Symbolik des frühlingshaften Aufbruchs

Den Buchsbaumkranz, den ich gestern neben den Palmzweigbündeln bei dem Händler in D. erworben habe, werde ich wohl J. überlassen. Als frühlingshaft belebende Symbolform für die Wohnung. Dort sind die Innenräume auch ziemlich abgeschattet, so dass der Kranz vermutlich so trocknen wird, dass die Buchbaumzweige bzw. -blätter nicht vergilben oder verblassen, sondern einfach auch nach dem Austrocknen grün bleiben. Und im nächsten Jahr kann ich ja für uns selbst wieder einen solchen Kranz besorgen. Denn unser eigener nachgewachsener Buchsbaumbusch wird so schnell keine Zweige mehr haben, die lang genug wären, um die Palmzweige zu entnehmen. Ich hoffe, es gelingt mir bis bzw. vor Ostern noch, ein weiteres kunsthandwerkliches Vorhaben umzusetzen, das den frühlingshaften bzw. österlichen Aufbruch auf andere, nicht weniger vegetabil betonte Weise in eine schlüssige Form bringt.

Vegetabile Ewigkeitssymbolik

Gesagt, getan. Tatsächlich habe ich heute Vormittag beim Besuch des Wochenmarktes in D. den Händler wiedergefunden, der schon seit Jahren dort die Palmzweige anbietet. So konnte ich mich nebenbei über die richtige Vorgehensweise gegen den Buchsbaumzünsler austauschen, vier kleine Bündel mit Buchsbaumzweigen erwerben, und zusätzlich einen sehr sorgfältig gebundenen Kranz aus Buchsbaum. Der war zwar etwas teurer, aber selbst könnte man den besser nicht herstellen, und so viel Buchsbaum wie dieser Mann hätten wir natürlich auch nicht zur Verfügung. Ich hoffe, wir werden am Palmsonntag nicht nur die Zweige in traditioneller Form segnen lassen können. Auch einen guten Platz an der Wand, möglichst ohne direkte Sonneneinstrahlung, für den Buchsbaum-Kranz sollten wir ausfindig machen, damit wir die vegetabile Ewigkeits- und Lebenssymbolik das ganze Jahr über bei hoffentlich grün bleibenden Buchsbaumzweigen vor Augen haben.

Rechtzeitig Palmzweige organisieren

Nun steht der Palmsonntag wieder vor der Tür. Und ich muss feststellen, dass unser erst im Spätsommer letzten Jahres wieder grünender Buchsbaum natürlich noch keine ausreichend langen Ästchen ausgebildet hat, um sie für die Palmsträuße schneiden zu können. Ich fürchte, das wird in den nächsten 3-4 Jahren auch noch nicht anders sein können, bis er sich endlich wieder zu einem echten Palmbusch ausgewachsen haben wird. Da die Tradition der Palmsegnung und des Steckens der geweihten Palmzweige an alle Kreuze des Hauses aber bei uns lebendig ist, will ich morgen den Markt in D. erneut aufsuchen, in der Hoffnung, dass der Händler der beiden Vorjahre auch diesmal wieder dort erscheint und die Palmbündel anbietet. Ziemlich viel Aufwand, extra dorthin zu fahren, aber sowohl M. als auch mir ist es das wert. Es würde uns tatsächlich etwas fehlen. Was ich allerdings tue, wenn der Händler nicht da sein sollte, das kann ich jetzt noch nicht sagen.

Naturbeobachtung, Symbolform und künstlerische Umsetzungen

Aus der Entfernung habe ich im Fernsehen den Bericht über einen Naturfotografen und Filmemacher gehört, der sich Zeit seines Lebens mit dem geduldigen Beobachten der Pflanzen und Tiere in ihrer natürlichen Lebensumgebung gewidmet hat. Ich meine, das neueste Projekt war mit „Das Flüstern der Wälder“ betitelt. Spannend, was ich da so nebenbei erfasst habe, vor allem, weil es offenbar noch andere Menschen gibt, die dieses einsame Beobachten und das genaue Hinsehen auf die natürlichen Details langfristig praktizieren und daraus etwas Wesentliches für sich selbst gewinnen, das sie dann an andere weitergeben. Ähnliches praktiziere ich mit meinen Wunschbaum-Projekten, und natürlich mit diesem Baumtagebuch. Auch sympathisch ist mir eine der Aussagen des Filmemachers aus dem genannten Bericht, dass er einen stillen Film gemacht habe, weil er der vielen menschlichen Diskurse überdrüssig sei. Sofern ich Naturbeobachtung und kreative Verarbeitung des Beobachteten und Erfahrenen praktiziere, kann ich das für mich selbst unterstreichen. Allerdings, Fotos, Filme oder andere auch von mir umgesetzte interaktive Vermittlungsformen sind eben an sich schon nicht still, sie schaffen Öffentlichkeit und wollen auch wahrgenommen werden. Und natürlich ist die Kommunikation auch mein Beruf. Insofern kann es beim Umgehen der Diskurse und dem Still-Sein nur darum gehen, andere als die alltäglichen Kommunikationsroutinen und nicht allein sprachvermittelte Darstellungen zu wählen. Wir sind dann bei dem, was man das Künstlerische nennen kann. Vielleicht ist es kein Zufall, sondern im biografischen Zusammenhang eher eine konsequente Entwicklung, wenn ich von im engeren Sinne künstlerischen Ausdrucksformen, wie v a. der Bildhauerei, letztlich zu interaktiven kreativen Symbolformen gekommen bin, die ich u. a. mit digitalen Mitteln und in digitalen Räumen zur Geltung bringe. Weniger künstlerisch als die früheren Formen ist das für mich nicht. Es ist das, was ich im eigentlichen Sinne als künstlerisch begreife, nur mit nicht ganz so traditionellen Mitteln umgesetzt.

