So sicher scheint es noch nicht zu sein. Nach dem vielleicht einstündigen Konzert vor etwa zwei Wochen hat sich unsere Hausamsel Felix jedenfalls nicht mehr geäußert. Der Gesang war damals wieder verstummt. Und die Vögel sind sich vielleicht von allen Lebewesen um uns herum noch am sichersten. Natürlich auch die Pflanzen. Und das Fehlen wirklichen Grüns und sich öffnen der Blütenknospen spricht eben seine eigene Sprache. So wollen wir der Übergangszeit die besten Seiten abgewinnen und die kurzen Sonnenphasen genießen.

Palmzweige

Die immergrünen Bäume geben uns etwas Halt. So auch der Buchsbaum, von dem ich gestern zwei kleine Sträuße geschnitten und zur Palmweihe in die Kirche mitgenommen hatte. Heute Vormittag habe ich sie traditionsgemäß über den Türkreuzen im Haus verteilt, die alten und dürren Zweige abgenommen und später verbrannt. Nun hoffe ich, dass der frische Palm nicht so schnell verblassen wird wie im vergangenen Jahr. Draußen sind immerhin schon die Kätzchen mancher Weiden zu sehen. Damit hat sich die Attraktion der Landschaft heute beim Spaziergang aber auch schon erschöpft. Die Menschen sind schon ganz stumm. Wagen das Thema schon nicht mehr aufs Wetter zu lenken. Wohl ahnend, dass alles Hoffen nichts nützt in diesem Jahr. So werden wir noch eine Weile durchhalten müssen. Mit der Aussicht auf vielleicht schöne Feiertage mit Spaziergänge in hellem Licht und etwas vom ersten Grün. Nutzen wir die Übergangszeit, um kreative Programme weiter auszubauen.

Vor dem Durchbruch des Frühlings

Heute habe ich noch eine Statistik gehört: Angeblich war das der dunkelste Winter seit 60 Jahren. Aus eigener Erfahrung kann ich das zwar nicht bestätigen. Aber sehr wahrscheinlich scheint es mir auf jeden Fall zu sein. Tatsächlich kann man es kaum glauben, dass die Wärme und das Licht partout nicht zurückkehren wollen. Und die Lethargie, die das bei vielen hervorruft, scheint sich schon zementiert zu haben. Man benötigt eben den äußeren Anstoß, den Anblick der ersten Baumblüten, das Leuchten des ersten hellen Grüns, den Duft der Frühlingsluft, die von Wärme eingehüllt ist und nicht von Schneeflocken durchsetzt. So wie es jetzt noch aussieht, hätten wir die Holzofensaison problemlos verlängern können. Der Optimismus war wohl zu groß. Die Freude über den Durchbruch des Frühlings wird umso größer sein.

Technisierte Landschaftspflege

Am Flussdamm haben die Landschaftsgärtner oder wer immer dafür verantwortlich ist wieder einmal schlimm gewütet. Alle paar Jahre werden die Hecken dort radikal zurückgeschnitten. Aber auf eine Art, die keinerlei Sensibilität erkennen lässt. Das geht eher nach dem Rasenmäherprinzip. Dabei passiert es immer wieder, dass Äste und Stammabschnitte von der Maschine nicht vollständig abgetrennt werden und dann halb abgeknickt noch am Baum oder Strauch hängen. Das ergibt zusammen mit den einen Meter über dem Boden gekappten Stämmen ein verheerendes Gesamtbild, wie nach einer Schlacht. Ich vermute, es geht wie immer um Kostenersparnis. Man macht es schnell, effektiv und radikal, damit der nächste Schnitt erst wieder in 2-3 Jahren notwendig wird. Hauptsache, die Arbeit ist erledigt und das Soll erfüllt. Ein Jammer, dass sich bei Aufgaben der Landschaftspflege eine technisierte Planwirtschaft durchgesetzt hat, die dem, was die Kulturlandschaft zu unserem täglichen Wohlbefinden beitragen kann, nicht gerecht wird.

An die lebenden Bäume gewandt

Ein Tag, der mit technischen Spezialproblemen gespickt war. Aber wahrscheinlich gehört das auch dazu und hilft, auch darin ein angemessenes Maß an Souveränität zu gewinnen. Mein Kunsthandwerk geht nichtsdestoweniger weiter und wird sich wieder ins Wochenende erstrecken. Ich denke aber, dass die Freude an den Bäumen sich bald stärker nach außen richtet, an die lebenden Bäume gewandt, und die Zeit um Ostern herum eine stillere, weniger bewegte sein wird. Darauf können wir uns freuen, auf eine kurze Auszeit, in der wir hoffentlich etwas mehr vom Licht verwöhnt werden.

