Aufwändige Bearbeitung mit Feigenbaumholz

Die Arbeit an dem Feigenbaum-Stab hat sich heute Nachmittag als ungewöhnlich aufwändig erwiesen. Das lag allerdings nicht an der Bearbeitung selbst, sondern an der Materialgrundlage. Feigenbaumholz ist ja ohnehin immer schon eine größere Herausforderung gewesen, weil das Holz in guter und für meine Zwecke geeigneter Qualität ein ganz schnelles Verarbeiten des gefällten Stamm- oder Lastabschnitts erfordert. Nur ein paar Tage zu lang gewartet – und das Holz ist nicht mehr zu retten, weil es vermutlich schon von einem Pilz zerstört wurde oder ungünstig durch Trockenschwund zerrissen ist o. ä. Das ist eben der Grund, warum das Zusammentragen und Bevorraten von gutem Feigenbaumholz mich schon immer vor größere Aufgaben stellt. Jedenfalls sind die besten Abschnitte inzwischen Mangelware, so dass ich zu problematischeren übergehen muss. Zwei von diesen problematischen habe ich für das heutige Projekt erwischt – und bin gleich gescheitert. Denn der erste hat sich als innerlich instabil gezeigt, so dass er nicht gleichmäßig auf die gewünschte Dicke gebracht werden konnte. Und der zweite war im Inneren von der fetten Markröhre durchzogen, die bei den Feigenbäumen ja bekanntlich aus weichem, weißem Mark besteht. Das ist ein No-Go, weil es den Stab stellenweise durchlöchert und am Ende keine durchgängig geschlossene Oberfläche übrig bleibt. Erst bei der dritten Kantel war ein sauberes Arbeiten mit einem stabilen Ergebnis möglich. Für die kommenden Aufträge mit Feigenbaumholz muss ich eine sorgfältigere Auswahl treffen. Und natürlich werde ich solche Kanteln, die nach Markröhre aussehen, konsequent aussortieren. Zudem ist es wieder an Zeit, auf die Suche nach wirklich hochwertigem Material zu gehen, um für die Zukunft wieder besser aufgestellt zu sein.