Nicht ganz ein Ruhetag geworden

Der Sonntag war zumindest bis zum frühen Vormittag einer mit Ruhetagscharakter, was nach den ziemlich anstrengenden Arbeitstagen ganz hilfreich war. Aber die lange schon eingetragene Einladung zum außergewöhnlichen Jubiläum von Herr M. gestaltete den restlichen Nachmittag dann doch ereignisreicher. Aber M. war die Teilnahme dort sehr wichtig und so war ich ebenfalls mit von der Partie. Der in den letzten Tagen, bei ähnlich sonnigem Wetter wie heute, schon üblich gewordene Gang durch die nahe vorfrühlingshafte Baumlandschaft musste deshalb heute einmal ausfallen. Ich hoffe aber, während der Wochen zumindest über Mittag weitere Gelegenheit zu haben. Auch weil ich reizvollfände, meine Detailbeobachtungen und spezialisierten Fotografien der ersten Frühlingszeichen der Bäume fortzusetzen und auszuweiten. Denn diese Art der motivischen Spezialisierung und Raffinesse, wenn ich es einmal so nennen darf, die ist für mich noch neu.

Ein emotional zwiespältiger Start in den Frühling

Der einundzwanzigste März. Da fallen starke Zahlensymbolik und Frühlingsanfang zusammen. Eigentlich gute Voraussetzungen. Aber der Tag war im Ergebnis dann doch nicht im positiven Sinne besonders. Eher problembelastet und das Nervengerüst belastend. Ich freue mich dennoch, vielleicht gerade wegen der Wirrungen in diesen Tagen, auf den Frühling und alles, was er uns an Öffnung nach außen, an Umkehr der Orientierungsrichtung von Innen nach Außen anbietet. Nur die Gelegenheit, diesen Rahmen zu nutzen, müssen wir schon noch finden. Wenn es gelingt, sind wieder mehr Erkundungen der Baumlandschaft, mehr Beobachten und Fotografieren der jahreszeitlichen Veränderungen im Zuge des Grünens, Blühens und Fruchttragens v. a . der Bäume für mich möglich. Allein das ist eine gute Basis, auf der man alle die komplizierten sozialen und kommunikativen Aufgaben besser ausfüllen und auflösen kann.

Eine Renaissance naturbezogener Nahaufnahmen

Auch meine jüngsten Baumfrühlingsfotografien habe ich schon durchgesehen, ausgewählt und optimiert. Interessant, dass zurzeit verstärktes Interesse der Microstock-Agenturen gerade an echten Naturfotografien besteht. Ich vermute, dass dort ein Übergewicht an KI generierten Bildern entstanden ist und man eine Rückverlagerung des Schwerpunkts auf echte Fotografie anstrebt. Aber das Material wird auch benötigt, um wiederum die KI Engines füttern zu können mit naturgemäßen Bildern. Da erhalten Naturaufnahmen, v. a. detaillierte Nahaufnahmen, eine Art Renaissance, die ohne diese technische Innovation und ihre Logik vielleicht gar keine Chance mehr erhalten hätten, überhaupt nachgefragt zu werden. Denn insbesondere Landschaftsbilder, aber auch die bei mir immer schon im Vordergrund stehenden Nah- und Detailaufnahmen natürlicher Formen wurden in den früheren Jahren kaum noch beachtet und wie unzeitgemäß abgestempelt. Es ist schön, dass sie jetzt wieder ihr Recht erhalten. Ich hoffe aber nicht nur als KI-Schulungsmaterial, sondern tatsächlich bei der Gestaltungsarbeit echter Kreativer.

Vorsichtiges Frühlingserwachen

An diesem Tag, der uns wieder mit einer intensiven frühlingshaften Helligkeit beschenkt hat, konnte ich nicht umhin, den aktuellen Entwicklungsstand in der nahen Baumlandschaft in Augenschein zu nehmen. Es waren noch einmal vor allem die ersten Entwicklungsstadien im frühlingshaften Erwachen der Vegetation, die mich in diesem Frühjahr so sehr fasziniert. Unglaublich zart und filigran erscheinen die gerade erst im Auffalten befindlichen Blätter und die jungen, frischen Blüten, z. B. bei der Hainbuche:

Zweig mit ganz jungen Blättern und Blüten der Hainbuche

Oder beim Spitzahorn, den ich noch nie so bewusst beobachtet habe, bevor er die komplizierten Blütenstände ausbreitet. Hier sind sie noch ganz kompakt zusammengepresst und noch von der Knospenhülle ummantelt:

Zweig mit jungen Blütenständen des Spitzahorns

Und der Weißdorn hat die Reihenfolge ja immer umgekehrt. Zunächst kommen die Blätter, und dann folgen die Blüten, die längere Zeit nur als geschlossene, grüne, stecknadelgroße Kugelkonglomerate erscheinen, bevor sie die weißen Blütenblätter mit den rosa Pollen zum Vorschein bringen:

Zweig mit jungen Blättern und noch nicht geöffneten Blüten des Weißdorns

Zeichen des eigentlichen Baumfrühlings

Es ist toll, die Rückkehr des Vorfrühlings zu erleben, den wir schon einmal für einige Tage genießen durften und der zwischenzeitlich von kälterem Regenwetter unterbrochen war. Jetzt gibt’s tatsächlich die Chance für einen stabileren Übergang in den Baumfrühling. Und etwas später als sonst, aber noch nicht völlig außer der Reihe, habe ich heute erstmals schon einzelne Spitzahorn-Bäume gesichtet, die ihre ersten Blüten auffalten. Richtig ausgebreitet waren die noch nicht, vielmehr erst gerade aus ihrer Blütenknospe ausgebrochen, aber noch weitgehend zusammengefaltet. Wenn sie richtig geöffnet sind, macht das wirklich etwas daher. Für mich steht gerade diese geöffnete Spitzahornblüte für den Beginn des eigentlichen Baumfrühlings.