Kurioses Jahr

Der Frühling ist weit und breit nicht in Sicht. So die Aussage der professionellen Wettervorhersager. Die hätten wir allerdings nicht gebraucht für diese Erkenntnis. Obwohl, wie einige ja ebenfalls schon bemerkt haben, so etwas wie Frühlingsluft kann man schon in den wenigen Sonnenphasen zwischendurch aufschnappen. Also nicht mehr richtig Winter, aber zum kalendarischen Frühlingsanfang auch noch keine wirklicher Frühling. Ich hoffe, dass wir wenigstens Ostern dann im Licht begrüßen können. Und dass die ersten Grüns an Bäumen und Sträuchern bald zu sehen sein werden. Immerhin konnte ich an den Schlehdornhecken schon die Blütenknospen sehen, wie sie nur darauf warten, sich öffnen zu können, sich aber gegenwärtig noch nicht trauen. Wohl aus gutem Grund. Bei manchen anderen Arten kann man diese Wartestellung in vergleichbarer Form beobachten. Ein ziemlich kurioses Jahr, das sich im späteren Verlauf dann hoffentlich ausgleicht.

Letzter Holzofentag

M. hat beschlossen, dass heute der letzte Holzofentag dieses Winters sein soll. Schade, die wohlige Wärme in Abwesenheit des Frühlings tat auch zuletzt sehr gut. Das ist mit Heizkörperwärme gar nicht zu vergleichen. Wenigstens ist jetzt unser Holzspeicher wieder vollständig frei und kann in den nächsten Wochen aufgefüllt werden. Einige grüne Stammabschnitte hat V. schon mitgebracht. Wir warten noch auf besseres Wetter, um sie in ofengerechte Stücke zu sägen. Bei der Gelegenheit will ich dann auch die restlichen Holunderabschnitte vorbereiten, und den Zweifelsfall ,,Schwarzdorn vs. Weißdorn“. Ich freue mich schon sehr darauf, in einigen Monaten das erste Armband aus Holunderholz herstellen zu können. Vor allem bin ich gespannt, wie die unterschiedlich gefärbten und strukturierten Sorten in getrocknetem Zustand wirken und ob man dann noch diese deutlichen Unterschiede erkennen kann.

Baumbestimmung im Winter

Die Baumartenbestimmung im Winter ist eine schwierige Sache. Nachdem ich den kürzlich gefundenen Abschnitt mit den lebenden Sträuchern vor Ort verglichen habe, bin ich mir nicht sicher, ob es sich um einen Weißdorn oder um einen Abschnitt des Schwarzdorns handelt. Näher betrachtet sind die Rinden und die Astarchitektur durchaus ähnlich. Das ist wirklich schade, denn sonst hätte ich eine neue Art in mein Sortiment aufnehmen können. Aber wenn ich nicht 100 prozentig sicher bin, ist das natürlich ausgeschlossen. Aber vielleicht entdecke ich ja später noch das unzweideutige Unterscheidungsmerkmal.

Wirrwarr in der Baumsymbolliteratur

Wenn ich, wie jetzt wieder, der Literatur zum Lebensbaumthema folge, merke ich, wie mir doch viele Facetten des Begriffs bisher noch nicht richtig beleuchtet erscheinen. In aller Regel werden die verschiedenen Begriffsschichten und Teilthemen in einer wirren Weise miteinander vermengt, so dass es schwer ist, die genauen Quellen zu identifizieren. Da sind Vermutungen und Wünsche kaum von belegtem Sachwissen zu unterscheiden. Und die Quellangaben sind fast immer dieselben. Ich denke, es ist notwendig, diesen Quellen selber genauer nachzugehen, um vielleicht zu ganz anderen Erkenntnissen zu gelangen, mehr Ordnung in das Wirrwarr der Baumsymbolbetrachtung zu bringen. Eine spannende Aufgabe, die vor allem eines erfordert: Viel Zeit, die mir derzeit allerdings fehlt. So bleibt es vorerst beim Vorsatz und den ersten Ansätzen einer Methode.

Schreibe einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Pflichtfelder sind mit * markiert.

Beitragskommentare

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.