Fotografisch über die Baumthemen hinausgekommen

Die vielen Projekt- und Routinearbeiten haben den Großteil dieses Tages ausgefüllt. Aber zwischendurch habe ich auch kurze Exkursionen unternehmen können. Die ersten Erfolge beim Aussäen der Chilis stellen sich ein. Die Temperatur steigt wieder und die Anteile sonniger Abschnitte häufen sich wieder. Scheint also so, als ob der Frühling sich doch allmählich durchsetzt. Immerhin bin ich am Abend dazu gekommen, meine neuesten Chili-Objektbilder in freigestellter Form zu optimieren. Das könnte nach langer Zeit wieder eine echte Innovation in meine Microstock-Portfolios einbringen. Ich bin gespannt, ob diese Bilder akzeptiert werden und ob sie Resonanz finden. Ein weiteres Beispiel wäre das für die erfolgreiche Ausweitung meiner fotografischen Motivfelder, weit über die Baummotive und Baumdetails hinaus. So bin ich von dort über die Strukturen von Holz und Materialoberflächen und -texturen inzwischen auch wieder zu den Naturformen zurückgekehrt, widme mich dabei aber auch anderen Formen, die keinen direkten Bezug zu den Bäumen aufweisen, die aber nicht minder spannende Bearbeitungs- und symbolische Darstellungsmöglichkeiten bieten.

Vegetabile fotografische Erkundungen

Die Baumblüten-Nahaufnahmen von gestern muss ich unbedingt noch weiter durchsehen und optimieren. Da sind wirklich gut gelungene darunter, was gerade bei den filigranen Baumblüten des Vorfrühlings nicht selbstverständlich ist. Eigentlich gelingen pro Baumart nur alle paar Jahre einmal wirklich arttypisch anmutende Fotografien. Das hängt von vielen Faktoren ab, dem Licht, der konkreten Aufnahmesituation, dem Winkel, dem zufälligen vegetabilen Hintergrund. So wie gestern eines der Schlehdornblütenbilder vor einem bräunlichen Bokeh erschien, das so selten zu beobachten ist. Neben den Aufnahmen aus der Baumlandschaft habe ich auch die vor einigen Monaten realisierten Objektfotos von Chilischoten, einzeln oder im Ensemble, und von verschiedenen interessanten Sorten, in Angriff genommen. Die zu optimieren, z. T. auch freizustellen und wie kleine vegetabile Skulpturen darzustellen, ist eine spannende Sache. Noch nicht sagen kann ich, ob das im Rahmen meiner Microstock-Portfolios eine Chance erhält und ob es überhaupt eine Resonanz darauf geben wird. Als spannendes privates Projekt lohnt sich der Aufwand aber in jedem Fall.

Schlehweiße Eindrücke

Das heute wieder kühle, aber weitgehend sonnenreiche Wetter hat mich zum ersten Mal in diesem Jahr einen weiteren Weg entlang meiner Lieblingsroute gehen lassen. Das wurde am späteren Nachmittag mit sehr schönen Landschaftseindrücken belohnt. Dabei haben sich die Bäume in ihrer typischen jahreszeitlichen Erscheinung seit meinem letzten Gang nicht viel verändert. Aber jetzt sind die Schlehdornblüten bei vielen Sträuchern bereits ganz geöffnet und vermitteln punktuell einen Eindruck dessen, was gemeint ist, wenn man vom „Schlehweiß“ redet. Die Fotos halten das eindrücklich fest, aber die Erscheinung ist so sporadisch verteilt, dass man mit wachen Augen durch die Landschaft gehen muss, um diese belebenden Frühlingszeichen auch wirklich zu erkennen und nicht achtlos an ihnen vorbeizugehen.

Schlehdornblüte 2026 IV
Schlehdornblüte 2026 V
Schlehdornblüte 2026 VI
Schlehdornblüte 2026 VII

Die Kreativität fördernde Entspannungsphasen

Im Vergleich zu den vorangehenden Samstagen war dieser recht ruhig verlaufen. Das hatte v. a. damit zu tun, dass schon auf Grund des Wetters größere Garten- oder Außenarbeiten kaum möglich waren. Außerdem hatte ich ja an den letzten Wochenenden schon die wichtigsten, weil dringendsten Dinge schon abgearbeitet. Ganz gut, so konnte ich mich dem Aufarbeiten von Liegengebliebenem widmen, wofür es der richtige Zeitpunkt war. Denn bald schon werden die neuen Projekte noch mehr Zeit und Kontinuität erfordern. Ich freue mich außerdem über zwischenzeitlich weniger gedrängte Zeiten, um die dieses Jahr wieder realistischere kreative Projekt voranzubringen, v. a. das Fotografieren, aber auch Weiterentwicklungen einiger Wunschbaum-Projekte, an denen ich mich in den letzten Jahren selten länger aufhalten konnte. Aber natürlich kann das schnell wieder umschwenken – und von unvorhergesehenen Aufgaben überlagert werden.

Wenn ein Baum sich seiner fotografischen Erfassung entzieht

Gut, dass es so viele zeitintensive Projektarbeiten gibt, die mich in diesen Tagen in Atem halten. Denn auch nur einen kurzen Spaziergang zu machen, ist bei dem durchwachsenen und jetzt auch wieder regnerischen Wetter kaum möglich. So sind wir wie im Winter wieder auf uns selbst zurückgezogen und trauern den zwei Wochen hinterher, die zuletzt mit super viel Sonne und vorfrühlingshaftem Wetter Hoffnung auf ein Ende des Schmuddel-Winters gemacht haben. Eine der nachgeholten, weil lange liegengelassenen Aufgaben, die ich – wie gestern schon beschrieben – gerade nachhole, ist die Durchsicht und Sortierung der letztjährigen Fotoreihen. Damit bin ich inzwischen tatsächlich schon fast durch. Eine der letzten Reihen, die noch fehlten, ist die vom Maulbeerbaum in der Zeit, in der er so üppig Blätter und ungeahnt viele Maulbeeren getragen hat. Dieses Motivfeld dürfte ziemlich selten sein. Leider waren die Lichtverhältnisse an diesem Tag aber so, dass es ganz schwierig war, qualitativ gute Bilder zu machen: Zu hell, kein Stativ, schwierige Licht- und Schattenverhältnisse. So bin ich bei der Durchsicht jetzt wieder zu demselben Schluss gekommen wie damals Ende Juni: Für dokumentarische Zwecke ist die Reihe super. Aber es ist tatsächlich trotz sorgefältiger Nachbereitung nicht möglich, auch nur ein Foto aus dieser Reihe herauszugreifen, das für meine Microstock-Portfolios geeignet wäre. Dazu ist die technische Qualität in keinem Fall ausreichend, teils auch die Komposition, was im Umfeld dieses so lebendigen und quasi überwältigenden Baums, so wie er sich im Sommer 2025 präsentiert hat, gar nicht so überraschend ist. Wahrscheinlich hat der Maulbeerbaum ob seiner ungewöhnlichen vitalen Stärke in diesem Sommer einer fotografischen Erfassung entzogen. Was er ausstrahlte, sollte sich nicht so einfach wie sonst in statischen Fotografien festhalten lassen. Wenn das seine Absicht war, so ist ihm das tatsächlich auch gelungen. Falls es dieses Jahr wieder Maulbeeren geben sollte, werde ich einen neuen Versuch starten.

Fotografischer Überblick und lohnende Motivserien

Endlich bin ich einmal dazu gekommen, meine Fotoarchive unter „Aktuell“ zu sichten, auszusortieren und in die richtigen Archivordner zu verschieben, die sich in den letzten 3 Jahren dort angesammelt hatten. Zum Teil handelte es sich um Fotoserien aus Spaziergängen durch die Baumlandschaft, bei denen viele Aufnahmen entstanden sind, die ich nicht mehr durchsehen konnte. Ich bin froh, dass jetzt sortiert zu haben. Einige gute Ergebnisse waren darunter, auf die ich später einmal sicher werde zurückgreifen können. Vieles habe ich aber auch gelöscht, weil es schon nach der erstmaligen Sichtung nicht wirklich wert war, archiviert zu werden. Es ist ganz gut, diese Dinge einmal in Ruhe durchzugehen, auch um zu sehen, welche Motivfelder eher schwierig sind und welche ich durchaus noch weitere Male in Angriff nehmen kann. Motive aus der Baumlandschaft und von Baumdetails, auf Feiertage und Traditionen bezogene Motive aus unserer Lebenswelt und der eigenen gelebten Traditionspflege. Aber auch Strukturbilder, Materialien, Oberflächentexturen und Hintergründe. Zurzeit habe ich wegen des tollen Lichts, das uns einige Tage lang in diesem Spätwinter vergönnt war, wieder mehr auf fotografische Erkundung zu gehen. Ich hoffe, es wird im Laufe des Frühlings noch viele Gelegenheit dazu geben.

Bäume und die inneren Kraftquellen

Jetzt war es schon wieder einige Tage ziemlich dunkel. Nach dem frühlingshaften Wetter mit fast schon frühsommerlichen Temperaturen und diesem irren Licht der Tage zuvor war das entnervend und hat die Menschen spürbar demotiviert. Gleich gehen die Aktivitäten davon abhängig wieder zurück, unglaublich eigentlich, wie stark wir von diesen äußeren Faktoren abhängig sind, wie sehr unsere Biologie, das Körperliche, aber ganz gewiss auch das seelische Gleichgewicht von einer Verstärkung leben und mit dieser variieren, die nicht aus unserem Inneren kommt. Wir benötigen zumindest eine Spiegelung der Äußeren, um innere Kraftquellen, die natürlich immer schon vorhanden sind, zu reaktivieren – besser, uns an diese zu erinnern. Schon einen Baum zu betrachten, besser noch, ihn in seiner Lebendigkeit, seiner jahreszeitenabhängigen Entwicklung, aktiv zu begleiten, allein das kann diese inneren Kraftquellen wieder nutzbar machen. Auch deshalb ist ein Reden über die Bäume, erst recht ein Leben mit den Bäumen keine naturmystische Spielerei, es kann in diesen so irritierenden Zeit geradezu rettend, zumindest aber motivationsfördernd und energiespendend wirken.

Wieder mehr fotografisch unterwegs

Heute habe ich auch die jüngsten Fotografien aus der Baumlandschaft durchgesehen und eine enge Auswahl meinen Microstock-Portfolios hinzugefügt. Diesmal waren zwischen den Baumbildern auch einige sehr gelungene Material-Struktur-Motive, Beton-, Metall- und Kunststofftexturen, die ich in ähnlicher Form schon einmal erfasst hatte, die bei dem Licht der letzten Tage aber wiederum in einer anderen Anmutung erschienen. Auch habe ich ganz neue Motive auf meinen Lieblingswegen entdeckt. Ich bin froh, dass ich nach der Flaute in den letzten Jahren jetzt wieder verstärkt echte Fotografie in der Landschaft und der näheren dörflichen Umgebung realisieren kann. Wenn das Wetter und vor allem das Sonnenlicht dieses Jahr wieder besser und konstanter ist, bietet sich das auch an.

Und wieder blüht der Schlehdorn

Diese dezent sich in erdigen Farben aus der noch grauen Spätwinterlandschaft heraushebenden Impressionen der frühen Schlehdornblüte finde ich faszinierend. Ich hatte ja gestern schon eine solche Einstellung festgehalten und heute bei sehr ähnlichem Licht neue Perspektiven versucht. Eine davon habe ich hier abgebildet. Die Blütenköpfe zeigen zwar schon die weißen Blütenblätter, sind aber noch zu kleinen kompakten Kugeln geschlossen, kurz vor dem Sich-Öffnen der weiß-gelben und viel Licht reflektierenden Blüten, die exemplarisch für den Vorfrühling und die ersten echten Baumblüten stehen. Gerade diese Vorstufe, kurz vor dem eigentlichen Erblühen, ist mir in den Vorjahren immer entgangen. Ich bin froh, sie in diesem Frühjahr einmal fotografisch festgehalten zu haben.

Spätwinterliche Zweige mit noch geschlossenen Blütenköpfen des Schlehdorns

Vorfrühlingszeichen in der Baumlandschaft

Das war ein tolles Spätwinterwetter, das viele Menschen zum Sonntagsspaziergang rausgezogen hat. Wegen des Lichts war es wieder einmal naheliegend, die Kamera mitzunehmen und weitere Impressionen des Baum-Vorfrühlings einzufangen. Spannend finde ich zu dieser Jahreszeit die ersten Regungen der früh blühenden Bäume, wenn die Blüten noch nicht oder nicht vollständig geöffnet sind. So bei der Forsythie und beim Schlehdorn beobachtet:

Zweige mit noch geschlossenen Blüten der Forsythie
Zweige mit noch geschlossenen Blütenköpfen des Schlehdorns

Der Schlehdorn ist vielfach aber auch schon fortgeschrittener und zeigt bei manchen Sträuchen schon die geöffneten Blütenköpfe:

Zweige mit geöffneten Blüten des Schlehdorns

Und natürlich dürfen die Erlenblüten nicht fehlen, deren männliche Exemplare jetzt schon länger werden und die Pollen freigeben:

Erlenblüte im März

Es gab noch einiges mehr zu entdecken, das ich auch fotografisch festgehalten habe. Aber das werde ich erst noch genauer durchsehen und vielleicht später noch hier zeigen.

Ein anstrengender Rückschnitt für den Maulbeerbaum

Der zweite Rückschnitt des Maulbeerbaums, nachdem ich vor einer Woche bereits alle seitlich überstehenden Äste gekürzt hatte, war eine besonders Kraft raubende Aktion. Die hat dann auch ca. 4 Stunden Zeit in Anspruch genommen. Am Ende konnte ich die sehr weit in die Höhe geschossenen Kronenäste im Zentrum der Krone von der Leiter aus kappen. Nur an zwei Randbereichen der Krone habe ich die dort eher dünnen Triebe unverändert gelassen. Zum einen, weil die dort kaum zu erreichen sind, selbst von der Leiter aus und mit maximal ausgezogener Astschere, zum anderen ist es so für den Baum nicht ganz so irritierend. Tatsächlich hat er in den Vorjahren auf radikalen Rückschnitt eher so reagiert, dass der Blatttrieb stark verzögert war und im Sommer kaum Maulbeeren wuchsen. Im letzten Jahr aber, nachdem wir in dem diesem vorangehenden Jahr auf den Rückschnitt ganz verzichtet hatten, war der Maulbeerertrag ja sehr gut. Ich hoffe, dass die jetzt umgesetzte Strategie mit dem Rückschnitt im Zentrum der Krone und rundherum sowie dem Belassen einzelner Abschnitte mit ungekürzten Ästen einen zumindest durchschnittlichen Maulbeerenertrag nach sich ziehen wird. Aber natürlich hängt der Erfolg auch von anderen Faktoren ab: Ob während der Blütezeit keine Nachtfröste auftreten und ob zu früh kommende höhere Durchschnittstemperaturen nicht den Wachstumszyklus des Baums insgesamt aus dem Gleichgewicht bringen. Vor allem hoffe ich, dass das nicht mehr passiert, was vor drei Jahren ja Realität war. Damals musste es im Frühjahr mindestens eine sehr kalte Nacht gegeben haben, zumindest muss sich am Standort des Maulbeerbaums eine lokale Kälteglocke über den Baum gelegt haben. Denn damals wollte er lange Zeit überhaupt keine Blatttriebe mehr ausbilden. Erst im Spätsommer fing er, wie in einer Panikreaktion, hastig an, neue Blatttriebe auszubilden, nachdem er bis dahin vollkommen kahl inmitten der grünenden Nachbarbäume stand.

Baumsymbol, Winterbaum und Frühlingsbaum

Eine Auswahl aus meinem jüngsten Spätwinter-Landschaftsshooting habe ich inzwischen durchgesehen, entwickelt und optimiert. Vorhin habe ich diese und einige weitere auch in meinen Microstock-Portfolios eingereicht. Es sind ganz verschiedene Bildmotive, die natürlich alle etwas mit Bäumen zu tun haben. Das erste ist nur auf den ersten Blick die Nahaufnahme einer Holzlattenstruktur. Tatsächlich handelt es sich um das Detail einer Sichtbetonwand, die in eine Holzverschalung aus vertikal verleimten Latten gegossen wurde. Man sieht hier noch ganz genau die Sägespuren vom Gatter des Sägewerks, die Nagelköpfe und natürlich die Zeichnung des Holzes sowie die Astknoten. Da die Wand nach den zehn Jahren, die sie jetzt schon der Witterung ausgesetzt ist, eine bräunliche Patina angenommen hat, macht sie umso verwechselbarer mit einer Holstruktur, von der sie tatsächlich nur den Negativ-Abdruck darstellt:

Sichtbetonwand mit Holzabdruck-Oberflächenstruktur - Nahaufnahme

Deutlich lebendiger wird’s bei den spätwinterlich noch kahlen Ästen, die mit im Sonnenlicht leuchtenden Gelbflechten überzogen sind. Eigentlich das ganze Jahr über, aber im Winter, bei kahlen Ästen, sind sie eben besonders gut sichtbar und sorgen für in dieser Zeit so seltene Farbakzente in der Baumlandschaft:

Spätwinterliche Zweige mit leuchtenden Gelbflechten

Und dann gibt’s eben jetzt schon die ersten echten Lebenszeichen des Form der halb aufgefalteten Blätter des Weißdorns:

Frühes Weißdorngrün - junge Blätter des Weißdorns im Spätwinter - Nahaufnahme

Die kommen beim Weißdorn ja lange vor der Blüte, während es sich beim Schlehdorn umgekehrt verhält. Das kann man schon die winzigen Blütenknospen erkennen, die aber noch geschlossen sind und demnächst wohl dieses irre Schlehweiß über die Sträucher legen werden.

Weißdorn-Mistel

Junge Mistel an spätwinterlichem Weißdornstrauch

Das Licht war heute wieder faszinierend und hat viele Menschen hinaus in die Landschaft geführt. Zum Fotografieren ist das ideal, so dass ich die ersten Regungen des Baumfrühlings in einer Reihe von Nahaufnahmen festhalten konnte. Da war einiges sehr Interessantes dabei, was ich erst noch durchsehen und optimieren muss. Aber ein Motiv will ich an dieser Stelle schon herausgreifen, weil es ganz speziell und auch selten ist: Eine noch recht frische Mistel, die sich an einem Weißdornstrauch festgesetzt hat. Selten, dass ich das an einem niedrigen Strauch sehe, selten auch, dass es ein Weißdorn ist. Man kennt es ja v. a. von Obstbäumen, Pappeln und Eichen. Aber der Weißdorn mit einem Mistel-Schmarotzer, das ist natürlich tiefgreifende Symbolik und Baumenergie pur. Es ist ein Glücksfall, dass die Mistel sichtbar war, nicht nur, weil sie in Augenhöhe wächst, auch weil jetzt im Spätwinter die Zweige noch kahl sind und gerade beim Weißdorn erst jetzt die ersten Blätter sich auffalten.

Plädoyer für naturbezogene Basisthemen

Sie tut gut, diese anhaltende Sonne, heute so gleichmäßig und durchgängig wie bisher noch nicht in diesem Jahr. Dann kann man unangenehme Termine, wie den von M. in S., gleich viel besser verarbeiten und relativ schnell zur Tagesordnung übergehen. Aber machen wir uns nichts vor. Die biologischen und klimatischen Highlights, die uns von außen mit der Annäherung an die warme Jahreszeit öfter entgegenkommen, können die tief liegende Verunsicherung der Menschen, ihren Glaubensverlust – nicht nur im religiösen Sinne – kaum überdecken. Was wir seit einigen Jahren erleben und was jetzt gerade vielleicht auf einem lähmenden Höhepunkt angekommen ist, bedeutet nicht nur Rückschritt gegenüber den früheren besseren Jahren. Es ist von so vielen Brüchen und Zerstörungen verbunden, dass man sich verbreitet einer ganz anderen Welt gegenübersieht, in der die Menschen nicht mehr sie selber sein können, sich in oft nicht vorteilhafter Weise verändern. Es kostet viel Energie, das zum einen zu verarbeiten und zum anderen, darüber hinaus wieder in einen Fortschritt zurückzufinden. Ich meine, mit einer Verkomplizierung des Denkens ist das kaum zu erreichen. Da sind wir wohl schon übers Ziel hinausgeschossen. Wir müssen im Gegenteil immer wieder den Nullpunkt, die Basis, einen festen Startpunkt suchen und von dort, alle Erfahrungen berücksichtigend, die Dinge neu aufrollen, möglichst rasch, damit wir die Rückschritte wieder kompensieren. Die Selbstspiegelung in der natürlichen Umwelt, z. B. der Rückgriff auf die Lebenssymbolik der vermittelten Mensch-Baum-Beziehung, kann so einen Neuanfang und Neuaufbau ins Leben zu rufen helfen. Dieses Baumtagebuch ist ein ganz kleiner, bescheidener Beitrag, um dieses Plädoyer für die Anknüpfung an naturbezogene Basisthemen plausibel zu machen.

Divergierende Meinungen zum richtigen Rückschnitt

Das jetzt schon einige Tage konstant warme Wetter bei gleichzeitig viel Sonnenlicht hat die Menschen schon überrascht. Teilweise ist man auch körperlich gestresst, weil die Umstellung von dem nasskalten Schmuddelwetter und der Dunkelheit auf diese anhaltend hellen und für die Jahreszeit ungewöhnlich milden Tage schon beanspruchend ist. Das merken v. a. Menschen mit Schwächen bei den Gelenken und Muskeln. Meist ist das nach der Akklimatisierung aber auch schnell wieder verschwunden. Bleibt zu wünschen, dass das Wetter auch noch länger so bleibt und nicht wieder ins Gegenteil umschlägt. Nach der zwischenzeitlichen Verstimmung wegen Vs unangebrachter Kommentare zu meinem Rückschnitt des Walnussbaums war ich heute froh, dass M. meine Aktion und vor allem das Ergebnis gelobt und die Einwände als ebenso unverständlich bezeichnet hat, wie ich das zuvor schon getan hatte. Tatsächlich präsentiert sich die Krone des Walnussbaums jetzt ganz gleichgewichtig und symmetrisch. Zudem ist im Sommer keine so extreme Abschattung des unmittelbaren Umfelds mehr zu erwarten, worum es mir ja vor allem ging. Nein, mit diesem Rückschnitt kann ich sehr zufrieden sein. Bleibt jetzt nur noch übrig, den begonnenen Rückschnitt des Maulbeerbaums abzuschließen. Ich hoffe, das wird mir am Wochenende möglich sein.

Erste Frühlingszeichen aus der vegetabilen Umwelt

Der spürbare Frühlingsauftakt, lustigerweise genau passend zum meteorologischen Frühlingsanfang, hat die Menschen doch sehr motiviert, sich ins Freie zu bewegen. Sogar die ersten Biergärten sollen schon geöffnet haben, weil die Besucher nach dem ungemütlichen, nassen Winter nach Sonnenlicht sehnen und die ersten Gelegenheiten darum allzu gerne nutzen. In der Baumlandschaft ist der Frühling dagegen noch nicht wirklich angekommen, was nicht verwundert, denn die Bäume wollen sich „ganz sicher sein“. Und einige helle Tage am Stück müssen eben noch nichts Konstantes bedeuten. Deshalb müssen wir mit der Voraussage des Frühlings noch vorsichtig sein. Beim Spaziergang heute Mittag musste ich schon ganz genau hinsehen, um erste Regungen bei den Bäumen und Sträucher zu erkennen. Von Weitem betrachtet und mit flüchtigem Blick in die Landschaft wirkt noch alles grau und spätwinterlich. Bei einigen Arten aber kann man von Nahem doch schon Frühlingszeichen erkennen. Bei den Blattknospen am weitesten waren hier bei uns die Weißdornsträucher. Da waren an einigen Exemplaren tatsächlich schon noch dicht eingeschlagene, noch nicht ganz aufgefaltete Blätter zu sehen, die ihre Knospenhüllen schon zur Seite geschoben hatten. Noch ein paar helle und mäßig warme Tage, und das Weißdorngrün sollte schon vollentfaltet sein und die ersten grünen Tupfer in der Baumlandschaft hinterlassen. Beim Schlehdorn sind es nicht die Blattknospen, sondern die winzigen, kugeligen braunen Blütenknospen, die zahlreich schon zu sehen sind, die aber noch vollständig geschlossen erscheinen. Aber der Schlehdorn gehört eben zu den am frühesten blühenden Arten. Das heißt, bei ihm kann sich das Bild über Nacht wandeln und die Sträucher plötzlich in etwas Blendendes in üppigem Weiß verwandeln. Auch schon zu sehen sind die noch geschlossenen Blütenknospen bei einzelnen Wildapfelexemplaren. Man kann durch die geschlossenen äußeren Blütenblätter schon die roten Anteile dieser später so dominanten Blüte sehen. Neben diesen drei Arten habe ich noch vereinzelte weitere Sträucher mit geschlossenen Knospen erblickt, die ich aber nicht eindeutig zuordnen konnte. Ich denke, diese spannende Phase der ersten Frühlingszeichen werde ich in den nächsten Tagen engmaschiger beobachten. Schon jetzt freue ich mich über jeden erkennbaren Fortschritt beim Frühlingserwachen der vegetabilen Umgebung.

Gegen die schattige Wachstumsbremse

Noch so ein unentschlossen zwischen Spätwinter und Vorfrühling angesiedelter Tag. Aber die Zeichen stehen gefühlt auf Frühling, und tatsächlich sollen ja mit der neuen Woche die vor einigen Tagen schon dagewesenen frühlingshaften Temperaturen zurückkehren. Ich habe deshalb den gestern nicht mehr möglichen Rückschnitt des Walnussbaums nachgeholt. Im Wesentlichen zwei nicht allzu große Seitenäste, die im Sommer, mit voller Belaubung, aber sehr viel Schatten um den Gartenbaum herum werfen. Die Gefahr ist jetzt beseitigt, unverständlicherweise von Vs Missmut begleitet. Ich selbst habe keinen Zweifel, dass das eine sinnvolle Maßnahme war, habe ich doch in den Vorjahren immer wieder feststellen müssen, dass im Schatten des Nussbaums nahezu nichts mehr gedeiht, selbst die sonst so vitalen und blühfreudigen Strohblumen sind zwei Jahre in Folge überhaupt nicht gegangen. Ich hoffe jetzt auf einen milden Verlauf des Frühlings, vor allem während der für die einzelnen Baumarten relevanten Blütezeiten. Damit wir wieder ein gutes Jahr fürs Baumobst und ein für das gesunde Wachstum der Zierbaumarten günstiges Klima erleben.

Mein erster Rückschnitt der Gartenbäume für diese Saison

Die sonnenreicheren Stunden musste ich einfach ausnutzen, um an diesem Samstag nach dem Abschluss der kunsthandwerklichen Arbeit doch noch mit dem Zurückschneiden der Gartenbäume zu widmen. Eigentlich wollte ich mit dem Walnussbaum beginnen, bei dem einige Seitenäste noch zu viel Schatten werfen, später im Sommer, wenn sie mit den großen lappigen Walnussbaumblättern bestückt sind. Nachdem ich im Vorjahr die ganz großen Äste in diesem Bereich schon herausgenommen hatte, ist das jetzt eine erweiternde Maßnahme, die meinen Gemüsepflanzen im Spätsommer guttun wird, die ansonsten zu wenige Nachmittagssonne tanken können. Aber V. hatte ich ausziehbare Astsäge mitgenommen, so dass ich das Vorhaben erste einmal aufschieben musste. Stattdessen habe ich weitere Seitenäste, teilweise auch zu auslandende Äste im oberen Kronenbereich der Gleditschie entfernt. So wird der Baum später nicht mehr mit den Nachbarbäumen zusammenwachsen und ebenfalls in den ersten 2 Metern überm Boden keinen Schatten mehr werfen können. Das Kleinschneiden der Gleditschien-Äste ist immer eine schwierige Sache, weil sie über sehr lange spitze Dornen verfügen, an denen man sich leicht verletzt. Ich konnte dennoch alles in der Biotonne unterbringen. Anschließend bin ich dann zum Maulbeerbaum außerhalb gefahren, um den ersten Teil des Rückschnitts durchzuführen. Es ging zunächst darum, die seitlich über die Begrenzungszäume reichenden Asttriebe zu kürzen. Das ist eine aufwändige und kleinteilige Arbeit, die ich versuche, vom Boden aus mit der ausziehbaren Astschere zu realisieren. Bis zu einer gewissen Höhe ist das auch ganz gut gelungen. Nächste Woche will ich dann den oberen Kronenbereich angehen, bei dem es darauf ankommen wird, die nahezu vertikal in die Höhe schießenden Äste deutlich zu kürzen. Unabhängig davon, wie der Maulbeerertrag in diesem Jahr ausfallen wird, es ist ohnehin unmöglich, diese sehr hohen Bereiche der Krone über eine Leiter zu erreichen. Uns ist zwar bewusst und haben das bereits mehrfach erfahren, dass man es beim Maulbeerbaum mit dem Zurückschneiden nicht übertreiben darf. Deshalb haben wir im Vorjahr auf diesen Rückschnitte der oberen Krone verzichtet. Aber jetzt ist es eben doch wieder fällig, wenn wir den Baum noch einigermaßen im Griff behalten wollen. Und so früh im Jahr sollte der Baum auch keinen Schaden aus der Aktion davon tragen – hoffe ich jedenfalls. Wahrscheinlich werde ich nächste Woche die Ast-Kettensäge verwenden, mit der ich in diese Höhen allerdings nur von der Leiter aus arbeiten kann. Ist nicht ganz unkompliziert, aber die Methode hat sich schon einmal bewährt, so dass ich es für vielversprechend halte.

Aufwändige Bearbeitung mit Feigenbaumholz

Die Arbeit an dem Feigenbaum-Stab hat sich heute Nachmittag als ungewöhnlich aufwändig erwiesen. Das lag allerdings nicht an der Bearbeitung selbst, sondern an der Materialgrundlage. Feigenbaumholz ist ja ohnehin immer schon eine größere Herausforderung gewesen, weil das Holz in guter und für meine Zwecke geeigneter Qualität ein ganz schnelles Verarbeiten des gefällten Stamm- oder Lastabschnitts erfordert. Nur ein paar Tage zu lang gewartet – und das Holz ist nicht mehr zu retten, weil es vermutlich schon von einem Pilz zerstört wurde oder ungünstig durch Trockenschwund zerrissen ist o. ä. Das ist eben der Grund, warum das Zusammentragen und Bevorraten von gutem Feigenbaumholz mich schon immer vor größere Aufgaben stellt. Jedenfalls sind die besten Abschnitte inzwischen Mangelware, so dass ich zu problematischeren übergehen muss. Zwei von diesen problematischen habe ich für das heutige Projekt erwischt – und bin gleich gescheitert. Denn der erste hat sich als innerlich instabil gezeigt, so dass er nicht gleichmäßig auf die gewünschte Dicke gebracht werden konnte. Und der zweite war im Inneren von der fetten Markröhre durchzogen, die bei den Feigenbäumen ja bekanntlich aus weichem, weißem Mark besteht. Das ist ein No-Go, weil es den Stab stellenweise durchlöchert und am Ende keine durchgängig geschlossene Oberfläche übrig bleibt. Erst bei der dritten Kantel war ein sauberes Arbeiten mit einem stabilen Ergebnis möglich. Für die kommenden Aufträge mit Feigenbaumholz muss ich eine sorgfältigere Auswahl treffen. Und natürlich werde ich solche Kanteln, die nach Markröhre aussehen, konsequent aussortieren. Zudem ist es wieder an Zeit, auf die Suche nach wirklich hochwertigem Material zu gehen, um für die Zukunft wieder besser aufgestellt zu sein.

Baumsymbolische Kommunikation mit Autoattraktion

Nach kurzer Pause freue ich mich, am Wochenende wieder eine kunsthandwerkliche Arbeit beginnen und vielleicht auch schon abschließen zu können. Der Feigenbaum ist in jüngster Zeit öfters nachgefragt worden, so auch jetzt wieder. Etwas, das ich seit Jahren beobachte, dass immer bestimmte Baumarten gehäufte Aufmerksamkeit beanspruchen, um in dieser Hinsicht dann wieder von anderen abgelöst zu werden. Nicht herausgefunden habe ich bisher, woran das liegt. Ob es eventuell mit gewissen globalen Schwingungen zusammenhängt? Wundern würde mich das überhaupt nicht, spielen solche Schwingungen bei der gesamten baumsymbolischen Kommunikation doch eine wesentliche Rolle. So liegt es auch nahe, dass sich die Baumarten ihre Attraktion gewissermaßen selbst herbeiführen und Menschen anziehen, die eine positive Resonanz zu zeigen versprechen. Und vielleicht sind gewisse Zeiträume ja für die jeweilige Baumart günstiger als andere. Es wäre schön, wenn ich im Laufe der hoffentlich noch zahlreichen Jahre mehr Licht ins Dunkel dieser Zusammenhänge bringen könnte.

Ein ausgewogener erster Frühlingstag

Die etwas weitere Fahrt heute war gut geeignet, unbekannte Ecken des eigenen Bundeslandes kennenzulernen. Insofern hat mich das unzuverlässig arbeitende Navigationssystem mit interessanten Landschafts- und Ortseindrücken überrascht. Der eigentlich unnötige Umweg hat den Arbeitsausflug umso spannender gestaltet, zudem wir heute den ersten fast schon frühlingshaft anmutenden Tag für dieses Jahr erleben durften. Dann sind solche Überraschungsfahrten besonders belebend und machen den Kopf frei. Das war heute eine gelungene Mischung mit ausgewogenen Anteilen von Kommunikationsarbeit, kreativer Tätigkeit und eher passiver Rezeption neuer (Baum-)Landschaftseindrücke. Bei meinen Lebens- und Arbeitsschwerpunkten ist das natürlich eine super Kombination, die wünschenswerter nicht ausfallen könnte. Das ist mir nicht jeden Tag vergönnt, umso schöner, wenn es mir in solcher Reinform begegnet wie heute.

Nachhaltige Bewegung und echte Begegnung

Ganz schön unruhig sind die letzten Wochen verlaufen, und mir mehr Mobilität, als ich es sonst gewöhnt bin. So steht erneut die ziemlich lange Fahrt zu einer Arbeitssitzung an, die lange geplant war und nun gewisse Vorhaben endlich zur Durchführung bringen wird. Ganz ohne Vor-Ort-Präsenz und direkte Kommunikation ist das eben auch in 2026 noch nicht möglich. Eigentlich auch gut so, denn die Ausweitung der Möglichkeit, die Dinge digital und ohne Ortswechsel zu erledigen und zu koordinieren, bringt natürlich Opfer mit sich. Und der persönliche Austausch ist in vielen Bereichen durch Distanz-Interkation nicht zu ersetzen. So hoffe ich, dass die gehäufte Gelegenheit zur echten Begegnung die zuletzt zäh gewordenen Kommunikationsflüsse wieder stärker in nachhaltige Bewegung bringt. Und dass diese Bewegung in meinen verschiedenen Arbeitsbereichen, in der Kommunikationsarbeit wie auch in den symbolisch motivierten Wunschbaum-Projekte ab dem Frühjahr wieder langanhaltend in Gang bleibt.